Fanfiktion / Anime & Manga / Sailor Moon / Nichts ist wie es scheint...
Prolog
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von Quinten    erstellt: 02.09.2008    letztes Update: 10.01.2009    Romanze / P18    (fertiggestellt) 245 Reviews
Serenity ging langsam die steinerne Treppe entlang, die zum Palast führte. Auf dem Weg versuchte sie sich die fremde Umgebung genau einzuprägen. Jedoch wollte ihr das, angesichts der vielen fremden Einflüsse, nicht so recht gelingen. Sie war noch nie zuvor auf der Erde gewesen und doch hatte sie sich diesen Planeten genau so vorgestellt. Die vielen bunten Eindrücke fesselten sie, laute Stimmen drangen an ihr Ohr und alles schien so hektisch, ganz anders als auf dem Mond und trotzdem unglaublich schön zu sein.
Werde ich mich hier auch ganz allein zurecht finden, fragte sich die wunderschöne Prinzessin. Sogleich ermahnte sie sich selbst, dass es schließlich ihr Wunsch war für zwei Monate auf der Erde zu leben…

Flashback

Zusammen mit ihrer Mutter stand die Prinzessin des Mondes auf dem Balkon und ging ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, sie beobachtete die Erde. Königin Serenity ergriff das Wort und schaute ihre Tochter liebevoll an. „Mein Kind, in zwei Monaten wirst du 18 Jahre alt, mit diesem Alter wird dir das gesamte Wissen und die Macht des Mondkönigreichs verliehen. Zusätzlich sollten wir uns langsam über einen geeigneten Prinzen Gedanken machen, den du ehelichen wirst.“
Diese Worte trafen die Prinzessin unerwartet hart, nicht, dass sie nicht schon vorher über ihre Pflichten bescheid wusste, vielmehr machte es ihr zu schaffen einen völlig Fremden zu heiraten. Sie wollte nur aus Liebe heiraten.
„Gewiss Mutter. Aber…Vater sagte mir einst, dass niemand herrschen sollte, der nicht weiß, wie es ist beherrscht zu werden.“ Bei diesen Worten war es nun an der Königin zusammen zu zucken. Vor ihr stand nicht mehr ihre kleine Prinzessin, die ihr bis in die Haarspitzen glich. Nein, es war ihr geliebter, verstorbener Mann, den sie in den Augen ihres Kindes ausmachte. Das Funkeln und die unglaubliche Tiefe ihrer Augen war es, das sie ganz von ihrem Vater geerbt hatte. „Aber Serenity, wie stellst du dir das vor? Auf dem Mond kennt dich jeder Einwohner. Wie solltest du hier nicht als Prinzessin leben können?“

Schnell ergriff die schöne Thronfolgerin die Chance und versuchte ihrer Mutter den Plan darzulegen, den sie sorgfältig geschmiedet hatte. „Aus diesem Grund möchte ich euch bitten mich auf die Erde zu senden. Ich werde dort am Hofe des Erdenherrschers einer bescheidenen Rolle als Haushälterin nachgehen und dadurch die Lektionen lernen, die mein Vater als so wichtig erachtete.“ Das Gesicht der Königin erhellte sich als sie entdeckte wie genau ihre Tochter diesen Schachzug geplant zu haben schien. Ganz der Vater. „Nun dein Plan scheint ja wirklich sehr ausgeklügelt zu sein…“ Serenity zuckte zusammen und wurde rot. „Ich werde über dein Ansinnen nachdenken.“ Beide verließen den Balkon.

