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Geschichte: Freie Arbeiten
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von marliseyna
erstellt: 04.07.2009
letztes Update: 04.07.2009
Geschichte, Drama / P12
(fertiggestellt)
Sie zog an ihrer Zigarette und blies den Rauch wieder aus, stoßartig, die fast anzügliche Lässigkeit mit der sie es früher getan hatte war abhanden gekommen.
Sie fuhr sich durch das blond gefärbte, von Natur aus kastanienbraune Haar, den Ansatz musste man mal wieder nachfärben, und stützte ihre Stirn auf ihre linke Handfläche. Sie sah auf den Tisch vor ihr und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Doch alles was ihr durch den Kopf ging waren Momente von früher.
Dieses „Früher“ - wann hatte es wohl aufgehört?
„Ich liebe dich Jake, aber was ich tue, liebe ich mehr“ - das waren die Worte die sie damals als Erklärung ausgewählt hatte, als Rechtfertigung dafür, dass sie ihre Familie und ihren Freund Hunderte von Meilen hinter sich gelassen hatte um alleine nach Los Angeles zu gehen.
Hollywood – die Metropole des Films. Hier hatte sie ihr Lebensglück vermutet, fast so, als befände sich der Schlüssel dazu auf dem Walk Of Fame.
Sie lehnte sich an ihren Stuhl zurück und sah aus dem Fenster, aber sie tat es nicht wirklich.
Sie drückte die Zigarette im Aschenbecher vor sich aus und, wie immer wenn sie versuchte sich zu beruhigen, umfasste ihr linkes Handgelenk mit der rechten Hand. Es war dünner als noch vor neun Monaten. Sie hatte nicht viel gegessen in letzter Zeit, und das war nicht nur auf die Tatsache zu schieben dass die Ersparnisse, die sie mitgebracht hatte um in LA ohne jegliche Ablenkung schreiben zu können so gut wie zur Neige gegangen waren, sondern es war schlichtweg darauf zurückzuführen dass sie überhaupt keinen Appetit mehr hatte, das einzige, was sie in ungewöhnlich großen Massen zu sich nahm war Kaffee.
Sie öffnete das dünne Buch das vor ihr lag und las sich die Seite durch die sie gerade erwischte.
BAR „AT JOHNNY'S“, Caroline und Nancy sitzen zusammen an einem Tisch in einer Ecke. Nancy nippt an ihrem Weinglas. Sie schweigen erst, nach einer Weile:
CAROLINE: Ich wünschte, ich könnte etwas erschaffen. Etwas das bleibt.
Nancy schaut erst kurz auf, senkt den Blick aber wieder auf das Glas.
CAROLINE: Wenn ich nur irgendein Talent hätte. Etwas, das mich ausmacht, für das man mich kennt. Ich bin überall nur ein Gesicht, nichts weiter. Egal ob in der Praxis oder unter meinen Freunden.
NANCY lacht leise.
Erobern wir zusammen die Welt.
Pause.
NANCY: Ich meine es. Gehen wir einfach.
Sie schloß das Drehbuch energisch und warf es auf den Tisch. „Was für eine gequirlte Scheiße..“, meint sie leise zu sich, „nein, nein, nein“. Sie wusste es schon, dieses Drehbuch würde sie niemals abschicken, sie mochte es selbst nicht mehr. Die vier, die diesem vorhergegangen waren hatte sie alle geliebt, sie hatte Tage ohne Schlaf verbringen können weil sie so gefesselt war von ihren eigenen Geschichten, ihre eigenen Figuren so gemocht hatte und ihre Schicksale zu einem Ende bringen musste, seien sie gut oder schlecht.
Aber keine dieser Geschichten schien die Zuständigen in den unzähligen Produktionsfirmen an die sie sie geschickt hatte auch nur annähernd so zu begeistern wie sie selbst.
Und in diesem Moment wurde ihr auf einmal klar, dass sie nie wieder ein weiteres Wort würde schreiben können.
Sie trank den Rest des stillen Wassers in ihrem Glas in einem Schluck weg und legte das Geld daneben. Sie packte das Drehbuch in ihre Tasche und holte ihr Handy heraus. Sie wählte in den Kontakten „Mum“ aus, und schrieb ihr eine SMS, die aus einem Satz bestand „Ich komme nach Hause.“
Sie kämpfte mit den Tränen, stand auf und verließ das Lokal. Sie lehnte sich an die Hauswand, schloß die Augen und stand für eine ganze Weile einfach nur da, um zu spüren, wie der Wind mit ihren Haare spielte. Ihr schoßen Tausende von Fragen durch den Kopf, aber die wichtigste in diesem Moment schien zu sein:
„Warum bist du jemals nach Hollywood gekommen?“
Sie fuhr sich durch das blond gefärbte, von Natur aus kastanienbraune Haar, den Ansatz musste man mal wieder nachfärben, und stützte ihre Stirn auf ihre linke Handfläche. Sie sah auf den Tisch vor ihr und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Doch alles was ihr durch den Kopf ging waren Momente von früher.
