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Geschichte: Fanfiktion
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von gugi28
erstellt: 31.07.2009
letztes Update: 25.09.2009
Geschichte, Mystery / P18 Slash
(fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Hallo ihr Süßen!
WOW! Leute, ihr seid hammermäßig! Gleich soooooo viele Reviews zum Startbeginn! Ist-das-irre! Danke, tausend Dank! Eure Reviews habe ich direkt im Reviewbereich beantwortet. Schon gesehen?
Ich befürchte, dass ich es in nächster Zeit nicht schaffe, eure kommenden Reviews zu beantworten, da wir in der Firma in unserer Abteilung statt neun Leuten nur noch zwei sind. (Urlaub, Krankenstand) Ich bin schwer begeistert. *sarkastisch ist* Eigentlich wollte ich darkgugi mit in die Firma schleppen und an den Tisch binden, ihr Kopfhörer aufsetzen und das Mikro an die Wange kleben, damit sie brav telefoniert, aber … irgendwie kann ich sie nicht finden. Sehr seltsam. Was das bedeutet? Überstunden, Stress und irgendwann am Abend als flüssiges Etwas nach Hause rinnen. Tolle Aussichten. Ich hoffe, das ändert sich bald wieder! *schnauf*
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich euch das schon gesagt habe: Ich habe versucht, diese Geschichte etwas anders zu gestalten, als man vielleicht von Vampirstorys gewohnt ist. Deshalb bin am Ende dieser Story auf euren Gesamteindruck gespannt!
So, genug gelabert, jetzt geht’s endlich weiter!
Bussis an euch alle! Tausend Dank an alle! Eure glückliche gugi
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Kapitel 02
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Sein Herzschlag dröhnte in den Ohren, der Kopf schmerzte wie die Hölle. Harry kam wieder zu sich und bemerkte seine missliche Lage. Er lebte noch? Himmel noch mal! Wieso? Harry verstand nicht den Sinn dahinter. Er konnte sich denken, dass seine Kollegen nach ihm suchten, aber ob sie ihn auch finden würden? Vor allem rechtzeitig? Wo zum Henker befand er sich eigentlich?
Zum hämmernden Kopf gesellten sich schmerzende Handgelenke. Harry sah verschwommen, und das, obwohl er seine Brille trug. Er blickte an seinen Armen entlang nach oben und seufzte. „Na super.“
Um seine Handgelenke schlängelten sich schmale Eisenketten, welche an der Decke eines Himmelbettes befestigt waren. Himmelbett? Harry runzelte die Stirn und betrachtete seine nähere Umgebung. Tatsächlich! Er kniete auf einem muffig riechenden Himmelbett, die dicken, burgunderroten Decken strömten diesen staubigen Geruch aus.
Endlich wurde sein Blick klarer und die Kopfschmerzen nahmen an Intensität ab. Harrys Blick schweifte durch das übergroße Zimmer, in welchem er sich wie ein Winzling vorkam. Bei genauerer Betrachtung musste er sich in einem steinalten Schloss befinden, denn dieser Raum war mindestens zehn Meter hoch und wurde geprägt durch mittelalterliches Mobiliar. Schmale Fenster, eingefasst in der gegenüber liegenden Wand, reichten bis zur Decke. An ihren Seiten hingen schwere, ebenfalls burgunderrote, bodenlange Vorhänge, die bestimmt nur mit Mühe vorgezogen werden konnten, sobald die Sonne sich zeigte.
Harry fiel nicht nur der übergroße, verzierte Kamin auf, in dem ein kleines Feuer brannte, sein Interesse galt eher dem eigenartigen, sicher sehr wertvollen Stuhl, der eher einem Thron glich. Ein weiteres Seufzen glitt über seine Lippen, denn ihm drängten sich viele Fragen auf.
Der Vampirjäger wurde aus seinen Gedanken gerissen, da sich die riesigen Holztüren mit einem Knarren öffneten, doch niemand trat ein. Im nächsten Augenblick knallten sie überlaut in die Verankerung zurück. Harry zuckte kaum merklich zusammen, denn er spürte, dass er nicht mehr alleine in diesem riesigen Zimmer war. Sein Kopf drehte sich dem Thron zu und er wurde in seiner Annahme bestätigt. Der Thron war besetzt!
Vom Aussehen her sah der Ankömmling aus wie ein junger Mann, doch Harry wusste, dass der Schein meist trog. Als wäre er gelangweilt, saß der junge Mann schräg auf dem Thron, ließ seinen linken Fuß über der Armlehne baumeln und betrachtete seine feingliedrigen Finger. Sein platinblondes Haar reichte ihm bis zum Rücken und war im Nacken zusammengebunden, nur vereinzelt fielen unbändige Strähnen in sein längliches Gesicht.
Wie es bei Vampiren üblich war, war auch der Blonde ziemlich bleich. Er trug eine enge, schwarze Lederhose und dunkle Schuhe; sein weißes, nicht gerade modernes Hemd war geziert von Rüschen und stand bis zum Bauchnabel offen. Langsam drehte er seinen Kopf, sein Gesicht zeigte keinerlei Emotionen.
Ihre Blicke trafen sich und Harry bevorzugte es, kein Wort zu sagen. Inzwischen war er sich sicher, dass kein Geringerer als Draco Malfoy, der Sohn von Lucius, nur wenige Meter vor ihm saß – die Ähnlichkeit war verblüffend! Draco verzog seine vollen Lippen zu einem angedeuteten Schmunzeln und schwang sich hoheitlich aus dem Thron. Einer Katze gleich schritt er auf Harry zu, blieb vor dem Bett stehen und deutete eine Verneigung an.
„Willkommen in meinem Reich“, begrüßte Draco Harry mit sehr intensivem Blick. Harry blinzelte, denn die Augenfarbe des Blonden war selten, bzw. hatte er so eine Farbe noch nie bei Vampiren gesehen: Es war eine Mischung aus Grau und Silber.
„Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Draco Malfoy. Endlich lernen wir uns kennen … Harry Potter.“
„Gut, du weiß also meinen Namen“, krächzte Harry und rasselte mit den Ketten. „Was soll dieses Theater eigentlich? Wäre es für dich nicht einfacher, mich zu töten, als mich hier buchstäblich hängen zu lassen?“
Draco schnaubte. „Kannst du dir den Grund dafür nicht denken?“, tadelte er ihn kühl.
„Nein, kann ich nicht“, antwortete Harry gelangweilt.
Der Vampir seufzte und gesellte sich zu Harry aufs Bett. Der Bequemlichkeit halber legte er sich in die Seitenlage, den Kopf stützte er in der Hand ab. „Wirklich nicht? Du enttäuscht mich. Ich hätte dich für weitaus intelligenter gehalten.“
„Das tut mir jetzt wirklich leid“, war Harry trotz seiner misslichen Lage sarkastisch.
Draco wechselte in die kniende Position, damit er in Augenhöhe mit Harry kommunizieren konnte, ihre Blicke trafen erneut aufeinander.
Ein fieses Lächeln zeigte sich auf den vollen Lippen des blassen Blonden. „Meinesgleichen spielt gerne Spiele“, erklärte er leichthin.
