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Neustart
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| von marymarie erstellt: 28.05.2009 letztes Update: 06.10.2009 Actionabenteuer / P16 (fertiggestellt) | 356 Reviews |
Neustart
Die Trauer verzehrt alles in einem und ist überwältigend. Ich kann es nur mit dem Gefühl vergleichen, wenn man ertrinkt. Ich ging unter als, Edwards Mutter, Elizabeth schluchzend zu mir kam. Und ich tauchte nie wieder auf. Das Leben ohne Edward war mir unbegreiflich, wie wenn man lebte, ohne zu atmen. Ich konnte es nicht, konnte nicht zur Schule ohne ihn, konnte nicht arbeiten ohne ihn, konnte die Wochenenden nicht ertragen ohne ihn. Die Beerdigung war aber das Schlimmste von allem.
Ich ging allein in die Kirche. Ich musste Edward sagen, dass ich ihn liebte und dass es mir Leid tat, ihn nicht gerettet zu haben. Dass ich ihn hatte sterben lassen. Bevor ich das tat, machte ich mit mir selbst etwas aus. Egal was war, ich würde den Sarg nicht ansehen. Ich wollte Edward so in Erinnerung behalten, wie er war, als er noch lebte. Wollte diese Erinnerungen nicht gewaltsam eintauschen gegen Bilder von ihm, ruhig und tot. Aber als ich rein ging wurden meine Augen zu dem offenen Sarg gezogen, wie die Fliegen zum Licht. Ich zitterte als ich hin lief und musste all meine Kraft aufwenden um mich davon abzuhalten mich einfach zu ihm zu legen.
Er sah friedlich aus, wie wenn er schlafen würde. Aber gleichzeitig tat mein Herz weh bei dem Anblick, ihn hier liegen zu sehen, so jung. Sein Gesicht war zu einem Lächeln erstarrt und seine Haut weiß wie Schnee. Seine Augenlider waren violett und seine Lippen atemlos. Seine Haare waren ordentlich gekämmt was so untypisch für ihn war, als es noch lebte. Sonst waren seine Haare immer an den seltsamsten Stellen am Abstehen, seine Augen strahlend vor Leben und seine Wangen leicht gerötet vor Aufregung. Es konnte nie still sitzen, war immer am Rennen von einem Ort zum anderen. Mein Edward.
Ich nahm das Medaillon ab, dass ich ihm zu seinem Geburtstag gekauft hatte. Eine Locke meines Haares hatte ich darin eingeschlossen, damit er immer etwas von mir bei sich haben würde. Ich machte es um seinen Hals, strich mit meiner Hand über seine Wange, seine Brust, seinen Hals. Er war eiskalt und hart, wie Stein. Dennoch lehnte ich mich über den Sarg und küsste sanft seine Stirn. Dann verbrachte ich meine letzten Minuten mit ihm.
Es war schwer, wieder in die Schule zu gehen. Plötzlich stand ich im Mittelpunkt, wo niemand mich vorher beachtet hatte. Das letzte Mal, als ich soviel Aufmerksamkeit bekommen hatte, war als anfing mich mit Edward zu treffen. Weil er ein Jahrgang über mir war, obwohl er eigentlich nur einige Monate älter war als ich. Außerdem war Edward der Erbe der bekannten Masen- Kooperation (Masen-cooperation). Er würde der Besitzer werden mit seinem 18. Geburtstag. Sein Vater war gestorben als er noch jünger war, bei einem Autounfall und so würde Edward das alles früher übernehmen. Diese Information brachte ihm die Aufmerksamkeit von vielen Mädchen, obwohl keines von ihnen ihn wirklich mochte.
Aber so war es eben, das Leben damals und verglichen mit heute, war es viel einfacher und leichter zu ertragen. Wir haben über die Dummheit der anderen Schüler gelacht. Über den Egoismus und die Oberflächlichkeit ihrer Beweggründe.
Es war klar, dass sie jetzt auch nur eigennützige Absichten hatten. Sie wollten alle mit dem Mädchen befreundet sein, dessen Freund gerade gestorben war, um etwas zum Hinzufügen bei ihren Steckbriefen auf irgendwelchen Internetseiten zu haben in denen sie lebten. Und ich machte verständlich, dass ich nicht interessiert war. Ich schickte sie alle weg bis sie mich uninteressant fanden und als den Freak abstempelten, der nicht über seinen High-School Freund hinweg kam. Aber Edward war mehr gewesen als das.
Ich schleppte mich durch sechs Monate und dachte alle getäuscht zu haben, und dazu gebracht zu haben zu denken, ich würde es gut bewältigen. Es war erst, als meine Mutter, Renee, mit mir sprach und ich realisieren musste, dass ich niemanden getäuscht hatte.
