■
Geschichte: Fanfiktion
/ Bücher
/ Harry Potter
/ Jenseits von Gut und Böse
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von gugi28
erstellt: 31.07.2009
letztes Update: 25.09.2009
Geschichte, Mystery / P18 Slash
(fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Hallo ihr Lieben!
Boah, ich sag’s euch, diese Woche war die Hölle! Ich hätte Medusa-Hände gebraucht, um alles gleichzeitig erledigen zu können! Das heißt, es geht nächste Woche so weiter. *heul* Viel Arbeit, wenig gugi. Irgendwas läuft hier ganz falsch. *Sherlock Holmes anruf*
Hier noch ein paar Punkte, die ich ansprechen will, dann geht’s gleich los! Ich melde mich nach dem Kapitel noch einmal. Ich hoffe, dieses Chap gefällt euch! ^_^
Harrys Krankheit: Was genau er hat, habe ich absichtlich nicht erwähnt, denn ich überlasse es diesmal der Fantasie der Leser.
Dracos Visionen: Davon werdet ihr selbstverständlich im Laufe der Geschichte mehr erfahren. Ihr könnt sicher nachvollziehen, dass ich mein gesamtes Pulver nicht schon jetzt komplett verschieße. ^_^
Was für ein Signal gab Harry: Genau, es war der Traum. Denn durch diesen Traum hat er unbewusst Verbindung zu den Vampiren aufgenommen.
Aber jetzt geht’s los!
Viele Bussis an euch, eure über euch begeisterte gugi!
================
Kapitel 03
================
Ziegelstein auf Ziegelstein bildeten ein gewölbtes Kellerabteil, welches fast leer war, dafür aber von zig Kerzen in Halterungen ausgeleuchtet wurde. Mittig in diesem Abteil befand sich ein Altar aus Stein, auf dem ein junger Mann lag. Der Körper wollte nicht ruhig halten, denn die Arme und Beine zuckten ständig. Hände ballten sich zu Fäusten, die Adern traten hervor und der Rücken bog sich durch.
Harrys Kopf lag im Nacken. Sein Wimmern wurde von wilden Schreien abgelöst, die an den gekrümmten Wänden widerhallten. Das Gesicht war verzerrt, denn Harry litt höllische Schmerzen. Die Verwandlung zum Vampir war im vollen Gange und nach Dracos Erfahrung würde es nicht mehr lange dauern, bis sein Gefangener endlich einer von ihnen war. Harrys Krämpfe ließen endlich nach, und als er die Augenlider aufschlug, riss er sich die Brille vom Gesicht und schleuderte sie weit weg. Dass sie beim Aufprall auf die Ziegelwand in tausend kleine Teile zersprang, interessierte ihn nicht.
„Hier, du musst trinken“, drang eine melodische Stimme in sein sensibles Gehör.
Harry stöhnte, er wehrte sich verzweifelt gegen den heftig aufkeimenden Blutdurst.
„Mach endlich! Du musst trinken!“
„NEIN!“
„Verdammt – trink endlich! Wenn du es nicht tust, stirbst du!“ Dieser Ausruf hallte schrill in Harrys Ohren, doch den Kampf gegen seinen inneren Drang wollte er nicht aufgeben. Allerdings war das fremde Wesen in ihm viel stärker und zwang Harrys Willen in seine Schranken.
Der verlockende Duft des Blutes brachte Harry an seine Grenzen und es kam, wie es kommen musste. Harry riss den Mund auf und spürte seine Eckzähne wachsen. Der erste Blutstropfen fiel auf seine Oberlippe und Harry leckte ihn gierig ab.
Harrys Augen bekamen einen silbrigen Glanz, seine Hände griffen eifrig das Handgelenk des Blonden und zogen es zu seinem Mund. Als hätte er Jahrhunderte lang nichts getrunken, saugte er das berauschende Blut seines Erschaffers und spürte dabei die Gier nach mehr. Ein gequältes Stöhnen drang an seine Ohren.
„Genug, Harry, es ist genug – hör auf!“, wurde Dracos Stimme zum Schluss laut und er entriss dem neuen Vampir seinen Arm.
Erst jetzt sah Harry den Blonden an und bemerkte, dass Draco sich das Handgelenk hielt. „Steh auf“, verlangte dieser von ihm.
Harry fühlte sich eigenartig. Er wusste, dass er tot war und dennoch war sein Verstand klar und er bei vollem Bewusstsein. Für ihn war es nicht einmal merkwürdig, dass sein Herz nicht mehr schlug – dieser Zustand gehörte nun zu ihm. Langsam setzte sich Harry auf und betrachtete seine Hände, als hätte er sie noch nie zuvor gesehen; seine Beine schwangen über die Kante.
Mit einem Satz sprang Harry vom Altar und baute sich vor Draco auf, der abwartete und völlig zufrieden mit seiner Erschaffung schien. Harrys Blick war kalt und ihm schoss nur eine einzige Frage durch den Kopf, die er dem Blonden auch stellte:
„Wieso hast du das getan!?“
„Weil die Vorhersehung es so wollte. Du …“
„Ich will kein verdammter Vampir sein!“, schleuderte Harry ihm entgegen und schlug seine Faust auf den Altar. Der alte Stein knarrte und knirschte unter der Krafteinwirkung. Harry blinzelte, als er die feinen Haarrisse in der massiven Steinplatte entdeckte und hob seinen Arm an. Sein Handballen war verletzt, doch er spürte keine Schmerzen. Es überraschte ihn auch nicht, als die Wunde sich in nur wenigen Sekunden wieder schloss.
Harrys Blick flog erneut zu Draco, der noch immer seidig lächelte. „Ob du es willst oder nicht: Du gehörst nun zu uns. Ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden“, stellte der Blonde Harry vor vollendete Tatsachen.
Unbändige Wut kroch in Harry hoch, eine Wut, die er so von sich nicht kannte. Sie musste wohl zu seinem Vampirdasein dazugehören. Harry schrie auf und versetzte Draco einen energiegeladenen Stoß, der es in sich hatte. Den blonden Vampir riss es von den Füßen. Er fegte durch die kleine Kammer und krachte gegen die poröse, gewölbte Ziegelmauer.
Doch anstatt davon beeindruckt oder überrascht zu sein, fing er stattdessen an zu lachen, seine Augen glänzten vor Freude. Draco kam geschmeidig wieder auf die Beine, richtete sich auf, senkte etwas seinen Kopf und schenkte Harry einen auffordernden Blick. Seine Finger winkten den neuen Vampir zu sich. „Na los, greif mich an – das willst du doch, hm?“
Diese Aufforderung hätte Harry nicht benötigt, denn er befand sich noch immer im Wutrausch. Er sprintete auf Draco zu, um ihn regelrecht in die Wand zu rammen, doch es kam anders als gewollt. Die Faust, die eigentlich Dracos Gesicht zu Matsch verarbeiten sollte, schlug stattdessen ein riesiges Loch ins Gemäuer, denn die Reflexe des Blonden waren verdammt schnell. Inmitten des spritzenden Gerölls trafen sich Harrys und Dracos Blicke. Der Blonde fixierte ihn, holte nun seinerseits aus und stieß Harry kräftig von sich.
Nun fegte Harry durch die Luft. Als Mensch hatte er der Schnelligkeit dieses Vampirs nicht folgen können, als Verwandelter schon. Draco setzte Harry in einer unglaublichen Geschwindigkeit nach. Wie in Zeitlupe sah sich Harry durch das Kellergewölbe fliegen, obwohl der Kampf für einen Menschen wohl doppelt so schnell ablaufen würde. Noch im Flug änderte er seine Position, stieß sich von der Wand ab, schoss auf Draco zu und krachte mit ihm zusammen.
