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von Gillian    erstellt: 14.09.2008    letztes Update: 21.04.2009    Geschichte, Abenteuer / P16    (abgebrochen)
Ab sofort gibt es auch einen Trailer zur Story, gebastelt von Rasit. Das Video findet ihr hier: http://de.youtube.com/watch?v=ZNhP5IVJ_Rg
Kleiner Tipp: schaut es euch in hoher Qualität an! Viel Spaß damit und hinterlasst Rasit doch einen kleinen Kommentar, ich bin sicher, sie wird sich sehr freuen.

~ ~ ~ Kapitel 1 ~ ~ ~


"Die neue Staatsanwältin"



„Das hier wäre dann Ihr Büro, Miss O’Neill“, sagte die kleine untersetzte Frau und deutete auf einen kahl daliegenden Raum. „Es ist nicht besonders geräumig, aber…“

„Aber was?“, fragte Janice und sah sich in ihren neuen vier Wänden um. „Aber ich brauche den Raum ja auch nicht lange, oder was?“

„Ich…nein, ich dachte nur…“ Anna sah ertappt zu Boden.

„Ich weiß, dass die Staatsanwälte in dieser Stadt keine hohe Lebenserwartung haben“, entgegnete Janice. Ihr Blick traf den ihrer Sekretärin. „Aber meinen Sie ja nicht, ich wäre nicht vorbereitet. Glauben Sie mir, wir werden länger Spaß miteinander haben, als Sie das jetzt noch meinen.“

Anna nickte. „Das hoffe ich. Ich war im letzten Jahr auf zu vielen Beerdigungen.“ Dann drehte sie sich um und ließ Janice allein. Diese lächelte und stellte sich an die lange Fensterfront ihres neuen Büros. Sie hatte direkten Blick auf den Wayne Tower, der die Stadt überragte und stumm auf sie hinabzuschauen schien. Sie schüttelte den Kopf. Diese Stadt war durchtrieben von Bösem. Sie konnte den Dreck sehen, der durch die Straßen wanderte und nur darauf wartete, eine weitere unschuldige Seele hinab in den Abgrund zu reißen.

„Na dann, Gotham. Ich hoffe, du bist auf mich vorbereitet“, flüsterte sie. „Was mich angeht, ich kann’s kaum erwarten.“

~ * ~ * ~

Die nächsten Stunden verbrachte Janice O’Neill, neue Staatsanwältin in Gotham City, damit, sich in ihrem neuen Büro zu Recht zu finden und es einigermaßen herzurichten. In diesem Raum würde sie die meiste Zeit des Tages und vermutlich auch einiger Nächte verbringen. Deswegen musste es zumindest ansehnlich sein. Außerdem konnte sie sich sonst nicht konzentrieren und die Lust an ihrem Job würde verloren gehen. Also versuchte sie, das Beste draus zu machen, aber in dieser Stadt schien niemand einem Staatsanwalt wirklich etwas bieten zu wollen. Anscheinend lohnte es sich wirklich nicht, große Investitionen zu machen, wenn betreffender Staatsdiener nach wenigen Wochen bereits tot aus dem Kanal gefischt wurde. Janice zwang sich, nicht zu oft daran zu denken, was mit ihrem Vorgänger passiert war. Aber bereits nach einer Stunde hatte sie die Schnauze voll von den alten, dreckigen und übel riechenden Möbeln.

„Anna? Kommen Sie mal bitte eben?“, rief sie.

„Ja, bitte?“, fragte die Sekretärin und zog die Augenbrauen hoch. In dem Büro sah es aus wie in einem Schlachtfeld.

„Das geht so nicht“, stellte Janice fest. „Sagen Sie, wo finde ich ein Möbellager oder dergleichen?“

„Ein… ein Möbellager?“ Anna zögerte. Hatte sie richtig gehört?

