Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
«
»
von Yamon    erstellt: 10.06.2009    letztes Update: 02.10.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (abgebrochen)
Die Flucht


Gelangweilt blickte Harry sich um. Es war schön nicht geschlagen zu werden, gleichzeitig ödete es ihn an, den ganzen Tag in seinem Zimmer zu sitzen, während abwechselnd Onkel Vernon, Petunia oder sein reizender Cousin an die Tür hämmerten und Morddrohungen schrien. Erschreckt hatte ihn nur der Plan seines Onkels, sich eine Kettensäge zu holen und die verdammte Tür einfach aufzusägen, aber Merlin sei Dank war Wochenende und er konnte seine Idee frühestens am Montag umsetzen und da war schon der große Tag.

Der Junge-der-lebte verzog die Lippen zu einem winzigen bitteren Lächeln, das erste in den letzten Wochen, genauer, seit Sirius' Tod. Der große Tag, ja. So nannte man wohl in einer normalen Familie den Geburtstag eines Sprösslings.

Der Zauberer schnaubte bitter und schlug sein Buch zu. Eines gefüllt mit Verteidigungszaubern, für den Endkampf, persönlich zusammengestellt von Dumbledore. Das war wohl auch der Grund, weshalb er diesmal anstandslos seine Sachen mit auf sein Zimmer nehmen durfte.  Zum Lernen und Vorbereiten, immerhin sollte er nächstes Schuljahr Privatstunden bei ihm nehmen und Dumbledore hatte wohl mit den Dursleys gesprochen. Aber der hatte ihn eindeutig unterschätzt, die meisten der Sprüche kannte er schon  aus der DA und für viele der anderen hatte er wesentliche effektivere in der verbotenen Abteilung entdeckt, von den Unverzeihlichen einmal abgesehen, die in dem Buch nicht einmal erwähnt wurden.

Mittlerweile bezweifelte Harry allerdings, dass das so eine gute Idee war. Denn was brachte ihm ein Schockzauber, wenn der Todesser spätestens einen Monat später wieder aus Askaban draußen war und ihnen fröhlich weiter Schwierigkeiten machte?
Aber diese Entscheidung hatte Dumbledore getroffen und wirklich schlecht heißen konnte er sie ja auch nicht. Es waren immer noch Menschen, irgendwie, auch wenn man es ihnen nicht anmerkte.
Bellatrix Lestranges Bild schwebte ihm vor Augen.

Seufzend drehte Harry sich auf den Rücken und verscheuchte die Gedanken. Es war Sonntag. Heute Nacht um zwölf entschied es sich also.  Wenn es nicht klappte würde Vernon ihn morgen umbringen, oder bestenfalls schwer verletzen. Vom versprochenen Schutz seitens des Ordens hatte er bisher jedenfalls wenig gemerkt.


Nicht als Dudley ihn am Tag seiner Ankunft zusammengeschlagen hatte, weil er bis vor drei Tagen keine Gelegenheit dazu gehabt hatte, wegen des Trainingslagers.

Nicht als Onkel Vernon ihn im Wohnzimmer, gut von draußen sichtbar, mit seinem Gürtel geprügelt hatte, weil das Bier, dass er ihm geholt hatte, nicht kalt genug gewesen war.

Nicht als Tante Petunia ihm eine Schüssel auf den Kopf geschlagen hatte, nachdem sie eine Sprung bekommen hatte, da er sie zu fest auf den Tisch gesetzt hatte, weil sie glühend heiß durch die Suppe darin gewesen war und er keine Topflappen bekommen hatte.
Dank seiner schnellen Reaktion hatte sie nicht seine Stirn, sondern „nur“ die Seite getroffen, trotzdem waren neben den tiefen Schnitten auch schwere Verbrennungen an Hals und Schultern dazugekommen, die jetzt, nach fast zwei Wochen, langsam heilten. Er verbarg sie unter Rollkrägen.


