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von Karate-Teddy    erstellt: 28.12.2008    letztes Update: 05.05.2009    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt)
Kapitel Zwei


Die Scheibenwischer waren kaputt, dachte Łukasz. Seine Augen verfolgten dem leise quietschende Paar. Rechts. Links. Rechts. Links. Es regnete ziemlich heftig, deswegen hatten sie auch einiges zu tun, um die Frontscheibe vom Wasser freizuschaufeln.

„Hörst du mir überhaupt zu?“


„Lukas?“

Łukasz sah auf. Ja, er hörte ihr zu. Tat es immer, auch wenn sie es oft nicht glauben konnte. Sie war so hübsch. Er wusste, dass viele Leute sie für eingebildet und oberflächlich hielten. Aber er wusste ebenso, sie war nichts vom alledem. Aber sie war ein unsicherer Mensch und unsichere Menschen neigten dazu sich oft so zu geben, wie sie überhaupt nicht waren. Jetzt bebten ihre Nasenflügel und die kleine Falte zwischen ihren Augen vertiefte sich immer mehr. Sie war wütend, dann sah sie immer so aus. Er kannte sie seit sechs Jahren, deswegen wusste er, dass es klüger war, nichts zu sagen.

„Ob du mir zuhörst, habe ich gefragt“, wiederholte sie und sah kurz von der Straße ab, um ihn fixieren zu können. Er rutschte in seinem Sitz etwas nach unten, sah stur auf die Straße.


„Lukas!“

Rechts. Links. Rechts. Links. Kaputte Scheibenwischer. Schwerer Regen. Sie streckte die Hand nach ihm aus, sah plötzlich sehr besorgt aus. Die Augenbrauen zusammengezogen und Beklemmung zeichnete ihre Züge. Dann verschwamm ihr Gesicht plötzlich vor seinen Augen… Er wollte sie festhalten, die Hand nach ihr ausstrecken, doch sie war schon lange weg. Seine Hände griffen uns Leere.

„Komm, Junge, wach auf!“

Rückartig war Łukasz wach. Schwer keuchend starrte er in das Gesicht von Mirosław. Sein Herz raste in seiner Brust, pochte schmerzhaft fest gegen seine Rippen. Seine Haut war von einer leichten Schweißschicht überzogen, seine Bettdecke durchgeschwitzt. Er wusste, er musste leichenblass sein, spürte jetzt erst die Tränen, die wie automatisch seine Wangen hinabrieselten, wischte sie ärgerlich mit dem Handrücken weg.

„Alles okay mit dir?“, fragte Mirosław, streckte eine Hand nach ihm aus und legte sie an seine Stirn. Er entwandt sich der Berührung, konnte sie jetzt nicht ertragen, rutschte etwas von dem Älteren weg. „Du bist ja schwerer zu wecken als meine Jungs. Albtraum?“

„W- w-was… was machst du hier?“, fragte Łukasz stotternd ohne auf die Fragen einzugehen. „Wie bist… bist du hier reingekommen?“

Sein Sturmkollege hockte neben dem Bett, richtete sich jetzt etwas auf und sah halb besorgt und halb überrascht auf ihn hinab. Łukasz fühlte sich unter diesem Blick unwohl. Er wusste, es konnte noch nicht sehr spät sein, denn es war noch dunkel draußen.

„Ich habe angeklopft, aber du hast nicht reagiert, da bin ich reingekommen. Du hattest nicht abgeschlossen, was übrigens sehr leichtsinnig von dir ist, Lukas“, schimpfte der Ältere, hob mahnend den Zeigefinger und sah ihn streng an.

Łukasz atmete einmal tief durch, schloss die Augen und fuhr sich mit der Bettdecke über das schweißnasse Gesicht. Langsam kam er wieder runter. Sein Puls und seine Atmung stabilisierten sich wieder. Noch mal tief durchatmen, dann ging es wieder.

„Was willst du denn hier?“, fragte er und warf einen Blick auf seine Armbanduhr, die auf dem Nachtschränkchen lag. Es war nicht einmal sechs Uhr.

