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von BlubbaBlase    erstellt: 10.06.2009    letztes Update: 24.12.2009    Geschichte, Romanze / P12    (abgebrochen)
Kapitel 3 – Abendessen

8. Januar

Noch 5 Monate, 3 Wochen und 6 Tage


BellaPOV


Ich war an dem Punkt angelangt, wo ich dachte, dass mein Tag nicht schlimmer werden konnte, bis ich realisierte, dass ich Alice und Edward noch meinem Vater vorstellen musste. Ich hatte keine Probleme bei Alice, aber ich hatte das komische Gefühl, dass mein Vater Edward gegenüber nicht ganz so freundlich gestimmt sein würde.

Ich hatte keine Ahnung, in was ich mich da gebracht hatte, als ich mich für dieses Austauschprogramm anmeldete. Die Schule hatte gemeint, dass ich nur drei Monate lang Gastgeber für ein oder zwei Schüler spielen musste, und dann das sie Gleiche bei ihnen, wieder für drei Monate. Dadurch, dass sie nur drei Stunden entfernt wohnten, konnte ich meinen Vater Charlie von der großartigen Möglichkeit überzeugen.

Bis ich ihn kennenlernte.

Edward Anthony Masen Cullen.

Sein erster Eindruck als er ankam war Abscheu. Alles was er getan hatte, war aus dem  Auto auszusteigen und schon war er entsetzt, als er sah, wo er die nächsten drei Monate verbleiben würde. Das hatte mich etwas aufgebracht, aber seine Schwester Alice war sehr nett und freundlich, und zeigte kein Zeichen von Ekel für mich oder mein Heim.

Als sie aus dem Auto ausstiegen, fühlte ich mich ihnen sofort nicht gewachsen. Er war… na ja… unglaublich schön, ich weiß, dass Kerle es nicht mögen so beschrieben zu werden, aber das ist genau, was er war, wunderschön. Unglücklicherweise ist seine Persönlichkeit nicht so hübsch wie sein Aussehen. Alice war ebenso schön und anhand ihrer Kleidung konnte ich sehen, dass sie auf jeden Fall gut dran waren.  

Geld ist für Charlie oder mich kein Problem, wir kommen gut zurecht. Aber sie zu sehen ließ mich denken, dass ihre kombinierten Klamotten vermutlich mehr wert sind als mein ganzes Haus und meine Habseligkeiten zusammen.

Ich hatte nie ein Problem mit reichen oder wohlhabenden Leuten, was sollte es da auch geben? Sie haben Glück und haben Geld, aber das ist nicht alles. Die einzigen Leute, die ich nicht leiden konnte, waren die, die Geld hatten und meinten damit seien sie besser als alle anderen. Und ich betreute zufällig einen von dieser Sorte.

Wäre Alice nicht hier, um Edward unter Kontrolle zu halten… ich denke er wäre weggewesen, bevor er überhaupt ausgestiegen war. Aber warum sollte er sich für einen Austausch anmelden, wenn er dann doch nur die ganze Zeit unverschämt war?

In der Schule war er ein Angeber und das nervte mich. Ich will die Aufmerksamkeit nicht für mich selbst, nein danke; ich hielt mich gerne vom Rampenlicht fern. Es sah einfach so aus, als versuchte er einen Kampf anzuzetteln. Die Mädchen waren eindeutig beeindruckt von ihm und seinem schiefen Lächeln, seinem locker unordentlichen kastanienbraunen Haar, das trotzdem gut aussah, und seinem gut getönten Körperbaus, aber ihre Freunde waren nicht so glücklich.

Es ist vorbestimmt, dass es ein paar Faustschläge wegen ihm geben würde. Es half auch nicht, dass er in Sport ein Angeber war. Alles was sie gezeigt bekamen, war ein neuer Schüler mit einem Aussehen, das töten könnte, endlose Summen von Geld, ein Hirn das zu dem hübschen Gesicht passte und dass er gut in Sport ist. Es war als ob er sie herausforderte.

