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Geschichte: Fanfiktion
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/ In 6 Monaten verlor ich meinen Verstand, fand aber mein Herz
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von BlubbaBlase
erstellt: 10.06.2009
letztes Update: 24.12.2009
Geschichte, Romanze / P12
(abgebrochen)
Ich weiß, man hört es als Leser/Schwarzleser oft, aber Reviews sind wirklich das Benzin zum Schreiben-Motor (in diesem Fall übersetzen) und obwohl mit das Übersetzen relativ schnell und leicht von der Hand geht ist es doch Arbeit und Zeit, die ich auch anders verbringen könnte/müsste/sollte...
Ein kurzes 'Hallo, ich hab gelesen' ist wirklich genug :) Erfreut vor allem mich und die Autorin dieser Geschichte :)
...und außerdem hatte ich heute einen scheiß Tag, demnach wäre ein bisschen Aufmunterung seehr lieb... *schnief*
Viel Spaß!
Kapitel 4 - Mittagspausengespräche
1. Januar
Noch 5 Monate, 3 Wochen und 3 Tage
EdwardPOV
Alice und ich hatten jetzt schon drei Tage bei Bella verbracht und allmählich kam eine Routine rein. Bella und Alice kamen ziemlich gut miteinander aus, aber bei uns gab es noch keinen wirklichen Fortschritt. Ich schätze, wir hatten eher schlecht als recht gestartet und bis jetzt hatte ich den sicheren Grund noch nicht wieder erreicht.
Wir redeten nicht wirklich, wobei ich denke, dass das auch nicht hilfreich beiträgt und es schien, dass alles was ich tat sie entweder nervte oder eher weiter von mir weg trieb.
Meine reizende Schwester machte die Situation nicht einfach und schien zu denken, dass ich mich besonders anstrengte, um Bella zu ärgern. Ich hab geschätzt vielleicht zwanzig Anrufe von Esme deswegen bekommen – in den letzten achtundvierzig Stunden.
Ich bin hier mehr alleine, als ich es zu Hause war. Da Bella und ich nicht kommunizierten, verbrachten sie und Alice ihre ganze Zeit zusammen und ich kam mit keinem an der Schule zurecht, demnach hab ich nicht wirklich jemandem zum reden. Das ist nicht unbedingt spaßig.
Ich schaffte es, meinen Stundenplan so zu ändern, dass ich jetzt hauptsächlich in Fächern war, die ich auch belegen wollte. Unsere Stundenpläne waren dem von Bella angepasst worden, aber ich mochte manche Stunden nicht, also änderte ich ihn um. Zurzeit brachte ich die Zeit mit auf einer Bank sitzen und dem Sportunterricht zuzuschauen rum. Ich hatte eine Freistunde und der Stoff ist hier so einfach, dass ich nichts zu tun hatte.
Die Tage wurden langweilig und einsam.
„Alles in Ordnung mit dir?“, fragte eine Stimme, die sich neben mir niederließ. Ich drehte mich um und sah Bella lächeln.
„Ähm, ja, mir geht’s gut. Wo ist Alice?“ Die beiden schienen zusammengewachsen zu sein.
„Ich hab keine Ahnung, hab sie nach dem Unterricht verloren.“ Sie zuckte mit den Schultern und ich nickte. Alice führte etwas im Schilde, andernfalls hätte sie Bella nicht verlassen.
„Ich dachte, du hast jetzt Unterricht.“ Sie schüttelte den Kopf.
„Nö, hat vor zehn Minuten geendet.“
„Also, was hast du die letzten zehn Minuten gemacht?“
„Dich beobachtet, wie du hier alleine sitzt. Du bist nicht glücklich, oder?“ Ich warf einen flüchtigen Blick in ihre Richtung, sie sah mich freundlich an. Die Art, wie der Wind ihre Haare aus ihrem Gesicht wirbelte und die Art, wie sie mich sanft anlächelte, benebelte mich leicht. Meine zusammenhängenden Gedanken lösten sich in Luft auf und ich konnte mich nicht an das erinnern, was sie sagte. „Alles okay, Edward?“ Ich schüttelte meinen Kopf und das rationale Ich kehrte zurück.
