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von Depp    erstellt: 08.10.2008    letztes Update: 10.05.2012    Geschichte, Allgemein / P12    (in Arbeit)
X-Men 4: The War begins ... again


Kapitel 3: Beerdigung



Disclaimer: Was soll ich hier noch mal schreiben? Ach ja, nichts gehört mir außer dem Plot und eventuellen OCs und ich mache das hier auch nur zum Spaß für mich und (hoffentlich) euch. So, jetzt hab ich nen Disclaimer...




Kleine Anmerkung am Anfang:

So hier kommt wieder ein neues Kapitel, nachdem ich heute den ganzen Tag geschrieben habe… Haha, Satansbratn, heute hast du keinen Grund, dich zu beschweren, ich hab den Termin eingehalten…

Sarina (dein Review war etwas zu spät, um im zweiten Kapitel drauf zu antworten…), freut mich natürlich, dass es dir gefällt. Ja, der Tod von Bobby ist nicht die Überraschung, aber für mich war das einfach die ideale Eröffnungsszene… und ich habe durchaus noch ein paar andere Überraschungen geplant (oder zumindest unerwartete Wendungen)… Und Die Szene über Eric musste einfach sein… mal schaun, was der noch so vorhat…
Satansbratn… danke. Danke, dass du treu Reviews schreibst und danke, dass du mich von Zeit zu Zeit ermunterst, weiter zu schreiben… das Brauch ich, damit ich weiß, dass das hier auch jemand liest… Und in diesem Kapitel kriegst du extra noch mal ein Stückchen Storm, nur für dich… Danke auch für die Info über Colossus… hab ich diesmal brauchen können, war bei Kap 2 ziemlich nervig immer nur Colossus zu schreiben… Hoffe, dir gefällt auch der neue Teil. Und sorry für das „der“…
Carzy Kenny, auch dir vielen Dank, wenn du auch längere Geschichten schreibst, weiß0t du ja, wie wichtig regelmäßige Reviewer sind… und ja, es ist schwer, vor allem weil ich ziemlich viele Handlungsstränge und viele Personen unter einen Hut bringen muss, aber langsam hab ich, glaub ich den bogen raus… Und was Magnetos Plan angeht… Da bin ich auch gespannt… Hehehe… böse grins…
Daughter Of Joy: Juhu, ein neuier Leser! Und wie gefällt dir dieses Kapitel?
Alana 17: Ja, Ich freu mich auch, dass es weiter geht. Danke für das Lob Rotwerd… Tja,. Und was Rae angeht… in diesem Kapitel kommts raus… Überraschung… Und was Jubes angeht… Jaaa, ich hab dir ja gesagt, dass ich in diesem Kapitel näher auf sie eingeh… das passt nicht so ganz hier rein, dafür wird sich das nächste kapitel mit ihr beschäftigen… sie ist auf jeden Fall kein OC…
ManuB: Schön, dass es dir gefällt. Und ja, ich habe die DVD zu Hause… Deshalb: Geduld, mein junger Padawan, Geduld… Nein, Scherz beiseite, gib mir einfach noch zwei drei Kapitel Zeit dann wird alles Klar… Und was Bobbys Tod angeht… Den Jungen in teil eins hat sie nur ganz kurz geküsst. Bobby hat sie eine ganze Nacht lang berührt. Da hat sie ihm alle Lebensenergie ausgesaugt… Aber auch der Iceman wird nicht verschwinden…

Also, vielen Dank für eure Reviews Leute, die tun echt gut, und ich hoffe, euch gefällt auch dieses Kapitel, ist das längste bisher… Lasst mich wissen, was ihr davon haltet…

Und jetzt: Bühne frei!








                                                            ~ - ~






Beerdigungen, dachte sie sich, als sie auf ihrem Stuhl saß, waren ein guter Ort zum Nachdenken. Derjenige, der die Beerdigungsansprache hielt – in diesem Fall Storm, die das seit dem Tod des Professors immer machte -, redete vorne vor sich hin und Raven bezweifelte auch nicht, dass sie eine gute Rede hielt, doch sie war sich sicher, dass ihr nicht jeder der Anwesenden zuhörte. Die meisten, so vermutete sie, hingen ihren eigenen Gedanken nach, so wie sie es gerade tat. Allerdings war sie unter den Anwesenden auch die große Ausnahme, immerhin hatte sie Bobby kaum gekannt, weswegen sie sein Tod relativ kalt ließ. Menschen starben halt. In diesem Moment starben vermutlich mehr Menschen als bei der Beerdigung anwesend waren, und über die dachte auch keiner hier nach.

Und ganz ehrlich: Sie konnte sich auch kaum vorstellen, dass alle Leute, die hier weinten, das auch ehrlich meinten. Diese ganze zur Schau gestellte Trauer machte sie krank. Die meisten Leute hier hatten wie sie Bobby kaum gekannt. Und außerdem machte die Trauer einen schwach! Man musste sich zusammenreißen. Weiterkämpfen. Für die Ideale des Toten, um ihn so zu ehren. Sicher zu stellen, dass er nicht umsonst gestorben war.

Sie war eigentlich nur hier, weil sie hier war. Sie wohnte nun in der Mansion und da gebot es schon die Höflichkeit, ihren Gastgebern Respekt zu zollen, indem sie anwesend war. Sie sah an sich herunter. Außerdem stand ihr schwarz einfach zu gut...