„Bella, Liebling, du bist ein wenig“, sie stockte kurz um das richtige Wort zu finden. „Schlapp, ist mir aufgefallen. Warum gehst du nicht mit deinen Freunden weg dieses Wochenende?“
„Welche Freunde?“ Ich murmelte das vor mich hin, als ich an die gegenüberliegende Wand starrte. Renee seufzte.
„Du musst über Edward hinweg kommen. Ich weiß, er war dir sehr wichtig, aber es wird noch andere Jungs geben. Es ist jetzt fast sechs Monate her. Du musst wieder anfangen dein Leben zu leben, früher oder später.“, fuhr sie fort.
„Ich wähle später.“
„Bella.“
“Du verstehst es nicht”, hatte ich gütig gesagt. „Er war mein Leben, Mom, er war mir so wichtig.“ Tränen bildeten sich in meinen Augen. „Es ist ungerecht, dass ich leben sollte, wenn er es nicht kann.“
Ich saß zusammengesunken in meinem Stuhl, musste mich vor ihr nicht mehr verstellen. Sie hatte mich in den Arm genommen und mich auf ihren Schoss gezogen, wie wenn ich wieder ein kleines Mädchen wäre.
„Er starb um dich zu beschützen, Liebling. Ich bin mir sicher, er würde wollen, dass du dein Leben wieder lebst“, hat sie mich beruhigt. Ich schniefte als Antwort. „Du hast immer für mich gesorgt, Bella, jetzt ist es soweit, dass ich dasselbe für dich mache. Ich habe mit deinem Vater gesprochen and wir sind einer Meinung, dass es das Beste für dich ist, wenn du von hier weg ziehst. Um über deinen Verlust hinweg zu kommen. Hier zu bleiben würde dich nur immer wieder daran erinnern, was geschehen ist.“
Ich hatte mich nicht gewehrt. Zu tot war ich innerlich, als das ich noch ausdiskutieren konnte, dass ich nah bei Edward bleiben wollte. Die Wahrheit war, dass ich ihr zustimmte. Ich musste von dem Ort weg, an dem er gestorben war. Wegkommen, von den Leuten, die mich jeden Tag fragten, ob ich in Ordnung sei. Ich musste an einen Ort, an dem niemand mich kannte, brauchte einen glatten Bruch. Forks klang einfach nach dem dumpfen, sicheren Platz wohin ich mich flüchten konnte.
Elizabeth war bereits gegangen. Einen Monat nach der Beerdigung zog sie weg und ich warf ihr daran nichts vor. Sie hatte schon ihren Mann verloren und nun auch noch ihren Sohn. Ihr Schmerz musste zu groß sein, um ihn ertragen zu können. Sie gab mir noch einen Kuss und meinte, wann immer ich sie brauchen würde, konnte ich anrufen. Es hatte mich traurig gemacht, sie gehen zu sehen. Sie war meine letzte Verbindung zu Edward gewesen.
Aber sie hatte weiter gemacht und ich musste das auch tun. Also war ich hier, saß neben meinem Dad in seinem Auto auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause.
~~~*~~~
Sechs Monate später - Forks
Ich räumte meine gefalteten Klamotten in die Fächer meines Kleiderschranks. In meinem neuen Zuhause. Charlie war unten und bestellte uns Pizza. Ich hatte das Gesicht verzogen, als er vorschlug irgendwo Essen zu gehen; Ich war mehr als fähig zu kochen. Und ich konnte es nicht verhindern. Ein kleiner Schmollmund formte sich auf meinen Lippen. Und wurde sofort gefolgt von einer Welle an Schuldgefühlen. Ich hatte für eine lange Zeit nicht mehr so reagiert und es erinnerte mich viel zu sehr an Edward und dass er nie wieder dazu fähig sein würde, mich deswegen aufzuziehen. Das Oberteil, das ich in den Händen hielt, verknitterte, weil ich zitterte. Ich atmete tief durch um mich wieder zu fangen. Das war mein Neustart. Kein Leben mehr in der Vergangenheit. Keine Schuld mehr.
Ich brachte das Auspacken zu Ende und sah mich in meinem Zimmer um. Es war mir vertraut. Ich hatte hier früher immer zwei Wochen im Sommer verbrachte und ab und zu Weihnachten. Es war mir so vertraut, wie mein Zimmer in Phoenix. Das einzige was mir neu war, war hier zu leben.
Bei diesem Gedanken rief Charlie meinen Namen und ich wurde mit einem dumpfen Schlag wieder in die Gegenwart versetzt.
