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Eine anstrengende Woche beginnt
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von DelFina18    erstellt: 10.05.2008    letztes Update: 15.08.2008    Allgemein / P12    (fertiggestellt) 91 Reviews
~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 2: Eine anstrengende Woche beginnt~°~°~°~°~°~°~°~°~


„Unter einer Bedingung! Nach dieser Woche lässt du mich in Ruhe und… verschwindest aus meinem Leben.“

Die Worte hallten immer wieder in Zelos’ Kopf nach, während er Windeln, Babybrei und sonstige Dinge für die beiden Kinder einkaufte. Sheena hatte ihm aufgetragen, sich darum zu kümmern, da Sheila rein gar nichts davon da gelassen hatte. Und so ging Zelos nun apathisch von einem Laden zum nächsten, während Sheena auf die beiden Kinder aufpasste.
Natürlich hatte ihm Sheenas Bedingung überhaupt nicht gefallen und er hatte überlegt, ob er es doch nicht lieber versuchte, die eine Woche alleine mit den Kindern klar zu kommen, aber er wusste, dass er es nicht schaffen würde und er Sheenas Hilfe brauchte. Aber der Preis dafür war einfach zu hoch… Wie sollte er weiter leben, wenn er Sheena nicht mehr sehen konnte? Da konnte er sich genauso gut gleich von der Großen Tethe’alla-Brücke stürzen. Dann bräuchte er sich nicht mehr um lärmende Kinder zu kümmern, Seles und Sheena wären glücklich, seine Groupies könnten sich eine andere Beschäftigung suchen und er müsste nicht mehr diese Leere in seinem Inneren spüren.
Zelos seufzte. Der Gedanke, allem ein Ende zu bereiten, war wirklich verlockend… Aber nur ein Feigling hätte das auch wirklich gemacht. Jemand, der absolut gar keine Hoffnung mehr hatte und nicht mutig genug war, sich weiterhin welche zu machen. Zelos hatte noch Hoffnung. Vielleicht schaffte er es, Sheena in der einen Woche doch noch umzustimmen. Und wenn nicht… Nun, dann war die Brücke immer noch da.
Seufzend betrat er seine Villa und sah Sheena auf der Couch sitzen und ein Buch lesen.
„Ah, da bist du ja wieder. Die Kinder schlafen, Sebastian macht Mittagessen und hat meine Hilfe höflich, aber bestimmt abgelehnt. Hast du alles bekommen?“, fragte Sheena, ohne den Blick vom Buch abzuwenden.
„Ja… Wie hast du es geschafft, dass die Kinder schlafen? Ich mein, dass die Kleine schläft, kann ich ja noch nachvollziehen, aber der Junge…“
„Nun, ich habe ihm gesagt, dass er einen Mittagsschlaf machen soll und daraufhin ist er ganz brav ins Bett gegangen“, sagte Sheena.
Zelos sah sie mit offenem Mund an. „Machst du Witze?! Dieser kleine Rotzbengel hat auf dich gehört?!“
Sheena schloss das Buch und sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. „Ja.“
Zelos starrte sie weiterhin an, als wäre sie ein Wesen aus einer anderen Welt, fing sich dann aber wieder und legte die Taschen ab. Jetzt stand es für ihn jedenfalls fest, dass er auf Sheenas Hilfe nicht verzichten konnte. Wenn sie diesen kleinen Satansbraten unter Kontrolle hatte, wurde diese Woche vielleicht doch nicht so schlimm, wie Zelos befürchtet hatte. Insgeheim hatte er sich schon Sorgen gemacht, dass Sheena nach ein paar Tagen vielleicht die Schnauze voll hatte von Ashton und gehen würde – wodurch Zelos ihre Bedingung vielleicht doch nicht hätte einhalten müssen. Aber es sah nicht so aus.
Sheena sah sich inzwischen den Inhalt der Taschen an und nickte zufrieden.
„Ich werde noch einmal kurz nach Mizuho fliegen. Wenn ich hier übernachten soll, brauche ich immerhin ein paar Sachen“, sagte sie.
„Du… willst hier übernachten?“, fragte Zelos erfreut.
„Von ‚wollen’ kann hier nicht die Rede sein… Aber traust du dir zu, in der Nacht alleine mit den Kindern klar zu kommen? Lilly wird dich nämlich bestimmt nicht gnädig schlafen lassen.“
Zelos schüttelte den Kopf. „Nein… Ich denke, ich wüsste nicht, was ich tun sollte, wenn sie anfängt zu schreien… Mal abgesehen davon, dass ich mich wahrscheinlich gar nicht aus dem Bett bequemen würde…“
Sheena nickte. „Das habe ich mir gedacht.“ Sie verließ das Haus und Zelos brachte inzwischen die eingekauften Sachen unter.
