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von Canus    erstellt: 03.04.2009    letztes Update: 03.04.2009    Geschichte, Allgemein / P12    (abgebrochen, keine anonymen Reviews)
“Es ist ein Raumschiff. Aber ich kann keine Lebenszeichen entdecken”, erklärte Rommé. Die Andromeda Ascendant hatte den  Hilferuf eines Raumschiffes wahrgenommen.
“Tja, wir müssen wohl hinüber gehen und uns die Sache mal genauer ansehen”, gab Dylan Hunt zu. Der Erforschungstrupp hatte sich schnell zusammen gesucht.
Auf dem fremden Schiff wurde klar, dass es einen harten Kampf gegeben haben musste. Die Truppe teilte sich auf. Seamus Harper war gerade alleine unterwegs, als sich jemand von hinten an ihn heranschlich. Er war beschäftigt und nahm deswegen die Person hinter sich nicht wahr. Es war ein junges Mädchen. Sie hatte eine Eisenstange erhoben. Bereit zum zuschlagen. In diesem Moment tauchte auch Rommé auf. Sie schrie: “Vorsicht Harper.” Harper drehte sich um und Rommé wetzte zu dem Mädchen hin. Schnell war die Kleine bewusstlos geschlagen. Der Trupp nahm sie als einzige Überlebende mit auf das Medizindeck der Andromeda.

“Und, gibt es schon erste Analysen?” fragte Dylan neugierig. Trance nickte. “Ja, wir haben sie erst einmal festgebunden, da sie unter dem Einfluss von Flash steht. Ansonsten sind ihre vitalen Funktionen einwandfrei. In ihrer Lunge befanden sich einige Schadstoffe. Allerdings hat sie auch sehr hohes Fieber und ich weiß nicht, woher dass kommen könnte.” Dylan ließ nicht locker. “Dann finde es heraus. Ich möchte sie nur ungern verlieren.” Während Trance weiter untersuchte, wachte das Mädchen auf. Sie versuchte aufzustehen und musste feststellen, dass sie festgeschnallt worden war. Egal wie sie sich wandte, es funktionierte nicht. Trance versuchte sie zu beruhigen: “Keine Angst, du bist in Sicherheit. Keiner tut dir hier etwas.” Doch das Mädchen bekam Angst. Noch nie zuvor hatte sie ein solches Wesen gesehen. Auch Trance merkte, dass die Kleine kaum noch zu beruhigen war. Immer wieder versuchte sie gegen die Fesseln anzukommen. Trance rief Verstärkung. Harper, Dylan und Baker betraten den Raum. Das Mädchen guckte auf und sofort wurde sie ruhig. Dylan fing an zu erklären: “Du bist hier auf der Andromeda Ascendant. Ich bin Captain Dylan Hunt. Hab keine Angst. Du bist in Sicherheit.” Doch das Mädchen schaute nur zu Harper herüber. Ununterbrochen. Das bemerkte allerdings niemand. Dann ließ Trance die Kleine für einen Moment unbeaufsichtigt. Diese Zeit nutzte sie aus um zu verschwinden. Als Trance zurückkam und feststellen musste, dass ihre Patientin verschwunden war, schlug sie Alarm und alle fingen an das Schiff abzusuchen. Es war Harper der sie schließlich im Maschinenraum der Eureka Maru fand.
“Keine Angst. Mein Name ist Harper. Ich bin ein Freund. Wie heißt du?” stellte sich Harper vor. Das Mädchen sagte leise und schwach: “Michelle. Bitte tu mir nichts.” Doch Harper wollte der kleinen Michelle nichts tun. Aber Harper wollte seine Neugierde stillen. “Wie alt bist du?”
“Siebzehn.”
“Und was ist passiert?”
“Ich weiß nicht. Da waren auf einmal nur Magog. Überall.”