„Du hast geschrieen“, meinte Mirosław besorgt. Und Łukasz wurde sich bewusst, dass die Wände hier wohl ziemlich dünn sein mussten. Hoffentlich hatte sonst niemand etwas mitbekommen. „Wirklich alles klar bei dir?“

Łukasz nickte bloß, war sich aber bewusst, wie schrecklich er aussehen musste. Das tat er immer nach diesen Träumen. Also fast jeden Morgen. Er schlug die Bettdecke weg und schwang die Beine vom Bett. Sie zitterten etwas, doch sie brachten ihn an sein Ziel – das Badezimmer. Sich nicht die Mühe machend und die Tür zu schließen, drehte er einfach den Wasserhahn auf und streckte den Kopf unter das eiskalte Wasser. Nur ein, zwei Minuten, dann war er wieder etwas klarer, wieder in der Realität. Sein Körper beruhigte sich, auch wenn er jetzt etwas kalt war. Er hob den Blick und sah in den Spiegel. Es blickte ihm ein Fremder zurück: Eisige Wassertropfen bahnten sich ihren Weg über leichenblasse Haut, eingefallene Wangen und das unrasierte Kinn, tropften schließlich auf seine Schultern und den Boden, glitten über den Rücken und die Brust.  Seine Augen waren leer und verklärt, lagen tief in den Höhlen. Zehn, Zwanzig Minuten, dann würde er besser aussehen, aber im Moment war er dem Tod näher als dem Leben.

Eine Bewegung aus dem Augenwinkeln brachte ihn dazu, sich von seinem Spiegelbild abzuwenden. Mirosław hielt ihm ein Handtuch entgegen, dass er auch dankend annahm und sich die Haare trocken rubbelte. Vereinzelnd tropften die kühlen Wasserperlen immer noch über seine Haut, ließen ihn frösteln.

„Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe“, entschuldigte er sich. Erst jetzt fiel ihm auf, dass Mirosław seine Schlafsachen trug und ziemlich müde zu sein schien. Doch er winkte ab.

„Ach, ich habe einen leichten Schlaf“, meinte er ganz so als sei es selbstverständlich, dass er rüberkam, wenn er jemanden im Schlaf schreien hörte. Vielleicht war es das auch für ihn. Łukasz wagte nicht zu hoffen, dass es vielleicht daran lag, dass Mirosław ihn möglicherweise mögen könnte.

„Danke, das ist wirklich…“, nett von dir? Nein, nett war das falsche Wort. Irgendwie fiel ihm nicht ein, was es denn nun war. Łukasz war ihm dankbar, dass er ihn gerade an dieser Stelle aus dem Traum gerissen hatte. Er wusste, es wäre noch viel schlimmer gekommen. Sein Unterbewusstsein hatte es gespürt und anscheinend schon vorher Alarm, im Sinnes eines Schreies, geschlagen. Also sagte er einfach noch mal: „Danke.“

Mirosław ging nicht darauf ein. „Bist du wirklich in Ordnung?“, fragte er. Łukasz schob sich an ihm vorbei in sein Zimmer zurück, murmelte eine Bestätigung. Natürlich war er nicht in Ordnung, aber er wollte sich nicht die Blöße geben und darüber Jammern.

Rasch schnappte er sich ein paar Klamotten und klemmte sie unter den Arm. Er wusste, er konnte nicht wieder einschlafen. Der Ältere verstand den Wink mit dem Zaunpfahl. Łukasz wollte ihn ja wirklich nicht rauswerfen, aber noch weniger wollte er jetzt nervige Fragen über sich ergehen lassen.

„Okay, wir… wir sehen uns dann beim Frühstück“, meinte Mirosław etwas überrumpelt, zögerte noch kurz, dann wandte er sich ab. Kurz darauf hörte Łukasz die Tür ins Schloss fallen. Er seufzte schwer. Sein Freund hatte es nicht verdient, so abgewiesen zu werden, aber er wollte sich ihm nicht anvertrauen. Er war in seinem Leben häufig verletzt worden, nie wieder sollte jemand die Möglichkeit haben so nahe an ihn heranzukommen.

Beim Duschen musste er die Temperatur abwechselnd auf kalt und warm stellen. Blieb das Wasser zu lange kühl, so betäubte es ihn, hielt er es warm, so lief er Gefahr wieder müde zu werden. Schließlich stieg er bibbernd und mit einer feinen Gänsehaut aus der Dusche, trocknete sich ab und zog sich an. Er überlegte nicht lange, was er machen konnte, dafür war es zu alltäglich, dass er früh am Morgen aufwachte. Wie selbstverständlich fanden seine Hände Marek Oramus’ „Rewolucja z dostawą na miejsce“ und zogen es aus der Tasche. Mit dem festen Vorsatz sich voll und ganz auf die Literatur zu konzentrieren und keine anderen Gedanken zuzulassen, verflog die Zeit. Es war schließlich Acht Uhr, als er sich dazu entschloss, Frühstücken zu gehen. Er war sich bewusst, dass noch niemand aus seiner Mannschaft wach sein würde, sie waren gestern schließlich ziemlich spät angekommen, aber er hätte sich vermutlich sowieso nicht mit ihnen zusammengesetzt.

