Geschichte: Fanfiktion / Bücher / Harry Potter / Jaded
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von Marsali    erstellt: 08.08.2009    letztes Update: 19.04.2010    Geschichte, Allgemein / P18 Slash    (abgebrochen)
Hey ihr ^^
Hier ist also das 2. deutsche Kapitel von Jaded! Danke an alle, die reviewt haben, bzw. diese Story zu ihren Favos hinzugefügt haben! Lilyyuri und ich haben uns seeehr gefreut ^^

Ab diesem Chappy hab ich jetzt übrigens einen Beta! Danke Lin-Lin, dass du dir die Arbeit antust. Ich werde versuchen, mehr Beistriche zu machen xD Versprochen.

Okay, also viel Spaß und schreibt mir, was ihr davon haltet!

Lg,
Marsali



..oo00oo..


Kapitel 2: Meet the marauders (First thing in the morning)


..o0o.. ..o0o.. ..o0o..



Das erste, das Harry hörte als er aufwachte, war ein lautes Kreischen. Er versuchte es auszublenden, indem er sich das Kissen auf den Kopf drückte, aber es hörte nicht auf. Harry seufzte frustriert und rollte sich auf den Rücken, während er versuchte herauszufinden, woher dieser Lärm kam. Es hörte sich an wie … sehr schlechtes Singen … Eine Sekunde lang dachte Harry, dass es vielleicht Seamus mit eines seiner kleinen Badezimmerlieder sein könnte. Aber das war unmöglich, denn wenn Seamus gut in etwas war, dann war das singen. Gegenüber dem, was er jetzt ausgesetzt war, und das gleich am Morgen, das konnte man nur im weitesten Sinne des Wortes als singen bezeichnen. Nebenbei hörte sich diese musikalische Misshandlung ziemlich stark nach … Sirius an.

Wie eine Flutwelle brach das gestrige Ereignis über Harry herein und ließ ihn beinahe keine Luft bekommen. Er war im Jahr 1977! Harry versuchte ruhig durchzuatmen, um sich zu beruhigen, bevor er noch selbst auf seine eigene Weise anfing zu kreischen. Er langte zum Nachtkästchen und setzte sich die Brille auf. Er versuchte den Drang zu unterdrücken, sich tiefer unter seinen Decken zu vergraben und zu warten, bis Dumbledore bekannt gab, einen Weg gefunden zu haben, um ihn wieder in seine eigene Zeit zu befördern.
Seine Bettvorhänge wurden plötzlich aufgerissen und das strahlend lächelnde Gesicht von Sirius Black tauchte auf. Ein junger Sirius Black – noch nicht gezeichnet und verfolgt von den Jahren in Azkaban, sondern sorglos und glücklich. Er war atemberaubend und Harry fand sich selbst schwer schluckend und einen unangebrachten Gedanken zu Seite schiebend wieder.


„Auf, auf, neuer Typ!“, rief Sirius und sprang auf das Bett, machte es sich gemütlich und beobachtete, wie Harrys Miene sich von einem Stirnrunzeln in einen Ausdruck puren Horrors verwandelte. Nie, in all seinen sieben Jahren in Hogwarts, war einer von Harrys Zimmergenossen derart lässig einfach so auf sein Bett gesprungen.

„Ich bin Sirius Black.“

Harry war versucht ‚ich weiß‘ zu sagen, hatte dazu aber keine Chance, da Sirius, ohne eine Antwort abzuwarten, weitersprach. „Du kannst mich Sirius nennen. Oder Black, Siri, Tatze … Verdammt, ich höre wahrscheinlich sogar darauf, wenn du mich Nelly nennst.“

Harry konnte nicht anders, als zu glucksen. Der hier war dem alten Sirius so ähnlich und doch war er so anders.

„Ich bin H-“, bevor er überhaupt die erste Silbe seines Namens aussprechen konnte, fühlte Harry, wie sich seine Kehle zusammenzog und damit seine Luftzufuhr abschnitt. ‚Blöder Konfunduszauber‘, dachte er wütend, bevor er es erneut versuchte. „Ich bin Jaime Harrison. Nenn mich Jaime“, sagte er und streckte seine Hand aus, damit Sirius sie schütteln konnte.

