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Geschichte: Fanfiktion
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von Veleren
erstellt: 17.08.2009
letztes Update: 21.01.2010
Geschichte, Humor / P12
(fertiggestellt)
Die plötzliche Rückkehr Faramirs nach Emyn Arnen vor der gewöhnlichen Zeit löste unter dem Gesinde und auch bei Éowyn großes Erstaunen aus. Sowohl der Truchsess als auch seine Gemahlin hatten sich auf einen langen Sommer voll Arbeit und langweiligen, diplomatischen Treffen eingestellt, während die Rohira in Ithilien als pflichtbewusste Gemahlin den Haushalt leiten würde.
„Wir werden bald wieder zusammen sein“, hatte Faramir bei ihrem Abschied gesagt.
„Ja, mein Herz, das glaube ich dir“, war ihre Antwort gewesen. „Hätten wir als Familie Gelegenheit, viel Zeit miteinander zu verbringen, dann wäre das sehr schön. Wahrscheinlich würden wir noch weiter zusammenwachsen.“
„Dann würden wir irgendwohin reisen, wo weder die Pflicht Gondors noch die von Emyn Arnen auf uns warten.“
Zusammen mit Éowyn hatte Faramir viele Pläne gemacht. Und jetzt konnten sie vielleicht wahr werden.
~~~
Éowyn empfing ihn mit einem Lächeln im Gesicht, das sie immer trug, wenn sie ihren geliebten Gemahl wiedersah. Auch ihre beiden Kinder, die während des Sommers trotz ihrer Erziehung außerhalb auch Aufenthalt in Emyn Arnen hatten, zeigten die Freude über die Rückkehr ihres Vaters offen.
Der zwölfjährige Elboron rief ihm zu: „Vater, willkommen daheim“.
Die elfjährige Anélinde allerdings ließ es an Benimm mangeln, indem sie sich ohne zu Zögern ihrem Vater in die Arme warf und ihn beinahe aus dem Gleichgewicht gebracht hätte.
Ja, das war seine Familie, dachte Faramir, und diese Idylle konnte nichts zerstören. Dank Aragorn konnte er endlich Zeit mit ihnen allein verbringen.
Nichts, absolut nichts, konnte diese Idylle trüben!
*****
Später am Abend, nach einem gemeinsamen Mahl, hielt es Éowyn nicht mehr aus und stellte Faramir über seine ungewöhnliche Rückkehr zur Rede.
„Du weißt, dass Aragorn immer der Meinung ist, ich würde zu hart arbeiten“, erklärte ihr Gemahl. „Ausgerechnet während des warmen Sommers ist in Minas Tirith immer viel los, da sich Händler und Diplomaten an den Türen des Thronsaals den Öffner in die Hand geben. Also hatte ich in der Vergangenheit gerade da viel zu tun, während sich andere Herren auf ihren Gütern ausruhten. Diesmal aber hat Aragorn meinen Vertreter Aduald dazu verpflichtet, während der nächsten vier Wochen meine Arbeit zu übernehmen und mir sogar befohlen, nach Hause zu gehen und mich zu erholen.“
„Und dieser Aufforderung bist du gerne nachgekommen, weil du deine Familie liebst“, erwiderte Éowyn lächelnd und gab Faramir einen leichten Kuss auf die Wange.
Auch Éowyn kannte das Problem der erwünschten, sommerlichen Freizeiten. Regelmäßig stritten sich besonders die zeitweise arbeitenden Mägde des Gesindes darum, wer und wann die vergütete Freizeit nehmen durfte. Selbstverständlich wollten alle gleichzeitig gehen. Warum sollte es in Minas Tirith anders sein?
„Eine Person liebe ich dabei ganz besonders“, flüsterte Faramir ihr ins Ohr und versprach dadurch gleichzeitig andere Dinge für die kommende Nacht, sobald die Kinder schliefen.
Eine Familie zu haben konnte wirklich schön sein, dachte Éowyn.