Naja, sie gab es ja zu, Höflichkeit war auch nicht der Grund, aus dem sie anwesend war. Als ob sie sich jemals um Höflichkeit geschert hätte... Nein, ein Grund war, dass sie für Logan da sein wollte, der sich immer noch die Schuld am Tod des Jungen gab. Und es schie ihm wirklich gut zu tun, in dieser Zeit nicht allein zu sein. Den anderen Grund, aus dem sie hier war, gestand sie sich selbst kaum ein: Sie mochte diese Leute. In den letzten Tagen hatte sie ein wenig Zeit mit Ororo und en paar Schülern verbracht, und auch wenn es diesen am Anfang schwer gefallen war, sie zu akzeptieren, so waren sie mit der Zeit doch so etwas wie Freunde geworden. Oder zu etwas, dass Freunden nahe kam. Bekannte. Leute, mit denen man in der Kantine zusammen sitzen musste, weil kein extra Tisch frei war.

Und was ihr am meisten Angst machte, war, dass es ihr nichts ausmachte, diesen Leuten näher zu kommen. Sie, die sie Jahrzehnte lang in Einsamkeit gelebt hatte, die sich keiner Perso außer Logan geöffnet hatte, ließ sämtliche Vorsichtsmaßnahmen, die ihr in den letzten Jahren gute Dienste geleistet hatte, außer Acht, nur weil eine farbige Mutantin mit weißem Haar sie mit großen Augen ansah.

Was an der ganzen Sache aber ihrer Meinung nach am seltsamsten war, war dass es Storm und den meisten anderen nichts auszumachen schien, dass sie nun in der Mansion wohnte. Und das obwohl sie keinen Cent Miete bezahlte. Sie konnte essen, was sie wollte, trinken, was sie wollte, gehen, wohin sie wollte. Und manchmal schienen Ororo und andere sogar ihre Gesellschaft zu suchen. So viel Freundlichkeit war Raven einfach nicht gewöhnt. Naja, dachte sie, und musste sich ein Grinsen verkneifen, könnte aber auch daran liegen, dass sie keine Ahnung haben, wer ich wirklich bin...

Inzwischen haben sie sich ein wenig an mich gewöhnt, dachte sie. Aber am ersten Tag war das noch ganz anders gewesen...



                                                     ~ - ~




Zwei Tage zuvor.


Eine weitere Nacht war vergangen, in der Storm nicht geschlafen hatte. Aber immerhin hatte sie auch nicht lange über Jean, Scott und den Professor nachgedacht. Dafür hatte sie zu viele andere Dinge im Kopf gehabt. Zunächst hatte sie den Brief an Bobbys Eltern geschrieben, was recht lange gedauert hatte. Dann hatte sie Pläne geschmiedet. Nach dem Verlust vom Iceman bestanden die X-Men nur noch aus fünf Kämpfern: Sie selbst, Wolverine, Shaddowcat, Colossus und Rogue, wobei sie nicht sicher war, wann und ob letztere überhaupt jemals wieder einsatzfähig sein würde. Fünf Kämpfer und nur sie und Logan hatten so etwas wie Erfahrung. Das war wenig, zu wenig. Viel zu wenig, um gegen Magnetos Bruderschaft anzutreten, von der sie keinen Zweifel hatte, dass sie wiederauferstehen würde. Zumal da sie nach Bobbys Tod Schwierigkeiten haben würden, Pyro etwas entgegenzusetzen. Sicher, sie könnte es regnen lassen, aber ihre Fähigkeiten waren eigentlich am wertvollsten, wenn sie sie an allen Fronten einsetzte und sich nicht bloß auf einen Mutanten konzentrierte.

Und außerdem würde sie in diesem Krieg nicht mehr bloß als Kämpferin fungieren, sie würde als Anführerin der X-Men auftreten müssen. Und das Problem war: Sie war es nicht gewohnt, als Anführerin zu denken, jedenfalls nicht wenn es um Kämpfe ging. Bisher hatte es immer jemand anderen gegeben, der die Fürung übernommen hatte, der Professor, Scott, manchmal hatte sie sogar von Logan Befehle entgegengenomen, da sie wusste, dass er ein Soldat war, dass er Erfahrung im Kämpfen hatte, dass er dafür geschaffen war. Doch nun war sie die Anführerin und musste die Entscheidungen treffen, musste einen Schlachtplan ersinnen, obwohl sie das noch nie zuvor gemacht hatte. Und das war es, was ihr Kopfzerbrechen bereitete. Daran, dass ihr Gegner kein Geringerer als Magneto selbst sein würde, der sich seit Jahrzehnten auf diesem Terrain bewegte, wollte sie erst gar nicht denken. Am liebsten hätte sie ales hingeschmissen und jemand anderen den Job machen lassen. Doch sie wusste, die Schüler zählten auf sie, ihre Freunde zählten auf sie und was am wichtigsten war: Der Professor hatte auf sie gezählt. Und deshalb kam versagen oder gar aufgeben gar nicht erst in Frage.

