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Geschichte: Fanfiktion
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von morgaina
erstellt: 14.07.2009
letztes Update: 25.05.2011
Geschichte, Mystery / P16
(fertiggestellt)
Er schüttelte den Kopf. "Ich könnte dir sagen, woher ich meine Informationen habe, aber dann müsste ich dich töten."
Sein schiefes Grinsen ließ ihr Herz schneller klopfen. Gott, war er süß!
Sie ignorierte Sams leises Lachen, atmete tief durch und versuchte, nicht in diesen ausdrucksvollen Augen zu versinken, die offensichtlich ein Geheimnis bargen. "Könnte auch gut geraten sein, immerhin bist du Jäger und Ermittler, oder? Könnte deine Masche bei Frauen sein."
Sie fühlte sich von seinen Fragen in die Enge getrieben und fluchte innerlich, als sie erkannte, wie zickig ihre Stimme bei ihren Bemühungen klang, nicht zu zeigen, wie sehr er sie beeindruckte.
Er begegnete dem amüsierten Blick seines Bruders mit dem arroganten Heben einer Braue, bevor er sie in gespielt ungläubigem Tonfall fragte: "… hm… hätte ich googlen können? … den Engel mit den grünen Augen meine ich, auf deinem…" Er zwinkerte und ließ den Blick zu ihrem Hinterteil schweifen, während sie ihn leise und bedrohlich anzischte.
"Gut… das waren deine Fragen. Nun bin ich dran." Blair brannte vor Neugier über die Bilder, die sie eben von ihm empfangen hatte.
"Ich denke, du warst in der Hölle…" platzte sie mit ihrem Wissen heraus und das Zucken seiner Wangenmuskeln bewies ihr, dass sie Recht hatte.
"… und wenn das so ist – warum warst du dort und wie ist es möglich, dass du sie wieder verlassen und in dein altes Leben zurückkehren konntest?" Sie sah Deans Augen schmal werden und wie sich sein Atem sichtbar beschleunigte. Offensichtlich hatte sie einen wunden Punkt getroffen.
"Und woher weißt du all die Einzelheiten über mich? Ich habe bereits erklärt, dass ich Visionen habe, aber da du offensichtlich über keine verfügst, stellt sich die Frage nach deinen Quellen."
In Deans Gesicht arbeitete es. Sie war tatsächlich identisch mit der Frau seiner Träume und sie konnte auch in der Realität seine Emotionen lesen, musste die Gelegenheit genutzt haben, als sich ihre Hände berührten!
Wie konnte das sein? Aber wenn er eine Chance haben wollte, sie zu einem realen Teil seines Lebens zu machen, würde er ihr seine höllischen Fantasien offenbaren müssen, die – wie er mit einem kurzen Seitenblick auf Sam – auch von seinem Bruder mit großen Interesse vernommen werden würden. Und genau diesen Punkt hatte er Sam vorenthalten wollen.
"Dean? Ist alles in Ordnung?" Sams Stirn legte sich in besorgte Falten. Das Letzte, was er wollte, war, seinen Bruder noch einmal die Seelenqual durchmachen zu lassen, in die ihn sein Geständnis ihm gegenüber gestürzt hatte.
Der Ältere nickte ihm kaum merklich zu und atmete zitternd aus, bevor er zu sprechen begann. "Du hast Recht. Ich war in der Hölle. Ich habe vor eineinhalb Jahren einen Deal mit einem Crossroad-Demon abgeschlossen, als Sam getötet worden war. Sein Leben für meine Seele – mit einem Aufschub von einem Jahr. Während dieser Zeit wirst du die Visionen von Sam gehabt haben."
Sam hatte ihn nicht aufgeben wollen und können, hatte sich die Nächte schlaflos um die Ohren geschlagen und nach jedem Strohhalm gegriffen, auch wenn es sich letztendlich als sinnlos erwiesen hatte und sie das Unvermeidbare nicht hatten verhindern können.
"Nach Ablauf dieses Jahres holten mich die Höllenhunde…" Bei der Erinnerung an den grauenhaften Schmerz, das Entsetzen und die nachfolgende, endlos scheinende Agonie wurde seine Stimme rau und erstarb dann ganz.