Dieses „Früher“ - wann hatte es wohl aufgehört?
„Ich liebe dich Jake, aber was ich tue, liebe ich mehr“ - das waren die Worte die sie damals als Erklärung ausgewählt hatte, als Rechtfertigung dafür, dass sie ihre Familie und ihren Freund Hunderte von Meilen hinter sich gelassen hatte um alleine nach Los Angeles zu gehen.
Hollywood – die Metropole des Films. Hier hatte sie ihr Lebensglück vermutet, fast so, als befände sich der Schlüssel dazu auf dem Walk Of Fame.
Sie lehnte sich an ihren Stuhl zurück und sah aus dem Fenster, aber sie tat es nicht wirklich.
Sie drückte die Zigarette im Aschenbecher vor sich aus und, wie immer wenn sie versuchte sich zu beruhigen, umfasste ihr linkes Handgelenk mit der rechten Hand. Es war dünner als noch vor neun Monaten. Sie hatte nicht viel gegessen in letzter Zeit, und das war nicht nur auf die Tatsache zu schieben dass die Ersparnisse, die sie mitgebracht hatte um in LA ohne jegliche Ablenkung schreiben zu können so gut wie zur Neige gegangen waren, sondern es war schlichtweg darauf zurückzuführen dass sie überhaupt keinen Appetit mehr hatte, das einzige, was sie in ungewöhnlich großen Massen zu sich nahm war Kaffee.
Sie öffnete das dünne Buch das vor ihr lag und las sich die Seite durch die sie gerade erwischte.
BAR „AT JOHNNY'S“, Caroline und Nancy sitzen zusammen an einem Tisch in einer Ecke. Nancy nippt an ihrem Weinglas. Sie schweigen erst, nach einer Weile:
CAROLINE: Ich wünschte, ich könnte etwas erschaffen. Etwas das bleibt.
Nancy schaut erst kurz auf, senkt den Blick aber wieder auf das Glas.
CAROLINE: Wenn ich nur irgendein Talent hätte. Etwas, das mich ausmacht, für das man mich kennt. Ich bin überall nur ein Gesicht, nichts weiter. Egal ob in der Praxis oder unter meinen Freunden.
NANCY lacht leise.
Erobern wir zusammen die Welt.
Pause.
NANCY: Ich meine es. Gehen wir einfach.
Sie schloß das Drehbuch energisch und warf es auf den Tisch. „Was für eine gequirlte Scheiße..“, meint sie leise zu sich, „nein, nein, nein“. Sie wusste es schon, dieses Drehbuch würde sie niemals abschicken, sie mochte es selbst nicht mehr. Die vier, die diesem vorhergegangen waren hatte sie alle geliebt, sie hatte Tage ohne Schlaf verbringen können weil sie so gefesselt war von ihren eigenen Geschichten, ihre eigenen Figuren so gemocht hatte und ihre Schicksale zu einem Ende bringen musste, seien sie gut oder schlecht.
Aber keine dieser Geschichten schien die Zuständigen in den unzähligen Produktionsfirmen an die sie sie geschickt hatte auch nur annähernd so zu begeistern wie sie selbst.
Und in diesem Moment wurde ihr auf einmal klar, dass sie nie wieder ein weiteres Wort würde schreiben können.
Sie trank den Rest des stillen Wassers in ihrem Glas in einem Schluck weg und legte das Geld daneben. Sie packte das Drehbuch in ihre Tasche und holte ihr Handy heraus. Sie wählte in den Kontakten „Mum“ aus, und schrieb ihr eine SMS, die aus einem Satz bestand „Ich komme nach Hause.“
Sie kämpfte mit den Tränen, stand auf und verließ das Lokal. Sie lehnte sich an die Hauswand, schloß die Augen und stand für eine ganze Weile einfach nur da, um zu spüren, wie der Wind mit ihren Haare spielte. Ihr schoßen Tausende von Fragen durch den Kopf, aber die wichtigste in diesem Moment schien zu sein:
„Warum bist du jemals nach Hollywood gekommen?“
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