Harry kletterte aus dem Bett und streckte sich; seine Muskeln knacksten dadurch auf befriedigende Weise. Er schüttelte den Kopf und steuerte auf seinen Koffer zu, um sich ein Handtuch und seine Toilettensachen zu schnappen. Als er sich wieder aufrichtete, war das erste, das er sah, er selbst, wie er in der Mitte des Raumes stand, mit nichts weiter bekleidet als seinen Boxern. Harry musste zweimal hinsehen. Und dann errötete er, peinlich berührt, und wandte seine Augen ab, während er unterdrückt fluchte. Es war eine Sache, zu denken, dass der junge Sirius Black heiß war, aber es gab keine Entschuldigung, dasselbe über James bloody Potter zu denken!

„Bei Merlin, James, zieh dir etwas an. Du verschreckst den Neuen!“, rief Sirius wütend und Harry küsste ihn beinahe vor Dankbarkeit. James grummelte irgendetwas unintelligentes, bevor er Sirius den Vogel zeigte und auf die Duschen zulief. Sirius rollte seine Augen und führte Harry durch die Tür, durch die James verschwunden war. Während sie ihre Zähne putzten, warf Sirius Harry immer wieder neugierige Blicke zu.

„Also, wo bist du auf einmal hergekommen?“ Harry lachte mit der Zahnbürste im Mund und machte sich daran, auszuspucken und sich den Mund auszuspülen.

„Ich bin von Durmstrang hierher gewechselt. Ich bin gestern mitten in der Nacht angekommen und hatte deswegen noch keine Möglichkeit irgendwen kennenzulernen“, erklärte er.

„Durmstrang … cool. Wie ist es da so?“ Harry tat so, als ob er damit beschäftigt wäre, seine Zahnbürste auszuwaschen, während er versuchte eine Antwort zu finden. Scheiße, scheiße, scheiße! Was wusste er schon über Durmstrang? Er war sich nicht mal so sicher, wo die verdammte Schule überhaupt lag! Verzweifelt versuchte er sich daran zu erinnern, was Viktor Krum ihm vor vier Jahren während des höllischen Trimagischen Turniers über die Schule erzählt hatte.

„Kalt“, sagte er schlussendlich. Er hoffte, dass sein Ton deutlich anzeigte, dass er nicht wollte, dass man ihm Fragen stellte. Aber er hätte es besser wissen sollen, wo er doch gerade mit Sirius sprach.

„Stimmt es, dass sie da Dunkle Künste unterrichten?“, fragte Sirius begierig, komplett unbeeindruckt von der fehlenden Kommunikation seitens Harrys.

„Ja, aber es ist echt langweilig.“ Harry versuchte zu lächeln, als er erneut Krums Worte benutzte.

„Ha! Ich wusste es! Mein Vater hat immer versucht, mir das verdammte Zeug beizubringen. Ich hatte aber nie Talent dafür“, erzählte Sirius ihm und Harry lächelte erneut. Das hier war so eigenartig; ein Gespräch mit jemanden zu führen, von dem du mehr wusstest, als derjenige selbst. Er packte seine Sachen zusammen und beide gingen zurück in den Raum, um sich anzuziehen. Als Harry die Tür des Badezimmers aufmachte, erblickte er ein Paar verschlafene bernsteinfarbige Augen, hellbraunes Haar und die feinen Züge seines Lieblingslehrers.

„P-Professor“, keuchte er, bevor er sich davon abhalten konnte und er hörte Sirius hinter sich lachen. Remus Lupin, auf der anderen Seite, war alles andere als amüsiert.

„Sehr lustig, Black. Du bist eine wahre Inspiration für den Neuen!“, schnappte er und lief an dem überraschten Harry und dem immer noch lachenden Sirius vorbei, der versuchte sich unter dem Schlag, der auf seinen Hinterkopf ausgerichtet war, zu ducken. Kaum, dass die Tür hinter Remus‘ Rücken geschlossen war, keuchte Harry erschrocken auf.

