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von Youmu the Halfghost
erstellt: 08.04.2009
letztes Update: 25.04.2009
Geschichte, Abenteuer / P18
(abgebrochen)
Ich hab mich mal an eine MGS FF versucht.
Ich habe den 4. Teil durchgezockt und gemerkt, dass jede der BB Corps ein schlimmes Geschehnis erlebte, was aus ihnen diese Biester gemacht.
Daher habe ich mir gedacht, ich schreib diese Ereignisse aus der Sicht der vier Soldatinnen.
Also dann, hoffe, einigen gefällt es. Hier jetzt das erste Mitglied und damit die erste Geschichte.
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Kapitel 1: Laughing Octopus
“Guten Morgen, mein Kind. Na, möchtest du mal unseren gebratenen Kraken probieren. Ein Prachtexemplar! Heute erst gefangen.”
“Hört sich lecker an. Ja, ich nehme mal welche. Vielen Dank”, antworte ich Eric, der Verkäufer meines Lieblingsstandes. Er hat immer den besten und frischesten Fisch im ganzen Dorf. Krake ist seine Spezialität. Ich und meine Familie essen sehr gerne seine Ware.
Ich bezahle den angemessenen Preis und nehme die Tüte mit der gebratenen Krake an mich. Ich bedanke mich noch mal herzlich und gehe weiter.
So ein Spaziergang durch das Dorf tut richtig gut. Mit Freuden atme ich die frische Luft ein. Eine sanfte Brise weht mir um die Nase.
Ach ja, ich wüsste keinen Ort an dem ich lieber leben würde. Mein Dorf liegt in Skandinavien und ist recht klein, aber hier lässt sich es am Besten hausen, finde ich. Ich lebe hier schon seit meiner Geburt. Das Dorf wird auch “Teufelsdorf” genannt. Warum man dem kleinen Fleckchen Land so einen Namen gibt, weiß ich nicht so genau. Ich glaub niemand weiß das wirklich.
Aber eigentlich ist das Dorf wegen der Kraken so berühmt. Weit und breit ist das der einzige Ort, in dem Krake die Hauptspeise ist.
Ja, mir geht’s gut. Und bald bin ich 15 Jahre alt. Ich bin schon ganz gespannt, was sich mein Vater diesmal als Geburtstagsgeschenk für mich einfallen lässt. Er überlegt sich immer etwas ganz Tolles für mich. Letztes Jahr war es eine kleine Expedition durch die tiefen Wälder Skandinaviens. Vorletztes Jahr hat er mir beigebracht, wie man wilde Hirsche am Besten zähmen kann. Er ist ein toller und begabter Mann und ich bin stolz drauf, seine Tochter zu sein.
Ob ich jetzt schon nach Hause gehen sollte?
Hm … nö, ich gehe noch erstmal zu meinem Lieblingsplatz. Da war ich heute noch gar nicht.
Schnell laufe ich rüber zu den Klippen am Rande des Dorfes. Dort bleibe ich auch stehen.
Heute ist wirklich strahlendes Wetter. Blauer Himmel mit schneeweißen Wolken. Auch wenn es noch viel zu kühl ist, um meine Jacke auszuziehen, ist es ein fantastischer Tag.
Ein etwas stärkerer Wind weht mir entgegen. Genau deswegen habe ich die Klippen zu meinem Lieblingsplatz auserkoren. Hier oben ist der Wind um einiges stärker als im Dorf. Ich liebe es, wenn er mir entgegen bläst und meine weißen, kurz geschnittenen Haare in Bewegung bringt.
Ich lass mich einfach ins Gras fallen.
Ich glaub, es gibt nichts, was mit diesen Tag vermiesen könnte.
Völlig entspannt schließe ich meine Augen und beginne vor mich hin zu dösen.
Erst durch irgendeinen Lärm werde ich aus meinen Träumen gerissen.
Was ist das? Das hört sich an, als ob jemand schreien würde.
Vielleicht hat jemand zu spät gemerkt, dass der gefangene Krake nicht richtig tot ist. Über diesen Gedanken muss ich kichern. Das muss sicher zum Brüllen komisch aussehen.
Aber diese Vermutung wird schnell über Bord geworfen, weil ich wieder Schreie höre. Schmerzensschreie. Zudem höre ich Jubelrufe. Was geht denn bitte im Dorf vor? Langsam mache ich mir Sorgen …
Ich stehe hastig auf, nehme meine Tüte und laufe zum Dorf.
Was ich da sehe lässt mich förmlich erbleichen. Mein Gesicht müsste jetzt so weiß wie meine Haare sein. Alle Häuser stehen in Flammen, hier und da liegen tote Menschen, an den Wänden klebt gespritztes Blut, überall riecht es nach verbranntem Fleisch.
