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von Red September    erstellt: 01.09.2008    letztes Update: 20.02.2012    Geschichte, Romanze, Drama / P18    (pausiert)
huhu, mal wieder was von mir :D ich kann einfach nicht widerstehen, so schnell zu posten, es tut mir leid ...

nochmal: LUCY HEIßT JETZT JESSY !!!

okay und dann gehts auch schon los:


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***

Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.
(Mahatma Gandhi)


Sekundenlang wartete sie auf den unbeschreiblichen Schmerz. Wartete auf den Tod, auf das Ende. Die unglaublichen Schmerzen, die sie durchzucken würden, die sie ersticken würden, die sie töten würden. Wartete darauf, dass sich ihre Augen für immer schlossen, ihr kleines Herz aufhörte zu schlagen, ihre Brust still stehen würde, wartete auf das Ende… doch nichts geschah.
Trotzdem wurde ihr kurz schwarz vor Augen, wegen der Angst, und sie sank in die Knie.
Starke Arme fingen sie auf, schlangen sich um ihren Rücken und ein erneuter Schuss ertönte unmittelbar neben ihr, der sie wieder zusammenzucken ließ.
Ein Poltern folgte einem erstickten Keuchen.
Ein heiserer Schrei kam über ihre bebenden Lippen, als etwas Warmes ihre Haut bespritzte.
´Oh Gott, ich blute! Hilf mir, ich werde sterben! Ich werde verbluten!´
Ihre Gefühle vermischten sich zu einem einzigen Wirrwarr aus Angst, Hass, Schmerz, Trauer und Hysterie.
Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie blutete. Sie konnte genau spüren, wie das warme Blut an ihr herab lief. Aus ihr tropfte und das Leben mit sich nahm.
„Haha, hoohoo hihi, ha!“
Was?
Der Joker lachte? War dieses psychische Lachen das letzte, das sie in ihrem Leben hören sollte?
Plötzlich hoben sie die Arme hoch und schüttelten sie.
Vorsichtig öffnete Lucy ihre Augen.
„Ich bin nicht tot?“, hauchte sie und der Joker schüttelte den Kopf.
„A-Aber.“
Glücklich vor Erleichterung wollte sie sich auf den Boden sinken lassen, doch der Joker ließ sie nicht los, sondern zog sie noch näher an sich heran.
Jessy fand sich damit ab, schon wieder in seinen Armen zu liegen, drehte den Kopf und unterdrückte ein Würgen.
Der Schuss hatte nicht sie getroffen, sondern den Mann und zwar genau zwischen die Augen.
Er lag verrenkt vor ihnen auf dem Boden, die Zunge hing aus dem Mund, die Augen  verdreht. Blut…Gehirnmasse…Blut, Tod.
Hastig wandte sie den Blick ab.
Ihr wurde schlecht.
„So viel, so…viel Blut…“, keuchte sie.
„Wird dich nicht umbringen Schätzchen. Blut ist menschlich. Ohne Blut stirbst du, ohne Blut kannst du nicht leben…“
Seine Augen glitzernden vor Lust und Aufregung. Es amüsierte ihn! Es erregte ihn!
Es trübte seinen Blick und verschleierte seinen Sinn. Blut.
Sie schüttelte den Kopf und wand sich aus seinem Klammergriff.
Hastig stieg sie über die Leichen, rannte aus dem Zimmer und vergrub sich unter der warmen Bettdecke. Schutz.
Sie hatte auf jemanden geschossen.
Sie hätte jemanden umbringen können.
Sie hatte jemanden sterben sehen.
Erneut unterdrückte sie ein Würgen.
Sie war voller Blut. Ihr Auge zuckte.
Blut eines Toten an ihr!
Wieder fing sie an zu zittern.
Blut. Tod. Mord.
Sie wollte heim.

