■
Geschichte: Fanfiktion
/ Prominente
/ Sport
/ Fußball
/ Seit wann ist seine Träume leben Sünde?
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von annamolly
erstellt: 12.08.2008
letztes Update: 04.10.2008
Geschichte, Drama / P18 Slash
(fertiggestellt)
Vielen lieben Dank an Lakkaaaa & Thea (und die Faver, die lieber schweigen. Auch das nehmen wir dankend wahr, jaja =D). Denn geht's mal wieder, ne? Mal sehen, wann der nächste Streich folgt. Dumdidudm....
Habt Spaß.
Kapitel 2
Erschöpft lasse ich mich, kaum, dass ich zu Hause bin und mir die Schuhe abgestreift habe, auf mein Sofa sinken. Kann nicht mehr, bin komplett erledigt. Habe den ganzen Tag über Holz schleifen dürfen, wie schon die letzten zwei Wochen. Und wenn’s nach meinem Chef geht, werde ich das wohl noch eine Weile tun.
Und um sieben Uhr morgens aufzustehen, um in der Werkstatt Holz zu schleifen, mehrere Stunden lang, ist verdammt anstrengend. Aber ich habe es ja selber so gewollt. Bin nach dem Abi ein Jahr als Au-Pair nach Kanada gegangen, weil ich nicht wusste, was ich jetzt machen will.
Dort kam es dann über mich wie eine Erleuchtung. Mein Gastvater Abram hat mich und seinen ältesten Sohn Jack einmal mitgenommen, wir sind neun Stunden vom kleinen Prince George an die Küste gefahren und sind dort segeln gegangen. Neun Stunden – aber der Trip war es wert.
Und dann, in den Ferien der Jungs, sind wir nach Barbados geflogen und auch dort noch mal gesegelt – spätestens da ist mir klargeworden, dass ich etwas mit Booten machen will.
Irgendetwas – meine Mutter war zwar erst entsetzt, aber hat mir dann doch geholfen, eine Ausbildungsstelle zum Bootsbauer in Bremen zu finden. Und so bin ich hier gelandet.
Natürlich werde ich immer reichlich schief angesehen, wenn ich mich irgendwo als „Moritz Mertesacker, Azubi zum Bootsbauer“ vorstelle. Klingt ja auch seltsam.
Dann noch mit dem Namen… Die erste Frage ist fast jedes Mal, ob ich denn mit Per verwandt sei – und auch wenn ich es manchmal lieber nicht wäre, weil der Name mir oft gehörig auf den Geist geht, bin ich dann ehrlich und gebe zu, dass Per mein Cousin ist.
Die Reaktionen?
Der Großteil der Leute glaubt, ich wolle sie auf den Arm nehmen, und haut einfach ab. Tja, das ist dann wohl der Fluch eines großen Namens. Oder so.
Andererseits ist es schon manchmal ganz cool, mit Per verwandt zu sein. Ich komme öfters mal umsonst in die VIP-Logen des Weserstadions, habe die meisten seiner Kollegen zumindest schon mal von Nahem gesehen, mich mit manchen auch schon unterhalten.
Mein Handy klingelt, wenn man an den Teufel denkt oder so – es ist Per. Mühsam krame ich das Teil aus meiner Hosentasche, versuche, mich dabei so wenig wie irgend möglich zu bewegen.
„Mhm“, murmele ich nur, bin zu faul, noch mehr zu sagen. Ist ja eh nur Per, der sollte wissen, bei wem er hier gelandet ist.
„Mann, Moritz, sei mal höflicher hier!“, brummt mein herzallerliebster Cousin sofort. „Ich dachte eigentlich, Tante Eli hat dich ordentlich erzogen…“
Ich kann nur die Augen verdrehen. „Mann, Per, ich hab‘ seit heut’ Morgen um sieben Holz geschliffen, okay? Ich bin ziemlich müde, also sag‘ einfach, was los ist, und gut“, fahre ich ihn an, bin noch unhöflicher als zuvor, aber kann einfach nicht anders. Was muss der auch so einen Mist erzählen? Das ist weder besonders originell noch lustig. „Dass du ’nen anstrengenden Achtstundentag nicht kennst, ist mir auch klar. Aber dann mach dich nicht über die hart arbeitende Bevölkerung lustig, klar?“
„Sonst geht’s noch, ja?“, gibt Per zurück und ich muss schon fast grinsen. Ist irgendwie schon lustig mit ihm. „Nur weil du nicht genug Talent hast, um weiter zu kommen, als zum TSV Bemerode und jetzt Schiffe baust…“
„Ja, ja, ist gut. Also, warum rufst du an? Wohl kaum, um zu fragen wie’s mir geht, oder? Hast du nämlich nicht.“ Plötzlich schleicht sich wieder die Müdigkeit in meine Stimme. Ich kann doch auch nichts dafür! Egal, wie viel Spaß es auf der Werft macht, es ist einfach anstrengend – und dann noch jeden Tag von Lesumbrok nach Findorff zurück – anstrengend.
