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von Kirsche25    erstellt: 10.07.2009    letztes Update: 24.02.2010    Geschichte, Romanze / P12    (abgebrochen)
2. Kapitel

Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum.

Mila staunte nicht schlecht als sie wieder vor dem großen grauen Gebäude stand.
"Na dann machen wir uns mal nen schönen Tag." sagte sie zu sich selbst und ging die Treppen hinauf zum Eingang.
"Mila!!!" hörte sie eine bekannte Stimme und drehte sich um. Kurz darauf wurde sie auch schon stürmisch begrüßt und sah vor sich ihre ehemals beste Freundinn Sophie. Nur das sie jetzt wusste, dass Sophie ihr später das Leben zur Hölle machte. Da sie ja eh nur träumte konnte sie ja nichts falsch machen, dachte sich Mila und lächelte kurz.
"Mila-Maus du glaubst nicht was ich gestern Abend beobachtet habe. Die dumme Amy war doch tatsächlich mit Tristan unterwegs. Ich mein was haben die gemacht? War der betrunken oder warum gibt er sich mit der häßlichen Kuh ab?! . . . . " Mila fiel wieder Tristan ein. Sie war so verliebt in ihn gewesen und sie hatte sich nie getraut ihn anzusprechen.
"Hallo?? Erde an Mila??" hörte sie Sophie vor sich winken.
"Ach Sophie verzieh dich!" sagte Mila und drehte auf dem Absatz um. Der hatte gesessen. Sie konnte sich vorstellen wie Sophie jetzt mit offenem Mund da stand und ihr nachsah. Wer wusste schon wie lange sie noch träumte, also würde sie alles ausleben, was sie damals nicht getan hatte. Sie war zwar in dem Körper der kleinen, schüchternen Mila, aber in diesem Körper war die selbstständige, mutige, selbstbewusste erwachsene Mila. Plötzlich klingelte es zur ersten Stunde.
"Verdammt. Was hab ich denn jetzt?" seufzte Mila und sah sich suchend um. Sie kippte ihren Rucksack auf dem Boden aus, in der Hoffnung, das dort ein Stundenplan versteckt war.
"Kann ich dir irgendwie helfen?" hörte sie jemand fragen und sie sah nach oben und direkt in die schönen Augen von Tristan.
"Einfach Perfekt . . ." säuselte sie abwesend und Tristan grinste.
"Ich weiß nicht was du meinst, aber ich helf dir einfach mal!" sagte er und kniete sich zu ihr. Mila fing sich gleich wieder und lächelte ihn an.
"Ich hatte fast vergessen wie jung du warst." sagte sie und Tristan grinste.
"Ich bin fast ein Jahr älter als du . . ."
"Ja schon . . .ach . . .äh. . . egal!" sagte sie kurz und Tristan gab ihr den bereits eingeräumten Rucksack zurück.
"Danke!" sagte sie und er nickte kurz. Er drehte sich auf dem Absatz um und ging zurück den Gang zur Treppe entlang.
"Ääähhh . .  ." sagte Mila und Tristan drehte sich immer noch grinsend um
"Jaaa??"
"Ich habe keine Ahnung wo ich hin muss!"
"Bio!" grinste er
"Wo ist das nochmal?"
"Mila?"
"Ja!"
"Bist du krank oder so?"
"Nee nur  . .. ach sagen wir es war ein harter Tag gestern."
"Wie du meinst. Also komm ich bring dich!" sagte er und Mila folgte ihm. Sie erwischte sich dabei wie sie ihm beim Treppensteigen auf den A*rsch starrte und bekam sofort ein schlechtes Gewissen. Gott er ist erst 12 . . . du bist 24 . . . aber halt eigentlich bin ich ja auch erst 11 . . . dann kann ich doch einen 12 jährigen heiß finden oder? Im Grunde ist er doch auch schon 25 . . .aber zur Zeit bin ich 11 und kann nicht auf den A*rsch von 12jährigen starren, dachte sich Mila und starrte unbewusst weiter auf Tristans Hinterteil.