Janice nickte und zog bereits ihren beigen Trenchcoat an. „Ja, so ein Lager, wo Schränke, Schreibtische und Stühle und so rumstehen.“

„Ich weiß, was ein Möbellager ist!“, empörte sich Anna. „Aber wieso interessiert Sie das? Wollen Sie sich neue Möbel kaufen?“

Janice grinste. Anna war wirklich nicht die Schnellste. Ob man sie ihr extra zugeteilt hatte? „Anna, genau das tut man, wenn man ein Möbellager betritt, oder? Man geht dahin, um Möbel zu kaufen. Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass ich in dieser Bruchbude arbeiten werde, oder?“

„Aber… aber…“

„Wo?“

Anna seufzte und gab sich geschlagen.

~ * ~ * ~

„Brauchen Sie mich noch? Sonst würde ich gerne Feiera… was machen Sie da?“

Janice grinste und sah ihre Sekretärin an. Diese bekam, jedes Mal, wenn sie das Büro betrat, einen neuen Herzschlag. „Ich streiche“, erklärte die Anwältin. „Sehen Sie doch.“

„Ja, schon… aber… das dürfen Sie doch eigentlich gar nicht.“

Janice seufzte und strich sich eine Strähne ihres blonden Haars aus der Stirn. „Anna, was ich darf und was nicht, das lassen Sie mal meine Sorge sein. Kümmern Sie sich um Ihre Sachen, ich mich um meine. Okay?“

Anna nickte. „Okay“, war ihre einfache Antwort.

„Gut, und nein, ich brauche Sie nicht mehr. Gehen Sie nach Hause. Morgen früh geht es dann richtig los.“

Anna nickte und murmelte ein „Gute Nacht“.

Janice hingegen grinste nur und tauchte den Pinsel wieder in den Eimer mit der frischen hellen Wandfarbe.

~ * ~ * ~

Es war kurz nach zwei Uhr morgens, als Janice schließlich das Gebäude verließ. Sie war zufrieden mit sich selbst. Sie hatte das Büro gestrichen und die alten Möbel in hohem Bogen in den Müll geschmissen. Sie hatte Neue bestellt und die würden auch morgen früh geliefert werden.

Sie gähnte, als sie über die Straße lief. Ja, sie war zufrieden, aber auch etwas enttäuscht. Sie war so lange im Büro gewesen und er hatte sich nicht blicken lassen. Dabei war es durch alle Zeitungen gegangen, dass sie die neue Staatsanwältin war, die New York verlassen und nach Gotham gekommen war. Es war DIE Schlagzeile gewesen, dass sich diese junge Frau Anfang 30 sich das traute, ihr altes sicheres Leben aufgab und in diese Stadt kam, um dem Idealismus zu folgen, der sie vor Jahren dazu getrieben hatte, Jura zu studieren.

Es hatte in allen, in wirklich allen, sie hatte es selbst überprüft, auf Seite 1 gestanden, dass sie den Verbrechern Gothams den Krieg erklärt hatte und in dieser Stadt gehörig aufräumen wollte. Und dass sie dort ansetzen würde, wo es die Stadt am Nötigsten hatte: bei den Personen, die sich hinter Panzerglasfassaden und Mahagonischreibtischen versteckten und mit dem Leben unschuldiger Menschen spielten als wäre es ein Glücksspiel.

Und dennoch hatte er sich nicht blicken lassen.

Sie schüttelte den Kopf, als sie um die Straßenecke bog. Sie hätte sie gern kennen gelernt, diese menschliche Fledermaus.

Ja, sie konnte es nicht leugnen. Über ein kleines Willkommenskomitee seinerseits hätte sie sich schon irgendwie gefreut. In welcher Stadt sonst konnte sie schon einen ihrer Ansicht nach schizophrenen Helden kennen lernen, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, in einem Fledermauskostüm Verbrecher zu jagen?

Ein kleiner Willkommensgruß wäre nett gewesen, fand sie.

Im selben Moment traf sie ein harter Schlag im Rücken und sie ging keuchend zu Boden.


~ ~ ~ tbc ~ ~ ~
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