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von LadyAurora    erstellt: 02.05.2009    letztes Update: 25.03.2011    Geschichte, Drama, Romanze / P18    (fertiggestellt)
Hallo meine Lieben.
Wow... acht Reviews zum Prolog... ich bin stolz auf euch... und mich =P Vielen, vielen Dank.
Eigentlich hättet ihr das neue Kap erst morgen bekommen, doch da ich morgen leider arbeiten muss (kann die Quali nicht gucken) bekommt ihr das heute schon.
Ich wünsche euch viel Spaß und ich denke, dass ihr hier einiges zum Lachen bekommt... ich mag die Geschwisterbeziehung von Anni und Kimi *grinst*

LG eure Lady Aurora











Die perfekte Welle


17 Jahre später:

Die Sonne Melbournes schien unerbittlich vom Himmel herab und ließ das Wasser des pazifischen Ozeans unglaublich schön funkeln. Der Wind peitschte die See zu rauen Wellen auf, die geradezu dazu einluden auf ihnen zu reiten.
„Bist du sicher, dass du keinen Rückzieher machen willst?“, fragte ich an meinen Bruder gerichtet, der mit einem Surfbrett unter dem Arm neben mir stand.
„Was du kannst, kann ich schon lange.“, antwortete er großspurig und ich entscheid mich dazu ihm bei seinen ersten Versuchen auf einem Brett zuzusehen.
„Dann zeig mal was du kannst Kleiner.“, spornte ich ihn an und er warf mir einen Blick zu, der mich kichern ließ. „Wer ist denn hier der Ältere von uns Beiden huh?“, fragte er und reckte herausfordernd das Kinn in meine Richtung.
„Du, aber das heißt noch lange nicht, dass du größer bist als ich.“, neckte ich und stellte mich auf die Zehenspitzen um die zwei Zentimeter Größenunterschied wettzumachen. „Du mogelst Schwesterchen.“, flüsterte Kimi und gab mir einen Stoß, der mich rittlings in den weichen Sand beförderte.
„Das war unfair.“, rief ich Kimi hinterher, der sich auf den Weg ins Wasser gemacht hatte.
Entspannt stützte ich mich mit den Ellenbogen im Sand ab und sah meinen Bruder bei seinen sehr amüsanten, ersten Geh-, beziehungsweise Steh-, oder besser Fallversuchen auf einem Surfbrett zu.
Immer wieder ruderte er nach draußen um dann bei der nächsten Welle wieder an den Strand gespült zu werden oder vom Brett zu fallen. Ich lachte in mich hinein, es war seine Idee gewesen. Er wollte unbedingt das Surfen lernen und ich hatte mich als seine Physiotherapeutin großzügiger weise dazu bereit erklärt. Natürlich hatte ich mir vorher schon denken können, dass das Ganze so aussehen würde.
Er fand einfach keine Balance und fiel ein ums andere Mal ins salzige Meerwasser.
Grimmig drein schauend kam Kimi nach fast fünfzehn Minuten erfolglosen Versuchen zurück an den Strand gestapft. Erschöpft ließ er sich neben mir in den warmen Sand fallen.
„Das findest du witzig was?“, fragte er und sah mich herausfordernd an.
„Ein bisschen.“, ich unterdrückte ein Lachen und rückte meine Sonnenbrille zurecht.
„Eigentlich solltest du mir das doch beibringen und ich mich nicht zum Affen machen.“
„Der Mensch ist mit dem Affen verwandt, es besteht also kein wirklich großer Unterschied.“
Gewarnt spielend drohte er mir mit dem Finger. „Hey! Hast du mich gerade als Affen bezeichnet?“
„Und wenn es so wäre?“
„Dann kannst du schon mal dein letztes Gebet sprechen.“
„Ich habe noch nie gebetet.“, antwortete ich und sah meinen Bruder an. „Lecker.“
„Lecker?“, echote er fragend und ich wies auf seine Beine, an denen der feine Sand des Strandes klebte. „Sieht aus wie ein Wiener Schnitzel.“, hastig sprang ich auf und sah meinen Bruder an. „Fehlt nur noch die Zitrone.“
„Ich geb dir gleich Zitrone.“, fluchte Kimi und sah mich herausfordernd an. „Okay, Vorschlag zur außergerichtlichen Einigung.“, schlug er vor und ich nickte als Zustimmung. „Du zeigst mir wie gut du surfen kannst und wenn du innerhalb von fünfzehn Minuten nicht vom Brett gefallen bist, dann bekommst du heute Abend dein Schnitzel.“
„Du würdest für mich dein Bein opfern und ein Schnitzel draus machen?“, fragte ich mit dem Schalk im Nacken. Es machte einfach viel zu viel Spaß meinen Bruder auf die Schippe zu nehmen.