Blair zog bei der Vorstellung scharf die Luft ein. Sie hatte Abbildungen von den Höllenkreaturen gesehen, wusste, dass sie ihre Opfer zerfetzten und sie griff instinktiv wieder nach Deans Hand, um diesen Teil seines Schmerzes mit ihm zu teilen.
"Und wie bist du dem Loch entkommen?" Ihre Stimme klang heiser und sie verkniff sich bewusst die Frage, wie es dort gewesen war, denn egal, was er sagte, es würde die Vorstellungskraft eines jeden lebenden Menschen weit übersteigen.
"Castiel – ein Engel – hat mich rausgeholt. Ich weiß bis heute nicht, was der Zweck dieser Aktion war und was sie von mir wollen, aber es ist mir auch egal – ich bin hier."
Dean sah auf die schmale, aber kräftige Hand, die seine umklammerte. Die vertraute und gleichzeitig fremde Geste verursachte einen vielfach verschlungenen Knoten in seinem Magen.
Seit er zurück war, hatte er sie schmerzlich vermisst. Nacht für Nacht wünschte er sich verzweifelt, den Traum von ihr, von seiner kleinen, wundervollen Tochter und von dem Sohn, der sein ganzer Stolz war, weiterträumen zu können, den Traum von einem Leben, das ein Jäger wie er sich kaum schöner erträumen konnte. Ein Leben ohne eben diese Familie war für ihn schlimmer als sein Aufenthalt in der Hölle. Es zurück zu bekommen, dafür würde er sogar freiwillig zurück gehen.
Stattdessen wiederholten sich seit Wochen die blutigen Visionen seiner Taten, die zu seiner ewigen Verdammnis führen würden und die seine Rettung ausgerechnet durch einen Engel Gottes so unwahrscheinlich werden ließ wie ein Zufrieren der Hölle.
Er schluckte die Tränen herunter, die in seiner Kehle brannten, und wagte den Sprung ins kalte Wasser.
"Während Alastair und Lilith mir in der Hölle lachend die Haut in Streifen vom Körper gezogen und mich dann in kleine Stücke geschreddert haben, habe ich geträumt...“ Er stockte und fuhr mit kratziger Stimme fort: "... von dir... von uns... mehr als dreißig Jahre lang..“
Ihr Augen weiteten sich wie unter Schock und sie lehnte sich schwer an die Rückenlehne der Sitzbank, während von Sam ein leises ersticktes Ächzen zu vernehmen war.
DAMIT hatte der Jüngere niemals gerechnet! Er wirkte ebenso fassungslos wie Blair, deren Gesichtsausdruck im Moment kein Musterbeispiel für Intelligenz darstellte, besonders da sie Dean mit offenem Mund anstarrte. Engel, Hölle, Pakte mit dem Teufel… all das erschien ihr wie ein Remake von Goethes 'Faust'.
Dean war nicht sicher, ob und welche Reaktion er erwartet hatte, erwarten konnte, aber er wusste, dass er es nicht eine Sekunde länger ertragen konnte, neben seinem personifizierten Traum zu sitzen, ohne sie in die Arme zu schließen. Mit einem schroff gemurmelten "Sorry" schob er sie kurzerhand aus der Bank, um an ihr vorbei zu schlüpfen und überstürzt das Lokal zu verlassen.
Er verharrte nur kurz vor der hinter ihm zuschwingenden Tür, bevor er den Parkplatz überquerte und auf den Impala zusteuerte. Seine Schritte wurden immer verhaltener, als er den Wagen erkannte, der nur zwei Fahrzeuge neben dem alten Chevy geparkt war. Ein knallroter Stingray glänzte in der Sonne und schien ihn herausfordernd anzustrahlen. Er ging
langsam an seinem Wagen vorbei und blieb bei dem roten Sportwagen stehen, den er besser kannte, als seine Besitzerin selbst, wenn er bedachte, wie oft er ihn in seiner Fantasie repariert hatte. Er ließ die Hand sanft über den staubigen Kotflügel gleiten. Er war real… er fühlte den von der Sonne aufgeheizten Lack unter seinen Fingern und konnte beinahe das Vibrieren des starken Motors unter dem Gasfuß spüren.