"So da sind wir!" sagte Tristan und riss sie somit aus ihren Gedanken. Sie nickte und verabschiedete sich kurz. Leise öffnete sie die Tür zum Unterrichtsraum und steckte vorsichtig den Kopf durch. Sie entdeckte ihre alte Klasse die sie grinsend ansahen.
"Ach Emilia. . . schön, dass wir dich hier auch nochmal sehen!" sagte eine dunkle Stimme und Mila begann zu grinsen.
"Herr Rabe!! Nee oder. . . ich glaubs gerade nicht. . . Das ich sie nochmal sehe. . . Mensch was macht denn ihre Familie?? Ich hatte ihre Tocher letztens auf ner Party getroffen. Ist ja klasse mit der Beförderung. Hatte sie echt verdient. Und sonst mit dem Haus auch alles oke?" brabbelte sie los und bemerkte, dass sich die Gesichtsfarbe des Lehrers von blass in knallrot änderte. Sie stockte und sah ihn besorgt an.
"Ist was passiert? Gehts ihnen nicht gut?? Bitte sagen sie nicht, dass es wieder mit dem Herzen ist."
"EMILIIIIAAA!" schrie er plötzlich und sie zuckte zusammen.
"Du gehst auf der Stelle zum Schulleiter und wartest dort auf mich!" sagte er mit hochrotem Kopf. Emilia bemerkte, dass die anderen in der Klasse wild kicherten und auf den Lehrer zeigten. Geknickt verließ sie das Zimmer.
"Wieso läuft das nicht so, wie ich mir das vorstelle?? Ist doch mein Traum. Verdammt!! Was kann ich denn dafür wenn der später ein paar Etagen unter uns wohnt!" motzt sie und machte sich auf den Weg zum Schulleiter.
Am Schild neben der Tür stand "Herr Planer Schulleiter" Mila konnte sich kaum an ihn erinnern, war sie doch eigentlich immer so eine brave Schülerin gewesen. Und nun muss sie doch mal zu ihm und das nur weil sie höflich gewesen war. Sie klopfte und öffnete die Tür.
"Hallo Herr Planer. Herr Rabe schickt mich . ." sagte sie und wurde von Herrn Planer mit einer Handbewegung ins Zimmer gebeten. Er telefonierte und zeigte ihr auf, dass sie sich setzen sollte. Nachdem das Telefonat beendet war widmete er sich der Schülerin.
"So . . . du bist Mila . .5c??" fragte er und Mila war beeindruckt. Schließlich gabs an dieser Schule mehr als 1300 Schüler! Sie nickte und er lehnte sich im Stuhl zurück.
"So und was hast du gemacht, dass Herr Rabe dich zu mir schickt?"
"Um ehrlich zu sein weiß ich es nicht. Ich hab ihn nur nach seiner Familie gefragt." sagte Mila und zuckte mit den Schultern.
"Gut, dann warten wir auf Herrn Rabe um das zu klären." sagte er und widmete sich dem Bündel Papier vor ihm auf dem Tisch. Mila sah sich gelangweilt um.
"Finden sie nicht, dass es viel effezienter wäre mich zurück in die Klasse zu schicken? Ich meine ich verpasse eine ganze Stunde und das sind schließlich die Gelder der Steuerzahler die in gewisser Weise hier rumsitzen." sagte Mila und er Herr Planer sah über seinen Brillenrand zu dem kleinen süßen Mädchen.
"Bist schon ganz schön weit für dein Alter oder?" fragte er und sie sah wieder auf ihren Ausschnitt und seufzte
"Leider nicht so weit wie ich wünschte." Der Schulleiter räusperte sich und sah aus dem Fenster.
"Gut Mila in die Klasse kannst du nicht zurück, aber wenn du die Steuergelder nicht verschwenden willst, dann lernst du eben hier bei mir." sagte er und schob ein paar Zettel bei Seite.
"Wir beginnen mit dem Sozialversicherungssystem in Deutschland. . ."
"Das soziale Netz . ." sagte Mila und Herr Planer nickte lächelnd.
"Gut, also es gibt die Krankenversicherung . . .
"Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung" beendete Mila und langweilte sich.
"Das hatte ich schon in Wirtschafstlehre bei Herrn Lewers!"