Sie seufzte, als sie weiter darüber nachdachte. Eines war klar, dieX-Men waren zu wenige, sie würden Verstärkung brauchen. Doch wer kam dafür in Frage? Den Nightcrawler hatte sie seit Ewigkeiten nicht gesehen und sie hatte keinerlei Ahnung, in welchem Winkel der Welt sich Kurt in diesem Moment befand. Hank konnte sie ebenfalls nicht um Hilfe bitten, er hatte alle Hände voll damit zu tun, auf politischer Ebene die Wogen zu glätten und er war als Verbindungsmann zum Präsidenten viel zu wertvoll, als dass sie ihn von dort abziehen konnte. Sicher, er hatte ihr seine Hilfe angeboten, als sie ihn vor. Doch das Beast hatte dabei auf die Berge von Akten geschaut, die sich auf seinem Schreibtisch stapelten, und sie hatte gewusst, er würde lieber seine Arbeit im Büro machen. Trotzdem war sie sich sicher, dass seine Tage als Kämpfer noch nicht vorbei waren und dass sie, wenn es hart auf hart käme, immer auf ihn zählen konnte und dass er dann ohne zu zögern wieder in seine Uniform steigen würde.

Doch im Moment löste das nicht ihren Mangel an Kriegern und sie dachte darüber nach, wen sie sonst einsetzen könnte. Sie hatte sich in den vergangenen Tagen mehrmals intensiv mit Warren unterhalten und ihr war klar geworden, dass der Angel ein äußerst friedliebender Mensch war, der seine Fähigkeiten niemals gegen andere Lebewesen einsetzen würde. Sie respektierte diese Einstellung und teilte eigentlich seine Überzegungen, doch sie wusste, dass sie würde kämpfen müssen. Und obwohl Angel deswegen als X-Man nicht in Frage kam, wusste sie doch, dass sie ihn bei SAR-Missionen (Anm.: Für alle die es nicht wissen: Englischer Armeejargon für „Search-and-Rescue“) und für schnelle Nachrichtenübermittlung einsetzen würde können.

Jimmy hätte sie natürlich gut brauchen können, doch der Junge war noch ein Kind, durch seine jahrelange Isolation in den Worthington-Laboratorien noch jünger als er eigentlich war. Doch wen sollte sie dann nehmen? Wem konnte sie es antun, ihm die Bürde aufzuerlegen, ein X-Man zu sein, auf Leben und Tod kämpfen zu müssen, vielleicht sogar jemanden töten zu müssen, um die Schule, nein die ganze Welt zu schützen? Sie hasste sich dafür, diese Entscheidung treffen zu müssen, doch es war unumgänglich. Wohl oder übel müsste sie sich für Schüler entscheiden und bereits bei dem Gedanken daran wurde ihr schlecht. Sie fühlte sich schon nicht wohl dabei, Kitty, Marie und Piotr kämpfen zu lassen, aber diese drei hatten wenigstens schon einmal gekämpft. Sie rieb sich die schmerzenden Augen, während sie im Geist die Schüler durchging, die sie als X-Men einsetzen konnte. Eigentlich gab es nur eine Kandidatin. Nur eine Schülerin war schon so weit, diese Belastung zu ertragen, doch auch bei dieser zögerte sie. Sie seufzte. Eigentlich hatte sie ihre Entscheidung ja schon getroffen, sie hatte ja gar keine andere Wahl. Und sie wusste, dass sie damit das Leben des Mädchens für immer verändern würde, und vermutlich nicht zum Guten...

Es hörte sich immer so toll an, Superheld zu sein, die Welt zu retten, dabei coole Sprüche zu klopfen und abends rechtzeitig für die neueste Folge House, MD wieder zu Hause zu sein. Doch nichts war der Realität ferner. Sie wusste, das Mädchen würde, wenn sie die Uniform anlegen würde, schreckliche Entscheidungen treffen müssen, Dinge tun müssen, die sie ihr Leben lang verfolgen würden. Und sie würde Schmerzen ertragen müssen, die sie sich nicht vorstellen konnte. Und obwohl Storm vor einem Kampf stets das Gegenteil sagte, so war ihr doch klar, dass das Mädchen Freunde in der Schlacht verlieren würde...

Sechs X-Men also, immer noch erschreckend wenig, doch auf keinen Fall würde Ororo noch einen ihrer Schüler zu einem solchen Schicksal verdammen. Dsenn sie hatte keinen Zweifel daran, dass das Mädchen zustimmen würde. Das taten sie immer. Doch bis dahin hatten sie noch eine Menge Arbeit zu erledigen da sie noch weit davon entfernt war, ihre Fähigkeiten gut zu meistern. Gleich nach Bobbys Beerdigung würde Storm mit ihrem Training beginnen.

Die Beerdigung. Da war es wieder, das Ziehen in ihrem Magen, das sie in den letzten Wochen so oft verspürte. Es war schon traurig, dass sie inzwischen so genau wusste, wie man eine Beerdigung organisierte und dass sie mittlerweile einige Angelegenheiten schon mechanisch erledigte. Sie dachte eine Weile nach, wie die Beerdigung ablaufen sollte. Als sie einige Pläne gemacht hatte, beschloss sie sich am folgenden Tag mit einigen Freunden Bobbys zusammen zu setzen, diese Entscheidungen wollte sie nicht alleine treffen, so wie sie es beim Professor getan hatte. Dafür hatte sie den Jungen nicht gut genug gekannt.

Über diesen Gedanken war es schließlich Morgen geworden und Ororo stellte bei einem zufälligen Blick auf die Uhr, die auf ihrem Schreibtisch stand überrascht fest, dass sie eigentlich schon zum Frühstück gehen konnte. Mit einem leisen Knurren erinnerte sie ihr Magen daran, dass sie am gestrigen Tag nichts gegessen hatte und dass allein der Gedanke an Essen sie schwach machte. Außerdem könnte sie jetzt gut eine Tasse Kaffee vertragen. Zwie Tassen, dachte sie sich, als sie sich die Augen rieb und lautstark gähnte. Oder am besten eine ganze Kanne. Mit viel Zucker...