Zum Mittagessen war Sheena wieder da. Sie weckte Ashton und holte Lilly in die Küche, damit sie sich sofort um sie kümmern konnte, sobald diese anfing zu schreien.
Sebastian hatte Spagetti gekocht, weil er sich sicher war, dass Ashton das auch mögen würde. Und wenigstens in dieser Beziehung schien der Junge ein normales Kind zu sein. Er benahm sich sogar beim Essen, was Zelos ungemein beruhigte.
Nach dem Essen richtete Sebastian Sheenas Zimmer her, Sheena fütterte die kleine Lilly, die inzwischen wach geworden war und Ashton spielte wieder einmal mit den Bauklötzen. Vielleicht war dieser Junge ja doch nicht so schlimm, wie Zelos erst gedacht hatte. Zumindest benahm er sich momentan recht gut, so dass Zelos entspannt auf der Couch sitzen und seine ganze Post durchgehen konnte.
Das meiste war Fanpost, die ungeöffnet im Papierkorb landete. Zelos kannte die Briefe inzwischen sowieso schon auswendig. Meistens stand so etwas drin wie: „Hi, Auserwählter! Ich bin XY und ich bete dich an! Ich weiß, das tun viele Mädchen, aber du kannst mir glauben, ich bin viel besser als die anderen! Meinem Vater gehört diese und jene Landschaft und ich erbe irgendwann von meinem Großvater ein riesiges Schloss. Ich habe eine Menge Geld und bin eine entfernte Verwandte der Prinzessin. Bitte heirate mich also! In Liebe, deine XY.“
Unglaublich, wie viele Mädchen in dieser Stadt der Ansicht waren, eine entfernte Verwandte der Prinzessin zu sein.
Zwischen all der Post fand Zelos allerdings auch noch ein paar andere Briefe – Rechnungen. Toll, entweder die Leute wollten seine Liebe oder sein Geld. Aber keiner schrieb mal einfach nur einen netten Brief, indem man sich nach seinem Wohlbefinden erkundigte. Nun, es verwunderte Zelos auch nicht weiter. Immerhin war er weitestgehend nur als Auserwählter bekannt, der Großteil der meltokischen Bevölkerung kannte nicht einmal seinen Namen, wie es außerhalb von Meltokio aussah, wollte Zelos nicht einmal wissen.
Am liebsten hätte er die Rechnungen natürlich auch in den Papierkorb geschmissen, aber es brachte eh nichts – Sebastian holte sie daraus immer wieder hervor.
Also legte er die Rechnungen schön brav zur Seite, damit sich sein Butler später darum kümmern konnte. Nachdem er jetzt also die meiste Post aussortiert hatte, fiel ihm ein Brief mit dem königlichen Siegel auf.
Zelos zog eine Augenbraue nach oben. Wunderbar, was wollte der alte Knacker jetzt schon wieder? Er öffnete den Brief, las sich den Inhalt durch und warf ihn dann seufzend weg. Der alljährliche Ball der Adligen sollte nur mal wieder in seiner Villa stattfinden, nichts Besond-
Zelos riss die Augen auf. Ein Ball?! Jetzt, wo dieser kleine Satansbraten und seine Schwester hier waren?! Auf gar keinen Fall! Was würden die Leute von ihm denken, wenn er auf einmal Kinder im Haus hatte? Obwohl… Eigentlich scherte er sich nicht darum, was andere über ihn dachten… Aber trotzdem! Wenn dieser Junge so ein Chaos anstellte wie vor ein paar Stunden, war sein guter Ruf auf jeden Fall weg!
‚Guter Ruf? Was für ein guter Ruf?’, ertönte eine Stimme in ihm. ‚Du hast nur einen Ruf als Casanova, aber der ist dir jetzt doch sowieso egal, oder?’
Da hatte die Stimme nun auch wieder Recht, aber… Er konnte sich doch nicht vor allen Adligen blamieren, indem er sich von diesem kleinen Rotzbengel auf der Nase herumtanzen ließ!
Zelos fasste einen Entschluss. Er würde am nächsten Tag zum König gehen und ihn darum bitten, den Ball woanders hinzuverlegen. Falls er fragen sollte, warum, dann würde Zelos antworten, dass er… eine Plage im Haus hatte. Genau. Perfekter Plan. Konnte gar nicht schief gehen.
Im nächsten Moment zupfte Ashton ihn am Ärmel. Zelos sah den Jungen fragend an.
„Wo ist das Bad? Ich muss mal ganz dringend Pipi!“, erklärte Ashton, wobei er Zelos so süß ansah, dass dieser sich ernsthaft fragte, ob der Junge vielleicht doch nicht so schlimm war, wie er dachte.