Aber was tut man nicht alles für seinen Traumjob.
„Ich hab‘ bald Geburtstag“, antwortet Per einfach nur und ich runzele die Stirn. Bald Geburtstag? Haben wir nicht erst… Anfang August? Doch, haben wir. Den dritten um genau zu sein – also übertreibt Per maßlos, wenn er sagt, er habe bald Geburtstag. Er ist nämlich genau ein Jahr und 16 Tage jünger als ich – und es ist noch weit mehr als ein Monat hin.
„Spinner. Von wegen bald!“
Aber Per wäre eben nicht Per, wenn er nicht schon viel zu früh anfangen würde, alles vorzubereiten. Das macht er immer so und es treibt mich manchmal schier in den Wahnsinn. Alles muss immer ganz genau und akribisch festgelegt, geplant sein. Bloß nichts dem Zufall überlassen.
„So bin ich halt. Auf jeden Fall feier’ ich am Sonntag in meinen Geburtstag rein, weil wir montags ja hoffentlich trainingsfrei haben und natürlich wollte ich dich fragen, ob du auch kommen willst.“
Tatsache – welch Überraschung. Ich sollte nicht so sein. Eigentlich verstehen Per und ich uns verdammt gut. Als er vor zwei Jahren nach Bremen gewechselt ist, habe ich ihn sozusagen ein wenig unter meine Fittiche genommen, habe ihm gezeigt, wo man hier so hingeht. Auch wenn er nicht unbedingt meinen Geschmack bei den Locations hat – verständlicherweise.
Trotzdem sind wir seitdem schon eher gute Freunde als „nur“ Cousins. Zu seinen Brüdern habe ich zum Beispiel so gut wie gar keinen Kontakt, sehe die beiden vielleicht einmal im Jahr auf irgendeiner Familienfeier.
Wie auch immer. „Wer kommt denn sonst noch?“, frage ich, fahre mir mit der Hand über die Augen und versuche verzweifelt, die vom Zufallen abzuhalten.
Per seufzt. „Also aktuell mal… Der Lutscher, also, ich mein‘ Torsten… Clemens, Peter, Markus, Sebastian… Zumindest haben die sich alle angekündigt… Denis kommt, dann noch Marie, und sonst mal sehen…“
Na, das klingt doch schon ganz respektabel. Vor allem ein Name hat’s mir angetan – Clemens. Kann ich doch nichts dafür, dass der Kerl einfach höllisch gut aussieht!
„So, so, Clemens kommt also auch, ja?“, hake ich grinsend nach. Auch wenn es eigentlich eine mehr als blöde Frage ist, denn immerhin ist Clemens hier so etwas wie Pers bester Freund.
„Moritz, vergiss es!“, werde ich sofort in die Schranken gewiesen. Spielverderber!
„Hey, was denn? Clemens sieht nun mal verdammt gut aus!“, antworte ich nur und lasse mich tiefer in die Kissen sinken.
Ich habe, zumindest vor meiner Familie, nie einen Hehl draus gemacht, dass ich auf Kerle stehe. Und auch wenn meine Mutter fast in Ohnmacht gefallen wäre und dann angefangen hat, zu heulen, weil sie sich doch so sehr Enkelkinder gewünscht hat, ist die Reaktion der meisten eigentlich ganz gelassen ausgefallen.