„Scheiße! Ich hab das nicht so gemeint … oh, nein … I-Ich hab an jemand anderen gedacht …“, sagte er mit flehender Stimme zu Sirius, aber Sirius legte eine Hand auf Harrys Schulter und führte ihn zurück zu seinem Koffer.

„Mach dir keine Sorgen wegen dem guten alten Moony; er wird wieder okay sein, wenn er seinen Schuss Koffein hatte“, sagte er glücklich. „Professor … Das ist wirklich gut. Das muss ich James erzählen!” Sirius klappte beinahe zusammen vor Lachen, während er versuchte, zu seinem Koffer zu gelangen. Harry seufzte und fluchte erneut unterdrückt. Das hier war nicht der beste Anfang, den er sich zwischen ihm und den Rumtreibern hätte vorstellen können.  

Als er fertig angezogen war, ging er mit Sirius und James nach unten zum Frühstück. James war viel gesprächiger, jetzt wo er seine Dusche genommen hatte. Er war allerdings immer noch relativ benommen zu dieser Morgenstunde.

„Ich bin nicht Jaime, ich bin James!“, fuhr er Sirius an, als der letztere Harry vorstellte und den Gedanken, zwei Jaimes im Schlafsaal zu haben, lustig fand. Harry entschied sich, keinen Kommentar abzugeben und wünschte sich plötzlich, dass seine Eltern ein bisschen kreativer mit seinem zweiten Vornamen gewesen wären. Als sie die Große Halle erreichten, fühlte Harry sich wieder unwohl, obwohl er nicht sagen konnte, wieso. Die drei machten sich auf den Weg zum Gryffindortisch und setzten sich hin, Sirius und James rechts und links von Harry. Er sah Lily Evans ein Stückchen von ihnen entfernt am anderen Ende des Tisches sitzen, wo sie beschäftigt war einem dunkelblonden, kleinen Jungen, der neben ihr saß, etwas zu erklären. Es dauerte, bis der Junge den Kopf hob, und Harry ihn erkannte. Peter Pettigrew … Harry verschluckte sich beinahe an seinem Kürbissaft. Er fühlte seine Finger praktisch jucken, weil er so gerne nach seinem Zauberstab gegriffen und … einfach … irgendwas gemacht hätte! Fuck! Wie konnte Dumbledore von ihm erwarten, hier einfach vor dem Mann zu sitzen, der sein Leben ruiniert hatte und nichts zu tun? Das war unmenschlich! Harry ballte seine Hände immer wieder zu Fäusten, während er versuchte seine unkontrollierte Stimmung zu beruhigen, bevor er etwas tat, das er später bereuen würde. Kaum, dass der rote Nebel in seinem Kopf sich verzog, bekam er die Geräusche um sich herum wieder mit. Er hob seinen Kopf gerade zur richtigen Zeit, um James zu sehen, wie er Lily ein blendendes Lächeln schickte.

„Guten Morgen, Lily.“ Die Schulsprecherin warf sich ihre roten Locken über die Schulter und lächelte James freundlich zu.

„Guten Morgen, James“, antwortete sie herzlich. Harry sah mit begeisterter Neugier zu, begierig darauf zu sehen, was sich da entwickeln würde. Sirius, der ältere Sirius, hatte ihm schon erzählt, dass seinen Eltern am Anfang einige Steine im Weg gelegen hatten. Aber jetzt hatte er die Chance das ganze aus erster Hand zu erleben. Wie viel Glück konnte man haben?

