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von fluffy cloud    erstellt: 03.04.2009    letztes Update: 01.06.2009    Geschichte, Romanze / P16    (fertiggestellt)
Pairing/Charas: Renesmee/Jacob
                         Bella, Emmett
Rating: P16
Disclaimer: Mir gehört wie immer nur die Handlung…
Stephenie Meyer: Wäre viel lieber wie Paris Hilton geworden.
Kommentar: Dieses Kapitel widme ich Lena, weil sie die nerven hat mit mir Shoppen zu gehen ;).
Tut mir wirklich aufrichtig leid, dass ich mit dem Kapitel so lange gewartet habe. Ich schäme mich zutiefst dafür. Aber irgendwie lief’s mit der Inspiration nicht so toll. Ich hoffe es gefällt euch trotzdem =)


- SEIFENBLASENTRÄUME -  


Kapitel 2 – Ansichtssache


Am nächsten Morgen kam Nessie der Ausflug mit Jacob wie ein Traum vor. Vielleicht lag es daran, dass sie so wenig geschlafen hatte, weil sie noch lange überlegt hatte, ob sie nicht ein wenig unfair zu Jacob gewesen war. Als sie endlich zu dem Schluss gekommen war, dass Jacob ihr das verzeihen würde, war es schon fast Morgen. Als Halbvampir brauchte Nessie, genauso wie Menschen auch, Schlaf und davon hatte sie in der letzten Nacht definitiv zu wenig bekommen. Am liebsten hätte Nessie sich noch einmal umgedreht und weitergeschlafen, doch heute war der Mutter-Tochter-Tag und Bella wollte mit ihr erst ins Kino und dann etwas essen gehen. Der Mutter-Tochter-Tag war Bellas Idee gewesen. Sie hatte ihn eingeführt, weil Nessie kaum noch Zeit mit ihrer Familie verbrachte, sondern nur noch mit Jacob und ihren Freunden. Seitdem verbrachte Nessie alle zwei Wochen einen ganzen Tag mit ihrer Mutter. Missmutig erhob sie sich aus ihrem Bett und ging ins Bad, um sich zu duschen.

Als sie sich nach dem Duschen abtrocknete, fiel ihr Blick auf ihr Spiegelbild.
„Sehe ich überhaupt gut genug aus? Wird Jacob mich attraktiv finden? Was ist, wenn ihm meine Brüste zu klein sind? Oder meine Oberschenkel zu dick?“, schoss es ihr durch den Kopf.
Sie betrachtete ihren Körper eingehend. Keine einzige Narbe, noch nicht einmal ein Muttermal, hatte ihr makelloser Körper. Sie hatte die perfekten Modelmaße und an ihrem Körper war kein Gramm Fett zu viel.
Wenn sie überlegte, konnte sie sich nicht daran erinnern, dass Jacob ihr je gesagt hatte, dass er sie hübsch fand. Bis jetzt war es ihr auch nie wichtig gewesen, aber wenn sie doch irgendwann miteinander schlafen wollten, musste er sie doch auch hübsch finden.
„Eventuell ist der Tag heute doch zu etwas zu gebrauchen. Ich glaube, es ist Zeit mit Mum zu reden.“, beschloss sie.


Nessie hatte beschlossen beim Essen mit ihrer Mutter zu sprechen. Der Film hatte Nessie wieder zum Grübeln gebracht. Es war ein Liebesfilm und die Protagonistin war wunderschön und leider, wie sollte es auch anders sein, mindestens 1,80 Meter groß.
Auf dem Weg zu ihrem Lieblingsitaliener versuchte Nessie vorsichtig, das Thema Beziehungen und Liebe anzuschneiden.