"Wirtschaftslehre? Das Fach haben wir nicht!"
"Nee hier ja auch nicht. Auf der Berufsschule."
"Mila?? Fühlst du dich gut?"
"Ja doch . . . Können wir nicht doch einfach nur hier sitzen und warten bis Herr Rabe kommt?" fragte sie und Herr Planer zuckte mit den Schultern. Mila hatte den Traum so langsam satt. Es machte kein Spaß. Nach einer ewig langen Zeit, so kam es Mila zumindest vor, kam Herr Rabe ins Büro. Um alles nicht noch schlimmer zu machen schoß Mila sofort los.
"Herr Rabe ich möchte mich wirklich förmlich bei ihnen entschuldigen. Ich habe verstanden, dass es zu weit ging ihre Privatsphäre vor den anderen der Klasse anzusprechen und das ein solches Gespräch nicht zwischen Schülern und Lehrern statt finden kann. Ich werde ihre Privtasphäre ernst nehmen und mir keinen weiteren anmaßenden Gesprächstoff suchen." sagte Mila und Herr Rabe nickte mit offenem Mund.
"Kann ich dann in die nächste Stunde?" fragte Mila und Herr Planer nickte. Mila flitzte an Herrn Rabe vorbei in die Aula. Doch dort war wieder mal keiner. Sie hatte doch keine Ahnung wo sie nun hin musste. Glücklicherweise kam ihr ein Mädchen entgegen, dass ihren Kopf beim Gehen in ein Buch steckte.
"Hey!" rief sie, doch das Mädchen reagierte nicht.
"Duuu  . . warte mal!" rierf sie und lief zu ihr.
"Wer ich?"
"Klar wer denn sonst?!" lächelte Mila
"Kennst du mich?"
"Jaa ähhh Mila . . . ich bin in deiner Klasse!" sagte das Mädchen
"Super. Wo muss ich hin?"
"Englisch!?" sagte das Mädchen immer noch verwirrt.
"Bringst du mich?"
"Oke . . .ich muss aber noch Bücher aus der Bücherei holen. Darum hat mich Frau Elster geschickt."
"Dann machen wir das schnell!" sagte Mila und zog das Mädchen mit sich.
"Wie war nochmal dein Name?"
"Jenny?!"
"Nimms mir nicht übel . . heute ist alles wie im Traum!" grinste sie und lief Jenny hinterher.
Sie besorgten die Bücher und gingen zurück zur Klasse.
"Warum bist du nett zu mir?" fragte Jenny plötzlich und Mila sah sie verwirrt an.
"Warum nicht?"
"Weil ihr mich alle meidet . . . " sagte Jenny und zuckte mit den Schultern.
"Aber das hab ich nie mit Absicht gemacht. Sophie meinte nur, dass ich nicht . . . ." sagte Mila und stockte, als sie bemerkte, dass Sophie sie immer von Jenny ferngehalten hatte. Sophie war ihre beste Freundin gewesen und Mila hat ihr vertraut.
"Tut mir leid. War nie so gemeint!" sagte Mila und lächelte kurz. Jenny zuckte mit den Schultern
"Schon gut!" sagte sie kurz und öffnete die Klassentür.
"Emilia, wo kommst du her?" fragte Frau Elster
"Vom Big Boss!" sagte sie und setzte sich.
"Wer bitte?"
"Herr Planer!" seufzte Mila und Frau Elster notierte sich etwas im Klassenbuch. Kurz darauf begann der Unterricht und Mila hielt sich absichtlich im Hintergrund. Sie wollte solangsam nur noch aufwachen. Alkoholträume sind doch wirklich die schrägsten von allen, dachte sie sich als es zur Pause klingelte.
"Mila!" hörte sie Sophie rufen. Genervt blieb sie stehen.
"Hör zu. Ich weiß, dass du eine schwere Zeit hast und darum verzeih ich dir den Fehltritt von heute morgen auch." sagte sie und lächelte zuckersüß.
"Sophie hör zu. . .ich red jetzt ganz langsam, damit du mitkommst oke?! ICH . . KANN . . .DICH . .NICHT . . .LEIDEN!"