Ich schaffte es, sie beide in einem Stück nach Hause zu bringen, was gut war. Alice redete mit mir den gesamten Heimweg, wohingegen Edward hinter uns Trübsal blies. Ich bin so dankbar, dass sie hier ist; sie scheint eine wirklich freundliche und liebe Person zu sein, ein kompletter Kontrast zu ihrem Bruder. Ich fragte mich, ob sie wirklich verwandt waren, sie verschieden wie sie waren. Ihr gleiches perfektes Aussehen gibt mir die Antwort. Sie hatten einfach außerordentlich Glück im Genpool.

Sobald wir zu Hause waren gab es ein anderes Problem. Was sollte ich mit ihnen machen? Charlie würde gegen halb sieben zu Hause sein und normalerweise hatte ich das Essen um sechs Uhr vierzig fertig, das hieß ich musste mit den Vorbereitungen um sechs Uhr anfangen. Und das wiederum hieß ich musste etwas für uns drei finden, dass wir eine Stunde lang tun konnten.

Ich konnte zehn Minuten damit füllen ihnen zu zeigen, wo sie bleiben würden und gab ihnen eine kleine Tour. Da das Haus nicht derartig groß ist, brauchte es ungefähr drei Minuten, um ihnen jeden Raum zu zeigen. Edward verschwand in sein Zimmer danach und Alice und ich gingen runter.

„Nimm es nicht persönlich. Er ist gerne allein.“, sagte sie mir, als ich mich in der Küche selbst beschäftigte.

„Wenn er gerne alleine ist, warum macht er hier mit?“

„Er hat sich nicht selbst angemeldet – ich war’s.“ Sie grinste und fing an ihren Kopf zu schütteln. „Er bleibt für sich und ist sehr zurückhaltend, wie wenn er in seiner eigenen Blubberblase lebt. So viel wird von ihm erwartet und er hasst es, würde es aber nie zugeben. Ich dachte, dass dieser Austausch ihm helfen würde aus der Blase auszubrechen, aber im Moment hat es ihn nur noch weiter hinein geschubst. Ich weiß, dass mein Bruder nicht die netteste Person ist, aber er hat auch eine liebevolle Seite an sich, man muss nur lang genug in der Nähe sein, um sie zu sehen. Hoffentlich lernst du den echten Edward kennen.“

„Also will er nicht hier sein?“ Alice schüttelte ihren Kopf und nahm am Tisch Platz.

„Nein, wenn es nach ihm ginge, würden wir jetzt zurück Zuhause sein. Ich würde wahrscheinlich mit ein paar Freunde aus sein und er würde in seinem Zimmer eingesperrt Musik hören, oder im Salon Klavier spielen. Edward ist altmodisch. Das wirst du schnell über ihn herausfinden. Sein Leben wurde seit seiner Geburt geplant und der Austausch war da mit inbegriffen. Für ihn ist das eine zwecklose Erfahrung, weil er daraus nicht gewinnen kann. Es wird nicht den Kurs seines Lebens ändern, somit sieht er keinen Sinn. Gib ihm einfach Zeit, ich bin mir sicher, er wird sich schon wieder einkriegen.“

„Wie viel Zeit, weil mein Vater wird in etwa vierzig Minuten nach Hause kommen und ich denke nicht, dass er und Edward so gut zusammenpassen.“ Sie schmunzelte und stand auf, um mir beim Kochen zu helfen. Aus irgendeinem Grund hatte ich nicht erwartet, dass sie in der Küche behände war.

„Edward wird nichts anderes als höflich zu deinem Vater sein. Als wir jünger waren wurde uns beigebracht, wie man sich höflich und angemessen verhält. Er ist darin spitzenmäßig und weiß, was er tut. Denkst du wirklich, er könnte irgendwas anderes als vornehm sein?“

„Nach ersten Erfahrungen würde ich sagen, dass er womöglich ein bisschen an seiner höflichen Art arbeiten könnte. Oder zumindest, wie er seine wahren Gefühle versteckt, vor allem, wenn sie von angewiderter Natur sind.“

„Ich sag’s ihm.“

„Brauchst du nicht, nur keine Umstände.“ Wir wirbelten herum und sahen Edward im Türrahmen stehen. Er lächelte schüchtern und sah nicht so aus, als ärgerte es ihn, dass wir über ihn gesprochen hatten.  „Ich bin nur gekommen, um zu schauen, ob du irgendwie Hilfe willst.“

„Danke, aber ist schon okay.“

„Ich bestehe darauf.“ Und damit kam er zum Tresen und wo ich grade anfing das Gemüse in Stücke zu schneiden. Es schockte mich ein bisschen, dass er unbedingt helfen wollte. Vielleicht ist er letzten Endes doch nicht so schlimm.

