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von Pierrot307
erstellt: 28.03.2009
letztes Update: 16.12.2009
Geschichte, Thriller / P18 Slash
(abgebrochen)
Chapter 1: Sayo, the Angel
„Wir haben Arbeit für sie. Könnten sie heute von 18 bis 22 Uhr im Hauptgebäude der Umbrella Corporation die Büroräume reinigen?“
Natürlich konnte ich, für einen Stundenlohn von 7$, den die Zeitarbeitsfirma mir vorgeschrieben hatte. Denkt jetzt bitte nichts Falsches über mich, aber ich brauchte das Geld dringend. Nach der High School hatte ich mir ein Jahr „frei“ genommen, um zu arbeiten, damit ich studieren konnte. Einen festen Platz auf dem College hatte ich bereits, nur das nötige Kleingeld fehlte mir und ich wollte meinen Vater nicht unnötig belasten.
Ach, bitte verzeiht mein unhöfliches Verhalten, ich knalle euch all das so einfach vor den Kopf, dabei wisst ihr ja noch gar nicht, wer ich bin. Mein Name ist Sayo Angel Jimura. Meine beiden Vornamen gab mir mein Vater und sie erinnern mich jedes Mal an die Geschichte, die damit zusammenhängt. Sayo ist japanisch, es bedeutet nachtgeboren und Angel, nun ja… Ich hatte in der Nacht meiner Geburt einen Schutzengel. Meine Mutter nicht, sie starb an der Stelle, an der dieser betrunkene Lastwagenfahrer in unseren Wagen gebrettert war. Er überlebte natürlich, soviel zu Gerechtigkeit auf diesem Planeten. Mein Vater hat mich mit seinen eigenen Händen auf die Welt gebracht und war seitdem immer für mich da, wenn ich ihn brauchte.
Doch seit Umbrella ihm… Nun, seit man ihn Strafversetzt hatte, verdiente er nicht mehr sehr viel, was meine Dauermitgliedschaft bei der Zeitarbeitsfirma erklärt. So viel zu dem Thema…
Heute stand also ein Putzjob für die Umbrella Corp. an. Seltsam, soviel ich weiß, stellen die keine Springer ein, erst recht nicht, von internen Mitarbeitern. Noch dazu mussten sie doch Grund zu der Annahme haben, dass ich vielleicht herumschnüffeln und Akten stehlen konnte, was, wenn ich es ehrlich durchdachte, gar nicht mal so weit hergeholt war.
Die Strafversetzung meines Vaters war, wie er mir immer wieder beteuerte, nicht auf seinen Mist gewachsen, man hatte ihm etwas angehängt, doch er konnte seine Unschuld nicht beweisen. Und da ich ihm natürlich glaubte, konnte ich vielleicht ja doch ein wenig in den Akten schnüffeln, sollte sich eine Gelegenheit bieten. Das war ich meinem Vater schuldig!
Vorsichtshalber band ich mir ein Multifunktionstaschenmesser um meine rechte Wade, zog mir zweckmäßige Kleidung an (eine bequeme, weite Hose in dunkelblauen Tarnfarben und ein anliegendes, schwarzes Tank Top, dazu etwas ältere Converse Turnschuhe, ebenfalls schwarz).
Eine halbe Stunde vor der verabredeten Zeit stand ich mit meinem weißen Reinigungskittel am Eingang und wurde von einem Wachmann zum Empfang begleitet. Dort gab man mir einen Ausweis, den ich mit einem Clip an meinem Putzkittel befestigte und ich wurde zum Sicherheitsportal geleitet. Ein Sicherheitsportal?? MIST! Die würden mich in wenigen Sekunden durchleuchten und ich hatte ein Taschenmesser an meiner Wade! Wie sollte ich das erklären?? Mein Herz schlug in Sekundenbruchteilen schneller, als das Schlagzeug in einem Speed-Metal-Song und mir war klar: Jetzt bist du dran! Als mir auch schon die Techniker auffielen, die an der Schleuse herumhantierten.
„Oh!“ meinte der Wachmann, der mich begleitete, nur. Oh, was? Oh, jetzt bin ich am Arsch, vielleicht?
„Oh, die sind ja immer noch nicht mit Reparieren fertig! Naja, egal, du wirst schon keine Halbautomatische Maschinenpistole mit dir herumtragen, oder?“ fragte er grinsend.
