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von marymarie    erstellt: 28.05.2009    letztes Update: 06.10.2009    Geschichte, Abenteuer / P16    (fertiggestellt)
Vertrauter Fremder


Ich bekam es hin, meinen Schulweg zu finden und dort kurz vor Schulbeginn anzukommen. Aus meinem alten neuen Truck herauskletternd machte ich mich auf den Weg zum Sekretäriat. Mein Magen spielte verrückt als ich über das Schulgelände lief. Neugierige Blicke fielen auf dem Weg immer wieder auf mich und ich spürte meine Wangen als Antwort auf die ungewollte Aufmerksamkeit rot glühen. Ich versuchte mich zu beeilen, doch stolperte über meine eigenen Füße. Irgendwie schaffte ich es meine Balance wieder zu erlangen, aber mein Gesicht wurde nur noch heißer.
Ich machte die Tür auf und bekam eine Ladung warme Luft ins Gesicht. Mein feuchtes Haar wurde über mein Gesicht geblasen und ich stoppte kurz, genoss die Wärme. Dann trat ich durch die Abgrenzung in mein neues Leben.
Der Raum war klein, hell und freundlich, ein Versuch jemanden willkommen zu heißen. Keine Schüler waren hier. Nur die Sekretärin war da, eine kleine rothaarige Frau, die eine übergroße Brille auf der Nase hatte. Sie schob diese hoch als sie ihre Nase herunter rutschte. Und sie bemerkte mich nicht, als ich durch den Raum zu dem Schalter lief. Erst als ich mich diskret räusperte sah sie endlich zu mir auf. Ihre Augen wurden groß durch den Schock, doch dann lächelte sie breit.
„Du müsstest Isabella Swan sein. Ich bin Ms. Cope“, sagte sie mit einer sanften Stimme. Ich runzelte meine Stirn.
„Eigentlich heißt es Bella“, antwortete ich so höflich wie möglich. Die Stirn der Frau kräuselte sich leicht aber dann lächelte sie mich wieder breit an, mit mehr Wärme.
„Hat dein Dad was gegen Bella?“, fragte sie und ich schüttelte meinen Kopf.
„Nicht wirklich. Er vergisst nur als, dass ich Bella bevorzuge. Manchmal wird er ein wenig förmlich“, meinte ich. „Haben sie meinen Stundenplan für mich. Mein Dad sagte mir, ich müsste mich hier melden.“
„Ah, ja, habe ich. Einen Augenblick, Bella. Ich finde ihn für dich“, sagte sie und zeigte auf den großen Blätterstapel auf ihrem Tisch. Ich würde zu spät zu meiner ersten Stunde kommen. Super. Jetzt war ich sogar noch auffälliger. Ich ging zu einem der Stühle an der Wand und setzte mich, während die Sekretärin ihre Morgenarbeit durchging. Eine Strähne meiner Haare um den Finger wickelnd starrte ich gedankenverloren aus dem Fenster. Die Wolken über der Schule zogen sich zusammen und ein paar dicke Regentropfen begannen den Boden nass zu machen. Ich seufzte. Ich war nicht gerade ein Regenliebhaber.
„Hier, bitte schön meine Liebe“, rief Ms. Cope durch den Raum. „Du hast zuerst Englisch.“ Sie gab mit das Stück Papier was ich überflog als ich den Raum verließ. Englisch, dann Politik, was gefolgt wurde von Mathematik, Spanisch, der Mittagspause, Biologie II und Sport. Ich runzelte die Stirn als ich Sport auf der Liste las. In Phoenix konnten wir Sport abwählen. Edward  hatte mich immer geärgert, dass das für die Gesundheit und Sicherheit der anderen Spieler gut war. Er hatte Recht. Ich war eine furchtbare Sportlerin. Jeder in der direkten Umgebung von mir verletzte ich. Ich musste sehen was ich machen konnte um diese Stunde los zubekommen.
Ich lief ziellos zu meiner ersten Stunde, bemerkte die ein, zwei Schüler die an mir vorbei rannte, zu spät. Sie alle sahen mich nicht an und ich genoss das für den Moment. Ich wusste, dass es nicht so bleiben würde. Aber ich wusste, dass es besser war als die Aufmerksamkeit, die mir in Phoenix gegeben wurde. Niemand würde das selbst ertragen wollen. Ich seufzte tief als meine Gedanken zurück nach Phoenix schweiften. Sie zurückholend und wieder über sie herrschend, ging ich durch die Tür in den Englischsaal.
