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von DelFina18
erstellt: 10.05.2008
letztes Update: 15.08.2008
Geschichte, Romanze, Familie / P12
(fertiggestellt)
Nur mal so nebenbei: Mir tut Zelos auch Leid XD
~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 3: Hopsend durch Meltokio~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~
Zelos war dann doch noch in einen traumlosen Schlaf gefallen. Nun, traumlos war nicht das richtige Wort, eher alptraumlos. Denn der Traum, den er gerade träumte, gefiel ihm ziemlich gut.
Sheena und er hatten ein romantisches Candle-Light-Dinner an einem Strand, wo die Sonne gerade alles in ein orangerotes Licht tauchte. Nachdem sie mit dem Essen fertig waren, nahm er Sheenas Hand und ging mit ihr ein wenig spazieren. Schließlich hielt er an, holte etwas aus seiner Tasche – es handelte sich um ein kleines schwarzes Kästchen, in dem sich eigentlich nur eine Sache befinden konnte – und sah Sheena lächelnd an.
„Sheena…“, murmelte Zelos im Schlaf, wie um seinen Antrag zu beginnen, drehte sich dann auf die andere Seite und fiel schmerzvoll aus dem Bett, wobei es dann aus war mit dem schönen Traum.
Fluchend rieb sich Zelos seinen Kopf so gut es ging – die Schnüre schränkten immer noch seine Bewegungsfreiheit ein – und sah dann auf seinen Wecker, um festzustellen, dass es schon kurz nach Mittag war.
Das bedeutete, dass Sebastian schon längst in seinem Zimmer gewesen war! Warum zum Teufel hatte er ihn dann nicht aus seiner misslichen Lage befreit?!
Da Zelos eine Antwort haben wollte, rief er nach seinem Butler, aber nichts passierte. Absolute Stille. Nur die Fliege, die in sein Zimmer flog, brummte laut, setzte sich auf seine Nase und schien diesen Platz so angenehm zu finden, dass sie sich nicht mehr fortbewegte. Zelos versuchte vergeblich, die Fliege zu verscheuchen, aber seine Hand kam nicht an seine Nase an und jeglicher Versuch, die Fliege durch ein Kopfschütteln loszuwerden, scheiterte.
„SEBASTIAN!!!“, rief Zelos laut, aber es kam immer noch niemand. „Also das ist doch echt…“ Die ganze Zeit grummelnd hievte sich Zelos vom Boden hoch – er wusste nicht, wie er es geschafft hatte, aber er war unheimlich stolz auf sich – und hopste dann zu der Tür seines Zimmers.
Dort stellte sich ihm dann auch schon das nächste Problem in den Weg. Wie zum Teufel sollte man eine Tür öffnen, wenn die eine Hand ans Ohr geschnürt war und die andere fest am Oberschenkel klebte? Richtig, mit vollen Körpereinsatz!
Zelos bückte sich etwas und versuchte dann, die Türklinke aufzubekommen, indem er sein Kinn darauf drückte. Es funktionierte dann sogar, die Tür sprang auf, Level eins abgeschlossen.
Und auf zum nächsten Level: Die Treppe. Okay, kein Problem, seine Beine waren zwar so eng zusammen gebunden, dass man es auch für ein einzelnes Bein einer sehr fetten Person hätte halten können, aber natürlich konnte er diese Hürde mit Leichtigkeit überwinden. Wozu sonst hatte er als Kind immer beim Sackhüpfen gewonnen? Wobei es diesmal keinen Sack gab, er sich an nichts festhalten konnte und er eine Treppe hinunter springen sollte, die unter diesen Umständen recht gefährlich wirkte…
Aber, hey, das war doch nichts, was der Große Zelos nicht hinbekam! Zumindest redete er sich das ein.
Gut, was hatte es noch für einen Sinn, eine Liste voller Argumente zusammenzustellen, warum man Treppen nicht beidbeinig hinunter springen sollte, wenn einem zudem auch noch im wahrsten Sinne des Wortes die Hände gebunden waren? Die Treppe würde sich dadurch auch nicht in Luft auflösen, die Schnüre ihn immer noch fesseln und die Fliege es sich immer noch auf seiner Nase bequem machen.
