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von Tokio-Hotel-Child
erstellt: 01.01.2009
letztes Update: 04.04.2010
Geschichte, Drama / P18 Slash
(abgebrochen)
LG
Nessy
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~*~ Tausendschön ~*~
Chapter 1: Alles auf Anfang...
Erzähler:
Tom und sein Vater saßen bereits drei geschlagene Stunden in dem großen Auto und hatten bisher kaum ein Wort gewechselt.
Nicht das Herr Kaulitz nicht versucht hätte ein ordentliches Gespräch mit seinem Sohn in Gang zu bekommen, doch die Themen die er anschlug waren nicht gerade die, bei denen Tom vor Freude laut aufgeschrien hätte...
Mit seinem I-Pod und einem Buch saß Tom auf dem Beifahrersitz und sah nur dann und wann auf, wenn eines der vielen Schilder vorüberflog ‚München 350 km‘, oder ähnlich.
Innerlich seufzte er immer wieder auf, weil er einfach nicht fassen konnte, wie langsam manchmal die Zeit verstrich.
„Was liest du denn da?“, schaltete sich plötzlich doch wieder sein Vater ein, doch der Dreadhead reagierte gar nicht. Das laute Rappen in seinen Ohren übertönte so ziemlich alle Geräusche um ich herum.
Sein Vater zupfte an einem Ohrstecker herum und Tom zuckte etwas zusammen. Als er seinen Vater verständnislos musterte, konnte dieser sicher sein die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Sohnes zu haben.
„Was liest du denn da?“, wiederholte er seine Frage und deute auf das Buch in den Händen seines Sohnes.
„Die Leiden des jungen Werther“, antwortete Tom einsilbig.
„Oh, aber sowas liest du hoffentlich für die Schule.“
„Wir werden das nächstes Jahr ganz sicher durchnehmen, wenn ich in die Oberstufe komme und ich dachte mir ich lese es jetzt schonmal. Ich mag es gern, wenn ich weiß was auf mich zukommt!“, meinte Tom und wollte sich wieder in seine Lektüre vertiefen, als sein Vater damit anfing über die Bücher zu reden, die er in seiner Jugend alle gelesene hatte. Augenrollend wollte Der Dreadhead sich schon seinen I-Pod- Ohrhörer wieder ins Ohr stecken, als sein Vater ihn verzweifelt fragte, ob er denn in seiner Freizeit gern las.
„Papa!“, sagte Tom empört und spürte wie er die Geduld verlor. „Mama zickt mich jeden Abend an, dass ich verdammt nochmal das Buch weglegen soll, wenn wir gemeinsam essen!“ Ja, Tom war eine ausgesprochene Leseratte, was er natürlich niemals vor seinen Freunden zugeben würde, aber bei seinem Vater war es wohl eine Ausnahme, der alte Herr würde sich vielleicht sogar freuen.
„So? Oh, ja... ich erinnere mich. Was liest du denn so?“
„Alles!“, antwortete Tom knapp und vertiefte sich wieder in sein Buch.
„Ja, aber was ist denn alles?“
„Thomas Mann, Bretolt Brecht, Stephen King, Harry Potter...“, zählte er ein paar Dinge auf.
„Oh, wie erfreulich, Harry Potter habe ich auch gelesen“, eröffnete Her Kaulitz stolz, „Ist das nicht der, der ‚Die deutsche Wirtschaft im Aufschwung‘ geschrieben hat?“
Tom hätte sich am Liebsten sein Buch über den Kopf gezogen bis er ohnmächtig zusammen sacken konnte um nichts mehr mitkriegen zu müssen, doch so einfach war es nicht der Unwissenheit seines Vaters zu entgehen.
„Nein, Papa, Joanne K. Rowling hat Harry Potter geschrieben, es sind insgesamt sieben Bände und es geht um einen Zauberer...“, erklärte er so ruhig wie möglich.
