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von DelFina18
erstellt: 10.05.2008
letztes Update: 15.08.2008
Geschichte, Romanze, Familie / P12
(fertiggestellt)
°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 1: Kleine Engel oder Satansbraten?~°~°~°~°~°~°~°~°~°
Zelos rannte so schnell er konnte durch Mizuho zu Sheenas Haus. Ohne anzuklopfen riss er die Tür auf. „Sheena, du musst mir helfen!“
„Wobei denn diesmal? Muss ich dir wieder deine Groupies vom Hals halten?“, fragte Sheena desinteressiert.
Zelos schüttelte den Kopf. „Bitte, es ist wirklich wichtig! Ich habe einfach keine Ahnung, was ich machen soll!“
„Also gut… Wie kann ich dir helfen?“, fragte Sheena.
Zelos packte sie am Handgelenk. „Danke, Sheena! Du weißt gar nicht, wie sehr du mir hilfst! Wir müssen nach Meltokio!“
„O-Okay…“, murmelte Sheena und ließ sich von Zelos zu seinem Rheaird ziehen, mit dem sie dann in die königliche Stadt flogen, wo Zelos wohnte.
Kaum hatten sie seine Villa betreten, hörten sie auch schon jemanden schreien.
„Zu Hilfe! Ich kann nicht mehr!“
„Sebastian!“, rief Zelos und stürmte die Treppe nach oben. „Ich habe Sheena mitgebracht! Sie wird uns helfen!“ Zelos öffnete die Tür zu seinem Zimmer und ging hinein. Sheena folgte ihm neugierig.
Als sie sah, in was für einer Situation Sebastian sich befand, zog sie irritiert eine Augenbraue nach oben. „Und du erwartest von mir, dass ICH dir in dieser Situation helfe?“
Zelos nickte nervös.
„Tse, ausgerechnet ich… Und wie kam es dazu?“, fragte Sheena.
°~°~°
Zelos ging durch die Straßen von Meltokio, um das schöne Wetter zu genießen. Viele Leute waren heute draußen und Zelos sah eine kleine Familie. Der Vater trug ein kleines Kind auf seinen Schultern und kaufte ihm gerade ein Eis, während die Mutter ein schlafendes Baby im Arm hielt und die beiden anlächelte.
Zelos lächelte und betrachtete die kleine Familie so lange, bis sie woanders hinging. Der ehemalige Auserwählte saß auf einer Bank und fragte sich, wie es wohl war, eine Familie zu haben. Er hatte nie wirklich eine gehabt. Seinen Vater hatte er kaum gesehen, seine Mutter war früh gestorben und seine Schwester hasste ihn. (Zumindest denkt er das ja) Die einzige Person, die wirklich immer für ihn da gewesen war, war sein Butler, Sebastian. Er war für Zelos mehr als nur ein Diener, den man leicht ersetzen konnte. Er war sein Freund.
Zwar konnten Freunde auch die zweite Familie werden, aber es war einfach nicht das Gleiche, wie wenn man jemanden bei sich hatte, mit dem man auch durch Blut verbunden war.
In diesem Moment hätte Zelos alles dafür getan, eine Familie zu haben, mit der er die Zeit verbringen konnte und nicht irgendwelche Groupies, die noch nicht einmal einen anständigen Satz bilden konnten. Der einzige Grund, warum er sich mit ihnen abgab, war vermutlich, dass er etwas suchte, das die Leere in ihm füllen konnte. Er hatte nicht gewusst, was es war, aber jetzt wurde ihm langsam klar, dass er die Geborgenheit einer Familie suchte.
Jetzt, wo Zelos wusste, wonach er suchte, wollte er etwas machen, damit er dies fand. Vielleicht konnte er seine Schwester Seles zu sich holen, aber… er bezweifelte, dass sie wirklich wie eine Familie für ihn sein würde. Sie hasste ihn und vermutlich würde sie ihn nur auslachen, wenn er ihr sagte, dass er eine Familie haben wollte.
