■
Wenn die Hoffnung stirbt
||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
| von Kirsche25 erstellt: 10.07.2009 letztes Update: 24.02.2010 Romanze / P12 | 72 Reviews |
Einführung
Emilia war 14 als sich an einem Tag die Erde scheinbar zweimal drehte und sie ihr Herz verlor. Es sollte kein anderer als der Sänger der Band Tokio Hotel sein. Emilia verlor sich völlig in dieser Person. Von vielen als kurze pubertäre Schwärmerei abgetan, fühlte Emilia schon nach kurzer Zeit, dass es tiefer ging. Die pubertäre Schwärmerei überdauerte die Pubertät und sogar die Teenagerzeit. Sie hatte über die Jahre gelernt mit dieser hoffnungslosen Liebe zu leben. Und auch wenn Bill Kaulitz ihr komplettes Leben bestimmte, so versuchte sie doch ihr eigenes Leben nicht völlig zu vergessen. Je älter sie wurde, desto weniger gab sie ihre Liebe zu dem Star anderen gegenüber zu. Zu viel Unverständnis und Spotterein war sie bereits augesetzt gewesen. Und auch wenn ihr Herz seit so vielen Jahren nur einem Mann gehörte, ließ sie als sie 18 war einen neuen hinein. Mark war 20 und machte es Emilia schwer ihn nicht zu lieben. Er überhäufte sie mit Aufmerksamkeit und Liebe. Und auch wenn Emilia es selbst nicht glauben konnte, aber Mark schlich sich in ihr Herz. Keinesfalls darf man nun annehmen, dass Bill damit vergessen war. Ganz im Gegenteil, denn Emilia plagten ständig Gewissensbisse wenn sie mit Mark zusammen war und nur an den Jungen aus der Band denken konnte. Doch Mark tat ihr gut. Er gab ihr ein gutes Gefühl und liebte sie so wie sie war. Sie zogen einige Jahre später zusammen und führten, von aussen gesehen, eine glückliche Beziehung. Emilia war einfach viel zu sehr Realist um sich auch nur geringe Chancen bei ihrer großen Liebe auszurechnen. Sie wusste das sie nicht gerade häßlich war, aber sie wusste auch, dass Bill zu einem der begehrtesten Junggesellen weltweit zählte. Emilia hatte braune, lange, glatte Haare und stechend grüne Augen. Je nach Stimmungslage konnte diese zwischen dunkelgrün oder hellgrün variieren. Was das Make Up und auch die Kleidungswahl anging, war sie ihrer großen Liebe nicht sehr ähnlich. Sie liebte es eher schlicht und gemütlich. Make Up staubte bei ihr meist ein und ihre schlichte blaue Jeans mit einem weißen Shirt drüber und ihren bequemen braunen Stiefeln war das perfekte Outfit für sie.
Auch wenn es so aussehen mag, blieb Emilia nicht aus Mitleid oder aus Hoffnungslosigkeit bei Mark. Sie liebte ihn wirklich. Doch gab es da doch immer noch diesen einen Jungen der ihr vor so langer Zeit das Herz gestohlen hatte. Bill war die unerreichbare, ferne, große Liebe und Mark war der liebe, großzügige und gutherzige Mann in ihrem Leben. Und doch starb jedes mal ein kleines stück ihres Herzens wenn sie mit Mark im Bett lag und sie sich jedes mal im Stillen einen anderen Mann neben sich wünschte. Mark ahnte nichts von ihren Gefühlen. Emilia behielt sie immer für sich. Natürlich wusste er von der Vorliebe für die Band und auch von der Schwärmerei für den Sänger doch auch für ihn war es nie mehr, was Emilia auch nicht ändern wollte. So lebte sie mit ihren Gefühlen die sie jeden Tag erneut um den Verstand brachten und versuchte ihr eigenes Leben dabei nicht zu verlieren.
1. Kapitel
Wenn die Hoffnung stirbt
Emilia war nun 24 Jahre alt. Sie stand mitten im Leben. Hatte einen Job den sie mehr als haßte und lebte in einer Beziehung die sie nie völlig auszufüllen schien. Sollte das alles gewesen sein? Sollte sie mit 24 schon am Ende sein? Mark war bereits auf der Arbeit als sich Mila wieder mal lustlos aus dem Bett quälte. Ein weiterer langweiliger trister Tag sollte vor ihr liegen. Sie schlich ins Bad und sah eine traurige, unzufriedene, junge Erwachsene vor sich im Spiegel.