"Wie meinst das jetzt?" fragte Sophie und Mila musste lachen.
"Guck im Wörterbuch nach, Sophie!" meinte Mila, verließ die Klasse und ließ eine völlig ratlose Sophie zurück. Schade, dass sie das nicht wirklich damals zu ihr gesagt hatte, dachte sich Mila. In der Pause stand sie etwas verloren in der Aula und sah sich um. An die meißten dieser Gesichter konnte sie sich nicht oder nur schlecht erinnern. Selbst bei ihrer Klasse hatte sie schon Probleme. Plötzlich entdeckte sie Jenny.
"Heey!" rief sie ihr zu. Diese reagierte gar nicht und ließ ihren Kopf weiter im Buch gesteckt. Mila ließ sich nicht entmutigen und ging zu ihr rüber.
"Hey Jenny!" sagte sie und Jenny sah verwirrt auf.
"Äh Hey?!" sagte sie und klappte das Buch zu.
"Was liest denn da?"
"Kennste nicht."
"Weißt du doch gar nicht."
"Das Kartengeheimnis." meinte Jenny und Mila sah nachdenklich zur Decke
"Nöö noch nie von gehört." grisnte sie und Jenny verdrehte die Augen.
"Meinste es ist echt so gut wenn du hier rum stehst?!" fragte sie dann und Mila sah sich um.
"Warum denn nicht?"
"Wegen den anderen."
"Welche anderen?"
"ALLE!! Die gucken doch schon!" Mila sah sich erneut um.
"Find ich nicht und selbst wenn, wenn es ihnen Spaß macht, dann sollen sie!" grinste sie und Jenny schüttelte den Kopf.
"Ich hab keine Lust auf Ärger." meinte sie, nahm ihr Buch und verschwand.
"Was hat die denn für ein Problem?" sagte sie zu sich selbst und sah Jenny nach. Nach der Mathestunde hatte Mila dann Sportunterricht. Gott wie sie den gehaßt hat. Herr Harms war ein richtiger Sklaventreiber. Sie sah in ihrem Rucksack nach und tatsächlich hatte ihre Mutter an alles gedacht. Sie zog sich mit den anderen Mädchen in der Umkleide um und ging dann in die Halle.
"Chistoph?"
"Hier!"
"Sophie?"
"Hier!"
"Jessica?"
"Ja!"
"Emilia?"
"Jaa!" murmelte Mila.
"Mila??" wiederholte er und Mila stand auf.
"Jaa verdammt!"
"Dafür kannst du gleich ne Runde laufen!" sagte Herr Harms ohne weiter drauf einzugehen und rief weiter auf. Mila stand seufzend auf und rannte einmal um die Halle. Als sie zurück bei den anderen war, pfiff Herr Harms in seine Trillerpfeife und warf einen Volleyball in die Luft.
"Zwei Gruppen bilden und dann spielen wir Volleyball!" rief er
"Herr Harms ich möchte mal mit ihnen über ihr Lernprogramm sprechen. Ich finde sie sollten auch mal etwas für den geistigen Sport tun. Schließlich ist der Schulalltag schon ziemlich anstrengend. Hatten sie mal über Yoga nachgedacht. Ich hab das vor ein paar Jahren begonnen und muss ihnen sagen, dass sich eine tiefe innere Ruhe findet. Vielleicht können wir uns ja mal zusammensetzen und einen geeigneten Lernplan erstellen. Was sagen sie dazu?" sagte Mila und Herr Harms sah sie grinsend an.
"Dafür läufst du noch mal fünf Runden." sagte er und Mila stemmte ihre Hände in die Hüften.
"Also Herr Harms . . ." wollte sie gerade beginnen da pfiff Herr Harms einmal laut und zeigte ihr auf, dass sie laufen sollte. Also lief sie noch fünfmal um die Halle.Völlig ausser Atem kam sie beim Lehrer an.
"Na hast jetzt ne innere Ruhe?" fragte er und grinste.
"Wissen sie was, nur weil sie ihre Frau im Bett nicht mehr ranlässt, müssen sie das nicht an uns auslassen!" sagte Mila wütend und erntete dafür den selben Blick wie bei Herrn Rabe.