Perplex meinte ich: „Nein, nur eine Streitaxt im Ausschnitt…“ woraufhin die Wache vor Lachen brüllte. Mal ganz ehrlich, ich bin stolz auf meine Oberweite, so viel dazu, und ich musste mir immer schon dumme Sprüche anhören („alles klaa im Beha?“ war so ziemlich der einfallsloseste), deswegen machte ich schon immer selber Witze über mich. Nimmt die Luft aus den Segeln der anderen…
Boah… ich konnte nicht anders, als ich nach dem Wachmann die Schleuse durchquert hatte, ich musste einfach erleichtert ausatmen. „Hast du etwas gesagt?“ fragte mein Begleiter und ich hätte am liebsten meinen Kopf gegen die massive Wand geklatscht. War ja klar, dass der Kerl selbst Flöhe husten hört, sonst würde er nicht für Umbrella arbeiten!
„Ich meinte nur: Puh, ich will nicht wissen, wie teuer die Reparatur für so ein Teil ist!“ gab ich zurück, woraufhin mein Begleiter lächelte. „Umbrella-like.“ bemerkte er Schulterzuckend.
Mit dem Fahrstuhl fuhren wir ein paar Stockwerke hinauf, doch für mich fühlte es sich an, als würden wir hinabfahren, trotz der steigenden Anzeige über der Schalttafel. Komisch, was Adrenalin so alles mit unserer Wahrnehmung anstellen kann… dachte ich und kümmerte mich nicht weiter darum.
„Der Stock, in dem du arbeiten wirst, ist um diese Uhrzeit komplett verlassen, also musst du nicht befürchten, von einem Forscher erschreckt zu werden. Die wirklich wichtigen Experimente befinden sich drei Stockwerke unterhalb, allerdings kommst du ohne Code nicht weit. Ich werde dich um Punkt 22 Uhr wieder genau an dieser Stelle abholen, wenn du dich verläufst, dann findest du mit Hilfe der Pläne wieder hier her! Schau, an den Wänden sind in immer gleichen Abständen Pläne aufgehängt.“ Ich sah seinem Finger hinterher und bemerkte einen solchen Plan fein säuberlich in einem Rahmen hinter Plexiglas. Gemeinsam gingen wir näher und der Mann erklärte mir meinen Bereich. Mit wasserlöslichem Filzstift markierte er die Räume und meinte, dass ich das später, bevor ich das Gebäude wieder verließ, wegputzen müsse.
Für 6 Stunden Zeit war mein Bereich relativ klein. Nachdem ich noch einmal alles abgeklärt hatte, verabschiede sich meine Begleitung und ich ging an den Raum mit den Putzutensilien. Mit einem dieser Putzwagen ging ich die Räume und Gänge ab, machte sauber und suchte unauffällig nach Hinweisen. Leider hatte ich keine Ahnung, wo hier Akten aufbewahrt wurden… Bis ich auf einen Notizzettel stieß, der mir enorm weiter half:
Peter, ich war letztens wieder in diesem Gang unten und habe erneut seltsame Geräusche aus Raum B Kantine gehört, aber niemandem etwas darüber erzählt. Wozu soll dieser Raum noch mal gut sein? Immerhin wurde er bis heute nicht genutzt, zumindest nicht für die Arbeiter. Du kennst dich doch in der Forschung aus, oder etwa nicht? Warum machen die alle so ein seltsames Gesicht, wenn man in ihrer Gegenwart über diesen Raum spricht?
Sag mir bitte, was da drin abgeht, sei so gut. Mir läuft es jedes Mal kalt den Rücken herunter, wenn ich daran vorbei gehen oder mich in der Nähe aufhalte…
Liebe Grüße, dein Freund Richard
So so, aus Raum B Kantine klangen also seltsame Geräusche? War Umbrella also doch kein unbescholtener Pharmakonzern, der gegen Tierversuche war?
Auf demselben Schreibtisch fand ich eine am PC angeschlossene Digitalkamera, die ich mitnahm. Dann wollen wir der Sache mal nachgehen! Wenn ich schon keine brauchbaren Akten vorfand, dann wollte ich wenigstens Beweise finden, die Flecken auf Umbrellas weißer Weste hinterließen. Das war ich meinem Vater schuldig!
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