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von Georgiana Darcy    erstellt: 19.07.2009    letztes Update: 16.05.2011    Geschichte, Allgemein / P12    (abgebrochen)
Hallo an alle, die meine Geschichte lesen und hoffentlich mögen :-)
Ich würd mich freuen, wenn noch ein paar Leute ihre Meinung dalassen würden.

Ich hoffe, die vielen Perspektivenwechsel sind nicht verwirrend, ursprünglich wollte ich die Geschichte nur aus Lilys Sicht schreiben, aber manchmal passte es einfach besser, wenn auch mal andere zu Wort kommen :-)



Die nächsten Tage vergehen wie im Fluge, weil uns sämtliche Professoren mit Tonnen von Hausaufgaben überschüttet haben und außerdem die Stunden immer komplizierter werden.
Ich seufze, während Professor Pratt fortfährt uns einen Vortrag über ungesagte Flüche zu halten. Ich merke, dass ich jetzt schon Schwierigkeiten habe und dabei ist gerade mal anfang Dezember. Die UTZ-Kurse sind definitiv um einiges härter als das ZAG-Niveau. Aber ich brauche diesen Kurs, ich will unbedingt in die magische Strafverfolgung. Vielleicht ist das dumm, vor allem, wenn man bedenkt, dass Verteidigung gegen die dunklen Künste schon immer mein Schwachpunkt gewesen ist.
Und jetzt will er auch noch praktische Übungen machen. Verdammt. Das Glück ist heute wirklich nicht mit mir, denn er teilt mir ausgerechnet James Potter als Übungspartner zu. Ich fühle mich unsicher. Professor Pratt weist uns an, uns gegenseitig zu schocken, bzw. den Schocker mit einem Schildzauber abzuwehren. Ungesagt versteht sich. Doch Potter macht keine Anstalten, seinen Zauberstab zu erheben. Stattdessen verschränkt er die Arme und sagt laut „Ich verhexe keine Mädchen.“ Ich werde wieder einmal wütend. „Glaubst du, ich werde mit dir nicht fertig“ zische ich. Ich könnte ihm einfach einen Zauber auf den Hals hetzen, er würde sich wahrscheinlich nicht mal wehren. Professor Pratt wirkt genervt. „Mr. Potter bitte, stellen Sie sich einfach vor Ms. Evans geht gleich auf sie los um sie umzubringen.“ Potter schüttelt den Kopf „Das wäre durchaus nichts neues für mich, Professor“ erwidert er mit verzweifelt-komisch Miene, wobei er sich mal wieder durch sein eh schon zerzaustes Haar fährt. „Trotzdem...“ Professor Pratt gibt auf „also gut Potter, gehen sie da zu Black und dann halten Sie den Mund.“ Zu mir schickt er stattdessen Mary, die zwar sehr nett ist, aber auch wirklich nicht gerade schlau. Ich weiß nicht, wie sie jemals ihren ZAG geschafft hat, denn sie bekommt noch viel weniger Verteidigungszauber auf die Reihe als ich. Mit ihr sollte ich doch fertig werden. Ich warte darauf, dass sie einen Schockzauber zustande bringt, aber außer dass ihr Gesicht vor Anstrengung rot anläuft, passiert gar nichts. Ich weiß nicht einmal, ob sie überhaupt schon jemals einen Schockzauber geschafft hat. Ganz zu schweigen von einem ungesagten.
Also sehe ich mich ein wenig im Raum um und mein Blick bleibt an Black und Potter hängen. Black fuddelt, er murmelt seinen Zauber immer durch den Mundwinkel, aber Potter schafft es jedes Mal ihn mit einem Schlenker seines Zauberstabs abzuwehren, indem er ohne einen Mucks einen Schild vor sich heraufbeschwört. Ich bin wie so oft in letzter Zeit überrascht. Auch wenn ich es ungern zugebe, er hat es einfach drauf. Er hat, seit er sich geweigert hat, mich zu verhexen, keinen Ton mehr gesagt und doch nichts abbekommen. Ich versuche, mich selbst davon zu überzeugen, dass er wieder mal nur seine Lässigkeit demonstrieren will, wie er so dasteht und immer nur kurz den Zauberstab schwenkt. Aber wenn man ihm ins Gesicht sieht, merkt man, dass er sich konzentriert. Ich hatte immer gedacht, Potter sei ein Faulpelz. Mir war nie der Gedanke gekommen, dass ihn irgendetwas interessieren könne, mal abgesehen von Quidditch.
Ich bin froh, als die Stunde endlich zu Ende ist, denn mir dröhnt der Kopf. Ich war so beschäftigt gewesen, die anderen anzustarren, dass ich nicht auf Marys Schockzauber reagiert habe (der nebenbei gesagt sehr laut war und absolut nicht ungesagt). Jedenfalls hat sie mich voll erwischt und jetzt tut mir alles weh. Gut, dass jetzt eine Freistunde auf dem Plan steht.
