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von thatisntme    erstellt: 05.09.2008    letztes Update: 20.06.2010    Geschichte, Romanze / P16 Slash    (abgebrochen)
Halli, Hallo!
Dieses Pitel hat ein bisschen länger gedauert als das 2., ich weiß, aber ich habe derzeit ein bisschen Stress. ;)
Das nächste dürfte auch im Laufe der nächsten Woche fertig geschrieben und korrigiert sein, also haltet weiterhin Ausschau!
*wink*


Chapter 3: Pregnancy Is A Blessing



„Tut mir Leid, Carry, aber falls du es noch nicht gemerkt hast: Du hast da echt Scheiße gebaut. Kein Wunder, dass Lara ausgerastet ist.“, sagt Jason zu mir, als er mir ein weiteres Glas Bourbon einschenkt und, um die Wahrheit zu sagen, ich würde ihm am liebsten einen Schlag ins Gesicht verpassen, denn DAS wollte ich jetzt wirklich nicht hören!
„Ach, echt? Findest du also nicht, dass es die bessere Entscheidung wäre, wenn sie das Kind bekäme.“
„Sicher ist das die klügere Entscheidung, wenn du mich fragst. Es stimmt schon, dass dein Laden ohne dich nur schwer auskommt und dass Lara in der Abteilungsleitung leichter zu ersetzen ist, als du bei deinen Kunden. Zudem bist du wehleidig. Du würdest bei Wehen durchdrehen und die ganze Zeit nach Morphium schreien. Außerdem hast du nicht den starken Willen den Lara hat. Die kann 9 Monate lang auf Alkohol verzichten und sich gesünder als sonst ernähren, wohingegen ich mir bei dir nicht sicher bin. Du greifst doch bei jeder Krise zur Flasche und in einer Schwangerschaft gibt es da sicher einiges an Krisen, kann ich mir zumindest vorstellen. Und wenn dann mal etwas schlimmeres passiert, dann kippt bei dir einmal der Schalter um und du trinkst Schnapps ohne einen Gedanken an dein Baby zu verschwenden.“
Ich hasse Jasons Ehrlichkeit manchmal. Es fühlt sich nämlich nicht gut an, zu erfahren, dass dein bester Freund sich vorstellen kann, dass du das Leben deines eigenen ungeborenen Kindes aufs Spiel setzt, weil dir alles über den Kopf wächst.
„Andererseits ist es Laras Körper, von dem wir hier sprechen. Er gehört ihr und du kannst nicht einfach bestimmen, dass sie es ist, die euer Kind austrägt, falls ihr euch überhaupt dazu entschließt eines zu bekommen.“
Beleidigt sehe ich Jason an. Von Zeit zu Zeit hätte ich wirklich gerne einen besten Freund, der mir einfach sagt, was ich hören will, damit ich mich besser fühle, aber nein, ich habe eines der wenigen Exemplare die einem immer das sagen, was sie tatsächlich über dich denken.
„Sie ist es, die 9 Monate lang auf vieles verzichten muss und sie ist dann wohl auch diejenige, die die meiste Zeit nach der Geburt mit dem Kind verbringt. Du weißt doch, dass sie ihre Arbeit gerne macht und im Grunde viel lieber die Rolle des Mannes in eurer Beziehung einnimmt. Für sie kostet es womöglich sogar einiges an Überwindung, dir diese Rolle dann sozusagen zu überlassen. Es war einfach nur egoistisch von dir, anzunehmen, dass sie den unangenehmen Teil dieser ganzen Sachen übernehmen würde.“
„Es gibt doch auch schönes an einer Schwangerschaft. Lara würde vieles erleben was ich nicht kann.“
„Ja, aber sie muss dafür auch die unangenehmen Aspekte auf sich nehmen.“
„Dafür spüre ich nicht die ersten Tritte.“
„Und musst dich nicht mit Morgenübelkeit herumschlagen.“
„Ich habe nicht den gleichen Bezug zu dem Kind.“
„Du wirst nicht fett und musst dir von dem Kind nicht die Nippel abkauen lassen.“
„Ich-“