„Jaja, was hast du eben gefragt?“, fragte ich, während ich mich nicht traute Bella anzusehen, aus Angst, etwas Dummes zu tun. Stattdessen beobachtete ich die Sportklasse.
„Ob du glücklich bist oder nicht.“
„Was spielt das schon für eine Rolle?“
„Eine große. Komm schon, du hast heute noch gar nichts gegessen. Lass uns was holen.“
Sie stand auf und deutete zur Cafeteria. Ich erhob mich zögernd, um ihr zu folgen. „Edward, das Essen ist nicht so schlimm, also hör auf dir Sorgen zu machen.“
Wir gingen schweigend und holten uns Essen, bevor wir uns in den hinteren Teil des Raumes verzogen. Da der meiste Unterricht noch in vollem Gange war, war die Cafeteria fast leer.
Ich probierte das Essen zögerlich, Bella lachte leise in sich hinein. Als ich aufblickte sah ich, dass sie mich auslachte.
„Du benimmst dich, als würde es dich umbringen.“
Sie hat ein nettes Lächeln; sie sollte es definitiv öfter gebrauchen.
Was, woher kam das denn? Ich schüttelte schnell meinen Kopf.
„Nein, wirklich, ich esse einfach nicht viel.“
„Was tust du dann, Edward? Ich weiß mehr Sachen, die du nicht tust, als alles andere.“ Ich schmunzelte, da hatte sie Recht.
„Ich fürchte, ich weiß nicht, wie ich diese Frage beantworten kann. Alice würde sagen ich spiele Klavier, liebe meine Musik, verbringen das meiste meiner Zeit mit Lernen und Freunden. Ich würde sagen ich tue nichts anderes, als ein sehr tristes und langweiliges Leben zu führen.“ Sie sah mich prüfend an und fühlte mich wie einer Prüfung unterzogen.
Ich mochte es nicht, nicht zu wissen, was sie dachte. Die meisten Leute waren berechenbar und ich wusste, was sie als nächstes taten, aber mit Bella war es genau das Gegenteil. Niemand hatte mich jemals gefragt, ob ich glücklich war und das überraschte mich.
„Nein, ich bin nicht glücklich.“ Bella sah mir aufrecht in die Augen und lächelte mitleidig. „Aber ich war auch nicht glücklich, bevor ich hier hergekommen bin, also mach dir keine Gedanken.“
„Warst du jemals zufrieden?“
„Ja, aber das ist schon sehr lang her.“ Ich wandte mich wieder dem Essen vor mir zu und versuchte ein paar Bissen runterzuwürgen, ohne das dringende Gefühl von sofortigem Übergeben zu bekommen.
„Darf ich dich fragen, wieso du nie fröhlich bist, oder ist das zu persönlich, wenn man bedenkt, dass ich dich kaum kenne?“ Ich dachte über ihr Gesagtes nach. Ich verstand nicht, warum sie fragte, warum es sie kümmerte.
„Ich hab keine Freiheit.“ Wie auch immer, sie würde es wohl nicht rumerzählen.
„Freiheit?“
„Ja. Alice hasst ihren Titel, wie du ja weißt, aber weißt du auch wieso?“ Bella überlegte für eine Sekunde und schüttelte dann ihren Kopf.
„Sie hat nur gesagt, dass sie sich dadurch von den anderen isoliert fühlt und dass sie das nicht mag.“
„Das ist bis zu einem gewissen Grad wahr. Von uns beiden wird von unseren Eltern und unseresgleichen erwartet, dass wir bestimmte Dinge mit unserem Leben tun. Von Alice wird erwartet, dass sie heiratet und Kinder hat. Das ist ihre einzige Aufgabe. Sie hatte sehr viel Glück, wenn ich darüber mal nachdenke. Ihr Freund Jasper hat einen angemessenen Titel. Wenn er ihr also einen Antrag machen würde, dann dürfte sie ihn heiraten.“
„Und wenn er eben keinen Titel hätte?“
„Sie hätte sein Angebot abzulehnen, egal, wie sehr sie ihn liebte, und müsste jemand anderen finden. Es geht nur um Reichtum und Rang. Jasper wird das ganze Erbe erhalten und ich werde das meiner Familie annehmen. Sagen wir, ich hätte nie einen Sohn oder überhaupt Kinder, was auch immer, was würde ich dann mit dem ganzen Geld und Land machen? Sagen wir auch, dass Alice und Jasper geheiratet haben und einen Sohn haben, folglich mein Neffe. Ich würde mein Besitztum an einen Erben weiterreichen oder es würde verlorengehen. Wenn Jasper nicht einer von uns wäre, dann würde sein Sohn es auch nicht sein und meine Morgen würden für ihn nicht annehmbar sein.“
„Also, im Grunde heißt das einfach, dass man Reichtum unter den Reichen halten sollte.“
„Genau.“ Sie lächelte, aber diesmal erreichte es ihre Augen nicht.