Auf einmal hob sich die Bettdecke und der Joker stand mit hochgezogener Augenbraue vor ihr.
Sie erwiderte den Blick nicht, sondern starrte weiterhin gerade aus und versuchte an etwas anders zu denken.
Wortlos ließ der Joker sich neben ihr aufs Bett plumpsen, lehnte sich an die Wand und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Geduldig schob er die Zunge aus dem Mund und umstrich damit seine Lippen.
Sie konnte es nicht ertragen.
Er gähnte.
Jessys Blick fiel zufällig auf ihre blutbeschmierten Unterarme.
Fiepend sprang sie auf und rubbelte an dem getrockneten Blut.
„Geh weg! GEH WEG! GEH WEG!“, kreischte sie und fing an, sich die Haut aufzukratzen.
Das Blut wollte einfach nicht abgehen! Es wollte weiter an ihr haften und sie beschmutzen. Wollte ihr Angst einjagen und sie genauso irrewerden lassen, wie den Joker!
Dieser hatte sie gerade an den Händen gepackt und wieder aufs Bett gezogen.
„Immer mit der Ruhe Schätzchen!“
„Lass mich los!“
Kläglich riss sie an ihren menschlichen Fesseln und fing an zu schluchzen.
Das Blut sollte weggehen! Sie wollte es nicht auf ihrer Haut!
Das Badezimmer.
„LASS MICH LOS!“
Immer noch hielt er sie fest.
„Bitte.“
Sie sah ihm in die Augen und blinzelte die Tränen weg.