Kimi murmelte etwas Unverständliches vor sich hin, bevor er mich wegschickte. „Sieh zu dass du Land gewinnst.“
„Ich dachte ich sollte ins Wasser.“, konterte ich gekonnt und schmunzelte ihn an. Kimi verdrehte genervt die Augen. „Verschwinde!“
Ich hob abwehrend die Hände. „Ich hab dich auch lieb.“, antwortete ich und schnappte mir das Brett um mich in die Brandung zu stürzen.
Schon als kleines Kind fand ich es faszinierend wie man mit einem einfachen Brett und dem Verlagern seines eigenen Körpergewichtes die Wellen beherrschen und reiten konnte.
Als ich noch in Finnland bei meiner Familie gelebt hatte, hatte ich nie die Gelegenheit dazu gehabt das Surfen zu lernen. Als ich dann eine Stelle an der Universität in Sydney bekommen hatte, hatte ich somit auch endlich die Gelegenheit das Surfen zu lernen.
Seit meinem letzten Besuch in Australien waren schon einige Jahre vergangen und somit auch seit ich das letzte Mal auf einem Brett gestanden hatte, doch das war wie Fahrradfahren, das verlernte man nie.
Das Wasser umspülte meine Knöchel und ich watete tiefer in das Wasser, welches immer weiter an meinem schlanken Körper empor kroch. Schließlich reichte es mir bis zu den Oberschenkeln und ich legte mich auf das Brett um weiter hinaus in offene Meer zu paddeln.
Nach Abschluss meines Studiums war ich zurück nach Finnland gezogen, obwohl ich mich in Australien wirklich wohl und auch zuhause gefühlt hatte.
Der Grund dazu war das Angebot von Kimis Physio Marc. Er hatte mir angeboten in seiner Praxis als Masseurin und Physiotherapeutin zu arbeiten. Das hatte ich unmöglich ausschlagen können, obwohl es nicht wirklich die Erfüllung meiner Träume war.
Nach Ablauf der Formel 1 Saison 2007 hatte Marc mir dann offenbart, dass er den Job bei Kimi nicht mehr machen würde, es war ihm einfach zu stressig und er wollte sich mehr um seine Praxis kümmern. Irgendwie konnte ich ihn ja verstehen und trotzdem war ich geschockt. Marc war schon beinahe ein Teil der Familie gewesen und er und Kimi waren mehr als nur Arbeitskollegen, sie waren Freunde.
Einige Tage darauf hatte Kimi mich dann gefragt ob ich den Job machen wollte und ich war begeistert. Ich war ein Mensch der Action in seinem Leben brauchte und die Welt sehen wollte. Da unterschied ich mich nicht von meinen beiden Brüdern, die beide leidenschaftliche Rennfahrer waren und auf die ich unendlich stolz war. Vor allem aber auf Kimi, nachdem er letztes Jahr den Weltmeistertitel der Formel 1 gewonnen hatte.
Es war ein guter Einstieg direkt als Physio des amtierenden Weltmeisters anzufangen, auch wenn dieser mein Bruder war. Nun ja, Beziehungen musste man haben.
Mein Blick richtete sich auf das Meer und ich machte eine gute Welle aus. Ich wartete bis sie mich mit sich in Richtung Strand trug und hievte mich dann auf das Brett nach oben um zum Stehen zu kommen.
Die Welle war perfekt und trug mich wieder zum Strand hin, ich war bis jetzt noch nicht einmal runtergefallen und kam so meinem spendierten Schnitzel immer näher. Ich warf einen Blick an den Strand und sah, dass Kimi nicht mehr alleine war. Ich konnte jedoch nicht erkennen wer sich da gerade mit ihm unterhielt, da ich viel zu weit entfernt war und der Mann mit dem Rücken zu mir stand.
Neugierig wie ich war schlenderte ich zurück durch den Sand.
„Das waren aber nur zehn Minuten.“, empfing mich mein Bruder nach einem prüfenden Blick auf seine Uhr, doch ich ignorierte ihn gekonnt.
„Lass dich von ihm nicht auf die Schippe nehmen, Anni.“, meinte dann der junge Fremde, der eigentlich gar kein Fremder war.
„Darin habe ich nach fünfundzwanzig Jahren als seine Schwester auch genug Erfahrung gesammelt. Glaub mir das Heikki.“, scherzte ich und fügte noch richtigkeitshalber hinzu. „Allerdings heiße ich für dich immer noch Iina.“, damit schloss ich unseren langjährigen Freund und Arbeitskollegen in die Arme.
„Ja ja, ich weiß… Iina oder soll ich besser Anniina sagen?“
„Wag es ja nicht.“, drohte ich ihm mit erhobenem Zeigefinger und schubste ihn von mir.
