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von BlubbaBlase    erstellt: 10.06.2009    letztes Update: 24.12.2009    Geschichte, Romanze / P12    (abgebrochen)
Kapitel 2 - Angeber

8. Januar

Noch 5 Monate, 3 Wochen und 6 Tage

AlicePOV


Edward war ein wirkliches Ärgernis die ganze Fahrt über. Ich hatte Lust ihn an der Raststätte zwei Meilen zuvor auszusetzen und ihn den ganzen restlichen Weg laufen zu lassen. Ich denke, die Wirklichkeit, dass er an diesem Austausch teilnahm, traf ihn wirklich erst, als wir losfuhren.

Als erstes blieb er still und schmollte, dann entschloss er sich, wütend zu werden und mich zu beschimpfen, weil ich ihn angemeldet hatte, und schließlich bekam er einen totalen Anfall und schmollte jetzt wieder. Mir tat die arme Seele leid, die uns betreuen würde. Ich weiß von direkten Erlebnissen, dass Edward gemein sein kann, wenn er will, und ich hatte das Gefühl, dass er sich in den totalen Wichtigtuer, der er ist, verwandeln wird, sobald wir da waren.

Es würde hier offensichtlich anders sein, deswegen hatte die Schule dieses Programm angeboten.

Wir reisten vielleicht nicht weit, aber die Schule und das Leben, in das wir eintreten würden, war komplett anders. Zunächst einmal besuchten wir keine Privatschule, ich bin mir nicht sicher, ob mein Bruder das schon weiß; ich hab nichts dagegen auf eine staatliche Schule zu gehen, aber er möglicherweise. Dann würden unsere Lebensumstände nicht so sein, wie wir es gewohnt waren.

Die Familie lebt nicht in Armut und Elend, aber sie ist nicht so wohlhaben wie wir. Und darüber bin ich froh. Ich will dann und wann Abstand von alledem. Manchmal wird es ziemlich stickig, wenn man versucht das Leben eines Perfektionisten zu leben. Manchmal möchte ich einfach nur loslassen und mich entspannen, aber das würde als nicht damenhaft und plump gelten.

Das Auto bog letzten Endes in eine Vorstadtstraße ein. Die Häuser waren passend und sahen eher sehr gemütlich aus, als dieses grausige Schloss, in dem wir lebten. Das höhnische Lächeln auf Edwards Gesicht sagte mir, dass er nicht glücklich war und ich hatte wirklich Mitleid mit dem jungen Mädchen, das in unsere Richtung kam, um uns zu begrüßen.

Ich stieg aus dem Auto und lief einmal herum, um mich vorzustellen, während Edward die Knitter in seiner Hose glättete. Er hatte das Mädchen vor uns nicht bemerkt und ich bezweifelte, dass er das auch würde. Sie war hübsch, aber versteckte es gut – gebt mir ein paar Monate und ich werde das ändern. Sie war nervös, soviel war klar, und ich realisierte, dass das hier für sie sehr unangenehm sein musste, da noch niemand irgendetwas gesagt hatte.

„Hi, ich bin Alice Cullen. Du musst Isabella Swan sein.“, sagte ich fröhlich und streckte die Hand aus, um ihre zu schütteln. Ich hätte sie umarmt, aber ich dachte, dass das vielleicht noch ein wenig zu früh wäre und ich sie vielleicht eher verängstigt hätte.

„Hey, du kannst mich Bella nennen.“, bot sie höflich an und sah dann zu Edward. An diesem Punkt dachte ich, dass er sich selbst vorstellen würde, aber er starrte das Haus hinter ihr an.

„Du musst meinen Bruder Edward entschuldigen, er ist müde von der Fahrt.“ Endlich merkte er, dass ich ihn vorgestellt hatte, er nickte nur und wandte sich um, um die Koffer zu holen.

„Tut mir leid wegen ihm.“

„Ist schon okay. Wollt ihr zwei reinkommen?“

„Nö, wir werden einfach auf der Straße stehen.“, hörte ich Edward murmeln, Bella bekam es nicht mit, Gott sei Dank.