Außerdem war es noch früh genug, dass die meisten Schüler noch schliefen, sodass sie vielleicht ein wenig Ruhe haben würde, wenn sie aß. Sie hatte heute schließlich noch genug Probleme, um die sie sich heute kümmern musste. Doch eigentlich hätte sie es besser wissen müssen, dachte sie sich, als sie die Küche erreichte. In dieser Schule hatte man schließlich nie seine Ruhe, hier war ja immer etwas los. Auch so früh am Morgen. In der Küche am Tisch saß Logan, vor ihm eine große Tasse Kaffee und ein riesiger Teller mit Rührei. An sich nichts ungewöhnliches, doch auf dem Tisch standen noch ein zweiter Teller und eine zweite Tasse. Und dem Mutanten gegenüber saß eine junge Frau mit schwarzen Haaren, die Ororo den Rücken zuwandte.

Das konnte doch nicht wahr sein, dachte sie sich. Da lag Rogue immer noch sediert in ihrem Zimmer, nachdem sie ihren Freund umgebracht hatte, die ganze Schule trauerte, sie hatte eine schlaflose Nacht nach der anderen und er hatte nichts anderes zu tun als in einer Bar das nächstbeste Mädchen aufzureißen! Und dann hatte er auch noch die Frechheit, hier mit ihr zu sitzen und in aller Seelenruhe zu frühstücken, wohl wissend, dass jeden Moment ein Schüler oder sogar Rogue selbst in die Küche kommen könnte! Für einen Moment war sie sprachlos. Wut machte sich in ihr breit, enorme Wut, die sich darin äußerte, dass der Himmel draußen anfing, sich zu verdunkeln. Sie achtete nicht darauf, dass sie unbewusst ihre Kräfte einsetzte und stapfte zur Kaffeemaschine. Erst mal Kaffee, sagte sie sich, dann kriegt er was zu hören. Immer noch zeigten weder Logan noch das Mädchen irgendeine Reaktion auf ihr Eintreten, obwohl sie sich sicher war, dass der Wolverine sie bemerkt hatte, lange bevor sie in der Küche angekommen war.

Sie war so in Rage, dass sie ihre Kaffeetasse in einem Zug runterstürzte. Sie bemerkte den Schmerz nicht einmal, als der heiße Kaffee ihre Kehle verbrannte und schenkte sich wütend eine neue Tasse ein.

„Guten Morgen!“, grüßte sie steif, und jeder, der sie kannte, hätte gewusst, dass sie sich gerade noch im Zaum hielt und am liebsten ganz andere Dinge gesagt hatte. Doch wieder einmal gewann ihre Höflichkeit die Oberhand und eine wichtige Lehre, die ihr der Professor mit auf den Weg gegeben hatte: Immer erst mal anhören, was los ist, vielleicht ist ja alles ganz harmlos. Obwohl sie bezweifelte, dass selbst der Professor in dieser Situation seine Contenance gewahrt hätte.

Ihr Gruß hatte immerhin zur Folge, dass die beiden ihre Anwesenheit endlich zur Kenntnis nahmen, zumindest das Mädchen blickte sie nun an und grüßte in einer fein modulierten Stimme zurück. Logan dagegen mampfte ungestört weiter, doch Storm befasste sich im Moment nicht mit ihm, da sie zunächst das Mädchen musterte. Sie war schön, mit kurzen schwarzen Haaren. Und sie war kein Mädchen mehr, sie schien älter, reifer zu sein als die anderen Frauen, die Logan so mitbrachte. Irgendetwas in ihrer Stimme kam Ororo bekannt vor und auch die Augen glaubte sie schon einmal gesehen zu haben, die Art, wie sie sie anschaute, war seltsam vertraut, doch Ororo konte nicht recht zuordnen, woher. Ein leichter Schauer lief ihr den Rücken herunter, als der Blick der jungen Frau den ihren traf. Wie auch immer, sie musste zugeben, Logan hatte Geschmack, und irgendwie schien die Frau nicht der Typ zu sein, der sich einfach so aufreißen ließ. Dazu wirkte sie viel zu ... selbstsicher.

Ororo bemerkte, dass sie die Frau anstarrte, und ihr wurde bewusst, dass es allmählich Zeit wurde, etwas zu sagen.

„Wer ist das?“, fragte sie deshalb schroff, an Logan gewandt, doch nicht er war es der antwortete, sondern die junge Frau, die seltsam unbewegt schien von Ororos aggressivem Ton.

„Mein Name ist Rae.“

Ororo sagte nichts, sie wartete darauf, dass Logan ihr antwortete. Die Frau starrte sie weiterhin an und nach einigen Sekunden Stille verlor sie langsam aber sicher die Geduld.

„Du weißt genau, was ich meine, Logan! Was zum Teufel macht sie hier?“, rief sie deshalb, und obwohl die Stimme der Frau sie ein wenig beruhigt hatte untermauerte ein lautes Donnern ihre Worte und sie war sich sicher, dass sie mit ihrem Geschrei die meisten Schüler geweckt hatte, doch das kümmerte sie im Moment nicht.

Endlich drehte sich Logan um.

„Sie wohnt hier. Hast du was dagegen?“

Obwohl ihre Wut stärker wurde, zwang sie sich, leiser zu sprechen, sie wollte nicht noch mehr Leute aufwecken.

