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Geschichte: Fanfiktion
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von SwordMistress7
erstellt: 23.08.2009
letztes Update: 22.02.2010
Geschichte, Romanze / P16
(abgebrochen, keine anonymen Reviews)
Also wenn das mal kein Deal ist, dann weiß ich nicht.
@ Peace-My-Baby:
Soso, du würdest also Marlon trösten... Wie denn? *hehe* Swordi würde das ja auch gern machen, aber... Das tut sie ja nicht.
Tja, die Beerdigung führt ihm quasi schon mal vor Augen, was ihm mal blüht. Oder seinen Angehörigen, wie mans sieht. Und dass er Renate anschnauzt, findet die Swordi auch gar nicht korrekt. Trotzdem macht ers. Gemeiner Kerl, der.
Vielen Dank.
@ Fabia:
Seidenwürste, ich weiß jetzt nicht, unter welchem Namen sie dir bekannt sind, aber Wiener Würste oder Frankfurter dürften dir wohl was sagen, oder?
Also bitte, als ob die Ministrantin sich da in den Bruder verliebt, nur weil der ein Foto schickt? Also, was denkst du von mir? ... Ich sage nichts!
Danke schön.
@ Anni:
Naja, spätestens jetzt ist dein Hirn wieder ne feste Masse. Ich hoffe, du hast die Schule bis 6 heute überlebt. Oder so.
Also, fürs Drehbuch: Marlon lässt ein Glas fallen, das zerbricht, Leon tritt rein, wird wenige Sekunden später von Marlon angehustet und fällt dann tot um? Gott ist das dramatisch. "Die letzten Sekunden im Leben des Leon W. - und er dachte: `Verdammt, ich hätte mir doch Schuhe und nen Mundschutz besorgen sollen!`"
Ich kann dich beruhigen, 5 Tabletten auf einmal sind nicht tötlich. Sonst wäre Swordis Patentante schon längst tot umgefallen, die muss 2 mal täglich jeweils 6 nehmen.
Herzlichen Dank.
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Marlon saß auf seinem Bett und starrte auf das, was auf seinem Schreibtisch stand.
Dort stand ein kleines Döschen, etwas durchsichtig, unscheinbar. Etwa wie die früheren Fotodöschen, nur doch etwas größer. Aber viel fehlte nicht.
Und in das sollte er sein Sperma tröpfeln.
Als ob er nicht schon genug andere Probleme hatte, jetzt musste er sich, wenige Stunden vor der Chemotherapie, noch einen runterholen. Schließlich bestand bei einer Chemotherapie immer das Risiko, unfruchtbar zu werden. Besser; man wurde es auf jeden Fall, doch während die einen nach Jahren ihre Zeugungsfähigkeit zurückerlangten, blieben die anderen für immer unfruchtbar. Es war also eine 50:50 Chance, und da man es davor nie genau wusste, musste Marlon jetzt noch schnell kurz davor einige Spermien abgeben und sie einfrieren lassen - vielleicht würde er ja mal in einigen Jahren Kinder haben wollen…
In einigen Jahren.
Soweit dachte Marlon schon gar nicht mehr.
Wenn es weiterhin so ging, würde er in spätestens einem halben Jahr seine letzten Lebenstage in einem Hospiz verbringen.
Wieso sollte er dann jetzt unbedingt noch in dieses Ding ejakulieren?
Damit sich seine Mutter nach seinem Tod sein eingefrorenes Sperma ins Regal stellen konnte?
Marlons Blick verfinsterte sich.
Wieso sollte er das tun? Er hatte keine Lust, und mal ganz davon abgesehen, dass er derzeit sowieso weder ein sexuelles Verlangen nach irgendetwas hatte noch einen hochbekam, sah er es nicht ein, sich jetzt noch die Mühe zu machen, es zu versuchen.
Er blieb auf seinem Bett sitzen und ließ Boxershort und Jogginghose an.
Dann sollte er halt kein eingefrorenes Sperma haben, was solls.
Es klopfte kurz an der Tür, und ehe Marlon irgendetwas brummen konnte, stand Renate vor ihm.
“Marlon wirklich, du bist mein Sorgenkind… Ich verstehe ja, dass du es nicht willst und vielleicht auch derzeit Probleme hast mit…” Sie stockte und machte eine kurze Handbewegung, “…mit Wichsen? Ja, hab ich. Und an Sex oder irgendwas dergleichen kann ich auch nicht mehr denken.”
“Also Marlon, wo ist denn deine Erziehung geblieben?” Renate stemmte ihre Hände in ihre Seiten und sah ihn Kopf schüttelnd an.
“Die ist schon gestorben.”
Laut seufzte Renate, dann setzte sie sich neben ihn. Selbst wenn sie saß war sie klein und schmal.
“Sag Marlon, was verbittert dich so? Dass du hier bist? Dass du hier keinen kennst? Dass gerade du Lungenkrebs hast? Oder ist es einfach nur eine gewisse Traurigkeit, die dich so macht, die daher stammt, dass dich deine ganzen Freunde nicht besuchen, und deine Eltern auch nur einmal die Woche für einige Stunden?”
Wütend stand Marlon auf und ging Richtung Fenster.
