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von Dea Tacita    erstellt: 14.08.2009    letztes Update: 12.07.2010    Geschichte, Humor / P12    (fertiggestellt)
Vielen Dank für die Kommis von Mitsuki-chan und UndeadLady und für die bis jetzt vier Favo-einträge

Kapitel 2
- Flucht nach oben -

Ein dunkler, feuchter Raum, auf den Boden stritten sich zwei Ratten um ein Stück Brot. Die Tür war aus schwerem Holz gefertigt und mit einem Vorhängeschloss gesichert.
Nur ein spärlicher Lichtstrahl fiel durch das kleine, vergitterte Fenster, ein spärlicher Lichtstrahl und die klirrende Kälte von draußen, denn es war nicht verglast.
Der Boden des Raumes war weder gefliest noch war dort Parkette verlegt, er bestand nur aus festgestampften Lehmboden. Die Wände waren aus kahlem Stein, an einigen Stellen waren sie Nass und grünlich vor Algen. In der einen Ecke des Raumes, gegenüber dem Fenster, befand sich ein Bett, zumindest ließen das mit Stroh gefüllte Kissen und die dünne, zerschlissene Decke annehmen, dass es sich bei diesem, mehr schlecht als recht zusammen geschusterten Ansammlung von Brettern und Holzbohlen um ein Bett handelte.
Auf dem Bett lag eine junge Frau, ein Teenager mit langen schwarzen Haaren. Leblos lag sie dar. Ihre Kleidung war schmutzig und teilweise mit Morast überzogen und ihre Stirn war blutverkrustet. Leblos lag sie dar, aber sie atmete…
Langsam öffnete sich die Tür und eine schmale Gestalt trat ein, ein Mann, vielleicht 30, höchstens 40 Jahre alt mit geschmeidigen, dunkelbraunen Haaren. Sein Gesicht zierte eine unansehnliche Narbe, die sich von seinem rechten Auge bis hin zur Unterlippe zog. Seine Bewegungen erschienen fließend, fast schon fast katzenhaft.
„Wo habt ihr sie gefunden?“ fragte er einen anderen, der nicht den Raum betrat.
„Wo wohl, bei Black, dem Auroren, sie ist seine Tochter,“ antwortete jemand knurrend, „das Biest hat sich ganz schön gewehrt…“
„Sie ist eine Black…was habt ihr erwartet?“ antwortete der Brünette und ging zu dem bewusstlosen Mädchen hin. „Hallo kleine Violette, als ich dich das letzte Mal gesehen habe,“ flüsterte er ihr ins Ohr. „Da bist du noch ein kleines Baby gewesen…“ Er grinste gemein. „Aber du hast dich gemacht…fast so hübsch wie die Frau Mama…“
„Sie gehört Pyrites, also versuch es erst gar nicht…“ knurrte der Unbekannte von der Tür.
„Ein Jammer…vielleicht überlässt er sie mir ja…“ Der Brünette stand auf und ging wieder zu Tür. „Wir sehen uns Violette…“ dann verließ er grinsend den Raum. Hinter ihm wurde die Tür wieder verschlossen.
Es wurde Nacht, das kleine Zimmer war stockfinster, doch das Mädchen blieb weiter bewusstlos. Erst am nächsten Morgen regte sie sich. Gerade erst fielen die ersten Sonnenstrahlen durch das kleine Fenstern, als sie sich stöhnend aufsetzte und sich an den Kopf fasste.
Erst als es ihr gelang, die Kopfschmerzen für einem Moment zu verdrängen und sich um zu sehen, fügte sich dem Dröhnen in ihrem Hinterkopf ein neues Gefühl hinzu. Angst. Sorge. Wo in drei Teufels Namen war sie hier gelandet?
Violette versuchte aufzustehen und eine kurze Bestandsaufnahme zu machen. Arme und Beine waren anwesend und einsatzbereit, wenn auch mit ein paar Schürwunden, ihr Kopf musste da sein, immerhin tat er höllisch weh und ihr Hirn, war zwar ein bisschen verwirrt, würde aber schon einen Weg finden, um hier raus zu kommen. Gerade als sie zu dem kleinen, vergitterten Fenster gehen wollte, hörte sie Stimmen und Schritte, die nähr kamen. Schnell stellte sie sich wieder schlafend.