„Bells, was für einen Belag willst du? Bist immer noch Vegetarierin?“, rief er. Ich lächelte kurz. Mein Dad konnte nicht glauben, dass ich auch nur versucht hatte vegetarisch zu leben. Fleisch war alles für diesen Mann. Traurigerweise dachte ich das auch und meine guten Absichten standen nicht mehr.
„Nein, Dad, ich nehme das, was du nimmst.“ Ich schwöre, ich hörte ihn sagen, „ das dachte ich mir schon.“ War ich wirklich so berechenbar oder mein Dad einfach nur so sicher, dass die Verlockung von Fleisch so unwiderstehlich war? Ich schüttelte meinen Kopf. Jetzt war ich gerade mal einen Tag in Forks und bereits wieder ein wenig normaler. Vielleicht weil ich so hoffnungsvoll war, dass ich hier meinen Weg weitergehen könnte. Was auch immer es war, ich war dankbar dafür.
Ich ging nach unten, aber war vorsichtig mit den Stufen. Ich war bekannt dafür, auf einen ebenen Boden flach auf mein Gesicht fallen zu können. Und ich wollte in mein neues Leben nicht mit einer gebrochenen Nase starten. Das war das letzte was ich brauchen könnte, noch mehr Aufmerksamkeit auf mich lenken. In einer so kleinen Stadt war meine Ankunft dazu verpflichtet eine riesige Nachricht zu sein.
Ich lief in die Küche als Charlie gerade auflegte. Er lächelte mich an, zuerst aber vorsichtig. Ich konnte wetten, dass Renee ihn gewarnt hatte, dass ich ein laufender Zombie war, so wie er mich ansah. Ich erwiderte sein Lächeln mit einem Augenzwinkern. Es schien wie ein Seufzen aus Erleichterung was er als nächstes von sich gab und innerlich seufzte ich auch. Ich wandte mich den Schränken zu um zu sehen was es gab. Wie ich vermutet hatte, gab es kein frisches und kochbares Essen. Ich hasste Fertiggerichte, aber das war alles, was da war. Charlie hörte ich lachen. Ein Ausflug zum Supermarkt war dringend nötig.
„Entschuldige, Bells, aber es gibt nichts genießbares da drinnen“, gluckste er und ich schüttelte meinen Kopf.
„Natürlich nicht. Ich wette, wenn ich in die Tiefkühltruhe schaue gibt’s Mengen an Fisch“, gab ich zurück. Er lachte lauter.
„Wann ist da kein Fisch drin? Erinnerst du dich an letztes Weihnachten? Wir endeten damit, dass wir Fisch aßen, an Stelle von Truthahn.“ Er lächelte. Da war eine Art in diesem Lächeln, dass es besonders machte und seine Augen leuchteten auf. Ich lächelte auch bei der Erinnerung.
„Das war nur so, weil du dich von der alten Dame mit ihrer Tasche hast schlagen lassen. Ich kann nicht glauben, dass sie es geschafft dir diesen Vogel abzunehmen. Das war echt unglaublich“, erinnerte ich ihn. Das Lächeln verschwand.
„Ich würde niemals eine Frau schlagen“, meinte er mit einem Stirnrunzeln.
„Nein, aber du hättest wenigstens versuchen können ihr den Vogel aus dem knochigen Griff zu winden“, kicherte ich. Es war seltsam, wie anders ich mich hier fühlte. Es war, wie wenn ich zwei unterschiedliche Leben hätte. Eins mit Renee und eins mit Charlie. Hierher zu kommen war einfach wie das Zurückkommen in mein altes Leben. Edward war nicht ein Teil von Forks. Ich bereute augenblicklich seinen Namen gedacht zu haben, denn die Tränen kamen sofort, wie bei einem kaputten Wasserhahn. Ich wischte sie schnell weg bevor ich meine Aufmerksamkeit dem Kühlschrank widmete.
„Also, Kindchen, wie fühlst du dich? Nervös?“, fragte Charlie als er sich in einen der Stühle fallen ließ mit einem Bier in seiner Hand. Das war die Frage und das Thema, das ich eigentlich vermeiden wollte. Meine Gefühle. Und meine Einstellung. Ich hatte das Gefühl, dass es falsch war, mich so schnell auf alles eingestellt zu haben, obwohl ich wusste, dass Charlie sagen würde, es seien sechs Monate gewesen. Schwerlich eine kurze Zeit. Aber für mich sollten es Jahre sein, bevor ich mich so fühlte. Sorgenfrei.
Ich wählte meine nächsten Worte sorgfältig und versuchte wenigstens Halbwahrheiten daraus zu machen. Das schuldete ich Charlie. Es machte ihn glücklich mich bei sich daheim zu haben und ich wollte nicht, dass er sich Sorgen um mich machen würde während er arbeiten war.