„Spiele also? Welcher Art?“, fragte Harry, obwohl er Bammel vor der Antwort hatte.
„Wir testen unsere Opfer, musst du wissen. Du, mein Lieber …“, hob Draco seinen Arm und zeichnete mit seinem Zeigefinger die Konturen von Harrys markantem Kinn nach, „… bist aber nicht irgendein Opfer. Die, die nichts wert sind, werden sofort getötet, doch du bist etwas Besonderes.“
„Bin ich das?“, entzog sich Harry ruckartig Dracos eisiger Berührung und warf ihm einen verächtlichen Blick zu. „Aber du bist es nicht! Du bist nur ein kleiner, mieser Blutsauger, der …“
„Genug!“, fauchte Draco ihn ungehalten an. Sein Gesicht strahlte pure Kälte aus und er zeigte für einen Moment seine langen Eckzähne, die sich augenblicklich wieder zurückzogen. Nur Sekunden später wechselte die Mimik erneut - nun sah er Harry fast wieder gütig an.
„Du weißt nichts von mir, Harry Potter – rein gar nichts!“, gab er mit Nachdruck zu bedenken. „Aber ich weiß alles über dich. Meine Recherchen waren gründlich, das kannst du mir glauben. Dein Leben war bisher mehr als erbärmlich.“
„Gratulation“, ätzte Harry. „Das war sicher sehr schwer herauszufinden.“
Draco zog elegant eine Augenbraue hoch und schnaubte verächtlich. „Das war nur ein Bruchteil von dem, was ich über dich herausgefunden habe. Aber es war nicht das, was mich wirklich interessierte.“
„Und was war es dann? Komm schon, beeil dich, ich hab nicht ewig Zeit für dein Gelaber, Blutsauger.“
Draco lächelte teuflisch und beugte sich langsam zu Harry vor. Sein Blick schien sich in Harrys Augen zu bohren.
„Es war der unbändige Hass auf meinen Vater, der mein Interesse an dir weckte“, flüsterte der Blonde fasziniert. „Niemals zuvor habe ich jemanden getroffen, der so viele Jahre lang so versessen darauf war, meinen Vater zur Strecke zu bringen, ihn mit genüsslicher Rache umbringen zu wollen. Du bist anders, Harry. Du vernichtest die Vampire, ohne dabei Gefühle oder Reue zu zeigen. Du bist irgendwie fast nicht mehr menschlich – das ist durchaus außergewöhnlich.“
Dracos Augen besaßen etwas Fieberhaftes, als er seine Beweggründe nannte. Harry bekam ein ungutes Gefühl im Magen und wich so gut es ging vor dem Blonden zurück. „Was hast du mit mir vor?“
„Vorerst lasse ich dich am Leben, mein junger Freund. Ich habe noch etwas Bestimmtes mit dir vor.“
„Und was? Willst du mich etwa zu einem Vampir machen?“, fauchte Harry und schluckte schwer, als Draco wieder zu lächeln anfing. Wie falsch und aufgesetzt es doch war!
„Wer weiß?“, antwortete er geheimnisvoll und roch an Harrys Hals. „Obwohl ich mir noch nicht so ganz sicher bin, was ich mit dir anstellen soll, denn …“
Draco zog sich wieder zurück und musterte seinen Gefangenen. „Dein Blut ist nicht rein, es ist verseucht.“
Nun grinste Harry triumphierend. „Wie schön, dass du das erkannt hast! Egal was du vorhast, elender Vampir, ich werde sowieso sterben. Ob nun mit deiner Hilfe oder ohne.“
„Du sehnst dich so sehr nach dem Tod, Harry?“, hauchte Draco mit gespieltem Verständnis. Als er den irritierten Ausdruck seines Gegenübers bemerkte, lachte er kalt auf. „Ja? Nun, glaubst du dann wirklich, dass ich dir diesen Wunsch gewähre? Was denkst du? Tja, mein Lieber, wie es aussieht, liegt dein Leben in meiner Hand. Du bist in meinem Spiel gefangen, ob du nun willst oder nicht.“
Der blonde Vampir zog sich vollends zurück, stand auf und ging lautlos zum Fenster, die Hände legte er auf seinen Rücken. Er wusste, dass Harrys Blick auf seiner Kehrseite ruhte, also hatte er seine Aufmerksamkeit weiterhin für sich.
„Du hältst mich also für einen kleinen, miesen Vampir? Du denkst, ich wäre gewöhnlich? Wenn du dich da mal nicht täuscht“, zischte er gefährlich. „Wie schon gesagt, du kennst mich nicht. Ich bin 358 Jahre alt und hatte demnach viel Zeit, die Menschen sorgfältig zu studieren. Viele Exemplare erweckten mein Interesse, aber du … - Du bist überheblich, weißt du das eigentlich?“
Draco drehte sich zu Harry um. „Du glaubst allen Ernstes, alle Vampire wären gleich und du könntest sie alle besiegen, aber da liegst du falsch! Vielleicht trifft deine Annahme auf die gebissenen Vampiren zu, aber nicht auf jene, die Geborene sind!“
„Geboren oder gebissen, was interessiert mich das? In meinen Augen seid ihr alle das gleiche Gesindel!“, spuckte Harry respektlos in seine Richtung.
Dracos Gesicht verzog sich zu einer Fratze, er machte eine schnelle Bewegung mit seinem Arm. Harrys Kopf fegte zur Seite und seine Wange brannte wie die Hölle. Obwohl Draco nicht einmal in seiner Nähe war, hatte er ihm dennoch eine ziemlich saftige Ohrfeige verpasst! Was für ein fieser Zauber!
„Wage es nicht, in diesem Ton mit mir zu sprechen!“, knurrte Draco ihn unheilvoll an. Harry bewegte vorsichtig sein Kiefer, sah wieder zu Draco und schmeckte Blut in seinem Mund. Dann riss er die Augen auf, denn Draco löste sich in Rauch auf und manifestierte sich direkt vor ihm. Sein Gesicht war ganz nahe dem seinen.
„Du wirst mich niemals besiegen können, Harry Potter, denn du bist nur ein gewöhnlicher Mensch, auch wenn du ein mächtiger Zauberer bist. Wie du siehst, kann ich ebenfalls zaubern, von daher hast du keinen Vorteil vorzuweisen. Soll ich dir noch etwas über mich verraten?“
„Hm, vielleicht, dass du blond bist?“, verarschte Harry ihn.
Draco knurrte wie ein wildes Tier, seine Augen glitzerten vor unterdrückter Wut. Doch dann entspannte er sich wieder und neigte seinen Kopf zur Seite. „Ich verrate dir etwas, was nur du wissen sollst“, erklärte er fast feierlich.
„Ich habe Visionen, Harry. Visionen, die auch dich betreffen. Sie zeigen mir den richtigen Weg. Sollte das eintreffen, was ich gesehen habe, so wirst du nicht darüber erfreut sein.“ Draco grinste triumphierend. „Das garantiere ich dir.“
Harry riss die Augen auf. Draco hatte Visionen? Wieso wusste niemand etwas davon?