„Hey Evans“ ertönt hinter mir eine nur allzu bekannte Stimme. Ich mache mir nicht einmal die Mühe mich umzudrehen „Was willst du Potter?“ Er hält mich am Ärmel fest. „Ich dachte, du könntest vielleicht Hilfe gebrauchen.“ Seine Stimme klingt freundlich. Ich starre ihn an. „Wie kommst du darauf?“ Meine Stimme klingt böse, aber trotzdem ärgere ich mich, dass man mir auch die Verunsicherung anhört. Ausgerechnet er muss merken, dass ich zu blöd für etwas bin. „Na du scheinst Probleme mit den ungesagten zu haben“, er bleibt immer noch höflich. Dann grinst er „du darfst mir im Gegenzug auch in Zaubertränke helfen, wenn du dich dann besser fühlst.“ „Ach daher weht der Wind“, zische ich nun „weigert sich Remus endgültig, dir seine Arbeiten zum Abschreiben zu geben? Kluger Junge. Und nein danke.“ ich rede mich in Rage „von dir würde ich mir niemals helfen lassen. Und wenn sie mich in der Aurorenzentrale nur als Putzhexe nehmen.“
Ich schlage mir die Hand vor den Mund. Nein, oh mein Gott, ich habe mich verplappert. Ich habe gerade meinem Erzfeind gestanden, dass ich Auror werden will. Ich habe es niemandem erzählt, weil ich immer Angst hatte, dass ich mich zum Gespött der Schule mache. Nicht einmal Alice weiß es, geschweige denn Mona, denn die hätte die Klappe sowieso nicht halten können. Toll, jetzt weiß es in spätestens zwei Stunden ganz Hogwarts, dass die kleine Lily, die nicht mal einen anständigen Schildzauber zustande bringt, in die Strafverfolgung will.
„Na los, hängs ans schwarze Brett“ fauche ich ihn an. Ich merke, wie mir die Tränen in die Augen schießen, also drehe ich mich um und will davon stürmen, als er mich am Ärmel packt und in das offene Klassenzimmer schiebt vor dem wir stehen. „Hey“ er klingt sanft. „Wollen wir uns nicht einfach wie erwachsene Menschen benehmen und uns vertragen? Ich wollte dir wirklich nur helfen, auch eine Lily Evans kann nicht alles können.“ „Aber ich kann gar nichts“ putze ich mich selber herunter. Er lacht leise. „Du kannst 'ne ganze Menge und wenn du mal was nicht kannst, ist das kein Drama. Du kannst es lernen. Mein Gott, wir haben doch alle unsere Schwächen.“ War er etwa gerade nett zu mir? Ich lasse mich auf den nächstbesten Stuhl sinken.
„Ich hab Kräuterkunde nur grad so den ZAG geschafft,“ grinste er dann. „Ich wäre in dem Moment sehr gerne sehr weit weg von meiner Mum gewesen.“ Ich sehe in an „Aber Kräuterkunde kann man lernen.“ protestiere ich schwach. Er hockt sich vor mich hin und sieht mir in die Augen. „Ok, dann darfst du mir eben in den Arsch treten, wenn ich zu faul bin und dafür lässt du dir von mir helfen.“ Er hält die Luft an und schaut mich angespannt an. Irgendwie habe ich Angst. Was ist, wenn er mich jetzt nur auslacht, wenn ich sein Angebot annehme. Oder es nachher überall herumerzählt. Ich sehe in sein Gesicht, aber ich kann kein Anzeichen von Spott erkennen. „Ok“ gebe ich mich dann geschlagen, denn ich weiß, dass ich Hilfe brauche und er hat eben bewiesen, dass er zumindest fähig ist, mir diese zu geben.
„Gut“ er lächelt, „Ich muss jetzt los, eigentlich hab ich seit zehn Minuten Wahrsagen“ er zieht den Kopf ein, als ich den Mund aufmache. „Nicht schimpfen“ bettelt er mit seinem berühmten patentierten James-Potter-Dackelblick. „Eigentlich wollte ich nur fragen, warum du überhaupt noch Wahrsagen belegst?“ „Ach, ich finde es witzig. Wenn ich jedes Mal gestorben wäre, als sie es mir vorausgesagt hat, wäre ich schon sehr tot.“ Ich muss lachen, wie war man den bitte sehr tot? „Und dass sie immer auf Professöööööör besteht ist zum totlachen.“ Ich muss auch grinsen und an meine erste Begegnung mit Madame DeVille denken, die damals sehr wütend auf mich war, weil meine Aussprache nie französisch genug war. „Also wie sieht es nachher aus? Du hast doch nach Verwandlung auch Schluss, oder? Wollen wir dann gleich loslegen?“ Ich nicke und als er schon die Türklinke in der Hand hat, fällt mir etwas ein. „Potter?“ Er dreht sich wieder um und sieht mich fragend an. „Woher kennst du eigentlich Shakespeare?“ Er zieht eine Augenbraue hoch. „Auch wenn du das gerne anzweifelst, ich kann tatsächlich lesen und er ist einer von den großen“ sagt er ruhig und verblüfft mich damit ein weiteres mal. Dann grinst er wieder einmal sein Potter-Grinsen und zwinkert mir zu. „Ich kann den guten Eindruck auch gleich wieder zerstören.“ Er beugt sich vor und sagt in verschwörerischem Ton: „Ich kann Romeo und Julia nicht leiden!“ Ich sehe ihn an, das gibt’s doch gar nicht. „Siehst du,“ beginnt er, doch ich winke ab. Dann sehe ich ihn an und gebe zu: „Ich auch nicht.“ Das gibt es doch wirklich und wahrhaftig nicht. Ich habe etwas mit James Potter gemeinsam. Auf seinen überraschten Blick habe ich nur ein Schulterzucken als Antwort. „Es ist mir zu pathetisch“ bricht es aus uns beiden heraus. Wir müssen lachen. Es ist zum verrückt werden. Ich habe etwas gemeinsam mit James Potter.