„Du siehst toll aus”, sagte James, während seine Wangen etwas rot wurden und seine haselnussbraunen Augen leuchteten. „Das Oberteil steht dir gut. Ist sehr freizügig …“
Harry verschluckte sich (dieses Mal) fast an seinem Toast und biss sich auf die Lippe, um nicht in einen Lachanfall auszubrechen. Aus seinem Augenwinkel konnte er Sirius seinen Kopf ducken und ebenfalls Gelächter unterdrücken sehen. Sein Gesicht wurde durch den Sauerstoffmangel rot. Links von ihm nahm James aus einem völlig anderen Grund eine alarmierend rote Farbe an. Bevor irgendjemand auch nur ein Wort sagen konnte, sprang James auf und sprintete aus der Großen Halle. Rechts von ihm brach Sirius mit einem Lachanfall auf dem Tisch zusammen und ein bisschen weiter links von ihm blickte seine Mutter nach unten auf ihre Bluse. Eine normale Bluse, die zur Schuluniform gehörte, nur dass die ersten beiden Knöpfe offen waren. Allerdings sah man nichts außer ihrem Schlüsselbein.

„Ist mein Oberteil freizügig?”, überlegte sie laut und fixierte ihren Blick auf Harry.

„Denkst du, mein Oberteil ist freizügig?“ Zu Harrys komplettem Horror umfasste sie ihre Brüste und drückte sie ein wenig nach oben, um ihrer Frage Nachdruck zu verleihen.

Nachdem er jetzt seinen Vater in aller Frühe halb nackt gesehen und nun seine Mutter ihm gegenüber ihre Brüste angefasst hatte, wünschte er sich fieberhaft, dass Dumbledore ihn nach Hause schicken würde. Jetzt sofort! „Ich bin Lily Evans, nebenbeigesagt“, sagte Lily mit einem schmalen Grinsen, nachdem sie die Röte in Harrys Gesicht bemerkte. „Schön, dich kennenzulernen.“

„Jaime Harrison“, murmelte er und duckte seinen Kopf. Er heftete seinen Blick auf seinen Teller und hoffte gegen jede Vernunft, dass sein Rührei ihn nicht auch noch beschämen würde. Er hörte Lily ihre Bücher und Pergamentrollen aufnehmen, bevor sie aus der Großen Halle ging, den Kopf erhoben gegenüber Sirius‘ Gekicher. Peter war an ihrer Seite.

Harry rieb sich müde die Stirn. Die erste Stunde hatte noch nicht einmal begonnen und er hatte bereits mehr Scham, Erniedrigung und Wut hinter sich, als er sie normalerweise in einer Woche in seiner Zeit erlebte. Er aß langsam sein Frühstück und hörte Sirius nur mit halbem Ohr zu, als er spürte, wie sich jemand auf den Platz neben ihm setzte. Es war derselbe Platz, an dem James noch vor fünf Minuten gesessen hatte.

„Hey, Rem. Rate mal! Heute ist wieder Sandwichtag“, gab Sirius freudig bekannt. Remus‘ einzige Antwort bestand darin, dass er einen großen Schluck aus seinem Kaffeebecher nahm, bevor er nach der Platte mit dem Toast und Schinken griff. Er strahlte eine müde Akzeptanz aus. Zusammen stellten Remus und Sirius vier Sandwiches zusammen, welche Sirius in eine saubere Serviette packte und neben seinen Teller legte.

„Also, was hat er dieses Mal gemacht?”, fragte Remus, als er damit begann, seinen Teller zu füllen.

„Hat ihr gesagt, ihr Oberteil sei freizügig.“ Sirius konnte nicht anders, als bei der Erinnerung zu glucksen. Remus verdrehte auf eine geübte Art und Weise die Augen, gegenüber James unsubtilen Versuchen, Lilys Zuneigung zu ergattern. Harry blieb während des Austausches still. Er fühlte sich etwas seltsam dabei, herauszufinden, dass sein Vater so viel Mist baute, wenn es um Mädchen ging. „Was ist mit dir, Jay? Bist du ein Ladykiller?“ Sirius stieß Harry fest in die Rippen, sodass Harrys Ellbogen beinahe vom Tisch rutschte. Er schaute Sirius an, welcher breit grinste und ihm ein kleines freches Zwinkern schickte.

„Hmm, nein, nicht wirklich. Ich krieg bei Mädchen meistens keinen Ton raus. Das hab ich scheinbar von meinem Vater“, sagte er trocken. Er war ein bisschen enttäuscht, dass niemand seinen geistreichen Witz verstand. ‚Keinen Ton rausbringen‘ fand Harry noch untertrieben, aber er entschied, dass er zuerst herausfinden wollte, was man in den Mittsiebzigern von Homosexualität hielt, bevor er sich jemandem offenbarte.