“Aha, weißt du wieso du so hohes Fieber hast?” fragte Harper. Michelle antwortete nicht gerade Wahrheitsgemäß: “Keine Ahnung. Ich habe Angst. Ich weiß nur noch, dass da ein Magog war, der über mich herfiel.” Harper sah entsetzt drein. Dann sagte er: “Komm mit mir. Keine Angst. Hier tut dir keiner etwas.” Und Michelle faste vertrauen und ergriff Harpers Hand. Dann führte er sie zurück auf das Medizindeck. Erst wollte Michelle wieder abhauen, aber Harper hielt sie fest. Zusammen mit Dylan, fesselten sie sie wieder. Schließlich gab Harper sein Wissen preis. “Sie heißt Michelle, ist siebzehn Jahre alt und wurde von einem Magog infiziert. Daher wohl auch das hohe Fieber.” Michelle kam sich reingelegt vor. Harper hatte ihr versprochen, dass ihr keiner etwas tun würde und ehe sie sich versah, war die Kleine nun wieder festgeschnallt. Michelle wusste, dass sie einen großen Fehler begangen hatte, aber sie wusste nicht wie schlimm dieser Fehler ausgegangen war. Endlich wurde Michelle wieder alleine gelassen, aber Dylan blieb bei ihr.
“Egal was du versuchst, ich werde hier Wache schieben und du wirst nicht noch einmal abhauen können. Aber du kannst dich mit mir unterhalten”, erklärte Dylan. Michelle hatte keine Lust mit Dylan zu reden. Aus irgendwelchen Gründen, vertraute sie nur einem einzigen auf diesem Riesenschiff. Doch der hatte sie hintergangen. In Michelle´ s Kopf, entstanden jede Menge Fragen. Aber sie traute sich keine einzige zu stellen. Nach einiger Zeit, kam Harper wieder auf das Medizindeck. Zuerst wollte er mit Michelle alleine reden, aber Dylan ließ sich nicht verscheuchen. Er hatte anscheinend Angst, dass Michelle wieder abhauen könnte. Harper sah Michelle an und diese starrte zurück. Dann fragte Harper: “Woher kommst du eigentlich genau? Ich meine wo bist oder warst du zu hause?” Michelle wollte nicht reden, während sie sich nicht bewegen durfte. Ihr war klar, dass sie sich anscheinend im Weltall befand, konnte sich das allerdings nicht erklären. Sollte Michelle doch ihre Fragen stellen? Oder zumindest reden? Allerdings hatte sie keine Ahnung, was sie eigentlich sagen sollte. Michelle versuchte noch einmal aus den Fesseln herauszukommen. Sie hatte es schon einmal geschafft. Die Chancen standen gut, dass es ihr wieder gelingen würde. Aber Dylan bemerkte dies und ging dazwischen. “Vergiss es. Die Dinger bleiben dran. Glaubst du ich will dass du dich wieder mit Flash vergiftest? Nein, das lasse ich nicht mehr zu.” Michelle schluckte  und sah den Captain verblüfft an. Was hatte er da gerade gesagt? Flash? Michelle hatte keine Ahnung, was das sein sollte, und verstand auch nicht wie man sich damit vergiften kann. Den Namen Magog, hatte sie nur durch einen Zufall gehört. Aber mehr wusste sie nicht. Michelle starrte an die Decke, da sie auf dem Rücken lag. Mittlerweile hatte sie angefangen schneller und unregelmäßiger zu atmen. Es war nur eine alte Angewohnheit von ihr, wenn sie nervös war und dringend nachdenken musste. Das deuteten Harper und Dylan allerdings anders. Die beiden machten sich anscheinend wirklich Sorgen um die siebzehn-jährige. Michelle versuchte sich gegen alles zu wehren, soweit sie es schaffte. Mit den Fesseln, hatte sie am meisten zu kämpfen. Zu gerne hätte sie gewusst, was hier vor sich ging. Aber reden kam für sie nicht in den Sinn. Wirklich sicher, ob ein Magog sie überfallen hatte, war sie sich auch nicht. Sie hatte noch nicht einmal mehr Ahnung, was ein Magog überhaupt war. Michelle fluchte in Gedanken vor sich hin. Was war das für ein Wesen gewesen, mit dem sie noch zuvor alleine war, als sie  aufgewacht war.

Nach einer Weile, ließ Dylan Harper und Michelle alleine. Er wurde plötzlich auf das Kommandodeck gerufen. Allerdings wusste Michelle, nicht was das sein sollte. Harper ergriff diese einmalige Gelegenheit mit Michelle zu reden.