„Tja, dieses Geheimnis ist wohl behütet und wurde von meiner Mutter an mich vererbt. Sie wusste schon damals, dass sie im Kampf gegen diesen alten Zauberer sterben würde, aber das war ihr egal. Fragst du dich wieso?“
„Nein“, antwortete Harry spontan.
„Ich sag’s dir trotzdem“, war Draco gütig. Auch wenn er bisher fast gastfreundlich zu Harry gewesen war, war sich der gefangene Vampirjäger sicher, dass das absolut Böse in Draco steckte. Noch zeigte er nicht sein wahres Gesicht, doch das würde sich sicher bald ändern.
„Sie wusste über mein Schicksal Bescheid und dass du eine Schlüsselrolle darin spielen würdest. Vaters Aufgabe war es, deine Eltern zu quälen, sie winseln zu lassen und sie anschließend genüsslich zu töten …“
„Halt dein Maul! Halt dein verdammtes, dreckiges Maul!“, schrie Harry ihn an und atmete aufgebracht. Die Ketten rasselten.
„Aber, aber“, schürzte Draco seine Lippen. „Wer wird denn gleich so ausfallend sein? Sieh mal, Harry, es war Schicksal“, erklärte er unbekümmert. „Deine Eltern waren zweitrangig, du hingegen standest immer an erster Stelle. Nicht Vater hatte in unserer Familie das Sagen – es war Mutter!“
Das war Harry neu. Er runzelte die Stirn. Verdammte Neugier – Harry wollte tatsächlich mehr erfahren!
„Du zweifelst an meinen Worten?“, fragte Draco ihn. „Aber ich spreche die Wahrheit. Von ihr lernte ich, gerissen und vorsichtig zu sein, die Zeichen zu deuten und meine Visionen richtig zu beurteilen. Mutter besaß die Gabe, Vater zu steuern, ihn alles tun zu lassen, was sie für richtig hielt. Auch nach ihrem Tod stand Vater weiterhin in ihrem Bann, nur wusste er es nicht.
Ihrem Willen war es zu verdanken, dass er mich alles an Wissen lehrte, was für meine weitere Zukunft wichtig war.“ Draco lächelte kühl. „Du siehst nun hoffentlich ein, dass ich um einiges mächtiger bin, als Vater es jemals war. Nur gehe ich die Dinge etwas anders an als er. Ich habe es auch nicht nötig, wie eine Bestie das Blut der Menschen trinken zu müssen, denn mir stehen andere Mittel zur Verfügung.“
„Ach ja?“, krächzte Harry. Er war verwirrt. Wieso erzählte Draco so viel über sich? Hatte seine Vorgehensweise etwas mit seinen Vorhersehungen zu tun? Und inwieweit betrafen sie Harry? Was für eine Schlüsselrolle spielte er? Harrys ungutes Gefühl im Bauch verstärkte sich. Wenn er schon in der Falle saß, so wollte er so rasch wie möglich sterben – aber diesen Gefallen würde Draco ihm nicht tun. Was stand ihm also noch bevor?
Draco schnippte mit dem Finger, in seiner Hand erschien ein edler, goldfarbener Kelch. An seine Lippen geführt schloss Draco seine Augen, genüsslich trank er den Inhalt leer. „Köstlich!“, sagte er, als der Kelch wieder verschwunden war.
„Du besitzt einen Blutkelch?“, keuchte der Vampirjäger.
„Selbstverständlich!“, entrüstete sich Draco. „Du kannst es ja nicht wissen, aber meine Familie bevorzugte diese Art, warmes, reines Blut zu sich zu nehmen – es gibt natürlich Ausnahmen, wie zum Beispiel bei einem Kampf. Nur Vampire niederer Art giert es danach, sich an Menschen zu vergreifen.“
„Also wirst du nicht mein Blut trinken? Wie schade“, war Harry wieder einmal zu vorlaut.
Dracos Augen begannen erneut zu funkeln. Seine Lippen verzogen sich wieder zu einem aufgesetzten Lächeln. „Wer weiß?“, säuselte er. „Bisher probierte ich es nur ein Mal, aber es war nichts Besonderes. Du hingegen scheinst mir vielversprechend zu sein. Viel verlockender.“
„Niemals!“, fuhr Harry ihn an. „Ich werde nicht zulassen, dass du mich zu einem Vampir machst!“
„Du wirst es nicht verhindern können, sofern ich es wollte“, sagte Draco weich, „denn dein Schicksal liegt in meinen Händen. Wir beide …“
Draco kam nicht mehr dazu, seinen Satz zu vollenden, da die riesigen Holztüren aufgedrückt wurden. Ein weiterer Vampir betrat den Raum und blieb wie angewurzelt stehen. Sein Gesicht verfinsterte sich. Blind vor Wut, da er Harry und seine Taten kannte, stürzte er auf ihn zu.
„Daleus! Halt!“, herrschte Draco ihn an, doch der Vampir wollte nicht hören. Sein Zorn und sein Hass waren grenzenlos, doch Draco duldete diesen Angriff nicht. Eine einzige Bewegung mit seiner Hand reichte aus, um Daleus in seinem Lauf zu stoppen. Wie eine Puppe wurde er durch den Raum gefegt und kraftvoll gegen eine Wand geschleudert. Daleus rutschte sie hinab und stöhnte.
So schnell konnte Harry nicht schauen, löste sich Draco erneut in Rauch auf und tauchte vor Daleus wieder auf. Kraftvoll packte er ihn am Hals und stemmte ihn mühelos in die Höhe, so dass Daleus in der Luft baumelte. Harry wurde wieder einmal vor Augen geführt, dass Vampire übermenschliche Kräfte besaßen.
„Solltest du es noch einmal wagen, ihn anzugreifen, werde ich dich eigenhändig der Sonne aussetzen – hast du mich verstanden?!“, fuhr Draco ihn an.
Harry sog scharf die Luft ein, denn Draco hatte nicht mit normaler Stimme gesprochen. Es war die Magie der Vampire, die ihr mehr Ausdruck verlieh und Menschen meist willenlos machte.
„Ja, Gebieter“, würgte Daleus hervor und war froh, als Draco ihn wie einen nassen Sack fallen ließ.
„Wieso kommst du ohne Aufforderung zu mir? Ich dachte, ich hätte dir Manieren beigebracht!“, schnauzte der Blonde auf ihn herab.
„Es … tut mir leid, mein Gebieter, aber …!“ Daleus schrie plötzlich auf, denn eine unsichtbare Kraft peitschte seinen Oberkörper aus. Sein verwahrlostes Hemd platzte auf und zeigte drei blutige Striemen. Daleus sank in sich zusammen und hielt sich die Brust. Draco zuckte nicht einmal mit der Wimper und Harry war sich sicher, dass der Blonde diesen Zauber gedanklich ausgeführt hatte – verdammt …
„Aber? Sprich!“, fuhr Draco aufgebracht fort.
„Melissa …“
„Was ist mit ihr?“ Dracos Stimme war schneidend.