Sirius grinste ihn an, bevor sein Kopf sich abrupt hob und sich langsam ein böses Lächeln auf seinem gutaussehenden Gesicht ausbreitete. Harry folgte seinem Blick und sah Malfoy, nein, Draconis … Alex … Scheiß auf dieses Vornamen zum Nachnamen machen Ding! Jedenfalls lief er in Richtung der Tür. An seiner Seite war ein anderer Junge. Ein großer, schlaksiger Junge mit schulterlangem schwarzem Haar und bleicher Haut … ein Junge, der auf bemerkenswerte Weise aussah wie …

„Schniefelus!“, rief Sirius freudig aus und sprang auf die Füße, um dem ehemaligen Draco Malfoy und dem jungen Severus Snape nachzulaufen. Harry rollte seine Augen und schüttelte den Kopf. Immerhin; es war gut zu wissen, dass sich manche Dinge niemals änderten.

„Ich habe gehört, du bist ein neuer Schüler aus Durmstrang und dass dein Name Jaime ist.“ Harry drehte sein Gesicht zu Remus, der jetzt, nach seinem Koffeinschuss, wie Sirius es genannt hatte, viel entspannter und ruhiger wirkte. Er versuchte zu lächeln. Zu denken, dass Sirius heiß war, war irgendwie natürlich. Aber hier vor ihm war die jüngere, fittere und wunderschöne Version des Mannes, der Harrys Fantasien für die letzten zwei Jahre heimgesucht hatte – schon seit Remus Lupin wieder als VgddK Lehrer in Hogwarts eingestellt worden war. Harry schluckte schwer und versuchte all die unangebrachten Gedanken zu verdrängen, bevor er etwas komplett Blödes machte.

„Ja, bin ich. Wie …“

„Sirius redet recht laut“, kam die lässige Antwort und Harry lächelte. „Ich bin Remus, nebenbei gesagt. Sorry, dass ich heute Morgen so schlecht drauf war … Ich bin nicht unbedingt ein Morgenmensch …” Harry betrachtete die dargebotene Hand, bevor er sie behutsam ergriff, hoffend, dass seine eigene Hand nicht zu klamm war.

„Ist ‘kay“, murmelte er und versuchte sein Erröten in Zaum zu halten. Bevor einer der Jungs noch etwas sagen konnte, fiel ein Schatten über sie und sie hoben ihre Köpfe, um Minerva McGonagall bei ihnen stehen zu sehen. Harry sah ein bisschen schockiert aus, als er den Vorstand seines Hauses sah – obwohl sie nicht mehr die Jüngste war, war sie doch um einiges jünger, als er sie in Erinnerung hatte.

„Guten Morgen, Mr. Lupin. Mr. Harrison, der Schulleiter berichtete mir, dass Sie letzte Nacht in mein Haus eingeteilt wurden. Willkommen in Gryffindor. Ich bin Professor McGonagall, die Verwandlungslehrerin und Hauslehrerin von Gryffindor. Falls Sie auf irgendwelche Probleme stoßen sollten, fühlen Sie sich frei mich darauf anzusprechen“, sagte sie auf ihre strenge Art, die nicht unfreundlich war und es immer schaffte Harry mit ihrer Ruhe zu beruhigen. Auch, wenn er das nie jemandem erzählt hatte. „Hier ist Ihr Stundenplan. Ich bin sicher, Ihre Schulkollegen werden Ihnen helfen, sich in Ihrer neuen Umgebung einzuleben und werden Ihnen die Schulregeln beibringen.“ Sie richtete ihre letzte Bemerkung an Remus, der ihr ein strahlendes, ein bisschen zu unschuldiges, Lächeln schickte, das Harry beinahe schnauben ließ – oh ja, die Rumtreiber würden ihm sicher die Schulregeln beibringen. Mhm …

Er nahm das Pergament, das McGonagall ihm hinhielt und blickte darauf. Er fühlte, wie Remus sich zu ihm lehnte, um einen Blick zu erhaschen, also drehte er das Pergament so, dass der andere Junge auch lesen konnte, was darauf stand.