Er steckte sein Handy ein und machte sich auf den Weg in den Speisesaal, der zu dieser frühen Stunde nicht sehr gefüllt war. Łukasz holte sich erst mal einen Kaffee und schnappte sich eine Zeitung, dann setzt er sich an einen freien Vierertisch in einer ruhigen Ecke. Noch bevor er den ersten Artikel durchgelesen hatte, musste er aufsehen, weil sich jemand zu ihm setzte. Er erkannte sie nicht sofort wieder, aber als ihm der platinblonde Schopf förmlich ins Auge sprang, erinnerte er sich. Mit zerknittertem, müden Gesicht ließ sich Bastian neben ihm auf den Stuhl fallen, gegenüber nahm ein überraschend wacher Philipp Platz und der letzte Stuhl wurde von Marcell belegt, der nicht viel besser aussah, als Bastian.

„Morgen, Lukas“, begrüßte Philipp ihn. „Frühaufsteher, hm?“

Łukasz sah ihn überrascht an. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie so normal mit ihm umgehen würden. Nicht nachdem Clemens ihnen gestern offensichtlich gesagt hatte, wer er war. „Gezwungenermaßen“, gab er zu.

Bastian gähnte einmal ausgiebig und ließ den Kopf auf die Tischplatte fallen. „Wieso musste ich noch mal so früh aufstehen, Wireless?“, fragte er scheinbar nebensächlich. Er hatte die Augen geschlossen und schien in der Lage zu sein, jeden Moment wieder einzuschlafen. Die Arme schob er jetzt unter den Kopf und rutschte ein wenig auf dem Stuhl herum, um eine angenehme Position zu finden.

„Weil du ein Idiot bist, darum“, antwortete Philipp und verdrehte die Augen. „Und damit du dich vielleicht mal bedanken kannst!“

Bevor sich irgendjemand bei irgendjemand anderem bedanken konnte, beugte sich ein grinsender, junger Mann von hinten über die Stuhllehne und schnippte Bastian ans Ohr. „Aufwachen, Schweini!“

Herzherzig schlug Bastian die Hand weg. „Lass mich, Metze!“, jammerte er.

„Das war Per“, informierte Marcell ihn, der sich weit nach hinten gelehnt hatte und die Arme von der Brust verschränkte. Seine Augen waren halb zugefallen, aber er schien auf der Hut zu sein, dass man ihn nicht ebenso herzlich weckte wie seinen Saufkumpanen.

„Mir egal“, meinte Bastian bloß und legte sich beide Hände über die Ohren, um sich einerseits zu schützen, andererseits taub stellen zu können. Philipp –  der als einziger von ihnen einen Teller mit Frühstücksutensilien mitgebacht hatte – pulte in aller Ruhe das Innenfutter seines Brötchens heraus, formte es zu kleinen Kügelchen und bewarf seinen sich-tot-stellenden Freund damit.

„Ich habe dir gesagt, du sollst nicht so viel trinken“, sagte Philipp beinahe unberührt und warf seelenruhig weiter, ganz so als täte er das ständig und wusste, dass Bastian bald deswegen ausflippen würde.

„Ja, Mama“, jammerte Bastian, der ihn trotz seiner Hände als Ohrenschützer anscheinend wunderbar verstehen konnte.

„Du machst ja sowieso, was du willst“, wusste Philipp.

Per, der Bastian gerade ans Ohr geschnippt hatte, kehrte vom Buffet zurück und fuhr Bastian einmal kräftig durchs Haar. „Ja, unser Basti hat eben seinen eigenen Kopf.“

Noch mal schlug Bastian nach ihm, traf ihn aber nicht einmal ansatzweise. Lachend zog Per samt Frühstück von dannen und setzte sich an den Nachbartisch. „Entweder wirst du alt und deine Reaktionen lassen nach“, mutmaßte Marcell mit einem breiten Grinsen, „oder du hast einen fetten Kater.“

„Ey, lasst mich mal in Ruhe“, jammerte Bastian. Sie lachten. Er selbst war hier der einzige, dem er leid tat und das ahnte er anscheinend auch. Seine Freunde wussten augenscheinlich, dass er ein hilfloses Opfer war, wenn er getrunken hatte. Erst jetzt bemerkte Bastian, dass Philipp ihn die ganze Zeit beworfen hatte. „Meine Haare!“, kreischte er und versuchte die Kügelchen mit den Händen abzufangen, musste sich dazu wieder aufrichten.