Der Aufprall war enorm und setzte eine magische Welle frei, die bestimmt jeder Vampir in diesem Schloss zu spüren bekam. Harry und Draco prallten nicht nur aufeinander, sie wurden auch durch diesen Zusammenstoß zurückgeworfen. Beide Vampire kamen wieder auf die Füße und Harry handelte sofort. Er schlug erneut auf die ramponierte Stelle im Altar ein und erreichte damit, dass eine große Ecke des Steins abbrach. Noch bevor sie auf den Boden fallen konnte, benutzte Harry sie als Fußball und trat zu. Das herausgeschlagene Steindreieck schoss auf Draco zu!
Und Draco? Er riss die Tür auf und flüchtete in einem Tempo, welches nur Seinesgleichen draufhatte – doch diesmal würde Harry mithalten können! Das Geschoss verfehlte den Geborenen nur um Haaresbreite, aber das war jetzt nicht wichtig. Er setzte seinem Erschaffer nach, sauste durch die Gänge des Kerkers und folgte dem Geruch, den Draco ausströmte.
Du bist zu langsam, Harry, viel zu langsam!, hörte er Dracos amüsierte Stimme überdeutlich, obwohl vom Blonden nichts zu sehen war. Harry knurrte und beschleunigte sein Tempo.
Gut so! Noch schneller! Komm zu mir, mein Vampir!
In seinem Zorn gefangen bemerkte Harry nicht einmal, dass er die Biegungen nicht wie üblich, nämlich auf dem Boden, nahm, sondern die Wände benutzte. Für ihn als neuer Vampir war es ein Leichtes, den Naturgesetzen zu trotzen und die Wände entlang zu sprinten. Erst als der Gang länger wurde, sprang Harry leichtfüßig auf den Boden und flitzte weiter.
Die Jagd auf seinen Erschaffer setzte in Harry ungeahnte Kräfte frei, es machte ihm sogar Spaß zu jagen!
Handle wie ein Vampir, sei ein Vampir!
Verdammt – Harry wollte nicht auf die schmeichelnde Stimme hören, aber sein Vampir lechzte danach! Harry hatte keine Macht mehr über sich!
Das Treiben der beiden blieb natürlich nicht unbeobachtet, denn Harry begegnete auf seiner Aufholjagd einigen Vampiren, die ihn nun mit einer Mischung aus Stolz und Selbstzufriedenheit belächelten. Doch stand einer von ihnen ihm in Weg, wurde dieser unweigerlich und ziemlich unsanft aus dem Weg geräumt – das daraufhin ertönende Gelächter der Vampire verfolgte den Schwarzhaarigen.
Harry wusste nicht, wie viele verwinkelte Gänge dieses verdammte Schloss besaß, aber er kam seinem Ziel immer näher! Dracos Geruch wurde intensiver und plötzlich war es Harry, als ob ein Ruck durch seinen Körper ging und ein Magnet ihn anzog. Er erreichte eine Geschwindigkeit, die selbst ihm nicht geheuer war, aber wie es aussah, war diese Herausforderung von Draco gewollt gewesen.
Du bist bald da!
Oh ja, und wie er bald da sein würde! Endlich angekommen erkannte er jetzt, dass Dracos Ziel jenes Zimmers war, welches Harry bereits besser als gewollt kannte. Allerdings wusste er nicht, dass er als körperloses Etwas, beispielsweise als Schatten, zu Draco gelangte. Noch während er auf ihn zuschoss, materialisierte er sich vor dem Blonden, packte ihn am Kragen und zog ihn fest an sich – ihre Nasenspitzen berührten sich beinahe. Erst jetzt veränderte sich Harrys Gesichtsausdruck, er blinzelte sogar. Es irritierte ihn, Dracos Geruch so intensiv in sich aufzunehmen und … Gefallen daran zu finden. Das, was er roch, machte ihn wild, wild auf mehr, ungezügelter. Er dachte plötzlich an Dinge, die ihm beinahe die Schamesröte ins Gesicht trieben.
Als könnte Draco Gedanken lesen, grinste er Harry teuflisch an und versuchte, Harrys Lippen mit seinen zu berühren. Harry zuckte zurück, als hätte er sich verbrannt. Er stieß Draco von sich, schüttelte permanent den Kopf und versuchte, seine Gedanken und seinen Vampir zur Ruhe zu bringen.
„Wehr dich nicht dagegen, Harry, lass es zu!“
„Halt die Klappe!“, zischte Harry als Antwort. Er drückte seine Handballen gegen die Schläfen und hoffte, so wieder die Kontrolle über sich zu erlangen.
Draco lachte ihn leise aus. „Armer, armer Harry, es nützt dir nichts, hörst du? Der Vampir in dir wird von Minute zu Minute stärker, während die menschliche Seite langsam stirbt.“
„Halt dein Maul!“, schrie Harry ihn an, doch das beeindruckte Draco nicht im Geringsten.
„Du musst es akzeptieren“, verlangte der Blonde von ihm.
„Niemals!“, schrie Harry ihn an. „Niemals!“ Die menschliche Seite in ihm kämpfte mit dem neugeborenen Vampir und wollte partout ihren Platz in Harrys Seele nicht räumen.
Als Draco ihn von oben herab und vor allem mitleidig belächelte, riss in Harry erneut der Geduldsfaden. Ohne wirklich zu wissen, wie er es bewerkstelligte, verband er seine magischen Kräfte mit denen seines Vampirs und setzte beides gegen Draco ein. Er schickte eine brachiale Schockwelle los, die von seinen Händen ausgelöst wurde.
Das Zimmer verwandelte sich in ein chaotisches Schlachtfeld. Holzscheite rissen aus dem Himmelbett und schossen als zugespitzte Pfähle auf Draco zu. Selbst der Thron der Malfoys rutschte wie von Geisterhand knirschend über den Steinbogen. Wände knirschten und deformierten sich.
Harry benötigte keinen Zauberstab, um seine Magie eindrucksvoll zu demonstrieren, aber Draco ebenso wenig. Der Blonde behielt sein kühles Lächeln bei, so, als wüsste er, was Menschen nach ihrer Verwandlung zu Vampiren durchmachten und welchen Hass und Widerstand sie anfangs gegen die neue Rasse entwickelten. Für ihn war es ein Leichtes, Harrys Angriff mit passenden Schilden abzuwehren. Ihm war auch bewusst, dass Harry sich austoben musste und so schnell nicht aufgeben würde.
Sämtliche Gegenstände schwirrten durch die Luft, man könnte meinen, ein Wirbelsturm wütete im Zimmer. Die Vorhänge flatterten aufgebracht an den Fenstern, der Thron ruckelte weiterhin kratzend über den Boden und vom Bett war nicht mehr viel übrig. Jedes einzelne Teil des Himmelbettes wurde zum Wurfgeschoss, aber Draco hatte kein Problem damit. Er drehte den Spieß sogar um!
Nun war er derjenige, der die Holzteile als Waffen benutzte, um Harrys Reaktion und Schnelligkeit zu testen. Er genoss es, seinen neuen Vampir von A nach B ausweichen zu lassen, ihn dazu zu zwingen, sich zu verteidigen und nicht nur den Boden, sondern auch die Wände und die Decke als Ausweichmöglichkeiten zu benutzen.
Draco ließ Harry nicht aus den Augen und wich seinen Angriffen und Sprüngen mit müheloser Leichtigkeit aus, während im Zimmer weiterhin der magische Sturm tobte. Ihm war wichtig, dass Harry seine angewachsene Magie richtig einsetzte und sie auch zur Abwehr nutzte. Doch wie es schien, brauchte er sich diesbezüglich keine Gedanken oder gar Sorgen zu machen, denn Harry war schon als Mensch ein unglaublich brillanter Zauberer gewesen. Sein Ruf war ihm über London hinaus- und vorausgeeilt und hatte Draco empfangen. Nun zeigte der schwarzhaarige Vampir, was alles in ihm steckte. Draco war beeindruckt.