"Geh sofort zum Schulleiter, Mila. SOOOFOOORT!" schie er und Mila zuckte mit den Schultern.
"Okeee . . ." sagte sie genervt und ging in die Umkleide um sich umzuziehen. Danach stapfte sie zum Zimmer des Schulleiters und klopfte an.
"Emilia?"
"Herr Harms schickt mich."
"Ach mensch Mila!"
"Er hat selbst schuld!!" sagte sie und ließ sich auf den Sessel vorm Schreibtisch fallen.
"So geht das aber nicht. Du kannst jetzt nicht jeden Tag alle drei Stunden bei mir auftauchen. Ist heute ein schlechter Tag für dich?"
"Verdammt schlecht." sagte Mila und Herr Planer nickte verständnisvoll.
"Nun gut. Wir reden nachher mit Herrn Harms und dann hoffe ich, dass du nicht allzu bald wieder zu mri geschickt wirst." sagte er und lächelte. Mila war sich nie klar gewesen, dass Herr Planer so ein netter Mensch war. Wie auch, sie war ja nie bei ihm gewesen. Nachdem Herr Harms mitteilte was Mila zu ihm gesagt hatte, sah Herr Planer sie strafend an und nannte ihr ein paar Verhaltensregeln im Umgang mit Mitmenschen. Mila nickte alles friedlich ab um endlich rauszukönnen. Der Tag war für sie gelaufen und so machte sie sich noch vor Schulschluß auf den nach Hause weg. Sie schloß gerade ihr Fahrrad ab, da kam Tristan auf sie zu.
"Na na na . . . Mila wird doch nicht den Unterricht schwänzen?!" sagte er und grinste.
"Mila nimmt sich eine kleine Schaffenspause vom schwierigen Schulleben." sagte sie und schnallte den Rucksack auf dem Gepäckträger fest.
"Ich werd niemanden sagen, dass du gegangen bist." sagte Tristan und grinste.
"Ist egal. Morgen bin ich sowieso wieder in meiner Welt!" lachte Mila, stieg auf ihr Rad und fuhr davon. Es war gerade kurz vor zwölf als sie das Rad an die Hauswand stellte und den Schlüßel zückte. Sie stolperte gerade herein, da lief sie auch schon gegen ihren Vater.
"Dad? . . .wieso?? Was machst du hier?" fragte sie und sah ihren Vater böse an.
"Ich wohne hier meine liebe Tochter." grinste er. Da viel Mila alles wieder ein. Er hatte sie und ihre Mutter ein paar Tage vor ihrem 13. Geburtstag verlassen. Für eine Frau die damals genauso alt war wie Mila jetzt eigentlich wäre. Sie hat ihn gehaßt. Ihre Beziehung hatte diesen Schaden nie überwunden. Sie sah ihn danach nur noch selten.
"Aber nicht mehr lange . . ." fügte Mila den Worten ihres Vaters nach und ging an ihm vorbei.
"Wie meinst du das?" fragte er und Mila zuckte mit den Schultern.
"Ich meine nur, dass es Menschen gibt in denen man sich täuscht. Oh ja ganz extrem täuscht." sagte sie und nahm einen Schluck aus der Saftflasche.
"Nimm dir bitte ein Glas. Wir wollen nicht deine Bakterien."
"Achja und nimm du wenigstens Kondome. Mum will auch nicht deine Bakterien." schrie sie und lief an ihm vorbei ins Zimmer. Sie knallte die Tür hinter sich zu und schnaubte laut.
"Wie kann er nur. . .wieso ist das alles so?? . . verdammt wieso ist er hier?. . . ich will ihn nicht sehen . . ." redete sie aufgebracht. Ihr Vater klopfte und stand dann vor ihr in der Tür.
"Erklärst du mir mal was dein Problem ist?"
"DU!!!! UND JETZT HAU AB!!!" schrie sie und warf ein Kissen nach ihm. Ihr Vater verdrehte die Augen und schlug die Tür hinter sich zu. Mila lehnte sich an eine Wand und rutschte an ihr herab.