„Wie fandst du eigentlich den Film?“, fragte sie.
„Naja, ich finde in den Liebesfilmen heutzutage geht es meist nur noch um Sex. Die Liebe auf einer höheren, geistigen Ebene ist nicht wichtig und wahre Liebe existiert schon fast nicht mehr.“, meinte Bella.
„Naja, aber Sex ist doch auch wichtig in einer Beziehung. Ich habe gelesen, dass eine Beziehung ohne Sex nicht funktionieren kann.“, erwiderte Nessie.
„Das dachte ich früher auch, aber durch die Beziehung zu Edward ist mir klar geworden, dass man sich erst so bedingungslos lieben sollte, dass man alles für den anderen aufgeben würde, bevor man miteinander schläft.“, entgegnete ihre Mutter, „ Aber seit wann interessiert dich so etwas?“
„Ach weißt du, ich bin jetzt schon fast ein Jahr mit Jacob zusammen und der Kinofilm hat mich ein bisschen zum Nachdenken gebracht.“
Bella erwiderte nichts darauf und Nessie dachte, dass das Thema damit für sie vorläufig jetzt abgeschlossen war.

Im Restaurant kam Bella, während sie auf Nessies Pizza warteten,  noch einmal auf das Gespräch zurück.
„Hat Jacob Andeutungen gemacht, dass er mit dir schlafen möchte? Bei ihm musst du dir keine Sorgen machen. Er ist auf dich geprägt und er ist seit deiner Geburt immer für dich da gewesen. Aber ich würde mit dem Sex bis nach der Hochzeit warten.“
Nessie verschluckte sich an ihrer Cola und musste husten. Entsetzt starrte sie ihre Mutter an.
„Hochzeit? Welche Hochzeit?“
„Naja, ihr seid für einander bestimmt. Ich dachte ihr hättet vielleicht vor zu heiraten.“, sagte Bella mit einem vielsagenden Lächeln.
Nessie sprang auf:„Wie kommst du denn darauf?? Wir sind doch noch gar nicht lange genug zusammen. Und dass Jacob auf mich geprägt ist, ist noch lange keine Garantie dafür, dass unsere Beziehung stark genug für eine Ehe ist. Abgesehen davon werden wir, bestimmt nicht erst nachdem wir geheiratet haben, miteinander schlafen!“.

Einige Leute im Restaurant drehten sich nach ihr um. Peinlich berührt setzte sie sich wieder.
Bella zog eine Augenbraue hoch und sah ihre Tochter amüsiert an. Fürs erste wäre es wohl besser das Thema ruhen zu lassen.


Aufgebracht lief Nessie in den Wald. Nicht um zu jagen, sondern um sich abzureagieren und einfach etwas Zeit für sich zu haben. Bellas Worte gingen ihr nicht aus dem Kopf. Sie hatte sie immer für eine ziemlich coole Mutter gehalten und solch konservative Ansichten zum Thema Sex hatte sie ihr nicht zugetraut. Sie sollte Jacob erst heiraten, bevor sie mit ihm schlief? Es mochte ja sein, dass das im Fall ihrer Eltern geklappt hatte, aber Nessies und Jacobs Beziehung war anders.
Bellas und Edwards Beziehung war so besonders, weil er ein Vampir und sie ein Mensch gewesen war. Sie wirkten auf den jeweils anderen so anziehend, dass klar war, dass  auch nach einer Heirat nichts schief gehen würde.
Doch Jacob und Nessie waren beide übernatürliche Wesen und somit war ihre Beziehung auf irgendeine Art wiederum normal.
Dass Edward so dachte, konnte Nessie noch nachvollziehen. Er war in einer anderen Zeit aufgewachsen, in der diese altmodische Einstellung normal gewesen war. Aber sie hätte nie gedacht, dass Bella Edwards Vorstellungen so angenommen hatte.