Nicht nur Gegenstände wirbelten durch die Lüfte, es wurden mittels rascher Handbewegungen farbenfrohe Zauber und Flüche abgefeuert, die es galt zu neutralisieren. Draco staunte nicht schlecht über das enorme Wissen des einstigen Menschen – sein Stolz auf seinen neuen Vampir wuchs ins Unermessliche. Allerdings sah er ihm auch an, dass ihn die Misserfolge ziemlich wütend machten, andererseits gewann dessen Vampir von Minute zu Minute an Macht und Kontrolle – etwas, worauf Draco baute.
„Ich hasse dich! Ich hasse dich!“, schrie Harry ihn an. Während er auf Draco zulief, sprengte er eines der Fenster, raste an ihm vorbei, sprang in die Höhe und war mit einem Satz in der Dunkelheit verschwunden.
Draco seufzte. Ja, diese Reaktion hatte er erwartet. Je nachdem, wie stark der menschliche Teil im Körper des Vampirs um sein Überleben kämpfte, desto gewaltsamer reagierte er. Das Menschliche in Harry wollte sich nicht mit dem Vampir abfinden, und der Vampir wollte endlich herrschen – das war das Problem.
Draco sah sich um und begutachtete den wüsten Zustand des Zimmers. Mit einem einzigen Fingerschnippen kam Leben in die zerstörte Umgebung: Alles fand seinen ursprünglichen Platz oder setzte sich zusammen. Draco stand vor dem offenen Fenster und genoss den seichten Wind, doch bevor die Scheiben sich ebenfalls zusammenfügen würden, stieß er sich ab und wurde vom Dunkel der Nacht verschluckt. Er musste unbedingt zu Harry, denn dieser brauchte ihn jetzt mehr denn je …
°
Harry sprang aus dem Fenster und bemerkte erst jetzt, dass die Distanz zum Boden etwa zwei Stockwerke betrug, dennoch kümmerte es ihn nicht. Es war ein ganz neues Empfinden der Sicherheit, die ihm der Vampir in seinem Inneren vermittelte. Aus diesem Grund wusste er, dass er keine körperlichen Schäden davontragen würde.
Die Dunkelheit verschlang ihn und Harry kam hart aber stabil unten an. Mühelos erhob er sich aus der Hocke und straffte die Schultern, dann lief er los. Wohin seine Füße ihn trugen, wusste er nicht, aber er wollte nur weg von hier! Der junge Vampir verspürte den Drang nach Blut, und dieser Drang wurde stärker! Harry konnte ein Fauchen nicht verhindern – seine hastige Suche nach geeigneten Opfern begann.
Eine Suche, die ihn verzweifeln ließ. Harry überquerte die weitläufigen Ländereien und forschte in seinem Geist selbstquälerisch nach einer akzeptablen Lösung für seinen immer stärker werdenden Durst. Er war sogar schon nahe dran, auf alle Vernunft zu verzichten und sich an unschuldigen Menschen satt zu trinken! Es war hässlich. Er vermisste den pochenden Herzschlag, obwohl Adrenalin durch seinen Körper rauschte. Der innere Kampf zwischen Vampir und Mensch war noch immer im vollen Gange. Aber warum? Hatte Draco ihm nicht prophezeit, dass der Vampir die Oberhand gewinnen würde?
Harry sauste durch eine kleine Baumgruppe, schlug Äste beiseite und staunte nicht schlecht darüber, wie gut er in der Nacht sah! Jedes Detail konnte er mühelos erkennen und er fühlte sich wohl in der Dunkelheit der Nacht! Den kleinen Wald hinter sich gebracht blieb er noch immer aufgewühlt stehen und überlegte angestrengt – endlich kam ihm die Lösung! Ja, jetzt wusste er, wo er die perfekten Opfer fand! Von seiner Sucht nach Blut angetrieben flitzte er weiter und behielt sein Ziel vor Augen, auch wenn der Weg noch weit war.
°
Askaban galt als Endstation für Zauberer und Hexen, die Schlimmes getan hatten – Dinge, an die man nicht mal denken wollte. Doch ausgerechnet dieser Ort sollte Harrys Ziel sein. Breitbeinig dastehend und entschlossen, seinem Blutdurst nachzugehen, ließ er seinen Blick an dem düsteren Riesenquader hochwandern. Dementoren, die Bewacher dieser Festung, kreisten wie übergroße Raben über der Endstation für viele Verbrecher, aber sie griffen Harry nicht an. Zwar kamen einige von ihnen näher, doch sie spürten, dass Harry kein Mensch mehr war. Von den Dementoren ging also keine Gefahr aus.
Harry straffte die Schultern und marschierte zielstrebig auf die Festung zu. Für kurze Zeit überlegte er, wie er sie erobern wollte. Sein Vampir stellte ihm zwei Möglichkeiten in Aussicht: Entweder er ging hinein und beeinflusste die Wachen mit seiner neuen Gabe, oder aber er kletterte die Außenmauer empor, um so schneller an seine Opfer zu gelangen. Harry entschied sich für die letztere Option. Wieder einmal der Schwerkraft trotzend sprang er mühelos einige Meter hoch, heftete sich an das grobe Gemäuer und kletterte dieses zielstrebig hoch. Seine Fortbewegung glich nicht der eines Menschen, eher dem eines Tieres, welches Füße und Hände gleichermaßen einsetzte.
Während der Vampir seinem Ziel näher kam, wurde der Blutgeruch intensiver. Die Dementoren beobachteten ihn, griffen aber nicht ein. Harry hielt vor einem der Ausblicke an, riss die Gitterverstrebungen aus dem Gemäuer und ließ sie fallen – die Eisenverstrebungen wurden von den aufbrausenden Wellen, die an den Kliffs aufschlugen, verschluckt.
Eine jämmerliche Gestalt bewohnte eine Einzelzelle und bewegte nur langsam ihren Kopf in Richtung Harry, als der Vampir einstieg. Mit seltsamem, leblosem Gesichtsausdruck betrachtete er den Besucher und ließ ihn nicht aus den Augen.
„Du bist kein Mensch, nicht wahr?“, krächzte er matt.
Harry kam mit leisen Schritten näher, knurrte und blitzte ihn an. „Nein, verdammt!“
„Dann bitte ich dich, mich von meinem Leid zu erlösen. Ob ich nun in ein paar Tagen den Kuss der Dementoren empfange oder durch dich sterbe, ist nicht mehr von Bedeutung.“
„Deinen Wunsch werde ich erfüllen“, gab Harry ihm nur zu gerne das Versprechen.
„Willst du denn gar nicht wissen, was ich getan habe?“, flüsterte der Inhaftierte.
„Das interessiert mich nicht. Es reicht, zu wissen, dass in diesem Stockwerk die schlimmsten aller Verbrecher sitzen.“
„Ja, so ist es“, bestätigte der Gefangene. „Ich habe schlimme Dinge getan: gefolgert, gemordet, vergewaltigt … Ich bereue meine Taten, aber …“
„Deine Reue kommt zu spät!“, zischte Harry und stürzte auf ihn zu. Der Gefangene wehrte sich nicht, als Harry seinen Kopf zur Seite riss und seine Eckzähne im warmen Fleisch versenkte. Er gab auch keinen Ton von sich, während der Vampir seinen Lebenssaft trank.
Harry wollte nicht darüber nachdenken, was er soeben tat, denn sein Vampir brauchte schleunigst Blut – und endlich floss es seine Kehle hinab! Es war herrlich und widerlich zugleich. Das Blut des Opfers schmeckte bleiern und war warm. Harry spürte, dass sein Opfer starb, aber das interessierte ihn nicht. Er trank sich satt, löste seine Zähne aus dem Hals und ließ den leblosen Körper wie einen nassen Sack fallen.
Hinter ihm ertönte ein Klatschen und Harry wirbelte herum. Draco nickte immerzu und schenkte seinem Neuling ein wohliges Lächeln.
„Bemerkenswert“, trat Draco auf Harry zu und schenkte dem Toten nur einen kurzen Blick. „Dein Vampir lechzt nach Blut und trotzdem reist du an einen so weit entfernten Ort, um keine Unschuldigen töten zu müssen.“
„Was juckt dich das!“, grollte Harry, sein Mund war blutverschmiert.