„Sie … Sie wurde … Sie …“ Daleus senkte seinen Blick und schüttelt den Kopf.
„Bist du dir sicher?“, hakte der Blonde scharf nach.
„Ja, mein Gebieter“, antwortete Daleus artig.
„Wer war es?“ Die Härte in Dracos Stimme kehrte zurück und ließ Harry erschaudern.
„Ein Vampirjäger namens Ramos Delmar. Er bekam sie zu fassen, als sie in London eintraf. Ich konnte gerade noch rechtzeitig entkommen. Er, er ist …!“
„Kein Mensch – ich weiß!“, wurde Draco wütend, sein Kopf ruckte zu Harry. „Und er gehört zu unserem Gast“, fuhr er leiser, wenn auch gefährlicher fort. Daleus hob seinen Blick an und fixierte ihn auf Harry, er nickte. „So ist es.“
„Nun gut. Bedauerlich, sie war uns als eine Gebissene eine sehr große Hilfe. Was ist mit Ramos Delmar?“
Dracos und Daleus´ Blicke lagen weiterhin auf Harry, dessen Herz vor Aufregung hart in der Brust schlug.
„Er ist auf der Suche nach ihm“, nickte Daleus in Harrys Richtung. „Und er wird nicht aufgeben, bis er ihn gefunden hat.“
„Verfolgt er bereits eine Spur?“
„Nein. Er ist ahnungslos. Noch.“
„Gut“, seufzte Draco, packte Daleus´ zerrissenes Hemd und zog den Vampir ruckartig auf die Beine. Sein Blick hing weiterhin an Harry. „Sieh zu, dass das auch so bleibt! Und kümmere dich gefälligst um ihn!“, stieß er seinen Untertanen von sich.
„Selbstverständlich, mein Gebieter. Entschuldige bitte die Störung. Mein … Mein Angriff auf unseren Gast wird sich nicht noch einmal wiederholen“, schwor er reuevoll.
Draco sah ihn verachtend an. „Das will ich für dich hoffen, Daleus, denn er gehört mir! Verstanden? Er ist mein Gefangener und nur ich bestimme, was mit ihm passiert! Geht das endlich in dein mickriges Gehirn rein?!“
„Ja“, fügte sich Daleus artig, nickte Draco zu, schenkte Harry einen letzten, hasserfüllten Blick und beeilte sich aus dem Raum. Die Türen glitten ins Schloss zurück.
Draco sah Harry eindringlich an. „Dich freut es wohl zu hören, dass dein Freund dich sucht, oder? Er wird dich aber nicht finden.“
„Warten wir’s ab!“, wetterte Harry dagegen.
Draco lächelte wieder, kam näher und setzte sich zu Harry aufs Bett. „Also – ich habe dir einiges von mir erzählt, jetzt bist du an der Reihe. Berichte mir etwas über Ramos Delmar.“
„Wieso willst du etwas über ihn wissen?“
„Hm, lass mich überlegen. Vielleicht, weil er eine potentielle Gefahr für uns ist? Vielleicht, weil er kein Mensch ist? Ich will Informationen – jetzt!“, wurde Draco direkter.
Harry grinste ihm schadenfroh ins Gesicht. „Niemals“, antwortete er genüsslich.
Draco kämpfte sichtlich mit seiner Beherrschung und blähte seine Nasenflügel auf. „Nun gut, es geht auch anders. Menschen müssen essen und trinken, richtig? Du wirst nichts von beidem bekommen, bis ich meine Antworten erhalte. Sei froh, dass ich dir etwas Komfort zur Verfügung stelle, denn das wird das Einzige sein, was du bekommst!“
Der Blonde verschwand in einer Rauchschwade, dann glitten die Türen auf und schwangen kraftvoll wieder zu. Harry blieb alleine zurück. Seine Handgelenke schmerzten unentwegt und er glaubte, dass seine Haut bereits aufgescheuert war.
Eigentlich hätte er sich denken können, dass Ramos sehr interessant für Draco und sein Gefolge sein würde, da er – wie schon mehrmals erwähnt – kein Mensch war und demnach bemerkenswerte Kräfte besaß. Aber auch wenn Harry das wertvolle Wissen seiner Herkunft besäße, würde er es niemals an einen beschissenen Vampir verraten!
Draco drohte ihm mit Nahrungsentzug? Das sollte Harry recht sein! Denn: Harry war es gewohnt, wenig bis nichts zu essen, und einen Tod durch Nahrungsentzug würde er trotz der körperlichen Qualen ebenfalls auf sich nehmen. Er hoffte nur, dass Ramos sich hütete und klug vorging …
°
Es war die Hölle. Harry litt tatsächlich Qualen, denn sein Magen rebellierte und pochte unangenehm. Seine Arme schmerzten, seine Hände waren taub, und obwohl er auf einer weichen Unterlage kniete, hielt er diese Position fast nicht mehr aus. Die Zeit verging nur sehr träge.
Es vergingen zwei volle Tage und eine Nacht, in denen er in seinen eigenen Ausscheidungen und dieser unbequemen Position verharren musste. Harry verfiel in eine Art Trance, er nahm nichts mehr um sich herum wahr. Er hätte schwören können, dass Draco nach ihm sah, ihn immerzu ausfragte, aber so genau konnte er es nicht sagen.
Das Hungergefühl verschwand, der Magen verwandelte sich zu einem Klumpen und seine Kräfte schwanden. Die Ohnmachtsanfälle suchten ihn immer häufiger heim und Harry glaubte sich endlich an der Schwelle des Todes. Falsch gedacht!
Denn plötzlich kümmerte man sich um ihn, aber Harry hatte keine Kraft mehr, seine Aufmerksamkeit zu mobilisieren. Als er das nächste Mal zu sich kam, wurde er mit sämtlichen Zaubern gesäubert, weich gebettet und anschließend mit etwas Breiigem gefüttert. Der ekelhafte Gestank war endlich verschwunden und die Schmerzen in seinen Handgelenken verpufften, da die Ketten nicht mehr vorhanden waren.
Schließlich setzte Harrys Gehirn ein und er sah geradewegs hoch in Dracos gefühlloses Gesicht.
„Ich habe mir Folgendes gedacht“, ließ der Blonde ihn wissen. „Wenn du mir entgegen kommst, komme ich auch dir entgegen. Solltest du mir weiterhin jegliche Informationen verweigern, sehe ich mich dazu gezwungen, dich fortwährend zu quälen. Falls du aber glaubst, ich würde dich sterben lassen, so hast du dich geirrt. Es liegt ganz allein bei dir. Wir können dieses Spiel ewig so weiterführen, und ich garantiere dir, es wäre für dich die Hölle auf Erden.“
„Das ist mir egal“, wisperte Harry ohne jeglichen Lebenswillen. „Irgendwann wirst du zu spät kommen und mich nicht mehr am Leben erhalten können.“
Draco sagte daraufhin nichts, er musterte Harry eingehend. „Musst du ein Geschäft verrichten?“, fragte er seinen Gefangenen.
„Was?“, verstand Harry nicht so recht.