Das Knurren seines Magens half Harry dabei, die aufsteigenden Tränen wegzublinzeln. Es überraschte ihn, dass er immer noch weinen konnte, obwohl er schon so viele Tränen vergossen hatte.  
Um sich zu beschäftigen packte er schon mal seine Sachen zusammen. Seine Schulroben, die ihm schon wieder zu klein waren, sein Tränkeequipment, die Bücher von Dumbledore und die alten Schulbücher, die er, wann immer er Zeit gehabt hatte, wiederholt hatte.

Ja, er hatte gelernt, sogar ohne Hermine im Nacken. Getrieben von der Wut auf seine Hilflosigkeit, als Sirius hatte sterben müssen. Das nächste Mal würde er nicht versagen. Das nächste Mal würde er seine  Freunde schützen können.

Mit einem Seufzen verschloss er den Koffer. Nur sein Feuerblitz und natürlich sein Zauberstab lagen noch auf seinem Bett. Briefe hatte es dieses Jahr auch keine gegeben, da der Griff seines Fensters abmontiert worden war und außerdem wieder ein Gitter davor war. Als er das gesehen hatte, hatte er Hedwig zum Fuchsbau geschickt, sonst wäre sie hier verhungert.

Noch zwei Stunden..

Die Dursleys sahen unten noch fern, er konnte Schüsse und Explosionen aus dem Erdgeschoss hören. Einen aberwitzigen Moment lang überlegte er, sich ins Bad zu schleichen und zu duschen. Er sehnte sich so danach, es wäre die erste Dusche in dieser Woche. Aber die Gefahr entdeckt zu werden war natürlich viel zu groß und so wartete Harry.

Um elf Uhr gingen seine Tante und sein Onkel ins Bett. Sie waren leicht erkennbar, da Vernons Schritte wie dumpfe Schläge und Petunias wie ein scharfes Stakkato klangen.

Eine halbe Stunde später merkte Harry wie sich die Geräuschkulisse des Fernsehers wandelte. Interessant, was für gute Ohren man bekam, wenn man immer auf der Hut sein musste. Und dieses Stöhnen klang definitiv nicht nach einem Blockbuster. Da schaute sich sein lieber Cousin wohl einen Porno an.

Offensichtlich bewahrheitete sich das Sprichwort „Ein Porno ist dazu gemacht, nie zu Ende geschaut zu werden.“, denn Dudley kam keine zehn Minuten später ebenfalls hoch, verhielt nur kurz, um die Alarmanlage anzumachen.
Bald herrschte Stille, abgesehen vom regelmäßigen Schnarchen Vernons.

Fünf Minuten. Drei. Eine.

Harry erhob sich als es am Fenster klackte.  Eine Eule hatte sich am Fenstergitter festgekrallt und pickte gegen die Scheibe. Harry warf noch mal einen Blick auf seinen Wecker. Es war ein Funkwecker, also stimmte die Zeit. Seit einer Minute war er sechzehn.

Mit einer Handbewegung scheuchte er die Eule beiseite, schnappte sich seinen Zauberstab und legte erst einmal einen Schweigezauber auf den Raum, dann trat er an die Wand zurück.


„Confrigo!“

Das Fenster wurde mitsamt Rahmen, Gitter und einem Teil der Wand weggesprengt. In seinem Eifer hatte er den Zauber wohl etwas heftig dosiert, aber es gab nichts, was dem jungen Zauberer gerade gleichgültiger gewesen wäre.

Wichtig war nur die Eule, die empört hereingeflattert kam, oder vielmehr der Brief an ihrem Bein. Vom Ministerium. Hastig band Harry ihn los und die Eule flog sofort weg, bei einem so ungemütlichen Zeitgenossen verweilte man nicht gerne.

