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Geschichte: Fanfiktion
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von last-unicorn15
erstellt: 21.07.2008
letztes Update: 09.10.2008
Geschichte, Romanze / P16
(abgebrochen)
2. Ganz unten!
„Na endlich! Warum hat es so lange gedauert?“ Dieser Ruf war das erste, was Rose von ihrem neuen Leben mitbekam. Eigentlich hatte sie die Einfahrt nach Paris genießen wollen, doch schon weit vor der Stadt war sie tief und fest eingeschlafen. Nun riss sie die laute Stimme wie ein Peitschenhieb aus ihrem Schlummer. „Jetzt aber raus aus der Kutsch! Immerhin bist du zum arbeiten hier!“. Der Verschlag der Kutsch wurde aufgerissen, noch bevor Rose reagieren konnte. Ein etwas grobschlächtiger, breitschultriger Mann sah ihr nun direkt ins Gesicht.
„Entschuldigt Herr“, meinte Rose kleinlaut und schlug die Augen nieder: „Ich bin auf der Fahrt wohl eingeschlafen.“
„Vormittags schon? Das kann ja heiter werden!“, knurrte der Mann und machte Platz, damit Rose aus der Kutsche steigen konnte. Sie hob den Blick und blieb mit offenem Mund stehen. Etwas Vergleichbares wie diesen Palast hatte sie noch nie zuvor gesehen! Dagegen war das Gehöft ihrer Eltern ein besserer Stall! Riesig und strahlend weiß schienen die Wände vor ihr in den Himmel zu wachsen. Wie viele Räume dieses Gebäude wohl haben mochte?
„Landeier“, der Mann neben ihr schnaubte verächtlich. Rose schlug den Blick nieder und wurde rot. Zum ersten Mal wurde ihr bewusst, wie unwissend sie wirken musste für jemanden, der diesen Anblick jeden Tag genießen konnte.
„Louis, da bist du ja! Ist das die neue Dienstmagd?“, eine neue Stimme schlug vom Haus herüber und als Rose aufblickte sah sie eine hagere, streng dreinblickende Frau auf sie zukommen. Sie blieb direkt vor ihr stehen und musterte sie eingehend. Dann nahm sie ihre Hände und betrachtete sie genau. „Sie scheint zumindest Arbeit gewohnt zu sein“, meinte sie zu dem Mann namens Louis. „Ich bin die Hauswirtschafterin. Nenn mich einfach Madame Cherie. Ab jetzt wirst du genau das tun, was ich dir sage! Wie ist dein Name?“
„Rose Chevallier, Madame.“ „Dein Nachname tut nichts zur Sache.“, grinste Louis breit.
„Komm Kind, die Arbeit wartet nicht auf uns.“ Madame Cheri ging voraus zum Haus und Rose schnappte sich ihre kleine Tasche und folgte ihr.
Der Eingang, durch den Rose den Louvre das erste Mal betrat war natürlich nur der Dienstboteneingang, nichtsdestotrotz war sie davon begeistert. Sie hatte einfach keinen Maßstab, um das was sie sah richtig einordnen zu könne. Für jemanden, der die richtigen Gemächer des Palastes gewöhnt war, waren diese Gänge und Räume ziemlich klein und niedrig, während sie Rose doch recht geräumig erschienen.
Während Madame Cheri Rose zu ihrer Kammer führte, schärfte sie ihr schon die ersten Regeln ein. Dies waren vor allem Verhaltensregeln den höhergestellten Diener gegenüber.
Zu Rose Verwunderung sagte sie kein Wort darüber, wie sie sich zu verhalten hatte, wenn sie einem der Herrschaften begegnen sollte. Irgendwann, als Madame eine Redepause machte, nahm Rose allen Mut zusammen und fragte zaghaft nach. Die Hauswirtschafterin warf mit einem lauten Lachen den Kopf in den Nacken und gluckste dann: „Kind, wo denkst du hin! Du wirst wahrscheinlich nie einen von den Herrschaften zu Gesicht bekommen und wenn ja, dann nur aus so weiter Entfernung, dass sie dich nicht bemerken werden! Du bist eine niedere Dienstmagd! Du darfst nicht mal in die Nähe der Gemächer in den oberen Stockwerken,
dein Arbeitsplatz ist hier unten. Du machst deine Arbeit dann richtig, wenn keiner von den Herrschaften jemals bemerkt, dass es dich überhaupt gibt.“ Rose versuchte ihre Enttäuschung zu verbergen. Zu gerne hätte sie den Kardinal doch zumindest einmal gesehen. Man erzählte sich so viel über ihn und sie hatte gedacht, dass sie nun einmal die Möglichkeit hätte das Gesicht zu diesen Geschichten zu sehen. Aber wie es schien, würde dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen. So blieb ihr wohl doch nur ihre Vorstellung.