„Ob ich was dagegen habe? Ob ich was dagegen habe? Wir haben gerade einen unserer Schüler verloren, das Mädchen, das dich liebt, und das du zu beschützen versprochen hast, hat gerade seinen Freund getötet, wir haben hier ein Haus voller Schüler, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, dass einer von ihnen tot ist, die ganze Welt will uns umbringen und zu allem anderen hat auch noch Magneto seine Kräfte wieder und du fragst mich, ob ich was dagegen habe? Was zur Hölle denkst du dir eigentlich, dass du hier tust?“

Ororo konnte nicht umhin, sich darüber zu freuen, dass sie Logan sprachlos gemacht hatte und ihr entging auch nicht das kaum sichtbare Grinsen, das sich bei ihren Worten auf das Gesicht der Frau – wie hatte sie sich doch gleich genannt? - schlich. Auch ihr schien die Ironie der Situation nicht zu entgehen, dass sie den großen Kämpfer Wolverine wie einen Grundschüler zusamengestaucht hatte. Logan schluckte, und brauchte einen Moment, ehe er ihr antworten konnte:

„Sie gehört zu mir.“

Halt, stopp. Was zur Hölle sollte das nun schon wieder heißen? Sie gehörte zu ihm? Bedeutete das etwa, dass sie so etwas wie seine Freundin war? Das konnte doch nicht sein, Wolverine war ein Einzelgänger, der nur zu Rogue und zu Jean jemals so etwas wie Zuneigung gezeigt hatte.

Amüsiert beobachtete Rae, wie Storm ihn wütend anfunkelte, während Logan ihren Blick hielt und defensiv zurück starrte.

Langsam beruhigte sich Storm wieder. Sie konnte es nicht glauben. Logan schien das wirklich ernst zu meinen.

„Und was denkst du, dass du Marie erzählen wirst?“

Diese Worte schienen Logan zu treffen. Lange hatte er darüber nachgedacht und wenn er ehrlich war: er wusste es nicht. Er hatte keine Ahnung, wie sie reagieren würde. Und eigentlich hatte er sogar ein wenig Angst vor ihrer Reaktion. Rogue zu verletzen war das letzte, was er wollte.

„Das dachte ich mir“, fuhr Storm fort, als er nicht antwortete. „Dann solltest du dir schnell was einfallen lassen, denn sie wird mit sicherheit nicht mehr lange Dornröschen sein.“

Wieder grinste Rae und Ororo musste zugeben, dass ihr der Sinn für Humor, den die andere Frau hatte, gefiel. Trotzdem konnte sie nicht glauben, dass Logan so verantwortungslos sein könnte. Gerade zu einem solchen Zeitpunkt. Er musste doch wissen, was er Rogue damit antun würde. Auch wenn sie sich inzwischen wieder unter Kontrolle hatte, ihre Wut war noch lange nicht verflogen, doch sie sah ein, dass das Logans Angelegenheit war, solange er keine Schüler damit in Gefahr brachte. Außerdem hatte sie schon mehr als genug Probleme. Sie wandte ihren Blick von Logan zur Tür, und bemerkte die Schüler, die im Flur standen und neugierig die fremde Frau anstarrten. Damit sollte Logan alleine fertig werden, dachte sie, als sie ihre Tasse abstellte und auf sich zum Gehen wandte. Der Appetit war ihr wieder einmal vergangen. Eine Sache gab es allerdings noch, die sie wissen musste, wenn sie zulassen sollte, dass die Frau in der Mansion wohnte.

„Ist sie eine von uns?“ fragte sie deshalb schlicht, wissend, dass Logan verstehen würde, dass sie sich darauf bezog, ob Rae eine Mutantin war oder nicht.

Wolverine und die Frau wechselten einen bedeutungsvollen Blick, den Storm nicht ganz deuten konnte. Dann antworteten sie gemeinsam:

„Nein.“






                                                         ~ - ~







Piotr hasste Beerdigungen. Und wenn es eine Sache gab, die er noch mehr hasste als Beerdigungen, dan waren das Beerdigungen seiner Freunde. Er saß auf seinem Stuhl unter lauter Leuten, von denen die meisten seinen Freund gar nicht gekannt hatten. Und denoch weinten sie mehr als alle Freunde Bobbys. Die Direktorin – auch wenn sie selbst diesen Titel nicht in Anspruch nahm, jeder wusste, dass sie die Direktorin war - stand vor Bobbys Grab und hielt eine Ansprache für ihn. Sie erzählte etwas über sein Leben und über seinen Mut undwie er für seine Ideale gekämpft hatte. Und dass sie das jetzt für ihn weiterführen mussten. Was man bei einer Beerdigungsansprache halt so sagen musste.

Nicht dass Piotr nicht glaubte, dass Storm ihre Worte nicht ernst meinte. Ihn störten mehr die Leute die um ihn herumsaßen. Er befand sich in einer Traube von weinenden Leuten, von denen er wusste, dass die meisten es nicht ernst meinten, und bemühte sich, die unbewegliche Maske aufrecht zu erhalten, die er seit Tagen getragen hatte. Er hatte nie gelernt, seine Gefühle zu zeigen, fühlte sich unwohl dabei. Doch unter seiner unbewegten Oberfläche tobte ein wahrer Sturm an Gefühlen.

Sicher, er trauerte. Bobby war sein bester Freund gewesen. Eigentlich war er der einzige Freund gewesen, den er gehabt hatte, seit er von seiner Schwester getrennt lebte. Er vermisste ihn, vermisste es, mit ihm herumzuhängen, sich mit ihm zu unterhalten oder mit ihm in den Danger Room zu gehen. Doch das war nicht das schlimmste, das er empfand.