Zelos atmete noch einmal tief durch und begann dann tapfer, vorsichtig die Treppe herunter zu hüpfen. Nun, es war sogar gar nicht so schwer, wie er es gedacht hatte. Er durfte nur nicht ausrutschen, denn sonst würde er sich vermutlich alle möglichen Knochen in seinem Körper brechen, wobei ihm viele vermutlich total unbekannt waren.
Zelos hatte nur noch drei Treppenstufen vor sich, als er dann doch noch ausrutschte. Aber das war nicht so schlimm. Zwar trieb ihm der Aufprall jegliche Luft aus den Lungen und sein Rücken schmerzte und er würde wohl ein paar blaue Flecken davontragen, aber er konnte danach wieder normal atmen, was ein Zeichen dafür war, dass er sich keine Rippen gebrochen hatte und der Schmerz verging nach einer Weile auch wieder.
Außerdem hatte er nun auch diese Höllentour überstanden und war endlich unten. Im Übrigen hatte die Fliege auch alles gut überstanden, was Zelos aber nicht wirklich freute. Auf der Suche nach seinem Butler, Sheena, Ashton, kurz nach einer menschlichen Seele hopste er durch das ganze Haus, fand aber niemanden. Und zu allem Übel fand er die einzige Schere im Haus auch nicht dort, wo sie sein sollte…
Dies machte ihn natürlich höchst misstrauisch und ihm kam der Verdacht, dass Ashton die Schere hatte verschwinden lassen… Wäre ja nicht weiter verwunderlich gewesen. Aber das erklärte immer noch nicht das Verschwinden sämtlicher Personen aus seinem Haus.
Was blieb ihm jetzt also noch anderes übrig, als zu schauen, ob sie draußen waren? Wobei er sich in diesem peinlichen Zustand lieber nicht draußen blicken lassen wollte… Aber er hatte auch keine Lust zu warten, bis sein Butler und Sheena wieder zurück waren, denn wer wusste schon, wie lange das noch dauern würde?
Also verließ Zelos sein Haus, hopste durch halb Meltokio und ignorierte die belustigten Blicke, die man ihm zuwarf, so gut es ging. Schließlich kam er zu einem kleinen Spielplatz, wo er endlich Sheena, Sebastian und die Kinder fand.
Ashton grinste breit, als er ihn sah, Sheena und Sebastian konnten sich das Lachen fast nicht verbeißen und selbst Lilly schien ihn auszulachen.
„Was hast du denn gemacht?“, fragte Sheena schließlich.
„Dieser kleine Satansbraten hat mir eine Falle gestellt!“, brachte Zelos wütend hervor und nickte mit seinem Kopf in Ashtons Richtung, weil er seine Hände ja nicht wirklich einsetzen konnte.
„Na, nun schieb die Schuld nicht jemand anderem in die Schuhe. Was kann Ashton dafür, wenn du so tollpatschig bist?“ Sheena sah ihn tadelnd an.
„Aber er hat doch die Schnüre so gespannt, dass ich mich darin verheddere!“, protestierte Zelos.
„Woher willst du wissen, dass es Ashton war? Es könnte doch auch irgendjemand gewesen sein, der sich an dir rächen wollte und sich ins Haus geschlichen hat“, erwiderte Sheena.
Ashton setzte die glaubwürdigste Unschuldsmiene auf, die er zu bieten hatte und nickte.
Zelos kochte regelrecht vor Wut und zu gerne hätte er Ashton zum Teufel gejagt, wo er ja eigentlich auch hingehörte, aber er wusste, dass Sheena das nicht gerade billigen würde und was er jetzt am wenigsten gebrauchen konnte, war eine frische Beule am Kopf.
„Argh!“, rief Zelos nur. „Sebastian, warum hast du mich von diesen Schnüren nicht befreit?! Du warst doch vorhin bestimmt schon in meinem Zimmer!“
Der Butler schüttelte den Kopf. „Ich dachte, ich gönne Ihnen mal den Schlaf, Sir. Sie sahen gestern Abend so fertig aus.“
Zelos konnte es nicht fassen. In all den Jahren, die Sebastian nun schon für ihn arbeitete, hatte er ihn nie ausschlafen lassen und ausgerechnet jetzt, wo er es begrüßt hätte, wenn Sebastian ihn geweckt hätte, hatte sein Butler beschlossen, ihn ausschlafen zu lassen!