„Hmm, schauen wir mal – Geschichte der Zauberei, Pflege magischer Geschöpfe, Verwandlung, Zaubertränke, Kräuterkunde, Zauberkunst, Wahrsagen und Astronomie. Das sind ziemliche Standard-UTZe“, kommentierte Remus, während er an seinem Marmeladetoast knabberte und sich abwesend die Finger ableckte, was Harry ein bisschen erröten ließ.

„Ja, ich hatte nicht wirklich die Zeit irgendwelche Extrakurse auszusuchen; ich schätze, Dumbledore wird mir nächste Woche die Wahl lassen“, krächzte Harry, obwohl er sich da nicht so sicher war, aber den Drang zu antworten verspürte.

„Immerhin hast du wenigstens die Rumtreiber in jeder Klasse bei dir. Letztendlich müssen wir dir ja helfen dich … einzuleben …“ Harry grinste wegen des schelmischen Glanzes in Remus‘ Augen. Diese subtile Veränderung in Remus‘ Verhalten erstaunte Harry immer wieder. Die Art, auf die der ruhige, bescheidene Mann plötzlich zu Streichen aufgelegt war. Ohne Zweifel war Remus der gefährlichste, gerissenste und gewiefteste Rumtreiber, den es je gegeben hatte.

„Rumtreiber“, sagte Harry mit ruhiger Stimme. Er konnte nicht glauben, dass er tatsächlich hier war mit den Rumtreibern – die Gruppe, die so legendär war, dass sie sogar Fred und George mit Ehrfurcht erfüllten. Er hatte unzählbar viele Geschichten von verschiedenen Leuten über sie gehört, aber tatsächlich hier unter ihnen zu sein, in ihrer Glanzzeit, das war etwas, das ihm beinahe den Atem raubte.

„Ja, ich weiß, es ist ein dummer Name; Sirius hat ihn sich ausgedacht, also sollte es keinen wundern …“, grübelte Remus laut, immer noch zu vertieft in Harrys neuen Stundenplan, um Harrys Gesichtsausdruck zu bemerken. „Ich denke jetzt, da wir uns einen Raum teilen, bist du ein Rumtreiber ehrenhalber.“ Harrys überraschte Augen trafen auf warme, bernsteinfarbene.

„Wirklich?“ Technisch gesehen, hatte Sirius ihm erzählt, dass James ihn (zu Lilys enormem Ärger) nach seiner Geburt zum Rumtreiber ehrenhalber ernannt hatte, aber das hier war viel besser!

„Ich schätze, du könntest zu einem vollständigen Rumtreiber befördert werden, aber du wirst zuerst etwas für uns tun müssen.“

„Und was?“, fragte Harry begierig, komplett gefangen in der Idee, ein richtiger Rumtreiber zu werden. Remus lehnte sich nach vorne und brachte seinen Mund nahe an Harrys Ohr. Harry konnte die Wärme fühlen, die von dem anderen Jungen ausging und ballte die Hände auf seinen Hüften zu Fäusten, als er Remus‘ Atem an seinem Ohr kitzeln fühlte. Das Gefühl sandte angenehme Schauer über seinen Rücken.

„Nimm eine Herausforderung an.“ Harry schluckte erneut und sah zu, wie Remus sich in seinem Sitz zurücklehnte und dabei ziemlich zufrieden mit sich selbst und Harrys Reaktion aussah. Harry hoffte, dass Remus annahm, dass er Angst hatte, anstatt zu bemerken, dass er ziemlich angetörnt war. „Komm, lass uns gehen. Wir müssen zu alt Binnsy’s Klasse.“ Die zwei Jungs langten nach ihren Taschen und standen auf. Remus packte schnell die Sandwiches ein, die Sirius durch seine Verfolgungsjagd mit Snape vergessen hatte.