„Oh, so ein Unsinn, jeder weiß doch dass es keine Zauberer gibt, Tom, wirklich! Du solltest mal etwas Vernünftiges lesen!“
„Okay, weißt du was? Ich werde jetzt weiter Musik hören und dieses Buch zu Ende lesen!“ bestimmte Tom und stopfte sich genervt seine Hörer in die Ohren und ließ sich von Samy Deluxe beschallen.
„Aber, Tom!“, rief sein Vater und zog abermals an dem Kabel. „Wir haben uns noch gar nicht über die anderen Bücher unterhalten, die du gelesen hast.“
„Das wären auch zu viele, glaubst du ich erinnere mich an jeden verdammten Titel, geschweigedenn an jeden Autor?“, entrüstete sich Tom, tat seinem Vater aber den Gefallen und zählte noch weitere Bücher auf. „Kann ich jetzt endlich weiter lesen?“
„Ja!“, gab Herr Kaulitz sich geschlagen.
„Prima!“ Tom vertiefte sich abermals in sein Buch und war eine weitere halbe Stunde später damit durch.
Was sollte er nun tun?
Sein anderes Buch war hinten im Kofferraum und er kam jetzt nicht dran.
„Papa, kannst du auf den nächsten Rastplatz fahren?“
„Warum?“
„Weil ich mein anderes Buch holen möchte!“
„Klar, was liest du denn als nächstes?“
„Ich habe die Wahl zwischen ‚Die Säulen der Erde‘, ‚David Copperfield‘ und ‚Sakrileg‘.“
„Oho, die Biographie des Zauberers?“
„Nein, Papa, das Buch von Dickens.“, erklärte Tom so ruhig es möglich war und hätte sich am Liebsten wieder etwas Hartes gegen den Kopf geschlagen.
„Oh, das ist natürlich viel besser. Als ich so alt war wie du habe ich immer Edgar Allen Poel gelesen.“
„Ja, von dem wollte ich auch schon was lesen, bisher bin ich noch nicht dazu gekommen. Aber weißt du was auch schön ist? Etwas Seichtes, triviale Liebesromane!“
„Tom! Bitte! Trivial bedeutet abgedroschen! Du kannst unmöglich so einen Mist lesen, als nächstes läufst du in Strumpfhosen herum wie Robin Hood und möchtest Ballettänzer werden, hmm?“
„Fahr‘ einfach bald ab und lass mich in Ruhe lesen, ja!“, schrie Tom patzig und schlug mit seiner flachen Hand gegen seine Stirn.
„Was bist du denn so gereizt? Ah, ich weiß, das kommt von deinen trivialen Liebesromanen! Pf... ich wette du würdest es auch ganz toll finden, wenn dich so ein Muskelprotz von Mann verführen würde hm? ‚Oh, sein Bizeps spannte sich fest als er sie auf seine Arme hob und sein Schlafzimmer brachte...‘“, scherzte sein Vater.
„Das war doch bloß ein Scherz, als ob ich so einen Mist lesen würde! Und wenn, dann bin ich der Typ der sie ins Schlafzimmer trägt“, meinte Tom muffelig und lehnte sich zurück.
~*~
Ein paar Auseinandersetzungen und hundert Seiten in David Copperfield später fuhren Herr Kaulitz und sein Sohn endlich auf den Hof des Internates auf.
Es war ein großes, schönes Anwesen. Das Eingangstor wirkte rustikal und der Hof war so groß, dass Tom sich schon auf die zahlreichen Pausen zu freuen begann. Das Hauptgebäude war riesig, weiß und wirkte alt, nicht herunter gekommen, jedoch klassisch.
Allein bei dem Anblick fühlte sich der junge Kaulitz erschlagen von dem Wissen, dass ihm hier vermittelt werden sollte. Die beiden Nebentrakte die ebenso alt schienen schlossen den Hof in Hufeisenform ein.
