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Prolog: Sag niemals nie!
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von LadyPistolero    erstellt: 29.03.2009    letztes Update: 27.06.2009    Allgemein / P18    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews) 117 Reviews
Solange Du Da Bist...


DISCLAIMER:
Alle Rechte an Bildern etc. liegen bei RTL und ich habe weder zu Daniel, noch zu den anderen Kandidaten Kontakt und diese Dinge sind nur meiner wilden Phantasie entsprungen, die mal wieder mit mir durchgegangen ist, also NICHT real und ich möchte mit meiner Story auch NIEMANDEM schaden!!! Vor allem will ich kein Geld verdienen, ich schreibe die Story nur aus Spass an der Freude.

WIDMUNG: Diese Story habe ich für meine liebe LadyAurora-Susanne geschrieben, die sich immer und überall meine Spinnereien anhört, mir Tipps gibt und meine Beta-Leserin ist. Ich hoffe, sie gefällt dir!!

INFO: Obwohl meine anderen Stories noch nicht beendet sind, habe ich mich an etwas neuem, aktuellem versucht. Wie gesagt, diese Story ist speziell für meine liebe Susanne, deshalb habe ich sie auch so spontan geschrieben. Ich weiß noch nicht ganz genau, wohin die Story um Christina und Daniel führen wird, wir werden sehen!!

Und jetzt viel Spass beim Lesen!
Eure Marie


*****************

PROLOG: SAG NIEMALS NIE!

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag, wie jeder andere auch. Und doch sollte dieser Tag mein Leben völlig verändern; auch, wenn ich dies natürlich noch nicht ahnte, als ich an diesem Morgen zum Briefkasten ging und meine Post holte.
Dies war eins der vielen Rituale, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen hatten: während in der Küche der Kaffee kochte, holte ich die Tageszeitung und die Post. Nicht, dass ihr euch wundert: mein Tag begann um 11 Uhr; die Vorlesungen begannen erst Nachmittags.
Gelangweilt saß ich ein paar Minuten später am Küchentisch, mit meiner Tasse Kaffee, und blätterte durch die Briefe. Werbung, die Handyrechnung, ein Brief von meiner Mum, und ein Brief, der meine Aufmerksamkeit erregte: auf dem Briefumschlag prangte das Logo der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“.
Ich rollte mit den Augen. Das durfte einfach nicht wahr sein. Ich öffnete den Brief trotzdem und las: „Hiermit freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie zum Casting am 28. Januar 2009 in Nürnberg eingeladen sind. Bitte kommen Sie um 8:20 Uhr in die...“
Augenblicklich griff ich zu meinem Handy und wählte die Nummer meines besten Freundes Tim.
„Hi, Chrissy“, meldete er sich, fröhlich wie immer, sofort.
„Was habt ihr Idioten euch dabei gedacht??“ fuhr ich ihn ohne Gruß an.
Ich konnte Tims breites Grinsen praktisch durch die Leitung sehen. „Du hast Post von DSDS bekommen.“ Es war eher eine Feststellung als eine Frage.
„Jaah“, sagte ich böse. „Ich hab euch doch gesagt, dass ich bei diesem Müll nicht mitmache!“
„Bist du zum Casting eingeladen?“ fragte Tim aufgeregt, meinen Einwurf einfach ignorierend. Das war so typisch Tim!
„Jaah“, wiederholte ich. „Aber eins sag ich euch: ich werde NICHT hingehen!!“
„Das werden wir noch sehen“, gab Tim zurück. „Ich verstehe überhaupt nicht, wieso du so strikt gegen Castingshows bist. Das wäre deine große Chance!“
„Das Thema hatten wir doch schon“, erwiderte ich. „Ich werde nicht hingehen, basta.“
„Darüber sprechen wir noch“, meinte Tim gelassen. „Sehen wir uns nachher bei der Probe?“
„Natürlich“, sagte ich. „Macht euch auf eine Standpauke gefasst.“

