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von Kabuki-Demon
erstellt: 28.08.2009
letztes Update: 01.09.2010
Geschichte, Romanze / P18
(fertiggestellt)
Bürobesuch
Ein paar Tage später saß Sephiroth in seinem Büro und überarbeitete einen Bericht, der vom Präsidenten zurückgekommen war, weil er angeblich nicht detailgenau war. Er wusste genau warum der Bericht wirklich zurückgekommen war. Hojo steckte hundertprozentig dahinter. Er wollte ihn wach halten. Mal wieder. Aber gut, er war schließlich erst siebenundvierzig Stunden wach. Das kam noch lange nicht an seine Schmerzgrenze heran. Wenn er sich beeilte würde er in zwei Stunden damit fertig sein, dann würde er in sein Apartment gehen und schlafen.
Doch plötzlich wurde seine Tür aufgerissen. Er musste nicht Aufsehen um zu wissen wer ihn da mit seiner Gegenwart beehrte. Nur Genesis und Zachary Fair betraten so respektlos sein Büro. Als die großen Stiefel dann auch noch auf seinem Schreibtisch landeten war er sich der Identifizierung seines Besuches sicher.
„Zachary?“, sagte er kühl und blickte auf. „Sephiroth, wie geht’s dir?“, fragte Zack, wie immer bestens gelaunt. „Prima, siehst du doch. Ich arbeite wie du siehst.“, erwiderte Sephiroth und blickte noch immer nicht auf. Er ignorierte die Stiefel auf seinem Schreibtisch. Er hatte schon vor Monaten aufgegeben Zack deswegen zu verwarnen.
„Seph, vorhin dachte ich, ich hätte dich gesehen. Du weißt schon, lange graue Haare…“, begann Zack. „Sie sind silbern.“, erinnerte Sephiroth und blickte dann auf. Was würde nun wieder kommen?
„Jaja, silbern eben. Langer Mantel. Schmale, weibliche Taille…“, führte Zack seine Beschreibung weiter aus. Die silberne Augenbraue zuckte wütend. Weiblich Taille, so eine Frechheit, doch Sephiroth kam nicht einmal dazu Zack zu ermahnen.
„…jedenfalls rufe ich so deinen Namen. Aber du hast dich nicht umgedreht. Dann hab ich dich eingeholt und dir die Hand auf die Schulter gelegt und du hast dich umgedreht. Und dann hab ich Brüste gesehen. Einen Moment hab ich gedacht Hojo hätte dich zu einer Frau gemacht, bis ich erkannte, dass es eine Frau war.“
Sephiroths Augen hatten sich zu Schlitzen verengt. Das konnte der First Class doch nicht ernst meinen. „Ja, weißt du das haben Frauen so an sich. Dass sie aussehen wie Frauen.“, sagte Sephiroth kalt.
„Ja schon, aber sie hatte Brüste!“, sagte Zack noch einmal. „Ich weiß was das ist, Zack.“, erwiderte Sephiroth genervt. Diese Unterhaltung würde ins Nichts führen. „Nein nicht Brüste. Sondern Brüste.“, sagte Zack und dehnte das letzte Wort. „Stell dir vor Zachary, ich weiß wie das aussieht. Ich habe so was auch schon mal gesehen.“, erwiderte Sephiroth mit finsterer Stimme.
„Im Ernst? Wann? Wo? Wessen?“, schoss Zack los. Also wirklich, wollte ihn der First Class jetzt über sein Liebesleben ausquetschen. Vor allem Liebesleben, haha, das existierte nicht wirklich. Zumindest nicht in seiner Welt. Er liebte niemanden, er befriedigte nur Bedürfnisse. Er blickte Zack finster an.
„Okay, was ich eigentlich erzählen wollte. Die Frau ist echt voll Hammer, na ja bis auf die Narben. Oh, und die Tatsache, dass sie mich gegen die Wand geklatscht hat als ich sie angemacht habe. Die ist noch kälter als du…sie ist nicht zufällig deine Schwester?“, redete Zack weiter.
Sephiroth rieb sich angestrengt den Nasenrücken und blickte dann Zack an. „Diese Frau, Zachary Fair, ist Admiral Akira Tomomi, sie ist jetzt General hier bei Shinra. Sie ist deine Vorgesetzte. Und sie ist nicht meine Schwester, wie kommst du immer auf so einen Schwachsinn?“, sagte Sephiroth und letzteres war eine ernsthafte Frage.
„Naja, wegen der Haare und so…und die ist jetzt echt General hier oder was? Und wieso? Und wieso ist sie so stark verletzt? Wieso hat sie so viele Narben?“, schoss Zack die nächste Salve von Fragen ab. Sephiroth wusste, er würde ihn nicht loswerden bis er die Fragen beantwortet hatte.
„Ich weiß nicht woher die Verletzungen kommen. Vermutlich ein Unfall auf einer Mission.“, erwiderte er. „Ja aber mit Mako müsste das doch schnell weggehen.“, erwiderte Zack. Sephiroth seufzte genervt an. „Sie ist noch nie mit Mako in Kontakt gewesen…trotzdem scheint sie eine ziemlich hohe Schmerzgrenze zu haben.“, sagte Sephiroth, wobei er jedoch den zweiten Teil eher nachdenklich aussprach.