„Ich bin ein bisschen besorgt wegen den Leuten in der Schule“, sagte ich wahrheitsgetreu. „Vielleicht werden sie mich nicht mögen.“
„Natürlich werden sie dich mögen, Bells“, sagte Charlie und stand auf um mich in eine unbeholfene Umarmung zu schließen. Wir trennten uns schnell. Keiner von uns war gut darin seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Nur eine Person hatte es jemals geschafft, dass ich meinen Gefühlen freien Lauf ließ.
„Wahrscheinlich steigere ich mich nur hinein“, meinte ich mit leiser Stimme, als das Thema langsam aber sicher von meinen anderen Gefühlen ablenkte. Da klingelte es an der Tür und Charlie ging los um unsere Pizzen zu holen. Wir verbrachten den Rest des Abends damit ein Spiel im Fernseher anzuschauen und ab und zu, zu reden. Erst als ich im Bett war begann ich doch wieder mich um den nächsten Tag zu sorgen.
~~~*~~~
Ich erwachte früh, viel früher als nötig. Aber ich war voll mit Nervosität und Energie und eilte in die Dusche bevor Charlie überhaupt wach war. Ich stand eine halbe Stunde unter dem heißen Wasser und versuchte meinen Verstand darauf vorzubereiten, unauffällig in der Schule zu bleiben. Es sah nicht gut aus. Ich hatte noch nicht einmal eine Fahrt zur Schule zum Beginn. Und hin laufen wirkte wie ein schlechter Start. Ich würde leicht zu entdecken sein für die, die zur Schule fuhren. Ich grübelte eine Weile, bevor ich aus der Dusche stieg und mich anzog.
Ich war noch immer am Nachdenken, wie ich zur Schule kam, als Charlie zum Frühstück hinunter kam. Den Anfang machend, verschüttete ich meinen Kaffee auf den Tisch. Das konnte natürlich nicht unbemerkt vor Charlie geschehen.
„Nervös?“
„Ja, tatsächlich. Und ich frage mich, wie ich zur Schule kommen soll. Fährst du mich hin?“ Das war etwas, was ich nicht wollte. An der Schule ankommen in Charlies Wagen, dem Streifenwagen. Das würde die Tatsache, dass ich die Tochter des Polizeichefs war, noch auf die Spitze treiben.
„Ach deswegen“, meinte Charlie mit einer selbstzufriedenen Art, „komm mit raus.“
Ich sah ihn misstrauisch an und fragte mich, was gerade in ihm vorging. Charlies Überraschung könnte alles Mögliche sein. Draußen könnte vielleicht auch ein Pony auf mich warten. Zweifelnd folgte ich ihm. Wenigstens hatte das meine Gedanken von der Schule weggebracht.
Charlie erlaubte mir vor ihm aus der Eingangstür zu laufen und lächelte mit Befriedigung als mir die Kinnlade runter fiel. Neben seinem Streifenwagen stand ein rostiger, alter Pickup. Ich verliebte mich sofort. Er hatte etwas Sicheres und bequemes an sich, dieser große Truck. Er war rot und die Farbe blätterte ab, aber er war perfekt.
„Wow.“
„Ich dachte mir, dass du den mögen würdest. Ich hab ihn dem alten Billy Black abgekauft“, meinte Charlie. Ich hörte ihm gar nicht zu, als ich realisierte, wie spät es war.
„Entschuldige, Dad, aber ich muss los.“ Ich drehte mich um und winkte kurz, während ich meine Tasche sicher auf meine Schulter tat. Ich erreichte den Pickup und da fiel mir erst auf, dass ich gar keine Schlüssel hatte. Charlie schüttelte seinen Kopf und warf sie zu mir. Mit meiner schlechten Hand-Augen- Koordination landeten sie auf dem Boden. Ich merkte, wie ich rot wurde als ich mich bückte um sie aufzuheben. Genauso musste mein Tag beginnen.
Charlie sah mir zu wie in den Truck kletterte und meine Tasche neben mich auf den Beifahrersitz stellte. Ich winkte noch mal und mein Magen zwickte schmerzhaft als ich daran dachte, was mich heute noch erwartete.
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Hey, ich glaube das ist einigen beim Prolog entgangen:
DAS HIER IST EINE ÜBERSETZUNG
Die Autorin heißt linkinparkk und hat diese FF auf fanfiction.net unter demselben Titel veröffentlicht. Mit ihrer Erlaubnis übersetze ich ihre Idee jetzt ins Deutsche. Sie hat sich total darüber gefreut, dass ich das mache und hofft, dass die Story hier genauso gut ankommt, wie bei ihr! Über Reviews freut sie sich auch sehr, genauso wie ich, da sie es sehr interessiert, was die Deutschen so davon halten.