Kopfschüttelnd klappte ich mein Handy zusammen. Seit geschlagenen zwei Jahren lagen mir meine Freunde in den Ohren, ich sollte mein Glück bei DSDS versuchen. Besonders meine Kumpels von der Band, in der ich seit einiger Zeit Sängerin war, hatten jedes Jahr gedrängt, ich sollte mich anmelden.
Entweder konnten oder wollten sie es nicht verstehen. Meine Ansicht über diese Castingshows stand fest, und würde sich auch so schnell nicht ändern. Meiner Meinung nach waren diese Shows die Plattform für Möchtegern-Popstars, die meist weder Ahnung von Musik hatten, noch wussten, worauf sie sich da einließen. Sicher gab es auch Talente, aber ich fand, dass man es auch ohne Castingshows zu etwas bringen konnte, wenn man hart arbeitete.
Aber natürlich hatte ich keine Chance. Wenn man Freunde wie Tim, Caroline, Nick oder Justin hatte, dann brauchte man keine Feinde mehr, soviel stand fest. Die vier hatten den Castingbogen ohne mein Wissen ausgefüllt und abgeschickt. Aber ich konnte nicht lange bei meinem „Nein“ bleiben, vor allem nicht, als Justin das Argument brachte, ich sollte es doch wenigstens versuchen. Aufhören könne ich schließlich jederzeit, wenn ich der Meinung war, dass DSDS nichts für mich war. Als er dann auch seinen Dackelblick aufsetzte, war es um meinen Widerstand geschehen. Dagegen konnte ich nichts sagen, und so fand ich mich am 28. Januar beim Casting der größten Castingshow Deutschlands wieder. Natürlich hatte Caro, meine beste Freundin, es sich nicht nehmen lassen, mit zum Casting zu kommen – zum einen, weil sie neugierig war, zum anderen, weil sie kontrollieren wollte, ob ich auch wirklich hinging.

Es war wirklich unglaublich, was für Typen sich auch dieses Mal bei DSDS bewarben. In einer Ecke der Halle erkannte ich Menderes, einen dieser Kandidaten, die sich für die besten Sänger hielten, beim Proben einiger Michael-Jackson-Tanzschritte. Wobei ich Menderes eigentlich sogar ganz lustig fand; sich jedes Jahr aufs neue eine Absage zu holen, war auf jeden Fall mutig, soviel stand fest.

