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von aqua85    erstellt: 19.09.2008    letztes Update: 28.03.2010    Geschichte, Romanze / P18    (abgebrochen)
Hallo, mein Name ist Alexandra Pfannenstiel. Ja, ich weiß. Das ist ein blöder Nachname. In meiner Schulzeit wurde ich häufig ausgelacht oder bekam unnutze Spitzname. Doch diese Zeit war vergessen, fast vergessen. Ich stehe gerade in meinem alten Kinderzimmer und schaue, ob ich noch etwas einpacken muss. Vor vier Wochen erhielt ich die fröhliche Nachricht einen Studienplatz am Trinity College in Dublin erhalten zu haben. Seitdem gab es im Hause Pfannenstiel ein redliches Treiben. Nicht nur, dass ich noch keinen Schlafplatz in Dublin hatte, sondern auch keine Aufenthaltsgenehmigung geschweige den Flugtickets. Zum Glück erhielt ich nach einigen nervigen Behördengängen endlich mein Visum. Dieses Visum musste ich jährlich verlängern lassen, in dem ich meinen erfolgreichen Studienverlauf vorzeugen musste.
Die Suche nach einer eigenen Wohnung oder einer WG entpuppte sich als großes Problem. Ich hatte schon ein paar Angebote nach einer langen Suche erhalten, aber die Wohnung war einfach für die finanziellen Mittel meiner Eltern zu teuer. Nun würde ich am Anfang erstmal in einer Gastfamilie untergebracht werden. Mir war mulmig bei diesem Gedanken. Ich wollte ungern bei einer fremden Familie schlafen, jedoch blieb mir anscheinend nichts anderes übrig. Als ich vor einigen Monaten meinen Entschluss verkündet hatte im Ausland zu studieren, waren meine Eltern entsetzt. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass ihr kleines Mädchen, das in ihrer Schulzeit keine Freunde gehabt hatte, alleine in ein fremdes Land ziehen möchte. Ganz zu Schweigen, dass sie sich sofort über die Kosten Gedanken machten, die sie tragen müssten. Ich konnte sie überzeugen, dass ich mit meinem Abiturdurchschnitt von einer glatten 1,0 in allen Fächern an einer ausländischen Universität am Besten aufgehoben war. Von Anfang an war ich mir sicher, dass dies der richtige Weg sein wird. In meiner Heimat in Bad Schwartau in Schleswig Holstein konnte und wollte ich nicht mein Leben weiter verbringen. Die meisten meiner Klassenkameradin würden im Oktober in Hamburg studieren und weiterhin zu Hause wohnen bleiben. Ich konnte mich mit dieser Vorstellung nicht anfreunden. In meiner gesamten Schullaufbahn saß ich nachmittags alleine in meinem Zimmer und lernte. Ich lernte wie verrückt um mich von meiner Einsamkeit abzulenken. Ja, ich war einsam, auch wenn ich mich bemühte mir nie etwas anmerken zu lassen. In der Schule war ich die Streberin, die Außenseiterin, die sich für die normalen Themen nicht interessierte. Partys, Shoppingtours oder die Begutachtung des verschiedenen Aussehens der Jungs, war wirklich nie meine Welt gewesen. Ich interessierte mich für Literatur, Tiere und ferne Länder. Natürlich hatte ich auch ab und zu ein Auge auf die Jungs gelegt, jedoch war ich mir bewusst, dass ich nie die Chance gehabt hätte einem näher zu kommen. Ich zählte mich immer zur Fraktion, die gerne übersehen wird. Nicht nur von den Jungs, sondern auch von den Mädchen. Die einzige Aufmerksamkeit erhielt ich in der Lernphase vor dem Abitur. Plötzlich wollten viele mit mir befreundet sein. Im ersten Augenblick hatte ich wirklich die Hoffnung, dass sie mich, Alexandra Pfannenstiel, näher kennen lernen wollten. Diese Hoffnung zerplatzte bald, als ich von Chantal Saller diskret auf meine Stellung hingewiesen wurde.

„He Pfannenstiel bilde dir bloß nicht ein, dass du nun zu unserer Clique gehörst. Wir wollen keinen Trampel in unserer Runde aufnehmen.“

Natürlich war dieser Hinweis nicht diskret, aber ich wurde wohl für meine Unachtsamkeit bestraft. Alexandra Pfannenstiel hatte unabsichtlich den begehrtesten Schüler angeschaut. Dieses musste ohne mit der Wimper zu zucken mit einem Tritt bestraft werden.

Im Hinterkopf hatte ich gewusst, dass ich nur als Nachhilfelehrerin kurz in den Genuss von „Freunden“ gekommen bin, die sogar abends bei mir anriefen, um sich mit mir gut zu stellen. Auch wenn diese Zeit nur kurz gewesen ist, hatte ich sie genossen- sehr sogar.

„Nun komm endlich Alexa. Wir müssen zum Flughafen“, rief ihre Mutter die Treppe hoch.

Mit diesem Studium in Dublin wollte ich einen Neustart beginnen. Ich wollte mir Freunde suchen, unabhängig sein und gleichzeitig meinen Interessen am Trinity College nachgehen können.

Mein Blick schweifte noch mal durch mein Zimmer, doch ich konnte nichts erkennen, was ich vergessen haben könnte.

„Alexa, nun komm endlich.“
„Ja, ich komme“, rief ich und rannte mit freudiger Erwartung die Treppe herunter.
 
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