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von Zwiebelfisch    erstellt: 18.07.2009    letztes Update: 27.01.2010    Geschichte, Humor / P12 Slash    (abgebrochen)
*Autorin kommt mit kleinem rosa Tier auf dem Arm vorsichtig um die Ecke geschlichen*

Tut mir wirklich, wirklich Leid, dass ich so lange nicht mehr gepostet habe, aber ich hatte zwischendurch eine Weisheitszahn-OP und war im Urlaub und habe ein Praktikum bei der BILD angefangen, also seid nachsichtig mit mir. Ich gelobe auch, mich zu bessern. Ganz, ganz ehrlich. Ich hoffe sowieso, das das hier überhaupt noch einer liest. So richtig zufrieden bin ich nicht mit der ganzen Story, aber was man einmal angefangen hat, sollte man auch beenden. Also viel Spaß mit dem dritten Kapitel von Muggel-Medizin.

Vielen Dank an alle meine Reviewschreiber: snilly-girl, hermione-twin, tigerlily und Drachenauge. Ihr seid die Besten und ich hoffe, dass ihr auch weiterhin so fleißig schreibt. DANKE!!!

Und nun: füttert die EgoSau
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London, Tooting, 11. Oktober, abends

'Malfoy also, wer hätte das gedacht?'

Harry saß zusammengerollt auf seinem Sessel und dachte über den vergangenen Tag nach. Seine Gedanken wirbelten so schnell, dass ihm fast schwindlig wurde. Bilder von vollen Hörsälen, neuen Leuten, endlosen Gängen, verdreckten Londoner Straßen, Hogwarts, Hermine und Ron und immer wieder auch Malfoy tauchten vor seinem Auge auf, nur um gleich wieder davon zu gleiten. Eigentlich hatte er es sich denken können, dass er ihn nicht los wurde. Er war wie ein alter, vertrockneter Kaugummi am Schuh, die gingen auch nie ab. Was aber ausgerechnet den Blonden dazu bewogen haben könnte, ausgerechnet an einer Muggel-Uni Muggel-Medizin mit Muggeln zu studieren? Wahrscheinlich weiß nur allein Merlin warum.

Was hatte ihn selbst, Harry, dazu bewogen Auror werden zu wollen? Oder Arzt? Warum war er nicht Bestattungsunternehmer geworden? Darin, diesen Leuten Kunden zu besorgen war Harry ein wahres Naturtalent. Merlin, er sollte nicht immer so zynisch sein, würde Herminne bestimmt jetzt sagen. Aber die war in Beauxbaton bei der Riesin mit den Whiskey saufenden Pferden. Er konnte sich gut vorstellen, wie zufrieden sie damit war, Schülern Wissen einzutrichtern. Bestimmt machte sie ihren Job fantastisch. Er stand auf um sich etwas über zu ziehen, langsam wurde es verdammt kalt in England. Schlendernd durchquerte er das Wohnzimmer und suchte nach seinem Sweatshirt mit dem Unilogo. Es war so ziemlich das erste, was er sich angeschafft hatte. Schon in Hogwarts hatten ihm die Sachen mit ihren Schul- und Hausabzeichen wunderbar gefallen, sie vermittelten einem immer das Gefühl, fest zu einer Gruppe, zu bestimmten anderen Menschen zu gehören. Ron hatte das nie so ganz verstanden, Harry machte ihm da keinen Vorwurf, denn sein bester Freund war in einer großen Familie mit so vielen Brüdern aufgewachsen, dass man meistens über „die Weasleys“ und nie über „Ron“ sprach. Der Schwarzhaarige war sich sicher, dass insgeheim sich Ron vielleicht nichts mehr wünschte, als sich von den anderen abzugrenzen. Was ihm zumindest mit seinen schlechten Tischmanieren gelungen war, dachte Harry schmunzelnd.