„Gar nicht“, gestand der Blonde. „Aber es ist eine neue Erfahrung für mich. Wenn es um die Durststillung geht, kennen Vampire keine Gnade, keinen Unterschied – du allerdings schon.“
„Das hat dich nicht zu interessieren“, war Harry noch immer verwirrt und verstimmt zugleich.
„Doch, das hat es, denn ich bin dein Erschaffer. Bist du noch durstig?“, fragte der Blonde leise, aber Harry schüttelte den Kopf. Draco schloss die letzte Distanz zwischen ihnen, so dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten. Es kam schon fast einer erotischen Geste gleich, als Draco das restliche Blut zart von Harrys Mund wegküsste und es sichtlich genoss. Harry hingegen blieb bewegungslos, er kam Dracos Küssen auch nicht entgegen. Zu neu war noch das ‚Leben‘ als Vampir und zu ungewohnt die Küsse eines Mannes, der gleichzeitig ein Untoter war.
„Lass uns zurück reisen, dann sprechen wir weiter. Ich muss dir noch so vieles erklären“, flüsterte Draco mit geschlossenen Augen an Harrys Mund und schlang seine Arme um ihn. Er und Harry lösten sich in Rauch auf und nur Sekunden später waren sie verschwunden – den Toten ließen sie zurück.
°
Das Schloss hatte sie wieder, doch diesmal störte sich Harry nicht daran. Sein Vampir war befriedigt und verhielt sich ruhig. Das Oberhaupt aller Vampire setzte sich auf seinen Thron und klopfte auf seinen Schenkel, doch Harry hatte keinen Bock darauf, sich zu Draco zu setzen.
„Gut, dann bleib stehen“, rollte der Blonde mit den Augen und sah dabei zu, wie Harry demonstrativ die Arme vor der Brust verschränkte. „Wie fühlst du dich?“, fragte er seinen neuen Vampir.
„Eigenartig“, beschränkte sich Harry auf möglichst kurze Antworten.
„Findest du nicht, dass ein Leben als Vampir viel mehr Möglichkeiten und Vorteile bietet?“
„So siehst du es also?“, schnaubte Harry und schüttelte den Kopf. Er machte einen Schritt auf den Thron zu und blieb wieder stehen. „Du hast wirklich keine Ahnung, wie es ist, als Mensch zu leben – man merkt’s“, triefte Harrys Stimme vor Spott.
„Ich bin davon überzeugt, nichts verpasst zu haben“, schnarrte der Blonde.
„Oh doch!“, begehrte Harry auf. „Ich hasse es immer noch, ein Vampir sein zu müssen, viel lieber wäre ich tot!“, giftete er los.
„Aha. Schon bemerkt? - Du bist tot“, erwiderte Draco trocken.
Harry schüttelte wild den Kopf. „Du weißt, was ich meine!“
„Weiß ich das?“
„Ja! Ich bin ein Untoter! Ein scheiß Blutsauger! Hör auf mit deinen Spielchen!“, zeigte Harry anklagend auf den Blonden. „Ich werde nie wieder die Sonne sehen, nie wieder die Strahlen auf meiner Haut spüren können! Und das alles deinetwegen! Ich werde nie wieder essen und schmecken können und bin dazu verdammt, But trinken zu müssen! Scheiße noch mal!“
„So viel Wut“, flüsterte Draco. „Das gefällt mir.“
„Es … Was?“ Harry fehlten die Worte, er blinzelte.
Draco erhob sich elegant aus seinem Thron, ging auf Harry zu und fixierte ihn mit seinen stechenden, silbergrauen Augen. „Du bist nun ein Geschöpf der Nacht, Harry. Menschen ist es zwar gestattet, in der Sonne zu wandeln, verschiedene Speisen und Getränke zu riechen und zu schmecken, aber sie sind auch anfällig und schwach!“, hob er bedeutend hervor.
„Sie sind nicht gefeit vor Krankheiten, nicht gefeit vor Schmerzen – sei es seelischer oder körperlicher Natur. Im Gegensatz zu den Menschen werden wir niemals krank und müssen nicht befürchten, dass eines Tages unsere Organe versagen und wir sterben müssen! Dass wir Blut trinken, ist wohl ein sehr kleines Übel, findest du nicht auch? Werde dir des Geschenkes, welches ich dir gemacht habe, endlich bewusst! Dein Körper strotzt vor Kraft, du bist gesund!“
„Scheiß drauf, ob ich gesund bin oder nicht! Ich habe dich nicht darum gebeten, mich unsterblich zu machen! Ich wollte sterben, und das weißt du!“
„Ja, das weiß ich“, nickte Draco langsam, „und dennoch konnte ich es nicht zulassen. Du warst als Zauberer schon mächtig, aber als Vampir wirst du die ganze Welt erobern.“
„Und wenn ich das nicht will?“, blitzte Harry ihn trotzig an.
„Aus dir spricht noch immer der Mensch!“, blaffte Draco ihn an.
„Gut so!“, spuckte Harry zurück.
Draco riss sich zusammen, schloss für kurze Zeit die Augen und öffnete sie wieder. „Deine menschliche Seite ist stärker, als ich vermutet habe – zu deinem eigenen Wohl solltest du sie endlich ziehen lassen.“
„Du meinst wohl eher, dass ich den Vampir gewinnen lassen soll – ist es nicht so?“
„Richtig“, bestätigte Draco locker. Er wandte sich von Harry ab, begab sich zum Fenster und sah hinaus in die Nacht, während das Feuer im Kamin Schatten in den Raum und auch auf seinen Rücken warf.
„Ich werde um meine menschliche Seite kämpfen“, sagte Harry entschlossen, er ließ Draco nicht aus den Augen.
„Das dachte ich mir schon“, hörte der Schwarzhaarige Dracos leise Stimme. „Dein Kampf wird eines Tages dein Untergang sein.“
„Wieso?“, verstand Harry nicht so recht.
Draco drehte sich ihm zu und sah ihn nachdenklich an. „Der menschliche Teil in dir wird weiterhin gegen uns Vampire sein, und dein Vampir … Nun, er wird dich gegen die Menschen aufhetzen.“
„Mein Freund Ramos, meine Kollegen“, dachte Harry erschrocken an sie.
„Sie sind nicht mehr auf deiner Seite, Harry, von nun an sind sie deine Feinde. Sie werden dich genauso erbarmungslos jagen, wie sie uns alle jagen.“
„Dann habe ich niemanden mehr“, wisperte der Schwarzhaarige und ließ den Kopf hängen.
„Irrtum!“, widersprach Draco heftig. „Du hast uns! Du hast mich! Ich werde immer für dich da sein! Du gehörst nun zu mir!“
„Ich gehöre zu einem Vampir?“ Harry lächelte spöttisch, denn er glaubte sich in einem makaberen Alptraum, aus dem er wohl nie wieder aufwachen würde.
„Ja“, erwiderte Draco schlicht. Er kam wieder auf Harry zu, blieb aber in einem Meter Entfernung vor ihm stehen. „Du bist bemerkenswert, Harry Potter.“
„Bin ich das?“, zog Harry die Augenbrauen zusammen.
„Ja, denn du bist anders als die anderen. Es wird nicht leicht sein, dich zu kontrollieren.“
„Das werde ich auch nicht zulassen!“, sagte Harry bestimmt.
Draco lächelte. „Doch, das wirst du. – Ich muss dir wohl noch einiges über Vampire erklären.“
„Ich bin mir sicher, dass ich schon alles über sie weiß“, schnaubte Harry düster.