Endlich ließ er sie los und sie stürmte sofort zum Waschbecken.
Hastig drehte sie den Wasserhahn auf, als ihr eine bessere Idee in den Sinn kam.
Die Dusche.
Mit einem Satz stand sie komplett angezogen unter dem heißen Wasser und das Blut löste sich.
Ihr entfuhr ein glücklicher Seufzer und sie ließ sich das harte Wasser ins Gesicht strömen.
Endlich…endlich frei von der Schuld.
Sie schloss die Augen und warf den Kopf in den Nacken.
Das Wasser beruhigte sie.
Minutenlang stand sie in der Dusche, bis sie merkte, dass sie ihre Klamotten angelassen hatte.
Ihr einziges Kleid. Sogar das violette Jackett hatte sie nicht ausgezogen.
Ihr Atem stockte, jetzt würde er sauer sein.
Als es an der Tür klopfte, riss sie entsetzt die Augen auf und wusste nicht, was sie tun sollte.
Die Türklinke wurde nach unten gedrückt.
„I-ich bin nackt!“, stotterte sie hastig und die Klinke schob sich wieder in die alte Position zurück.
Oh Gott, gerade noch gut gegangen. Was nun?
Schnell drehte sie das Wasser aus und war im Begriff aus der Dusche zu klettern, als sich die Tür öffnete.
Der Joker kam mit einer Hand vor den Augen herein und hielt ein Handtuch von sich gestreckt.
„Ich sehe nichts, nein gar nichts…Hier, äh, ein Handtuch.“, lallte er und schüttelte den Arm, wie zum Beweis.
Jessy ergriff das Handtuch und das Jackett streifte dabei leider seine Hand.
Sofort verzog sie das Gesicht.
„Du hast dich schon angezogen?“, fragte der Joker und leckte sich, wie so oft, über die Lippen. Immer noch hatte er die Hand vor den Augen.
Wieder spürte sie die Röte in sich aufsteigen. Sollte sie sich schnell ausziehen? Nein, sie hatte sein Jackett nass gemacht, dass musste sie zugeben, außerdem hatte sie keine Zeit dazu.
„Tut mir leid.“, wisperte sie kleinlaut und der Joker fing an zu lachen.
Er nahm die Hand von den Augen und musterte sie.
„Ausgezeichnet.“
„Was?“
„Du hast nicht zufällig noch so ein wunderbares Kleid dabei, oder? Ist es nicht so?“, fuhr er fort und legte den Finger an die Lippen.
Jessy schüttelte den Kopf.
„Warum hasst du es dann nass gemacht? Willst du jetzt nackt durch die Gegend laufen? Ja?“
Entsetzt hob sie den Blick.
Das hatte sie jetzt davon, er würde ihr keine Kleidung mehr geben und sie musste das nasse Kleid anbehalten.
Naja…selbst Schuld.
Ausziehen würde sie sich nicht. Auf keinen Fall, dann doch lieber krank werden.
Wieder lachte der Joker, warf ihr das Handtuch auf den Kopf und fing an, ihre Haare trocken zu rubbeln.
Sie ließ es geschehen und trat einen Schritt auf ihn zu, während sie das nasse Jackett auszog und über das Becken legte.
„Wir können sagen, dass ich das Jackett nur waschen wollte.“, schlug sie vor und entlockte ihm ein Grinsen.
„Könnten wir. Und was ist mit dem Kleid? Wolltest du es auch, ´nur´ waschen?“, antwortete er ohne mit dem Abtrocknen aufzuhören.
„Naja…klar.“
„Haha ha.“
Er schüttelte den Kopf.
„Du weißt schon, dass ich keine Kleider besitze? Ich bin nämlich ein männlicher Mensch. Es wird dir also nichts anderes übrig bleiben, als es auszuziehen und warten bis es wieder trocken ist.“
Ein anzügliches Grinsen.
„…“
Sie schwieg und schob die Unterlippe nach vorne, was er aber nicht sehen konnte, da sie immer noch das Handtuch auf dem Kopf hatte.
Endlich war er mit dem Schrubben zufrieden und zog das Handtuch weg.
Er hielt inne.
„Ist was?“
„Was soll denn sein.“, maulte sie und verschränkte die Arme vor ihrem zitternden Körper.
„Du schaust so beleidigt.“
Er legte ihr wieder den Arm um die Schultern und hob belehrend den Finger.
„Weißt du…gute Laune bringt einen viel weiter im Leben. Lachen und Fröhlichsein erhöhen die Chance auf ein langes, langes Leben. Und bei dir ist das so ganz anders, dich hab ich noch kein einziges Mal lachen hören, ziemlich ungesund, wenn du mich fragst. Ich lache so viel wie möglich. Ich tu alles dafür, dass ich gute Laune habe…ich bin schließlich ein Clown.“
Jessy kniff die Augen zusammen.
„Na so was, wie kommt das nur, dass ich so wenig lache? Vielleicht liegt es daran, dass ich hier eingesperrt bin? Das ich entführt wurde? Dass mir arschkalt ist und dass ich müde bin und keine Lust habe, in diesen nassen Klamotten rum zulaufen und kommen Sie mir nicht mit zieh dich doch aus! Ich werde nicht nackt hier herumspazieren!!!“
Der Joker öffnete den Mund.
„Äh…okaaay.“
„Nichts okay! Kann ich jetzt verdammt noch mal was zum drüberziehen haben oder nicht!!“
„Ein Einfaches bitte hätte auch gereicht, immerhin hast du dich mit Klamotten unter die Dusche gestellt, nicht ich.“
Sie wurde rot.
Der Joker verließ das Bad, kam mit einem Stapel Klamotten zurück, warf es auf den Boden und schloss die Tür, als er wieder hinaustrat.
Tropfend ging sie in die Knie und durchsuchte den Stapel nach etwas passendem.
Nach kurzer Zeit hielt sie ein enges, schwarze T-Shirt und eine lange Jeans in der Hand und zog sich um.
Schon viel besser.
Sie drehte sich um und starrte in den Spiegel.
Erschrocken blinzelte sie.
Das im Spiegel konnte unmöglich sie sein.
Ihre Schminke war total verlaufen, sie war leichenblass und ihre roten Lippen stachen unnatürlich hell hervor.  Die linke Backe seltsam angeschwollen…blau.
Die langen, weißblonden Haare hingen in schlaffen Zotteln herunter und sie hatte Augenringe.
Ihr Mund klappte auf.
Das alles hatte ihr anscheinend mehr zugesetzt, als sie erwartet hatte.
Abwesend ergriff sie das Jackett und öffnete die Tür.
Sie durchquerte das Schlafzimmer, trat in die Küche und legte es zum Trocknen auf den inzwischen wieder aufgestellten Tisch.
Die Leichen waren weg.
Das Blut noch da.
Ihr wurde wieder schlecht und sie drehte sich hastig um und stapfte zurück ins Schlafzimmer.