„Ich fragte, ob du dich erleichtern musst!“
„Oh, ähm …“ Harry merkte, dass sein Magen und Darm rebellierten und Draco wusste Bescheid. Er half Harry, auf die Beine zu kommen und führte ihn aus dem Zimmer. Harry konnte sich mehr schlecht als recht auf den Beinen halten, doch seine Neugierde entfachte seine Aufmerksamkeit. Einigermaßen wieder zu Kräften gekommen sah er sich im langen Gang um, in dem viele Gemälde hingen. Hauptsächlich von Männern und Frauen, die Ähnlichkeit mit Draco aufwiesen.
„Das ist meine Familie“, hielt Draco sich knapp und sah weiterhin gerade aus, während er Harry zielsicher führte. „Du brauchst erst gar nicht an Flucht zu denken, denn das wird dir in deinem Zustand nicht gelingen.“ Harry fluchte innerlich, da Draco leider Recht hatte: Er war noch viel zu geschwächt.
Draco lenkte ihn zwei Gänge entlang und stieß ihn voran. Die Tür öffnete sich von selbst und gab ein altmodisches Badezimmer frei.
„Beeil dich, ich warte hier“, gab Draco ihm noch mit auf dem Weg, bevor er die Tür schloss. Harry sah sich um und bemerkte, dass dieser kleine Raum kein Fenster besaß – eine Flucht war tatsächlich ausgeschlossen.
Nur fünf Minuten später kam er heraus und wurde von Draco zurück in das ursprüngliche Zimmer gebracht. Auf ihrem Rückweg trafen sie auf die Gefolgsleute von Draco, die Harry kritisch und auch wütend beäugten, es aber nicht wagten, ihm auch nur ein Haar zu krümmen. Harry konnte ihren Hass und die Gier nach seinem Tod fast schon spüren, hielt aber ihren Blicken stand.
„Wieso hast du das getan?“, fragte Harry seinen Entführer und begab sich auf das gesäuberte, nun etwas besser riechende Bett, während Draco einen Zauber darüber legte, so dass keine Fluchtgefahr bestand.
„Wieso? Weil du mein Bett nicht noch einmal besudeln sollst, egal womit“, knurrte Draco.
„Moment mal. Du schläfst normalerweise in diesem Bett?“, fragte Harry nach und zeigte darauf.
Draco rollte mit den Augen und schnaubte. „Nein. Es ist ein Gästebett, wenn du verstehst. Unsere Familie hatte schon den einen oder anderen Menschen als ‚Gast‘. Meine Gemächer befinden sich woanders.“
„Ich vergaß, du schläfst sicher in einem Sarg“, schnaufte Harry ihn an.
„Irrtum!“, widersprach Draco heftig und erstaunte Harry mit seiner Aussage. „Ich bevorzuge es, in einem Bett zu schlafen, allerdings in einem Raum, der keine Fenster besitzt.“
„Im Kerker, was?“, schlussfolgerte Harry richtig.
Draco nickte langsam. „Gut kombiniert. Bist du jetzt bereit, mir ein paar Auskünfte zu geben?“
„Nein!“
Nun wurde es Draco zu bunt. Er stieg durch die unsichtbare Barriere, setzte sich Harry gegenüber und begann, mit seiner magischen Stimme auf ihn einzusprechen. Fragen über Fragen ergingen über Harry, der sich nach Leibeskräften wehrte. Er verzog sein Gesicht, presste die Handkuppen gegen seine Schläfen und kniff die Augen zusammen.
Bei Albus Dumbledore hatte er gelernt, den magischen Stimmen zu widerstehen, aber wie es aussah, hatten die Geborenen mehr drauf als die gewöhnlichen Gebissenen. Harry wälzte sich auf dem Bett, schrie auf und rollte sich anschließend zusammen. Immerzu befahl er sich selbst, keine ungewollten Antworten zu geben, die Ramos auch nur im Entferntesten belasten konnten.
Das einseitige Verhör dauerte fast eine halbe Stunde an, bis Draco endlich von ihm abließ. „Morgen Nacht komme ich wieder und dann machen wir weiter“, schwor er und verschwand.
Harry schwitzte und atmete heftig. Er glaubte, immer noch die dröhnende Stimme von Draco in seinem Kopf zu hören. Der magischen Frequenz zu widerstehen, hatte ihm alles an Kraft geraubt, er war ausgelaugt und völlig am Ende. Harry lag auf dem Rücken und starrte an die Decke. Wie lange sollte dieses Spiel noch weitergehen? Wie lange würde er noch gefoltert werden, bis er endlich sterben durfte? Wie lange würde er wohl noch durchhalten? War Ramos inzwischen auf der richtigen Spur? Würde er es schaffen, Harry rechtzeitig ausfindig zu machen und zu retten?
Harry glaubte zwar an Ramos´ außergewöhnliche Fähigkeiten, aber er glaubte nicht an Wunder. Draco, so war ihm bewusst, hatte tatsächlich sein Leben in der Hand. Es wäre ein Geschenk, Harry endlich sterben zu lassen, doch diesen Gefallen würde Draco ihm nicht tun. Verdammt!
Sein Blick schweifte umher. Er sah das zarte Vibrieren des Barrierezaubers, der das Bett umgab. Wobei: Diese Art der Gefangenschaft war wesentlich angenehmer, als an den Ketten zu hängen. Völlig übermüdet schloss Harry die Augen und schlief prompt ein.
Als er wieder wach wurde, war es Tag und er konnte sich sicher sein, dass die Vampire allesamt schliefen. Sonnenlicht fiel durch die Fenster und erreichte fast sein Bett. Der gesamte Raum schien friedlicher zu wirken, sah man davon ab, dass dieser zum Vampirhauptquartier gehörte. Harry fragte sich unweigerlich, ob die Vampire es unter Dracos Befehlen geschafft hatten, ganz London einzunehmen, denn diese Blutsauger gehörten eindeutig einem anderen Kaliber an.
Der Hunger setzte ein und das Knurren seines Magens wurde immer lauter. Harry hielt sich den Bauch, rieb ihn und glaubte nicht daran, dass er heute wieder etwas zu essen bekommen würde. Er irrte sich! Direkt zu seinen Füßen manifestierte sich eine Schüssel mit Brei, den Harry bereits vom Vorabend kannte, und Sekunden später ein voller Wasserkrug.
Er wollte nicht wissen, woraus der Brei bestand, aber soweit er sich erinnerte, hatte er nicht schlecht geschmeckt. Hungrig machte er sich über die Schüssel her und aß sie komplett leer. Die Schüssel beiseite gestellt griff er sich den Wasserkrug, gierig trank er das kühle Nass aus.
Nun ging es ihm viel besser und er fragte sich erneut, wieso Draco diesen Aufwand betrieb. Waren er und Ramos so wichtig für ihn? Wie passten sie beide in Dracos Plan? Und was war Dracos Plan? Harry kam jenes Gespräch mit dem Blonden in den Sinn, welches er am ersten Abend mit ihm geführt hatte. Die Vorhersehungen! Was genau hatte Draco gesehen? Würde er ihm das verraten? Bestimmt nicht!
