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von Malutki    erstellt: 14.08.2009    letztes Update: 08.08.2010    Geschichte, Romanze / P16    (fertiggestellt)
So, hier jetzt mal meine erste FF.
Ich muss mal sehen, wie viel Zeit ich habe, jetzt, wo die Schule wieder anfängt, aber ich versuche regelmäßig neue Kapitel hochzuladen.
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Weg, einfach nur weg.
Ich raste die Autobahn entlang. Wohin? Keine Ahnung. Weg. Ich wollte einfach nur weg. Schnell, schnell, immer schneller. Weg von Leon.

Die Scheibenwischer meines Autos wischten hin und her. Der Regen prasselte auf die Windschutzscheibe. Viel konnte ich nicht sehen. Das lag auch daran, dass mir die Tränen in Sturzbächen die Wangen runter liefen. Von den Autos vor mir konnte ich nur die Rücklichter erahnen.

Eine neue Welle der Trauer erschütterte meinen Körper und ich schluchzte auf. Wie konnte er nur? Ich liebte ihn doch. Er war doch mein Leben. Wie konnte er mir das antun? Einfach Schluss machen. Nach drei Jahren. Einfach so. Mit der Begründung, er hätte sich verliebt. Wie denn das? Er liebt doch mich. Das hatte er doch immer wieder gesagt. Was war ich denn ohne ihn?

Wieder schluchzte ich auf. Mit dem Handrücken versuchte ich die Tränen wegzuwischen. Dann plötzlich eine Kurve. Zu spät ging ich vom Gaspedal und riss das Lenkrad herum. Mein Auto gehorchte mir nicht mehr. Machte sich selbstständig. Es schlitterte immer weiter der rechten Leitplanke entgegen. Hilfe! Das war alles was ich dachte, dann setzte mein Gehirn aus.
Schwarz. Dunkel. Stille. Leere.

Irgendwann hörte ich eine Stimme. „Hallo? Hallo? Hören Sie mich?“
Dann spürte ich eine Hand an meiner Wange. Ich öffnete langsam die Augen. Doch sie fielen von alleine wieder zu. Ein Schmerz durchzuckte meinen Arm.
„Aaaah.“
„Sind Sie wach?“ Wieder die Stimme.
Ich versuchte zu nicken, doch mein Kopf fühlte sich an wie ein Stück Blei. Daher versuchte ich noch einmal mit aller Kraft meine Augen zu öffnen. Langsam, ganz langsam. Dann sah ich etwas. Jemanden. Dieser jemand hatte sich über mich gebeugt und sah mich an. Als er jetzt sah, dass ich meine Augen öffnete, lächelte er erleichtert.
Wo war ich hier? Was war passiert?
Verzweifelt versuchte ich, mich zu bewegen, doch es ging nicht. Warum wusste ich nicht.

„Hey, ganz vorsichtig. Ich versuche dich da raus zu bekommen.“, hörte ich wieder diese Stimme, diesmal ganz nah an meinem Ohr. Irgendwie hatte sie etwas Beruhigendes an sich.
Ich sah um mich. Langsam realisierte ich wo ich war. In meinem Auto. Es lag schief und ich merkte nun auch, dass ich zwischen Lenkrad und Sitz irgendwie eingequetscht war. Zudem lagen überall Glasscherben. Ich blickte runter auf meinen Arm. Blut. Überall. Es tropfte auf meine Hose. Ich bekam Panik, wollte mich bewegen.
Doch dann wieder diese Stimme: „Ruhig, ganz ruhig. Ich bin da. Und gleich kommt der Krankenwagen und die Polizei.“ Mir wurde beruhigend über den Kopf gestrichen. Langsam aber sicher entspannte ich mich wieder.
„Ich will hier raus.“, konnte ich endlich über die Lippen bringen.
„Wir können es versuchen, aber ob es klappt, kann ich nicht sagen.“, antwortete mir die Stimme.
„Hm.“, machte ich nur.
„Also, versuch mal deinen Fuß dort drauf zu stellen und dann das andere Bein über das Lenkrad.“, sagte die Stimme.
Ich gehorchte und es klappte wirklich. Zwar mit etwas Mühe und nicht ganz schmerzfrei, aber immerhin.
„Okay, gut. Und jetzt gib mir deine Hände und ich versuche dich hinaus zu ziehen.“, wurde mir gesagt.
Kurz überlegte ich, doch dann hielt ich dem Fremden meine Hände entgegen.
„Also, versuche dich abzudrücken und ich ziehe von hier.“, sagte er.
Ich drückte so gut ich konnte und wurde irgendwie aus dem Auto gezogen. Als meine Füße den Boden berührten, stolperte ich unbeholfen auf den Fremden zu. Dieser schloss mich einfach in seine Arme. Im ersten Moment fühlte ich mich unwohl. Er war doch ein Fremder. Ein Mann, den ich noch nie gesehen hatte. Doch lange dachte ich nicht darüber nach. Der Schock war zu groß und mit einem lauten Schluchzer legte ich meinen Kopf gegen seine Schulter und begann hemmungslos zu weinen.
„Ist ja gut.“, sagte der Mann und strich mir noch ein, zwei Mal beruhigend über den Rücken.