„Ich kann und will Mom nicht verstehen.“, dachte Nessie verbittert.
„Wenn Mom und Dad so denken, na gut. Aber ich werde es anders machen als sie. Ich bin in einer anderen Zeit groß geworden. Ich liebe Jake, aber ich möchte erst wissen, ob es mit uns in allen Lebenslagen funktioniert, bevor ich ihn heirate. Dazu gehört auch, dass ich mit ihm schlafen werde. Egal ob das Mom und Dad in den Kram passt. Und ich bin ihnen zu nichts verpflichtet, also können sie auch nicht enttäuscht von mir sein. Aber ich möchte mit irgendwem darüber reden. Alleine um abzuklären, ob irgendwelche Risiken bestehen und wie wir die Verhütung regeln sollen. Nur mit wem?“

Nessie hielt an und ließ sich auf einen halb vermoderten Baumstumpf fallen. Für eine halbe Stunde, vielleicht auch länger – sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren – saß sie regungslos da und grübelte vor sich hin…

…Bis jemand sie aus ihren Gedanken aufschreckte, mit dem sie nicht gerechnet hatte.
„Na, was macht meine kleine Prinzessin hier denn so ganz alleine?“, drang Emmetts tiefe Stimme an ihr Ohr. Überrascht sah sie hoch. Emmett stand an den nächsten Baum gelehnt und betrachtete sie amüsiert.
„Ich denke nach.“, murmelte Nessie.
„Ich darf mich doch setzen?“, fragte Emmett und ließ sich ohne eine Antwort abzuwarten zu ihren Füßen nieder.
„Was bedrückt dich denn? Und jetzt sag nicht, dass alles in Ordnung ist. Man hört deine Gedanken noch vier Meilen entfernt!“, meinte er.
„Haha!“, machte Nessie genervt.
„Och, jetzt sei doch nicht so humorlos. Ich finde Edward-Witze ausgesprochen lustig. Aber jetzt mal ernsthaft, was ist los?“
„Ich…also…es geht um Jacob und mich. Also ich meine um unsere Beziehung. Aber eigentlich möchte ich nicht wirklich mit dir darüber reden.“
„Warum nicht? Ist es so schlimm?“
„Naja nicht direkt schlimm. Eher, naja, peinlich.“
„Ha! Es geht also um Sex. Dacht’ ich’s mir doch. Ich kann verstehen, dass du nicht mit mir darüber reden willst, aber ich würde es auch keinem sagen. Du kannst mir vertrauen. Und vielleicht kann dir meine Erfahrung auch etwas hilfreich sein. Aber das musst du entscheiden.“, sagte Emmett ernst.

Nessie überlegte kurz.
„Aber nur wenn du keine dämlichen Witze machst. Und du darfst mit keinem darüber reden. Vor allem nicht mit Mom und Dad.“
Als Emmett nur nickte, fuhr sie fort: „Also gestern auf dem Ausflug war es total romantisch und Jake und ich haben rumgeknutscht und so. Aber dann wollte er auf einmal mehr, also mit mir schlafen. Ich habe mich noch nicht dazu bereit gefühlt und ihn vertröstet, weil ich erst mit Mom darüber reden wollte. Als ich dann heute Morgen mit ihr gesprochen habe, hat sich herausgestellt, dass sie total konservative Ansichten hat und es am besten fände, wenn ich und Jacob erst heiraten würden. Und jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll.“, sprudelte es aus Nessie heraus.
„Jaja, deine Eltern waren schon immer… – okay ich hör auf damit. Willst du denn überhaupt mit Jacob schlafen? Dass du ihn noch nicht heiraten willst, ist schon klar.“
„Ja wollen schon, aber ich habe Angst, dass irgendwas schief geht. Du weißt schon, vielleicht verletzen wir uns gegenseitig oder wir verhüten nicht richtig.“
„Ein bisschen Unsicherheit ist ganz normal. Das war bei mir auch so. Und was deine Bedenken angeht, hast du schon mal darüber nachgedacht mit Carlisle zu sprechen? Ich denke, dass er dir da am besten helfen kann.“
„Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Dann werde ich das wohl tun.“

„Gut und jetzt guck wieder fröhlich. Das sieht besser aus, als wenn du so nachdenklich bist.“, grinste Emmett.
„Danke, Emmett. Du bist ein toller Onkel!“, sagte Nessie, stand auf und umarmte ihn.
„Keine Ursache. Und jetzt lass uns mal wieder nach Hause laufen, bevor man sich noch Sorgen um uns macht.“
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