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von Nightlord
erstellt: 03.10.2008
letztes Update: 09.10.2008
Geschichte, Abenteuer / P16
(abgebrochen)
Der salzige Wind fegte über das Deck des Skiffs. Sklaven sorgten mit ihren Ruderschlägen für zusätzliche Geschwindigkeit, da nur die kleineren Segel gehisst waren.
Dyun stand am Bug des Schiffes und blickte über das Meer hin zur Küste der Alten Welt, dort wollten er mit seinen Korsaren an Land gehen. Hinter sich hörte er Schritte.
„Wir sind bereit zum losschlagen“, meldete der Kapitän des Schiffes, das den Namen „Schwinge der Dunkelheit“ trug. „Gut...lasst das Hauptsegel hissen“, befahl Dyun und wandte sich dem Kapitän zu, „es wird nicht mehr lange dauern und wir werden reiche Beute machen“.
„Ai“; nickte der Kapitän und wandte sich mit wehendem Seedrachenhautumhang ab, er würde für die Ausführung der Befehle sorgen.
„Er ist zwar Kapitän ,aber das sagen habe ich“, dachte Dyun und seine dunklen Augen funkelten dabei grausam, „ich werde meinem Vater beweisen das ich ein würdiger Nachfolger bin, ich habe nicht umsonst so viel Gold in diese Expedition gesteckt“.
Es dauert nicht lange bis Dyun und seine Männer von Bord gingen und den Boden des Imperiums der Menschheit betraten. Die dunklen Rüstungen der schwarzen Korsaren schimmerten leicht im Licht der Abendsonne, ihre gezackten Schwerter, die Spitzen der Lanzen und die Spitzen der Armbrustbolzen färbten sich blutrot. Mit einem grausamen Lächeln wandte sich Dyun seinem Ziel zu, einem kleinen Dorf. „Nehmt so viele Gefangen wie möglich“, befahl der Dunkelelf seinen Männern und sprang auf den Rücken seiner großen Kampfechse Ragnorit. Die Männer verteilten sich und begannen langsam das Dorf einzukreisen, im Schutze der Nacht würden sie zuschlagen, den scheinbar hatte noch niemand ihre Anwesenheit bemerkt.
Der Mond stand bereits hoch am Himmel als die Dunkelelfen den Kreis immer enger und enger zogen. Dyun hielt sich etwas im Hintergrund, sein langer Umhang flatterte leicht im Wind, mit der rechten zog er seine grausam wirkende Klinge. Seine Kampfechse knurrte unruhig und schien begierig auf das Blutvergießen zu sein das sich anbahnte.
Mit einem lauten Kampfruf stürmten die Korsaren die Häuser der Menschen und rissen sie aus dem Schlaf, zu Dutzenden wurden sie auf dem großen Platz, in der Mitte des Dorfes, zusammen getrieben, sie hatten keine Chance zur Gegenwehr gehabt. Vom Rücken Ragnorits aus beobachtete Dyun das treiben mit einem zufriedenem Leuchten in den Augen.
„Wir haben alles durchsucht, Niemand mehr zu finden“, machte einer der Korsaren bei seinem Kapitän Meldung, dieser nickte und sah zu Dyun, der alles mitgehört hatte. „Tötet die alten und schwachen und nehmt nur die jungen und Arbeitsfähigen mit“, befahl er mit eiskalter Stimme und ritt selbst auf den Platz. Mit einem schnellen Hieb schlug er einem Greis den Kopf ab, das war das Signal für die übrigen Dunkelelfen und sie begannen die Alten und Kranken nieder zu metzeln. Schreie des Todes und des Entsetzens hallten durch die Nacht und vermischten sich mit dem grausamen Gelächter der Dunkelelfen und das Gebrüll der Kampfechse, die sich an den Toten labte.
Die Überlebenden brachte man auf die „Schwinge der Dunkelheit“ und sperrte sie in die großen Lagerräume des Schiffes, währenddessen durchsuchten andere das Dorf nach Wertgegenständen, Gold und Waffen. Die Ausbeute daran war eher dürftig und reichte gerade um den Kapitän und Dyun zufrieden zu stellen, doch war da etwas was beiden sofort ins Auge stach, ein Medaillion mit einer Elfenrune darauf.