“Woher kommst du?” fragte Harper neugierig. “Vergiss es, ich habe Dylan versprochen, dass die Dinger dranbleiben” fügte er noch hinzu, als er sah wie Michelle sich schon wieder gegen die Fesseln wehrte. Michelle ließ locker und bemerkte wie sich ihr Körper entspannte. Dann antwortete sie: “Ich habe dir vertraut, aber du hast mich hintergangen. Wenn mir keiner etwas tun möchte, dann erkläre mir mal, wieso mich alle Fesseln und mich mit seltsamen Menschenfressenden lila Wesen alleine lassen. Ich weiß zumindest momentan gar nichts mehr.” Michelle starrte auf die Seite ins Leere. Natürlich kam sie aus den Fesseln frei, aber dies kostete sie jedes Mal zu viel Kraft und sie wusste nicht, wo sie hier war. Harper beantwortete derweil ihre Fragen: “Wir machen das nur, damit du dich nicht selbst verletzen kannst. Außerdem ist Trance keine Menschenfresserin oder gefährlich. Sie ist wirklich harmlos. Wenn du Angst vor ihr hast, kann ich dafür Sorgen,  dass sie nicht mehr in deine Nähe kommt. Aber das hat alleine Dylan zu entscheiden. Wir wollen dir wirklich nichts tun, wir wollen dir nur helfen. Du hast hohes Fieber und da du nicht einfach ruhig liegen bleiben kannst und Flash genommen hast, müssen wir davon ausgehen, dass du dir wieder etwas antust. Vielleicht solltest du aber auch mal mit Baker reden, sie war auch einmal Flashabhängig gewesen. Eventuell kann sie dir weiterhelfen.” Michelle starrte Harper verwundert an. Was hatte er da soeben gesagt? Das Mädchen wurde wütend und schrie Harper an, dabei immer auf der Suche aus den Fesseln zu entkommen. “Sag mal, spinnst du? Wieso sollte ich Autoagressiv werden? Das ist doch echt krank. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie selbst verletzt. Wenn hier einer nicht mehr klar ist, dann bist du das. Außerdem habe ich mich gewiss nicht mit Flash vergiftet. Ich weiß weder was das sein soll, noch wie man sich damit vergiften kann. Und dieser ganze Raum hier macht mich eh schon nervös. Frage mal meine Eltern, die können dir auch erklären, dass ich Krankenhäuser hasse.” Kaum hatte Michelle zu ende gesprochen, betrat Trance den Raum. Augenblicklich verstummte Michelle, presste ihre Lippen aufeinander, drückte ihren Hinterkopf so sehr gegen die Liege, auf der sie lag, als wollte sie hindurch schmelzen und atmete schnell und unregelmäßig.
Trance spürte, dass Michelle Angst vor ihr hatte. Trance ging zu Michelle und legte ihre Hand auf den Bauch des Mädchens. Die Kleine wollte abhauen, aber die Fesseln hinderten sie daran. Michelle fing immer schneller an zuatmen. Sie spürte wie ihr Herz immer schneller wurde und mit jedem Schlag versuchte ihr aus dem Brustkorb zu springen. Am liebsten hätte Michelle laut los geschrieen, aber ihre Kehle war wie zugeschnürt.
“Ich tue dir nichts. Ehrenwort. Ich bin Trance Gemini” erklärte Trance und ließ langsam von Michelle ab. Das alles konnte Michelle nur schwer glauben. Sie rechnete damit, dass sie in einer Sekte war und dass sie jeden Moment geopfert werden sollte. Aber noch kam kein Anzeichen dafür. Doch dann meldete sich Harper zu Wort, indem Moment wo auch Dylan und Baker den Raum betraten: “Sie sagt, dass sie keine Ahnung hat was Flash ist. Sie traut uns außerdem nicht und glaubt, dass Trance Menschen frisst.” Es war Baker die sich neben Trance stellte und laut loslachte. “Bitte was? Trance und eine Menschenfresserin? Nie im leben. Sie sollte aufhören zu Lügen. Natürlich weiß sie was Flash ist. Ich erkenne eine Flashabhängige doch sofort.” Michelle verdrehte unwillkürlich die Augen. Mittlerweile glaubte sie nur noch, dass Flash sehr wahrscheinlich eine Droge sein musste. Dennoch hatte sie keine Ahnung, was sich sonst dahinter verbergen konnte. Zur zeit galt sowieso nur noch ein Gedanke. Endlich aus den Fesseln frei zu kommen. Wieder machte sich Michelle daran, sich loszureißen. In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit gelang es der Kleinen sogar tatsächlich. Doch sie war schneller als die anderen. Ehe überhaupt jemand reagieren konnte, hatte sie ihr Messer gezückt, dass zuvor noch niemand bemerkt hatte und dieses Trance an die Kehle gedrückt. Insgeheim hoffte sie nur, dass diese Trance kein Kung-Fu oder so etwas konnte. Aber sie schien sich nicht sonderlich zu wehren. Schnell hatte die gesamte andere Crew irgendwelche Waffen gezogen, die Michelle noch nie zuvor gesehen hatte. Doch Michelle´ s Plan ging auf. Da die anderen Trance nicht verletzen wollten, ließen sie die beiden durch eine Tür passieren. Michelle dachte noch nicht einmal daran Trance loszulassen. Sie spürte wie sich das Messer in die Kehle der lila Person schnitt.