Ich gab dem Lehrer meinen Unterschriftenzettel, bekam einen Bücherstapel überreicht und meinen Sitzplatz zugewiesen. Der Lehrer, Mr. Mason, setzte mich nach ganz hinten ans Ende des Raums. Einer der Jungs eilte nach vorne um mir die Bücher tragen zu helfen. Ich wurde tiefrot wegen seines Übereifers. Er legte meine Bücher auf den Tisch und nahm an dem Tisch daneben Platz. Ich nahm seine Erscheinung wahr; er hatte zu Spitzen gegeeltes blondes Haar und ein rundes Gesicht. Und er sah mich an, wie wenn ich ein neues Spielzeug wäre. Ich wurde unruhig. Was, wenn er ein Gespräch führen wollte? Ich war jetzt noch nicht fähig dazu.
Zum Glück begann Mr. Mason über englische Romane zu sprechen. Ich seufzte. Das machte Gespräche unmöglich für den allzu dreisten Jungen neben mir. Während der Stunde sah ich kurz zu ihm rüber und ertappte ihn dabei, wie er mich anstarrte. Für diesen Augenblick wünschte ich mir Gedanken lesen zu können, um herauszufinden über was er nachdachte, um herauszufinden was er so interessant an mir fand. Sicher war ich das neue Mädchen aber die anderen Schüler schafften es auch ihre neugierigen Blicke bei sich zu behalten.
Es klingelte, signalisierte das Ende der Stunde und Mr. Mason gab uns die Aufgabe ein Essay über das Thema zu schreiben, was wir für dieses Halbjahr lernen sollten. Ich versuchte meine Tasche elegant auf meine Schulter zu schwingen und zu gehen, dem Typ stehen zu lassen, doch meine Tasche war offen und alle meine Bücher fielen raus. Der Junge lächelte und nutzte die Gelegenheit mein Held zu sein und hob sie für mich auf. Ich versuchte meine heißen Wangen abzukühlen, als er sie mir gab.
„Danke“, stotterte ich, meine Bücher zurück in meine Tasche stopfend und die Tasche schließend.
„Kein Problem. Du bist Isabella Swan“, sagte er.
„Bella“, verbesserte ich ihn ohne darüber nachzudenken. „Ist das so offensichtlich?“
„Ha, ha. Ein wenig. Ich bin mit all den Leuten hier aufgewachsen. Du bist das neue Gesicht in der Stadt. Ich bin Mike Newton.“ Er bot mir seine Hand an und ich nahm sie, nur um in eine Umarmung gezogen zu werden. Meine Wangen wurden schon wieder rot. Ich wünschte mir meine Verlegenheit besser kontrollieren zu können. Und ich wünschte, Mike könnte sich besser kontrollieren. Ich wand mich sanft aus der Umarmung und Mike sah mich ungeniert an. „Was hast du als nächstes?“
„Politik“, antwortete ich als wir aus dem Raum liefen.
„Oh, ich nicht.“ Er sah traurig aus. Seltsam. „Aber ich denke wir sehen uns in der Pause“, meinte er fröhlich und ich stöhnte innerlich genervt auf. Er sah zu glücklich darüber aus.
„Bis später dann Mike. Danke für die Hilfe“, sagte ich höflich und steuerte die entgegen gesetzte Richtung an, von ihm weg, zum Haus Nummer 6.
Der Rest des Tages ging in dunkler Unklarheit an mir vorbei. In Mathe sprach ein Mädchen namens Jessica kurz mit mir über mein Leben in Phoenix und über das Umziehen hier her. Ich antwortete auf ihre Fragen so wahrheitsgemäß wie ich es wagen konnte und sie schien mit den Antworten die ich ihr gab zufrieden zu sein. Sie ging mit mir zu der Kantine in der Mittagspause. Sie selbst war ein kleines Mädchen mit lockigem braunem Haar. Während sie meine Fragen über Forks beantwortete lächelte sie viel und sie war die erste Person, die ich hier traf, von der ich dachte, dass ich mit ihr klarkommen würde. Als wir in die Kantine kamen, steuerten wir auf die Schlange zu, die sich schon in unsere Abwesenheit gebildet hatte.
„Also“, begann Jessica mit einer aufgeregten Art, „Hattest du einen Freund in Phoenix?“
Ich erstarrte als sie die Frage aussprach und meine Gefühle ließen mich unkontrolliert zittern. Ich wusste, dass sie nichts über Edward ahnte und die Frage als harmloser Spaß gedacht war, aber ich konnte nichts anders, als wütend auf das Mädchen zu werden. Sie hatte all meinen Schmerz wieder an die Oberfläche gebracht, mit einem Wort: Freund. Ich drückte die Tränen weg und schüttelte meinen Kopf, auf der Suche nach einer sicheren Antwort, die ich entgegnen konnte. Es gab keine. Bis eine große Gruppe von Leuten in die Kantine kam. Ich spürte wie mein Mund aufklappte, als ich sie erblickte.