Hier hielt sie sich irgendwie am öftesten auf, stellte sie fest und grinste.
Seufzend fragte sie sich, wo der Joker schon wieder sein mochte und ließ sich aufs Bett sinken.
Sie verschränkte die Arme hinterm Rücken und starrte an die graue Decke.
Dieses Haus war nicht schön. Kein Bisschen.
Wie konnte er es nur in so einem Drecksloch aushalten?
Wenn er wirklich immer hier lebte, dann war es kein Wunder, dass er so drauf war…
Hier gab es kein Anzeichen von Gemütlichkeit und Liebe, bis auf das Bett natürlich, aber sie glaubte nicht, dass der Joker oft schlief.
Naja…sie wusste es nicht.
Trotzdem, dieses ganz schmutzige Grau…niemand würde sich auf die Dauer hier Wohlfühlen!
Keine schönen Bilder an der Wand, keine Blumen, kein Telefon, kein Fernseh, kein Herd.
Ein Kühlschrank war da, den hatte sie vorhin entdeckt.
Wieder überkam sie ein Anflug von Mitleid.
Der Joker brauchte jemanden der ihm half.
Vielleicht konnte sie ihn davon abbringen, alles so negativ zu sehen. Konnte ihn wieder in ein normales Leben integrieren?
Sein grinsendes Gesicht tauchte in ihren Gedanken auf.
Nein, ihm gefiel, was er tat.
Er wollte die Welt brennen sehen, er liebte das Chaos und die Intuition.
So jemanden konnte man nicht umkrempeln…auch sie nicht.
Wenn man vom Teufel sprach – der Joker stand in der Tür und musterte sie.
„Gute Auswahl.“, stellte er fachmännisch fest und sie grinste.
Mit ein paar Schritten war er neben sie getreten und setzte sich.
„Wieder beruhigt?“
Sie nickte leicht und fragte, wo er die Leichen versteckt hatte.
Er lächelte schief und zuckte mit den Schultern.
„Geheimnis, Schätzchen, bleibt mein kleines Geheimnis.“
Wieder nickte sie und schwieg.
Ein paar Minuten saßen sie stumm nebeneinander, dann brach der Joker die Stille.
„Hast du Hunger?“
„Nein.“
„Willst du irgendwas, äh, Spezielles tun?“
Sie hob fragend eine Augenbraue. Etwas Spezielles tun?
„Inwiefern?“
Der Joker senkte den Blick.
„Na, soll ich dir die Gegend hier zeigen? Ein kleiner Abendspaziergang vielleicht? Nur so eine kleine Rundführung. Allein um unsere Gemüter zu erquicken?“
„Abend? Es ist doch bestimmt schon fast vier.“
„Na gut, dann eben einen Morgenspaziergang…solang es noch nicht hell ist?“
„Klingt gut.“, stimmte sie zu und wieder kam sie aus dem Staunen nicht mehr raus.
Sie standen auf und der Joker führte sie an der Hand mit nach draußen.


***


ach übrigens:

achtet ihr auch schön auf die Zitate gaaanz oben? Die veraten euch nämlich immer, wies im nächsten kapitel weitergeht :P
wenn ihr sie also verstanden habt, müsstet ihr die Story garnicht mehr weiter lesen...hoffentlich versteht ihrs nicht HAHAHOHOHOHIHIHI
.....

danke für die Reviews!! Ihr wisst garnicht, wie glücklich ihr micht macht :) und den joker ebenfalls hehe

schön weiter schreiben und meckern, sollte es etwas zum meckern geben! :))
LG
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