Philipp lachte und stellte seinen Beschuss ein. „Ich wollte dir bloß helfen aufzuwachen“, behauptete er, klatschte aber breit grinsend mit Per ab. Beleidigt schüttelte Bastian die Haare aus und versuchte die Krümel loszuwerden.

„Ich hasse euch“, behauptete er trotzdem.

„Nein, nein, Basti“, verwarf ein Mann, der sich ebenfalls an den Nachbartisch gesetzt hatte, seinen Einwand und beugte sich zu Bastian rüber, um ihm sogar ein paar Brotreste von den Schultern zu fächeln. „Gib es zu, eigentlich hast du uns auch lieb!“

Bastian schnaubte. „Aber nur ein ganz kleines Bisschen, David, nur ein ganz kleines Bisschen“, sagte er und zeigte zwischen Daumen und Zeigefinger, dass es wirklich nicht viel war. Dann schnappte er sich, mit überraschend guten Reflexen für einen Mann, der unter den Nachwirkungen eines Vollrausches litt, den Salzstreuer und machte Anstalten ihn nach Philipp zu werfen. „Außer dich, Wireless, dich mag ich nämlich überhaupt nicht!“

Philipp lachte und nickte. „Ja, ja, Basti, ich weiß schon.“

Łukasz fühlte sich reichlich fehl am Platz und auch irgendwie ignoriert. Er folgte dem Schlagabtausch mit den Augen und es schien auch niemand wirklich vom ihm Notiz zu nehmen. Jedenfalls wunderte es keinen, dass ein Fremder hier mitten zwischen ihnen saß.

Neben ihm stellte Bastian inzwischen den Salzstreuer, der einiges von seiner Fracht verloren hatte, wieder auf den Tisch und lehnte sich zurück. Seine Hand schnellte nach hinten und erwischten einen Arm, der sich gerade um seine Schulter schlingen wollte.

„Vergiss es, Piotr!“, meinte er.

Der junge Mann mit den dunklen Haaren lachte. „Wie hast du mich bemerkt?“, fragte er ertappt. Bastian ließ ihn wieder los.

„Kenn doch meine Pappenheimer“, meinte er nur.

Łukasz konnte nicht anders als die Jungs zu beneiden. Er fragte sich, was sie wohl für eine Truppe waren. Vielleicht machten sie hier einen Cliquenurlaub. Jedenfalls schienen sie sich wirklich gut zu kennen, obwohl sie scheinbar eine ziemlich große Gruppe waren, und auch zu mögen. Piotr klopfte ihm noch mal kameradschaftlich auf die Schulter, dann wandte er sich ab.
Das erste Mal seit sie sich zu ihm gesetzt haben, sah Bastian Łukasz wirklich an. Ganz so als habe er ihn nie zuvor erblickt. Die wachen, grünen Augen musterten ihn von oben bis unten, sahen irgendwie abschätzig aus, dann entschied er sich offensichtlich dazu ihn zumindest nicht sofort zu verabscheuen. Jedenfalls schloss Łukasz dies, da ihm eine Hand entgegengestreckt wurde. „Ich weiß, ich hab dich gestern schon kennen gelernt, aber ich kann mich an deinen Namen nicht mehr erinnern“, sagte er. „Ich bin Bastian.“

Überrascht wanderte sein Blick hinab zur dargebotenen Hand, dann gab er sich einen Ruck und ergriff sie. „Lukas“, stellte er sich vor.

„Danke fürs her bringen… und so“, meinte Bastian lässig. Offensichtlich wusste er nicht mehr allzu viel von der Nacht, wenn er glaubte, es wäre so einfach gewesen. Łukasz hob die Augenbrauen.

„Danke fürs nicht ankotzen… und so.“

Philipp prustete los und verteilte damit die Hälfte seines Orangensaftes über den Tisch. Und auch Marcell konnte ein Lachen nicht zurückhalten. Bastian sah ihn etwas perplex an, dann grinste er auch leicht und zuckte schließlich mit den Schultern.

„Hab ich gern gemacht“, sagte Bastian.

„Wenigstens einer von uns“, erwiderte Łukasz mit einem kleinen Seufzen.