„Das ist ziemlich unfair.“
„Ich weiß.“
„Und du sagtest, Alice hätte Glück gehabt. Wie?“
„Sie hat jemanden gefunden, den sie wirklich liebt und sie könnte ihn heiraten, wenn sie wollte. Unsere Eltern würden nicht eingreifen, um sie zu stoppen, also hat sie Glück. Sie wird nicht gezwungen jemanden zu lieben, den sie nicht liebt.“
„Das scheint alles so seltsam.“ Bella schüttelte den Kopf und nahm einen kurzen Schluck von ihrem Wasser. „Was ist mit dir?“
„Was meinst du?“ Ich sah sie verwirrt an.
„Alice wird höchstwahrscheinlich aus Liebe heiraten. Wirst du das auch?“
„Das müsste voraussetzen, dass ich wirklich an die Liebe glaube.“ Sie lachte und schüttelte dabei ihren Kopf.
„Du glaubst nicht an die Liebe?“ Das schien für sie das verblüffendste zu sein, das sie je gehört hatte.
„Naja, nicht ganz. Ich denke schon, dass Leute sich verlieben können, nur eben ich nicht.“
Das Lachen und Lächeln war verschwunden und wurde durch einen mitleidigen Blick ersetzt. Ich war traurig, dass das Lächeln weg war, und dass ich daran Schuld hatte.
„Wieso denkst du, dass niemand dich lieben könnte?“
„Ich denke nicht, dass Leute nicht mich lieben könnten, nur dass ich sie nicht lieben kann. Ich bin kalt und herzlos, soviel ist offensichtlich. Und das alles führt wohl eher dazu, dass ich dann eine Zweckehe haben werde.“
„Wie funktioniert das genau, Zweckehe?“ Bella versuchte von den schweren Themen wegzuführen.
„Sie scheitern meistens. Aus irgendeinem Grund ist die Zahl der Scheidungen im Adelssystem sehr hoch.“
„Adelssystem? Erklär mir das noch mal.“ Das alles verwirrte sie. Alice versuchte es detailtreu zu erklären, aber wenn du dieses Leben nicht lebst, kann es schwer verständlich sein. Ich bin im Adelssystem und hab trotzdem die Hälfte der Zeit keine Ahnung, was eigentlich abgeht.
„Es geht um den Rang des Adelsstands…wenn das irgendeinen Sinn macht. Im Grunde hast du die Königsfamilie an der Spitze, dann kommen die Fürste, gefolgt von den Marquis‘, dann die Grafen, die Vicomtes (brit. Adelstitel zwischen Baron und Earl/Graf), und zu guter Letzt kommen die Barone. Nicht alle, aber die meisten von diesen lassen sich scheiden. Es ist aber verständlich. Sie heirateten für Wohlstand anstatt Liebe. Wie du gesagt hast, den Reichtum unter den Reichen zu halten.“
„Also… wirst du das tun müssen?“ Ich nickte, was Bella zum Kopfschütteln veranlasste.
„Willst du die Liebe finden?“
„Ich weiß nicht, wo ich suchen soll.“
„Es ist gewöhnlich dort, wo du es als letztes erwartet hättest.“
„Ich hab das Gefühl, das grenzt es nicht wirklich ein.“ Sie grinste nickend.
