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Geschichte: Fanfiktion
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von annamolly
erstellt: 30.11.2008
letztes Update: 24.07.2011
Geschichte, Allgemein / P18 Slash
(pausiert)
Also denn... Viel Spaß und so, was? ^^
Ich bin nach Bremen zurückgekommen, in meine Geburtsstadt, um meine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann zu machen. Natürlich, die hätte ich auch überall sonst in Deutschland machen können, auch in Düsseldorf, wo ich dreizehn Jahre mit meinen Eltern und meinen beiden kleinen Geschwistern gewohnt habe.
Sicherlich, aber ich wollte einfach nicht.
Musste dort raus, denn, auch wenn es mir dort gefallen hat, so richtig zu Hause habe ich mich dort nie gefühlt.
Zu Hause ist für mich irgendwie Bremen, obwohl ich da nun gerade einmal fünf Jahre meines Lebens verbracht habe, an die ich mich kaum noch erinnere. Aber das, an was ich mich erinnere, ist gut. Weserstadion, Werder Bremen, meine ersten Schritte in den Fußballschuhen, mein Opa, ein typischer norddeutscher Kauz.
So viel – und auch wenn ich die Fußballschuhe seit meinem 18. Geburtstag an den Nagel gehängt habe, bin ich doch noch immer treu verbundener Werderfan. Bin eben doch ein echter Bremer.
Ein echter Bremer auf Wohnungssuche.
Denn so gerne ich meinen Opa auch habe, dauerhaft bei ihm zu wohnen, ist echt nichts für mich. Ich brauch’ meinen Freiraum und den habe ich dort einfach nicht. Außerdem ist der Weg nach Bremen rein doch ein Stück, da mein Großvater außerhalb wohnt, mit seiner neuen Frau auf einem Bauernhof.
Morgens schmeißt der Hahn einem aus dem Bett, abends muss man im Stall helfen. Das ist einfach nicht das, was ich mir vorstelle. Immerhin muss ich, wenn in drei Wochen die Ausbildung anfängt, wirklich früh genug aufstehen, da wäre ich echt dankbar, wenn ich jetzt noch ein bisschen meine Ruhe hätte.
Drei WGs habe ich mir für heute vorgenommen – und ich wäre wirklich froh, wenn es bei einer davon klappen würde.
*
Bin enttäuscht, als ich gegen Nachmittag in einem Café im Viertel sitze und mir erst einmal einen Cappuccino gönne. Zwei der drei Wohngemeinschaften habe ich mir angeschaut, bei beiden Fehlanzeige.
In der ersten Wohnung leben noch zwei Katzen – und so schön das freie Zimmer ist, ich bin nun mal allergisch gegen Katzenhaare, da geht’s echt nicht, mit zwei von den Biestern zusammenzuleben.
Die zweiten Suchenden haben schon jemanden gefunden, so dass ich gleich wieder rückwärts nach draußen gejagt wurde.
Nun ja, nicht ganz so drastisch, aber doch so in der Art. Man hat mich an der Tür mit elendslangen Entschuldigungen abgespeist, nur um sie mir dann einfach vor der Nase zuzuschlagen, anstatt mich wenigstens mal auf einen Kaffee einzuladen oder so.
Mir soll’s recht sein, aber jetzt lege ich meine ganze Hoffnung auf das letzte Zimmer, das ich mir noch anschauen will.
So etwas ist echt nichts für mich – ich bin einfach nur froh, wenn ich etwas gefunden habe, wo das Zimmer in Ordnung ist, die Wohnung sauber und die Mitbewohner nett. Ich verlange ja nicht mal viel mehr. Okay, Internetzugang wäre klasse, Wasch- und Spülmaschine auch, aber… notfalls bring’ ich die Wäsche zu meinem Opa und Geschirrspülen bekomme ich echt gerade noch so hin.
Ich leere meinen Cappuccino, zahle und mache mich dann auf den Weg zur nächsten Straßenbahnhaltestelle.
Habe keine Lust, bis nach Walle zu laufen. Außerdem – wozu habe ich dieses dämliche Azubi-Ticket denn jetzt schon? Da kann ich es auch benutzen.