Harry fluchte, denn er war wehrlos. Zusätzlich war seine Magie blockiert worden, denn sonst hätte er schon längst auch ohne seinen Zauberstab zaubern können. Niemand Geringerer als Draco kam als Verursacher in Frage. Wie mächtig war dieser Geborene eigentlich? Auf jeden Fall viel mächtiger als ein Gebissener. Bei Merlin, Harrys Zukunft sah alles Andere als rosig aus.
°
Die Nacht brach an und es war nur eine Frage der Zeit, bis Draco ihn ein weiteres Mal besuchen kommen würde. Plötzlich wurden die Türen aufgestoßen, doch es war nicht Draco, der ihm einen Besuch abstattete …
Harry sah sich einem neuen Vampir, den er noch nie zuvor gesehen hatte, gegenüber. Wie auch letztens bei Daleus konnte er sich sicher sein, dass dieser Vampir nur seinen Tod wollte. Er war über und über mit Blessuren bedeckt und seine gesamte Haltung war mit der eines wilden Stieres zu vergleichen. Hm, vielleicht war er Ramos begegnet und hatte es gerade noch so geschafft, ihm zu entkommen?, schoss Harry durch den Kopf.
„Das Spiel ist aus! Ich werde nicht so nachsichtig mit dir sein wie unser Gebieter!“, spie der Unbekannte ihm entgegen und löste mit einem Wink seiner Hand die Barriere. Harrys Herz raste in der Brust, denn einerseits konnte auch dieser Vampir zaubern und andererseits war es Harry unmöglich, sich auf magische Weise zur Wehr zu setzen!
Der Dunkelhaarige, der ziemlich bullig aussah, stürzte auf ihn zu, doch Harry sprang geistesgegenwertig zur Seite. Nur der Schnelligkeit des Vampirs war es zu verdanken, dass dieser Harrys Fuß zu fassen bekam und das Opfer seiner Wahl mit einem Ruck zu sich zog. Es entstand ein Kampf auf Leben und Tod und beide kippten wild ringend aus dem Bett. Harry kämpfte sich los, doch der Vampir war ihm sofort auf den Fersen.
Er scheuchte Harry durch den Raum, schleuderte ihn gegen Gegenstände und Wände und versetzte ihm kräftige Faustschläge. Harry aber wehrte sich nach Leibeskräften. Nicht umsonst war er einer der besten Nahkämpfer von London. Er schaffte es, dem Vampir ebenfalls zuzusetzen und seinen Körper mit Tritten und Hieben quer durch den Raum zu schießen. Allerdings war Harry nicht so schnell wie dieser verdammte Blutsauger, der nun doch ungeduldig wurde und an Harrys Blut wollte.
In diesem Moment bugsierte der Vampir ihn gegen die Wand und drückte Harry die Luft ab, doch der Jäger trat mit aller Macht zu und konnte sich röchelnd aus dem kräftigen Griff befreien. Der Kampf ging weiter, aber Harrys Kräfte, die bis jetzt noch nicht völlig aufgeladen waren, schwanden von Minute zur Minute. Von einer Sekunde auf die andere gab er auf, denn eigentlich wollte er ja den Tod – und der Vampir auch. Dieser schien seine Chance zu wittern, denn er grinste grässlich, packte Harry und riss seinen Mund auf. Seine Vampirzähne kamen zum Vorschein und dann fuhr sein Kopf vor!
Harry schloss die Augen und rechnete mit seinem Leben ab. Die spitzen Zähne kratzten bereits an seiner Haut, aber dann stoppte die Attacke! Harry kam frei und der Vampir segelte in hohem Bogen quer durch den Raum. Völlig am Ende rutschte der Vampirjäger die Wand hinab, japste nach Luft und sah dabei zu, wie Draco sich um den Vampir kümmerte. Der dunkelhaarige Blutsauger ließ ein wütendes Fauchen von sich hören, denn schließlich war er unterbrochen worden!
Dracos Untertan hatte sehr wohl die Schnauze davon voll, nach seiner Pfeife zu tanzen, denn er griff seinen Herrn und Meister an! Draco allerdings war kräftiger und auch die Ruhe in Person. Er stellte sich in Position und sah dem Angriff seelenruhig entgegen. In seiner Hand manifestierte sich ein überaus langes Schwert, welches er mit einem Mal durchzog und somit den Angreifer stoppte. Der Vampir verlor seinen Kopf! Übrig blieb nur noch Asche, die sanft zu Boden rieselte. Draco ließ das Schwert und die Asche verschwinden.
Anschließend drehte er sich schwungvoll zu Harry um und blitzte ihn an. „Duuuuu“, knurrte er.
Harry verstand nicht, weshalb der Obervampir plötzlich so wütend war, doch die Antwort sollte er schon bald erfahren. „Du besitzt wohl mehr Freunde, als wir angenommen hatten. Aber freue dich nicht zu früh! Wir kümmern uns schon um sie und vernichten einem nach dem anderen – hast du gehört?!“
„Und wieso regst du dich dann so auf?“, stichelte Harry.
„DELMAR!“, wurde Draco laut und ballte seine Hände zu Fäusten. „Er gründete eine Widerstandsgruppe, aber sein Vorhaben ist zwecklos! Seine Gruppe schrumpft von Nacht zu Nacht, aber dein Freund will und will nicht aufgeben!“
Harry lachte auf. „Sieht wohl so aus, als würde er euch in den Arsch treten, was? Gut so! Wundert es dich wirklich, dass Ramos nicht ans Aufgeben denkt? Er wird euch so lange jagen, bis jeder Einzelne von euch zu einem jämmerlichen Haufen Asche geworden ist.“
„Halt deinen Mund!“, hallte Dracos Stimme an den Wänden wider, zeitgleich wurde Harry der Atem genommen. Dracos Arm zitterte, denn er war ausgestreckt und die Hand schloss sich langsam zur Faust. Das bedeutete nichts Gutes, denn Harrys Hals wurde immer enger, sein Gesicht lief schon puterrot an. Sterne tanzten vor seinen Augen, seine Füße zuckten und sein Herz raste. Das Summen in seinen Ohren wurde lauter und das Sichtfeld kippte zur Seite, es wurde dunkel …
°
Als er wieder zu sich kam, lag er auf dem Bett – er war alleine. Ramos musste Draco und seinen Anhängern ziemlich zugesetzt haben, denn wieso sonst war der Blonde außer Kontrolle geraten? Die Hoffnung in Harry stieg an, denn er glaubte an Ramos und betete zu Merlin, dass sein dämonischer Freund ihn rechtzeitig finden würde. Stolz flutete sein Herz, da die Vampirjägergemeinschaft anscheinend noch härter gegen die Blutsauger vorging als jemals zuvor! So lange Ramos als ihr Anführer fungierte, erhöhte das die Chancen, gegen Draco und sein Gefolge zu bestehen.
