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von Zwiebelfisch    erstellt: 18.07.2009    letztes Update: 27.01.2010    Geschichte, Humor / P12 Slash    (abgebrochen)
*Autorin kommt rein, führt kleines rosa Vieh an der Leine*

Hallo, schön, dass Ihr wieder hergefunden habt, wie man sieht, muss man EgoSau nicht mehr tragen, sie ist mittlerweile so kräftig, dass sie alleine laufen kann und das verdankt sie: Snilly-girl, Zuckerdrache, Vampir-Neko (vielen Dank für deinen Tipp!), Drachenauge, hermione-twin (freut mich, dass du mir weiterhin die Treue hältst) und Tigerlily (*knuddel*).

Wie gut, dass das nicht meine erste Geschichte ist *dezente Eigenwerbung*, so muss ich mich  nicht über die Diskrepanz zwischen Lesern (129) und Reviews (6) oder Favoriteneinträge (8) und Reviews beklagen^^

Auf jeden Fall danke ich Euch für die Aufmerksamkeit und hoffe, ihr habt auch weiterhin viel Spaß.

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London, Tooting, 10. Oktober

Sichtlich geschlaucht ließ sich der Schwarzhaarige auf seinen Sessel fallen, streichelte seine Eule und warf den Kopf in den Nacken. Müde rieb er sich über sein Gesicht.

„Cauchy, ich hoffe, das alles ist diese verdammte Plackerei wert. Nicht, dass es mir keinen Spaß machen würde, ich finde es fantastisch. Nur lerne ich nicht wirklich neue Leute kennen. Ich meine, dieser Matrikel ist so riesig, ich bin mir sicher, ich habe noch nicht mal alle Gesichter gesehen.“

Plötzlich sprang er auf und ging in sein Schlafzimmer. Nach zehn Minuten und einem Abstecher in sein Badezimmer kam er geschniegelt und gestriegelt wieder zum Vorschein.

„Weißt du Cauchy, ich werde einfach noch ein bisschen ins OnionRings gehen, vielleicht findet sich ein wenig Ablenkung in Form eines hübschen Kerls.“

Schnell nahm er seine Jacke von der Garderobe, ließ sich von seinem magischen Spiegel mitteilen, dass er grandios aussah und warf die Tür ins Schloss. Draußen konnte man ihn leise murmeln hören.

„Boah, wer sowas seiner Eule mitteilt ist entweder sehr seltsam oder verdammt einsam...“

London, Tooting, OnionRings, 10. Oktober

„Hey Nick. Einen Whiskey on the Rocks bitte.“

Elegant ließ sich der Blonde auf einem Barhocker nieder und schaute sich neugierig um. Die anscheinend endlos lange Theke war gut gefüllt und auch auf der Tanzfläche ging es schon heiß her.  Vielleicht würde er später, nach dem Genuß von ca. zwei oder drei weiteren Whiskeys sich auch in die zuckende Menge auf Jagd begeben. Hoffentlich war heute Abend was Gutes dabei...

„Hey Johnny, einen 'Uni-schlaucht' bitte.“,

witzelte der Schwarzhaarige müde, nachdem er den Barkeeper begrüßt hatte. Grinsend stellte dieser ihm nach kurzer Zeit ein buntes Getränk hin.

„Uni-schlaucht haben wir leider nicht Harry, aber so wie du aussiehst, habe ich dir einfach einen 'Nicks Special' gemacht.“

Misstrauisch nahm der Junge einen Schluck und fing sofort an zu husten.

„Himmelherrgott, was ist den das für ein Gebräu? Damit bringt man ja Kessel zum Schmelzen!“

„Wodka, Whiskey, Stroh 80, Zitronensaft, Chilipulver, Eiswürfel Maracujasaft und Schlagsahne. Der absolute Painkiller. Nach drei von den Dinger spielst du höchstwahrscheinlich Pushing Daisies. Und jetzt nimm noch einen Schluck und ab mit dir auf die Tanzfläche. Es sind schon einige heiße Feger vorbeigekommen. Und wenn du danach noch klar im Kopf bist, möchte ich dich etwas fragen. Und nun, husch.“

Benommen erhob sich der Schwarzhaarige, schüttelte dann energisch den Kopf und steuerte zielstrebig auf die sich windenden Männer zu, schlüpfte zwischen sie und schon nach wenigen Sekunden hatte der Beat von „Adagio for Strings“* ihn in seinen Bann gezogen. Rhythmisch wog er seinen Körper, lächelte hier und da jemandem zu und tanzte wie besessen. Der ganze Stress der letzten Wochen fiel von ihm ab, sein Kopf war leer, die Gedanken wirbelten nicht mehr herum wie in einem Denkarium, er war frei. Kein Student mehr, kein Magier, kein gescheiterter Held, kein Potter,einfach nur Harry. Und Harry sah wenige Zentimeter neben ihm einen geilen Arsch mit passendem freundlichen Grinsen. Und die Jagd begann...