"Guten Morgen liebe Sorgen!" sagte sie und steckte sich die Zahnbürste in den Mund. Nachdem sie sich umgezogen hatte, schlürfte sie ins Wohnzimmer wo schon eine Tageszeitung und ein Croissant von Mark lagen. Er gab sich immer so viel Mühe mit ihr und sie dankte es ihm kaum. Sie nahm das Croissant und ließ sich auf das Sofa vor ihr fallen. Kurze Zeit lag sie mit dem Gesicht in den vielen Sofakissen regungslos da und fragte sich ob es jemand bemerken würde wenn sie jetzt einfach ersticken würde?! Sie schüttelte den Gedanken schnell wieder ab und biss in ihr Bröttchen. Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte ihr, dass sie noch ein paar Minuten Zeit hatte bevor sie los musste. Also griff sie nach der Zeitung und schlug die erste Seite auf. Der letzte Biss blieb ihr im Hals stecken, als sie folgende Schlagzeile las "Bill Kaulitz, Sänger von 'Tokio Hotel, tot im Hotelzimmer aufgefunden!" Mila´s Herz begann zu rasen und ihre Brust schien zu reißen. Mit Tränen in den Augen suchte sie die Zeile die den Artikel beginnen lies.
"Die traurige Meldung ereilte in Windeseile das ganze Land, als das große Idol Bill Kaulitz (25) heute morgen um 8:00 Uhr in einem Berliner Hotel tot aufgefunden wurde. Schon lange wurde vermutet, dass der Druck, der jahrelang auf dem jungen Ausnahmetalent lag, schwere Folgen haben könnten. In den Fachkreisen wurde oft gemunkelt das der Sänger den Drogen verfallen war. Dies hatte der Sänger und auch das Managment bis zu letzt verneint. Jedoch ist bekannt geworden, dass die Polizei einige Drogen neben der Leiche fand. Es lässt vermuten, dass sich der Sänger absichtlich das Leben nahm. Wieviel von den Vermutungen und Gerüchten über sein Leben bestand hat, werden wir nun nicht weiter erfahren. Herr Kaulitz hat seine Geheimnisse mit ins Grab genommen. Der Autopsibericht wird ende der Woche erwartet. Auch wenn sein Leben von Geheimnissen geprägt war, wird die Ursache seines frühen Todes bald schon bekannt sein. Jegliches Beileid gilt der verbliebenen Familie des jungen Künstlers. Hatte sein so oft besagter Traum nun doch sein Grab geschaufelt?! War der Erfolg vielleicht doch viel mehr der Fluch als der verhoffte Segen?! Die Plattenfirma äußerte sich bisher nicht zu dem Todesfall." Mila überflog den Text. Tränen rannen über ihr Gesicht. Wie war das geschehen? Drogen? Tot? Die Worte des Artikels hallten ihr im Kopf nach. Sie schmiss voller Wut die Zeitschrift in die Ecke und riss die Kerzen und die Schale vom Tisch. Die Obstschale ging klirrend zu Boden. Mila lies sich in die Scherben sinken und weinte. Es war als würde jemand ihr Herz in Stücke reißen. Ihr alles nehmen was sie zum Atmen brauchte. Japsend rang sie nach Luft. Ihr Herz pochte bis zum Hals und schien zu explodieren. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er war weg. Sie hatte ihn nie getroffen. Nie mit ihm reden können. Nie auch nur in seiner Nähe sein können. Und nun wurde ihr auch noch die Hoffnung genommen. Wie war das nur geschehen? Wie konnte es soweit kommen. Mila verstand die Welt nicht mehr. Nachdem sich der erste Tränenfluss gelegt hatte, meldete sie sich bei ihrer Arbeit krank und flüchtete dann mit einer Flasche Wodka und Fotos von ihm zurück ins Bett. Tränen und Tropfen des Wodka´s fielen auf sein makelloses Gesicht hinab. Wieso hatte sie ihm nicht helfen können. Sie wusste, dass sie ihm gut getan hätte. Es