Als Michelle endlich einen Raum gefunden hatte, ging sie mit Trance hinein und kodierte die Tür neu um. Sie hatte nur bemerkt, dass es sich um einen Computer handeln musste und damit kannte sie sich bestens aus. Sie ließ Trance in einer Ecke los und fesselte diese erst einmal mit Seilen und Eisenketten. Dabei achtete Michelle darauf, dass die Hände von Trance auf ihrem Rücken waren und nicht in die Nähe des Mädchens kamen. Nun hatte Michelle die Oberhand. Keiner hätte jemals damit gerechnet. Michelle machte eine heimlichen Triumphschrei. Endlich hatte sie eine Geisel. Schon kurze Zeit später, fing Trance an Michelle ins Gewissen zu reden. “Was soll das ganze, Michelle? Hör auf dir selbst etwas vorzumachen. Du bist krank und wir wollen dir nur helfen. Verstehe uns doch bitte. Wir wollen dir wirklich nichts tun. Aber somit machst du alles nur noch viel schlimmer.” Michelle setzte sich gegenüber von Trance auf den Boden, allerdings nur weit genug weg, und lächelte. Dann sagte sie: “Wenn ich keinen anderen Ausweg mehr sehe. Dann gehe ich hier sowieso nicht mehr lebend raus. Ich bin nicht krank. Ihr seid es. Ich habe auch niemals Flash genommen, weil ich das Zeug ja noch nicht mal kenne. Ich habe echt keine Ahnung, wen ihr reinlegen wollt, aber mich nicht. Was habt ihr nur mit mir vor? Aber ich bringe mich lieber selbst um als euch in die Hände zu gelangen.” Dabei ließ Michelle ihr Messer aufblitzen. Dass Michelle gar keine Lust hatte Suizid zu begehen, wusste Trance ja nicht. Sie hoffte, dass diese Leute sie lebend brauchten. Während Trance auf Michelle einredetet, war die Kleine in Gedanken versunken. Zu gerne hätte sie gewusst was hier vor sich ging. Michelle hatte keine Ahnung, wie lange die Lage noch zu ihren Gunsten so bestehen blieb. Immer wieder machte sie sich Sorgen, ob sie bald geopfert werden sollte.
Plötzlich schreckte Michelle hoch, als Trance fragte: “Hast du echt keine Ahnung, was Flash ist? Oder war das nur ein Scherz?” Michelle nickte mit dem Kopf.
“Ich habe echt keinen blassen Schimmer, wovon ihr die ganze Zeit redet. Von Flash habe ich noch nie was gehört, also wie sollte ich dann abhängig davon sein?”
“Jetzt verstehe ich dich auch erst. Ich glaube da würde ich auch Angst bekommen, wenn mir jemand so etwas erzählen würde. Also gut, Flash ist eine Droge. Sie wird über die Tränenflüssigkeit eingenommen und verleit dem Konsumenten unglaubliche Konzentrationsfähigkeit. Durch die Einnahme fühlt man sich besser und stärker, teilweise sogar unbesiegbar. Aber auch die Konzentration steigert sich erheblich. Man wird so gut wie gar nicht müde. Natürlich nur so lange, wie Flash wirkt. Aber es macht auch sehr schnell abhängig” erklärte Trance. Michelle nickte. Das erste mal, seit sie in dieser verrückten Gesellschaft gelandet war, hatte sie jemanden mal richtig verstanden.