„Na, der wird sich wohl gleich die nächste Absage holen“, lachte in diesem Moment ein junger Kandidat neben mir.
Ich schaute ihn verblüfft an. Er war groß, mindestens zwei Köpfe größer als ich, was ihm auf einer Skala mindestens ein 1,80 einbrachte. Er hatte blonde, kurze Haare, die top gestylt waren, und, zumindest schätzte ich das, grau-grüne Augen. Zugegeben, er sah verdammt gut aus, aber eigentlich war er überhaupt nicht mein Typ. Und außerdem, ermahnte ich mich prompt, war ich schließlich zum Singen hier, nicht zum Flirten!
Ich lächelte jedoch freundlich zurück. Irgendetwas war an ihm, das mich sofort in seinen Bann gezogen hatte, auch, wenn ich nicht sagen konnte, was genau es war. „Wahrscheinlich“, stimmte ich zu. „Ich hab dich vorhin singen gehört, das war ziemlich gut.“ Das hatte ich wirklich, er hatte ja neben uns gestanden, und seine Teilnehmernummer sagte mir, dass er vor mir dran war.
Er erwiderte mein Lächeln, senkte jedoch sofort wieder schüchtern die Augen. „Wirklich? Ich bin mir nicht so sicher...“
„Doch, das war echt gut“, versicherte ich ihm. Das stimmte wirklich. Er hatte „Ain't no sunshine“ gesungen, mit kraftvoller, ausdrucksstarker Stimme. Wahrscheinlich war es das, was mich so fasziniert hatte, denn eigentlich würde man einem schüchternen Typen wie ihm eine solch kraftvolle Stimme nicht zutrauen.
Er lächelte flüchtig. „Danke. Was singst du beim Casting?“
„Soulmate von Natasha Bedingfield“, erzählte ich.
„Wow, ein toller Song. Dann wünsche ich viel Glück.“ Man konnte ihm die Nervosität praktisch an der Nasenspitze ansehen, obwohl er sich bemühte, es nicht zu zeigen. Er rieb sich unsicher die Hände, strich sich mehrmals die Haare aus den Augen und holte tief Luft. Dafür, dass er mindestens zwei Jahre älter war als ich war er um einiges aufgeregter, stellte ich amüsiert fest.
Er bemerkte meine Blicke natürlich und musste plötzlich lachen. „Ich benehme mich total idiotisch, oder?“
„Allerdings“, stimmte ich lachend zu. „Warum bist du so nervös? Du warst wirklich gut vorhin!“
„Keine Ahnung“, gab er zu. „Ich war letztes Jahr schon hier“, erzählte er dann. „Ich bin bis in die Top 30 gekommen. Keine Ahnung, ich hab einfach Panik, dass ich das Casting schon versemmel. Das wär einfach nur superpeinlich.“
„Ach was“, beruhigte ich ihn. „Schlimmer als rausfallen kann es nicht werden. Aber ganz ehrlich – wenn du nicht weiterkommst, haben die da drin keine Ahnung von guten Sängern.“
Er lächelte erneut dieses schüchterne Lächeln, das eigentlich so gar nicht zu ihm passen wollte, das aber irgendwie unglaublich süß war. „Danke. Oh, verflucht, ich bin ja schon dran!“
Plötzlich schien er es wahnsinnig eilig zu haben, das Ganze endlich hinter sich zu bringen. Ich kam nur noch dazu, ihm ein „Viel Glück!“ hinterherzurufen, dann war er durch die große Tür verschwunden, und auch ich begann, micih zu konzentrieren. Schließlich war ich gleich nach ihm an der Reihe.
„Der war nett“, meinte Caroline neben mir. „Warum hast du nicht nach seinem Namen gefragt?“
„Hm?“ Ich schaute verblüfft auf.
Caro grinste breit. „Du hast ihn nicht gefragt, wie er heißt“, erklärte sie.
Ich zuckte mit den Schultern. „Und? Ich komme sowieso nicht weiter, also spielt es keine Rolle, weil ich ihn nicht wiedersehen werde. Und jetzt hör auf, so dämlich zu grinsen!“
Caro beließ es wohlweislich bei einem Grinsen. Sie wusste, wie sehr ich es hasste, in meiner Konzentrationsphase vor einem Auftritt gestört zu werden. Und total blamieren wollte ich mich schließlich auch nicht – soviel Stolz hatte ich schon.

Nur wenige Augenblicke später ging die große, braune Tür wieder auf, und der junge Blonde kam freudestrahlend heraus. Sichtlich stolz präsentierte er den gelben Recall-Zettel.
„Siehst du?“ grinste ich. „Ich hab's dir doch gesagt. Herzlichen Glückwunsch.“
„Danke“, sagte er. „Viel Glück. Ich hab sie extra für dich milde gestimmt.“
Ich streckte ihm die Zunge heraus. „Als ob ich das nötig hätte!“
Er lachte auf. „Ach nee, vorhin klangst du noch ziemlich genervt. Hat dich jetzt doch der Ehrgeiz gepackt?“
„Es wär ja schließlich peinlich, wenn du weiterkommst und ich nicht“, gab ich zurück.
Er grinste. „Na, dann viel Glück. Du solltest gehen, sonst verpasst du deinen Auftritt.“

Tatsächlich winkte mich einer der DSDS-Mitarbeiter zur Tür. „Du bist jetzt dran“, sagte er. „Einfach durchgehen, dann siehst du die Jury schon.“
Ich holte noch einmal tief Luft, warf einen Blick zu Caro, die mir das Daumen-hoch-Zeichen mit auf den Weg gab, und betrat den Saal.