Am nächsten Morgen bat die Königin ihre Tochter in aller Frühe in ihr Schlafgemach. Die kleine Prinzessin war noch im Schlafrock, die blonden Locken fielen lang über ihre Schultern, ihre Augen blitzten erwartungsvoll. „Mein Kind, ich habe gestern mit Königin Gaia gesprochen, sie wird unserer Bitte nachkommen und dich für zwei Monate in ihren Dienst aufnehmen.“ „Aber wenn die Königin es weiß wird sie mich nicht anders als die anderen Diener behandeln?“ Die Fragezeichen in den Augen ihrer Tochter brachten die Königin zum schmunzeln: „Nein, wir haben den Plan genau durchdacht. Sie wird niemanden in das Vorhaben einweihen und dafür sorgen, dass du nicht ihr zugewiesen wirst. Verwicklungen sind somit fast ausgeschlossen. Du musst aber noch heute den Mond verlassen und zu ihr gehen, so lautet die Abmachung.“ Während der Worte war sie auf ihre Tochter zugetreten und streichelte ihr seidiges Haar. Sie schaute ihr tief in die Augen und reichte ihr ein Bündel einfacher Kleidung. „In diesen Kleidern wird niemand deine Herkunft erkennen können. Die Haare solltest du offen tragen, unsere gewohnte Frisur ist ein wenig zu…auffällig. Wenn du umgezogen bist, fahr mit einem der Händler in die Stadt und laufe schnell zum Schloss, dort wirst du schon erwartet. Dein Name auf der Erde wird Usagi sein.“ Sie lächelte ihr Mondhäschen an und sah die leichten Zweifel in den Augen ihres Kindes. „Keine Angst mein Schatz, du wirst schnell neue Freunde finden und lernen was es heißt regiert zu werden.“

„Aber was sagst du den Mädchen? Sie werden sicher wissen wollen wo ich mich in den nächsten zwei Monaten aufhalte?“ „Ich schicke sie auf eine Mission um die Kriegerinnen des äußeren Sonnensystems kennen zu lernen. In zwei Monaten werden sie dich dann abholen und es wird einen riesigen Ball dir zu Ehren geben, an dem auch die Gesandten der Erde teilnehmen werden.“ Sanft stupste sie mit ihrem Zeigefinger auf die goldene Sichel auf Serenitys Stirn, diese erstrahlte und begann danach zu verblassen. „Jetzt mach dich auf den Weg. Gib gut auf dich Acht. Ich werde dich vermissen meine kleine Prinzessin…“ Verwirrt wegen der rasanten Entwicklungen war Serenity plötzlich ganz anders zu mute, der Mut war Angst gewichen. Sollte sie wirklich für zwei Monate alleine auf der Erde bleiben? Den aufkommenden Kloß in ihrem Hals schluckte sie gleich hinunter, drehte sich zu ihrer geliebten Mutter, küsste diese sanft auf die Wange und machte sich bereit den Mond zu verlassen.

Flashback Ende

Wenige Stunden später klopfte sie an ein mächtiges Eichentor, von welchen sie glaubte, dass es der Eingang ins Schloss wäre. Knarrend öffnete es sich und ein alter, hoch gewachsener und hochmütig schauender Herr schaute sie direkt an. „Wer sind sie und was ist ihr Begehr?“ „Ich bin S…äh Usagi. Ich bin das neue Dienstmädchen im Schloss“ Die Augen des Gegenübers nahmen einen gütigeren Ausdruck an, die Schüchternheit und die merkwürdige Ausstrahlung dieses Wesens fesselten ihn. „Ah…Usagi. Komm herein wir warten schon auf dich. Darf ich dir Nathan vorstellen? Er wird dir das Schloss und deine Kammer zeigen.“ Mit einem Nicken bedachte er den jungen Mann, der soeben aus der Dunkelheit des Flures herausgetreten war. Dieser nickte zurück und wandte sich dem Neuankömmling zu. Sein schönes Gesicht erstarrte als er Usagi das erste Mal genau betrachtete. Ihre Haut war wie Porzellan, ihre Figur so grazil wie die eines Engels, sie Haare glänzten golden und sie hatte die schönsten blauen Augen, die er je gesehen hatte. Schnell besann er sich und bat sie in die Eingangshalle des Schlosses. „Normalerweise ist es den Dienstboten verboten den Weg durch dieses Tor zu nehmen, das nächste Mal musst du durch einen Nebeneingang das Schloss betreten.“