Gemeinsam mit seinem Vater schlurfte Tom über die Pflastersteine und sie betraten das Gebäude. Der Weg zum Direktorenzimmer war ausgeschildert und sie hatten keine Probleme sich zurecht zu finden.
Insgeheim staunte Tom über die hohen Wände und die langen Gänge, es erschlug ihn beinahe.
Von einem Fenster aus konnte Tom auf einen weiteren Hof sehen und die beiden, scheinbar neueren Trakte bewundern, die sich von dem alten Hauptgebäude mit ihrem moderneren Design abhoben, er war begeistert, was er jedoch nicht zeigte.
Dahinter lag der Sportplatz und die Turnhalle, das Einzige was ihm nicht wirklich zusagte, denn Tom verabscheute jede Art von Sport. Wann immer es konnte hatte er es an seinem alten Gymnasium geschwänzt. Das hatte dann immer Ärger gegeben...
Sein Vater klopfte schwungvoll an der Tür des Direktors und wurden hereingebeten. Sofort wurde der alte Bekannte begrüßt und Herr Doktor Michel flog geradezu auf Herr Kaulitz zu.
„Jörg, altes Haus, dass man dich nochmal zu Gesicht bekommt! Und dann wird dein Sohn hier Abitur machen! Welche Freude.“
„Zuerst wird er hier hoffentlich die zehnte Klasse bestehen, er ist kein so guter Schüler!“, meinte Jörg seufzend.
Verwundert blickte Herr Doktor Michel ihn an. „War sein Zeugnis etwa gefälscht? Der Junge hatte doch bloß Einsen und ein paar Zweier... bis auf die vier in Sport, das muss sich ändern, junger Mann!“
„Aye!“, Tom salutierte spöttisch und verzog seine vollen Lippen zu einem Grinsen, das Piercing in seiner Unterlippe schien nahezu zu strahlen vor Übermut.
„Ehrlich? Tom warum hast du mir nicht gesagt was für ein guter Schüler du bist?“
Tom widerstand dem Drang sich seine flache Hand gegen die Stirn zu donnern und lächelte seinen Vater gezwungen an. „Du hast immer so viel zu tun, es ist dir mal wieder entfallen...“
„Ja... ja... du hast recht, denke ich“, meinte Jörg Kaulitz zerstreut und nickte seinem Sohn lächelnd zu. „Er kommt halt doch nach seinem Vater.“
„In der Tat!“, pflichtete Doktor Michel ihm gönnerhaft zu.
‚Zum Glück nicht!‘, fügte Tom gedanklich zu.
„Nun ja, wie auch immer, hier ist dein Stundenplan, Tom und hier ist der Schlüssel zu deinem Zimmer. Außerdem habe ich die Hausordnung für dich ausgedruckt und ich möchte dass du sie aufmerksam durchliest. Dann wirst du dir einen Bibliotheksausweis zulegen müssen und ich möchte dir noch ein paar Dinge nahelegen ehe ich dich entlasse...“ Herr Doktor Michel zwinkerte ihm durch seine Brille zu und sprach über die Ausgehzeiten, den Konsum von Drogen, Alkohol und Zigaretten, alles war natürlich verboten, allerdings gab es eine Raucherecke außerhalb des Internates und was Tom dann mit seiner Gesundheit anfing war ihm selbst überlassen.
„Außerdem musst du mit einem Verweis rechnen, wenn du sturzbetrunken hier ankommst, haben wir uns verstanden?“
„Hab ich nicht vor, aber gegen den verantwortungsvollen Umgang mit...“
„Ja, ja, ich war auch mal jung“, winkte der Mann ab, „Aber nicht in meinem Internat! Und auch nur in Maßen während deines Aufenthaltes in der Stadt... oder dann doch besser gar nicht.“
Tom rollte mit seinen Augen und winkte ebenfalls ab.
„Ich lasse mal deinen Zimmerkameraden Daniel kommen, du kennst den Jungen schon?“
„Ja, wir sind befreundet“, antwortete Tom und beobachtete den Direktor, wie er den Jungen über Lautsprecher ausrufen ließ. Es dauerte nur wenige Minuten bis Daniel klopfte und eintrat.