„Theorie, Harry, aber nicht die Praxis. Du hast schon bemerkt, dass du keine Schmerzen fühlst, deine Wunden sofort verheilen. Du wirst auch nicht mehr menschlichen Gefühlen ausgesetzt sein. Alles, was du je fühlen wirst, sind Lust, Verbundenheit, Zorn und Wut – der Rest deines ‚Lebens‘ wird in Gleichgültigkeit untergehen.“
Harry dachte an die Liebe. Als er noch ein Mensch gewesen war, war er nur ein einziges Mal verknallt gewesen: in Cho Chang. Doch die Beziehung zu ihr hatte nicht lange angedauert, da sie ihrem verstorbenen Freund zu sehr nachgetrauert hatte. Aber Liebe? Nein, Harry war nie richtig verliebt gewesen und als Vampir würde er ebenfalls nicht mehr die Möglichkeit dazu bekommen.
„Liebe?“, flüsterte Draco mit einem sanften Lächeln, da Harry dieses Wort wohl laut ausgesprochen hatte. „Wir kennen die Liebe nicht, obwohl …“
„Obwohl was?“, war Harrys Neugierde geweckt.
Draco seufzte, ging zum Thron zurück und setzte sich. Sein Blick ruhte auf Harry. „Obwohl meine Eltern niemals von Liebe sprachen, denke ich, dass sie sich sehr wohl geliebt haben.“
Harry lachte trocken auf. „Das kann nicht sein. Sie waren keine Menschen!“
„Gebissene können sich nicht verlieben, aber bei Geborenen wäre ich mir da nicht so sicher, obwohl ich bisher noch nie verliebt gewesen war.“
Draco sah Harry fest in die Augen und fuhr mit seiner Erklärung fort. „Sieh mal, Harry, es gibt Unterschiede zwischen den Gebissenen und den Geborenen. Meine Gattung ist reiner als jene, der du angehörst. Deshalb ist es mir auch möglich, etwas … wie sage ich es … menschlicher zu sein. Geborene sind vollkommene Vampire - deine Art jedoch ist nicht … vollständig, ihr seid Ableger von uns Geborenen“, versuchte Draco, Harry etwas genauer auf die ‚Gefühlswelt‘ der Vampire einzugehen.
„Verstehe“, antwortete der Schwarzhaarige nüchtern. „Sag mir, was hast du mit mir vor?“
Draco lächelte wieder. „Vieles.“
„Wieso ich?“, konnte Harry nicht verstehen. „Wieso nicht jemand anderes?“
„Ach Harry“, seufzte Draco. „Das sagte ich dir doch bereits – du bist etwas Besonderes. Du gehörst nicht zu den Geborenen, aber du bist auch nicht ein gewöhnlicher Gebissener. Du bist vielleicht sogar auserwählt, mein Partner zu sein.“
„Dein was?!“, war Harry schockiert.
„Mein Partner!“, wiederholte Draco fest.
„Ich kann nicht dein Partner sein! Du warst es doch, der mir durch die Blume gesagt hat, dass ich deiner nicht würdig bin!“
„Das ist so nicht richtig“, verneinte Draco sofort. „Du gehörst zwar nicht meinem Rang an, aber du stehst höher als die Gebissenen. Und da es von den Geborenen recht wenige auf der gesamten Welt gibt, und die mir nicht besonders zusagen, habe ich mich für dich entschieden.“
„Na toll, ich fühle mich geehrt. Und was ist, wenn ich nicht dein Partner sein will?“, fauchte Harry ungehalten, denn immerhin wurde er nicht gefragt, ob er das überhaupt wollte!
„Du willst, nur weißt du es noch nicht. Ich gebe dir Zeit, Harry, damit du dich an deinen Vampir gewöhnen kannst. Sobald die Verbindung abgeschlossen ist, wirst du sehen, dass ich das Beste bin, was dir je widerfahren konnte.“
„Das bezweifle ich stark“, murrte der Schwarzhaarige vor sich hin.
Draco stand auf. „Komm, wir sollten los, die Sonne geht bald auf.“
Erst jetzt bemerkte Harry, dass die Nacht sich zurückzog. Der Vampir in ihm fühlte sich unwohl und drängte ihn, sich in Sicherheit zu bringen, deshalb nickte Harry und folgte dem Blonden hinaus aus dem wohlbekannten Zimmer – das Feuer im Kamin erlosch.
Draco führte Harry in die Kerker und diesmal stießen sie auf keine weiteren Vampire, die ihnen verstohlen nachsahen. Eine kleine Holztür wurde geöffnet und zeigte einen dahinter liegenden, spärlich eingerichteten Schlafraum: zwei Betten, Kerzenständer auf Nachtschränke und sonst nichts. Harry trat hinter Draco ein und lächelte, da dieser Raum keine Fenster besaß.
„Du kannst das zweite Bett nehmen, außer du bevorzugst einen Sarg“, grinste Draco ihn an.
„Hm? Nein, nein, ich bevorzuge ein Bett zum Schlafen“, beeilte sich Harry, seinem Erzeuger zu versichern.
Draco lächelte spöttisch, nickte und legte sich auf sein Bett. Er wartete, bis Harry es ihm gleichtat und erst dann löschte er die Kerzen, die sich beim Eintreten selbst entzündet hatten. Finsternis machte sich breit, nicht einmal die Hand vor Augen war zu sehen. Als Harry seine Augen schloss, schlief er sofort ein, aber er träumte nicht – das würde er wohl nie wieder tun.
°
Harry wurde nicht geweckt von einer sanften Stimme oder einem Rütteln, nein, es war ein ziemlich lautes, aufgebrachtes Gespräch.
… Meister!
Gut, ruf alle zusammen, wir brechen sofort auf.
Jawohl, mein Gebieter.
Die Tür fiel in die Verankerung zurück. Harry schlug seine Augen auf und kam langsam in die Höhe. „Was ist los?“, fragte er sofort.
Dracos Miene war verschlossen, er drehte sich Harry zu. „Deine verdammten Vampirjägerfreunde hören nicht auf, sich in Dinge einzumischen, die sie nichts angehen!“
„Und was heißt das genau?“, fragte Harry weiter.
„Dass heißt, dass sie die Suche nach dir noch nicht aufgegeben haben“, grollte der Blonde, „und unserem Revier ziemlich nahe gekommen sind.“
Das erste Mal, seit Harry zu einem Vampir geworden war, wusste er nicht, was er davon halten sollte. „Wissen sie inzwischen von der Existenz dieses Schosses?“, wollte er wissen.
Draco sah Harry eindringlich an. „Sie wissen, dass die Malfoys ein Schloss außerhalb Londons bewohnten, aber sie kennen den genauen Standort nicht – noch nicht. Wir werden dafür sorgen müssen, dass es dabei bleibt.“
Harry zögerte und blieb auf seinem Bett sitzen, womit Draco bereits gerechnet hatte. „Ich nehme an, dass du uns nicht begleiten wirst, oder?“
„Ich …!“
„Schon gut“, schnitt Draco ihm das Wort ab und man hörte aus seiner Stimme heraus, dass er über Harrys Zögern nicht besonders erfreut war. „Heute Nacht solltest du das Schloss nur verlassen, wenn du durstig wirst. Aber sei vorsichtig, verstanden?!“
„Ja“, nickte Harry artig.
Draco wandte sich um und verließ das Zimmer, die Tür schwang leise hinter ihm zu. Harry mochte die Ruhe, die ihn umgab, nicht, deshalb beschloss er, sich ein wenig im Schloss umzusehen. Sowohl die noch vorhandene menschliche Seite als auch der Vampir in ihm hatten eine Gemeinsamkeit: Neugierde!
Harry verließ das Zimmer, brachte die Kerkergänge hinter sich und gelangte in die oberen Etagen. Zimmer für Zimmer nahm er sich vor, entdeckte allerdings nichts, was wirklich interessant wäre – bis jetzt jedenfalls. Breite Flügeltüren erregten seine Aufmerksamkeit. Er drückte sie auf und ließ einen leisen Pfiff von sich hören, als die Lichter angingen. Hier herrschte der Wohlstand, denn jedes Möbelstück sprach die dazu gehörige Sprache. Ein riesiger Kronleuchter hing an der mit Gold verzierten Decke, die Tafel war aus massivem, glänzendem Holz und die Stühle luden zum bequemen Sitzen ein.