Als sie den Klassenraum betraten, führte Remus ihn zur letzten Reihe, in der ein schadenfreudiger Sirius und ein deprimierter James bereits saßen. Harrys Augen durchsuchten die Klasse schnell und sahen Lily in der zweiten Reihe sitzen, während Peter nirgendwo in Sicht war. Je weniger er mit Wurmschwanz zu tun hatte, desto besser. Und er hoffte wirklich, dass er nicht zu viel mit dieser Ratte zu tun hatte, Rumtreiber oder nicht. Remus bedeutete ihm den Platz neben Sirius zu nehmen, während er selbst den Platz auf Harrys anderer Seite wählte. Das machte Harry ein wenig unruhig und erfreut zur selben Zeit. Kurz bevor die Glocke läutete, schlüpfte Peter in den Klassenraum und setzte sich, rot im Gesicht und schwer atmend, neben James.

„Guten Morgen, Klasse.“ Harry konnte sofort fühlen, wie seine Augen begannen zuzufallen; die natürliche Reaktion auf Professor Binns‘ Stimme und riss seine Augen weit auf, um der Versuchung aus dem Weg zu gehen. Er war beinahe enttäuscht zu bemerken, dass der lebendige Binns nicht viel interessanter war als der tote.

„Er ist gut, nicht wahr?“, flüsterte Sirius neben ihm und unterdrückte ein Gähnen. Harry gluckste leise.

„Definitiv.“ Harry sah zu, wie James seine Stirn auf das Geschichtsbuch legte und dahinter an seinen Sandwiches knabberte. Peter nickte andauernd ein und mit jedem Mal kam sein Kopf der Tischplatte etwas näher. Ein spitzer Ellenbogen, der in seine Rippen stach, holte Harry ein paar Minuten später wieder aus seinem abschweifenden Zustand heraus. Er schickte Remus einen verletzten Blick und rieb sich die Seite.

„Schlaf nicht ein“, schimpfte Remus mit ihm und Harry wollte protestieren, dass es nicht fair war, dass die anderen mit ihrem Schnarchen beinahe die Decke zusammenbrechen ließen und er nicht schlafen durfte. „Hey, Tatze“, flüsterte Remus laut und schreckte Sirius damit aus seinem komaartigen Zustand. „Wir müssen noch einen Weg finden, um Jaime zu einem Rumtreiber zu machen.“ Bei diesen magischen Worten wurden die drei Rumtreiber schlagartig wach. Ihre Augen glänzten und sie grinsten, bereit, alle Arten von Unheil zu verbreiten.

„Können wir ihm vertrauen?“ Harry sah Peter stechend in die wässrigen blauen Augen; die Ratte fragte, ob man Harry vertrauen konnte? Da meldete sich gerade der richtige!

„Ja“, fuhr Remus Peter an und dieser sah ein wenig perplex aus. Harry fühlte, wie sich tief in ihm eine Wärme ausbreitete und er versuchte stoisch zu bleiben und Peter nicht kindisch anzugrinsen.

„Ich schlage vor, dass er als Initiation, Evans küssen muss. Mit Zunge und allem“, zwitscherte Sirius und Harry und James fuhren beide zusammen.

„Niemals!“, riefen die beide ein bisschen zu laut aus.

„Mr. Potter!“ Harry und James sahen beide überrascht hoch zu Binns, der ungefähr genauso überrascht aussah wie sie. „Und Mr. … Harrison, zehn Punkte von Gryffindor.“ Harry duckte seinen Kopf wieder. Mr. Harrison – das war er, nicht Potter, Harrison.

„Das war nicht lustig, Tatze“, sagte Remus mit ernster Stimme, aber Harry konnte sehen, dass er kein Wort ernst meinte.

„Oh, entspann dich, Professor!“, schoss Sirius zurück und Harry hatte den Anstand, wie wild zu erröten. Remus salutierte mit zwei Fingern, während Peter sich wieder einmischte.