Er zuckte kurz zusammen, als plötzlich etwas gegen seine Balkontür klopfte, aber es war nur Cauchy, die von ihrem abendlichen Ausflug zurückgekehrt war und ihm stolz eine tote Maus präsentierte. „Uh, warum kannst du mir deine Zuneigung nicht wie normale Zauberereulen beweisen, indem du mir einfach ab und an zärtlich in den Finger zwickst?“ Natürlich hatte er sie gekauft, weil sie irgendwie etwas anders als die anderen Eulen war und von ihnen regelrecht gemobbt wurde, aber trotzdem... Mit einem Wisch seines Zauberstabes ließ er die sterblichen Überreste der Maus verschwinden, gab der Eule einen Keks und suchte weiter nach seinem Shirt.

Dabei fand er einen Zettel, auf dem er sich gestern Nacht noch notiert hatte, dass Nick und Johnny ihm einen Job bei sich angeboten hatten. In seiner Gegenwart war eigentlich immer ein Zettel und ein Stift zu finden und wenn es nicht diese nützlichen kleinen Muggel-Zettel namens Post-it gegeben hätte, er würde sie erfinden. Schade eigentlich, so ist ihm definitiv jede Menge Ruhm und Geld durch die Lappen gegangen. Nicht, dass er beides nicht schon ihm Übermaß gehabt hätte... Er schrieb und hob alles auf. Einkaufszettel, Kassenzettel, Notizzettel, er schrieb Tagebuch oder Gedanken, die ihm zwischendurch in den Sinn kamen immer einfach auf. Seine Zimmergenossen in Hogwarts hatte ihn damit aufgezogen, aber Harry liebte es und es beruhigte ihn auch ein wenig, besonders wenn er abends nicht einschlafen konnte. Auch seine Träume schrieb er auf, er versuchte immer noch einen Klartraum* zu bekommen, aber noch hatte es nicht geklappt. Vielleicht hilft ihm das Aufschreiben ja dabei. Das Sweatshirt befand sich schließlich in der Küche, wo es neben einer halb ausgepackten Tüte mit Einkäufen auf dem Küchentresen lag.

Einmal in der Küche angekommen, nutze er gleich die Gelegenheit sich etwas zum Abendessen zu machen. Ein bisschen Rührei, Tomate, Toast und schon war er zufrieden. Für mehr hatte er heute Abend keine Lust. Und wieder dachte er über Malfoy nach. Würde sich etwas ändern, jetzt wo sie Kommilitionen waren? Würden sie sich freundlich aus dem Weg gehen oder ihre alten Streitereien wieder ausgraben?

Irgendwie glaubte er nicht daran, Malfoy hatte sich verändert, genau wie alle anderen. Sie waren erwachsen geworden, viel schneller und früher, als es für Jugendliche in ihrem Alter eigentlich gut war. Aber das war nun mal nicht zu ändern und mittlerweile hatte er sich dran gewöhnt, nicht immer über die selben Sachen wie andere Leute in seinem Alter lachen zu können. So war das halt. Ob es dem Blonden auch so ging? Vielleicht sollte er ihn das bei Gelegenheit mal fragen. Er könnte ihn ja fragen, ob sie Kaffee trinken gehen wollen. Oder zusammen lernen. Immerhin waren sie beide junge Zauberer in einer Welt voller Muggel. Das konnte gefährlich werden. Und Malfoy hatte bestimmt überhaupt keine Ahnung wie er sich zurecht finden sollte. Bei den Muggeln. Und an der Uni. Dass der Blonde schon diverse Zeit an der Uni klar gekommen war, ignorierte Harry geflissentlich. Nur als er später in seinem Bett lag, dachte er, ganz leise, so dass es niemand hören konnte: 'Bei Merlins Bart, du bist echt verzweifelt auf der Suche nach neuen Bekanntschaften, Potter!' drehte sich auf den Bauch und versuchte zu schlafen.

London, Tooting, St. George's, 12. Oktober

Zielstrebig eilte der Blonde den langen Flur hinunter, die Augen schweiften auf der Suche nach seinem Opfer umher. Endlich hatte er es gefunden...