“Ich weiß nicht, was dich das angeht, und wieso ich mit dir darüber reden sollte!”, schnauzte er sie an und verschränkte die Arme vor der Brust. Stumm sah sie ihn an, doch blieb sie dort sitzen, wo sie war.
“Und diese Dose da oder was auch immer, kannst du auch mitnehmen. Ich pfeif drauf. Ich verreck sowieso bald.”
Wieder kam in Renates Augen dieser traurige Ausdruck, als sie aufstand, stumm das Döschen nahm und Richtung Tür ging. “In einer halben Stunde sollst du unten sein.”, teilte sie ihm noch mit, ehe sie hinter sich die Tür schloss, und Marlon wieder alleine zurückließ.
Es war später Nachmittag, als Marlon wieder auf sein Zimmer kam.
Noch fühlte er keine Übelkeit, oder was der Arzt vorhin auch für Symptome genannt hatte, aber er fühlte sich trotzdem beschissen.
Denn das, was Renate gesagt hatte, hatte stimmte leider.
Er war enttäuscht von allen, die er kannte und mochte, und die er immer als Freunde bezeichnet hatte. Keiner von ihnen hatte einmal angerufen, oder eine SMS geschickt, ja nicht mal über Joachim oder Tina ließen sie sich melden. Und selbst Leon ließ nur “Gute Besserung” durch seine Mutter ausrichten.
Marlon schluckte hart.
Seine Welt war in sich zusammengebrochen und nun stand er in einem gewaltigen Scherbenhaufen, der ihm seine Haut aufkratze.
Er ließ sich wieder auf sein Bett sinken und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
Wieso musste er sich das alles über sich ergehen lassen?
Wieso machte er es überhaupt auch mit?
Für ihn war sein Leben zu Ende, warum sollte er sich dann noch schinden und Zeit totschlagen?
Wer früher stirbt ist länger tot und so ein Quatsch.
Na und? Es war Marlon egal. Im Tod hatte er wenigstens seine Ruhe vor allem und musste nicht hier in dieser Hölle auf irgendetwas warten.
Eine große Träne rollte über Marlons Gesicht und fiel direkt auf seine Hose.
Leise schluchzte er.
Er war ganz allein, und es gab niemanden, der ihm irgendwie half, oder der einfach nur da war, und ihn verstand.
Wieder schluchzte er, doch dann vernahm er von draußen ein leises Singen.
Er sah etwas auf und bemerkte, dass hinter den vorgezogenen Vorhängen das Fenster offen sein musste, denn ein kleiner Windstoß kam unter den Vorhängen hervor und hob sie etwas.
Marlon stemmte die Arme gegen sein Bett und erhob sich.
Mit einem kräftigen Ruck schob er beide Vorhänge zur Seite und trat ans Fenster.
Unten auf der Dorfstraße lief eine blonde Junge Frau und sang irgendein Lied.
Als Marlon genauer hinsah, erkannte er das Mädchen vom Vortag, die bei dem Trauerzug das Weihrauchfass geschwenkt hatte.
Sie trug ihre Haare offen und ihre engelsgleiche, in sanften Wellen bis zur Mitte des Rückens gehende blonde Haarpracht wehte sanft im Wind. Langsam schob sie einen Rollstuhl vor sich her und sang währenddessen ihr Lied: “Romeo save me, they´re trying to tell me how to feel, this love is difficult, but it´s real, don´t be afraid, we´ll make it out of this mess, it´s a lovestory, baby, just say yes…”
Marlon stutze. Schön und gut, dass die da meinte, einer alten Frau irgendwas vorzusingen, aber auf englisch?
Er schüttelte den Kopf. Als ob die das verstehen würde.
“Sag Kindchen…” Die alte Dame im Rollstuhl unterbrach das Lied der Oberministrantin und drehte sich, so gut es ging, zu ihr nach hinten.
“Glaubst du an die ewige Liebe, und daran, dass dich einmal ein Romeo glücklich machen wird?”
Die junge Frau hielt den Rollstuhl an, schien irgendetwas am Griff zu tätigen und ging dann zu der Frau nach vorne, ging etwas in die Hocke und lächelte.
“Ja, Frau Dürrheimer, ich glaube daran. Auch wenn es oft schwer ist.” Die alte Frau tätschelte etwas ihren blonden Kopf, dann lächelte sie: “Ach, du musst mir das später noch mal erzählen, um was es in deinem Lied geht. Ich höre es so gern, aber ich kann mir nie lange den Inhalt merken.”
“Gut, werde ich gleich nach dem Abendessen machen.”
Noch einmal lächelte die blonde Frau, dann stand sie wieder auf, ging wieder hinter den Rollstuhl und stimmte wieder in ihr Lied ein, während sie langsam auf das Altersheim zuging.
Marlon sah ihr noch lange nach, bis sie schließlich mit der alten Frau ins Altersheim ging und somit für ihn verschwunden war.
Danach schloss er mit einem dumpfen Schlag das Fenster, zog die Vorhänge vor und verließ den restlichen Tag nicht mehr sein Zimmer.
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Jut, ne, also ich verziehe mich dann bis Sonntag und freue mich über jeden Review.
Eh jo, bis Sonntag.
LG, Swordi
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