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von Pierrot307
erstellt: 28.03.2009
letztes Update: 16.12.2009
Geschichte, Thriller / P18 Slash
(abgebrochen)
*greetz* eure dark
Chapter 2: Lena, nightmares come true
„Zur Zeit sind wir knapp, was Arbeitskräfte angeht. Sie sind am Wochenende für den Nachtdienst eingeteilt, ist Ihnen das recht?“
Oh Mann! Warum konnte ich auf solche Fragen nie mit einem „nein“ antworten? Schön blöd von mir, mein wohl verdientes Wochenende meinem Beruf zu opfern, aber es musste sein. In der letzten Woche waren immer mehr Mitarbeiter des Raccoon City Hospitals verschwunden oder hatten sich krank gemeldet. Es war wirklich zum verrückt werden! Da hatte ich seit erst einem halben Jahr mein Examen als Krankenschwester in der Tasche und dann so was!
Die Nachtschicht für das Pflegepersonal ging von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, soweit war das kein Problem, ich war ja eh Nachtmensch. Aber mit weggehen war danach nichts mehr, das könnt ihr mir glauben! Leicht wütend über mich selber schob ich den Medikamentenwagen vor mir her und machte mich bereit, den nächsten Patienten zu kontrollieren, die Infusion zu begutachten und nach Weiterem zu sehen. Nachdem ich mir die Hände desinfiziert hatte, nahm ich mir eine Sekunde Zeit und atmete erst einmal tief durch. Der Patient hatte keine Schuld an deinem Dienst, deine Gefühle haben in deinem Beruf nichts zu suchen!
Lächelnd trat ich in das dunkle Zimmer, das nur vom Licht auf dem Gang und dem Mond erhellt wurde, der durch das Fenster schien. Doch der Patient lag nicht in seinem Bett, er stand leicht gekrümmt am Fenster. Verunsichert trat ich näher. „Entschuldigung, ist bei ihnen alles in Ordnung? Fehlt ihnen etwas?“
Keine Reaktion, keine Antwort. Er blieb wie er war. Langsam trat ich näher an ihn heran. „Hallo, verzeihen Sie! Stimmt etwas nicht? Soll ich einen Arzt holen?“ In diesem Moment schlug mir ein derartig übler Verwesungsgeruch entgegen, dass ich glaubte, mich auf der Stelle übergeben zu müssen. So etwas hatte ich schon einmal erleben dürfen, der Komapatient damals litt unter einem Dekubitus, eine echt unangenehme Sache… aber dass dieser Patient ebenfalls betroffen war, das war mir absolut nicht bekannt… Das musste ich auf alle Fälle melden.
„Uuuuuhh….“ Der Mann brachte nur ein Stöhnen zu Stande, drehte sich nun auch langsam zu mir herum, kam schlurfend auf mich zu. Der Anblick dessen, was mir das karge Licht offenbarte, traf mich wie ein Eimer kaltes Wasser nach einem Nachmittag in der prallen Sonne: Die Haut sah furchtbar gräulich aus, war an einigen Stellen aufgeplatzt und nässte. „UUuuuuh!!“ Oh Mann, hatte der etwa Lepra!? Und warum sprach der nicht? Was in aller Welt war nur mit seinem Gesicht passiert?
Geschockt stand ich da, sah das Ding immer näher kommen und konnte mich nicht bewegen. Ich erinnerte mich an die Szenen im Horrorfilm, in denen genau das geschah und ich die Personen immer kritisierte, die sich nicht bewegten. In diesem Augenblick konnte ich ihre Reaktion vollstens verstehen…
Den Ständer mit der Infusion hinter sich herziehend kam es wieder 3 Schritte näher und dann konnte ich nicht mehr: So schnell ich konnte huschte ich an dem Ding vorbei, krachte in den Medizinwagen, stieß diesen mit einem ohrenbetäubenden Krachen gegen die Wand und fiel schmerzhaft auf den Boden. Immer noch kam es auf mich zu, ich stand ungeschickt auf. Mein Blick fiel auf die Hand: Die Nadel der Infusion steckte nicht mehr im Handrücken, der Schlauch hatte sich um den Arm gewickelt. Was ging hier ab, verdammt? Es hätte doch nur ein kleiner Routinerundgang sein sollen und jetzt sah ich schon…
„HALT! NICHT NÄHER KOMMEN!!“
Langsam ging ich Richtung Türe, schob mich an der Wand entlang, immer einen weiteren Schritt in Richtung Klinke. Als ich sie mit meiner Hand ertastete, packte ich sie, drückte sie nach unten und rannte voll dagegen. Sie war verschlossen worden. Das war doch unmöglich!! Die Türen waren IMMER offen! Warum jetzt nicht? Geschockt sah ich mich nach einer Fluchtmöglichkeit um: Die Fenster waren zu hoch gelegen, ich konnte also nicht springen. Es gab nichts, außer…
Die Klingel!! Es fiel mir wie Schuppen aus den Augen. Die Alarmklingel am Bett! Ich musste sie nur drücken!! Mit einem gezielten Satz sprang ich an dem Patienten vorbei, kam schnell am Bett an und drückte auf den Knopf. Keine 5 Sekunden später hörte ich meine Kollegin: „Ja, was kann ich für Sie tun?“
„Julia! Hilf mir! Hier stimmt was nicht mit einem Patienten und die Türe geht nicht mehr auf! Schick mir jemanden her, schnell!!!“
Das Ding war näher gekommen, hatte mich schon wieder fast erreicht. Langsam streckte es die Hand mit dem Infusionsschlauch nach mir aus, zog den Ständer mit sich und mir kam die zündende Idee: Blitzschnell langte ich an dem Ding vorbei, packte den Infusionsständer, stellte mich stabil hin und zog es dem seltsamen Patienten über den Kopf. BAM! Das hatte gesessen! Der „Patient“ kam aus dem Gleichgewicht und ging zu Boden, doch anstatt ohnmächtig da liegen zu bleiben, richtete er sich wieder langsam auf und kam im selben Schlurfgang erneut auf mich zu.
Erbärmlich wimmernd zog ich mich, immer noch den Ständer mit dem Infusionsbeutel haltend, Schritt für Schritt an die Wand zurück. War ich etwa im Pausenraum eingepennt?
Für einen kurzen Moment dachte ich über diese Möglichkeit nach.
Ha, genau! Das… war alles nur ein bescheuerter Traum!! Ich musste es nur irgendwie schaffen, aufzuwachen! Nur wie?
Schmerzen… Man kann sich im Traum nicht weh tun und wenn, dann wacht man auf. Oder nicht? Egal, ein Versuch war es wert! Erneut trat ich ein paar Schritte von dem Patienten weg, stellte mich stabil hin, nahm meine komplette Überwindungskraft zusammen und stieß so gut ich konnte den Kopf an das Metall des Infusionsständers. Anstatt aufzuwachen sackte ich auf den Boden, alles begann sich zu drehen und bevor es um mich dunkel wurde, war mir klar: Ich war wach, und befand mich dennoch zur gleichen Zeit in Mitten eines furchtbaren Alptraumes…
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