Mit bebenden Fingern riss der Junge-der-den-nächsten-Tag-überleben-wollte den Brief auf. Wenn er Pech hatte und sein Antrag abgelehnt worden war, dann würden sie ihm seinen Zauberstab abnehmen, mindestens bis Ende der Ferien, weil er als Minderjähriger gezaubert hatte.
Er schluckte und faltete den Brief auseinander.



Sehr geehrter Mr Potter,

Ihr Antrag zur vorzeitigen Feststellung Ihrer Mündigkeit aufgrund der Notwenigkeit,
bei einem eventuellem Angriff durch schwarze Magier eigenständig reagieren zu
können, wurde angenommen.
Ab dem heutigen Tage gelten Sie als volljährig und sind damit berechtigt zu zaubern.
Für den Fall, dass Ihnen die damit verbundenen Konsequenzen nicht im Detail
klar sind, stehe ich oder ein anderer Sachbearbeiter Ihnen gerne zur Verfügung.
Des weiteren einen schönen Geburtstag.

Elfride Coon

Sachbearbeiterin im Ministerium zur Aufsicht Minderjähriger




Der Brief schwebte zu Boden. Harry Potter, ein gerade für volljährig und zauberberechtigt erklärter junger Mann, schloss die Augen und ließ sich nach hinten aufs Bett fallen. Er konnte kaum glauben, dass er frei war. Endlich.

„YEAHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!“

Er schrie, bis ihm die Luft ausging. Dann sprang Harry auf und schnappte sich seinen Koffer sowie seinen Feuerblitz. Keine Sekunde länger in diesem Loch. Mit fliegenden Fingern fummelte er an den Schlössern an seiner Tür, bis er die Geduld verlor und auch diese kurzerhand aus dem Rahmen sprengte.

Dann rannte er eilig die Treppen herunter, den schrillen Alarmton ignorierend.

„DIESER VERDAMMTE BASTARD WILL ABHAUEN! PETUNIA! DUDDERS!!!“, brüllte Vernon von oben.
Harry kümmerte sich nicht darum. Er riss die Haustür auf und sprang auf seinen Besen, dann war er in der Luft.

Frei.

Das Haus der Dursley wurde immer kleiner, bis es in der Dunkelheit verschwand. Genau wie der Rest des Ligusterwegs. Harry verzichtete auf eine Ehrenrunde und flog durch die Nacht.


Wohin jetzt? Im Fuchsbau würde Dumbledore wohl als erstes nachschauen, außerdem war sich Harry sicher, dass er den Weg auf dem Besen nicht finden würde. Der tropfende Kessel war ebenfalls riskant. Trotzdem flog Harry in Richtung London, natürlich mit einem Tarnzauber versehen, der ihn für Muggelaugen unsichtbar machte. Etwas gegen Zauberer kannte er nicht, aber sobald er vom Besen runter war, konnte er ja auch seinen Tarnumhang nehmen.

Letztlich stieg er in einem schäbigen Hotel ein paar Straßen vom Tropfenden Kessel entfernt ab.  Es war billig und unauffällig, außerdem stellte der Portier keine dummen Fragen.
Erleichtert duschte Harry sich erst einmal, dann fiel er erschöpft ins Bett, seinen Zauberstab fest an sich gedrückt und schlief –trotz seines nagenden Hungers –schnell ein.




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

So hier ist das erste Kapitel, ich hoffe es gefällt euch. Ich habe festgestellt, dass die Kapitel recht unterschiedlich lang sind und dieses ist noch relativ kurz, aber ich versuche nach Sinnabschnitten zu gehen und nicht nach Seitenzahlen.
Natürlich freue ich mich über Rückmeldungen und danke allen Reviewern!!
Bis bald

Übringens, nachdem ich doch viele Fragen diesbezüglich erhalten habe, steht das Pairing jetzt doch in der Kurzbeschreibung. Ich finde das immer ein wenig langweilig, aber da beuge ich mich der Mehrheit.
«
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.9-7097