hätte nicht mal eine Beziehung sein müssen. Sie wollte nur jemand sein den er anruft wenn er nicht weiter wusste. Jemand auf den er sich stützen konnte, wenn er nicht mehr alleine stehen konnte. Jemand der für ihn weiter atmete wenn er keine Kraft mehr hatte. Sie hätte das alles für ihn getan. Für ihn hätte sie sich selbst vergessen. Hätte alles aufgegeben um ihn glücklich zu sehen. Sie legte die Fotos auf den Boden und die Wodkaflasche daneben. Weinend ließ sie sich ins Kissen sinken. Der Alkohol tat seine Arbeit und Mila begann im Bett zu fliegen. Alles drehte sich und ihr Bett hob mit ihr drin von der Erde ab. Überall um sie herum war sein Gesicht. Das sie so sehr liebte. Sie hätte ihm vielleicht helfen können. Vielleicht hätte sie ihn davor bewahren können. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn sie da gewesen wäre. Vielleicht hätte er sie vorher angerufen und sie hätte ihm helfen können. Vielleicht würde er dann noch leben. Vielleicht wäre es dann alles anders gewesen. Vielleicht hätte er auch ihr Leben gerettet. Sie vor dem allen hier gerettet. Vielleicht wäre alles anders gekommen. Mila schloß die Augen und ließ sich vom Alkohol treiben.
"MIIIIILAAAAA!" hörte sie jemand rufen. Verschlafen öffnete sie ihre Augen einen kleinen Schlitz. 6.30 Uhr. Hatte sie den ganzen Tag verschlafen? Hatte sie so viel getrunken. Scheinbar hatte Mark sie nicht mal geweckt.
"MIIIIILAAAAAAAA!" hörte sie wieder die Stimme, aber halt das war doch nicht Mark. . . . .
"MUUUM???" rief sie überrascht und stieg aus dem Bett. Plötzlich stolperte sie über etwas weiches und fiel hin. Die Augen immer noch halb geschloßen griff sie nach dem Weichen und sah überrascht ihren alten Stofftierhasen an.
"Bruno??? Dich hatte ich doch mit 13 auf dem Campingplatz verloren." sagte Mila und setzte sich auf. Sie erwachte nun langsam vollkommen und begann wie am Spieß zu schreien.
"AAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH Verdammt . . . WAS IST HIER LOOOOOOS!" schrie sie. Sie saß in ihrem alten Kinderzimmer auf dem Fußboden. Hektisch krabbelte sie in eine Ecke des Zimmers und sah sich ängstlich um. Als sie Bruno, der immer noch in ihrem Arm lag, ansah erschrak sie erneut und schmiss ihn weg.
"Sag mal was schreist du denn so ?? Was ist los??" stürmte ihre Mutter ins Zimmer. Sie war es . . . Aber auch um mehr als 10 Jahr jünger. Mila sah sich hilflos um.
"Ich . . also . . . wo ist Mark . . warum bin ich hier. . . wieso bist du hier. . . was mach ich denn hier. . . gott was ist hier los. . ." stotterte sie aufgeregt und ihre Mutter musterte sie von oben bis unten.
"Nix da junges Fräulein. Ich weiß das du heute ne Prüfung hast und da kommst du nicht mit der "ich-bin-aber-so-krank-das-ich-nicht-mehr-weiß-wer-ich-bin-nummer" raus." sagte sie und verließ das Zimmer. Mila erhob sich langsam und trat vorsichtig zum Spiegel. Sie schloß die Augen und stellte sich vor ihm auf. Als sie die Augen öffnete fiel sie kurzerhand in Ohnmacht. Kurze Zeit später erwachte sie erneut, zu ihrem entsetzen, immer noch im alten Kinderzimmer. Wieder erhob sie sich und blickte in den Spiegel.
"NEEIN. . . ach mann Nein!!!" jammerte sie, als sie sich selbst in jungen Jahren entdeckte. Sie sah sich im Zimmer um und stellte fest, dass sie ca. 11 Jahre alt war. Sie warf einen kurzen Blick in ihr Nachthemd und entdeckte ein paar Etagen tiefer gähnende Leere.