Nach der Verwandlungsstunde bei McGonagall treffen wir uns wie verabredet in einem leerstehenden Klassenzimmer, um meinen ungesagten Flüchen auf die Sprünge zu helfen.
„Ok,“ ruft James voller Elan und schmeißt seine Tasche auf das nächste Pult. „Dann los! Wenn es dir recht ist, wäre ich mehr für's entwaffnen als für's schocken, das ist weniger schmerzhaft.“ Ich nicke und James stellt sich mir gegenüber auf. „Expelliarmus“ denke ich und sage das Wort immer wieder in meinem Kopf auf und schwenke dazu meinen Zauberstab, doch nichts passiert. Außer dass James anfängt zu grinsen, was mich natürlich direkt wieder auf die Palme bringt. Ich schnappe meine Tasche und will an ihm vorbei nach draußen stürmen, doch er hält mich am Ärmel fest. „Lass mich los!“ knurre ich und steche ihm meinen Zauberstab in die Brust. Ich sehe ihm an, dass er versucht sich zu beherrschen. „Lily, es tut mir leid, aber es hat einfach lustig ausgesehen.“ Er zeigt auf meinen Zauberstab. „Das ist ein Zauberstab und kein Cocktailshaker. Du brauchst ihn nicht so zu schütteln!“ Ich sehe in betreten an, denn mir wird plötzlich klar, dass er recht hat. Wenn einem Zauberstab schlecht werden könnte, hätte meiner sich bestimmt gerade übergeben.
James legt die Stirn in Falten. „Ok,“ sagt er schließlich. „Versuchen wir es anders. Sag den Zauber einfach laut.“ „Und welchen Sinn soll das haben? Ich denke, ich soll lernen, wie man ungesagte Zauber ausführt?!“ „Vertrau mir.“ antwortet er einfach nur. „Expelliarmus“ sage ich laut und sofort fliegt sein Zauberstab auf mich zu. „Siehst du?!“ Ich verstehe nicht so ganz, was er meint. Natürlich sehe ich, dass er ohne Zauberstab dasteht, aber dass ich einen Entwaffnungszauber laut beherrsche, hätte ich ihm auch vorher sagen können. „Das entscheidende ist, dass du dich darauf konzentrierst, was du tun willst und die richtige Bewegung dazu machst, nicht es auch laut zu sagen. Du musst mich entwaffnen WOLLEN und es nicht nur im Kopf aufsagen! Versuch es noch einmal!“ Ich lege all meine Konzentration auf meinen Zauberstab und versuche erneut, ihn zu entwaffnen. Doch es klappt wieder nicht, also ließ ich resignierend meinen Zauberstab sinken. „Ich kann es einfach nicht“, sage ich enttäuscht. Er sieht mich ernst an: „Das war doch schon besser, zumindest hat er sich ein bisschen bewegt.“ „Das sagst du doch nur, um mich zu beruhigen“ maule ich. „Tu ich nicht, also weiter, schließlich sind wir ja zum üben hier. Wenn es dir  hilft, bewege einfach die Lippen dazu. Viele stehen sich damit selbst im Weg, dass sie sich nicht richtig auf ihren Zauber konzentrieren, weil sie zu beschäftigt damit sind die Lippen zusammenzupressen. Also bewege sie eben, aber wehe du sagst ein Wort,“ droht er scherzhaft.
Also sammle ich mich noch einmal und sage lautlos meinen Spruch, als mir auch schon sein Zauberstab an den Kopf knallt, weil ich Trottel nicht damit gerechnet habe das es klappt und dementsprechend auch nicht bereit war, ihn aufzufangen. „Siehst du! So schnell hat das noch keiner geschafft!“ strahlt James mich an, während ich die schmerzende Stelle auf meiner Stirn reibe.
Nach ein paar weiteren Durchgängen ist James der Meinung, dass ich den Bogen raushabe und wir verabreden uns für die nächsten Tage um das Ganze auch noch mit anderen Sprüchen durchzuprobieren. Und ich drohe ihm schon mit einer Extra-Lektion Kräuterkunde.
Ich lerne tatsächlich eine Menge von James, obwohl er immer behauptet, ich konnte das alles schon, er habe es nur aus mir herausgekitzelt. Nach ein paar Extrastunden, verdonnere ich ihn dann endgültig dazu, sich mit Kräuterkunde zu beschäftigen.
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