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von Kirsche25    erstellt: 10.07.2009    letztes Update: 24.02.2010    Geschichte, Romanze / P12    (abgebrochen)
3. Kapitel
Und täglich grüßt das Murmeltier . . . (Teil 1)

Es war noch dunkel als Mila langsam wach wurde. Ihr Kopf dröhnte als wenn sie tagelang durchgesoffen hatte. Schnell zog sie wieder die Decke über den Kopf. Plötzlich fiel ihr wieder ihr merkwürdiger Traum ein. Sie war 11 Jahre alt und war wieder in der Schule. Alle alten Lehrer und Schüler waren in ihrem Traum vorgekommen. Naja sie hatte sich ja auch nach der Schreckensnachricht mit Bill ganz schön viel Wodka eingeflößt, also kein Wunder mit diesen irren Träumen und vor allem kein Wunder mit den Kopfschmerzen. Sie zog die Decke ein Stück bei Seite. Es war 5.30 Uhr, wie ihr der Mickey Mouse Wecker sagte. . . . HALT, der Mickey Mouse Wecker?? Den hat sie doch nach einem Streit mit ihrer Mutter gegen die Wand geschmissen, als sie. . . als sie 14 war. Mila riss mit einem Ruck die Decke von sich und sprang aus dem Bett. Sie war noch in ihrem Kinderzimmer. Ein Blick in den Spiegel und es wurde zur Gewissheit. Sie steckte noch immer in dem Körper der 11jährigen Mila.
„Oh mein Gott. . . Oh mein Gott. . .was wird hier gespielt?!“ flüsterte Mila ängstlich und sah sich nach irgendwelchen Hinweisen um. Sie setzte sich auf ihr Bett und versuchte sich diese Situation mit irgendwelchen logischen Erkenntnissen zu erklären. So erklärte sie sich, dass sie vielleicht ins Koma gefallen war und nun in einer Art Traumwelt fest hing oder das sie vielleicht doch noch schlief. Natürlich kam ihr auch in den Sinn, dass das ganze vielleicht wirklich passierte. Das sie in der Vergangenheit war und ihr Leben noch mal lebte, aber der Gedanke war zu absurd und wurde daher sofort wieder abgeschlossen. Sie grübelte über die Ursachen ihrer Traumwelt nach, als ihre Tür aufging und ihre Mutter vor ihr stand.
„Oh du bist wach. Gut. Zieh dich an und komm bitte runter. Dein Vater und ich möchte über dein Verhalten von gestern sprechen.“ sagte sie und zog die Tür wieder hinter sich zu.
„Wenn das hier ne Traumwelt ist, dann wohl eher ein Alptraum.“ Sagte Mila und zog sich nachdenklich an. Da sie ja nicht wusste wie lange sie hier noch fest sitzen würde, musste sie sich wohl oder übel damit abfinden wieder 11 Jahre alt zu sein und ihren Eltern gehorchen . . . soweit es ging. Sie ging runter in die Küche, wo ihre Eltern bereits zusammen saßen.
„Lasst mich raten, nen Kaffee krieg ich nicht oder?“ fragte Mila und der Blick ihrer Mutter genügte.
„Habs befürchtet.“ Seufzte sie und setzte sich an den Tisch. Sie hörte sich die Predigt ihrer Eltern geduldig an und wartete bis sie alles vom Herzen hatte.
„Es tut mir leid. Es war dumm. Passiert nicht noch mal“ betete sie runter und sah ihre Eltern kurz traurig an. Sie schluckten es und erklärten ihr noch kurz, dass sie nur Angst um sie hätten und dann konnte Mila endlich aufstehen. Ihre Mutter brachte ihr den Rucksack und ihre Brote und gab ihr einen Kuss auf den Kopf.