„Hi, Tom!“, begrüßte er den Dreadhead sofort und zwinkerte ihm zu, dann schlugen sie kumpelhaft ein und er wendete sich an den Direktor: „Ich nehme an, dass ich Tom sein neues Zuhause zeigen soll.“
„Ganz recht, ich werde mich in de Zwischenzeit noch etwas mit Herr Kaulitz unterhalten.“
Tom ließ sich noch schnell den Autoschlüssel geben und verschwand dann sofort mit Daniel aus der Tür.
„Ist schon cool, dass du jetzt auch endlich hier bist.“
„Ja, gefällt mir bisher... gibt es hier denn hübsche Mädchen?“, kam Tom direkt zur Sache.
„Und ob, aber bloß die, die aus der Umgebung auf die Schule gehen, im eigentlichen Internat gibt es nur Jungs, ein Paradies für Schwule...“ Daniel lachte. Sie erreichten das Auto und sofort begannen sie die Kisten, die Tom eingepackt hatte auszuräumen.
„Du hast es eilig, hm?“
„Du kannst dir nicht vorstellen wie öde die Fahrt hierher war!“, stöhnte Tom. „Bevor mein alter Herr noch auf die Idee kommt mich aus irgendeinem dummen Grund doch wieder mit zunehmen, packe ich die ganzen Kisten lieber schnell aus!“
„Ich leide mit dir... und ich helfe dir.“
„Bist halt doch ein wahrer Freund!“, scherzte Tom und reichte ihm die Kiste mit seiner Unterwäsche und den Kappen.
„Die Bücher trage ich allein“, meinte Tom.
„Sicher? Bücher sind verdammt schwer!“
„Ich bin doch ein ganzer Kerl!“ ‚Außerdem sind das meine Heiligtümer!‘, fügte Tom im Stillen hinzu.
„Na gut, wie du willst. Aber ich denke du wirst sie ohnehin nicht alle auspacken können, dafür ist unser Zimmer vermutlich doch zu klein...“, warnte Daniel ehe sie sich auf den Weg machten.
Als Tom in seinem neuen Zimmer ankam sah er sich zuerst neugierig um. Es war neutral in Orangetönen gestrichen. Auf der einen Seite des Raumes stand ein Bett mit Bücherregal und ein Kleiderschrank. Unter den Fenstern gegenüber der Tür standen zwei Schreibtische und auf der anderen Seite stand wohl Toms Bett und sein Regal mit seinem Kleiderschrank.
Am Fußende Daniels Bettes war eine weiter Tür.
„Wo führt die denn hin?“, fragte Tom und deutet auf sie.
„Badezimmer ist aber auch eher bescheiden, aber immer noch besser als die Gemeinschaftsduschen für die fünften und sechsten Klassen...“
Tom sah sich gleich um, das Badezimmer war steril weiß gekachelt, aber es gab eine Dusche und eine Toilette, außerdem ein Waschbecken mit Spiegel, eigentlich alles, was das Herz begehrte, dass er keinen Whirlpool erwarten konnte, war auch vorher klar gewesen und schlecht fand Tom das nicht.
„Ist doch alle super. Okay, es ist nicht Zuhause, aber auch nicht übel“, meinte er schlicht.
„Ja, genau. Lass‘ uns schnell noch die anderen Kisten holen, ich möchte schon fertig werden“, erwiderte Daniel und stand schon wieder in der Tür. „Es ist noch sehr ruhig im Moment, die große Welle kommt erst am späten Nachmittag, alle wollen die Ferien bis zum Ende auskosten, auch nicht verkehrt... ich zeige dir dann später mal das ganze Internat.“
Tom stimmte ihm zu und gemeinsam verließen sie ihr Zimmer um die restlichen Kisten her zu wuchten...
*Chapter 1 Ende*
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