„So, dies ist deine Kammer“ Madames Stimme riss Rose aus ihren Gedanken. Sie waren am Ende eines langen Ganges angelangt und die Haushälterin stieß eine dicke Eichentür auf.
Dahinter lag eine kleine, spärlich möblierte Kammer. Außer einem Bett und einem Waschtisch gab es hier nichts. Nicht mal einen Schrank. Zum ersten Mal an diesem Tag vermisste Rose ihr zuhause. Und es sollte nicht zum letzten Mal sein.
Nachdem Rose schnell ihre Tasche abgestellt hatte, wurde sie von Madame Cheri auch schon in die Küche geschickt. Hier wartete eine dickliche Köchin namens Mina und eine Menge Arbeit auf sie. Mina war ein ganzes Stück netter als Madame Cheri oder Louis, aber trotzdem sehr bestimmend und distanziert. Sie trieb alle unaufhörlich zur Arbeit an und gönnte weder sich noch ihren Untergebenen eine Pause.
Am Abend war Rose dann mit ihren Kräften am Ende. Eigentlich war sie körperliche Arbeit gewohnt. Sie hatte schon seit sie klein war im Stall ihrer Eltern geholfen, aber nun merkte sie, was es hieß, nicht die Tochter des Hauses zu sein.
Hier nahm keiner Rücksicht darauf, wie es einem ging. Die Diener im Haus arbeiteten im Akkord und trotzdem schien es so, als würde die Arbeit nie enden.
Die Sonne war schon lange hinter dem Horizont verschwunden, als Rose völlig erschöpft in ihre Kammer taumelte. Selbst um Heimweh zu empfinden war sie zu müde. Sie ließ sich mit Kleidern ins Bett fallen und schlief augenblicklich ein.
„Na endlich! Warum hat es so lange gedauert?“ Dieser Ruf war das erste, was Rose von ihrem neuen Leben mitbekam. Eigentlich hatte sie die Einfahrt nach Paris genießen wollen, doch schon weit vor der Stadt war sie tief und fest eingeschlafen. Nun riss sie die laute Stimme wie ein Peitschenhieb aus ihrem Schlummer. „Jetzt aber raus aus der Kutsch! Immerhin bist du zum arbeiten hier!“. Der Verschlag der Kutsch wurde aufgerissen, noch bevor Rose reagieren konnte. Ein etwas grobschlächtiger, breitschultriger Mann sah ihr nun direkt ins Gesicht.
„Entschuldigt Herr“, meinte Rose kleinlaut und schlug die Augen nieder: „Ich bin auf der Fahrt wohl eingeschlafen.“
„Vormittags schon? Das kann ja heiter werden!“, knurrte der Mann und machte Platz, damit Rose aus der Kutsche steigen konnte. Sie hob den Blick und blieb mit offenem Mund stehen. Etwas Vergleichbares wie diesen Palast hatte sie noch nie zuvor gesehen! Dagegen war das Gehöft ihrer Eltern ein besserer Stall! Riesig und strahlend weiß schienen die Wände vor ihr in den Himmel zu wachsen. Wie viele Räume dieses Gebäude wohl haben mochte?
„Landeier“, der Mann neben ihr schnaubte verächtlich. Rose schlug den Blick nieder und wurde rot. Zum ersten Mal wurde ihr bewusst, wie unwissend sie wirken musste für jemanden, der diesen Anblick jeden Tag genießen konnte.
„Louis, da bist du ja! Ist das die neue Dienstmagd?“, eine neue Stimme schlug vom Haus herüber und als Rose aufblickte sah sie eine hagere, streng dreinblickende Frau auf sie zukommen. Sie blieb direkt vor ihr stehen und musterte sie eingehend. Dann nahm sie ihre Hände und betrachtete sie genau. „Sie scheint zumindest Arbeit gewohnt zu sein“, meinte sie zu dem Mann namens Louis. „Ich bin die Hauswirtschafterin. Nenn mich einfach Madame Cherie. Ab jetzt wirst du genau das tun, was ich dir sage! Wie ist dein Name?“
„Rose Chevallier, Madame.“ „Dein Nachname tut nichts zur Sache.“, grinste Louis breit.