„Potter, stehenbleiben.“ 'Ja, toller Anfang, grandios Malfoy, das hätte selbst dein Vater nicht freundlicher hinbekommen', schimpfte er mit sich selbst

„Malfoy, gut, dass ich dich treffe.“

„Du hast mich nicht getroffen, ich habe dich gefunden. Das ist ein Unterschied. Ich habe dich aktiv gesucht, während du ziellos durch die Gegen gelatscht bist. Merk dir das.“

„Okay, wenn du meinst. Ist ja auch egal, ich wollte dich was fragen. Aber du zuerst.“

Harry war sich nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Wenn er ehrlich war, wusste er, dass das eine verflucht blöde Idee war. Er sollte kein Rührei mehr zum Abendbrot essen. Das bekam ihm eindeutig nicht. Damals, als er sich in die Kammer des Schreckens gewagt hatte, da hatte es Rührei zum Abendbrot gegeben. An dem Abend, an dem sein Name vom Feuerkelch ausgespuckt wurde, da hatte es auch Rührei gegeben. Was sagte ihm das? Kein Rührei mehr. Schluss, aus, Ende Gelände.

Da Draco im gleichen Moment das selbe gesagt hatte, kam es dazu, dass die beiden gleichzeitig redeten.

„Möchtest du...“ „Hast du vielleicht Lust...“ „...mal mit mir...“ „... irgendwann vielleicht...“ „... nach der Uni oder so...“ „...nachmittags...“ „... einen Kaffee trinken zu gehen?“

Vorbeilaufende Studenten guckten die beiden jungen Männer etwas seltsam an, wie sie da rumstotternd und sich gegenseitig ins Wort fallend im Flur herum standen und den Weg versperrten.

„Habe ich richtig verstanden, dass du mit mir Kaffee trinken willst?“ fragte der Blonde nach einigen Sekunden Stille.

„Ja, sofern ich es richtig verstanden habe, dass du mit mir Kaffee trinken willst.“

„In der Tat, das möchte ich. Ich brauche soziale Kontakte und du bist der einzige Zauberer weit und breit. Bild dir jetzt ja nicht irgendwas darauf ein, du bist nun mal da und andere nicht.“

ratterte Draco herunter. In Gedanken trat er sich gegen das Schienbein. Er wollte nett sein. Blaise hatte immer gesagt, er sollte es mit Nettigkeit versuchen, das würde viele Dinge einfacher machen. Aber was soll's, Blaise war schon immer ein Spinner...

„Genau das war mein Gedanke. Du bist allein, ich bin allein, wir können uns eigentlich nicht leiden, aber der Krieg ist vorbei, also versuchen wir es einfach mal miteinander.“

Draco schaute ihn komisch an und Harry ging im Kopf nochmal seine letzten Worte durch...

'… und versuchen wir es einfach mal miteinander.' Sein mentales Ich haute voller Inbrunst seinen Kopf auf die Tischkante.

„Ich meine natürlich, wir könnten versuchen, nett zueinander zu sein. Du weißt schon, reden oder sowas.“ Er lief knallrot an und beglückwünschte sich innerlich zu seiner mal wieder eher weniger gelungenen Vorstellung.

„Ich versteh schon...“ Draco grinste süffisant, dreht sich um und ging.

Nach wenigen Meter blickte er über die Schulter und rief: „Komm schon Potter, du hast doch nicht vor, die erste Vorlesung zu schwänzen, oder?“

Harry war immer noch etwas bedröppelt, riss sich dann aber zusammen, straffte die Schultern und stolzierte hoch erhobenen Hauptes hinter seinem ehemals Erzfeind, jetzt Kaffeekränzchenpartner hinterher.

Als er in den Vorlesungssaal ging, schaute er sich suchend nach einem freien Platz um. Neben Malfoy würde er sich garantiert nicht setzen, soweit ging die Liebe ja dann doch nicht. Schließlich setzte er sich neben Edward Cambell, einen braunhaarigen Schotten aus Edinborough.