Die zweite Möglichkeit war, selber eine Familie zu gründen. Wahrscheinlich hätten alle ihn ausgelacht, wenn sie seine Gedanken hätten lesen können. Der große Herzensbrecher Zelos Wilder dachte daran, sich niederzulassen und Vater zu werden. Absurd. Das wäre es in den Augen der meisten. Aber Zelos wollte nicht mehr diese Leere spüren… Und der Gedanke an eine kleine Babyhand, die seinen Zeigefinger umschloss, erwärmte sein Herz…
Nur konnte er ja schlecht alleine eine Familie gründen… Er brauchte eine Frau. Aber keine seiner Groupies kam dafür in Frage. Er wollte jemanden, mit dem man eine interessante Konversation führen konnte, jemanden, der ihn nicht als den ehemaligen Auserwählten ansah, sondern als den, der er war.
Spontan fiel ihm nur eine ein, mit der er sich eine solche Zukunft vorstellen konnte: Sheena Fujibayashi.
Aber auch sie war nicht gerade gut auf ihn zu sprechen. Sie scherte sich kein bisschen um ihn. Seit Jahren versuchte Zelos schon, ihr Herz zu gewinnen – nicht, weil er von Anfang an vorgehabt hatte, eine Familie mit ihr zu gründen, sondern einfach nur, weil es ihn wurmte, dass es eine Frau gab, die nicht seinem Charme verfiel – aber sie war einfach ein harter Brocken, eine echte Herausforderung. Je mehr Zelos mit ihr flirtete, desto mehr entfernte sie sich von ihm.
Vielleicht musste er ihr zeigen, dass er nicht nur der Casanova war, den alle in ihm sahen, sondern dass er auch verantwortungsbewusst und einfühlsam sein konnte.
Zelos seufzte. Es hatte sowieso keinen Sinn, jetzt weiter darüber nachzudenken. Er würde ja sehen, was die Zukunft für ihn brachte.
Er ging zurück zu seiner Villa.
„Sir, Sie haben Besuch“, teilte Sebastian ihm mit. „Sie ist im Esszimmer und wartet auf Sie, Mylord.“
„Sie? Was für ein andauernd kicherndes, dummes Zeug laberndes Groupie ist es diesmal?“, fragte Zelos seufzend.
„Hey, hey, bring mich nicht in Verbindung mit diesen überschminkten, kreischenden Mädels, mit denen du dich sonst immer abgibst“, sagte jemand hinter ihm.
Zelos drehte sich um und wich einen Schritt zurück. „Sh-Sheila!“
Sheila ging zu ihm hin und verpasste ihm eine Kopfnuss. „Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, Zelos.“
Der Rothaarige rieb sich die Beule an seinem Kopf. „Aber du bist immer noch so brutal wie früher…“
Schon hatte er sich die nächste Kopfnuss eingehandelt.
„Und du weißt immer noch nicht, wann es besser für dich ist zu schweigen“, erwiderte Sheila grinsend.
„Was machst du hier?“, fragte Zelos verwirrt.
Sheila seufzte. „So ungern ich das auch tue, aber ich muss dich… um einen Gefallen bitten.“
„DU bittest MICH um Hilfe?! Wann geht die Welt unter?“, fragte Zelos scherzhaft.
Diesmal bekam er einen Tritt in den Magen.
„Jetzt tu nicht so, als wäre es ganz und gar abwegig, dass deine Cousine dich um Hilfe bittet!“, rief Sheila verärgert.
Zelos rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Magen. „Aber ungewöhnlich… Was soll ich machen?“
Sheila ging ins Esszimmer und bedeutete ihm, ihr zu folgen. Zelos sah einen kleinen Jungen, der nicht älter als drei, vier Jahre sein konnte, der mit ein paar Bauklötzen spielte und ein schlafendes Baby in einem Kinderwagen.
Zelos sah Sheila fragend an.
„Ich muss für ein paar Tage aus geschäftlichen Gründen verreisen und kann die beiden nicht mitnehmen. Ich bin allein erziehend, meine Eltern sind schon längst tot, meine Nachbarin zu alt, meine Freundinnen mit ihren eigenen Kindern zu beschäftigt, das Kinderheim überfüllt und alle anderen, die ich gefragt habe, haben auch keine Zeit, also… bleibst nur noch du“, erklärte Sheila.
Zelos sah hinter sich, zeigte dann mit dem Finger auf sich, als er niemanden sah und fragte dann: „ICH?!“
Sheila seufzte. „Bitte, ich habe sonst niemanden…“
Zelos sah sie mit großen Augen an. „Unmöglich! Ich habe nichts gegen Kinder, aber ich habe doch gar keine Erfahrung…“
Sheila hielt ihre Hand an die Stirn. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich so tief sinken würde, aber… es muss wohl sein…“ Sie fiel auf die Knie, faltete die Hände und sah Zelos mit Hundeaugen an. „Bitte, Zelos, ich flehe dich an!“
Zelos kratzte sich am Hinterkopf und beobachtete die Kinder eine Weile. Der Junge spielte fröhlich mit den Bauklötzen und freute sich, als er es schaffte, einen Turm zu bauen, der nicht zusammenbrach. Das Baby hingegen öffnete verschlafen die Augen und sah sich neugierig die Umgebung an.