"Ach verdammt. Ich hatte mich so an sie gewöhnt!" motzte Mila und ließ sich aufs Bett fallen. Was war hier passiert? Träumte sie?? War das ein Alkohol Traum? Warum fühlte sich alles so echt an?
"Das glaub ich ja wohl nicht. Du musst gleich los. Also jetzt echt mal los, Mila!!!" schimpfte ihre Mutter als sie erneut zu ihr ins Zimmer kam. Sie zog Mila auf die Beine und schob sie ins Bad. Mila gab sich geschlagen und wollte sich mit ihrer "Vergangenheitsmutter" nicht noch mehr anlegen. Also zog sie sich an und machte sich auf den Weg runter ins Wohnzimmer. Ihre Mutter wartete bereits auf sie und drückte ihr den Rucksack in die Arme.
"So und nun aber schnell" sagte sie und deutete auf die Tür.
"Ich brauch erst mal nen Kaffee!" sagte Mila und steuerte die Küche an.
"Also jetzt gehts los oder was? Du bist 11 Jahre alt mein liebes Mädchen!!!" sagte sie und schob Mila zurück zur Tür.
"Aber. . . aber . . "
"Nix aber! Los zur Schule!"
"Aber ich bin völlig unausstehlich ohne meinen Kaffee." sagte Mila und ihre Mutter verdrehte die Augen.
"Wo schnappst du nur immer sowas auf. Also ich wünsch dir nen schönen Tag!" sagte sie und schloß die Tür hinter Mila.
"Das ist doch ein schlechter Scherz." sagte sie und sah ihr Fahrrad vor dem Tor zur Auffahrt stehen.
"Bitte? Fahrrad fahren auch noch?? Ich bin schon seit Jahren kein Fahrrad mehr gefahren!" schnaubte sie und rollte das Rad auf die Straße.
"Ich hoffe der Traum geht bald mal richtig los. So ist das echt nicht lustig!" motzte sie und schmiss sich auf ihr Fahrrad. Zu ihrer Überraschung fuhr es sich wirklich leicht und so strampelte sie den alten Weg zu ihrer Schule. Sie wird bestimmt bald aufwachen und in ihr "Erwachsenenleben" zurückkehren, dachte sie sich und schloß das Fahrrad vor der Schule an.
Emilia war 14 als sich an einem Tag die Erde scheinbar zweimal drehte und sie ihr Herz verlor. Es sollte kein anderer als der Sänger der Band Tokio Hotel sein. Emilia verlor sich völlig in dieser Person. Von vielen als kurze pubertäre Schwärmerei abgetan, fühlte Emilia schon nach kurzer Zeit, dass es tiefer ging. Die pubertäre Schwärmerei überdauerte die Pubertät und sogar die Teenagerzeit. Sie hatte über die Jahre gelernt mit dieser hoffnungslosen Liebe zu leben. Und auch wenn Bill Kaulitz ihr komplettes Leben bestimmte, so versuchte sie doch ihr eigenes Leben nicht völlig zu vergessen. Je älter sie wurde, desto weniger gab sie ihre Liebe zu dem Star anderen gegenüber zu. Zu viel Unverständnis und Spotterein war sie bereits augesetzt gewesen. Und auch wenn ihr Herz seit so vielen Jahren nur einem Mann gehörte, ließ sie als sie 18 war einen neuen hinein. Mark war 20 und machte es Emilia schwer ihn nicht zu lieben. Er überhäufte sie mit Aufmerksamkeit und Liebe. Und auch wenn Emilia es selbst nicht glauben konnte, aber Mark schlich sich in ihr Herz. Keinesfalls darf man nun annehmen, dass Bill damit vergessen war. Ganz im Gegenteil, denn Emilia plagten ständig Gewissensbisse wenn sie mit Mark zusammen war und nur an den Jungen aus der Band denken konnte. Doch Mark tat ihr gut. Er gab ihr ein gutes Gefühl und liebte sie so wie sie war. Sie zogen einige Jahre später zusammen und führten, von aussen gesehen, eine glückliche Beziehung. Emilia war einfach viel zu sehr Realist um sich auch nur geringe Chancen bei ihrer großen Liebe auszurechnen. Sie wusste das sie nicht gerade häßlich war, aber sie wusste auch, dass Bill zu einem der begehrtesten Junggesellen weltweit zählte. Emilia hatte braune, lange, glatte Haare und stechend grüne Augen. Je nach Stimmungslage konnte diese zwischen dunkelgrün oder hellgrün variieren. Was das Make Up und auch die Kleidungswahl anging, war sie ihrer großen Liebe nicht sehr ähnlich. Sie liebte es eher schlicht und gemütlich. Make Up staubte bei ihr meist ein und ihre schlichte blaue Jeans mit einem weißen Shirt drüber und ihren bequemen braunen Stiefeln war das perfekte Outfit für sie.