Harry lächelte, doch schon in der nächsten Sekunde verflüchtigte es sich: Je erfolgreicher seine Freunde waren, desto risikoreicher würde es für ihn werden. Für Harry gab es nur zwei Optionen: leben oder sterben. Als Untoter wollte er bei Merlin nicht enden! Allerdings waren die Weichen ausgerechnet in diese Richtung gestellt und Harry fürchtete sich. Ja, er fürchtete sich das erste Mal seit langem. Denn würde er zum Untoten, wären seine Freunde augenblicklich seine Feinde. Ganz sicher war das auch Draco bewusst. Wieso also hielt er sich noch zurück? Harry wollte die Antwort so gerne in Erfahrung bringen, doch darauf konnte er lange hoffen.
Kaum dass er sich ein wenig erholt hatte, bekam er Besuch von Draco, und diesmal war dieser alles Andere als gut aufgelegt oder entspannt. Er setzte seine Foltermethoden fort, indem er seine magische Stimme benutzte und Harry noch schneller an seine dünn gewordenen Grenzen brachte. Harry sah sich schon als Verräter enden. Draco brüllte zwar nicht, aber er stellte eiskalt präzise Fragen. Bekam er Antworten? Nein …
Erst nach einer Stunde ließ Draco von ihm ab, schleuderte ihm noch wütend entgegen, dass er diesmal keine Nahrung bekommen würde und verließ aufgebracht das Zimmer – die Türen knallten ins Schloss zurück. Harry zitterte am gesamten Leib und sein Kopf wollte sich unbedingt sprengen. Solche Schmerzen hatte er schon lange nicht mehr gespürt!
°
Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis Harry sich einigermaßen wieder gefangen hatte und die Schmerzen in seinem Kopf endlich zurückgingen. Nicht einmal ein Cruciatus-Fluch konnte derartige Folgen hervorrufen, war sich Harry sicher.
Plötzlich war etwas zu hören. Die Laute wurden durch Schächte direkt in Harrys Zimmer transportiert. Stöhnen? Lustschreie? Es war nicht das erste Mal, dass er damit belästigt wurde, doch diesmal war er wieder bei Sinnen und bekam alles hautnah mit. Harry schloss ergeben die Augen und verfluchte diesen wahr gewordenen Alptraum. Ihm war selbstverständlich bekannt, dass Vampire einen ziemlich ausgeprägten Sexualtrieb besaßen.
Obwohl es Harry damals in seiner Schul- und Lehrzeit peinlich gewesen war, hatte Albus Dumbledore darauf bestanden, auch die Standhaftigkeit gegenüber sexuellen Verlockungen zu trainieren. Diskret hatte sich Albus zurückgezogen, wenn er Harry mit einem scharf gewordenen Vampir, zu dem der Irrwicht geworden war, alleine ließ. Nun, bei den ersten Versuchen hatte Harry dem Vampir nicht standhalten können, doch auch das bekam er schneller in den Griff, als Albus sich damals erhofft hatte. Noch heute schämte sich Harry dafür, dass er sich zu Anfang dieses peinlichen Trainings sowohl dem weiblichen als auch dem männlichen Geschlecht hingegeben hatte.
Nun konnte er widerstehen – so war er sich jedenfalls sicher.
Die lustvollen Laute drangen tief in Harrys Gehörgänge vor. Harry hielt sich zwar die Ohren zu, doch das half nicht viel. Zu seiner Schande ließ er die Hände wieder sinken. Er dachte daran, wie lange es wohl her gewesen war, dass er den Geschlechtsakt aktiv betrieben hatte. Bestimmt schon Jahre.
Zu seiner eigenen Erleichterung gewann die Müdigkeit und schickte Harry in eine seltsame Traumwelt.
In seinem Traum irrte er durch die Gänge des Schlosses und durchsuchte im Kerker Zimmer für Zimmer. In jedem von ihnen fand er Gruppen von Vampiren vor, die sich sexuell miteinander vergnügten und schamlos verschiedenen Praktiken frönten. Harry war der Voyeur und konnte kaum die Augen von ihnen lassen. Allerdings war er auf der Suche nach einer ganz bestimmten Person, die er dann auch fand.
Diese Person hatte weißblondes, langes Haar, lag nackt auf dem Bett und ließ sich sowohl von Männern als auch von Frauen verwöhnen. Harry blieb wie angewurzelt stehen, sah dem erotischen Schauspiel zu und zuckte zusammen, als sein und Dracos Blick sich trafen. Der Blonde stöhnte, stieß von unten in einen feuchten Mund und hatte keine Scheu davor, Harry zu zeigen, wie wohlgeformt sein Körper und besonders seine Körpermitte waren …
Wie vom Blitz getroffen schoss Harry hoch, er atmete schwer. Zu seinem Entsetzen saß Draco schief grinsend auf der Bettkante.
„Na? Hattest du schöne Träume?“, säuselte er und verströmte dabei diese Art von Magie, der Harry kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Alles in ihm schrie unweigerlich danach, den Blonden zu berühren, ihm das offen stehende Hemd vom Körper zu reißen und seine Hand in die Hose des Vampirs zu schieben. Der Blonde leckte sich lasziv über die Lippen und flüsterte: „Ich weiß doch, dass du mich willst. Wieso wehrst du dich mit aller Macht dagegen?“
Harry riss die Augen auf, er keuchte und schwitzte. Erleichtert stellte er fest, dass der eigenartige Traum tatsächlich zu Ende war. Er konnte allerdings nicht mit Sicherheit behaupten, den zweiten Teil wirklich geträumt zu haben, denn Vampire waren bekannter Weise zu allem fähig. Zwar hatte Harry noch nie davon gehört, dass Vampire die Fähigkeiten besaßen, Träume zu steuern, doch Draco war für ihn ein Buch mit sieben Siegeln – ihm traute er alles zu.
Tageslicht flutete das Zimmer und zu seiner Freude entdeckte er am Fußende des Bettes einen Krug Wasser und eine Schüssel mit Brei. Hungrig griff Harry zu und löschte zuerst seinen Durst. Dann kam die Schüssel an die Reihe und Harry fühlte, dass seine Lebensgeister und die Energie zu ihm zurückkehrten. Nicht mal ein paar Stunden später verspürte er den Drang, sich erleichtern zu müssen, doch leider musste er bis zum Abend ausharren.
Um sich von seiner vollen Blase abzulenken, dachte er über eine mögliche Flucht, seine Freunde, sein am seidenen Faden hängendem Leben und schlussendlich über diesen eigenartigen Traum nach. Bei Merlin, Harry stand doch nicht auf Männer, nicht auf Vampire und schon gar nicht auf diesen Blonden! Er verstand die Welt nicht mehr und konnte sich seinen Traum nur so erklären, dass die vergangene Folter in Harry höchstwahrscheinlich eine prägende Signatur hinterlassen hatte.
Der Abend kam schneller als gedacht. Als die Sonne untergegangen war, glitten die Türen auf, doch niemand trat ein. Dies hatte aber nichts zu bedeuten, denn Harry kannte inzwischen die Auftritte des Blonden. Vor ihm zeigte sich eine Rauchwolke, die sich verzog, als Draco sich manifestierte.