London, Bloomsbury, 12. Oktober

Draco schmiss seine Tasche in den Flur, schlenderte ins Wohnzimmer und nährte sich vorsichtig dem ihm immer noch etwas ominös erscheinenden Apparat namens Telefon. Bei Merlin, Blaise hatte ihm tausende Male erklärt, wie dieses Ding funktionierte, aber richtig beherrschen konnte er es nur, wenn er betrunken war. Was an und für sich recht seltsam war, aber nunja... Er schnappte sich das schnurlose schwarze Telefon und drückte ein paar Zahlen. Als am anderen Ende eine hohe Frauenstimme erklang, warf er es erschrocken von sich.

'Verdammt, wieder nicht richtig... zum Glück sieht mich hierbei keiner. Das wäre ja noch schöner, ein Malfoy der mit etwas nicht klarkommt.'

Nach mehreren erfolglosen Versuchen hatte er es irgendwann geschafft Blaise an den Apparat zu bekommen. Der ehemalige Slytherin war mehr als erfreut, wieder etwas von seinem besten Freund zu hören.

„Hey Draco, na wie läuft's so? Schon ein paar Muggel angezündet?“

„Bestens, bestens. Die brennen wie Zunder, das glaubst du gar nicht.“ gab der Malfoysprössling zurück.

„Und ansonsten? Was macht die Uni? Schon ein paar neue, heiße Typen kennen gelernt?“

„Neue eher wenig, dafür hab ich gestern einen alten Bekannten getroffen.“

„Einen alten Bekannten? Du meinst aus Hogwarts?“ Die Neugierde tropfte förmlich aus dem Hörer und Draco musste schmunzeln. Sein bester Freund war schon immer krankhaft neugierig gewesen. Manchmal hatte sie das wirklich in unangenehme Situationen gebracht. Zum Beispiel als er glaubte, unbedingt wissen zu müssen, was Madame Pince nach ihrem Feierabend unternahm. Bei Salzars karierten Unterhosen, ihm wurde immer noch schlecht, wenn er daran dachte...

„Ja, aus Hogwarts. Wir hatten ab und an mal was mit ihm zu tun, waren aber nicht unbedingt die besten Freunde.“ Er liebte es, Blaise zappeln zu lassen. Er war dann wie ein kleines Kind, dass unbedingt einen Lutscher haben wollte, ihn aber nicht bekam und dann quengelte.

„Ach Dray, nun sag schon, ich habe wirklich keine Ahnung. Bitte, bitte!“ Blaise hüpfte förmlich auf und ab vor lauter Spannung. Nicht, dass es überlebenswichtig gewesen wäre, zu wissen, wenn Draco getroffen hatte, aber wenn er einmal geködert wurde, musste er auch der sprichwörtlichen Möhre vor der Nase hinterher rennen.

„Potter.“ Schlicht, ergreifend und dramatisch. Merlin, Draco liebte solche Auftritte.

Im Hintergrund konnte man das Geräusch eines fallenden Telefonhörers hören.

„What the fuck? Harry fucking Potter? Meine Güte, das ist doch mal 'ne Nachricht. Und? Welchen Fluch hast du ihm auf den Hals gejagt?“

„Keinen. Ich gehe mit ihm Kaffee trinken.“

Erneut das Geräusch des fallenden Hörer.

„Draco, beweg dich nicht von der Stelle. Ich bin gleich da. Und ich bring Snape mit. Wer weiß, wer dir diesen Verwirrungstrank in den Kaffee geschüttet hat.“

Krach. Schon war der Hörer aufgelegt. Der Blonde schmunzelte vor sich hin. Manchmal reagierte Blaise etwas über, aber was machte das schon, solange er nicht wirklich mit Severus hier auftauchte...
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*Klartraum: während man träumt, ist einem bewusst, dass man träumt und kann so direkt in den Traum eingreifen und die Handlung beeinflussen.
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