Also, seid fließig!
Danke fürs Lesen!! =)
Eure marymarie
Die Trauer verzehrt alles in einem und ist überwältigend. Ich kann es nur mit dem Gefühl vergleichen, wenn man ertrinkt. Ich ging unter als, Edwards Mutter, Elizabeth schluchzend zu mir kam. Und ich tauchte nie wieder auf. Das Leben ohne Edward war mir unbegreiflich, wie wenn man lebte, ohne zu atmen. Ich konnte es nicht, konnte nicht zur Schule ohne ihn, konnte nicht arbeiten ohne ihn, konnte die Wochenenden nicht ertragen ohne ihn. Die Beerdigung war aber das Schlimmste von allem.
Ich ging allein in die Kirche. Ich musste Edward sagen, dass ich ihn liebte und dass es mir Leid tat, ihn nicht gerettet zu haben. Dass ich ihn hatte sterben lassen. Bevor ich das tat, machte ich mit mir selbst etwas aus. Egal was war, ich würde den Sarg nicht ansehen. Ich wollte Edward so in Erinnerung behalten, wie er war, als er noch lebte. Wollte diese Erinnerungen nicht gewaltsam eintauschen gegen Bilder von ihm, ruhig und tot. Aber als ich rein ging wurden meine Augen zu dem offenen Sarg gezogen, wie die Fliegen zum Licht. Ich zitterte als ich hin lief und musste all meine Kraft aufwenden um mich davon abzuhalten mich einfach zu ihm zu legen.
Er sah friedlich aus, wie wenn er schlafen würde. Aber gleichzeitig tat mein Herz weh bei dem Anblick, ihn hier liegen zu sehen, so jung. Sein Gesicht war zu einem Lächeln erstarrt und seine Haut weiß wie Schnee. Seine Augenlider waren violett und seine Lippen atemlos. Seine Haare waren ordentlich gekämmt was so untypisch für ihn war, als es noch lebte. Sonst waren seine Haare immer an den seltsamsten Stellen am Abstehen, seine Augen strahlend vor Leben und seine Wangen leicht gerötet vor Aufregung. Es konnte nie still sitzen, war immer am Rennen von einem Ort zum anderen. Mein Edward.
Ich nahm das Medaillon ab, dass ich ihm zu seinem Geburtstag gekauft hatte. Eine Locke meines Haares hatte ich darin eingeschlossen, damit er immer etwas von mir bei sich haben würde. Ich machte es um seinen Hals, strich mit meiner Hand über seine Wange, seine Brust, seinen Hals. Er war eiskalt und hart, wie Stein. Dennoch lehnte ich mich über den Sarg und küsste sanft seine Stirn. Dann verbrachte ich meine letzten Minuten mit ihm.
Es war schwer, wieder in die Schule zu gehen. Plötzlich stand ich im Mittelpunkt, wo niemand mich vorher beachtet hatte. Das letzte Mal, als ich soviel Aufmerksamkeit bekommen hatte, war als anfing mich mit Edward zu treffen. Weil er ein Jahrgang über mir war, obwohl er eigentlich nur einige Monate älter war als ich. Außerdem war Edward der Erbe der bekannten Masen- Kooperation (Masen-cooperation). Er würde der Besitzer werden mit seinem 18. Geburtstag. Sein Vater war gestorben als er noch jünger war, bei einem Autounfall und so würde Edward das alles früher übernehmen. Diese Information brachte ihm die Aufmerksamkeit von vielen Mädchen, obwohl keines von ihnen ihn wirklich mochte.
Aber so war es eben, das Leben damals und verglichen mit heute, war es viel einfacher und leichter zu ertragen. Wir haben über die Dummheit der anderen Schüler gelacht. Über den Egoismus und die Oberflächlichkeit ihrer Beweggründe.
Es war klar, dass sie jetzt auch nur eigennützige Absichten hatten. Sie wollten alle mit dem Mädchen befreundet sein, dessen Freund gerade gestorben war, um etwas zum Hinzufügen bei ihren Steckbriefen auf irgendwelchen Internetseiten zu haben in denen sie lebten. Und ich machte verständlich, dass ich nicht interessiert war. Ich schickte sie alle weg bis sie mich uninteressant fanden und als den Freak abstempelten, der nicht über seinen High-School Freund hinweg kam. Aber Edward war mehr gewesen als das.
Ich schleppte mich durch sechs Monate und dachte alle getäuscht zu haben, und dazu gebracht zu haben zu denken, ich würde es gut bewältigen. Es war erst, als meine Mutter, Renee, mit mir sprach und ich realisieren musste, dass ich niemanden getäuscht hatte.