Mit angewiderter Mine nahm Dyun es in die Hand und begutachtete es. Es schien aus purem Gold und in der Mitte war auf beiden Seiten ein Rubin eingearbeitet, auf dem Rand waren die Runen die es in Dyuns Augen so abstoßend machten, den sie waren von ihren verhassten Artverwandten in das Metall geschmiedet worden. Wie es einem Menschen hatte in die Hände fallen können war ihm ein Rätsel. „Das werde ich erstmal an mich nehmen....“, sagte er ruhig, doch der Kapitän schien Einwände zu haben. „Ich würde es als Teil meiner Bezahlung ansehen“, widersprach der Korsar und streckte die Hand nach dem Medaillion aus, doch Dyun hielt es fest in seiner gepanzerten Faust. „Wage es dich und du bekommst meine Klinge zu spüren, Kapitän Maritath“, fauchte der Adelige den Dunkelelfen an. Dieser wich zurück als Ragnorit nach ihm schnappte, die große Kampfechse hatte neben ihrem Herren gestanden und sich an einem der herumliegenden Kadaver gelabt. Einen Moment lang sah es so aus als wolle Mariath erneut etwas sagen, doch dann wandte er sich ab und ging, während seine Männer die gesammelten Schätze zusammen trugen und auf das Schiff brachten.
Gedankenverloren strich Dyun seinem treuen Reittier über den schuppigen Hals. „Wir sollten auf der Hut sein“, murmelte er und das Tier schien ihn zu verstehen, es war ein seltsam intelligentes und treues Tier seiner Art und Dyun hatte es schon als Ei erworben und es groß gezogen.
Die Wochen vergingen und die „Schwinge der Dunkelheit“ segelte ohne Schwierigkeiten zurück nach Naggaroth, dem Frostland, der eisigen Heimat der Dunkelelfen. Ihr Ziel war die Stadt Karond Kar mit ihrem großen Sklavenmarkt. Dyun wollte einen Teil der Sklaven dort verkaufen, ein oder zwei würde er allerdings behalten. Anschließend wollte er zurück in die Hauptstadt, Naggarond, und dort seinem Vater zeigen das er in der Lage war seinen Posten eines Tages zu übernehmen, als General einer Armee des Hexenkönigs Malekith.
„Eines Tages...“, murmelte Dyun leise vor sich hin und sah zur Stadt, in ein paar Stunden würden sie anlegen. Die Beute war bereist aufgeteilt. Ein Zehntel würde die Mannschaft bekommen
, vier Zehntel Mariath, auch wenn Dyun im viel lieber den Kopf abschlagen würde, und fünf Zehntel bekam Dyun selbst. Es war die selbe Verteilung die von den Korsaren im Dienste des Malekiths selbst genutzt wurde.
„So...“, hörte Dyun die Stimme des Kapitäns hinter sich, „es wird Zeit ab zu rechnen“.
„Die Beute ist bereits verteilt, seit zufrieden mit dem was Ihr bekommt oder ich kürze euren Anteil noch etwas“, knurrte der Dunkelelf und drehte sich zu Mariaths um. „Du junges Bürschen hast mich lange genug herum kommandiert, aber jetzt übernehme ich und ich sage du gehst über Bord und ich kassiere deinen Anteil“, lachte Mariaths. Dyun hatte so etwas schon erwartet, wieder einer der glaubte das er, nur weil er gerade mal hundert war, dachte er könne ihn umbringen. „Wir sind hier allein, also versuch es ruhig“, knurrte Dyun und Mariaths wurde unsicher, das konnte der jüngere an seinen Augen ablesen. Sie waren wirklich allein, die Mannschaft befand sich unter Deck und der Steuermann würde nicht eingreifen, dafür hatte Dyun schon gesorgt. Wenn Mariaths Starb würde der Steuermann, der der Erste Maat war, das Kommando übernehmen können, also war von dort aus keine unliebsame Unterstützung für den Kapitän zu erwarten.
Mit völliger Ruhe zog Dyun sein Schwert und richtete es auf den verräterischen Kapitän.“Verräter finden stets den Tod“, knurrte der Adelige nur und ging langsam auf Mariaths zu, der ebenfalls sein Schwert gezogen hatte. Funken sprühten als die Klingen klirrend aufeinander trafen. Mariaths holte aus und schien Dyun den Kopf von den Schultern trennen zu wollen, doch dieser blockierte die Attacke und holte zum Gegenangriff aus. Mariaths hatte die scheinbar nicht kommen sehen und hatte keine Zeit mehr seine Waffe zur Abwehr zu heben, doch er hatte Glück, Dyuns Klinge rutschte am Seedrachenumhang des Verräters ab.