“Also wirkt es so wie Ecstasy, Speed oder Marihuana? Doch eines kannst du mir glauben; ich bin garantiert nicht Drogenabhängig. Ich habe in meinem ganzen Leben keine illegalen Drogen angefasst und das werde ich bestimmt auch niemals tun” gab Michelle zu bedenken. Sie hatte beim besten Willen keine Ahnung, warum alle behauptet hatten, das Michelle Drogen konsumiert hätte. Trance erklärte: “Also die Drogen, die du da aufzählst, die gibt es doch schon lange nicht mehr. Diese wurden vor dem Fall des Commonwealth doch schon verboten. Außerdem seit die Erde vernichtet ist, gibt es keine Planeten mehr, wo diese Pflanzen wachsen könnten.” Michelle klappte der Unterkiefer herunter. Was hatte Trance da gerade gesagt? Erde vernichtet, Commonwealth? Jetzt verstand sie gar nichts mehr. Zögerlich fragte sie: “Bitte was? Wie Erde vernichtet? Und was soll bitte schön das Commonwealth sein? Also ich glaube ich bin im falschen Film.” Doch Trance schüttelte mit dem Kopf. “Nein, bist du nicht. Außerdem müsstest du als Mensch das doch sowieso wissen. Nachdem die Magog auf der Erde gelandet sind, haben sie so gut wie alle Lebewesen vernichtet. Seit ein paar Jahren, ist die Erde auch zerstört….” Obwohl Michelle ganz genau hinhörte, verstand sie irgendwann gar nichts. Ein einziger Gedanke schoss ihr ständig durch den Kopf. Sollte das etwa heißen, dass jeder Mensch der Michelle jemals etwas bedeutet hatte nie wieder existieren würde? Sollte das heißen dass Michelle´ s Familie und Freunde tot waren?
Während Michelle Trance nicht mehr zuhörte und immer wieder nur einen Gedanken hatte, drehte sich plötzlich alles in ihrem Kopf. Michelle versuchte bei klarem Verstand zu bleiben, aber schließlich hatte die Dunkelheit ihre Gedanken verschluckt…


Es dauerte eine Weile, bis Michelle wieder zu sich kam. Schnell musste sie feststellen, dass sie wieder gefesselt war. Michelle öffnete die Augen und sah sich in ihrer Umgebung um. Sie war wieder auf dem Medizindeck gelandet. Dylan, Trance, Harper und Baker standen neben ihr.
“Na, auch wieder wach geworden? Was hast du dir nur dabei gedacht?” fragte Dylan sofort. Michelle zuckte mit den Achseln. Sie hatte wirklich keine Ahnung gehabt, ob sie überhaupt gedacht hatte. Trance schien die einzige zu sein, die Michelle nicht böse war. Sie streckte ihre lila Hand aus um der kleinen über das Gesicht zu streichen. Michelle zuckte kurz zusammen, als die warme Hand ihre schweißnasse Haut berührte. Dann erklärte Trance ruhig: “Nachdem du zusammengebrochen bist, hat Rommé es geschafft die Tür zu öffnen. Wir haben dich dann sofort wieder hierher gebracht und dich zu deiner eigenen Sicherheit wieder festgebunden. Du hast sehr hohes Fieber und wenn du dich nicht endlich mal ruhig verhältst, dann wirst du es bald nicht mehr überleben.” Michelle drehte ihren Kopf und wandte sich von den anderen ab. Sie wusste noch nicht einmal mehr, ob sie überhaupt leben wollte, wenn alle die ihr etwas bedeuteten schon längst tot waren. Baker strich mit einem eiskalten feuchten Handtuch über das Gesicht des Mädchens und sagte: “Trance hat uns erzählt, dass du sie gefragt hast, was Flash ist. Wenn du wirklich keine Ahnung hast, dann ist es offensichtlich, dass du auch nicht danach süchtig bist. Es ist verständlich, dass du in einer fremden Umgebung Angst hast, aber wir wollen dir nichts böses. Wir wollen dir nur helfen. Verstehst du das?” Michelle nickte mit dem Kopf. Zwar glaubte sie einerseits schon daran, dass diese Fremden ihr nichts tun wollten, aber andererseits war ihr nicht so ganz klar, was sie überhaupt glauben konnte. Immerhin hatte Trance ihr weismachen wollen, dass es keine Erde mehr gibt. Michelle versuchte an ihr Messer zu kommen. Als Dylan dies bemerkte, verkündete er: “Wir haben dich durchsucht und dir alle Waffen abgenommen. Trance hat uns gesagt, dass du mit dem Gedanken gespielt hast dich umzubringen. Das ist uns zu gefährlich. Wie geht es dir denn jetzt?” Michelle antwortete nicht auf diese Frage. Sie wusste überhaupt nichts mehr. Wie sollte es ihr schon gehen? Immerhin war sie gefangen und wusste nicht mehr wem sie glauben und trauen sollte. Die Kleine bemerkte wie sie von innen heraus glühte. Sie war sich sicher, dass sie wohl wirklich Fieber haben musste. Aber dennoch war ihr nicht bewusst wieso. Die Fragen der anderen, wollte sie nicht beantworten. Zu viele Fragen drehten sich in ihrem Kopf.