Auch wenn es so aussehen mag, blieb Emilia nicht aus Mitleid oder aus Hoffnungslosigkeit bei Mark. Sie liebte ihn wirklich. Doch gab es da doch immer noch diesen einen Jungen der ihr vor so langer Zeit das Herz gestohlen hatte. Bill war die unerreichbare, ferne, große Liebe und Mark war der liebe, großzügige und gutherzige Mann in ihrem Leben. Und doch starb jedes mal ein kleines stück ihres Herzens wenn sie mit Mark im Bett lag und sie sich jedes mal im Stillen einen anderen Mann neben sich wünschte. Mark ahnte nichts von ihren Gefühlen. Emilia behielt sie immer für sich. Natürlich wusste er von der Vorliebe für die Band und auch von der Schwärmerei für den Sänger doch auch für ihn war es nie mehr, was Emilia auch nicht ändern wollte. So lebte sie mit ihren Gefühlen die sie jeden Tag erneut um den Verstand brachten und versuchte ihr eigenes Leben dabei nicht zu verlieren.
1. Kapitel
Wenn die Hoffnung stirbt
Emilia war nun 24 Jahre alt. Sie stand mitten im Leben. Hatte einen Job den sie mehr als haßte und lebte in einer Beziehung die sie nie völlig auszufüllen schien. Sollte das alles gewesen sein? Sollte sie mit 24 schon am Ende sein? Mark war bereits auf der Arbeit als sich Mila wieder mal lustlos aus dem Bett quälte. Ein weiterer langweiliger trister Tag sollte vor ihr liegen. Sie schlich ins Bad und sah eine traurige, unzufriedene, junge Erwachsene vor sich im Spiegel.
"Guten Morgen liebe Sorgen!" sagte sie und steckte sich die Zahnbürste in den Mund. Nachdem sie sich umgezogen hatte, schlürfte sie ins Wohnzimmer wo schon eine Tageszeitung und ein Croissant von Mark lagen. Er gab sich immer so viel Mühe mit ihr und sie dankte es ihm kaum. Sie nahm das Croissant und ließ sich auf das Sofa vor ihr fallen. Kurze Zeit lag sie mit dem Gesicht in den vielen Sofakissen regungslos da und fragte sich ob es jemand bemerken würde wenn sie jetzt einfach ersticken würde?! Sie schüttelte den Gedanken schnell wieder ab und biss in ihr Bröttchen. Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte ihr, dass sie noch ein paar Minuten Zeit hatte bevor sie los musste. Also griff sie nach der Zeitung und schlug die erste Seite auf. Der letzte Biss blieb ihr im Hals stecken, als sie folgende Schlagzeile las "Bill Kaulitz, Sänger von 'Tokio Hotel, tot im Hotelzimmer aufgefunden!" Mila´s Herz begann zu rasen und ihre Brust schien zu reißen. Mit Tränen in den Augen suchte sie die Zeile die den Artikel beginnen lies.