„Ach, hör doch auf!“, unterbricht Jason mich ziemlich verärgert und schenkt mir einen bösen Blick. „Du wolltest noch nie schwanger werden und willst nur Gründe suchen die Lara überzeugen könnten, das für dich zu übernehmen und, glaub mir, ich verstehe das. Es ist ganz schön angsteinflößend, der Gedanke daran einen anderen Menschen in sich zu tragen und zur Welt zu bringen, das bestreitet niemand. Aber, wenn du dir schon Kinder wünscht, dann solltest du auch bereit dazu sein, diese Verantwortung zu übernehmen. Du hast die Chance auf eine Familie! Willst du das einfach wegwerfen, weil du nicht den Mumm dazu hast deine Angst vor einer Schwangerschaft zu überwinden?“
Jason hat, wie anscheinend immer, recht. Wenn ich eine Familie will, dann sollte ich auch etwas dafür tun und die Hauptarbeit nicht auf andere abladen. Dennoch bin ich nicht bereit mir das einfach so einzugestehen.
Ich werfe die Hände in die Luft und sage in einem etwas hilflos klingendem Ton: „ Was verstehst du denn davon? Du bist ein Mann!“
„Vielleicht verstehe ich das ganze gerade deswegen am besten. Ich bin ein Mann, ich kann nicht schwanger werden und ich bin schwul, was für mich bedeutet dass ich höchst wahrscheinlich niemals eine eigene kleine Familie haben werde. Glaub mir, wenn es eine Möglichkeit gäbe, dann würde ich nicht lange überlegen. Ich liebe Dave und ich wäre überglücklich, wenn ich ihm ein Kind zur Welt bringen könnte. Aber ich kann es nicht. Deswegen solltest du dankbar sein. Du hast eine Frau die dich liebt und die sich eine Zukunft mit dir aufbauen will. Wäre ich an deiner Stelle würde ich keine Sekunde zögern.“
Jason sieht mich eindringlich an und ich muss letzten Endes doch seufzend eingestehen, dass alles was er gesagt hat stimmt. Wie sollte es auch anders sein? Jason ist immer der Klügere und Weisere von uns beiden, selbst wenn man es ihm nicht auf den ersten Blick ansieht.
Meine kleine Fashiontunte kann sich innerhalb von wenigen Sekunden in Meister Yoda verwandeln, was mir schon seit Jahren zu Gute kommt. Immerhin schafft er es mit allem was Lara angeht Recht zu haben, er serviert mir auch noch eine schöne Portion Mitleid mit ein wenig Schuldgefühl oben drauf, indem er mir seinen Kinderwunsch offenbart. Ich sollte wirklich ein bisschen dankbarer sein, als Frau geboren worden zu sein. (Zumindest, wenn es um die Fortpflanzung geht.)
„Ich sage zwar nicht, dass du das Kind bekommen MUSST, aber schließe es wenigstens nicht komplett aus, okay?“
Auf Jasons Worte hin nicke ich nur und nehme einen weiteren Schluck Bourbon. Dann grinse ich Jason verschlagen an.
„Weiß Dave eigentlich, dass du gerne ´Mini-me´s` von euch beiden hättest?“
Es wir Zeit, dass wir uns von diesen ernsten Themen entfernen, ich will ja nicht an einer Überdosis „Jason-Care“ elendig verrecken. Meine Frage bringt auch denn gewünschten Effekt, denn sofort geht Jason mit einem Kissen bewaffnet auf mich los und warnt mich diese kleine, aber bedeutende Information an Dave weiterzugeben.
Natürlich endet diese Attacke von Jason in einer Kissenschlacht, wobei drei von den Dingern platzen und man meinen könnte im Wohnzimmer hätte man Hühner gerupft und natürlich schmeißen wir sämtliche Gläser um und kümmern uns nicht darum, den Bourbon wieder aufzuwischen.
Nur ein einziges Mal verschwenden wir einen Gedanken daran und zwar als wir kurz vorm Einschlafen auf dem Boden liegen und Jason mit seinem Kopf mitten in einer Bourbonpfütze liegt und er im Halbschlaf noch murmelt: „Dave wird durchdrehen, wenn er wieder nach Hause kommt.“, woraufhin ich ihn erinnere, dass Dave erst in drei Wochen wieder im Lande ist.
„Na dann...“, nuschelte er. „Gute Nacht.“
Danach schliefen wir besoffen, aber glücklich, ein.