“Mir ist es ja relativ egal, was du von mir halten magst, aber ich will jetzt endlich wissen wer du bist und woher du kommst!” befahl Dylan. Michelle konnte diesen Befehlston überhaupt nicht leiden. Erneut gab sie keine Antwort. Zu groß war ihre Angst davor, wo sie hier nur gelandet sein konnte. Insgeheim fragte sie sich, ob diese Fremden sie nur umbringen wollten. Gerne wollte Michelle nur an das Hilfeangebot von Dylan glauben, aber dies war einfach nicht möglich. Alle außer Harper verließen das Medizindeck, weil sie auf das Kommandodeck gerufen wurden. Harper beugte sie über Michelle und sagte: “Also, mich würde ja echt mal gerne interessieren, warum du mit mir redest und sonst mit keinem. Ich meine keiner der anderen wird dir irgendetwas tun. Und ich lasse die Fesseln auch dran.” Michelle versuchte schon wieder aus den Fesseln zu entkommen. Sie dachte gar nicht daran, damit aufzuhören. Erschöpft erwiderte sie aber dann: “Ich traue einfach niemanden hier. Verstehe mich doch auch mal. Immer wieder heißt es, mir will keiner etwas tun. Aber wieso lasst ihr mich dann nicht frei laufen? Warum fesselt ihr mich jedes Mal? Ihr habt es von Anfang an getan und da habe ich noch nicht versucht wegzulaufen.”
“Du hast versucht mich mit einer Eisenstange auszuschalten. Wenn die Fesseln nicht da wären, würdest du trotzdem immer weglaufen. Wir können dir nicht helfen, wenn du uns nicht lässt. Dylan will doch auch nur dein bestes. Verstehst du das nicht?” seufzte Harper. Michelle versuchte wieder sich gegen die Fesseln zu wehren. Sie würde niemals damit aufhören. Als sie Trance als Geisel genommen hatte, hatten die anderen endlich Respekt vor ihr bekommen. War Harper auch so wichtig? Außerdem war sie k. o. geschlagen worden, ehe sie noch irgendetwas machen konnte. Für Michelle stand nun fest, dass sie herausfinden musste, wo sie war und was geschehen ist.

Irgendwann war Michelle erschöpft eingeschlafen. Sie dachte an gar nichts mehr und kurze Zeit später fand sie sich in einer Albtraumwelt wieder. Während sie schlief, nutzte die Crew es aus um ein Gespräch zu führen.
“Aber sie hat einfach nur Angst und das sollten wir nicht vergessen.” Trance war zur zeit wohl wirklich die einigste, die Michelle verteidigte. Sie standen alle auf der Brücke und diskutierten darüber, wie es mit Michelle nun weitergehen sollte. Dann ergriff Rommé das Wort: “Also gut. Was wissen wir? Wir wissen, dass Michelle vor allen Angst hat, die kein menschliches Wesen sind. Also dürfen wir erstmal nicht zu ihr. Sie sollte das vertrauen nur noch gegenüber den Humanuiden aufbauen. Das heißt dass Baker, Harper und Dylan zu ihr dürfen. Trance, Tyr und meine Wenigkeit, sollten sich von ihr fernhalten. Vielleicht schafft sie es dann vertrauen aufzubauen. Ich bin zwar nicht menschlich, aber ich kann mir gut vorstellen, dass ein Mädchen ihres alters ohne Ahnung nun wirklich Angst hat.” Eine lange Stille der Überlegung trat ein. Doch dann erklärte der Captain: “Rommé hat recht. Sie hat Angst und wir sollten versuchen ihr vertrauen zu bekommen. Harper, ich denke mal, dass Michelle am meisten zu dir vertrauen hat. Immerhin hat sie mit dir zu erst gesprochen. Also sollte nur noch Harper zunächst zu der Kleinen gehen. Ich will sie retten und nicht verlieren, deswegen sollten wir uns zurück halten und in ihrem Interessen entscheiden.” Die gesamte Crew, war damit einverstanden. Und so geschah es, das Harper als einziger zu Michelle zurückkehrte.
 
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