~~~
„Hast du schon Pläne, was wir tun könnten?“, wollte Éowyn im Kreise ihrer Familie wissen, nachdem sie ihre Würde wieder zurückgewonnen hatte. „Also, in Emyn Arnen möchte ich nicht herumsitzen.“
„Ich möchte an den Strand“, rief Anélinde begeistert aus. „Warum reisen wir nicht nach Dol Amrum, da ist Strand und da ist es ziemlich ruhig.“
„Das heißt Dol Amroth“, korrigierte sie Éowyn, „und ich lehne das Meer eher ab. Wir haben hier in Ithilien keine geeignete Ausrüstung oder Kleidung für eine Freizeit am Strand. Außerdem sieht die Kleidung, wie man sie jetzt am Strand trägt, lächerlich aus, finde ich.“
„Nachdem Mordor lange besiegt ist, frage ich mich, wozu wir besondere Ausrüstung bräuchten“, runzelte Faramir die Stirn. „Ich würde gerne einmal ans Meer reisen, vor allem, weil meine Mutter aus Dol Amroth kam.“
„Ja, ich verstehe deine Erinnerungen“, bekräftigte Éowyn, „aber mich stört auch der Sand besonders. Weißt du, ich mag es nicht, wenn in jedem Teil meiner Sachen diese lästigen Körnchen hängen. Eine meiner Dienstmägde hat mir davon berichtet, als ein Freund von ihr an das Meer von Belfalas reiste. Er kam zurück und jedes Kleidungsstück, das er ausschüttelte, war von Unmengen von Sand durchzogen. Selbst in der Unterwäsche fand er es! Ich möchte mich nicht jeden Moment kratzen müssen und wer wird wohl nach unserer Rückkehr die Sachen reinigen, hmm?“
„Also gut“, stimmte Faramir unwillig zu, „kein Meer ausschließlich. Wohin dann?“
„Lamedon“, meinte Elboron plötzlich. „Da ist das Gebirge und kein Meer. Irgendjemand hat gesagt, dort gäbe es in den Bergen viele Entdeckungen zu machen. Mittlerweile eine sehr bekannte Gegend.“
Natürlich hatte Faramir diesen Namen bereits gehört. Ihn störten weniger die Berge und die Tatsache, dass sie Gondor kaum verlassen würden. Vielmehr war es etwas anderes.
„Elboron, da reisen mittlerweile alle Gondorianer hin“, erklärte er seinem Sohn. „Traditionell wird in dieser Gegend Westron gesprochen, denn es handelt sich um ein altes Lehen Gondors, auch wenn es längst unabhängig ist. Früher lebten dort ein paar arme Bergbewohner. Seit dem Ende des Ringkrieges jedoch haben sich die Bewohner auf eine neue Einnahmequelle eingestellt: Besucher aus anderen Teilen Gondors. Wirklich, ich habe keine Lust, am Ziel meiner Reise ausschließlich Gondorianern zu begegnen.“
„Wir könnten meinen Bruder Éomer besuchen“, schlug Éowyn halbherzig vor.
„Oh nein“, entkam es Faramir, ehe er sich beherrschen konnte und auch die beiden Kinder stöhnten.
„Was ist dagegen einzuwenden?“, protestierte Éowyn scharf.
„Wenn ich schon nicht arbeite, möchte ich mich entspannen“, erklärte Faramir. „Dein Bruder hingegen hat mehr als einmal versucht, mich zu einem angemessenen Gemahl für dich zu machen, warum auch immer. Glaube mir, ich möchte Zeit mit der Familie verbringen und nicht reiten auf Pferden lernen, deren Rücken für keinen Sattel gemacht ist, obwohl ich reiten kann.“
„Edoras ist außerdem langweilig“, fügte Anélinde hinzu. Oheim Éomer meint außerdem immer, ich solle mal eine Schildmaid werden und hat mir schon mal ein Schwert in die Hand gedrückt – ich möchte auf einer Reise bestimmt nicht raue Hände bekommen. Da kann ich gleich den Mägden hier beim Abwasch helfen!“
„Findet ihr meine Landsleute zu primitiv, um sie zu besuchen?“, wollte Éowyn schließlich misstrauisch wissen.