Wie war das möglich?
Er hatte niemals übersinnliche Fähigkeiten gehabt, wie sein Bruder, wie Max oder Andy. Wie also hatte er von einer realen Person träumen können? Er wusste alles von ihr und er war sicher, wenn er weiter nachhakte, würde sich herausstellen, dass ihre Urgroßmutter Melissa hieß und dass ihre Mutter Cassandra einst eine Freundin seiner Mom gewesen war.
Sein Kopf dröhnte und fühlte sich an, als wolle er zerspringen.
Er hatte gerade erst damit begonnen, die Schuld abzutragen, die er in der Hölle seiner Meinung nach angehäuft hatte. Endlich – nach der Ermunterung durch Anna – hatte er sich Sam geöffnet und wusste noch nicht wirklich, wie er mit seinem Bruder umgehen sollte, nun, da der wusste, wie schwach Dean in Wirklichkeit war… kein Held, sondern zu dem geworden, was er am meisten hasste – was er und sein Bruder seit Jahren gnadenlos jagten. Was Sam jetzt nach seinem Bekenntnis wirklich von ihm hielt, konnte er nur vermuten, da dessen einzige Reaktion aus verstohlenen Blicken und nervenden Fragen nach seinem Befinden bestand.
Er wusste noch immer nicht, wie er mit Sams dämonischen Fähigkeiten und der Beziehung umgehen sollte, die sich während seiner Abwesenheit zwischen ihm und Ruby entwickelt hatte.
Und als Krönung seines desolaten Seelenzustandes tauchte Blair auf… die Frau, die er – bisher ohne Erfolg – zu vergessen versucht hatte, weil ihm ein solcher Mensch, ein solches Leben niemals vergönnt sein würde!
Dean presste die Handballen an die Schläfen und wankte auf den Impala zu, um sich mit geschlossenen Augen an die Haube zu lehnen. Er fühlte sich zerrissen und ausgelaugt. Reichte es nicht, dass er 40 Jahre in der absoluten Verdammnis verbracht hatte? Er war gestorben, nicht einmal, sondern mehrfach, er hatte die Mutter und den Vater verloren und beinahe auch den einzigen Menschen, der ihm geblieben war – Sam.
Sam – den er, wenn es nach den Engeln ging, töten musste, wenn er weiterhin seine dunklen Kräfte einsetzte und der ihn seit dem ersten Tag seiner Rückkehr belogen hatte und noch immer belog.
Als sei das Alles nicht genug, hatte ihm Castiel im Auftrag Gottes auch noch die Verantwortung für das Schicksal der Menschheit und die Abwendung der Apokalypse aufgeladen.
Er schluchzte trocken auf, während er fühlte, wie eisige Kälte in ihm aufstieg und seine Hände zu zittern begannen. Er brach auseinander, zersplitterte, und dieses Mal würde es kein Zurück geben, das fühlte er deutlich…
"Dean? Ist alles in Ordnung? Du bist eben so schnell raus…"
Bei dem vertrauten Klang der seit Jahrzehnten geliebten und doch fremden Stimme öffnete er die Augen, sog tief die Luft ein, nahm den leichten Duft von Orangen wahr, der von ihr ausströmte, und in einer vollkommenen Kurzschlusshandlung schaltete er den kümmerlichen Rest seines Verstandes aus, als er die Hände nach ihr ausstreckte.
Seine Arme schlangen sich wie von selbst um ihren schlanken Körper und seine Lippen suchten und fanden ihre in einem hungrigen, verzehrenden Kuss, an dem nichts Sanftes war, während er sie, verzweifelt wie ein Ertrinkender, an sich presste.
Sein Verstand schrie entsetzt auf, als er sie an sich riss, schalt ihn einen hirnlosen Volltrottel, aber der Teil in ihm, der ausschließlich dem Instinkt folgte, seufzte in einem überwältigenden Glücksgefühl auf, als er die lange vermisste Wärme ihres Körpers an seinem fühlte…
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