„Das wäre großartig, danke.“ Sie half uns unser Gepäck rein zutragen und brachte es nach oben zu den Gästezimmern, während wir uns frisch machten, um dann zur Schule zu fahren für die Nachmittagsstunden.

„Sei nett, sie hat nichts falsch gemacht.“, warnte ich ihn, als Edward ihr Zuhause betrachtete.

Das Haus war sogar sehr hübsch drinnen, zu Edwards Überraschung. Ich denke, er glaubte, er würde in Slums leben, so wie er über die Lächerlichkeit und Gefährlichkeit dieses Austausches geschimpft hatte. So wie ich das sah, war das Wohnzimmer neben dem Flur und führt in ein Esszimmer im hinteren Teil des Hauses, das durchgehend mit der Küche verbunden war.

Alles war warm und gemütlich, anders als unser Haus, wo es sich eher kalt und unpersönlich anfühlte. Bilder und Fotos verkleideten die hintere Wand; sie erstreckten sich über Bella als Baby bis zum jetzigen Zeitpunkt. Ziemlich viele Bilder zeigten sie mit Verletzungen.

Bella kam kurz danach wieder und wir wurden vom Fahrer bei ihrer Schule abgesetzt. Das war unsere letzte Fahrt mit ihm für die nächsten drei Monate. Mich kümmerte es wenig, aber Edward sah nicht so glücklich aus. Im Auto saß ich mit Bella hinten, während Edward den Beifahrerplatz beansprucht hatte.

Er sagte nichts und war komplett unempfänglich für Bellas oder meine Fragen, also hörten wir einfach auf mit ihm zu reden. Wir quatschten über gewöhnliche Sachen, Shopping, Schule, Musik, Freunde, etc., und schafften es die Stille bis zur Ankunft auszufüllen.

Der Spott und die Missbilligung war sehr viel schlimmer dieses Mal. Bella bemerkte es auch und kaute nervös auf ihrer Lippe herum. Er machte die Sache unmöglich für sie und ich fing an genervt zu sein. Er war das geworden, was ich befürchtet hatte – ein Wichtigtuer. Und ich wusste sicher, dass diese Attitüde hier nicht gut aufgenommen werden würde.
Sobald wir das Gebäude betraten hatten wir fast jedes Augenpaar an uns hängen.

Edward ignorierte es, aber ich wurde ein bisschen verlegen. Bella begleitete uns  zum Sekretariat, um unsere Stundenpläne abzuholen, und brachte uns dann zusammen mit dem Direktor zu unserer ersten Stunde des Tages. Da es schon nach der Mittagspause war, blieben uns nur noch zwei Stunden Unterricht, aber es schien weiser heute zur Schule zu kommen und das Geflüster und Gerede zu starten, als morgen um dann einen ganzen Tag davon zu erfahren.

„Es ist eine Ehre Sie beide hier zu haben. Wenn Sie etwas brauchen, bitte zögern Sie nicht zu fragen. Wir werden tun was wir können, um Sie zu ihrem Wohl unterzubringen. Nun, ich weiß Sie beide halten sehr angesehene Titel und ich war neugierig, wie ich mich an Sie wende. Wie würden sie gerne eingeführt werden?“

„Unsere Titel sind festgelegt, folglich müssen wir so vorgestellt werden mit dem korrekten Gebrauch.“ Der Direktor nickte, Edward hatte schon ein eine gewisse Abneigung gegen ihn.

Ich persönlich hasste meinen Titel, weil es sich immer anfühlte, als grenze er mich von allen andern ab. Ich werde nie einfach nur eine Miss  oder eine Mrs.  sein, nicht mal wenn ich heirate. Nein, ich werde immer meinen Titel haben, genau wie Edward. Er jedoch mag seine Anrede, nur weil sie ihn bedeutender erscheinen lässt.

„Gut, ich werde mein bestes versuchen. Sollen wir?“ Wir betraten den Klassenraum und mir graute es. Das müssten die hasserfülltesten Blicke sein, die ich jemals bekommen hatte.