„Komm Kind, die Arbeit wartet nicht auf uns.“ Madame Cheri ging voraus zum Haus und Rose schnappte sich ihre kleine Tasche und folgte ihr.
Der Eingang, durch den Rose den Louvre das erste Mal betrat war natürlich nur der Dienstboteneingang, nichtsdestotrotz war sie davon begeistert. Sie hatte einfach keinen Maßstab, um das was sie sah richtig einordnen zu könne. Für jemanden, der die richtigen Gemächer des Palastes gewöhnt war, waren diese Gänge und Räume ziemlich klein und niedrig, während sie Rose doch recht geräumig erschienen.
Während Madame Cheri Rose zu ihrer Kammer führte, schärfte sie ihr schon die ersten Regeln ein. Dies waren vor allem Verhaltensregeln den höhergestellten Diener gegenüber.
Zu Rose Verwunderung sagte sie kein Wort darüber, wie sie sich zu verhalten hatte, wenn sie einem der Herrschaften begegnen sollte. Irgendwann, als Madame eine Redepause machte, nahm Rose allen Mut zusammen und fragte zaghaft nach. Die Hauswirtschafterin warf mit einem lauten Lachen den Kopf in den Nacken und gluckste dann: „Kind, wo denkst du hin! Du wirst wahrscheinlich nie einen von den Herrschaften zu Gesicht bekommen und wenn ja, dann nur aus so weiter Entfernung, dass sie dich nicht bemerken werden! Du bist eine niedere Dienstmagd! Du darfst nicht mal in die Nähe der Gemächer in den oberen Stockwerken,
dein Arbeitsplatz ist hier unten. Du machst deine Arbeit dann richtig, wenn keiner von den Herrschaften jemals bemerkt, dass es dich überhaupt gibt.“ Rose versuchte ihre Enttäuschung zu verbergen. Zu gerne hätte sie den Kardinal doch zumindest einmal gesehen. Man erzählte sich so viel über ihn und sie hatte gedacht, dass sie nun einmal die Möglichkeit hätte das Gesicht zu diesen Geschichten zu sehen. Aber wie es schien, würde dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen. So blieb ihr wohl doch nur ihre Vorstellung.
„So, dies ist deine Kammer“ Madames Stimme riss Rose aus ihren Gedanken. Sie waren am Ende eines langen Ganges angelangt und die Haushälterin stieß eine dicke Eichentür auf.
Dahinter lag eine kleine, spärlich möblierte Kammer. Außer einem Bett und einem Waschtisch gab es hier nichts. Nicht mal einen Schrank. Zum ersten Mal an diesem Tag vermisste Rose ihr zuhause. Und es sollte nicht zum letzten Mal sein.
Nachdem Rose schnell ihre Tasche abgestellt hatte, wurde sie von Madame Cheri auch schon in die Küche geschickt. Hier wartete eine dickliche Köchin namens Mina und eine Menge Arbeit auf sie. Mina war ein ganzes Stück netter als Madame Cheri oder Louis, aber trotzdem sehr bestimmend und distanziert. Sie trieb alle unaufhörlich zur Arbeit an und gönnte weder sich noch ihren Untergebenen eine Pause.
Am Abend war Rose dann mit ihren Kräften am Ende. Eigentlich war sie körperliche Arbeit gewohnt. Sie hatte schon seit sie klein war im Stall ihrer Eltern geholfen, aber nun merkte sie, was es hieß, nicht die Tochter des Hauses zu sein.
Hier nahm keiner Rücksicht darauf, wie es einem ging. Die Diener im Haus arbeiteten im Akkord und trotzdem schien es so, als würde die Arbeit nie enden.
Die Sonne war schon lange hinter dem Horizont verschwunden, als Rose völlig erschöpft in ihre Kammer taumelte. Selbst um Heimweh zu empfinden war sie zu müde. Sie ließ sich mit Kleidern ins Bett fallen und schlief augenblicklich ein.
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