Das erste was Lara zu mir sagt, nachdem ich zur Tür herein bin ist ein: „Wie war´s bei Jason?“, wobei sie mich aber nicht ansieht, sondern stur auf den Fernseher starrt, der gerade eine Doku über Schafe in Neuseeland zeigt, was im Übrigen genauso spannend aussieht, wie es klingt.
„Geht so.“, nuschele ich in meinen imaginären Bart, ziehe mir dabei die Jacke aus und werfe sie über einen der Stühle die am Esstisch stehen.
„Lass das.“, fährt Lara mich an. Mir bleibt nichts anderes übrig als sie verwirrt anzusehen, da ich, ehrlich gesagt, nicht die Spur einer Ahnung habe was sie meint.
„Erm... was denn?“
„Na das!“
„Oooookay.“, sage ich, habe dabei aber garantiert eine riesiges, fettes „WTF?!“ in blinkenden Neonfarben auf meiner Stirn geschrieben.
„Gut.“, meint Lara und wendet sich wieder der Schafdoku zu.
Natürlich ist der Drang in mir groß, zu fragen: „Was ist jetzt bitte GUT?“, aber ich wage es nicht, da ich das Gefühl habe auf einem Minenfeld zu stehen und Lara hat die Apparatur mit den Knöpfen für jede einzelne Mine in ihrer Hand und ist sich nicht zu Schade alle nach einander hoch gehen zu lassen.
Also sage ich keinen Mucks und setze mich (mit gehörigem Sicherheitsabstand) neben Lara, die noch immer auf ihre Schafdoku fixiert ist, die gerade besagte Tiere zeigt wie sie auf einer Wiese stehen und kauen. („Faszinierend!“, möchte der sarkastische Teil meines Seins kommentieren, aber ich befehle ihm die Klappe zu halten, was er, erstaunlicherweise, auch tut.)
Über gefühlte drei Stunden (die in Wahrheit nur zehn Minuten entsprechen) sagen wir kein weiteres Wort, da Lara das Minenfeld noch immer hochgehen lassen möchte. (Zumindest habe ich das Gefühl, dass sie es gerne täte.) Erst nach besagten drei Stunden (10 Minuten) seufzt sie laut, nimmt die Fernbedingung in die Hand und schaltet den Fernseher aus. (Dabei waren wir gerade bei der spannenden Stelle an der sich ein Schaf ein paar Fliegen aus den Augen blinzelte.) Wieder Stille, bis sie weitere drei Stunden (dieses Mal nur eine halbe Minute) später wieder demonstrativ laut seufzt und ihren Kopf in meine Richtung dreht, so dass sie mich endlich ansieht.
„Also?“, sie schenkt mir einen Blick, der mir deutlich zeigt, dass sie etwas von mir erwartet und ausnahmsweise weiß ich sogar ganz genau was sie von mir will. Sie will jetzt eine Entschuldigung für mein bescheuertes Verhalten von gestern.
„Es tut mir Leid, okay?“, entschuldige ich mich und greife nach Laras Händen, was sie auch bereitwillig zulässt. Ein gutes Zeichen, wenn ihr mich fragt.
Lara nickt, sieht mich aber weiterhin abwartend an. Wäre auch zu schön gewesen, wenn sie sich mit diesen paar Worten hätte abspeisen lassen.
„Es war egoistisch und gedankenlos von mir, einfach vorauszusetzen, dass du die Schwangerschaft auf dich nimmst, sollten wir ein Kind bekommen wollen. Immerhin ist es dein Körper und deine Arbeit und nur weil ich nicht bereit dazu bin, das alles aufzugeben heißt das nicht automatisch, dass du es willst oder musst.“
Auch jetzt erhalte ich bloß ein Nicken von Lara, aber sie rückt auch näher an mich ran, bis sie ihren Kopf auf meine Schulter legen kann.
„Ich weiß, dass du planlos bist, Kleine.“, beginnt sie zu sprechen. „Aber deswegen kann ich nicht über alle Fehler hinwegsehen die du machst. Und das was du dir gestern geleistet hast, war ganz schön heftig. Ich wäre auch nicht so ausgeflippt, wenn du die ganze Sache wenigstens vorher mit mir besprochen hättest. Im Grunde bin ich nämlich nicht dagegen, schwanger zu werden und eine Weile die Arbeit hinten anzustellen, aber wenn man das als Voraussetzung, als Selbstverständlichkeit betrachtet dann platzt mir natürlich der Kragen.“
Eine meiner Hände beginnt damit mit Laras schwarzen Haaren zu spielen, die mittlerweile schon fast bis zu ihrer Taille reichen, und lehne meinen Kopf an den ihren.
„Ja, das verstehe ich mittlerweile. Aber... ich hab mein Leben lang schon eine Heidenangst vor einer Schwangerschaft. Als meine Mutter mit Lawrence schwanger war gab es einige Komplikationen. Sie musste sogar einige Monate im Bett verbringen und hatte manchmal starke Schmerzen. Ich war noch ein Kind und ich hatte einfach nur Angst. Irgendwie ist das dann bei mir hängen geblieben. Deswegen habe ich diese Aufgabe in meinen Gedanken immer auf meine Partnerin abgeschoben.“
Erschöpft schließe ich die Augen. Ich habe höchstens vier Stunden geschlafen und mir schwirren noch immer so viele Gedanken durch den Kopf, am liebsten würde ich einfach nur ins Bett kriechen und bis nächste Woche durchschlafen.
„Dann solltest du darüber reden und nicht einfach solche Meldungen wie gestern machen.“
Lara drückt mir einen Kuss auf die Schläfe und fügt noch ein: „Aber Kinder möchte ich auch nach gestern noch.“ hinzu, was mir ein sanftes Lächeln entlockt.
„Ich auch.“, erwidere ich, küsse Lara und schlage ihr vor, dass wir uns noch ein wenig hinlegen, um wenigstens den Abend dieses Samstags zu genießen.
Lara willigt freudig ein, woraufhin wir uns die Treppen hinauf mühen und schließlich in unser Bett fallen und ich, engumschlungen mit Lara da liegend, endlich vernünftig schlafen kann. Die Babydiskussion sparen wir uns für später auf.