„Stirb“, brüllte Mariaths, doch es war das letzte Wort das aus seiner Kehle kam, denn lautes Gebrüll ließ ihn herum fahren und erstarren, Ragnorit rannte auf den Feind seines Heeren zu und biss diesem denn Kopf ab. Der Verräter hatte keine Zeit gehabt auch nur einen Finger zu rühren.
Verwundert sah Dyun sein treues Reittier an, das gerade den Schädel seines Opfers zerkaute. Er hatte Ragnorit doch unter Deck anketten lassen. Ein Blick zur Luke, die nach unten führte, zeigte ihm das dort einige der Schwarzen Korsaren standen und ein jeder von ihnen hatte ein grausames Lächeln auf den Lippen, scheinbar war Mariaths sehr unbeliebt gewesen.
Langsam richtete sich Dyun auf und streichelte Ragnorit über den schuppigen Hals, während die Korsaren näher kamen. „Ihr habt meinen Dank erworben“, sagte Dyun zu den Männern, „behaltet Mariaths Anteil und verteilt ihn unter euch“.
Die Männer nickten und deuteten eine Verbeugung an. „Ihr seit ab heute der Kapitän dieses Schiffes“, sagte der Steuermann, der ebenfalls heran gekommen war. Dyun sah die Männer an. „Ich bin kein Seefahrer, daher übernehmt ihr diesen Posten Dragoth, allerdings....“. Dyun überlegte kurz, „ das Schiff übernehme ich, ihr geht weiter auf Sklavenjadg und ich bekomme die Hälfte der Beute“. Die Männer nickten, sie schienen damit einverstanden den Rest dann unter sich aufteilen zu können. Dyun nahm sich den Seedrachenhautumhang des Verräters. Der würde ihm vielleicht noch gute Dienste leisten.
Einige Stunden später trieben die Schwarzen Korsaren die, in Ketten gelegten, Sklaven an Land, am Pier hatten sich bereits die Händler gesammelt um die neue Ware zu begutachten, den ständig kamen neue Schiffe an und brachten Sklaven für den Markt. Die Verhandlungen waren lang und schwirig doch Dyun gehörte zum Adel, was ihm einen großen Vorteil verschaffte.
Schließlich erzielte Dyun einen sehr guten Preis für die Sklaven und gab seiner Mannschaft den vereinbarten Anteil, die Männer verabschiedeten sich. Alles lief gut für den jungen Adligen. Er hatte ein Eigenes Schiff, eine Mannschaft und eine Menge Gold verdient, außerdem behielt er eine der Sklavinen. Sie hatte langes schwarzes Haar und eine beinah bleiche Haut, eigentlich erinnerte sie mehr an eine Dunkelelfe als an einen Menschen. Bald würde er die Heimreis antreten.
Für die Nacht quartierte er sich in einem vornehmen Gasthaus ein. Ragnorit wurde in einem eigenen Stall untergebracht und die Sklavin wurde ebenfalls untergebracht, die wurde in Dyuns Zimmer an einen Hacken gekettet.
Während Dyun seine Rüstung ablegte fragte er sich ob das alles seinem Vater als Beweis reichen würde. Das ganze war zu einfach gewesen, keine großartigen Kämpfe und die Dorfbewohner hatten keine Gegenwehr leisten können.
Die Sklavin schluchzte jämmerlich, sie war noch jung, vielleicht 17 oder 18. „Schweig Mensch, oder ich überlege es mir noch einmal und töte dich einfach. Ragnorit wird sich über ein zusätzliches Mahl sicher freuen“, fauchte er die Frau an und legte sein Schwert auf den großen Tisch. Sein Zimmer war luxuriös ausgestattet und das große Bett hätte für drei Leute platz geboten.
Die Sklavin zuckte zusammen und schien bemüht ihre Tränen unter Kontrolle zu bekommen, mit mäßigem Erfolg, doch das reichte Dyun, fürs erste. Sie würde es lernen, sonst würde sie ein langsamer Tod erwarten. Mit dem leisen schluchzen der Frau im Ohr schlief Dyun schließlich ein.
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