„Hier werden wohl die Besprechungen abgehalten“, murmelte Harry vor sich hin und zog sich wieder zurück.
Während er den nächsten Gang in Augenschein nahm, betrachtete er die von sorgfältiger Hand gemalten Bilder, die übergroß an den Wänden hingen. Hass wallte in ihm auf, als er Lucius Malfoy entdeckte. Er erinnerte sich daran, niemals die Chance erhalten zu haben, seine Rache auszuüben und wurde noch wütender. Ohne lange darüber nachzudenken, richtete er seine Handfläche auf das Gemälde aus und setzte es in Brand. Genüsslich sah er dabei zu, wie es schwarz wurde - und als von Lucius nicht mehr viel zu erkennen war, erbarmte Harry sich, den Brand mit einer einzigen Handbewegung zu löschen. Ob Draco ihm die ‚Verschönerung‘ des Bildes nun krumm nahm oder nicht, war ihm herzlich egal.
Als nächstes entdeckte Harry eine kleine Bibliothek, die wohl seit ewigen Zeiten nicht betreten worden war. Lasen Vampire denn keine Literatur? Wohl eher nicht. Harry zeigte ebenfalls kein großes Interesse daran, er sah sich nur neugierig um. In dieser Bibliothek gab es nur eine einzige Wand, die nicht mit Regalen verstellt war, langsam trat er näher. Diese Wand hatte Ähnlichkeit mit jener aus dem Black-Haus, denn hier war der Stammbaum der Malfoys verzeichnet. Harry fuhr mit seinem Finger all die verzweigten Linien nach, las halblaut die Namen und endete schließlich bei Dracos.
Dracos Familie war einst sehr groß gewesen, doch nun war nur noch er selbst übrig. Harry fragte sich, ob Draco ihr Dahinscheiden bedauerte oder ob er als Vampir nicht dazu fähig war. Seine Suche ging weiter und schließlich fand er auch das, wonach er Ausschau gehalten hatte: das Familienbuch! Harry nahm den verstaubten Einband an sich, steuerte auf einen Ohrensessel zu und setzte sich, dann schlug er die erste Seite auf.
Im Familienbuch war alles detailliert aufgelistet: wie viele Anwesen die Malfoys besaßen und wo sie zu finden waren, welche Reichtümer sie hüteten – ja, sogar wie viele Opfer auf ihre Konten gingen und welche es wert gewesen waren, als Vampire weiter zu leben! Harry sagten die Namen nichts und er schlussfolgerte daraus, dass diese Verwandlungen noch vor seiner Zeit vonstatten gegangen waren. Ob diese Vampire wohl heute noch ihr Unwesen trieben? Und wenn ja – wo? Jedenfalls nicht in London und Umgebung, nahm Harry mal an.
Harry sah sich in einem Zwiespalt. Einerseits lockte der Gedanke, dieses wertvolle Buch dem Ministerium zuzuspielen, andererseits verbot er sich jegliche Art von Verrat. Harry wurde wieder bewusst, dass der menschliche Teil in ihm noch immer Mitspracherecht besaß, auch wenn sein Vampir von Mal zu Mal stärker wurde. Die Neugierde überwog und so verlor sich Harry in den niedergeschriebenen Zeilen …
°
Es mussten Stunden vergangen sein, ehe Harry hochsah und plötzlich wusste, dass die Vampire in das Schloss zurückgekehrt waren. Eilig verstaute er das Buch im Regal, verließ die Bibliothek und überlegte, wo er Draco finden und nach dem Ausgang ihres Einsatzes befragen konnte. Harry schnupperte und wurde nicht enttäuscht. Dracos Geruch war schwach zu vernehmen, aber er war da! Harry folgte ihm. Sein Weg führte ihn in Richtung Besprechungssaal und er sah schon von weitem, dass eine der Flügeltüren nicht ganz geschlossen worden war.
Da er ein Vampir war, brauchte er nicht näher zu treten, um die vielen Stimmen zu vernehmen, die freudig, frustriert und aufgebracht durcheinander sprachen. Dracos Stimme trat in den Vordergrund. Er lobte seine Untertanen über alle Maßen, denn sie hatten heute einen wertvollen Sieg errungen. Auch wenn es ihnen nicht gelungen war, Ramos Delmar zu erledigen, so hatten sie es dennoch geschafft, seine Anhängerschaft bis auf zwei auszulöschen.
Harry biss die Zähne aufeinander. Einerseits freute er sich über diese Nachricht, andererseits spürte er Zorn in sich aufwallen. Ramos Delmar war noch am Leben! Nur – ob er sich darüber freuen sollte, wusste er nicht. Er lauschte weiter. Viele von Dracos Anhängern verfluchten den Halbdämon, der mit seiner Feuerpeitsche heute Nacht sechs von Dracos Untertanen in die ewigen Jagdgründe geschickt hatte.
Meister? Bist du dir wirklich sicher, dass wir ihm vertrauen können?
Ihr zweifelt? Harry ist nun einer von uns!
Ja, das schon, aber er hatte bereits als Jäger einen starken Willen! Es ist nicht gesagt, dass er als Vampir diesen Willen brechen kann!
Vielleicht ist das auch nicht notwendig.
Was willst du damit sagen, Gebieter?
Ich setze darauf, dass sein starker Wille auf seinen Vampir übergehen wird!
Was macht dich so sicher?
Je stärker er als Mensch war, desto dominanter wird sein Vampir!
Harry schauderte. Das war es also! Draco wollte ihn deshalb als Partner, weil er darauf vertraute, dass er als Vampir mächtiger als alle anderen wurde! Und was dann? Sollte er trotzdem zur Marionette des Blonden werden? Sollte er womöglich an Dracos Seite die Vampire gegen die Menschen anführen? Alles deutete darauf hin.
Komm zu uns, Harry. Du hast es nicht nötig, uns zu belauschen.
Harry horchte auf und kam der Aufforderung sofort nach. Er zog die Flügeltür auf und betrat den Besprechungssaal – die Blicke aller Vampire lagen auf ihm.
„Hast du auch alles gut verstanden?“, grinste Draco gehässig.
Harry nickte. „Ja.“
„Du weißt nun, dass meine Leute dir nicht vertrauen“, eröffnete Draco ihm.
„Ja.“
„Du musst uns deine Loyalität beweisen!“, rief einer der Vampire aus und Harry sah ihn an. Bevor er auch nur ein einziges Wort sagen konnte, mischte sich Draco ein.
„Das wird er! Und der Zeitpunkt wird bald kommen!“
„Wie du meinst, Gebieter“, knurrte der Zweifler und schenkte Harry einen missbilligenden Blick. Harry wusste bereits, dass besagter Zweifler Dracos rechte Hand war und er es gar nicht gerne sah, dass Harry dem Blonden wohl näher stand als er selbst.
„Lasst uns feiern!“, hob Draco seinen Blutkelch an und trank genüsslich.
Die Vampire grölten und lachten, doch außer dem Lärm konnte Harry noch etwas Anderes ausmachen, etwas, was aus der Ferne herannahte. Es war eine Mischung aus Wimmern und Hilferufen einer wohl bekannten Stimme. Ein Mensch, genauer gesagt ein gefangener Jäger befand sich im Schloss! Die Vampire fingen an zu fauchen und auch Harry spürte den Drang, frisches Blut in sich aufnehmen zu wollen.
Die Flügeltüren wurden aufgestoßen und zwei weitere Vampire betraten den Saal. In ihrer Mitte hing ein völlig erschöpfter Mensch, dem bereits viele Wunden zugefügt worden waren. Um ihn stand es nicht sehr gut. Harry erkannte ihn, denn er war ein ehemaliger Kollege! James, er war kaum älter als Harry selbst, riss die Augen auf und stierte Harry an.