Von außen sieht das Mehrfamilienhaus schon mal gar nicht so schlecht aus und es gibt sogar eigene Stellplätze, von denen hoffentlich auch noch einer für meinen Ford Mustang übrig ist. Das Teil ist nämlich mein Ein und Alles, habe lange genug dafür mein Taschengeld und das Geld, das ich mir beim Regaleinräumen und Nachhilfegeben zusätzlich verdient habe, gespart, um es mir dann, kurz nachdem ich meinen Führerschein in der Tasche hatte, zu kaufen.
Ich glaub’, ich war der glücklichste Mensch der Welt, als ich die erste Spritztour damit gemacht habe.
Nachdem ich mir die Umgebung noch ein bisschen angeschaut habe – bin zehn Minuten zu früh dran -, klingle ich bei „F. Schulze & N. Schillinger“. Hoffe wirklich, dass sich dahinter meine neuen Mitbewohner verbergen, dass die Wohnung genauso cool ist wie die Umgebung.
„Hallo?“, werde ich durch die Gegensprechanlage gefragt.
Schon einmal eine nette Stimme. „Hi, ich komm’ wegen des Zimmers.“
Es dauert nur einen Moment, bis der Summer ertönt, ich die Tür aufdrücke und mich im Treppenhaus wiederfinde. Mich umschauend, gehe ich zur Treppe hinüber und laufe bis zum vierten Stock nach oben.
Dort streckt schon jemand seinen blonden Schopf aus der Tür und grinst mich freundlich an, als ich vor eben jener Tür zum Stehen komme.
Nun öffnet sich die Tür ganz und eine Hand wird mir entgegen gestreckt. „Ich bin Nina“, erklärt mein Gegenüber, drückt meine Hand. „Und du musst dann wohl Felix sein?!“
„Der bin ich“, stimme ich zu, erwidere ihr Lächeln und lasse mich dann in die Wohnung bitten. Ziehe, wie beordert, die Schuhe aus, während ich mich im Flur umsehe, und merke, wie mein Bauch schon längst abgenickt hat. Also… im übertragenen Sinne!
Ich will das Zimmer haben, egal wie es aussieht. Die Wohnung ist hübsch, das Haus sieht gut aus, die ganze Umgebung, die Wellenlänge der ersten Mitbewohnerin stimmt mit meiner, glaube ich, ziemlich überein… Kann’s noch besser werden?
„So, lass uns erst mal ins Wohnzimmer gehen“, meint Nina, als ich mir die Schuhe ausgezogen habe, und öffnet eine Tür. „Da müsste auch Flo sitzen. Sag ihm einfach, dass du Werderfan bist, dann hast du bei ihm schon einen Stein im Brett.“
Ein Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus, als wir nun das Wohnzimmer betreten und besagter Florian vom Sofa aufsteht. „Ich bin sogar tatsächlich Werderfan“, meine ich mit einem Seitenblick zu Nina.
„Hast das Zimmer“, lacht Florian und reicht mir seine Hand. „Nenn mich Flo, Alter. Was meinst du, wie’s morgen gegen Wolfsburg ausgeht?“
„Na, 3:1 für uns!“
Nina neben uns rollt mit den Augen und macht mit einem Räuspern wieder auf sich aufmerksam. „Also, das ist das Wohnzimmer, da drüber ist die Küche“, erklärt sie und zeigt auf die nächste Tür. „Wenn du die auch sehen willst…“
Natürlich – ich will doch, dass da einen Spülmaschine steht. Und tatsächlich, die gibt es wirklich. Im Badezimmer, das nicht unbedingt groß ist, gibt es zwar keine Waschmaschine, aber die steht laut Nina unten im Keller.
Na dann. Einen schnellen Blick in Ninas und Flos Zimmer, dann kommen wir auch schon zu meinem zukünftigen Zimmer. Denn davon gehe ich inzwischen echt aus – es müsste echt eine Katastrophe sein, dass ich das Teil nicht nehme. Für den Preis noch dazu.
Und es ist keine Katastrophe. Vielleicht nicht unbedingt perfekt, aber vollkommen in Ordnung und mit ein bisschen Streichen und ordentlichem Zusammenstellen der Möbel und so weiter ist da echt was zu machen.