„Im Ernst jetzt? Aber wieso? Frauen sind doch immer so auf hübsch sein und so.“, erwiderte Zack und klang ein wenig verwirrt. „Ich weiß es nicht, Zachary und jetzt geh ich muss arbeiten.“, erwiderte Sephiroth. Zack seufzte auf. „Dann gehe ich sie das jetzt fragen. Vielleicht krieg ich ja einen Kuss wenn ich schon einfühlsam bin.“, sagte der schwarzhaarige grinsend. „Du fragst sie nicht!“, erwiderte Sephiroth aufbrausend. Er wollte jetzt nicht unbedingt einen seiner Soldier an die Krankenstation verlieren.
„So, so.“, sagte Zack und grinste verschmitzt, „Willst du vielleicht lieber einen Kuss von ihr? Gib es zu du stehst auf sie.“ „Raus jetzt!! Extratraining heute Abend.“, fauchte Sephiroth wütend. Zack lachte leise auf und lies ein „Wusste ich’s doch.“, verlauten und machte sich dann unsichtbar. Sephiroth lies mutlos den Kopf auf den Schreibtisch sinken. Er brauchte Schlaf. Ganz dringend.
Noch zehn Minuten, dann würde er den verdammten Bericht endlich ad acta legen können. Endlich Schlaf. Endlich sein ruhiges Apartment. Endlich Ruhe vor diesen ganzen Verrückten hier. Oh ja, endlich.
Doch mit einem gedehnten „Sephiroth“ schwebte die nächste Konzentrationsstörung herein. Oder eher stolzierte. Und sie hatte Loveless in der Hand. „Nein, Genesis, du liest mir jetzt nichts vor. Du gehst wieder, ich muss arbeiten.“, sagte Sephiroth blitzschnell.
„Es ist aber wichtig.“, sagte Genesis und schon pflanzte er sich auf den Stuhl vor Sephiroths Schreibtisch. Na klasse. Er könnte versuchen wegzuhören und den Bericht weiter zu schreiben, aber am Schluss würde dann das ‚Geschenk der Göttin’ irgendwo in seinem Bericht auftauchen. Er seufzte und legte den Stift beiseite.
„Was ist?“, fragte er. Genesis legte sein Buch auf den Schreibtisch und holte tief Luft. „Erzähl mir alles über General Tomomi, das du weißt.“, sagte Genesis. Sephiroth entglitten die Gesichtszüge. Selten für ihn. Aber das war zuviel. Er hatte jetzt nicht den Nerv noch einmal über ihre diversen weiblichen Rundungen zu sprechen.
„Nun komm schon, ich muss es wissen.“, sagte Genesis. „Versprichst du mir dann, den Rest des Tages und am Besten morgen auch zu verschwinden und nicht aufzutauchen? Zumindest nicht in meiner Nähe.“, sagte Sephiroth finster. „Okay.“, sagte Genesis leichtfertig.
Sephiroth lehnte sich zurück und dachte einen Moment nach, was er über die Frau wusste. „Nun, ihr voller Name ist Akira Tomomi. Bei der Navy nannten sie, sie immer den Phantom-Killer. Du weißt schon, weil sie so blass ist und die weißen Haare und ihre Schnelligkeit. Sie ist 22, soviel ich weiß. Sie ist mit sechzehn zur Navy und hat eine steile Karriere hingelegt. Mit 17 wurde sie Captain und mit 19 zum Admiral. Ein Jahr später wurde sie dann Admiral der Flotte. Sie hat fünf Brüder, die bei der Navy auch ziemlich erfolgreich sind.“, sagte Sephiroth und sah seine Aufgabe als erfüllt an. Er wusste nicht mehr über sie.
„Ja und weiter. Hat sie einen Freund? Weißt du was für Männer sie mag.“, bohrte Genesis weiter. „Ich weiß es nicht. Ich habe aber von der Cafeteriatante gehört, dass sie mit Rufus Shinra ausgeht, aber du weißt ja, dass diese Frau nicht unbedingt eine verlässliche Quelle ist. Sie hat schließlich auch schon behauptet ich würde mit Tseng ausgehen.“, erwiderte Sephiroth und schmunzelte über das dämliche Gerücht.
Genesis schien nachzudenken. „Bist du jetzt fertig, willst du jetzt gehen?“, fragte Sephiroth übertrieben freundlich. „Hmm…“, erwiderte Genesis nachdenklich, „was glaubst du was für eine Körbchengröße sie hat?“ „RAUS!!!“, brüllte Sephiroth. „Bin ja schon weg.“, sagte Genesis und sprang auf, verlies den Raum.
Und lies Loveless liegen. Mit einem diabolischen Grinsen auf dem Gesicht griff Sephiroth nach dem Buch und lies es genüsslich in den Aktenvernichter gleiten. Das Geräusch des Geräts, das seine Arbeit verrichtete, war Musik in seinen Ohren. Der Tag war gerettet.
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