Die Tür wurde erneut aufgestoßen und wieder kam ein Mann herein. Violette kostete es ihre ganze Willenskraft, nicht die Augen aufzureißen, um zu sehen, wer es war und ihn anzuschreien, sie sofort gehen zu lassen.
„Sie ist immer noch bewusstlos…“stellte der Mann fest, Violette erkannte seine Stimme sofort, es war Pyrites. Er klang nicht besorg, ehr enttäuscht.
„Vielleicht ist sie ernst verletzt…“piepste jemand, den Violette nicht zu ordnen konnte. „Sieh zumindest ernst aus!“
„Halt die Klappe Wurmschwanz…wenn du ihr einen Gefallen tun willst, dann bring ihr was zu essen, irgendwann wird sie schon aufwachen.“
„Aber…“
„Tu einfach, was ich dir sage!“ bluffte Pyrites diesen Wurmschwanz an. „Und du…schlafe, solange du noch kannst, wenn ich mit dir fertig bin, dann wirst du dir den Tod wünschen….“ Er drehte sich um und ging. Als Violette hörte, wie die Tür erneut verschlossen wurde, öffnete sie die Augen. In was für einen Schlamassel war sie da geraten.
Sie stand auf und ging schnell zur Tür. Leider hatte sie sich nicht verhört und sie war wirklich abgeschlossen. Verzweifelt ging sie als nächstes zum Fenster, aber selbst ohne die Gitterstäbe hätte sie sich da niemals durchquetschen können. Und wegen den Gitterstäben konnte sie sich auch nicht in eine Nachtigall verwandeln.
Hoffnungslos ließ sie sich niedersinken und lehnte sich an die Wand, ihr Gesicht verborgen in ihren Armen. Wie sollte sie da nur wieder raus kommen. Und wo war ihr Vater? Ob die ihn getötet hatten?
„Ich will nach Hause…“rief sie leise. „zu meinem Dad.“ Tränen liefen ihr über ihre Wangen.
Sie wusste nicht, wie lange sie dort saß, aber schließlich wurde ihr kalt und sie stand auf um umher zu gehen, dabei bemerkte sie, dass sie etwas in ihren Schuhen drückte.
Verwirrt zog sie das Hosenbein hoch, dann lächelte sie. Ein hoch auf Moody mit seiner Paranoia, in ihrem Schuh steckte ihr zweiter Zauberstab, ihr neuer Zauberstab aus Rosenholz.
Lächelnd zog sie ihn heraus. Wenn dieser Wurmschwanz zurückkommen würde um ihr, wie Pyrites es ihm gesagt hatte, etwas zu Essen zu bringen, dann konnte sie ihn vielleicht überwältigen. Aber was dann? Vor dem Fenster lag Schnee, soviel hatte sie erkennen können und man brauchte kein Wetterexperte sein, um zu wissen, dass mitten im Juni normalerweise kein Schnee in England lag. Allerdings konnte es ja nur besser werden.
Sie hörte Schritten, die nähr kamen. Schnell war sie bei dem Bett und stellte sich wieder schlafend. Dabei war sie bemüht, dass ihr die Haare so ins Gesicht fielen, dass sie etwas sehen konnte.
Sie hörte das Rasseln der Schlüssel, dann wie die Tür langsam geöffnet wurde. Jemand betrat das Zimmer, ein kleiner, dicker Zauberer mit grauen Haaren, soweit Violette es erkennen konnte. Er sah zu ihr herüber und stellte schließlich dass Tablette auf dem Boden ab. Inzwischen war Violette sich sicher, dass niemand sonst vor der Tür stand.
„Stupor!“ flüsterte sie leise und legte alle Kraft in den Zauber, die sie noch hatte.  
Der kleine Zauberer sank reglos zu Boden, er hatte keine Chance gehabt, den Zauber abzublocken. Violette stand schnell auf, erleichterte den fremden Zauberer um seinen Zauberstab, schlich sich auf den Flur und versiegelte dort mit einem Colloportus die Tür, so dass er nicht hinaus konnte.
Sie sah sich um. Der Gang, auf den sie sich befand, schien nur in eine Richtung zu führen, und so fiel ihr die Wahl nicht schwer, wo lang sie gehen sollte.