„Oben, ganz hinten rechts“, antwortete Zelos und der Junge lief die Treppe hinauf.
Sheena war inzwischen fertig damit, Lilly zu füttern und spielte jetzt ein wenig mit dem Baby. Sie hob es immer wieder in die Luft, was Lilly zu gefallen schien, da sie lachte.
„Und hooooooch!“, sagte Sheena und hob das Baby wieder zur Decke.
Zelos sah ihr fasziniert zu. Auch wenn sie meinte, keine Erfahrung mit Kindern zu haben, so kam sie doch recht gut mit den beiden Kindern zurecht. Wahrscheinlich war es einfach nur der mütterliche Instinkt, der bei jeder Frau irgendwann zum Vorschein kam.
„Hmm… Ich denke, du wirst eine gute Mutter sein…“, sagte Zelos mehr zu sich selbst.
„W-Was?“, fragte Sheena, die ihn gehört hatte.
„Ähm…“ Zelos war sich nicht sicher, ob er sein Gemurmel noch einmal wiederholen sollte oder ob er es lieber lassen sollte. Immerhin wusste er nicht, wie sie es aufnehmen würde und er wollte nichts Falsches sagen. Aber dann dachte er sich, dass es ja eigentlich ein Kompliment war, also warum sollte sie deswegen wütend auf ihn sein? „Du wirst bestimmt eine gute Mutter sein, wenn du mal Kinder hast.“
„Ich… D-Danke…“, murmelte Sheena und mit leicht geröteten Wangen widmete sie sich wieder Lilly.
Zelos grinste. Unglaublich, hatte er Sheena gerade dazu gebracht, rot zu werden? Das schrie ja schon fast nach einem Eintrag im Kalender! Vielleicht war es ja doch nicht so schlecht, dass Sheila ihre Kinder zu ihm gebracht hatte… Möglicherweise brachte das ihn und Sheena näher zusammen. Nein, es musste sogar so sein. Denn wenn nicht, würde Zelos Sheena nie wieder sehen. Und das würde er nicht ertragen.
Den Rest des Tages taten sie nicht mehr viel. Sie spielten zusammen mit Sebastian noch ein paar Runden Mau-Mau und dann war es auch schon Abend und sie gingen ins Bett.
Als Zelos jedoch schon im Halbschlaf sein Zimmer betrat, stolperte er auf einmal. Er wollte aufstehen, aber er war verheddert in irgendwelchen Schnüren.
‚Ashton’, dachte sich Zelos nur grummelnd. Nein, der Junge war doch eine Plage. Ein Wolf im Schafspelz. Ein Teufel in Engelsgestalt.
Und er, Zelos Wilder, hatte doch tatsächlich für eine kurze Zeit gedacht, der Junge wäre doch in Ordnung. Er hätte mal doch seinem Gefühl vertrauen sollen.
In Zukunft würde er sich jedenfalls vor dem Bengel in Acht nehmen. Verzweifelt versuchte Zelos sich aus den Schnüren zu befreien und aufzustehen, wobei er mehrere Vasen und Bilderrahmen umstieß – die Sebastian im Übrigen nach dem Chaos, das Ashton vorher am Tag hier veranstaltet hatte, wieder aufgestellt hatte – und sich nur noch mehr verhedderte als vorher.
Zelos seufzte und hüpfte zum Bett. Dann würde er eben so schlafen, er war jetzt zu müde, um diesen Schnüren noch einen langen Kampf zu bieten.
In seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt schlief Zelos schließlich ein und träumte von kleinen Jungen, die seine Einrichtung zerstörten, seine Hauswände anmalten und das Haus zu guter Letzt auch noch anzündeten.
Er wachte wieder auf und drehte sich um, in der Hoffnung, danach keine solchen Alpträume mehr zu haben, aber die Hoffnung war vergebens. Die ganze Nacht träumte er so einen Kram, wachte immer wieder auf und drehte sich dann zur anderen Seite, nur um wieder so einen Traum zu haben.
Schließlich blieb er gleich wach und versuchte doch noch einmal, sich aus den Schnüren zu befreien, aber es brachte nichts. Er hatte sogar das Gefühl, dass, je mehr er versuchte sich zu befreien, sich die Schnüre nur umso fester um ihn schlangen.
Da half wohl nur noch eine Schere… Aber er hatte keine in der Nähe, also würde wohl Sebastian ihn am nächsten Morgen befreien müssen.
Zelos seufzte. So wie es aussah, würde das eine anstrengende Woche werden…

°~°~°~°~°


Yeah, endlich hab ich Kap 2 fertig >.<
Ka, wann das nächste Kap kommt, aber ich werd versuchen mich zu beeilen ^^
Und danke für die Reviews, ich hoffe, da kommen noch mehr ^^
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