Tarzan and Jane were swingin' on a vine – Candy man… Candy man – Sippin' from a bottle of vodka double wine – Sweet. Sugar. Candy man.

Łukasz zuckte kurz zusammen, dann begriff er, dass irgendjemand schon wieder an seinem Handy herumgespielt und einen falschen Klingelton eingestellt hatte. Wirklich tolles Lied hatten sich die Jungs ja ausgesucht. Er stöhnte und nahm den Anruf entgegen.

„Ja“, meldete er sich auf Deutsch.

Poldi?“, wurde verwirrt zurückgefragt. Erst dann erkannte Łukasz die andere Stimme.

„Andrzej, was willst du?“, fragte er zurück, diesmal auf Polnisch. Er konnte nicht verhindern, dass sein Ton leicht aggressiv klang. Die Jungs, die bei ihm am Tisch saßen sahen ihn fragend an.

Reg dich mal wieder ab!“, forderte der Jüngere. „Ich wollte nur anrufen, weil…

Łukasz unterbrach ihn. „Ist was mit Monika?“, fragte er plötzlich alarmiert. Ruckartig erhob er sich von seinem Stuhl und entfernte sich vom Tisch, raus aus dem Frühstückssaal, sah kein einziges mal zurück. All seine Gedanken waren wie weggefegt.

Nein, ihr geht’s wie immer“, sagte er. „Ich wollte doch nur…

„Wieso meldest du dann?“, fuhr Łukasz ihn an. „Ich hab dir gesagt, dass ich nicht mehr mit dir reden will, es sei denn, es geht um deine Schwester.“

Ja… ja, ich weiß, Łuka, weiß ich doch alles “, sagte er verzweifelt und irgendwie weinerlich. „Ich… ich… Mensch, das fällt mir doch alles auch nicht leicht. Ich will doch auch bloß, dass alles wieder…

„Es wird nie wieder so sein wie früher, Andrzej, nie wieder!“, zischte er, dann legte er auf. Inzwischen hatten seine Beine ihn aus dem Saal getragen. Resigniert schloss er die Augen, lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und ließ den Kopf zurückfallen. Seine Hand, die immer noch das Handy umklammerte, zitterte unkontrolliert. „Nie wieder“, flüsterte er noch mal.

„Lukas?“ Er riss die Augen wieder auf, fühlte sich furchtbar ertappt. Mirosław war näher getreten uns sah ihn jetzt besorgt an. „Alles okay bei dir?“

Hastig nickte er, stieß sich wieder von der Wand ab und versuchte ihm beruhigend zuzulächeln. Doch er wusste, dass der Versuch missglückt war, als Mirosław skeptisch die Augenbrauen zusammenzog.

„Alles okay“, sagte – nun ja – flüsterte er. Entschuldigend hob er sein Handy an, fuhr sich mit der anderen Hand über die schwitzige Stirn, atmete einmal tief durch. „Schlechte Nachrichten.“

Mirosław schien zu verstehen. „Willst du reden?“, fragte er und starrte auf das Handy, welches immer noch von der zittrigen Hand gehalten wurde.

Łukasz stopfte die verräterische Hand in die Hosentasche, hielt sie so ruhig, zögerte mit einer Antwort, dann schüttelte er den Kopf. Er würde alleine mit seinen Problemen fertig werden. Das hatte er immer getan. „Ist nicht so schlimm“, behauptete er.

Einen Moment sah sein Mannschaftskamerad ihn zweifelnd an. „Okay… Dann… Kommst du mit in den Konferenzraum? Der Rest wartet schon“, meinte er. Łukasz sah ihm an, dass er enttäuscht war.

„Konferenzsaal? Wieso?“

„Hat dir keiner bescheid gesagt?“, fragte der Ältere überrascht und auch ein bisschen wütend. Ärgerlich schüttelte er den Kopf. „Wir haben ein Problem. Eine andere Mannschaft ist hier im Hotel…“




A/N: Da bin ich also wieder. Schön zu hören, dass es öffensichtlich niemanden stört, wenn ich Lukas und Miro bei ihren Geburtsnamen nenne. Über den Unfall werden wir im Laufe der Story noch häufiger hören...
Ich wünsche euch einen Guten Rutsch! Mögen alle Vorsätze in Erfüllung gehen!


Danke an lillehammerjenta, JezzieMaus, lilly88, P-Amidala, Katii, Snoopy05, stadtmusikantin, hannah483, OEDARIUS, Shanya, lucky-lady, Brie, Julia, Lulu91, Kinderschokolade, Mrs Tie, Narutofan
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