„Bella, Liebling, du bist ein wenig“, sie stockte kurz um das richtige Wort zu finden. „Schlapp, ist mir aufgefallen. Warum gehst du nicht mit deinen Freunden weg dieses Wochenende?“
„Welche Freunde?“ Ich murmelte das vor mich hin, als ich an die gegenüberliegende Wand starrte. Renee seufzte.
„Du musst über Edward hinweg kommen. Ich weiß, er war dir sehr wichtig, aber es wird noch andere Jungs geben. Es ist jetzt fast sechs Monate her. Du musst wieder anfangen dein Leben zu leben, früher oder später.“, fuhr sie fort.
„Ich wähle später.“
„Bella.“
“Du verstehst es nicht”, hatte ich gütig gesagt. „Er war mein Leben, Mom, er war mir so wichtig.“ Tränen bildeten sich in meinen Augen. „Es ist ungerecht, dass ich leben sollte, wenn er es nicht kann.“
Ich saß zusammengesunken in meinem Stuhl, musste mich vor ihr nicht mehr verstellen. Sie hatte mich in den Arm genommen und mich auf ihren Schoss gezogen, wie wenn ich wieder ein kleines Mädchen wäre.
„Er starb um dich zu beschützen, Liebling. Ich bin mir sicher, er würde wollen, dass du dein Leben wieder lebst“, hat sie mich beruhigt. Ich schniefte als Antwort. „Du hast immer für mich gesorgt, Bella, jetzt ist es soweit, dass ich dasselbe für dich mache. Ich habe mit deinem Vater gesprochen and wir sind einer Meinung, dass es das Beste für dich ist, wenn du von hier weg ziehst. Um über deinen Verlust hinweg zu kommen. Hier zu bleiben würde dich nur immer wieder daran erinnern, was geschehen ist.“
Ich hatte mich nicht gewehrt. Zu tot war ich innerlich, als das ich noch ausdiskutieren konnte, dass ich nah bei Edward bleiben wollte. Die Wahrheit war, dass ich ihr zustimmte. Ich musste von dem Ort weg, an dem er gestorben war. Wegkommen, von den Leuten, die mich jeden Tag fragten, ob ich in Ordnung sei. Ich musste an einen Ort, an dem niemand mich kannte, brauchte einen glatten Bruch. Forks klang einfach nach dem dumpfen, sicheren Platz wohin ich mich flüchten konnte.
Elizabeth war bereits gegangen. Einen Monat nach der Beerdigung zog sie weg und ich warf ihr daran nichts vor. Sie hatte schon ihren Mann verloren und nun auch noch ihren Sohn. Ihr Schmerz musste zu groß sein, um ihn ertragen zu können. Sie gab mir noch einen Kuss und meinte, wann immer ich sie brauchen würde, konnte ich anrufen. Es hatte mich traurig gemacht, sie gehen zu sehen. Sie war meine letzte Verbindung zu Edward gewesen.
Aber sie hatte weiter gemacht und ich musste das auch tun. Also war ich hier, saß neben meinem Dad in seinem Auto auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause.
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Sechs Monate später - Forks
Ich räumte meine gefalteten Klamotten in die Fächer meines Kleiderschranks. In meinem neuen Zuhause. Charlie war unten und bestellte uns Pizza. Ich hatte das Gesicht verzogen, als er vorschlug irgendwo Essen zu gehen; Ich war mehr als fähig zu kochen. Und ich konnte es nicht verhindern. Ein kleiner Schmollmund formte sich auf meinen Lippen. Und wurde sofort gefolgt von einer Welle an Schuldgefühlen. Ich hatte für eine lange Zeit nicht mehr so reagiert und es erinnerte mich viel zu sehr an Edward und dass er nie wieder dazu fähig sein würde, mich deswegen aufzuziehen. Das Oberteil, das ich in den Händen hielt, verknitterte, weil ich zitterte. Ich atmete tief durch um mich wieder zu fangen. Das war mein Neustart. Kein Leben mehr in der Vergangenheit. Keine Schuld mehr.
Ich brachte das Auspacken zu Ende und sah mich in meinem Zimmer um. Es war mir vertraut. Ich hatte hier früher immer zwei Wochen im Sommer verbrachte und ab und zu Weihnachten. Es war mir so vertraut, wie mein Zimmer in Phoenix. Das einzige was mir neu war, war hier zu leben.
Bei diesem Gedanken rief Charlie meinen Namen und ich wurde mit einem dumpfen Schlag wieder in die Gegenwart versetzt.
„Bells, was für einen Belag willst du? Bist immer noch Vegetarierin?“, rief er. Ich lächelte kurz. Mein Dad konnte nicht glauben, dass ich auch nur versucht hatte vegetarisch zu leben. Fleisch war alles für diesen Mann. Traurigerweise dachte ich das auch und meine guten Absichten standen nicht mehr.