Kimi beschirmte seine Augen mit der Hand und blickte vom Boden zu uns auf. „Du weißt schon, dass du dein Schnitzel heute Abend nicht bekommst, oder?“
„Was für ein Schnitzel?“, fragte Heikki und sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. „Habe ich etwas nicht mitbekommen?“
„Das war eine Wette.“, erklärte ich und ließ es zu, dass Heikki seinen Arm um meine Taille legte. „Kimi meinte ich würde es nicht schaffen fünfzehn Minuten zu surfen ohne vom Brett zu fallen.“
„Genau und sie hat nur zehn Minuten geschafft.“, fügte mein großer Bruder hinzu und streckte mir die Zunge raus. „Aber ich habe wenigstens zehn Minuten geschafft ohne dabei auszusehen wie der erste Mensch der je auf einem solchen Brett gestanden hat.“, meinte ich und schmunzelte. „Obwohl Mensch noch untertrieben ist. Affe kommt eher hin.“
Heikki kicherte in sich hinein und fragte leise. „So schlimm?“
„Schlimmer.“, antwortete ich theatralisch und rammte das Surfbrett in den feinen Sandstrand.
„Das ist wirklich sehr witzig!“, moserte Kimi am Boden und Heikki sah ihn von oben herab an. „Vorsicht da unten auf den billigen Plätzen.“
„Hey.“, Kimi zeigte mit dem Finger auf Heikki. „Pass auf was du sagst. Ich bin immerhin der Weltmeister.“
„Jetzt geht das wieder los.“, grummelte ich und ließ mich neben Kimi in den Sand fallen.
Heikki setzte sich neben mich und sah mich vielsagend an. „Kommt jetzt wieder der Höhenflug?“
Ich lehnte mich zurück, zog mir meine Sonnenbrille auf die Nase und nickte nur zur Bestätigung. „Du hättest ihn kurz nach Brasilien erleben sollen.“, erzählte ich scherzhaft. „Ich habe ihn von seinem hohen Ross beinahe nicht mehr runter bekommen.“
„HALLO!“, beschwerte sich dann Kimi. „Ich sitze neben euch falls es jemanden interessiert.“ „Das sehe ich, ich bin ja nicht blind und taub.“, antwortete ich gelassen und handelte mir einen Knuff in die Seite ein.
„Au! Das hat weh getan!“, ich wandte mich an Heikki. „Er hat mich geschlagen.“
Heikki zuckte die Achseln. „Das ist dein Problem.“
„Na fantastisch. Ich werde hier misshandelt und du machst nichts.“
Heikki grinste mich an. „Ich will es mir mit meinem neuen Teamkollegen ja nicht verscherzen.“
„Wo er recht hat, hat er recht.“, stimmte Kimi zu und sah über mich hinweg zu Heikki. „Lass dich von ihr nicht um den Finger wickeln.“
„Ich heiße ja nicht Kimi Räikkönen.“, antwortete Heikki und ich musste kichern, bevor ich richtig feststellte. „Und du bist auch nicht mein Bruder Heikki.“
„Stimmt auffallend.“, antwortete er und sah mir in die Augen. Immer wenn er mich so ansah wie gerade, wenn seine Augen praktisch in meinen schokoladenbraunen versanken, dann wusste ich nicht was ich davon halten sollte, wie ich diesen Blick deuten sollte. Ich wich ihm aus und malte Kreise in den Sand des Strandes. „Freust du dich auf deine erste Saison bei Ferrari?“, lenkte ich ab, was mir auch gelang, denn Heikkis Blick glitt von mir und er sah hinaus auf das blaue Meer. „Und wie, ich kann dir gar nicht sagen wie baff ich war, als ich das Angebot von di Montezemolo bekommen habe.“, sein Blick schweifte zu zwei Joggern die sich durch den Sand kämpften. „Ich frage mich immer noch warum Felipe zu Mercedes gewechselt ist.“, sinnierte Heikki vor sich hin.
„Das fragen sich so einige.“, meinte ich. „Wahrscheinlich des Geldes wegen oder aber er hatte Stress mit Montezemolo.“, antwortete ich. „Aber weißt du was?“, fuhr ich fort. „Es ist mir egal. Ich bin nur froh, dass du jetzt hier bist. Das wird eine lustige Saison.“
„Das denke ich auch.“, sagte Heikki und warf einen Blick zu Kimi, der unser Gespräch gar nicht verfolgt hatte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich schon in meiner dritten Saison für Ferrari fahren würde. Das ist eine riesen Chance und ich werde sie mit Sicherheit nicht vermasseln. Es war schon immer mein Traum für die Scuderia zu fahren.“, meinte Heikki dann und legte erneut seinen Arm um meine Schultern.