„Ich werde nicht anfangen Mitleid für dich zu haben, da du ja wohlhabend bist. Ich denke wirklich, es ist eine Schande in welchen Zuständen du gerade bist, aber erwarte nicht, dass ich für dich mitfühle. Wenn es das ist, was du wolltest, indem du mir alles erzählt hast, dann hast du das der falschen Person erzählt.“
„Du hattest mich gefragt, nicht andersrum.“
„Ach ja, ‘tschuldige.“
„Ist schon okay. Aber ich hab eine Frage.“
„Schieß los.“
„Wie wusstest du das? Wie wusstest du, dass ich…unglücklich war?“
„Es steht in deinen Augen. Sie sind tiefe Weiten von Dunkelheit. Mit diesen Augen musstest du über irgendwas traurig sein.“
„Wie sehen sie jetzt aus?“ Ich wusste die Antwort, bevor sie sie aussprach. Alice hatte mir vor Jahren genau durchgespielt, wie meine Augenfarbe sich meiner Laune anpasste.
„Sie sind heller als vorher.“ Ich nickte und stand vom Tisch auf.
„Danke, dass du mit mir zu Mittag gegessen hast. Ich weiß das zu schätzen.“
„Das war doch nichts. Denk dran, ich soll euch betreuen und es ist sozusagen mein Job, nach euch zu sehen.“
„Ich weiß… aber ich war besonders gemein zu dir. Ich entschuldige mich dafür; es war unnötig.“
„Schon vergessen, Edward.“
Ich nickte und ging zwei Schritte weg, bevor ich mich noch mal umdrehte.
„Bella.“ Sie sah überrascht von ihrem Tablett auf. „Danke fürs Zuhören… Keiner hat das vorher gemacht.“ Sie lächelte fröhlich und machte mich wieder ein bisschen benommen.
„Dafür nicht, Edward.“
Als ich von ihr wegging, merkte ich, dass ich bei diesem Mädchen kein Land mehr sehen konnte. Sie hat etwas anderes an sich, das ich noch nicht vorher gesehen hatte und ich bin mir nicht sicher, was ich erwarten sollte. Ich verstand immer noch überhaupt nicht, warum es sie interessierte. Was konnte sie dabei gewinnen?
„Schönes Mittagessen gehabt?“, fragte Alice und hakte sich bei mir ein. Ich blickte sie misstrauisch an.
„Wo warst du?“ Sie lächelte, als wäre alles okay, und bewies damit nur, dass sie tatsächlich etwas vorhatte.
„Ich war nur bei der Musikabteilung, um zu schauen, ob sie dich das Klavier zum Üben benutzen lassen würden. Entspann dich, Eddie, es ist alles in Ordnung.“
„Ich dachte, wir hätten uns geeinigt, dass mein Name Edward und nicht Eddie ist; ich mag es nicht, wenn man mich so nennt.“
„Ja, wie auch immer, ist mir egal. Also, wie war dein Mittagessen?“
„Es war in Ordnung.“, sagte ich mit meinem ‚die Konversation ist beendet‘-Tonfall. Wenn der doch nur funktionieren würde.
„Nee nee, ich will mehr Einzelheiten, als das.“, sang sie.
„Wieso bist du so fröhlich?“
„Sie sind hellbraun.“ Ich sah sie verwirrt an, sie zeigte auf meine Augen und ich wusste, wovon sie redete. „Ich hab sie so seit Monaten nicht mehr gesehen. Ich weiß nicht, worüber ihr beiden gesprochen habt, aber es hatte auf jeden Fall Einfluss, weil sie nicht mehr pechschwarz sind. Ein guter Fortschritt, wenn ich das mal so sagen darf.“
„Du hast das arrangiert.“, beschuldigte ich sie. Sie tät als wäre sie von meiner Anschuldigung verletzt und legte eine Hand über ihr Herz.
„Wie kannst du deiner Schwester nur so etwas vorwerfen? Ich habe nicht die geringste Ahnung über diese Unterstellung, die du da gerade machst.“
„Lass die Schauspielerei, Alice. Warum hast du das gemacht?“
„Ich wollte dich lächeln sehen und stell dir vor, es hat geklappt.“ Sie grinste wieder, küsste meine Wange und hüpfte davon. „Das Mädchen hat einen ganz schönen Einfluss auf dich.“
Das hatte sie auf jeden Fall.
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