„Klasse, ich möchte euch die beiden neuen Austauschpartner vorstellen. Das sind Lady Alice Cullen und Der Höchst Ehrenwerte Marquis von Cambridge Edward Cullen.“

Dabei nickte Edward und lächelte. Fast alle Mädchen fielen fast in Ohnmacht, mein Bruder hat Charme, da gibt es keine Zweifel. Das einzige Mädchen, das nicht so aussah, als würde sie ihn anspringen wollen, war Bella. Sie überraschte mich angenehm.

Natürlich, wenn Edward den Mädchen mit seinem Charme beinahe die Hosen auszog, sahen die Jungen ihn als Gefahr. Sie schauten nicht erfreut drein. Ich kann jetzt schon sagen, dass das Probleme hervorrufen wird.

Wir setzten uns hin und versuchten die täglichen Unterrichtsabläufe aufmerksam zu verfolgen. Sobald der Direktor uns ruhig dasitzen sah, ging er und der Lehrer stürzte sich auf uns. Edward und ich saßen als einzige in der letzten Reihe und jedes Mal, wenn der Lehrer eine Frage stellte, rief er einen von uns auf. Wir hatten unsere Hände nicht oben, mussten aber trotzdem antworten.

Jetzt sah es aus, als würden wir angeben. Und natürlich half es auch nicht, dass wir jede Frage richtig beantworteten. Edward machte die Sache nur noch schlimmer, indem er auch den Lehrer korrigierte. Wir waren definitiv weit weg von Zuhause.

In der letzten Stunde dieses Tages hatten wir Sport. Aus irgendeinem Grund fürchtete Bella es, aber ich wusste nicht wirklich wieso.  Sport ist okay, solange du die sportlichen Leute übernehmen lässt.

Die Lehrerin versammelte uns um sie herum und sagte uns, dass wir Leichtathletik draußen auf dem Platz machen würden. Wir sollten in Gruppen aufgeteilt werden, aber glücklicherweise ließ sie uns selber aussuchen, mit wem wir zusammen sein wollten.
Somit waren Edward und ich in einer Gruppe mit Bella und ein paar ihrer Freunde, die sich vorstellten, als sie rüberkamen.

Wir waren insgesamt neun: Edward, Bella und ich selbst, ein wirklich großer Kerl namens Jacob, zwei Mädchen, die mir sogleich auf die Nerven gingen – Lauren und Jessica, eine von Bellas engen Freunden Angela, und deren Freund Ben und einer mit dem Namen Mike, der Edward ohne ersichtlichen Grund finster anstarrte.

Um uns aufzuwärmen mussten wir alle zwei Runden um den Platz laufen und uns dann dehnen. Die ganze Klasse drängte sich zusammen, um den ersten Lauf zu verfolgen. Jede Gruppe trat gegen die anderen an. Für jeden Lauf musste ein Teammitglied antreten und wer gewinnt bekommt Punkte. Die Mannschaft mit den meisten Punkten am Ende der Stunde, darf zehn Minuten früher gehen und muss nicht mit aufräumen.

Laut Bella ist der Grund  warum jeder früher gehen will der, dass der Trainer gerne intensives Sprinten und Übungen machte, die die Muskeln für Tage wehtun ließen. Selbst die faulen Schüler versuchten hart zu gewinnen, da sie nicht für solche Aktivitäten dableiben wollten.

Als erstes war Sprinten dran. Unsere Gruppen scharten sich zusammen, um auszusuchen, wer laufen sollte. Ich wusste insgeheim, dass Edward das hier lieben würde, er aber vermutlich nichts sagen würde. Ich stand neben ihm und stupste ihn sanft an, als sie am aussuchen waren.

„Ich kann es machen, wenn keiner will.“, schlug Jacob vor.

„Ja, Jake, machst du’s?“, fragte Ben. Ich stieß Edward diesmal in die Rippen, ziemlich fest sogar, so dass er hustete und sie damit unterbrach. „Ja?“ Sie sahen ihn alle wartend an.

„Falls es kein Problem ist, habt ihr was dagegen, wenn ich es probiere?“, fragte er höflich. Sie sahen sich alle kurz an, zuckten mit den Schultern und nickten. Die Lehrerin rief die Läufer zur Startlinie und bevor sie pfiff, zwinkerte Edward mir zu.

