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von Veleren    erstellt: 17.08.2009    letztes Update: 21.01.2010    Geschichte, Humor / P12    (fertiggestellt)
Disclaimer: Diese Geschichte wurde aus Spaß geschrieben und ich verdiene kein Geld damit. Alle Rechte liegen bei Tolkien, außer bei meinen eigenen Hauptcharaktern.

Dies ist Humor und in Teilen auch eine Parodie. Folglich erhebt diese Geschichte keinen Anspruch auf eine absolut ernsthafte Umsetzung des Universums von Herr der Ringe. Einige Orte und Schauplätze sind also hinzugekommen, zudem einige Namen, die es so in Mittelerde – vielleicht – nicht geben würde. Dennoch liegt der Reise selbst die Karte von Mittelerde zugrunde. Viel Spaß beim Lesen.
(Ich denke, eine leichte OOC-Warnung hinzuzufügen, erübrigt sich anhand des Genres.) Über Feedback würde ich mich allerdings freuen.

Alterseinstufung: ab 12 Jahre

Hauptcharaktere: Faramir, Éowyn, Elboron, OC´s (u.a. Anélinde, Tinylas)





Familie Truchsess macht Urlaub





Prolog

„Nein, mein Herr Aragorn, tut mir das nicht an, bitte“, flehte Faramir den König von Gondor beinahe an, „ich brauche keinen Urlaub, wirklich.“

Selten hatte Elessar, Herr über Minas Tirith und ganz Gondor seinen Truchsess, seinen stets treuen Untergebenen, auf diese Weise erlebt. Er hatte gedacht, wenn er erwähnte, es sei an der Zeit, dass sich Faramir einmal frei nähme und mehr in Gegenwart seiner Familie verbrächte, mache er ihm eine Freude. Diese Reaktion allerdings hatte er nicht erwartet. Irgendwie schien Faramir völlig außer sich zu sein.

„Wo ist denn das Problem? Fürchtest du dich, nach Emyn Arnen zurückzukehren, weil dich dort das Holz eines Speers erwartet?“, wollte Aragorn lächelnd wissen.

Sauer verzog Faramir das Gesicht und murmelte: „Nein, das nicht unbedingt.“

Und er schwieg für eine ganze Weile.

~~~

Natürlich wusste Faramir allzu gut, worauf der König hier anspielte. Die Geschichte dazu war zwischenzeitlich eine geläufige Episode in ganz Minas Tirith. Faramir hatte den Eindruck, dass auch Aragorn sich darüber köstlich amüsierte, was seine eigene Laune nicht unbedingt hob.

Es war zu der Zeit gewesen, als Éowyn sich an ihre Jahre als Schildmaid von Rohan zurückerinnert hatte. Persönlich hätte er es sinnlose Sehnsucht nach der Vergangenheit genannt, doch er hatte lieber geschwiegen. Nach zwei Kindern – einem Jungen Elboron und einer Tochter Anélinde – hatte sie spontan entschieden, keinen weiteren Nachwuchs mehr zu bekommen, denn es würde ihrer Figur schaden, sagte sie. Bereitwillig hatte Faramir eingewilligt, denn eine Großfamilie war auch nicht unbedingt sein Traum gewesen. Als die Kinder jedoch größer und ihren Erziehern übergeben wurden, langweilte sich die ehemalige Schildmaid plötzlich und versuchte, an ihr früheres Leben anzuknüpfen. Ausgerechnet den Speer wollte sie meistern, eine Waffe, die für eine Frau wenig geeignet war, wie Faramir befand. Natürlich war ihr Umgang eher unbeholfen, aber Faramir als ein guter Gemahl bedachte ihre Bemühungen stets mit einem zustimmenden Nicken. Was sollte er auch sonst tun? Für Kritik war Éowyn in diesen Tagen nicht unbedingt offen gewesen. Eines Tages, nachdem er gerade aus Minas Tirith zurückgekehrt war, hatte er Éowyn während einer ihrer Übungen überrascht, wollte sie beobachten, ohne sie zu stören. Mit einer einzigen Bewegung zog sie Faramir allerdings versehentlich den Schaft des Speers über den Schädel und der Truchsess hatte daraufhin die Dunkelheit umarmt. Massive Waffen der Rohirrim waren kein Spielzeug, entschied er danach. Beregond hatte ihn wieder aufleben lassen, nicht ohne ein wenig mitleidiges Lächeln im Gesicht zu tragen. Auch Éowyns Entschuldigung nützte wenig: Durch die Dienerschaft wurde die Episode bis nach Minas Tirith verbreitet und man sprach bald vom Unter das Speerholz der Truchsessfrau geraten, wenn man eine sehr herrschsüchtige Frau meinte, die einen Mann mit ihrem Wesen erschlagen konnte. Dies war Éowyn nicht, dennoch...