In der Ferne hörte einen Krankenwagen.
Kurz darauf war er auch schon da und ein Sanitäter kam auf mich zu, während die ebenfalls gekommenen Polizisten sich meinen Wagen genauer ansahen.
Ich befreite mich aus der Umarmung mit dem Unbekannten.
„Wie geht es Ihnen?“, wollte der Sanitäter wissen.
„Weiß nicht.“, antwortete ich ehrlich.
„Am besten sie kommen erst einmal mit ins Krankenhaus zur Untersuchung und dann sehen wir weiter.
„Aber mein Auto…“, begann ich.
„Das machen schon die Kollegen.“, unterbrach mich der Sanitäter und schob mich in Richtung Krankenwagen. Ich bekam noch mit, wie er sich an meinen unbekannten Helfer wandte.
„Und Sie haben die junge Frau aus ihrem Auto befreit.“
„Ja, sie ist kurz vor mir mit ihrem Auto in die Leitplanke gefahren, da habe ich angehalten. Kurzfristig war sie bewusstlos.“, antwortete der Fremde.
„Sind Sie mit ihr verwandt oder bekannt?“, wollte der Sanitäter wissen.
„Nein.“, sagte der Mann.

Ich drehte meinen Kopf um und schaute noch mal zu den beiden.
Der Sanitäter wandte sich an mich.
„Möchten Sie, dass er hier“, er deutete auf meinen Retter, „mit ins Krankenhaus fährt, es ist ja sonst niemand da, den Sie kennen.“, fragte er.
Kurz überlegte ich, doch dann nickte ich. Er hatte mich beruhigt mit seiner einfühlsamen Stimme, irgendwie brauchte ich diese Beruhigung im Moment.
„Okay, ich komme mit.“, sagte der Mann und kam hinter mir her.

Als ich auf der Liege im Krankenwagen lag, der fremde Mann und der Sanitäter neben mir saßen und wir losgefahren waren, wurde ich nach meinen Daten gefragt.
„So, wie heißen Sie denn?“
„Ich bin Nika Reitbach.“, antwortete ich.
„Geburtsdatum?“
„29.09.1989“
Dann wollte er noch meine Adresse und den Namen meiner Kranken- und Autoversicherung wissen.
„So und nun zu Ihnen.“, wandte er sich an meinen Begleiter. „Sie müssen am besten ein Protokoll dessen, was sie gesehen haben, bei der Polizei abgeben, oder wir machen das jetzt eben hier und ich faxe das dann gleich zur Polizeistation.“
„Also, am besten direkt. Jetzt weiß ich es schließlich noch am besten.“, sagte der Mann.

Als das Protokoll geschrieben war, sagte der Sanitäter: „So jetzt bräuchte ich nur noch Ihren Namen und eine Unterschrift.“
„Ja, klar. Mein Name ist Ivan Rakitic.“
Der Name ließ mich aufhorchen. Irgendwo hatte ich den schon einmal gehört, doch wo wusste ich nicht. Vielleicht war er einer der Ex-Freunde meiner besten Freundin Mila, die verschlang Männer nämlich so, wie ich Bücher. Aber ich war mir, wie gesagt nicht sicher und wollte mir auch nicht weiter meinen Kopf zerbrechen, der ohnehin schon schmerzte.
Komischer Weiser sah der Sanitäter, den Mann kurz lächelnd an und meinte dann: „Also doch.“
Kannte der den etwa auch?

Im Krankenhaus angekommen wurde ich von einem Arzt untersucht, der feststellte, dass ich mir einige Prellungen zugezogen hatte und eine Rippe angebrochen war. Um meinen immer noch schmerzenden Arm bekam ich einen Verband.
„Also, ich denke Sie haben wirklich Glück gehabt, dass Ihnen nicht mehr passiert ist. Trotzdem möchten wir Sie zur Sicherheit noch eine Nacht hier behalten.“, sagte der Arzt, der hinter meinem Bett in meinem Einzelzimmer stand. „So und nun verabschiede ich mich erst einmal und lasse den jungen Mann herein, der sich da draußen schon seit über einer Stunde die Beine in den Bauch steht.“
Und damit verließ mich der Doktor, der wohl dachte, der Mann wäre mein Freund oder wenigstens sonst irgendein Bekannter.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er immer noch draußen stehen würde. Er kannte mich doch gar nicht. Aber so konnte ich mich wenigstens bei ihm bedanken.

Die Tür öffnete sich und langsam kam jemand hinter ihr zum Vorschein. Jetzt, wo ich mich von dem Schock erholt hatte, sah ich mir meinen Retter zum ersten Mal richtig an. Mittelgroß, dunkelblonde, kurze Haare, die etwas mit Gel hochgestellt waren, grau-grünliche Augen, soweit ich das auf die Entfernung sagen konnte. Er trug ein schwarzes Print-Shirt mit kurzen Ärmeln unter denen sich seine Muskeln leicht abzeichneten. Auf seinem rechten Unterarm hatte er ein Tattoo. Dass mir sein Aussehen gefiel, konnte ich nicht leugnen.
„Hey!“, grinste er schief.
„Hallo!“, lächelte ich zurück.
Er kam näher und setzte sich auf den Stuhl neben meinem Bett.
„Danke.“, sagte ich dann. „Danke, dass Sie mir geholfen haben.“
„Hab ich doch gerne gemacht.“, wurde mir geantwortet.
„Nika Reitbach.“, stellte ich mich ihm jetzt noch einmal direkt vor und streckte ihm meine Hand entgegen. Er nahm sie und sagte gleichzeitig: „Ivan Rakitic.“
Und plötzlich wusste ich, wer er war.

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So, dass wars erstmal.
Reviews sind natürlich erwünscht :)
 
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