„Wie wäre es, wenn er gegen James spielt?“ Vier Köpfe drehten sich zu ihm und er versuchte es mit einem Achselzucken abzutun. Harry biss wütend die Zähne zusammen; er wusste nur zu genau, was Peter mit diesem kleinen Vorschlag erreichen wollte! Er wollte, dass Harry schlecht gegenüber den anderen aussah.

„Das ist nicht fair“, wandte James ein. „Wir wissen nicht einmal, ob der Junge überhaupt Quidditch spielt.“

„Tue ich“, antwortete Harry seinem Vater. Jetzt, wo er darüber nachdachte fiel ihm auf, dass das die Gelegenheit war. Nicht nur, um den legendären James Potter fliegen zu sehen, sondern auch, um ihm zu zeigen, dass der Apfel nicht weit von Stamm fiel, auch wenn sein Vater das nie wissen würde.

„Sucher?“, wollte Sirius mit verengten Augen wissen.

„Ja. Ich war sogar der jüngste Sucher seit einem Jahrhundert in meiner alten Schule“, sagte Harry stolz und war ein bisschen erstaunt darüber, dass der Konfunduszauber ihn all das offenbaren ließ. „Aber ich habe meinen Besen nicht mit.“ Er fühlte sich plötzlich niedergeschlagen, als er an seinen wunderschönen Feuerblitz dachte, den, den er von Sirius bekommen hatte …

„Du kannst dir meinen borgen“, sagte Sirius, dem der Gedanke immer besser gefiel, dass es ein Spiel zwischen dem Wunderkind von Hogwarts und diesem eingebildeten Neuen geben würde, mit einem Grinsen.

„Was für eine Marke ist dein Besen?“, fragte Harry neugierig und bemerkte, dass Remus und Peter sie mit einem Augenrollen ausblendeten und etwas sagten wie „Oh, na toll, jetzt geht es wieder los …“ Aber Harry war das relativ egal.

„Einen Komet Zwei Zwanzig, derselbe wie der von James. Schnellster Besen auf dem Markt“, gab Sirius stolz bekannt und Harry biss sich fast auf die Zunge, um ein Schnauben zu unterdrücken. Komet Zwei Zwanzig? Er wusste, wie die Kometen aussahen und wie gut sie funktionierten und überlegte traurig, dass sie nicht die geringste Chance gegen seinen Feuerblitz hatten. Verdammt, sogar sein Nimbus 2000 war schneller, obwohl das hier, zwang er sich selbst zu erinnern, das Jahr 1977 war und dass es hier keine Nimbus 2000 oder Feuerblitze gab. Der Komet Zwei Zwanzig war im Moment wahrscheinlich wirklich der beste Besen auf dem Markt.

„Cool“, sagte er letztendlich und entschied, dass es Chancen zwischen ihnen ebnen würde, wenn er den gleichen Besen wie sein Vater benutzte.

„Sehr gut.“ Sirius legte eine Hand auf Harrys Schulter. „Also gehen wir nach dem Abendessen runter zum Feld und sehen nach, ob du dafür gemacht wurdest, ein Rumtreiber zu sein.” Harry schickte ihm ein breites Lächeln und erwischte Remus aus seinen Augenwinkeln, wie dieser seine Augen erneut rollte. Der Wolf hatte offensichtlich andere Vorstellungen davon, wie man herausfinden konnte, ob Harry dafür gemacht war ein Rumtreiber zu sein oder nicht. Aber er schien es besser zu wissen, als mit zwei Quidditchverrückten wie James und Sirius zu streiten

Der Rest des Tages verging relativ verwirrend für Harry, der sich immer wieder selbst erinnern musste, dass das hier 1977 und nicht 1998 war. Die Lehrer waren anders (auch wenn es dieselben Menschen waren wie in seiner Zeit), der Stoff war anders; er musste sich abmühen und wünschte sich, Hermine wäre hier bei ihm, um alles aufzuholen und ihm später Nachhilfe zu geben.

Er war mächtig froh, als das Abendessen endlich anstand und er sich ein bisschen entspannen konnte. Jetzt hatte er ein paar Minuten Zeit, sich geistig darauf vorzubereiten gegen seinen eigenen Vater zu fliegen.
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