Ein Bild des Grauens. Vor wenigen Minuten war noch alles so schön friedlich und jetzt? Nichts mehr ist davon übrig. Nur Tod. Bei dem Anblick wird mir schlecht …
“Hey, sehr mal! Da ist noch eine! Schnappen wir sie uns!”, höre ich eine unbekannte Männerstimme sagen. Mein Blick wendet sich zu der Richtung, aus der die Stimme kommt.
Jemand mit einem langen Messer, an dem noch Blut klebt. Er starrt direkt zu mir und läuft auf mich zu. Da realisiere ich, dass er mit dieser Aussage von vorhin, mich damit gemeint hat. Von Panik gefangen laufe ich ganz schnell weg, zurück zu den Klippen. Das ist bloß ein Traum, ein böser Traum! Und gleich werde ich aufwachen!
Nur leider ist das kein Traum, wie ich feststellen muss …
Da kommt mir ein Gedanke! Meine Eltern! Meine Familie! Hoffentlich ist ihnen nichts passiert. Ich muss zurück. Aber ich habe Angst, dass ich auf dem Weg einen von diesen Männern begegnen könnte.
Also beschließe ich um das Dorf herum zu laufen. Mein Haus liegt auf der anderen Seite am Rand. So schnell wie ich nur kann renne ich. Ich kriege schnell vom Rennen Seitenstechen, aber das hält mich nicht auf, weiterzulaufen. Ich darf keine Zeit verlieren!
Als ich die Hälfte des Weges geschafft habe, höre ich einen Schmerzensschrei und ich bleibe abrupt stehen. Direkt vor meine Füße fällt etwas vom Dach eines neben mir stehenden Hauses auf den Boden, oder besser gesagt jemand.
Geschockt von der Erkenntnis, um wen es sich hierbei handelt, stoße ich einen hallenden Schrei voller Entsetzen aus.
Es ist Eric! Der Eric, bei dem ich heute noch mit Fröhlichkeit den gebratenen Kraken in der Tüte gekauft habe. Und jetzt ist er tot. Sein ganzer Körper ist versehen mit Stichen, aus dem Blut fließt. Zudem fehlt ihm auch noch eine Hand. Man hat ihm die Hand abgeschnitten! Wie können sie nur so grausam sein?
Es bilden sich Tränen in meinen Augen, die sofort über meine Wangen fließen.
Warum, warum tun sie so was Schreckliches? Wieso nur?
Bevor ich meinen Weg fortsetze und weiterlaufe, lasse ich schnell ein Stoßgebet zu Gott senden, dass meiner Familie nichts passiert ist.
Geschafft, jetzt stehe ich vor meinem Haus. Zum Ausruhen bleibt mir keine Zeit. Sofort reiße ich die Tür auf und rufe mit verzweifelter Stimme: “Mutter! Vater! Großvater! Wo seid ihr?!”
Keine Antwort. Zudem wurde das ganze Haus vollkommen verwüstet. Glasscherben liegen auf dem Boden, in den Wänden sind Einschlaglöcher, Schlamm, Wasser und Blut auf dem Boden.
Oh nein, bitte nicht … Bitte nicht, nein …
Ich bin zu spät …
Plötzlich höre ich ein Poltern. Es kommt aus dem Wohnzimmer. Ich stürme auf der Stelle dorthin. Da sind sie!
Auf dem Boden, an der Wand gelehnt, sitzen meine Eltern, mein Großvater und alle meine Freunde. Sie sind gefesselt, sie haben schlimme Fleischwunden und sie bluten ununterbrochen.
Aber was eine Erleichterung für mich ist, sie leben noch!
Gott sei Dank!
Ich muss ihnen helfen. Ich will sofort zu ihnen gehen, aber Vater schaut auf und ruft mir zu: “Pass auf! Hinter dir!”
Ich halt inne und will mich umdrehen. Aber da werde ich schon von hinten angegriffen. Ein scharfes Messer wird mir brutal und ohne Vorwarnung in die Schulter gerammt. Zudem will der Angreifer versuchen, das Messer zu drehen, während es noch in meinem Körper steckt.
Ich stoße einen gequälten Schmerzensschrei aus. Tränen laufen mir übers Gesicht. Diesmal weine ich aber vor dieser höllischen Pein. Das Messer wird mir aus der Schulter gezogen und ich sacke zu Boden. Der Mann liebt es wohl, mich leiden zu sehen. Während ich blutend da liege, tritt er mir mehrmals in die Magengegend.
Nach wenigen Tritten schon habe ich diesen eisernen Geschmack im Mund und direkt danach spucke ich Blut.
“Das reicht! Hör auf!”, höre ich jemanden ganz ruhig sagen. Der Angreifer stoppt auch tatsächlich. Ich versuch mich wieder aufzustellen, aber das will mir nicht so wirklich gelingen. Meine Schulter brennt von innen wie Feuer.