tbc

thati

@ the dark angel: Die Kurz(sehrkurz)fassung von TGIL hab ich ja vor allem deswegen eingebaut, weil es vielleicht Leute gibt, die es nicht lesen (wollen) und da dachte ich mir, damit sie wenigstens ein bisschen mitkommen, wäre so etwas ganz gut. Aber ich wollte andere (Leser, die TGIL kennen) nicht langweilen, also hab ich es in drei kurzen Sätzen zusammengequetscht. ^^
Ich bin ein Horrorfilmfreak. XD (Desto blutiger desto besser... Muss ich mir da Sorgen machen?)
Und: *keksüberreich* Der Preis für den ersten Reviewschreiber.

@ Penny: Natürlich ist "28 Weeks" nicht der schlimmste, aber die Schnitte sind da schon recht arg und Blut gibts auch. Für Carry reicht das. (Wohingegen Lara sich den wahrscheinlich hundert Mal ansehen könnte und bei jedem Tod freudig umherspringt. -_-)
Sag deinen Chefs, dass sie den ganzen Tag Besprechung machen können, von mir aus, dann kannst du wenigstens lesen. :D

@ Mary Alice Brandon: Ich hoffe, dass ich nicht langweilig werde, mit dieser Geschichte... Ich selbst lese soviel Beziehungsgeschwafel nämlich gar nicht so gerne. (Hier und da schon, aber meistens lese ich von Zombies und Mord und Totschlag... Muss wohl meine morbide Ader ausleben.)
Ich versuche die Warterei auf einem Minimum zu halten. :)

@ DannySidle: Begeister... Be-gei-stert. Mhm... das klingt so schön. :-))
Da TGIL sich ja um das ganze "wann kommen die endlich zusammen", dachte ich mir, dass man sich in TWIL um das "wie geht es weiter"? kümmern könnte. Jedenfalls bin ich sehr glücklich, dass noch keiner gesagt hat: "LANGWEILIG!" (wenn jemand das aber so empfindet: sagt es!)
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