„Wir haben ihn nur für dich mitgenommen, Harry“, säuselte Draco nahe an seinem Ohr und Harry fühlte dessen Grinsen überdeutlich. Er konnte nicht anders: Seine Eckzähne wuchsen und seine Lippen verzogen sich zu einem teuflischen Grinsen.
„So ist es brav, mein kleiner Vampir“, flüsterte Draco ihm zu. „Er ist so jung, so unschuldig und wollte dich retten, aber …“
In Harry tobte erneut ein Krieg. Sein Vampir wollte auf den jungen Mann zustürzen, aber etwas Anderes ließ ihn zögern. Dennoch fletschte er seine Zähne und sagte: „Ja, er gehört mir!“
Die Vampire johlten erneut auf und freuten sich bereits auf die Darbietung, die da kommen sollte. Draco, so wusste Harry, war zufrieden und wartete auf Harrys Angriff. Die zwei Untoten, die den Gefangenen hereingeführt hatten, ließen ihn fallen und traten zur Seite – fliehen würde das Opfer nicht mehr können.
Harry preschte vor, packte den geschockten Mann am Hals und hob ihn mühelos hoch, so dass dessen Beine in der Luft hingen. Er stieß ihn so zur Wand, dass er mit dem Rücken zu den Vampiren und Draco stand.
„Bitte“, wimmerte James mit letzter Kraft, doch Harry fauchte ihn nur an und ließ ihn nicht los. Er schnupperte an ihm und roch das köstliche Blut, welches ihn wahnsinnig machte.
„Harry“, versuchte es James noch einmal, all sein Leid lag in seinen Augen.
Harry zögerte eine Sekunde und spürte, dass der menschliche Teil in ihm für einen kurzen Moment stärker wurde. Sein zweiter Arm schoss vor und er presste seine Handfläche gegen die kaltnasse Stirn seines Opfers. Harry nutzte den günstigen Moment und übermittelte seinem einstigen Kollegen eine kleine Botschaft: Es tut mir leid, aber es gibt keinen Ausweg. Du wirst von hier nicht mehr flüchten können. Außerdem bist du lebensgefährlich verletzt. Dein Körper wird nicht mehr lange durchhalten.
James verstand, hielt seinen Mund geschlossen und gab im Geiste eine Antwort. Du bist nicht ganz verloren, oder? Ein Teil deines früheren Ichs ist noch da, richtig?
So ist es, bestätigte Harry ihm, während die Vampire ihn anfeuerten, das Opfer endlich zu töten. Wenn es mir möglich ist, werde ich deinen Tod rächen. Aber versprechen kann ich dir nichts.
Gib nicht auf, Harry. Ich vertraue dir. Bring es nun zu Ende, ich halte diese Schmerzen nicht mehr aus. Erlöse mich.
Das war zu viel des Guten. Der Vampir in ihm wurde wieder stärker, verdrängte die menschliche Seite und übernahm die Kontrolle. Es war ein Genuss, das warme Blut zu trinken und deshalb die aufkommenden Sympathien der anderen Vampire für sich zu wissen.
James starb, aber er starb mit einem seligen Lächeln auf den Lippen.
Harry war berauscht von dem köstlichen Blut. Er ließ die leblose Hülle sanft an der Wand hinab gleiten, drehte sich rasch um und kümmerte sich nicht darum, was die anderen Vampire mit ihm anstellten. Schließlich war der tote Körper egal, aber die Seele war frei! Von allen Seiten wurde er gefeiert und man versicherte ihm, dass er endlich vollständig zu ihnen gehörte. Über all die Lobverkündungen bemerkte er nicht, dass Draco nicht mehr anwesend war …
„Du suchst unseren Master? Ich schätze, er wird sich amüsieren“, lächelte eine weibliche, blasse Untote ihn verführerisch an und fuhr mit ihrem kalten Finger über Harrys Brust. „Du musst wissen, dass wir unsere Siege gerne ausführlich feiern. Ach, was erzähle ich dir da, das weißt du ja bereits, nicht wahr, mein Süßer?“
Harry ließ ein unwilliges Knurren von sich hören, doch die Vampirdame ließ sich davon nicht abschrecken. „Komm mit, mein Süßer, jetzt feiern wir beide unsere eigene kleine Party“, säuselte sie mit geübtem Augenaufschlag und führte ihre Hand an Harrys Schritt, um sein Glied zu massieren.
Die anderen Vampire lachten, feierten und tranken sich an ihrem Opfer satt, doch für Harry und die vollbrüstige Frau hatten sie keine Blicke übrig. Harry folgte ihr ohne Worte, die aufwallende Lust übernahm die komplette Kontrolle über seinen Körper. Amila, so hieß sie, ging mit lasziven Hüftschwüngen voraus und führte Harry in ihre Gemächer. Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, fiel Harry über sie her. Alles, was er wollte, war, seine Lust zu befriedigen, Amila selbst interessierte ihn nicht im Geringsten.
Harry riss ihr die Kleider vom Leib, schleuderte sie auf das Bett und kletterte über sie. Er machte sich nicht die Mühe, sich auszuziehen, deshalb musste das Aufziehen des Zipps reichen. Sein steinhartes Glied kam zum Vorschein und dann ging alles ziemlich schnell. Er spreizte ihre Beine und stieß zu. Amila schrie vor Lust und Leidenschaft, feuerte Harry an, sie härter zu nehmen, doch der Vampir hörte nicht auf sie. Einerseits stand die Befriedigung der Lust im Vordergrund, andererseits wollte er seine Rache gegenüber James.
Als er spürte, dass sein Orgasmus auf ihn zurollte, riss er den Mund auf und versenkte seine Zähne im Hals von Amila. Noch während er sich in ihr ergoss, saugte er sie aus – und auch wenn ihr Blut alt und abgestanden schmeckte, so genoss er es, sie zu vernichten. Amila schrie und wehrte sich aus Leibeskräften, doch das nützte ihr nichts mehr. Harry brauchte sich nicht einmal zurückzuziehen, denn Amilas Schreie erstarben und ihr Körper zerfiel zu Staub und Asche.
Harry kniete sich aufrecht hin, reinigte sich mit einem Wink seiner Hand und verstaute sein Glied in seiner Hose. Dann lächelte er, und es war zum ersten Mal ein fieses, ja fast grausames, eiskaltes Lächeln. Eine neue Art von Vampir war geboren - und sollte Draco das jemals herausfinden, so würde er nicht besonders glücklich darüber sein. Aber interessierte das Harry? Nein!
Plötzlich wurde er herumgerissen und gegen die Wand geschleudert. „Wie kannst du es wagen!“, brüllte Draco ihn an.
„Ups!“ Harry lachte kalt auf und kam wieder auf die Beine, sein Blick huschte von dem Aschehaufen zu Draco. „Was denn? Was habe ich denn so Schlimmes getan?“, fragte er scheinheilig.
„Du hast sie vernichtet!“, spie Draco ihm wild entgegen.
„Tja“, zuckte Harry mit den Schultern. „Es ist einfach so passiert!“
„Einfach so? Hm?“, kniff Draco die Augen zusammen und kam auf ihn zu. Dicht blieb er vor ihm stehen.
„Du stinkst“, rümpfte Harry die Nase. Er konnte den anderen Vampir an Draco immer noch riechen und es gefiel ihm nicht!
„Du auch! Und jetzt möchte ich eine plausible Erklärung!“, stieß Draco ihn fest an, so dass Harry beim Aufprall gegen die Mauer das Gestein knirschen hören konnte.
„Du solltest doch eigentlich wissen, wie neu geborene Vampire reagieren und dass sie sich nicht immer unter Kontrolle haben, oder?“, ging Harry in den Gegenangriff über. „Ich kenne diese Art von Lust nicht! Es ist nun mal passiert, okay? Es tut mir leid!“
Dracos Gesicht entspannte sich, doch er ließ Harry nicht aus den Augen. „Du willst mir also damit sagen, dass du dich während deines Höhepunktes nicht mehr im Griff hattest?“
„Genau das wollte ich“, nickte Harry.