Als ich mich auf den blauen Stern stellte, klopfte mein Herz so laut, dass ich fürchtete, man könnte es hören.
„Hallo“, begrüßte mich Nina Eichinger.
Dieter Bohlen, das wohl bekannteste Jurymitglied, musterte mich von oben bis unten, mit einem Blick, als wolle er sagen: „Gut aussehen tut sie ja, mal sehen, ob sie auch singen kann.“
Na, dem würde ich es zeigen!
„Erzähl uns kurz, wer du bist und was du machst“, forderte Volker Neumüller mich auf.
„Ich heiße Christina Maiwald, bin 20 Jahre alt und studiere Journalistik und Germanistik“, antwortete ich.
„Und was singst du für uns?“
„Soulmate von Natasha Bedingfield.“
„Eine schwere Nummer“, befand Dieter. „Dann leg mal los.“

Ich räusperte mich und begann zu singen: die wenigen Zeilen, die mein Leben für immer verändern sollten:

„Who doesn't long for someone to hold
Who knows how to love you
Without being told
Somebody tell me, why I'm on my own
if there's a soulmate for everyone.“

Schon nach wenigen Sekunden hatte ich völlig vergessen, dass ich hier vor einer Jury stand und dass womöglich mein weiterer Lebensweg von diesen Zeilen abhing. Wie immer, wenn ich sang, verlor ich mich völlig in dem Song und war überrascht, als Dieter mich schon nach dem Refrain unsanft in die Wirklichkeit zurückholte.

„Okay, danke, das reicht“, sagte der Megastar, und ich schaute ihn nervös, aber auch erwartungsvoll an. „Sag mal, singst du schon länger?“
„Ich singe seit fünf Jahren in einer Band, früher waren wir die Schulband“, erzählte ich. „Wieso, war es nicht gut?“ So schlecht konnte ich doch gar nicht gewesen sein. Oder doch?
Dieter warf seinen beiden Mitjuroren einen Blick zu. Mein Herz rutschte noch ein Stück tiefer, wenn das überhaupt noch möglich war, und ich machte mich auf einen dieser Sprüche gefasst, die Dieter schlechten Kandidaten gerne an den Kopf warf.
„Naja, vielleicht solltest du deine Bandkollegen anrufen und ihnen sagen, dass du eine Weile nicht mit ihnen auf der Bühne stehen wirst“, meinte Bohlen, so gelassen wie möglich. Er zwinkerte mir zu.
„Das heißt...ich bin im Recall?“ fragte ich fassungslos.

„Also, wenn wir dich nicht weiterlassen, haben wir alle keine Ahnung von guten Sängern“, meinte Nina. „Du wirst hier ganz weit kommen, soviel ist sicher. Von mir hast du ein ganz klares Ja.“
„Von mir auch“, meinte Dieter. „Du hast eine schöne Stimme, siehst gut aus und man merkt, dass du weißt, was du da tust.“
„Also dreimal ein ganz klares Ja“, sagte auch Volker und streckte mir den gelben Zettel entgegen. „Endlich mal wirklich gute Talente, das wurde auch Zeit. Ich freue mich schon, dich im Recall wieder zu sehen.“

Strahlend nahm ich den Zettel entgegen. Ich konnte mir jedoch einen Seitenhieb Richtung Dieter nicht verkneifen: „Das war gemein, mich so zappeln zu lassen!“
Dieter setzte einen unschuldigen Blick auf. „Ich hab keine Ahnung, was du meinst.“
Ich musste lachen. Irgendwie war er ja doch ganz nett.

Ich beeilte mich, aus dem Saal zu kommen. Caro saß sicherlich schon auf heißen Kohlen. Tatsächlich sprang sie sofort auf und sah mich fragend an. „Und?“
Ich zog den gelben Zettel hinter dem Rücken hervor. „Ich hab's geschafft!“
Caro stieß einen Freudenschrei aus und fiel mir um den Hals. Der junge Kandidat, der vor mir dran gewesen war, beglückwünschte mich ebenfalls.
„Meinen Glückwunsch“, sagte er. „Ich muss leider los, mein Zug kommt in einer halben Stunde. Aber wir sehen uns ja beim Recall.“
„Ich freue mich schon“, sagte ich ehrlich. Ich freute mich wirklich.
Dann, er war schon fast durch die Schiebetür verschwunden, fiel mir etwas ein. „Hey, warte! Ich weiß überhaupt nicht, wie du heißt!“
„Daniel!“ rief er zurück, dann verschluckte ihn die Schiebetür.
 
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