"Die traurige Meldung ereilte in Windeseile das ganze Land, als das große Idol Bill Kaulitz (25) heute morgen um 8:00 Uhr in einem Berliner Hotel tot aufgefunden wurde. Schon lange wurde vermutet, dass der Druck, der jahrelang auf dem jungen Ausnahmetalent lag, schwere Folgen haben könnten. In den Fachkreisen wurde oft gemunkelt das der Sänger den Drogen verfallen war. Dies hatte der Sänger und auch das Managment bis zu letzt verneint. Jedoch ist bekannt geworden, dass die Polizei einige Drogen neben der Leiche fand. Es lässt vermuten, dass sich der Sänger absichtlich das Leben nahm. Wieviel von den Vermutungen und Gerüchten über sein Leben bestand hat, werden wir nun nicht weiter erfahren. Herr Kaulitz hat seine Geheimnisse mit ins Grab genommen. Der Autopsibericht wird ende der Woche erwartet. Auch wenn sein Leben von Geheimnissen geprägt war, wird die Ursache seines frühen Todes bald schon bekannt sein. Jegliches Beileid gilt der verbliebenen Familie des jungen Künstlers. Hatte sein so oft besagter Traum nun doch sein Grab geschaufelt?! War der Erfolg vielleicht doch viel mehr der Fluch als der verhoffte Segen?! Die Plattenfirma äußerte sich bisher nicht zu dem Todesfall." Mila überflog den Text. Tränen rannen über ihr Gesicht. Wie war das geschehen? Drogen? Tot? Die Worte des Artikels hallten ihr im Kopf nach. Sie schmiss voller Wut die Zeitschrift in die Ecke und riss die Kerzen und die Schale vom Tisch. Die Obstschale ging klirrend zu Boden. Mila lies sich in die Scherben sinken und weinte. Es war als würde jemand ihr Herz in Stücke reißen. Ihr alles nehmen was sie zum Atmen brauchte. Japsend rang sie nach Luft. Ihr Herz pochte bis zum Hals und schien zu explodieren. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er war weg. Sie hatte ihn nie getroffen. Nie mit ihm reden können. Nie auch nur in seiner Nähe sein können. Und nun wurde ihr auch noch die Hoffnung genommen. Wie war das nur geschehen? Wie konnte es soweit kommen. Mila verstand die Welt nicht mehr. Nachdem sich der erste Tränenfluss gelegt hatte, meldete sie sich bei ihrer Arbeit krank und flüchtete dann mit einer Flasche Wodka und Fotos von ihm zurück ins Bett. Tränen und Tropfen des Wodka´s fielen auf sein makelloses Gesicht hinab. Wieso hatte sie ihm nicht helfen können. Sie wusste, dass sie ihm gut getan hätte. Es hätte nicht mal eine Beziehung sein müssen. Sie wollte nur jemand sein den er anruft wenn er nicht weiter wusste. Jemand auf den er sich stützen konnte, wenn er nicht mehr alleine stehen konnte. Jemand der für ihn weiter atmete wenn er keine Kraft mehr hatte. Sie hätte das alles für ihn getan. Für ihn hätte sie sich selbst vergessen. Hätte alles aufgegeben um ihn glücklich zu sehen. Sie legte die Fotos auf den Boden und die Wodkaflasche daneben. Weinend ließ sie sich ins Kissen sinken. Der Alkohol tat seine Arbeit und Mila begann im Bett zu fliegen. Alles drehte sich und ihr Bett hob mit ihr drin von der Erde ab. Überall um sie herum war sein Gesicht. Das sie so sehr liebte. Sie hätte ihm vielleicht helfen können. Vielleicht hätte sie ihn davor bewahren können. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn sie da gewesen wäre. Vielleicht hätte er sie vorher angerufen und sie hätte ihm helfen können. Vielleicht würde er dann noch leben. Vielleicht wäre es dann alles anders gewesen. Vielleicht hätte er auch ihr Leben gerettet. Sie vor dem allen hier gerettet. Vielleicht wäre alles anders gekommen. Mila schloß die Augen und ließ sich vom Alkohol treiben.
"MIIIIILAAAAA!" hörte sie jemand rufen. Verschlafen öffnete sie ihre Augen einen kleinen Schlitz. 6.30 Uhr. Hatte sie den ganzen Tag verschlafen? Hatte sie so viel getrunken. Scheinbar hatte Mark sie nicht mal geweckt.
"MIIIIILAAAAAAAA!" hörte sie wieder die Stimme, aber halt das war doch nicht Mark. . . . .
"MUUUM???" rief sie überrascht und stieg aus dem Bett. Plötzlich stolperte sie über etwas weiches und fiel hin. Die Augen immer noch halb geschloßen griff sie nach dem Weichen und sah überrascht ihren alten Stofftierhasen an.
"Bruno??? Dich hatte ich doch mit 13 auf dem Campingplatz verloren." sagte Mila und setzte sich auf. Sie erwachte nun langsam vollkommen und begann wie am Spieß zu schreien.
"AAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH Verdammt . . . WAS IST HIER LOOOOOOS!" schrie sie. Sie saß in ihrem alten Kinderzimmer auf dem Fußboden. Hektisch krabbelte sie in eine Ecke des Zimmers und sah sich ängstlich um. Als sie Bruno, der immer noch in ihrem Arm lag, ansah erschrak sie erneut und schmiss ihn weg.
"Sag mal was schreist du denn so ?? Was ist los??" stürmte ihre Mutter ins Zimmer. Sie war es . . . Aber auch um mehr als 10 Jahr jünger. Mila sah sich hilflos um.
"Ich . . also . . . wo ist Mark . . warum bin ich hier. . . wieso bist du hier. . . was mach ich denn hier. . . gott was ist hier los. . ." stotterte sie aufgeregt und ihre Mutter musterte sie von oben bis unten.
"Nix da junges Fräulein. Ich weiß das du heute ne Prüfung hast und da kommst du nicht mit der "ich-bin-aber-so-krank-das-ich-nicht-mehr-weiß-wer-ich-bin-nummer" raus." sagte sie und verließ das Zimmer. Mila erhob sich langsam und trat vorsichtig zum Spiegel. Sie schloß die Augen und stellte sich vor ihm auf. Als sie die Augen öffnete fiel sie kurzerhand in Ohnmacht. Kurze Zeit später erwachte sie erneut, zu ihrem entsetzen, immer noch im alten Kinderzimmer. Wieder erhob sie sich und blickte in den Spiegel.
"NEEIN. . . ach mann Nein!!!" jammerte sie, als sie sich selbst in jungen Jahren entdeckte. Sie sah sich im Zimmer um und stellte fest, dass sie ca. 11 Jahre alt war. Sie warf einen kurzen Blick in ihr Nachthemd und entdeckte ein paar Etagen tiefer gähnende Leere.
"Ach verdammt. Ich hatte mich so an sie gewöhnt!" motzte Mila und ließ sich aufs Bett fallen. Was war hier passiert? Träumte sie?? War das ein Alkohol Traum? Warum fühlte sich alles so echt an?
"Das glaub ich ja wohl nicht. Du musst gleich los. Also jetzt echt mal los, Mila!!!" schimpfte ihre Mutter als sie erneut zu ihr ins Zimmer kam. Sie zog Mila auf die Beine und schob sie ins Bad. Mila gab sich geschlagen und wollte sich mit ihrer "Vergangenheitsmutter" nicht noch mehr anlegen. Also zog sie sich an und machte sich auf den Weg runter ins Wohnzimmer. Ihre Mutter wartete bereits auf sie und drückte ihr den Rucksack in die Arme.
"So und nun aber schnell" sagte sie und deutete auf die Tür.
"Ich brauch erst mal nen Kaffee!" sagte Mila und steuerte die Küche an.
"Also jetzt gehts los oder was? Du bist 11 Jahre alt mein liebes Mädchen!!!" sagte sie und schob Mila zurück zur Tür.
"Aber. . . aber . . "
"Nix aber! Los zur Schule!"
"Aber ich bin völlig unausstehlich ohne meinen Kaffee." sagte Mila und ihre Mutter verdrehte die Augen.
"Wo schnappst du nur immer sowas auf. Also ich wünsch dir nen schönen Tag!" sagte sie und schloß die Tür hinter Mila.
"Das ist doch ein schlechter Scherz." sagte sie und sah ihr Fahrrad vor dem Tor zur Auffahrt stehen.
"Bitte? Fahrrad fahren auch noch?? Ich bin schon seit Jahren kein Fahrrad mehr gefahren!" schnaubte sie und rollte das Rad auf die Straße.
"Ich hoffe der Traum geht bald mal richtig los. So ist das echt nicht lustig!" motzte sie und schmiss sich auf ihr Fahrrad. Zu ihrer Überraschung fuhr es sich wirklich leicht und so strampelte sie den alten Weg zu ihrer Schule. Sie wird bestimmt bald aufwachen und in ihr "Erwachsenenleben" zurückkehren, dachte sie sich und schloß das Fahrrad vor der Schule an.
|
||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