Sie waren die schönsten Personen, die ich jemals gesehen hatte. Sie sahen aus, wie wenn sie gerade von einem Fotoshooting für irgendein Fashion-Magazin kommen würden. Es gab drei Jungs, ein richtig großen und muskulösen Typ mit dicht gelocktem Haar, das sein Gesicht einrahmte. Er hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht und seinen Arm um das schönste blonde Mädchen geschlungen, dass ich jemals gesehen hatte. Sie hatte eine schmale Figur und trug eine Hose, die eng saß und ihre Beine betonte. Ihre Augen waren glänzend und sahen auf zu dem Jungen. Sie lachten zusammen und steuerten auf einen abgelegenen Tisch zu.
Das nächste Pärchen war genauso so schön und seltsam wie das vor ihnen. Das Mädchen unterschied sich sehr von dem, das vor ihr hereingekommen war. Sie hatte kurzes, schwarzes, elfenhaftes Haar, das ihr überall vom Kopf abstand. Ihre Augen waren dunkel und schienen alles zu überblicken. Ein verspieltes Lächeln lag auf ihren Lippen und ihr Gang war sehr elegant. Der Junge neben ihr war groß, nicht so muskulös wie der vor ihm, aber schon trainiert. Er hatte honigblonde Haare und einen gepeinigten Ausdruck in seinem Gesicht. Seine Hand wurde fest von dem Mädchen gehalten. Ich konnte die Sehnen an der Hinterseite seiner Hand durchscheinen sehen.
Letztendlich kam der letzte Junge in den Saal. Er unterschied sich am meisten von ihnen. Er hatte glänzend bronzefarbenes Haar, das chaotisch nach allen Seiten von seinem Kopf abstand. Seine glänzenden goldenen Augen brannten intensiv, blickten wütend auf die Leute in dem Saal. Er hatte Gesichtszüge wie aus Stein, die in Marmor eingelassen waren. Er lächelte nicht und schien aggressiv, feindselig. Aber das angsteinflößende an ihm war…Er wirkte so vertraut auf mich. Ich konnte dieses Gefühl nicht einordnen. Sicherlich würde ich mich an ihn erinnern, wenn ich ihn vorher schon mal gesehen hatte, er war atemberaubend schön. Ich schüttelte dieses Gefühl ab und folgte Jessica zu einem Tisch.
„Wer sind die da?“, fragte ich sie leise. Sie kicherte.
„Das sind die Cullens. Doktor Cullens Adoptivkinder. Sie sind alle zusammen. Außer der Neue“, antwortete Jessica, in ihre Richtung nickend. Die Cullens steckten tief in einem Gespräch, oder es schien so.
„Wer ist der Neue?“, fragte ich.
„Der Süße mit den bronzenen Haaren“, gab Jess zurück. Sie brauchte nicht auf ihn zu zeigen, ich wusste, wen sie meinte. Er war der, von dem ich dachte, ich würde ihn wieder erkennen. „Er kam etwas vor 4 Monaten dazu. Die anderen sind schon seit einigen Jahren hier.“
„Sie sind alle so…“ Ich setzte an, doch Jess unterbrach mich.
„Wunderschön?“
„Blass“, korrigierte ich. Es entsprach der Wahrheit. Einer der Merkmale, welche sie alle hatten war ihre außergewöhnlich blasse Haut. Sie schien schummrig in dem Licht, was ihre Schönheit noch erleuchten ließ. „Also, wie heißen sie?“
„Die Blonden sind Jasper und Rosalie Hale. Die anderen sind Emmett, Alice und Edward Cullen“, sagte Jess. Bei der Erwähnung seines Namens sah der bronzehaarige Junge auf. Sein Blick war erschreckend; bösartig und eindringlich im gleichen Moment. Er lächelte nie, seine Gesichtszüge waren eine wütende Maske. Seine Fäuste waren geballt und er wirkte, wie wenn er gleich jemanden schlagen würde. Mein Herz wurde schneller als ich realisierte, dass er Edward hieß. Könnte es wirklich er sein?
Edward.



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Danke für die lieben Reviews! Und danke fürs Lesen, hinterlasst mir was! =)
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