„Oh mein Gott, hast du das gesehen, Jessica? Er hat mir grad zugeblinzelt. Oh wow!“, hörte ich Lauren quietschen. Bella fing an zu kichern und ich merkte, dass sie sie auslachte, offensichtlich wusste sie, dass er nicht ihr zugezwinkert hatte.

Als das Rennen startete bewegte Edward sich nicht. Die anderen Läufer sprinteten so schnell sie konnten und die Hälfte unseres Teams schrie ihn an, dass er endlich rennen sollte. Er sah mich an und ich nickte. Das war es, er war weg. Es war ein Zweihundertmeter-Rennen und er gab ihnen einen Vorsprung von etwa fünfundsiebzig Metern.  

Er gewann dennoch.

Ein Teil der Klasse hatte keine Ahnung, was grad passiert war. Sie dachten, er rannte nicht, bis er genau an ihnen vorbeizischte. Wie immer prahlte Edward und liebte es. Er war stolz auf seinen Sport und mochte es die alltäglichsten Sachen zu einem Wettbewerb zu machen. Er bemerkte vor ein paar Jahren, dass er die meisten Leute mit einem hundert Meter Vorsprung besiegen konnte, und jetzt gab er den anderen bei Rennen immer einen Vorsprung. Auf diese Weise würde er sie nicht so großartig blamieren – das war zumindest seine Entschuldigung.

Als er das Ziel übertrat und gewann sah er kein bisschen so aus, als wäre er außer Puste. Unsere Mannschaft jubelte, wir waren jetzt vorne. Die Mädchen brachen wieder in Verzückung aus. Er drehte seinen Charme an und war Edward, der Leichtathlet.

„Er mag Aufmerksamkeit.“, murmelte Bella, in keinster Weise beeindruckt von seiner Posse.

„Du hast ja keine Ahnung.“, sagte ich kopfschüttelnd.

Unser Team gewann an diesem Nachmittag. Da es keine Regel gab, die besagte, dass man nicht nur eine Person für jedes Rennen wählen konnte, lief Edward sie alle. Jessica und Lauren lechzten danach sozusagen nach ihm. Er war seit weniger als drei Stunden hier und hatte schon eine Gruppe von Mädchen gefunden, die bereit waren, in den ‚Ich liebe Edward Cullen Club‘ einzutreten.

„Macht er das oft?“, fragte eine Stimme neben mir, als ich aus dem Umkleideraumen kam. Bella lehnte an der Wand und beobachtete ihre Mitschülerinnen, wie sie sich an meinen Bruder ranmachten.

„Oh ja. Du wirst dich dran gewöhnen.“

„Findest du das nicht irritierend, wenn er so angibt?“

„Doch, aber was kann ich machen? Er wird sich nicht ändern.“ Sie nickte und wir warfen uns einen Blick zu. „Er wird zu dir ohne Grund gemein sein und ich entschuldige mich schon mal im Voraus. Edward ist an das Leben im Luxus gewöhnt und alles, was er jemals wollte, wurde ihm auf einem Silbertablett gereicht, also nimm es nicht persönlich, wenn er sich wie ein Idiot verhält. Komm einfach zu mir und ich werde ihn schon zurechtweisen.“ Sie lächelte und wir machten uns auf den Weg zu ihm.

„Ein paar Ratschläge für ihn.“

„Schieß los.“, sagte ich lächelnd.

„Sag ihm er soll aufhören vor den vergebenen Mädchen zu prahlen, ihre Freunde werden das nicht ganz so gut aufnehmen.“ Angemessenes Argument.

„Danke, hoffentlich erspar ich ihm ein paar blaue Flecken.“ Sie grinste zurück und wir holten Edward von seinem Fanclub ab, der jetzt schon von ihm besessen war.

Bella lief ein paar Meter vor uns, ich blieb mit Edward zurück.

„Sie mag mich nicht, oder?“, fragte er, während er sie ansah.

„Nein.“, sagte ich und schüttelte meinen Kopf.

„Na dann, guter Start, was?“ Ich nickte und ging schneller, um sie einzuholen. Wenn ich nicht falsch liege, dann klang er eher enttäuscht, weil sie ihn nicht mag.
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Danke für die Reviews :)
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