Na gut, nach dem ersten Schock. Den Schock kann ich ihnen nicht verdenken, immerhin habe ich mich auf einer unserer tollen Familienfeiern, auf der man mich mal wieder gelöchert hat, wann ich denn endlich eine Freundin mitbringe, hingestellt, habe ein paar Grußworte in Richtung meines Großvaters losgelassen und dann gesagt – „Eins noch, Leute. Liegt mir echt am Herzen: Ich werd‘ nie eine Freundin mitbringen auf diese dämlichen Familienfeiern. Ich werd‘ nämlich nie eine Freundin haben. Ich bin schwul.“ Und damit bin ich dann abgehauen.
Damals war ich siebzehn und die Reaktion wurde mir erzählt – von Per.
Nun ja, mittlerweile hat man sich damit abgefunden, und meine Mutter hat ja auch noch meinen Bruder Felix, der ihr Enkel bescheren kann.
„Super, Moritz! Clemens steht nicht auf Kerle, verstanden?“, reißt Per mich aus meinen Gedanken und ich verdrehe meine Augen.
„Weißt du, Per, die meisten Heten warten nur darauf, dass sich jemand ihrer annimmt“, grinse ich.
Ich kann ihn nach Luft schnappen hören. Natürlich, das ist immer noch Per. Der hat zwar eigentlich kein Problem damit, aber sobald jemand auch nur einen Witz macht, der irgendwie in die Richtung geht, dass er eventuell auch auf Kerle stehen könnte, kriegt er einen Anfall.
„Ist doch so… Wart’s nur ab, nach deiner Party reden wir noch mal drüber, ob Clemens wirklich nichts mit Kerlen anfangen kann…“
Per stöhnt genervt auf. „Mann, Moritz, lass es doch einfach! Clemens ist nicht schwul und wenn ich dich auf meiner Party auch nur einmal dabei erwische, dass du Clemens angräbst, dann kannst du sofort gehen, okay?“
Die Heftigkeit seiner Reaktion überrascht mich dann doch etwas. Normalerweise ist Per verdammt besonnen und ruhig – und jetzt brüllt er mich schon fast an, nur weil ich einen Witz über Clemens gemacht habe?
Na gut, ein wirklicher Witz war’s nicht, ich hab‘ eigentlich schon vorgehabt, mich wenigstens mal an Clemens zu versuchen. Aber wenn er gleich so ausrastet, sollte ich es vielleicht lieber lassen. Mann, dabei ist Clemens echt einer von Pers Freunden, auf den ich schon länger ein Auge geworfen habe.
„Ist ja gut, krieg‘ dich ein, Per. Ich lass‘ Clemens schon in Ruhe… Damit du mehr von ihm hast, oder wie?“
Das kann ich mir dann doch nicht verkneifen, so bin ich eben.
„Moritz, halt den Mund, okay? Ich… Mann, du weißt ganz genau…“, zischt er und ich lache, ehe ich den Satz für ihn zu Ende führe.
„Ja, ich weiß, du bist mit Marie zusammen und überhaupt ist’s eine Frechheit von mir, so etwas zu sagen, ist ja gut!“
„Genau…“, brummt er. „Wie auch immer, also du kommst, ja? Gut. Ich muss mal aufhören… Können ja noch mal telefonieren und mal wieder weggehen, oder so. Oder vielleicht hast du irgendwann noch mal Zeit, mich zum Segeln mitzunehmen…“
War ja klar. Per geht ganz gerne segeln und seit ich ihn das erste Mal auf einem Boot mitgenommen habe, quengelt er die ganze Zeit, dass ich ihn noch mal mitnehmen soll.
„Ja, mal sehen. Tschüss, Per… Bis dann“, antworte ich und lege auf, lese die SMS, die gerade eingegangen ist, als Per sich so über Clemens ereifert hat.
„Hey Mo, kommst du heut‘ Abend mit ins Queens?“
Jon, ein Kumpel, den ich in ebenjener Kneipe mal kennengelernt habe. Und ganz egal, wie müde ich bin, so einen Abend mit Jon und den anderen lasse ich mir nicht entgehen.
Vielleicht gibt’s da ja jemanden, den ich auch abschleppen darf und bei dem sich Per nicht gleich wieder aufregt. Jetzt richte ich mich schon nach Per, wenn es darum geht, wen ich mit nach Hause nehme, oder wie? Ich glaube, es hakt.
„Klar, wann treffen wir uns?“, antworte ich noch, bevor ich mich auf dem Sofa ausstrecke und die Augen schließe. Eine kleine Runde Schlaf wird wohl noch drin sein.
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
