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von Illyria    erstellt: 24.05.2009    letztes Update: 24.05.2009    Geschichte, Allgemein / P16 Slash    (abgebrochen)
Szene: In Pieces
Ort: „Kerker“ im Lamia-Anwesen
Part 1

(Jesse liegt bewusstlos auf dem kalten Fussboden, immer noch blutig und in seinen alten Klamotten; Sam kommt rein und betrachtet Jesse eine Weile.)

Diener 1: Herr, die anderen Meister fragen nach der Lage.
Sam: Sag ihnen, dass es sie ’nen Scheißdreck angeht.
Diener 1: Wortwörtlich?
Sam (überlegt): Sind Lucien und Carden anwesend?
Diener 1: Ja.
Sam: Dann häng noch ein „ihr verdammten Idioten“ ran.
Diener 1: Sehr wohl.

(Diener geht, Jesse wacht langsam auf)

Jesse (murmelt): Wo bin ich?... (schmerzhaftes Stöhnen) Oh Gott…
Sam: Jesse.

(Jesse blickt auf und sieht Sam ängstlich an)

Jesse: Bitte tu mir nichts! Bitte! (rutscht schutzsuchend an die Wand)
Sam: Ich werde dir nichts tun, solange du mir keinen Grund gibst. Ich habe etwas Wichtiges mit dir zu besprechen, es geht um deine kleinen Freunde, die Tainn. Was weißt du?
Jesse (zittert und schlingt die Arme um seinen Körper): Ich… nicht viel, ich habe nicht… Nicht wirklich…
Sam: Jesse, hör verdammt noch mal auf zu stammeln! Ich meine es ernst!
Jesse: Ich.. Ich..
Sam: Verdammt, was hast du?! Hast du das Sprechen verlernt bei diesen astarden oder was?!
Jesse: …kalt… ich.. ich kann nicht…
Sam (stöhnt auf und flüstert): War ja wieder klar… (ruft) WACHEN!

(Wachen erscheinen)

Sam: Badet ihn und zieht ihm wärmere Klamotten an.
(an Jesse gerichtet) Wenn du danach nicht redest, werde ich dich foltern bis du die Antworten ausschreist, verstanden?!

(Jesse nickt ängstlich und wird weggebracht.)

BLACK

Part 2

(Jesse sitzt angelehnt an der Wand; frisch geduscht und angezogen.
Sam tritt ein.)

Sam: Jetzt warm genug?
(Jesse nickt)
Dann los, erzähl was du weißt.
Jesse: Sa…
(Sam schaut Jesse drohend an)
Ich habe eine Frage.
Sam: Glaubst du, du bist in der Position für so was?
Jesse: Nicht wirklich, aber… (hält inne)
Sam: Was? Willst du etwa um Vergebung winseln? Weinen, dich an mich klammern und mich darum anflehen, dich zurück zu nehmen?
(Jesse antwortet nicht, senkt nur beschämt seinen Kopf)
Doch ich frage dich: Wie soll ich etwas zurücknehmen, was nicht mehr zu mir gehört?
(Jesse blickt verletzt auf)
Du bist eine Schande, Jesse. Was habe ich dir Jahrelang beigebracht?
Töte. Trinke, trinke vom Leben selber und habe keine Gnade dabei.
Und was machst du?
(Jesse senkt wieder seinen Kopf)
DU machst das genaue Gegenteil! Du machst Dinge, die gegen deine Natur gehen, du trinkst abartiges Gesindel und rettest die Kreaturen, an denen du dich ergötzen solltest!
(grinst) Aber diese eine Regel der Tainn hast du schließlich schon gebrochen, nicht wahr?
Jesse (schaut Sam verwundert an): Wie…?
Sam: Ich habe dich gesehen, als du dieses Mädchen getötet hast. In dem Moment habe ich wieder erkannt… was du einmal warst, hättest weiterhin sein können.
War es nicht schön? Deine Zähne ganz in ihren Hals zu vergraben, langsam zu fühlen, wie ihr Herz nach und nach aufgab, wie ihr Duft und ihr Geschmack alles in dir außer Kraft setzte? Das Töten ist der einzige Weg für uns, um ans Leben selber ranzukommen.
(Sam flüstert und ist ganz nah an Jesse; Jesse schaut Sam wie hypnotisiert an)
Doch dieses Gefühl ist dir verwehrt, nicht wahr? Du darfst es nicht…
(Sam legt sachte seine Hand auf Jesses Wange, streichelt sie; Jesse schließt die Augen und lehnt sich in Sams Hand)
Denn sie würden dich nicht verstehen… würden nicht verstehen, dass da etwas ist, was du brauchst, und egal was du tust, um es dir auszureden, es ist immer da, verfolgt dich überallhin, wie ein Gespenst, ungebunden an Zeit und Raum, quält deine Gedanken, schmerzt dich wie ein Brennen in der Brust, eine Flamme, die lodert und alles verschlingt was du bist, bis nur noch eine leere Hülle übrig ist…
(Sams und Jesses Gesichter berühren sich fast, beide haben die Augen geschlossen)
Bis…

(Die Tür schwingt auf und Sam weicht erschrocken zurück, geschockt darüber, wie weit er sich hat gehen lassen. Seraphim und Amber treten ein.)

Amber: Und? Schon was raus gefunden?
Sam (keucht): Nein, ich… ich bin kurz davor.
Seraphim: Lass den Jungen erstmal hier versauern. Die Sonne geht gleich auf.
Sam: Was? Schon?
Seraphim: Ja. Du solltest dich ausruhen.
Sam (fährt sich erschöpft übers Gesicht): Du hast Recht. Ich sollte gehen.
(Die Drei verlassen den Raum und lassen Jesse zurück; Sam blickt ihn noch einmal aufgewühlt an, bevor er die Tür endgültig hinter sich schließt.)

Jesse POV
Diese Nacht weinte ich mich selber in den Schlaf.
Fast hätten wir uns geküsst… Fast hätte ich seinen Geschmack, den Einzigen, den ich nie wieder von meinen Lippen bekommen würde, so süß wie der verbotene Apfel selber, wieder kosten können… Er hätte mich gelassen.
Doch der Moment ist vorbei und alles was bleibt, ist Asche, die sich um mein Herz wie ein Nebel voll Schmerz legt.
Und in dieser Nacht besuchte mich mein Gespenst, es lächelte und ließ mich wieder einmal den Begriff „süßer Schmerz“ Neudefinieren.

BLACK

Nur weil ich langsam erfrier
Find ich zu dir
Ich weiss genau, wo kein Mensch jemals war
Bin ich dir nah
Nur wo die Engel erfriern
Kann ich dich spürn
Erst wenn mein Blut in den Adern gefriert
Werd ich berührt
Ich hab die Hölle durchquert
Von deiner Kälte gezehrt
Und alle Hoffnung verlorn

Ich bin auf Kurs, zurück…
ZU DIR…
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