Ungefähr fünf bis sechs Meter Luftlinie von ihm entfernt, erlebte der Blonde dasselbe. Getragen von der Musik, die er tief in seiner Magengrube spüren konnte, tanzte er, als hinge sein Leben davon ab. Er tanze seine Einsamkeit weg, seine Schwierigkeiten sich einzugewöhnen, seine Sehnsucht nach den unbeschwerten Zeiten seiner Jugend, nach Blaise. Für den Moment vergaß er, dass er theoretisch gescheitert war und nun mit dem zweitbesten Vorlieb nehmen musste, und das, obwohl seine Familie sowas nie tat. Seine Mutter ließ es sich nicht anmerken, aber tief drinnen, wusste er, war sie doch wenigstens ein bisschen enttäuscht von ihm. Aber all das war im Moment nicht wichtig und als die Musik nahtlos zu „Sky and Sand“** überging, schnappt er sich einen verdammt gut aussehenden Kerl und verschwand mit ihm in Richtung Toilette.

„Na Harry, Erfolg gehabt?“ fragte Johnny anzüglich, als der Schwarzhaarige sich auf den letzten freien Hocker fallen ließ.

„Kann man so sagen, verdammt niedlicher Arsch, konnte super blasen.“, grinste er dreckig und bestellte einen weiteren 'Special', der wenig später vor ihm auf der Theke stand.

„Danke, und nun schieß los, du wolltest mich was fragen?“

„Wir brauchen noch jemanden, der sich mit uns an die Theke stellt, die Gäste bedient, Cocktails mixt, halt alles managt, was jenseits dieser blank polierten Theke passiert. Und da dachten Nick und ich uns, dass du als angehender Stararzt bestimmt bestens dafür geeignet bist. Wenn du nicht möchtest, musst du nicht, aber es ist ja im Allgemeinen bekannt, dass Studenten immer etwas knapp bei Kasse sind, gerade hier in der Hochburg des Kapitalismus. Also, wie wär's?“

Harry dachte kurz nach. Geld brauchte er natürlich nicht, von Sirius und seinen Eltern hatte er genug geerbt um bequem über die Studienzeit zu kommen. Nichtsdestotrotz reizte ihn der Job, immer auf Achse, rotieren, die Kunden zu ihrer Zufriedenheit bedienen, flirten. Nick und Johnny waren mittlerweile fast sowas wie Kumpels für ihn und im OnionRings lief immer gute Musik. Eigentlich sprach nichts dagegen. Und sollte er morgens mal etwas schwerer aus dem Bett kommen gab es ja immer noch die Wach-mach Tränke, die sogar er inzwischen recht gut hinbekam.

„Ich bin dabei, wann soll ich anfangen?“

„Wunderbar, wir lassen dir deinen Arbeitsvertrag zukommen, anfangen kannst du ab ersten November. Ich hoffe, wir haben bis dahin einen zweiten Mann gefunden, der sich zu uns gesellen möchte.“

„Den habe ich gerade aufgetrieben!“, ertönte es hinter Johnny stolz.

Harry lächelte, wie immer, wenn er Nick sah. Der Barkeeper war aber auch ein absoluter Klischeeschwuler. Tuntig bis zum Gehtnichtmehr, zickig, warmherzig, aufgestylt und immer bereit sich mit dem nächsten Gelegenheitsflirt in eine dunkle Ecke zu verziehen. Tagsüber verkaufte er Klamotten, abends bediente er im OnionRings und nachts träumte er von einem eigenen Cateringservice. Heute abend sah er wieder hinreißend aus. Dunkel geschminkte Augen, Netzshirt und zerissene, tief hängende Hosen.

„Achja, wen denn?“ fragte Johnny interessiert.

„So ein blonder Typ, der hier auch ziemlich oft rumhängt, ist relativ neu in der Stadt, manchmal etwas seltsam und arrogant, aber doch ziemlich cool. Und niedlich...“

„Ey, du sollst nicht mit ihm ins Bett gehen, sondern er soll uns hier helfen!“ schnaubte der andere Barkeeper belustigt.

„Keine Sorgen, Süßer, ich glaube, der bekommt das ganz gut hin. Wenn nicht, können wir ihn einfach feuern!“, aufgedreht hüpfte er fast neben ihnen auf und ab.

„Nun aber los ihr Süßen, wir haben zu tun, Harry, amüsier dich noch gut, Johnny muss noch arbeiten und ich sehe hier mindestens drei knackige Typen, die sich die Finger nach dir lecken würden.“

Schnell gab er Harry links und rechts ein Küsschen und wuselte davon.