Wir machten das Essen schweigend. Wir sprachen nur, wenn einer von ihnen mich fragte, was er mit dem Essen tun sollte. Mit ihrer Hilfe waren wir schneller als geplant fertig, also stellte ich die Ofentemperatur niedriger, damit es länger brauchte.

Als Charlie ankam war der Tisch gedeckt und das Essen fertig. Er stellte sich Edward und Alice vor, dann gingen die beiden nach oben, um sich fertig zu machen.

„Wie steht’s?“, fragte mein Vater, als ich die Teller rausbrachte.

„Bis jetzt ganz gut. Alice ist nett und gesprächig.“

„Und Edward?“ Er sah mich misstrauisch an.

„Ist okay.“, sagte ich mit meiner ‚Lass-es-einfach‘-Stimme. Es wäre besser, wenn Charlie nichts von Edwards anderer Seite wüsste.

„Er ist ein gutaussehender junger Mann.“ Er wartete auf meine Reaktion.

„Wirklich, hab ich nicht bemerkt.“

„Bella.“ Er sprach mit seinem mahnenden Unterton. In meinen ganzen siebzehn Jahren bin ich noch nie nach verabredeter Zeit, geschweige denn betrunken nach Hause gekommen, hab nie mit Drogen rumprobiert, wurde noch nie bei etwas Illegalem erwischt und hatte noch keinen festen Freund gehabt. Aber Charlie denkt, dass ich mit einem Kerl, den ich noch nicht einmal zwölf Stunden  kannte intim werden würde.

Das Gespräch wurde abgebrochen, als Alice und Edward zurückkamen. Wir setzten uns alle an den Tisch und begannen zu essen.

„Also, Mr. Swan, darf ich fragen, wie sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen?“, fragte Edward höflich. Er versuchte lieber ein Gespräch zu starten, als in völligem Schweigen dazusitzen.

„Ich arbeite bei der Polizei.“, antwortete mein Vater uninteressiert.

„Ah, wie nett. Gefällt es Ihnen?“ Edward versuchte nicht herablassend oder gönnerhaft zu klingen, aber es hörte sich so an. Charlie starrte ihn ein bisschen an, bevor er antwortete.
„Es ist in Ordnung. Wie verdienen Ihre Eltern ihr Geld?“

„Um den außerordentlich komplizierten Vorgang zu vereinfachen: Sie besitzen Land, das jedes Jahr Gewinn liefert. Ansonsten arbeiten sie für Wohltätigkeitsorganisationen und sie haben Aufgaben bei der Regierung. Ich glaube, im Moment arbeitet unser Vater daran, eine Stelle im Oberhaus zu bekommen. Das ist jedoch alles was ich weiß.“

„Wie viel Land besitzen sie? Reden wir von ein paar Äckern oder große Flächen?“

„Ungefähr 100.000 Morgen.“ Mein Vater ließ seine Gabel fallen und sah Edward an, als wollte dieser ihn auf den Arm nehmen.

„Ein hundert tausend?“

„Jap.“ Edward nickte mit dem Kopf.

„Und ihr beide werdet das erben?“, fragte Charlie, während er seine Gabel wieder in die Hand nahm.

„Ich nicht.“, sagte Alice, „Nur Edward, wegen seinem Titel.“

„Der da ist?“

„Marquis von Cambridge.“ Mein Vater nickte und schüttelte dann seinen Kopf. Ich denke, das war alles etwas viel für ihn. Sie lebten ein ziemlich vornehmes und elegantes Leben, eines, dass Charlie und ich niemals zu fassen kriegen würden.

„Sie haben ein wunderschönes Heim.“, sagte Alice nach ein paar Minuten Stille.

„Jetzt versuchst du nur höflich zu sein.“ Sie lächelte und schüttelte ihren Kopf.

„Ich persönlich fühle mich hier viel wohler, als bei uns. Es ist kalt, unpersönlich und viel zu groß für meinen Geschmack. Und es zieht die Aufmerksamkeit auf das, was wir sind.“

„Du magst das nicht?“, fragte ich.