„Ich muss aufs Klo“, sprudelte es aus Harry hervor. „Oder aber ich saue dein Bett ein – jetzt gleich.“
„Hm, gegen Zweiteres hätte ich diesmal nichts einzuwenden“, funkelten Dracos Augen wissentlich, doch Harry bemühte sich um Gelassenheit. Draco wandte den Blick ab, löste den Barrierezauber und folgte Harry aus dem Zimmer. Der Dunkelhaarige wunderte sich, dass Draco ihn nicht führte, um sicher zu gehen, dass er nicht flüchtete. War es Vertrauen, das der Blonde ihm entgegen brachte? Wohl eher nicht.
Harrys Herz klopfte aufgeregt in der Brust, während er den langen Gang entlang schritt und von den Vampiren, die an den Wänden lehnten, ausgiebig gemustert wurde. Dieser Gang zur Toilette war anders als letztes Mal. Etwas hatte sich verändert.
Die Blicke der Vampire waren nicht mehr von Hass erfüllt, eher von einem Wissen, das unmöglich sein konnte! Kannten sie Harrys Traum? Und wenn ja, wie war das möglich? Hatte Draco ihnen davon erzählt? Oder war der Traum gar keiner gewesen? Oh Merlin, was für grausame Vorstellungen! Nein, er war bestimmt nicht geschlafwandelt, fiel ihm ein, denn die Barriere hätte ihn bestimmt daran gehindert. Harry presste die Lippen aufeinander, beschleunigte seine Schritte und knallte hinter sich die Tür ins Schloss, bevor er seinen Zipp hinab zog und sich erleichterte.
Als er wieder hinaustrat, sah er sich mit undefinierbaren Blicken konfrontiert; allen Vampiren voran stand Draco und musterte ihn ungeniert. „Gehen wir“, nickte er in die entsprechende Richtung und stieß ihn an. Harry sagte keinen Ton, denn er war froh darüber, vor den gierigen Blicken der anderen Vampire flüchten zu können.
Zurück in seinem Zimmer atmete er tief durch und begab sich zu seinem Bett. Er vermied es, Draco in die Augen zu sehen, der die Türen schloss und langsam auf Harry zu schlenderte. „Nun? Wie sollen wir es heute angehen? Ich könnte dich wieder foltern, oder aber du verrätst mir endlich, was ich wissen will.“
„Dann tu, was du nicht lassen kannst“, murmelte Harry und machte sich auf alles gefasst.
„Eines solltest du noch wissen“, sprach Draco ungerührt weiter. „Wir träumen nicht, Menschen aber schon. Das, was du geträumt hast, hat uns alle empfangen. Vergiss nicht, hier befindest du dich in meinem Reich und hier gelten meine Gesetze.“
„Was?“, hauchte Harry entsetzt, liebend gerne wäre er jetzt in einem Mäuseloch verschwunden.
„Das ist wohl schockierend für dich, nicht wahr? Für uns allerdings nicht, denn wir wissen, wie Menschen auf uns reagieren, wenn wir uns um sie bemühen.“
„Deine Bemühungen haben auf mich aber keine Wirkung“, knurrte Harry ihn an und schickte ihm einen giftigen Blick.
Draco lachte auf und schüttelte fast schon amüsiert den Kopf. „Nicht? Hm, weißt du, was eigenartig daran ist?“
„Nein, aber das wirst du mir jetzt bestimmt auf die Nase binden“, zischte Harry ihn an.
„So ist es“, bestätigte Draco in aller Ruhe. „Bis jetzt habe ich noch keine Bemühungen in dich investiert, mein Freund, und doch verzehren sich dein Geist und auch dein Körper nach mir.“
„Das ist nicht wahr!“, erwiderte Harry hitzig. „Du bist ein verdammter Vampir, der …!“
„… der trotzdem eine Anziehungskraft auf dich ausübt. Du kannst es leugnen, aber dein Traum sprach eine andere Sprache. Wie du siehst, ist leugnen ziemlich zwecklos. - Willst du, dass ich mich um dich bemühe? Dass ich dich so lange umschmeichle, bis du vor Lust wimmerst und mich bittest, dich zu erlösen?“, hauchte er.
„NEIN!“, schrie Harry ihn an und robbte in die hinterste Ecke seines Bettes. Draco blieb an Ort und Stelle stehen. Alles, was er tat, war zu lächeln. Plötzlich war es Harry, als ob Draco unwiderstehlich auf ihn wirkte. Harry riss sich zusammen und wandte seinen Blick rasch ab.
„Das war nur ein kleiner Impuls von mir, noch nicht mal das gesamte Ausmaß meiner Macht, Harry. Und jetzt sieh nur, was ich bei dir angerichtet habe.“
Harry wusste im ersten Moment nicht, wovon Draco sprach, bis er auf seine Hose sah und die mächtige Beule darin bemerkte. Er stöhnte frustriert auf und zog die Beine an seine Brust.
„Ich sehe schon, so kommen wir nicht weiter. Ich muss dir noch etwas sagen, Harry.“
Harry sah wieder zu Draco und bemerkte das freudige Funkeln in dessen Augen. „Meine Vorhersehungen haben sich bewahrheitet – endlich! Das ersehnte Zeichen wurde von dir gesandt, nun können wir den zweiten Schritt einleiten.“
„Was … willst du damit sagen?“, runzelte Harry die Stirn, ihm schwante Böses.
„Du bist nun bereit, einer von uns zu werden“, eröffnete Draco ihm feierlich.
„Nein“, hauchte Harry entsetzt und schüttelte den Kopf. „Niemals! Du irrst dich! Ich will kein verdammter Blutsauger werden! Bleib mir fern! Ich warne dich!“, schrie er zuletzt.
„Du warnst mich, Harry?“, säuselte Draco lieblich. „Deine Warnung ist nur Schall und Rauch – und das weißt du!“
So schnell konnte Harry nicht schauen, machte Draco einen Satz nach vorne und stürzte sich auf Harry. Sein Mund stand offen und seine Eckzähne wuchsen. Harry wehrte sich nach Leibeskräften, doch Draco war stärker, pinnte ihn auf dem Bett fest und versenkte seine Zähne schon fast behutsam in Harrys Hals.
Harry schrie, aber es war zu spät. Er spürte, wie das Blut aus seinen Adern gesaugt wurde und dass sein Herzschlag sich verlangsamte. Ein letzter Gedanke schoss ihm durch den Kopf, bevor alles schwarz um ihn herum wurde: Ich habe verloren und er gewonnen.
TBC …
*seufz* Da hat Harry so brav durchgehalten und die Hölle durchlebte - aber hat es ihm was gebracht? Sieht wohl nicht so aus. Jetzt ist es leider Gewissheit, dass Harry zum Vampir wird. Wie wird er wohl damit umgehen? Was denkt ihr? Was wird Ramos tun? Mal sehen, welche Vermutungen ihr für mich habt! Nur leider: Ich werde euch nicht sagen können, ob ihr damit richtig liegt oder nicht, denn mit dem nächsten Kapitel wisst ihr mehr!
Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende und viel Spaß!
Wir lesen uns?
Viele Bussis an euch, eure gugi!
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