„Recht hat unsere Lieblingstunte, also dir noch einen schönen Abend und bis bald.“ Er klopfte dem Schwarzhaarigen freundlich auf die Schulter und verschwand ebenfalls.

Zufrieden trank Harry sein Glas aus, ließ seinen Blick noch einmal kurz durch den Raum schweifen und machte sich auf bald nur leicht schwankend auf den Weg in sein Appartment.

London, Bloomsbury, 11. Oktober, 1 Uhr morgens

Völlig aufgedreht beschloss Draco seinen besten Freund anzurufen. Um ein Uhr morgens. Er würde nicht sehr dankbar dafür sein, aber langsam müsste er sich dran gewöhnt haben von ihm zu den unmöglichsten Tag- und Nachtzeiten geweckt zu werden. Er schnappte sich das Telefon, dass er nach anfänglichen Schwierigkeiten genauso wie seinen Laptop zu schätzen gelernt hat. Auch Blaise hatte er eins angedreht. Es klingelte lange, bevor jemand am anderen Ende der Leitung deutlich verärgert den Hörer abnahm.

„Draco fucking Malfoy, ich weiß, du bist jetzt fucking Student und kannst es dir verdammt noch mal erlauben, so lange aufzubleiben, aber ich muss morgen fucking pünktlich um sieben aufstehen und würde bis dahin gerne in Ruhe SCHLAFEN, bei Salzars dreimal verfluchten Unterhosen!“

„Ich hab einen Job, ich hab einen Job, ich hab einen Johob!“, trällerte der Beschimpfte vergnügt ins Telefon. Am anderen Ende wurde es still.

„Einen Job? Im Sinne von arbeiten gehen und Geld verdienen? Du? An welchem deiner Kräuter hast du denn zu lange geschnuppert?“, fragte Blaise ungläubig.

„Ich hab dir doch erzählt, dass ich des Öfteren in diese Muggelbar gehe, das OnionRings und einer der Barkeeper hat mir einen Job angeboten. Du weißt schon, Cocktails mixen, Leute bedienen und so weiter.“

Du Hasst Menschen, falls ich dich daran erinnern darf. Du bist mit Hauselfen aufgewachsen, du kannst keine Cocktails mixen. Bist du verrückt geworden?“

Blaise stellte sich entsetzt vor, wie sein bester Freund wütend einen Muggel verhexte, der sich bei ihm über den ungenießbaren Cocktail beschwert hatte.  Doch der Blonde ließ sich durch nichts runter bringen.

„Keine Sorge, es kann ja nicht so schwer sein, ein bisschen freundlich zu sein. Andere bekommen das auch hin.“, sagte er sehr zuversichtlich.

„Ja, andere, aber nicht du. Ich hätte dir nicht vorschlagen sollen, in der Muggelwelt zu studieren, das scheint dir überhaupt nicht zu bekommen.“

Mittlerweile klang er wirklich besorgt. Er hatte nicht gewusst, dass seinem besten Freund die ganze Sache so zu schaffen machte, dass er sogar glaubte, nett und freundlich sein zu können. Trotz seiner Sorge dachte er an seinen Wecker und wie bald dieser klingeln würde und legte deshalb prompt auf.
Doch Draco machte selbst das nichts aus und so ging er beinahe euphorisch ins Bett, nur leise besorgt, wie er morgens aus dem Bett kommen sollte.

London, Tooting, St. George's, 11. Oktober

Harry schleppte sich die Flure entlang zum Hörsaal. Infektologie, zum frühen Morgen, ohne Wach-mach-Trank, schon allein der Gedanke war kaum auszuhalten. Sein Kopf schmerzte, seine Glieder fühlten sich an wie Blei und wenn er nicht wüsste, dass das alles an dem verdammten 'Special' von Johnny lag, könnte man fast denken, eine Grippe bahnte sich ihren weg durch sein Immunsystem. Mechanisch grüßte er die Leute, die an ihm vorbei liefen, viele aus seinem Jahrgang, die noch schnell einen Kaffee besorgen wollten, bevor sie sich hinter die kleinen Holztische klemmten.

„Morgen Blake, hey Civil.“

„Morgen Potter, bis gleich!“

„Edward, Cedric.“

„Hi Harry, Gott siehst du scheiße aus!“

„Malfoy.“

„Potter.“

Völlig neben der Spur ging er weiter und bemerkte demzufolge auch nicht, wie ein blonder junger Mann hinter ihm zur Salzsäule erstarrt. Erst nachdem er ca. fünf Meter weitergegangen war, traf es ihn wie eine Keule und er drehte sich um.

„Malfoy?“

„Potter?“
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*Autorin verbeugt sich und deutet auf EgoSau*


*DJ Tiesto – Adagio for Strings
** Paul und Fritz Kalkbrenner – Sky and Sand
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