Leise schleichend folgte sie dem Gang, bis sie zu einer Treppe kam. Gerade, als sie sie hoch gehen wollte, wurde die Tür oben aufgerissen und sie schaffte es gerade noch, sich unter die Treppenstufen zu flüchten, um nicht gesehen zu werden.
„Wurmschwanz, du sollst ihr nur was zu Essen bringen, kein Kaffeekränzchen mit ihr veranstalten!“ rief Pyrites und ließ die Treppe hinunter. Sobald er vorbei war, schlich Violette unter den Stufen hervor, die Treppe hinaus.
„Wurmschwanz, warum zu Teufel…hey, Black, bleib schön da, mit dir bin ich noch nicht fertig!“ schrie Pyrites, als er sie gesehen hatte.
Sie rannte die Treppe hoch, er rannte zur Treppe hin. Als Violette am Absatz angekommen war, drehte sie sich um. Schnell rief sie die Formel und ein Flederwicht brach aus ihrem Zauberstab hervor, der sofort Pyrites attackiert. Das hielt ihn lange genug auf, damit Violette die Tür erreichen, magisch versiegeln und weiter rennen konnte. Das Erdgeschoss des Hauses war eigentlich schön, der Boden war hier mit Teppich ausgelegt, die Wände waren vertäfelt, alles wirkte sehr einladend, wenn Violette nicht von Todessern verfolgt werden würde.
„Confringo!“ ertönte es hinter ihr und krachend wurde die Kellertür in ihre Einzelteile zerlegt.
Violette hatte sich geduckt, um nicht von irgendwelchen Splittern getroffen zu werden.
„Jetzt ist Schluss, mit weglaufen!“ rief er ihr zu, „jetzt sitzt du in der Falle und auch wenn du einen Zauberstab hast, den bist du schneller los, als du Protego sagen kannst!“
Während er seine kleine Ansprache gehalten hatte, hetzte Violette ihm ein „Petrificus Totalus“ auf den Hals, und wollte dem Gang folgen, als durch den Lärm angelockt,  Fenrir Greyback um die Ecke bog.
„Na wen haben wir denn da…“knurrte er grinsend. „Die kleine Violette Black…“
Er sah zu Pyrites, der immer noch durch die Ganzkörperklammer gefesselt am Boden lag. „Wie es aussieht möchtest du lieber mit mir, als mit Edvard spielen,“ lachte er heiser. „Kannst du haben…“ und mit diesen Worte begann er mit zügigem Schritt auf sie zu zugehen.
Violette wich zurück und suchte einen Ausweg, da fiel ihr die Treppe hoch in den ersten Stock in den Blick. Flucht nach oben war besser, als in den Armen eines gemeingefährlichen Werwolfes zu enden.
Den Stolperfluch und den Schockzauber wehrte Greyback ohne Probleme ab, auf das Glisseo allerdings fiel er herein und rutschte aus. Einmal mehr wusste Violette, warum sie diesen Zauber so liebte, zu weilen war ein rutschiger Untergrund nicht nur lustig, sondern eben auch praktisch.
Sie sprintete die Treppe hinauf und es dauerte nicht lange, bis sie hörte, dass man ihr folgte.
Im ersten Stock angekommen lief sie panisch den Flur entlang. Ihre Probleme begannen sich zu häufen. Jetzt waren schon zwei Verrückte hinter ihr her.
„Black, je länger du wegläufst, desto länger wird dein Tod dauern!“ schrie Pyrites ihr hinterher.
Pyrites war nun ebenfalls im ersten Stock, erstand wütend und völlig außer Atem an der Treppe, von Greyback  keine Spur.
„Suchst du mich?“ fragte Fenrir, der keine 15 Meter von ihr aufgetaucht war.  
Erschrocken sah Violette sich um. Pyrites stand auf der einen, Greyback auf der anderen.
„Heute ist nicht mein Tag!“ stöhnte sie und öffnete eine der Türen. Sobald sie den Raum betreten hatte, versiegelte sie die große Flügeltür ebenfalls magisch mit einem Colloportus.
„Geh zur Seite Greyback, dann spreng ich die Tür!“ hörte sie von der anderen Seite her.
Sie sah sich schnell im Zimmer um, ihr Blick blieb auf den schweren Vorhängen der Fenster kleben. „Ja, das müsste gehen!“ sagte sie zu sich selbst und hob ihren Zauberstab.
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