Entweder war das Ironie des Schicksals oder es ging nicht alles mit rechten Dingen zu. Zelos sah verstohlen zu Ashton, aber dieser ließ sich nicht anmerken, ob er etwas mit dem ungewöhnlichen Entschluss seines Butlers zu tun hatte.
„Könnte mich dann jetzt wenigstens jemand befreien?!“, fragte Zelos schon fast hysterisch.
„Wieso, das steht dir!“, lachte Sheena. „Außerdem behältst du dann deine Hände mal bei dir.“
„Sheenaaaaaaaa!!!“, rief Zelos gequält und hüpfte auf und ab. „Ich will mich endlich wieder normal bewegen können!“
„Ist ja schon gut“, seufzte Sheena. „Hat jemand von euch beiden etwas Spitzes dabei?“
Ashton und Sebastian schüttelten den Kopf.
„Gut, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Ifrit, Undine oder Sylph?“, fragte die schwarzhaarige und sah Zelos fragend an.
„Äh… Was?“ Zelos war perplex. Was sollte das denn jetzt werden? Eine Art Test oder was? Ja, genau, wahrscheinlich wollte sie sehen, ob er sich für einen weiblichen Elementargeist entschied oder nicht… Und wenn er das tat, würde sie vermutlich wieder so etwas sagen wie ‚Du willst sie doch nur wieder anbaggern’ oder so… Nun, wenn das so war… „Ifrit.“
Sheena nickte. „Ich rufe den Roten Riesen, den Herrscher des Höllenfeuers, herbei! Komm, Ifrit!“
Der Elementargeist des Feuers erschien und wartete auf seinen Auftrag.
„Setz Zelos’ Schnüre in Brand“, sagte Sheena.
Ifrit nickte und schnipste mit den Fingern, woraufhin Zelos’ Schnüre in Flammen aufgingen und zu Boden fielen. Ifrit verschwand daraufhin.
Zelos streckte sich genüsslich. Es tat gut, sich wieder normal bewegen zu können. Dann hielt er auf einmal inne. „Sagt mal… Sind das die Schnüre, die so verbrannt riechen?“
„Ach, nein, ein paar deiner Haare sind aus Versehen in Brand gesetzt worden“, meinte Sheena lässig.
Zelos nickte verständnisvoll. „Wenn’s sonst weiter nichts… WAS?! Meine Haare, meine wunderschön gepflegten Haare!!!“ Zelos tauchte seinen Kopf in einen Springbrunnen, bis er sich sicher war, dass die Flammen erloschen waren.
Sheena lachte lauthals, Ashton grinste breit – war ja klar, dass er das lustig finden würde – und Sebastian versuchte krampfhaft, sich das Lachen zu verbeißen, was ihm sichtlich schwer fiel.
Zelos sah die drei wütend an. Er hatte es satt, er brauchte jetzt seine Ruhe. Also ging er schlecht gelaunt davon, um sich ein ruhiges Plätzchen zu suchen, wo ihm niemand Fallen stellte, seine Haare in Brand setzte oder sich über ihn lustig machte.
„Zelos, nun sei doch nicht gleich eingeschnappt!“, rief Sheena und lief ihm hinterher. „Das war doch nur Spaß!“
Zelos drehte sich wütend zu ihr um. „Findest du es etwa lustig, wenn du die halbe Nacht nicht schlafen kannst, weil du gefesselt bist, dir fast alle Knochen brichst, weil du versuchst, eine Treppe im gefesselten Zustand runter zu springen, wie ein Irrer durch halb Meltokio hopst, nur um die Leute zu finden, die sich eigentlich in deinem Haus befinden sollten, deine Haare angezündet werden und sich jeder über dich lustig macht?! Herzlichen Glückwunsch, solltest du so viel Humor haben, ich habe ihn jedenfalls nicht!“ Zelos wandte sich von ihr ab, ging davon und ließ die perplexe Sheena zurück.
°~°~°~°~°
Ich denk mal, es ist verständlich, dass Zelos so ausrastet, ne? I-wann reißt bei jedem mal der Geduldsfaden...
Nun, nächstes Kap wird vielleicht aus Sheenas Sicht, zumindest ein Teil... denke ich...
Ich kann für nichts garantieren ^^"
Aber fest steht, dass Zelos noch einiges durch machen muss XD
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