„Nein, Dad, ich nehme das, was du nimmst.“ Ich schwöre, ich hörte ihn sagen, „ das dachte ich mir schon.“ War ich wirklich so berechenbar oder mein Dad einfach nur so sicher, dass die Verlockung von Fleisch so unwiderstehlich war? Ich schüttelte meinen Kopf. Jetzt war ich gerade mal einen Tag in Forks und bereits wieder ein wenig normaler. Vielleicht weil ich so hoffnungsvoll war, dass ich hier meinen Weg weitergehen könnte. Was auch immer es war, ich war dankbar dafür.
Ich ging nach unten, aber war vorsichtig mit den Stufen. Ich war bekannt dafür, auf einen ebenen Boden flach auf mein Gesicht fallen zu können. Und ich wollte in mein neues Leben nicht mit einer gebrochenen Nase starten. Das war das letzte was ich brauchen könnte, noch mehr Aufmerksamkeit auf mich lenken. In einer so kleinen Stadt war meine Ankunft dazu verpflichtet eine riesige Nachricht zu sein.
Ich lief in die Küche als Charlie gerade auflegte. Er lächelte mich an, zuerst aber vorsichtig. Ich konnte wetten, dass Renee ihn gewarnt hatte, dass ich ein laufender Zombie war, so wie er mich ansah. Ich erwiderte sein Lächeln mit einem Augenzwinkern. Es schien wie ein Seufzen aus Erleichterung was er als nächstes von sich gab und innerlich seufzte ich auch. Ich wandte mich den Schränken zu um zu sehen was es gab. Wie ich vermutet hatte, gab es kein frisches und kochbares Essen. Ich hasste Fertiggerichte, aber das war alles, was da war. Charlie hörte ich lachen. Ein Ausflug zum Supermarkt war dringend nötig.
„Entschuldige, Bells, aber es gibt nichts genießbares da drinnen“, gluckste er und ich schüttelte meinen Kopf.
„Natürlich nicht. Ich wette, wenn ich in die Tiefkühltruhe schaue gibt’s Mengen an Fisch“, gab ich zurück. Er lachte lauter.
„Wann ist da kein Fisch drin? Erinnerst du dich an letztes Weihnachten? Wir endeten damit, dass wir Fisch aßen, an Stelle von Truthahn.“ Er lächelte. Da war eine Art in diesem Lächeln, dass es besonders machte und seine Augen leuchteten auf. Ich lächelte auch bei der Erinnerung.
„Das war nur so, weil du dich von der alten Dame mit ihrer Tasche hast schlagen lassen. Ich kann nicht glauben, dass sie es geschafft dir diesen Vogel abzunehmen. Das war echt unglaublich“, erinnerte ich ihn. Das Lächeln verschwand.
„Ich würde niemals eine Frau schlagen“, meinte er mit einem Stirnrunzeln.
„Nein, aber du hättest wenigstens versuchen können ihr den Vogel aus dem knochigen Griff zu winden“, kicherte ich. Es war seltsam, wie anders ich mich hier fühlte. Es war, wie wenn ich zwei unterschiedliche Leben hätte. Eins mit Renee und eins mit Charlie. Hierher zu kommen war einfach wie das Zurückkommen in mein altes Leben. Edward war nicht ein Teil von Forks. Ich bereute augenblicklich seinen Namen gedacht zu haben, denn die Tränen kamen sofort, wie bei einem kaputten Wasserhahn. Ich wischte sie schnell weg bevor ich meine Aufmerksamkeit dem Kühlschrank widmete.
„Also, Kindchen, wie fühlst du dich? Nervös?“, fragte Charlie als er sich in einen der Stühle fallen ließ mit einem Bier in seiner Hand. Das war die Frage und das Thema, das ich eigentlich vermeiden wollte. Meine Gefühle. Und meine Einstellung. Ich hatte das Gefühl, dass es falsch war, mich so schnell auf alles eingestellt zu haben, obwohl ich wusste, dass Charlie sagen würde, es seien sechs Monate gewesen. Schwerlich eine kurze Zeit. Aber für mich sollten es Jahre sein, bevor ich mich so fühlte. Sorgenfrei.
Ich wählte meine nächsten Worte sorgfältig und versuchte wenigstens Halbwahrheiten daraus zu machen. Das schuldete ich Charlie. Es machte ihn glücklich mich bei sich daheim zu haben und ich wollte nicht, dass er sich Sorgen um mich machen würde während er arbeiten war.