"Ich will jetzt aufwachen. . . bitte aufwachen . . es reicht. . .Mila wach auf. . . wach auf . . WAAACH AUUF!" schrie sie und schlug dabei mit dem Kopf gegen die Wand. Durch den Lärm kam ihre Mutter zu ihr rauf.
"Was ist los? Warum bist du schon zu hause?"
"Mutter, bitte geh jetzt und lass mich in Ruhe."
"Erstmal erklärst du mir, warum du deinen Vater so anschreist."
"Mutter bitte verlasse sofort mein Zimmer." sagte Mila mit zusammengebissenen Zähnen.
"Ich versteh dich nicht mehr. . ." sagte ihre Mutter und winkte ab. Sie verließ das Zimmer und Mila schloß die Augen. Doch egal wie sehr sie sich drauf konzentrierte aufzuwachen, es passierte nichts. Gegen Abend traute sie sich wieder aus dem Zimmer. Ihre Eltern saßen im Wohnzimmer und sahen Fernsehen. Mila ging in die Küche und nahm ein Glas und eine Flasche Wodka aus dem Kühlschrank. Sie goß sich ein halbes Glas ein und kippte es runter. Sie sah kurz um die Ecke, ob ihre Eltern noch fernseh guckten und kippte sich das nächste Glas runter. Noch einen letzten Schluck und sie stellte alles an den Platz zurück. Als sie aufstand war ihr für kurze Zeit schwindelig.
"Verdammt . ." flüsterte sie, als ihr klar wurde, dass sie ja in dem Körper einer elfjährigen steckte die noch keine Erfahrungen mit Alkohl hatte. Es wirkte also auch schon diese menge an Alkohol. Sie schwankte leicht durch die Küche. Sie versuchte sich leise an der Wand zur Treppe zu schleichen.
"Mila?" hörte sie ihre Mutter rufen.
"Jup!"
"Komm bitte her!"
"Isch geh jetzt schlaaafen!" sagte sie und gab sich Mühe so deutlich wie möglich zu reden.
"Vorher kommst du bitte noch her." sagte ihre Mutter.
"Isch bin aba escht volll müüüde!" sagte Mila und stellte den ersten Fuss auf die Treppe.
"Keine Diskussion. Komm her." sagte sie wieder und Mila zog sich zur Wohnzimmertür.
"Jo?"
"Wieso guckst du so?"
"Wie denn?"
"Na so."
"Ich kann ja versuchen gar nich mehr zu gucken" grinste Mila und zog ne Grimasse.
"Können wir jetzt mal vernünfttig reden oder möchtest du albern sein?"
"Ähhh albern?" fragte Mila und kicherte.
"Sag mal hast du getrunken?" fragte ihr Vater und stellte sich vor sie. Er schnüfftelte kurz und stemmte dann die Hände in die Hüften.
"Bist du jetzt total bescheuert? Wie kommst du darauf mit 11 Jahren zu trinken? Glaubst du das das Cool ist?"
"Woah Leute, also mal zum Anfang: Das ist soo uncool wenn Eltern versuchen etwas mit cool zu erklären und desweiteren hatte ich echt nen verdammt harten Tag. Ich brauchte doch nur ein paar Schlücke um wieder runter zu kommen." sagte sie und grinste.
"Du gehst auf der Stelle ins Bett und alles weiter besprechen wir morgen." sagte ihr Vater.
"Morgen, morgen und nicht heute, sagen all die faulen Leute!" kicherte Mila und hielt sich am Türrahmen fest.
"SOFORT." wiederholte ihr Vater und Mila zog sich an der Wand zur Treppe zurück.
"Is ja mal gut. Isch wollte eh schlafen. . ihr habt mich ja gerufen." säuselte sie als sie die Treppe raufkrabbelte.
"Eltern . . erst soll man kommen, dann wieder gehen . . dann soll man schlafen, dann wieder aufstehen . . .immer das gleiche . . .isch bin doch keine elf leute. . isch bin 24. . . und das was sich mein Vater nennt kann eh gleich verschwinden . . ich brauch den nicht mehr. . .morgen wach ich auf und alles ist gut. . .morgen bin ich wieder 24, ohne Vater und unglücklich. . . "murmelte sie sich in den Schlaf.
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