„Gut, diesmal werde ich dir glauben – aber ich warne dich! Sollte dir so ein Missgeschick noch einmal passieren, werde ich dich an Ketten legen und dich verdursten lassen!“
„Ja, Meister“, antwortete Harry artig und brachte Draco damit aus dem Konzept.
„Du sagst Meister zu mir?“, fragte Draco knurrend.
„Wieso nicht? Alle nennen dich doch so, oder? Gebieter … Meister“, hielt Harry Dracos Blick stand.
„Sie schon, aber du … Ich möchte, dass du mich weiterhin beim Namen nennst.“
Harry lächelte zaghaft. „Das wird die Eifersucht schüren, und das weißt du.“
Nun lächelte Draco ebenfalls. „Und wenn schon – du gehörst mir und ich entscheide, was Sache ist.“
Um seine Worte zu untermalen, küsste er Harry fest auf den Mund. Harry schmolz dahin, da Dracos Kuss etwas in ihm auslöste, was ihn geradezu hörig machte. Es interessierte ihn nicht, dass Draco seinen Vampircharme einsetzte, alles was zählte, waren seine Lippen. Harry schlang seine Arme um Dracos Hals, öffnete den Mund und küsste Draco leidenschaftlich zurück, ein kehliges Stöhnen konnte er nicht verhindern. Er spürte, dass er erneut hart wurde, doch diesmal war es anders. Er wollte Draco, war ihm verfallen und wünschte sich nichts Sehnlicheres, als von ihm genommen zu werden.
Draco presste sich an ihn, vertiefte den feurigen Kuss und setzte Zungenschläge, die sogar ihm mächtig einheizten. Es war fantastisch, Harry zu küssen und zu spüren, wie er auf ihn reagierte. Draco lobte sich in seiner Wahl, denn in Harry brannte das Feuer der Leidenschaft und außerdem war er absolut Dracos Typ. Harrys leidenschaftliche Hingabe machte ihn ganz wild und er presste seinen harten Schritt gegen Harrys.
Ihr Kuss wurde ungestümer, beide stöhnten laut und rieben sich ungezügelt aneinander. Sie trieben sich sogar so weit, dass beide in ihren Hosen kamen und ihre Lustlaute von ihrem temperamentvollen Kuss verschluckt wurden. Draco löste sich von den rotgeschwollenen Lippen und bemerkte Harrys verschleierten Blick. Einen Handwink später waren beide von ihren Spuren befreit.
„Du machst mich wahnsinnig, Harry, aber das hier muss fürs Erste reichen. Ich will nicht verärgert sein und es genießen, wenn ich mit dir schlafe.“
„Aber du schläfst doch auch mit den anderen Vampiren, ungeachtet dessen, ob du jetzt sauer bist oder nicht!“, beschwerte sich Harry.
„Harry“, sah Draco ihn streng an. „Wie war es für dich, mit Amila zu schlafen?“, fragte er ihn.
„Das war irgendwie … Ich weiß nicht. Sie war ein Mittel zum Zweck, nichts weiter“, versuchte Harry, den nichtbedeutenden Sex zu erklären.
„Exakt“, stimmte Draco ihm zu. „Bei mir ist es nicht anders. Aber wenn ich mit dir schlafe, soll es etwas Besonderes sein.“
„Wieso?“
„Das sagte ich dir bereits! Ich möchte dich zu meinem Partner machen. Sobald wir vereint sind, gibt es nur noch uns beide.“
„Du meinst, dass wir dann keinen Sex mehr mit anderen haben werden?“, belächelte Harry ihn.
Draco zog die Augenbrauen zusammen. „So wird es sein. Nach unserer Verbindung werden wir nicht mehr den Drang verspüren, uns sexuell mit anderen Vampiren auszutauschen. Unser Sex wird dann etwas Einzigartiges sein und uns über alle Maßen befriedigen.“
„Woher willst du das wissen? Ich meine, hattest du schon einmal einen Partner?“, legte Harry den Kopf schief.
„Nein“, gestand Draco, „aber ich führte lange Gespräche mit Vater. Er erklärte mir den Unterschied zwischen belanglosem und befriedigendem Sex. Zufrieden?“
„Und du glaubst ihm, ja?“
„Du wirst es selbst erleben“, schnarrte der Blonde überzeugt.
„Gut, wie du meinst“, lenkte Harry ein. „Eins noch.“
„Ja?“
„Wann gehst du wieder auf die Jagd?“, lächelte Harry schief.
Draco zog eine Augenbraue in die Höhe. „Morgen Nacht – wieso?“
„Ich will mitkommen.“
„Bist du dir auch wirklich sicher? Du weißt, dass wir nur ein Ziel verfolgen“, blitzten Dracos Augen triumphierend auf.
„Oh ja, ich kenne eure Ziele – unsere Ziele. Und ich will endlich mitmachen“, knurrte Harry voller Vorfreude – und das war nicht einmal gelogen!
„Du erfüllst mich mit Stolz, Harry“, raunte Draco an Harrys Lippen und küsste ihn verlangend. Beide öffneten gleichzeitig ihre Münder und stießen mit den Zungen vor. Allerdings hielt ihr Zungenkuss nicht lange an, denn schon bald würde die Sonne aufgehen.
„Komm mit, Harry, es ist an der Zeit“, sagte Draco schon fast zärtlich.
„Ich werde dir immer folgen“, wisperte Harry von Dracos Schönheit gefangen. Je länger er ihn ansah, desto schwieriger war es für ihn, seinem Charme zu widerstehen. Draco gefiel ihm von Minute zu Minute besser und von nun an würde er alle Vampire, die dem schönen Blonden zu nahe kämen, den Kampf ansagen!
TBC …
Mein besonderer Dank geht wie immer an meine traumhaften Reviewer!
Antares, nigra, Marsali, Mangolina, susi24, melli 91, Miu, Cereja, yellow-cat, -Moon-, Medusa27, kyu, neptunmoonshine, Kitkat-90, Alex71, Campino, Manor Balke, Moosi, Lady Drue, Tatze, -Ryuzaki, fro, jacky, w-girl, AliceLamb, Zion, Zuckerdrache, DjEngelchen, Angel89, darklady, Kleeblattsonne, Drachen-Fan, misamy, Buecherwurm84, speedykatze, kathleen potter, deklane, Icy-Chan, silbernewolfsfrau, Shinigami, LyraSilverRaven, -Cherry-, Fjanel, TiGGeRFiSCH, Siraya80, Lilischen, hermione-twin, orionsystem, Kathiebell01, Freaky, MelRu, LilliFynn92, guzi, Niraku, Fwuuper, Nina911, Niobe87, jeanne02, Sentinel, Darina Saphira, Navarababy, Nala-Alya, AuroraSky, Petz410, Schila199 und eries!
Wie immer gilt: Sollte ich jemanden vergessen oder falsch geschrieben haben, so war das nicht mit Absicht!
Meine Süßen!
Ich bin wahnsinnig begeistert! Ich sehe so viele bekannte Reviewer und auch viele neue! Aus euch spricht die Begeisterung und das freut mich total! Eure Reviews sind es, die mich so eine Woche wie diese überstehen lassen. Es ist wie Heimkommen und in den Arm genommen werden, echt Wahnsinn! Außerdem gefällt mir total gut, dass ihr euch so viele Gedanken macht und eure Fantasie spielen lässt! Nur weiter so! Das Einzige, was mich traurig macht, ist, dass ich euch nicht antworten kann, weil ich nicht die Zeit dazu finde. Das wird nämlich in der kommenden Woche nicht anders sein. Aber ich lebe in der Hoffnung, euch übernächste Woche wieder persönlich antworten zu können! ^_^
Und nun, meine Süßen, wünsche ich euch ein wunderschönes Wochenende, freue mich auf eure Reviews und hoffe, dass wir uns nächste Woche wieder lesen!
Dickes Bussi an euch, eure gugi und darkgugi
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