Er hatte Gewissensbisse. Seit drei Tagen konnte er an kaum mehr etwas anderes denken als an die letzten Worte, die er mit Bobby gewechselt hatte. Sie hatten gestritten, über irgendeine blödsinnige Kleinigkeit und abschließend hatte er Bobby gesagt, er solle doch zu seiner Rogue gehen und ihn für den Rest seines Lebens in Ruhe lassen. Er wusste, Bobby hatte verstanden, dass er das nicht ernst gemeint hatte, dass er bloß wütend gewesen war. Ihm war klar, Bobby hatte gewusst, wie wichtig Piotr ihre Freundschaft gewesen war, auch wenn er es ihm nie gesagt hatte. Colossus wusste das alles.

Und doch... Ein nagender Zweifel blieb. Was wenn Bobby doch gedacht hatte, dass er ihn nie wieder sehen wollte? Wenn Bobby in der Meinung gestorben war, dass Piotr ihn hasste? Was wenn Bobby Piotr gehasst hatte?

Er wusste, es war sinnlos darüber nachzudenken und der rationale Teil in ihm sagte ihm, dass Bobby ganz genau gewusst hatte, dass sie die besten Freunde gewesen waren. Doch seine Gefühle sagten ihm das Gegenteil. Und er konte einfach nicht aufhören, darüber nachzudenken und sich schuldig zu fühlen. Inzwischen hatte er jedes Wort, das er je mit Bobby gewechselt hatte, dreimal auf die Goldwaage gelegt, hatte jedes einzelne ihrer Zusammentreffen analysiert und sich immer wieder gefragt, was er noch hätte sagen, was er noch hätte tun können... Und er konnte einfach nicht damit aufhören.

Seine Gedanken rasten, seine Gefühle überschlugen sich, doch sein Gesicht blieb unbewegt, als er inmitten der weinenden Trauergäste saß, die nicht halb so viel fühlten wie er.





                                          ~ - ~







Jubilee saß in der ersten Reihe, keine drei Meter von Storm entfernt, die gerade die vielen Verdienste Bobbys aufzählte. Links von ihr saß Rogue, rechts von ihr befand sich Kitty, die sich die Seele aus dem Leib weinte. Jubilee bemühte sich, sowohl Storms Sermon, als auch das Weinen neben und hinter ihr sowie alles, das sie sah, aus ihrem Bewusstsein auszublenden. Sie hatte ihre eigene Art, mit dem tod eines Freundes umzugehen. Sie bemühte sich möglichst nicht an ihn zu denken, das Bild, wie seine Leiche auf Rogues Bett lag, so schnell wie möglich zu vergessen, so dass er in ihrer Vorstellung der gesunde, freundliche junge Mann blieb, als den sie ihn gekannt hatte. Wann immer sie dennoch an ihn denken musste, zwang sie ihre Gedanken in eine andere Richtung. Sie bemühte sich, möglichst viel zu reden, und einen Witz nach dem anderen zu machen. Und irgendwann, in einigen Monaten, wenn sie lange nicht mehr an ihn gedacht haben würde, würde sie ihn nicht mehr so schrecklich vermissen, und es würde nicht mehr so weh tun, an ihn zu denken. Sie würde fähig sein, darüber zu lachen, dass sie wissen würde, was er in bestimmten Situationen sagen würde. Sie würde gar nicht traurig sein müssen. Das hatte früher schon funktioniert, und das würde wieder funktionieren, da war sie sich sicher.

Es gab allerdings Situationen, in denen es sie ihre ganze Willenskraft kostete, nicht an ihn denken, nicht um ihn trauern zu müssen. Das war vor allem dann der Fall, wenn sie ihre Freunde weinen sah. Dann ging jedes Mal ein Stich durch ihr Herz. Und das war bei dieser Beerdigung der Fall. Alle um sie herum weinten und nacher würde es eine endlose Schlange von Kondolenten geben, die ihr alle die Hand schütteln wollten, um sie dann weinen zu sehen. Das Schlimmste war, dass wahrscheinlich keiner von ihnen Bobby wirklich gekannt hatte, und sie ebensowenig und es würde ihnen eigentlich auch vollkommen egal sein, dass Bobby tot war. Jubilee hasste das, und eigentlich hatte sie die Beerdugung gar nicht besuchen wollen. Ihr brachte das schließlich nichts und Bobby ebenso wenig, der war ja tot. Dann war ihr aber klar geworden, dass sie einfach kommen musste. Schon allein, um ihren Freunden beizustehen.

Und nun saß sie da und suchte krampfhaft nach einer Möglichkeit, wie sie denKondolenten aus dem Weg gehen können würde, und tat das, was sie bei Beerdigungen immer tat:

Sie zog sich in sich zurück und dachte über ihr Leben nach. Wenn jemand starb, wurde ihr immer bewusst, wie kurz und wie wertvoll das Leben doch war und dass es jeden Moment zu Ende sein konnte. Und sie fragte sich dann immer, was man wohl bei ihrer Beerdigungsasnsprache über sie sagen würde. Was hatte sie bisher in ihrem Leben erreicht? Was hatte sie noch vor? Was wollte sie? Ihr war klar, sie wollte anderen helfen. Sie wollte etwas bewegen. Sie wollte etwas aus ihrem Leben machen, stolz darauf sein, und es nicht sinnlos vergeuden. Sie wollte, dass man nach ihrem Tod von ihr genau wie von Bobby sagen konnte, dass sie Ideale gehabt hatte, für die sie gekämpft hatte.