„Nein.“

„Und du, Edward?“ Mal schauen, ob er ehrlich war.

„Ich mag unser Haus ganz gerne.“

„Und die Aufmerksamkeit?“, fragte ich weiter.

„Ja, das auch.“ Immerhin log er nicht.

Charlie war für den Rest des Abendessens ruhig, aber ich denke nicht, dass er Edward sonderlich mochte. Alice dagegen schien er gut zu finden. Später, als wir saubermachten, hatte er ein angeregtes Gespräch mit ihr über Gott weiß was. Ich wusch und trocknete Geschirr mit Edwards Hilfe, also war ich außer Hörweite.

Genau wie vorhin zog Edward sich in sein Zimmer für den restlichen Abend zurück, aber Alice und ich blieben noch auf, um zu reden. Sie schaute sich alle meine Fotoalben an und fragte wer jeder war. Dann, als wir das getan hatten, ging sie durch meine Klamotten und entschied genau dann, dass sie mit mir shoppen gehen würde. Ich sah dem nicht sehr aufgeschlossen entgegen.

Etwa gegen elf Uhr entschloss Alice Schluss zu machen und ins Bett zu gehen. Ich hasste es zu sagen, dass ich ein wenig erleichtert war. Ich hatte Probleme mit ihrer lebendigen und ‚alles in einer Million Meilen pro Stunde‘ Art mitzuhalten. Da jetzt sowieso jeder im Bett war, machte ich das Selbe.

Der Schlaf kam nicht leicht und hielt nicht lange an. Um ein Uhr am Morgen wachte ich auf und wälzte mich hin und her. Ich konnte zwei Menschen nebenan reden hören. Die Wände waren nicht dick und in der Totenstille der Nacht konnte ich jedes Wort hören, das fiel.

„Du hattest kein Recht das zu tun, Alice.“

„Oh und wieso nicht?“

„Nur weil du nicht zufrieden bist, wie ich mich verhalte, heißt das nicht, dass du mich gleich bei Mama verpetzen musst.“

„Ach, werd‘ erwachsen, Edward. Du warst grob und unhöflich. Deshalb hab ich unsere Mutter angerufen, damit sie sich dir vorknöpft. Bella hat nichts falsch gemacht und du warst trotzdem unverschämt zu ihr. Nur weil jemand nicht denselben Status oder das selbe Vermögen wie wir hat, Edward, macht es sie nicht weniger wertvoll, oder hast du das etwa noch nicht verstanden?“

„Alice, du verstehst das nicht. Ich komm nicht gut mit Leuten zurecht und es hilft nicht, wenn ich sie nicht kennenlernen will. Das war nur vorauszusehen.“

„Aber es hat funktioniert. Ich hab Esme angerufen und sie hat mir dir geredet und ich werde es wieder tun, wenn ich das Gefühl habe, dass du dich wieder wie vorhin benimmst. Es ist peinlich. Nun, warum  gehen wir nicht ins Bett? Morgen ist wieder Schule.“

„Oh Freude, staatliche Ausbildung.“

„Hör auf so eingebildet zu sein, Edward, es ist nicht sehr vornehm von dir.“ Seine Schlafzimmertür ging zu und ich hörte Alice, wie sie in ihr Zimmer zurückging.

Also hatte er mir vorhin nur geholfen, weil seine Mutter ihm gesagt hatte, es zu tun. Er wäre wohl bestraft worden, hätte er nicht geholfen. Ich schätze, ich lag falsch, als ich für einen kurzen Moment gedacht hatte, dass er tatsächlich eine anständige Seite hatte.
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Danke für die lieben Reviews :)
Mit dem Flächenzeug ... ich hab keine Ahnung ob das so stimmt bzw verständlich ist... ich blick da i'wie nicht durch, aber nehmen wir einfach an, dass sie viiiiiiiiiiiiiel Land haben ;-)

Edit: Geklaut aus einer Review von CARO-CARO:
1acre sind übrigens ca. 4000m²
und acre kann man in deutsch auch als "Morgen" bezeichnen.
finde das hört sich besser an^^ und damit können die meisten auch etwas anfangen.
und ja ... 100´000 Morgen sind ne menge land O_O
etwas mehr als 400 x 400 km (wenn ich mich jetzt nicht total vertan hab ^^) BOAH!
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