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von aqua85    erstellt: 19.09.2008    letztes Update: 28.03.2010    Geschichte, Romanze / P18    (abgebrochen)
Huhu ihr Lieben!
Ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Kommentare bekommen würde. Es ist immer schade zu sehen, dass einige sich die GEschichte durchlesen, aber keine seine Meinung hinterlässt. Ich freue mich über Kritik und natürlich auch über positive Kommentare. :-)

Alles Liebe
Aqua


[Kapitel 2: Der Abschied

Ich rannte die Treppe herunter und wurde schon von einer Mutter mit  Tränen überströmtes Gesicht erwartet wurde.

„Mein Kind“, schluchzte sie und drückte mich an sich. Ich fühlte mich unwohl in ihren Armen. Der Abschied würde mir nicht leicht fallen, denn meine Familie war bis jetzt meine einzigen Bezugspersonen. Ich wollte so schnell wie möglich ins Flugzeug steigen, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Nach einer Weile ließ sie mich los. Auf dem Weg zur Haustür schnappte ich mir noch meine Jacke und mein Handgepäck. Ich verließ das Haus ohne noch mal zurück zu blicken.

Im Auto wartete bereits meine restliche Familie. Zuerst einmal mein Vater Hans, der sich schon ans Steuer gesetzt hatte. Ich hatte den Eindruck, dass mein Vater genauso Schwierigkeiten hatte mich los zu lassen wie meine Mutter, doch lässt er es sich nicht anmerken bzw. er versucht es zu verbergen. Mein Vater war ein liebevoller Mensch, der sein letztes Hemd an seine Familie abgeben würde, um sie glücklich zu sehen. Er hatte nicht viele Ansprüche am Leben, solange seine Familie den Lebensweg gemeinsam beschreitet.

Meine Mutter war da schon anders. Sie würde auch alles für ihre Familie aufgeben, aber sie war auch in der Lage sich ab und zu mal etwas zu gönnen. Es kam selten vor, aber manchmal machte sie etwas nur für sich ohne auf die Familie zu achten. Das konnte ein Großeinkauf in ihrem Lieblingsgeschäft sein oder eine Wochenendereise mit ihrer besten Freundin. Mein Vater war nicht so spontan, sondern würde immer alles doppelt und dreifach mit uns absprechen.

Als letztes sah ich meinen kleinen Bruder im Auto sitzen. Er war bestimmt nicht unbedingt traurig mich erstmal los zu werden. Es war nicht so, dass wir uns nicht mögen, aber wir haben uns auch nichts zu sagen. Er war 16 Jahre alt und hat gerade mit der Oberstufe begonnen. Wenn man uns anschaute, sind wir Grund verschieden. Er hatte helle blonde, kurze Haare, die er sich morgens immer geelte, blaue Augen und einen Körper, den jedes Mädchen zum Träumen brachte. Es ist ja auch kein Wunder so auszusehen, wenn man täglich zwei Stunden ins Fitnessstudio geht und Krafttraining absolvierte. Seine Körpergröße von 1,83cm unterstreichte noch sein perfektes Aussehen.

Ich bin fast genauso groß wie er. Mit meinen 1,80cm ist es nicht leicht sich mit dieser Größe als Frau zu Recht zu finden. Nicht nur, dass ich nach Hosen in meiner Länge richtig suchen muss, sondern viele Jungs und Mädchen waren in meiner Schulzeit immer kleiner als ich. Dieses erschwerte die Suche nach Freunden und vor allem nach einem festen Freund. Ich mochte meine langen Haare, allerdings nicht meine Haarfarbe. Leider bin ich einer der Personen, die die Farbe „Straßenköter Blond“ besaß. Im Vergleich zu meinem Bruder sehe ich unscheinbar aus, während er von einem Strahlen umgeben war.

Ich setze mich zu ihm auf die Rückbank und schnall mich an.

Auf der Fahrt zum Flughafen wurde kein Wort miteinander gewechselt. Zum Glück war die Fahrt von Bad Schwartau nach Lübeck nicht weit. In Lübeck flog die Fluggesellschaft Ryanair, die mich direkt nach Dublin bringen würde. Der Flughafen lag etwas außerhalb, aber zum Glück werde ich dort von meinem Gastvater abgeholt, sodass ich mich nicht gleich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auseinander setzen musste.

Wir kamen endlich am Flughafen an. Nachdem wir mein Gepäck aufgegeben hatten, war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Ich schaute in die traurigen Gesichter meiner Eltern. Meine Mutter hatte wieder angefangen zu weinen und schniefte in ein Taschentuch.

„Mama, mach dir keine Sorgen. Mir wird nichts passieren. Ich melde mich, sobald ich angekommen bin und wir sehen uns doch auch schon bald wieder“, sagte ich und versuchte sie zu beruhigen.

„Eine Mutter macht sich immer Sorgen, Kind. Versprich mir, dich sofort zu melden und sei höflich und zuvorkommend zu deinen Gasteltern. Es ist nicht selbstverständlich, dass man in dieser kurzen Zeit jemand findet, der einen aufnimmt. Hilf ihnen im Haushalt und wenn sie Kinder haben, bietest du ihnen auch Babysitten an.“

„Ja, Mama. Das haben wir doch schon besprochen.“

"Leider kennen wir sie ja nicht richtig, ich weiß nur ihren Namen. Ach, das kam alles so schnell“, schniefte die Ulrike Pfannenstiel in ihr Taschentuch.

„Wenn du nicht mit ihnen zu Recht kommst, dann meldest du dich bei deinem Dekan an der Universität. Er kennt sich bestimmt aus, wie du eine Familie wechseln kannst bzw. kann dir helfen, für dich eine eigene Wohnung zu finden. Mach dir keine Gedanken über eventuellen weiteren Kosten, wir übernehmen das“, sagte Hans und umarmte seine Tochter.

„Danke Papa. Ich werde euch vermissen.“

„Wir werden dich auch vermissen. Wir sehen uns ja zu Weihnachten wieder. Das sind ja nur noch 3 Monate“, erwiderte Papa und ließ mich endlich los.

Ich wollte mich gerade umdrehen, um durch die Absperrung zu gehen, als ich wieder einen Arm um mich legen spürte. Erst dachte ich, Mama hätte mich noch mal in den Arm geschlossen, doch da irrte ich mich. Es war Oliver, Oliver mein kleiner Bruder.

Mit dieser Umarmung hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Warum umarmte er mich? Würde er mich wirklich vermissen?

„Pass auf dich auf Schwesterherz und schreib mir mal ab und zu eine Mail.“
„Ja, natürlich“, sagte ich und erwiderte die Umarmung.

Ich drehte mich noch mal um und winkte meiner Familie zu, bevor ich mich auf die Menschenmenge zu bewegte.
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