Nach weiteren vergeblichen Versuchen, stellt sich jemand vor mich. Ich schaue auf. Ein Mann mit einer schwarzen Skimaske.
“Möchtest du am Leben bleiben?”, fragt mich dieser. Das ist die gleiche Stimme, die dem Angreifer befohlen hat, mich zu treten.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Mir tut alles weh. Er wiederholt seine Frage: “Noch mal, willst du am Leben bleiben?” Diesmal nicke ich benommen.
“Schön, wenn dem so ist”, beginnt er weiter zu reden, “musst du dafür allerdings tun, was wir dir befehlen, verstanden?” “Ja, an deiner Stelle würde ich das lieber machen, sonst endest du genau, wie derjenige, dem dieses reizende Händchen hier gehört”, kommentiert mein Angreifer und wedelt mit einer abgetrennten Hand vor mein Gesicht. Aber nicht irgendeine Hand. Erics Hand. Diese Monster …
Versuchend meine Tränen zu unterdrücken, stimme ich ihrer Forderung zu.
Ich will nicht auch sterben …
Der Mann mit der Maske, anscheinend ist das ihr Anführer, hilft mir wieder auf die Beine zu kommen. Danach holt er sich ein Messer, eins, was noch völlig unbenutzt und sauber aussieht, und drückt es mir in die Hände. Danach sieht er zu meiner Familie, die immer noch gefesselt auf dem Boden sitzen und dann wieder zu mir. Mit einer mehr als widerlichen Stimme gibt er mir meinen ersten Befehl: “Jetzt, töte diese Leute auf dem Boden!”
Geschockt weiten sich meine Augen. Was?! Wie kann er das von mir verlangen?! Ich will das nicht! Verzweifelt schüttle ich heftig mit dem Kopf. “Du willst nicht?”, fragt er mich und zückt ein kleines Taschenmesser aus seiner Hosentasche. Die Klinge hält er mir ganz nah an meine Kehle. Mir stockt der Atem, Kalter Angstschweiß benässt meine Haut.
Ich halt es nicht mehr aus …
Mit langsamen Schritten gehe ich rüber zu den Menschen, die mir so viel bedeuten.
“Ach ja, noch etwas!”, ruft mir der Anführer noch zu, “ich will, dass du dabei lachst! Lache über den Schmerz dieser Leute! Ich will das Heulen des Teufels aus deiner Kehle hören!”
Ich soll lachen, während ich meine Familie und Freunde umbringe …
Eins steht fest, er ist der Schlimmste von allen. Aber ich habe keine Wahl, wenn ich mich nicht seinem Willen beuge, bin ich auch tot.
Ich stehe jetzt direkt vor meinem Vater. Ich flüstere ihm ein leises “Vergib mir bitte” zu, bevor ich ihn am Arm packe und ihn zum Aufstehen zwinge. Ich hol mit dem Messer in meiner Hand aus und lasse meinen Mund langsam zu einem Lächeln wandeln. Ein künstliches Kichern entflieht mir, was sich nach und nach, immer mehr in ein bösartiges Lachen steigert. Nach meinem ersten Lachen schlage ich zu!
Ich habe meinem Vater das Messer in die Brust gerammt und dabei gelacht.
Nach und nach bringe ich auch alle anderen, die mir so viel bedeuten auf diese Weise um. Ihr Blut spritzt mir entgegen. Mein Lachen verstummt nicht, als ob mir das Ganze Spaß macht.
Nach jedem Hieb, brüllt der Mann mit der Skimaske: “Ja, Kind des Teufels, weiter!”
Nachdem alle abgestochen sind von mir, tritt der Anführer neben mich und meint: “Das hast du gut gemacht! Braves Mädchen.”
Über seine Aussage lache ich nur als Antwort. Nach einiger Zeit des Schweigens sagt er dann: “Dein nächster Befehl, Kind des Teufels. Ich will die Körper in Stücken sehen!”
Ich begreife schnell, was er damit meint.
Ich nehme das Messer und zerstückle alle Leichen, immer noch lachend.
Es tut weh, es tut so weh, ihnen das antun zu müssen … und darüber auch noch schamlos zu lachen.
Nach vollenden meines Werkes befiehlt der Anführer mir zum Abschluss, im Blut meiner Lieben zu baden.
Ich gehorch aufs Wort. Lachend lass ich all das Blut über meinen Körper fließen. Dabei stelle ich fest, wie sich die Farbe des Blutes ändert. Von Rot zu Schwarz. Es wirkt auf mich nicht mehr wie das Blut meiner Familie und Freunde, sondern wie Tinte. Tinte eines Kraken.
Ich werde nie wieder aufhören können zu lachen. Dieses Trauma wird mich auf ewig verfolgen.
Dieses Ereignis hat mich zu dem gemacht, was ich jetzt bin.
Eine Krake, die über das Leid und den Schmerz anderer Leute lacht.
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