~~~

„Warum willst du dann keine freie Zeit?“, wunderte sich Aragorn. „Egal, in welchen Teil meines umfangreichen Mitarbeiterstabes ich blicke: Überall murren sie herum, wenn der Sommer seinen Einzug hält. Fast alle fordern direkt oder indirekt Zeit von mir, damit sie ihre Heimat verlassen und mit ihrer Familie einen Teil von Mittelerde bereisen können. Warum du nicht, Faramir?“

„Ich wäre pflichtvergessen, zöge ich es in Betracht, mein Herr“, erwiderte Faramir und glaubte, es sei damit erledigt.

„Dir ist bekannt, dass es eine neue Regelung in Gondors Ländereien gibt?“, erinnerte ihn Aragorn und Faramir nickte. „Du warst selbst dabei, als ich sie erlassen habe. Sie nennt sich Mindesturlaubsregelung. Demnach bin ich – auch als König – verpflichtet, jedem meiner Mitarbeiter mindestens vierundzwanzig Tage pro Jahr Freizeit zu gewähren.“

„Nun, dies kann kaum für den Truchsess selbst gelten, denn ich bin ein besonderer Mitarbeiter“, gab Faramir zu bedenken. „Wirklich, es wäre vermessen von mir zu glauben, ich könnte eine neue Regelung für einfache Mitarbeiter zuerst für mich in Anspruch nehmen. Nein, mein Herr, das wäre wahrhaft falsch, ein schlechtes Beispiel wäre ich da! Den Sommer werde ich gerne in Minas Tirith bei der Arbeit verbringen, auf dass ich ein Vorbild sei für alle Gefolgsleute und für das einfache Volk.“

„Dann ordne ich an, dass du nach Emyn Arnen reist und nicht eher zu mir zurückkehrst, ehe du mir eine detaillierte Beschreibung eines mindestens vierwöchigen Aufenthalts in einer nicht zu Ithilien gehörenden Gegend einschließlich deiner Gemahlin und deiner beiden Kindern geben kannst“, befahl der König würdevoll, denn ihm ging die Selbstaufopferung seines Truchsess offensichtlich auf die Nerven.

„Das kann ich nicht“, stotterte Faramir, jetzt verzweifelt wirkend.

„Ach, fürchte dich nicht so vor dem Holz des Speers, Faramir“, verlor Aragorn die Geduld. „Auch sonst bist du kein jammerndes Exemplar. Wirklich, ich schätze dein Pflichtbewusstsein, aber das ist jetzt wirklich genug! Geh einfach nach Emyn Arnen. Worin liegt das Problem?“

„In der Freistellung“, gab Faramir zerknirscht zu, „in der Reise... Ach, einfach überall.“

Seufzend schüttelte er den Kopf und fügte offen hinzu: „Letztes Jahr haben wir – also meine Familie und ich - das mit der Reise erprobt, doch daran will ich eigentlich nicht denken. Vielleicht könnt Ihr meine Gedanken eher nachvollziehen, wenn ich Euch die Erlebnisse schildere.“

„Dann bin ich neugierig“, stimmte Aragorn zu.

Und so beginnt die Geschichte von der Truchsessfamilie, die einmal Urlaub machte...

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