Und während sie darüber nachdachte, wie sie dieses Ziel erreichen konnte, näherte sich Storm auch schon dem Ende ihrer Ansprache.





                                                      ~ - ~





Ororo konnte es immer noch nicht glauben, als sie vor der versammelten Menge stand. Sie hatte geplant, bevor sie anfing zu sprechen, eine Weile zu schweigen, sodass alle Anwesenden die Gelegenheit hatten, in sich zu gehen und über Bobby nachzudenken. Währenddessen ließ sie ihren Blick über die Trauergäste schweifen. Es waren viele gekommen, um dem Iceman die letzte Ehre zu erweisen, zwar nicht so viele, wie zu der Beerdigung des Professors erschienen waren, aber dennoch war sie beeindruckt. Alle Schüler waren anwesend, doch das überraschte sie nicht sonderlich. In der ersten Reihe, direkt vor ihr, saß Rogue, ganz in schwarz, und nur in ihrem Gesicht war ihre gefährliche Haut nicht von Stoff bedeckt. Seit Bobbys Tot hatte man sie nicht mehr anders gesehen. Neben Rogue saß Jubilee, die irgendwie in ihrer eigenen Welt zu schweben schien. Ororo wusste nicht, wie das Mädchen mit der Trauer fertig werden wollte, doch sie wollte sich nicht einmischen. Jedenfalls hatte sich die zierliche Asiatin strikt geweigert, schwarz zu tragen wie die meisten anderen. Deshalb leuchtete ihre knallgelbe Kleidung nun aus der schwarzen Masse hervor wie der Mond am Nachthimmel und Storm war sich nicht sicher, ob sich das Mädchen im Klaren darüber war, wie viel Aufmerksamkeit sie dadurch auf sich zog.

Bobbys Eltern waren nicht gekommen, obwohl Storm ihnen angeboten hatte, sie abzuholen. Sie war einwenig enttäuscht darüber, doch scheinbar hatten die Drakes schon vor langer Zeit mit Bobby abgeschlossen. Sie seufzte. Das hatte der Junge nicht verdient, doch immerhin war seine neue Familie geschlossen anwesend:

Piotr saß mit steinernen Gesichtszügen in der Menge, Logan saß etwas abseits, neben ihm seine Freundin Rae und selbst Hank hatte es sich nicht nehmen lassen, herzukommen. Für ihn war das ganz selbstverständlich gewesen und er war extra mit einem Flugzeug aus Südkorea angereist, wo er gerade die asiatischen Länder zu überzeugen versuchte, dass nicht alle Mutanten den Menschen schaden wollten. Nun saß er da, inmitten von Schülern, da alle Nichtmutanten von ihm ein wenig Abstand zu halten schienen.

Doch nicht die große Anzahl der Trauergäste verwunderte Ororo, sondern die Art und Weise, wie Bobby beerdigt wurde. Sie dachte noch einmal an das Gespräch zurück, in dem sie sich über die Beerdigung unterhalten hatten.




Zwei Tage zuvor...


Inzwischen war es Nachmittag, und Storm hatte die engsten Freunde Bobbys zu einem Gespräch gebeten, in dem sie die Details der Beerdigung mit ihnen absprechen wollte. Nun saß sie mit Piotr, Kitty und Jubilee in ihrem Büro, im Kamin verbreitete ein Feuer eine wohlige Wärme und der Kakao, den sie tranken, stand im krassen Gegensatz zu dem traurigen Thema, das sie gerade besprachen. Mit Absicht hatte Ororo Logan außen vor gelassen, was nicht etwa daran lag, dass sie ihn für Rae bestrafen wollte, auch wenn sie immer noch sauer war. Nein, ihr war klar gewesen, dass er bei diesem Gespräch ohnehin keine große Hilfe gewesen wäre und außerdem waren die Jugendlichen derzeit nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen, seit sie mitgekriegt hatten, dass er seine zeit mit seiner Freundin verbrachte, während Rogue litt. Rogue dagegen war anwesend, sie saß etwas abseits und starrte apathisch vor sich hin. Keiner von ihnen konnte sagen, ob sie etwas von dem Gespräch mitbekam, doch als sie vor zwei Stunden aufgewacht war, war klar gewesen, dass man sie nicht ausschließen wollte. Und das war der dritte Grund, warum Logan nicht dabei war. Rogue wusste nämlich noch nichts von Rae und wenn es nach Ororo ginge sollte das vorerst auch so bleiben. Ihr war klar, dass sie es früher oder später rausfinden würde, aber bis dahin - so hoffte Storm – würde sie noch ein wenig mehr Kraft haben...