„Ich bin ein bisschen besorgt wegen den Leuten in der Schule“, sagte ich wahrheitsgetreu. „Vielleicht werden sie mich nicht mögen.“
„Natürlich werden sie dich mögen, Bells“, sagte Charlie und stand auf um mich in eine unbeholfene Umarmung zu schließen. Wir trennten uns schnell. Keiner von uns war gut darin seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Nur eine Person hatte es jemals geschafft, dass ich meinen Gefühlen freien Lauf ließ.
„Wahrscheinlich steigere ich mich nur hinein“, meinte ich mit leiser Stimme, als das Thema langsam aber sicher von meinen anderen Gefühlen ablenkte. Da klingelte es an der Tür und Charlie ging los um unsere Pizzen zu holen. Wir verbrachten den Rest des Abends damit ein Spiel im Fernseher anzuschauen und ab und zu, zu reden. Erst als ich im Bett war begann ich doch wieder mich um den nächsten Tag zu sorgen.
~~~*~~~
Ich erwachte früh, viel früher als nötig. Aber ich war voll mit Nervosität und Energie und eilte in die Dusche bevor Charlie überhaupt wach war. Ich stand eine halbe Stunde unter dem heißen Wasser und versuchte meinen Verstand darauf vorzubereiten, unauffällig in der Schule zu bleiben. Es sah nicht gut aus. Ich hatte noch nicht einmal eine Fahrt zur Schule zum Beginn. Und hin laufen wirkte wie ein schlechter Start. Ich würde leicht zu entdecken sein für die, die zur Schule fuhren. Ich grübelte eine Weile, bevor ich aus der Dusche stieg und mich anzog.
Ich war noch immer am Nachdenken, wie ich zur Schule kam, als Charlie zum Frühstück hinunter kam. Den Anfang machend, verschüttete ich meinen Kaffee auf den Tisch. Das konnte natürlich nicht unbemerkt vor Charlie geschehen.
„Nervös?“
„Ja, tatsächlich. Und ich frage mich, wie ich zur Schule kommen soll. Fährst du mich hin?“ Das war etwas, was ich nicht wollte. An der Schule ankommen in Charlies Wagen, dem Streifenwagen. Das würde die Tatsache, dass ich die Tochter des Polizeichefs war, noch auf die Spitze treiben.
„Ach deswegen“, meinte Charlie mit einer selbstzufriedenen Art, „komm mit raus.“
Ich sah ihn misstrauisch an und fragte mich, was gerade in ihm vorging. Charlies Überraschung könnte alles Mögliche sein. Draußen könnte vielleicht auch ein Pony auf mich warten. Zweifelnd folgte ich ihm. Wenigstens hatte das meine Gedanken von der Schule weggebracht.
Charlie erlaubte mir vor ihm aus der Eingangstür zu laufen und lächelte mit Befriedigung als mir die Kinnlade runter fiel. Neben seinem Streifenwagen stand ein rostiger, alter Pickup. Ich verliebte mich sofort. Er hatte etwas Sicheres und bequemes an sich, dieser große Truck. Er war rot und die Farbe blätterte ab, aber er war perfekt.
„Wow.“
„Ich dachte mir, dass du den mögen würdest. Ich hab ihn dem alten Billy Black abgekauft“, meinte Charlie. Ich hörte ihm gar nicht zu, als ich realisierte, wie spät es war.
„Entschuldige, Dad, aber ich muss los.“ Ich drehte mich um und winkte kurz, während ich meine Tasche sicher auf meine Schulter tat. Ich erreichte den Pickup und da fiel mir erst auf, dass ich gar keine Schlüssel hatte. Charlie schüttelte seinen Kopf und warf sie zu mir. Mit meiner schlechten Hand-Augen- Koordination landeten sie auf dem Boden. Ich merkte, wie ich rot wurde als ich mich bückte um sie aufzuheben. Genauso musste mein Tag beginnen.
Charlie sah mir zu wie in den Truck kletterte und meine Tasche neben mich auf den Beifahrersitz stellte. Ich winkte noch mal und mein Magen zwickte schmerzhaft als ich daran dachte, was mich heute noch erwartete.
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Hey, ich glaube das ist einigen beim Prolog entgangen:
DAS HIER IST EINE ÜBERSETZUNG
Die Autorin heißt linkinparkk und hat diese FF auf fanfiction.net unter demselben Titel veröffentlicht. Mit ihrer Erlaubnis übersetze ich ihre Idee jetzt ins Deutsche. Sie hat sich total darüber gefreut, dass ich das mache und hofft, dass die Story hier genauso gut ankommt, wie bei ihr! Über Reviews freut sie sich auch sehr, genauso wie ich, da sie es sehr interessiert, was die Deutschen so davon halten.
Also, seid fließig!
Danke fürs Lesen!! =)
Eure marymarie
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