Darüber schwiegen Faramir und die anderen lieber. Doch die Frage ihres Ziels war noch lange nicht entschieden.
*****
„Wie wäre es denn mit einer Art Rundreise?“, schlug Faramir nach längerem Nachdenken vor.
Als er an eine Reise gedacht hatte, war Faramir zuerst von der Freizeit selbst ausgegangen. Allerdings hatte er vergessen, die Unkosten in Betracht zu ziehen, welche ein Aufenthalt an einem exklusiven Ort nach sich ziehen würde. Natürlich konnte sich der Truchsess von Gondor mit seiner Familie in einem fremden Gebiet mit Vorankündigung nicht einfach in einer billigen Unterkunft einquartieren. Selbst in seiner Freizeit war er verpflichtet, als Herr von Emyn Arnen zu repräsentieren. Wenn sie selbst mit Zelten für ihre Unterkunft sorgten, wäre diese Ausgabe schon einmal gestrichen. Auch Éowyn würde sich freuen, wenn mehr für den Wiederaufbau Ithiliens übrig bliebe.
„Ich dachte“, fuhr Faramir fort, „entlang des Anduin bis zum Delta zu reisen, nur wir und ein paar Männer als Schutz natürlich. Wir übernachten in Zelten. Den Rest des Weges könnt ihr dann entscheiden.“
„Oh ja“, rief Elboron begeistert aus, „wir gehen campen!“
„Cam-pen?“, wiederholte Faramir das unbekannte Wort und rollte es auf der Zunge. „Kenne ich nicht.“
„Weil das eines dieser neuen Wörter des Vierten Zeitalters ist, das mein Bruder bei seinem Unterricht aufgelesen hat, eine Neuerfindung“, empörte sich Anélinde. „In der Sprache der Jungen heißt das: In der Freizeit aus Spaß zelten.“
„Ahja.“
Éowyn rollte die Augen. Kinder!
„Klingt nicht schlecht“, murmelte Éowyn. „Dann kommst du am Delta doch noch zu deinem Strand, mein Herz. Bleiben werden wir allerdings nicht lange; wegen dem Sand, du weißt.“
„Jaja, schon gut“, lenkte Faramir ein.
„Setzen wir auch nach Tolfalas über?“, wollte Anélinde wissen. „Ich wollte schon immer mal auf eine Insel.“
„Lasst uns das entscheiden, wenn wir dort sind“, meinte Faramir diplomatisch.
Innerlich wusste er jedoch bereits, dass sie ganz sicher nicht nach Tolfalas übersetzen würden. Genau wie Lamedon hatte sich Tolfalas zu einem Sammelpunkt für die modernen Reisenden aus Gondor entwickelt, jedoch nicht gerade für die Elite. Kurz gesagt: Die Insel war zu einem sommerlichen Treffpunkt für verschiedenste Billigreisende geworden und er wusste, es gab sogar organisierte Reisegruppen. Dort konnte er sich mit seiner Familie kaum blicken lassen, zumal man Geschichten über regelmäßige Trinkgelage hörte. In solch einem Fall hätten sie gleich nach Rohan reisen können, denn dort war der Met für die Edlen ein wenig besser und besaß einen anderen Stellenwert.
„Vielleicht kommen wir sogar bis Andrast“, murmelte Faramir.
„Ähh, ich glaube, ich werde schon mal packen gehen“, warf Éowyn eilig ein.
„Mama, wo ist das Problem bei Andrast?“, erkundigte sich Anélinde aufmerksam.
„Keine Ahnung, aber ich mag diesen Ort nicht sonderlich“, meinte Éowyn. „Keiner von uns geht da hin, wer weiß, denn keiner weiß, wer jetzt dort wohnt. Wir finden schon andere Plätze.“
„Somit ist es entschieden“, beendete Faramir die Diskussion. „Wir machen also eine Reise und übernachten in Zelten.“
„Also doch Camping“, fügte Elboron hinzu.
Drei Personen stöhnten daraufhin.
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