Sie hatten etwa zwei Stunden lang diskutiert, hatten alle Möglichkeiten abgewogen, mehrmals unterbrochen von Geschichten, die einer von ihnen über Bobby zu berichten wusste. Nun fasste Storm die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen:

„Also, wir beerdigen ihn übermorgen, um elf Uhr. Ich werde gleich alle davon informieren. Die Rede soll ein Pastor halten. Begraben wird er dann neben Scott, Jean und dem Professor.“

Es war still im Raum, als sie sprach, nur Kitty schluchzte leise vor sich hin, und deshalb wirkte Rogues Stimme wie ein Peitschenknall, als sie die Stille unterbrach, die vorherrschte, als Storm geendet hatte. Sie sprach nur ein Wort und das auch nur extrem leise, doch sie überraschte alle damit, denn es war das erste Wort, das die seit dem Vorfall sprach:

„Nein.“

Alle starrten sie überrascht an, keiner von ihnen hatte damit gerechnet, dass sie überhaupt zuhören würde. Storm war es schließlich, die sich traute, nachzufragen:

„Was?“

„Nein“, sprach Rogue weiter, etwas leiser zwar, aer ihre Stimme war immer noch bar jeden Gefühls. „Das würde er nicht wollen.“

Jubilee war es, die ihr diesmal antwortete: „Wir verstehen ja, dass du ihn von uns allen am besten kanntest, Marie, aber...“

Hier unterbrach Rogue sie, immer noch seltsam teilnahmslos und ins Leere starrend:

„Nein, Jubes, ihr versteht nicht... Ich... Ich trage jetzt seine Persönlichkeit in mir. Ich habe alle von seinen Erinnerungen. Ich weiß, was er will, verstehst du?“

Sie schluckten alle erst einmal, daran hatte keiner von ihnen gedacht. Storm war es, die schließlich die Stille unterbrach:

„Und was will er dann, Marie?“

„Nun, zunächst einmal möchte er nicht, dass ein Pastor die Ansprache hält. Er wünscht sich, dass du es machst, Storm.“ Bei diesen Worten hob sie zum ersten Mal den Blick und schaute sie intensiv an. „Es wäre ihm eine große Ehre.“

Storm schluchte. Nein! Nicht schon wieder. Sie hasste es, solche Ansprachen zu halten. Wen sie daran dachte, wie weh es getan hatte, als der Professor beerdigt worden war, dann... Sie wollte ablehnen, wollte schreien, dass sie das nicht konnte, dass es vielzu sehr weh täte, doch als sie in Rogues Augen blickte, in denen sie die Höllenqualen erkannte, die das Mädchen litt, gab es nur eine Antwort, die sie geben konnte:

„Bist du sicher?“

Rogue nickte heftig, worauf Storm tief durchatmete. Sie konnte das machen. Sie musste das machen. Sie würde das machen.

„Okay.“

Rogue schaute sie dankbar an, dann sprach sie weiter, wissend, dass ihre nächsten Worte ein Schock sein würden:

„Und dann möchte er nicht neben dem Professor begraben werden.“

Und richtig, die anderen schnappten nach Luft.

„Nein, wirklich. Er findet, dass er diese Ehre nicht verdient hat. Dieser Platz sollte für diejenigen reserviert sein, die so außergewöhnliches für die Mutanten geleistet haben wie der Professor. Und Bobby ist nicht der Ansicht, dass er da dazu gehört.“

Storm wollte widersprechen, wollte ihr versichern, dass Bobby noch viel mehr verdient hätte, doch sie kam nicht dazu, da Rogue bereits weitersprach:

„Nein, bitte glaubt mir.“ Sie lächelte schwach. „Im Moment streitet er sich gerade mit Magneto, der ihm rät, alles zu nehmen, was er kriegen kann und mit Logan, der ihn anbrüllt, er solle aus meinem Kopf verschwinden.“

Glücklicherweise hat Rogue nicht bemerkt, wie sich die Jugendlichen und sie selbst versteiften, als sie Logan erwähnte, dachte Storm. Das würde noch ein Problem werden. Zunächst einmal war sie aber froh, dass Rogue aus ihrer Apathie aufgewacht war, und dass sie wenigstens ein schwaches Lächeln zustande gebracht hatte, auch wenn dieses ihre Augen nicht erreicht hatte. Sie hoffte innständig, dass das ein Zeichen dafür war, dass es ihr wieder besser gehen würde. Im Moment allerdings hatte sie eine Entscheidung zu treffen, und auch wenn es ihr nicht gefiel, dass Bobby nicht neben Jean, Scott und dem Professor begraben wurde, sie musste doch die Wünsche Maries respektieren, die so etwas wie die engste Vertraute Bobbys gewesen war. Sie sah der Reihe nach Piotr, Kitty und Jubilee an und erkannte in jedem ihrer Augenpaare ihre stumme Zustimmung. Dann wandte sich ihr Blick wieder Rogue zu, die sie hiffnungsvoll anschaute.

„In Ordnung“, sagte sie leise. „Ich kümmere mich darum.“






Es war eine halbe Minute vergangen, als Ororos Gedanken wieder ins Hier und Jetzt zurückkehrten. Sie atmete zweimal tief  durch, schlockte den Kloß in ihrem Hals herunter und begann mit ruhiger Stimme zu sprechen.









                                                ~ - ~







Et voila! Da war das nächste Kapitel! Wieder mal eine Kleine Anmerkung am Schluss: Bitte bitte lasst mir ein kleines Review da. Dann weiß ich, ob es euch gefällt. Kritik, Anregungen etc. ich höre alles gerne!
Vor allem würde mich interessieren, ob ich die Charaktere getroffen habe. Also bitte tut mir den Gefallen... Dann kommt auch das nächste Kapitel schneller, Fragt Satansbratn, die ist mir da eine große Hilfe...


Und jetzt noch eine kleine Vorschau auf das nächste Kapitel:

Ihr wollt immer noch wissen, warum Jubilee in meiner Geschichte ist? Ihr habt keine Ahnung wer sie eigentlich ist? Dan lest das nächste Kapitel...

Und wenn ihr was neues von Raven und Marie erfahren wollt, dann würde ich euch auch raten, am Ball zu bleiben...


Also bis zum nächsten Mal


Euer Depp
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