„Ich denke das ist der Traum eines jeden Formel 1 Rennfahrers.“, stellte ich fest und lächelte den jungen Finnen neben mir an.
„Genau und deswegen verstehe ich nicht warum Felipe das wegwirft. Ich meine, gut,  Mercedes ist auch eine Hausnummer, aber irgendwie sind sie die verdammten Zweiten.“
„Stimmt.“, bestätigte auch Kimi, der uns doch zugehört hatte.
Ich grinste. „Und ich dachte schon der alte Mann wäre eingeschlafen.“
„Wie denn wenn ihr so laut redet?“, konterte er und setzte bei seinem vorigen Satz wieder an. „Ron ist einfach zu perfekt. Er will alles immer hundertprozentig machen und merkt dabei gar nicht, dass das niemals gehen wird. Im Rennsport kannst du nie einhundert Prozent geben, weil es immer irgendwas gibt, was man verbessern kann. Man bleibt praktisch auf den neunundneunzig stehen.“, meinte Kimi. „Aber Ferrari hat es irgendwie geschafft auf neunundneunzig Komma neun zu kommen und das verdient Respekt. Ich meine, ich bin fünf Jahre mit McLaren um die WM gefahren und bin zweimal Vizeweltmeister geworden, aber für den Sprung nach ganz oben hat es nie gereicht. Mit Ferrari hat es im ersten Jahr geklappt. Gut es hat viel Glück dazu gehört, aber genau das sind die null Komma neun Prozent die Ferrari immer voraus sein wird.“ „Amen.“, lachte ich und Heikki stimmte mit ein. „Der Philosoph hat gesprochen.“, applaudierte er.
„Super Rede, wirklich.“, ich konnte es einfach nicht lassen.
„Aber du hast schon recht Kimi.“, stimmte Heikki dann zu. „Das habe ich bei den Testfahrten schon gemerkt. Hier wird anders gearbeitet als bei McLaren, wesentlich akribischer, aber die Stimmung ist wie in einer großen Familie, nicht so unterkühl und sachlich wie bei McLaren.“, er lehnte sich zurück und schloss genüsslich die Augen um die Sonne zu genießen.
„Heikki, was machst du morgen?“, fragte ich und sah ihn an, er zog eines seiner Augenlider hoch und linste mich an. „Warum fragst du?“
Ich zuckte die Achseln. „Nun ja.“, ich sah Kimi an, der neben mir saß und ein breites Grinsen auf den Lippen hatte. „Eine ehemalige Studienfreundin aus Sydney kommt nach Melbourne und wir wollen einen Ausflug mit einer gemieteten Yacht machen.“
„Klingt verlockend.“, meinte Heikki. „Und was hat das mit mir zu tun?“, wollte er wissen und ich wusste genau, dass er wusste, dass ich wollte, dass er mitkam. „Heikki!“, moserte ich und zog einen Schmollmund von dem ich wusste, dass er ihm nicht wiederstehen konnte. „Kommst du mit?“, bettelte ich und schmachtete ihn mit meinen Bambiaugen an.
Heikki wies auf mich. „Kimi, kannst du mir sagen, wie du das aushältst?“, fragte er dann meinen Bruder, doch der lachte nur. „Dagegen wirst du immun mit der Zeit. Als sie noch klein war, war das viel schlimmer. Noch heute wickelt sie unseren Vater um den Finger, wie ein Boa sich um ihre Beute.“
„Dafür habe ich auch lange geübt.“, meinte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. „Was ist nun? Kommst du mit? Sienna würde sich bestimmt freuen und Platz haben wir auch genug, das ist eine riesen Yacht.“
„Dir kann ich ja sowieso nichts abschlagen.“, schnaufte Heikki und grinste. „Außerdem ist es ja nicht so, als ob ich keine Lust hätte.“
„Warum wusste ich das?“, murrte ich, stand auf und baute mich mit in die Hüften gestemmten Händen vor Kimi auf. „Was ist denn nun mit meinem Schnitzel? Ich habe Hunger.“
„Und ich sagte, dass du keines bekommst.“, antwortete er todernst und sah mich von unter herauf an. „Du hast es versprochen… das bekommst du zurück!“, drohte ich. „Dafür werde ich dich foltern!“, damit schnappte ich mir das Brett und wanderte über den Strand zurück zu unserem Leihwagen.
„Ich glaube das wirst du bereuen.“, hörte ich Heikki noch sagen und Kimi antwortete leicht genervt. „Das glaube ich allerdings auch."





Das nächste Kapitel wird den Namen: "Kalt und Heiß" tragen und am 16/05/2009 online gestellt, wenn nichts dazwischen kommt =P
Bis dahin eure LadyAurora
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