„Werd nicht allzu schnell erwachsen, mein Schatz!“ sagte sie und schob Mila dann zur Tür. Mila seufzte. Dafür war es ja leider schon zu spät, dachte sie sich. Eigentlich fand sie es lustig wieder zur Schule zu gehen. Früher hatte sie es gehasst, weil sie mit den Leuten nicht zurecht kam und sich nicht getraut hatte ihnen die Meinung zu sagen. Doch das passierte ihr diesmal nicht. Sie war erwachsen und mit dem Alter kam bei ihr auch das Selbstbewusstsein. Schließlich kann man in der Schule nur schwer starkes Selbstbewusstsein aufbauen. Zuviel Druck von den anderen Schülern und Gruppenzwang hindert einen daran. Doch das hatte sie alles nachgeholt als sie die Schule verlassen hat. Und diese Mila steckte nun in ihr! Sie kam pünktlich an der Schule an und ging ins Gebäude. Sie hatte in der ersten Stunde wieder Englisch. Zumindest wusste sie in welchen Raum sie musste. Vor der Tür standen schon einige ihrer Mitschüler. Unter anderem auch Sophie. Als diese Mila kommen sah, drehte sie sich provokant weg und  hakte sich bei zwei Mädchen aus der selben Klasse unter. Mila musste über das Verhalten lachen. Früher wäre sie vermutlich zu Sophie hin und hätte sich bei ihr entschuldigt.
Sie lehnte sich an die Wand und nahm einen Schluck aus ihrer Flasche. Nach und nach füllten sich die Gänge mit Schülern. Mila entdeckte in einer Ecke Tristan und lächelte ihm zu. Als er ihr kurz zu winkte, wurde dies argwöhnisch von Sophie und ein paar anderen Mädchen beobachtetet. Bald entdeckte Mila auch Jenny, die mal wieder in ein Buch vertieft war.
„Jenny!!“ rief sie freudig und lief zu ihr. Jenny sah kurz auf und lächelte schräg.
„Hey“ sagte sie. Mila ließ sich von dem was Jenny gestern gesagt hatte nicht abhalten.
„Erklärst du mir mal was du gestern gesagt hast!“ forderte Mila.
„Das musst du doch aber selbst auch wissen. Du gehörst nun mal in die Gruppe Mädchen die immer alles bekommen. Du hängst nur mit den coolsten Mädchen des Lehrjahrs rum und dann sieh mich an. Ich passe nicht dazu. Wenn du jetzt mit mir rumhängst, dann krieg ich nur Probleme mit den anderen Mädchen.“ Sagte Jenny und Mila musste  das Lachen unterdrücken.
„Das ist doch hier keine Mafia. Das sind kleine zickige Mädchen. Die tun dir schon nix. Und mit wem ich zu tun habe und wem nicht, entscheide alleine nur ich.“ Sagte sie und Jenny zuckte mit den Schultern.
„Okay, ist es nur deswegen, dass du vor mir wegläufst oder willst du mich einfach nicht bei dir haben?! Sag mir einfach die Wahrheit.“
„Ich hab nichts gegen dich. Im Gegenteil. Du scheinst sehr nett zu sein.“ Sagte Jenny und drückte ihr Buch, fast wie ein Schutz, an sich.
„Gut. Mehr wollte ich nicht hören. Damit wirst du mich auch nicht mehr so schnell los.“ Grinste Mila und Jenny lächelte gequält zurück. In der großen Mittagspause fanden sich alle Schüler in der Aula ein. Es war ein riesen durcheinander und Mila genoß diese ganze Atmosphäre. Es war schon was anderes, als jeden Tag zu einer Arbeit zu gehen, wo man schlecht behandelt wurde und für seine Arbeit nicht mal ein wenig Anerkennung bekam.
„Ich hol uns mal ne Cola ja?“ fragte Jenny und Mila nickte. Als Mila auf Jenny wartete setzte sich jemand neben sie. Mila blickte sogleich in das lächelnde Gesicht von Tristan.