Erst nach diesem Satz wurde ihm bewusst, dass sie ihn anstarrte. Ihre großen Augen zeigten neben Schüchternheit noch mehrere Ausdrücke, die er noch nicht ganz einordnen konnte. „Schön dich kennen zu lernen. Mein Name ist Usagi.“ Schnell reichte er ihr die Hand und stellte sich danach verlegen vor, als sie lachte war es endgültig um sein Herz geschehen. Sie hatte ihn vollkommen bezaubert. „Ähm…Soll ich dir vielleicht erst dein Zimmer zeigen? Dort kannst du deine Sachen ablegen, danach werde ich dir dann die Räumlichkeiten des Schlosses präsentieren.“ Wieder lächelte sie, Usagi mochte den jungen Mann. Sie wünschte sich ihn schnell besser kennen zu lernen. „Ja, gern. Ich hoffe ich mache dir nicht zu viele Umstände.“ Nachdem sie die Treppen bis in den obersten Stock gegangen waren und durch verwirrende Gänge in den Bereich des Personals vorgedrungen waren stoppte Nathan vor einer Leiter. Flink kletterte sie sie hinauf, öffnete eine Luke und schon befanden sie sich in einem kleinen gemütlichen Raum. Zwei Betten standen an gegenüberliegenden Wänden. „Du wirst dir ein Zimmer mit Amelie teilen, sie ist ebenfalls eine Dienstmagd und ist wirklich nett.“ Nachdem Usagi ihre Sachen auf das freie Bett gelegt hat und kurz überlegte wie Amelie wohl so sein mochte, wurde sie von Nathan am Arm gezogen und eine rasante Tour durch das Schloss begann.

Schon nach einer halben Stunde musste sich die Prinzessin eingestehen, dass sie sich in den nächsten Tagen wohl hoffnungslos in diesem Schloss verlaufen würde. Aber das gehörte ja zu ihrem Abenteuer. Der Tag endete nachdem ihr die Stallungen und der kleine Markt vor dem Schloss gezeigt wurde. Nathan wollte sich gerade verabschieden als ihn Usagi schüchtern fragte ob er sie zurück ins Zimmer bringen könnte damit sie den Weg finden würde. Er lachte kurz und freute sich noch ein wenig länger mit der bezaubernden Frau zusammen zu sein. An der Leiter zu ihrem Zimmer angekommen verabschiedete sie sich mit einer Umarmung von ihrem neuen Freund. Die Dunkelheit tarnte dabei die aufsteigende Röte seines Gesichtes. Wie berauscht verließ er die Frau, in die er sich verliebt hatte. Erst jetzt bemerkte Usagi wie schön dieses kleine Zimmer doch war, nicht nur, dass es gemütlich eingerichtet war, das Beste war das große Fenster, durch welches der Mond herein schien. Ein Knarren der Leiter bewegte Usagi dazu sich umzudrehen. Ein kleiner, brauner Kopf bahnte sich den Weg ins Zimmer. Das niedliche Gesicht erstarrte, im ersten Moment dachte Amelie sie würde einen Engel sehen doch dann erinnerte sie sich was Alfred am Vormittag zu ihr gesagt hatte. „Du musst Usagi sein. Mein Name ist Amelie. Freut mich dich kennen zu lernen.“ Usagi trat aus dem Licht des Mondes, ihre Erscheinung wirkte dadurch weniger mysteriös aber dennoch sehr schön. „Hallo ich bin Usagi. Es freut mich auch sehr dich kennen zu lernen.“ Die Mädchen fingen an zu lachen und so brach das Eis und binnen weniger Stunden hatten sie sich alles Wichtige aus ihrem Leben erzählt. Die Prinzessin umging den Teil ihrer Herkunft und behauptete schon immer Dienerin gewesen zu sein. In den kommenden Tagen sollte Usagi an Amelies Seite in den Ablauf des Schlossalltags eingewiesen werden um nach einer Woche ihren Tätigkeiten selbstständig nachkommen zu können.

In einem anderen Teil des Schlosses bekam die Königin einen Zettel, den sie las und dann zufrieden in den Mülleimer warf. „Sie ist also angekommen.“ Sagte sie mehr zu sich selbst wie zu ihrem treuen Diener Alfred. Dieser wunderte sich über das starke Interesse seiner Königin einer einfachen Magd gegenüber. Leicht mit den Schultern zuckend verbeugte er sich und verließ den Saal. Gaia teilte ihr Wissen einer leicht besorgten Königin des Mondes mit. Die beiden Freundinnen unterhielten sich noch lange bevor sie ihr Gespräch beendeten.
 
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