„Also“, meine ich in einem Ton, dem nur noch der Tusch fehlt, und wende mich den beiden zu. „Von meiner Seite aus gäbe es nichts, das dagegen sprechen würde… Ich würde das Zimmer sofort nehmen.“
„Weltklasse“, freut Flo sich schon, wird aber in seiner Euphorie von Nina gebremst, die mich fragt, ob ich nicht noch zum Abendessen bleiben möchte, damit sie noch ein paar Fragen stellen könnte, um zu sehen, ob es wirklich passt.
Ich stimme natürlich zu und so sitze ich zwanzig Minuten später mit den beiden am Küchentisch, stochere in meinen Nudeln mit Pilzsoße herum und warte ab, was sie denn wissen wollen.
„Was machst du denn so und wie alt bist du eigentlich?“, fragt Nina dann auch schon und sieht mich ehrlich interessiert an.
„Ich bin 18, habe gerade mein Abitur gemacht und fange am 1. Oktober meine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann an“, gebe ich Auskunft, lächle noch, bevor ich mir eine Gabel Nudeln in den Mund schiebe und auf weitere Fragen warte.
Nina nickt, scheint zufrieden. „Das passt ja gut, wir sind beide zwanzig… Flo macht eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann und ich studiere Englisch und Spanisch auf Lehramt… Du kommst nicht aus Bremen, oder?“
„Doch, im Prinzip schon. Ich bin hier geboren und hab’ die ersten fünf Jahre meines Lebens hier verbracht, dann sind wir nach Düsseldorf umgezogen. Aber für mich war eigentlich immer klar, dass ich nach der Schule, wenn möglich, wieder zurück nach Bremen will. Ich bin hier einfach zu Hause…“
Flo nickt zustimmend. „So ist das. Einmal Bremer, immer Bremer. Und bist auch schon immer Werderfan?“
„Na, aber hallo“, grinse ich und nicke heftig. „Ich war das erste Mal im Stadion, da war ich zwei. Mein Opa hat mich immer mitgenommen früher, als wir noch hier gelebt haben, und ich hab’ auch mal in der Jugend gespielt.“
„Was? Bei Werder?“ Flo reißt die Augen auf und sieht mich groß an. „Nicht dein Ernst… Meine Fresse, geiler Scheiß. Und dann ziehst du weg… Hast du in Düsseldorf auch gespielt? Wo spielst du jetzt?“
„Ich hab’ aufgehört mit dem Fußball“, murmle ich nur und hebe die Schultern. „Hab’ in Düsseldorf auch gekickt, bei einem kleineren Verein allerdings, bis ich 18 war.“
„Mh…“
Flo fragt nicht weiter, auch wenn er vielleicht gerne würde, denn nun ergreift Nina wieder das Wort, die offensichtlich genug von dem Fußballgeschwätz hat. „Ist ja nun auch nicht so wichtig, oder? Über Fußball könnt’ ihr Jungs immer noch reden… Hast du irgendwelche Haustiere, eine Freundin?“
Ich muss lachen, wie sie das sagt. Nicht nur, weil das so… lustig klingt, wie sie fragt. Ob ich denn Haustiere hätte oder ’ne Freundin. Klingt irgendwie so, als wäre beides eher unpraktisch und nicht so unbedingt erwünscht. Und außerdem…
„Nein, keine Haustiere. Und auch… keinen Freund.“
Diesmal bekomme ich gleich zwei aufgerissene Augenpaare und ich hebe nur leicht die Schultern. Nun ja, damit habe ich sie jetzt vielleicht geschockt, aber ich lege das lieber gleich offen, bevor es nachher noch böse Überraschungen gibt.
„Du bist… schwul?“, hakt Flo jetzt nach.
Ich lecke mir leicht über die Lippen, hoffe, dass ich es mir damit jetzt nicht versaut habe bei den beiden. Oder auch nur bei einem von beiden. Trotzdem nicke ich. „Ja und wenn das ein Problem für euch ist, dann… gehe ich eben weiter suchen.“
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