„Naaa!“ sagte er
„Selber Na!“ meinte Mila
„Heute mal nicht schwänzen?“ fragte er
„Nee ich hab beschlossen ich gebe der Schule noch eine Chance!“ grinste sie und Tristan lachte.
„Als wenn du ne andere Möglichkeit hättest.“
„Wer weiß . . .“ zwinkerte ihm Mila zu. Sie sah, dass Jenny sie zu sich winkte.
„Sorry ich muss dann!“ sagte Mila und stand auf.
„Achso . . . Bis bald!“ sagte er und Mila lächelte ihm kurz zu.
„Wo sind denn die Flaschen?“ fragte Mila als sie bei Jenny ankam.
„Das war Tristan. . . „ sagte Jenny wie in Trance. Mila grinste
„Jap.“
„Was . . .also wieso . . . worüber habt ihr gesprochen?“
„Nur so.“ meinte Mila und Jenny bekam den Mund nicht wieder zu.
„Drei Jahrgänge von Mädchen stehen auf ihn und ausgerechnet zu DIR kommt er um „nur so“ mit dir zu reden?“ fragte Jenny fast panisch. Mila zuckte mit den Schultern
„Richtig!“
„Ich glaubs nicht.“ Sagte Jenny und Mila nahm sie mit zum Automaten um ihr eine Cola auf den Schreck zu geben. Mila saß im Matheunterricht, während der Lehrer etwas an der Tafel erklärte. Sie begann über ihr Leben und ihre „Traumwelt“ nachzudenken. Plötzlich wurde ihr etwas schlagartig klar:  BILL LEBT NOCH!!! Sie sprang von ihrem Platz auf und begann wie verrückt zu hüpfen.
„Mila was soll das werden?“ hörte sie ihren Lehrer Herrn Krause. Mila blieb stehen und sah sich kurz um.
„ . . . . Ich muss weg. . . „ sagte sie, schnappte sich ihre Tasche und Jacke und war schon aus der Tür. Sie rannte zum Fahrrad. Er lebt, er ist noch da, er ist da und wenn ihre Traumwelt nur ein klein wenig für sie gebaut wurde, dann gibt es ihn darin. Sie kam völlig ausser Atem zu Hause an.
„Mila??“ rief ihre Mutter als die Tür ins Schloss fiel.
„Jaahaa“ rief sie freudig zurück.
„Alles okay?“ du hast doch noch gar kein Schluss.
„Mama, bitte setz dich.“ sagte Mila
„Was ist denn jetzt schon wieder?“
„Setz dich!“ befahl Mila und ihre Mutter gehorchte.
„Mama, wir ziehen nach Loitsche.“ Sagte Mila erwartungsvoll. Ihre Mutter sah sie fragend an.
„Wohin?? Was ist das?“
„Woah Mutter. . . das ist ein Dorf. Nein warte. Es ist DAS Dorf bei Magdeburg. Außerdem will ich auf das Gymnasium Wolmirstedt.“
„Mila, hast du wieder getrunken?“ fragte ihre Mutter böse und stand wieder auf.
„Neeeeiiiheiiin. Mann, was sagst du?“
„Ich sag, dass du nen Knall hast.“
„Aber . . ich muss dahin.“ Sagte Mila
„Warum denn? Was ist denn da?“
„Nichts. . . nur mein Leben . . „ sagte Mila beleidigt.
„Wie stellst du dir das vor? Dein Vater hat doch hier seinen Job.
„Der geht doch eh bald.“
„Der Job?“
„Nein . . . ach mann lass mich in Ruhe.“ Motzte Mila und lief in ihr Zimmer. Das Eltern immer so schwierig sein müssen. Konnte sie nicht einfach sagen –Na klar meine über alles geliebte Tochter. Wir werden noch heute umziehen. . . – Eltern  . . .
Aber so schnell wollte Mila nicht aufgeben. Sie hatte erst begonnen.
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