So schwer konnte es ja wohl nicht sein, auf die beiden aufzupassen. Außerdem hatte er sich doch noch vor ein paar Minuten Kinder gewünscht. Jetzt hatte er schon einmal Gelegenheit, dafür zu üben.
„Wie lange?“, fragte er schließlich.
Sheila blinzelte. „Das heißt, du machst es?“
Zelos nickte, woraufhin Sheila ihm glücklich um den Hals fiel und ihm Küsschen auf beide Wangen drückte. „Oh, danke, Zelos, du rettest mir das Leben! Ich wäre dir dankbar, wenn du eine Woche lang auf sie aufpassen könntest. Danach siehst du mich auch nie wieder, versprochen.“
„Okay…“, sagte Zelos. „Wie heißen die beiden denn?“
„Ashton und Lilly. Sie sind kleine Engel, sie werden dir keine weiteren Schwierigkeiten machen, da kannst du dir sicher sein.“
Der Junge namens Ashton lächelte Zelos an, wie um die Worte seiner Mutter zu bestätigen.
„Okay, das wird bestimmt ein Klacks“, meinte Zelos selbstsicher.
„Danke noch mal, Zelos!“, sagte Sheila erleichtert und ging dann zu ihren Kindern. „Ashton, benimm dich bei Onkel Zelos, verstanden?“
Der junge nickte. „Mach ich, Mommy.“
„Und pass auf deine kleine Schwester auf.“ Sheila gab ihren beiden Kindern jeweils einen Kuss auf die Stirn und drehte sich dann wieder zu Zelos. Ihre Augen waren leicht feucht, aber sie sah entschlossen aus. „Ich muss jetzt gehen, Zelos.“ Auf einmal sah sie ihn ganz ernst an. "Pass bitte gut auf die beiden auf, Zelos... Sie... sind mir wichtiger als mein eigenes Leben."
Zelos nickte und er und Ashton begleiteten sie noch bis zur Tür, wo sie stehen blieben und Sheila hinterher winkten, bis sie nicht mehr zu sehen war.
Zelos nickte nachdenklich und sagte dann: „Gut, Kleiner. Was wollen wir ma – “ Verblüfft stellte er fest, dass der Junge nicht mehr neben ihm stand.
Kurz darauf hörte er es krachen und er rannte sofort ins Wohnzimmer, wo er aber nur noch die Scherben einer sehr teuren und antiken Vase vorfand. Hätte Raine das gesehen, wäre sie die Wände hoch gegangen und hätte den Verantwortlichen mit ihren Blicken sofort ins Grab befördert, egal ob Kind oder Erwachsener. Aber er war nicht Raine und die Vase hatte ihm sowieso nie viel bedeutet. Er machte sich nur Sorgen darüber, was der Junge mit dem Rest seines Mobiliars anstellen würde.
Die Bezeichnung ‚Kleiner Engel’ passte jedenfalls nicht zu ihm. ‚Kleiner Teufel’ hingegen schon eher.
Zu Zelos’ Pech fing jetzt auch noch Lilly an zu schreien und er musste sich entscheiden, ob er nun versuchte, sie zu beruhigen oder ob er dem Krach des Jungen folgen sollte, um zu verhindern, dass er noch mehr kaputt machte.
‚Von wegen, das wird ein Klacks… Was habe ich mir nur dabei gedacht, auf diesen kleinen Satansbraten und seine plärrende Schwester aufzupassen?! Ich muss vollkommen verrückt geworden sein!’, dachte Zelos gestresst, als er erst ins Esszimmer lief, und Lilly auf den Arm nahm, um danach die Treppe hoch zu rennen und nach Ashton zu suchen.
Als er in sein Zimmer kam, erkannte er dieses gar nicht mehr wieder. Seine Kleidung lag zerstreut auf dem Boden, die Wände waren beschmiert, verschiedene Bilderrahmen kaputt und die Geschenke seiner Groupies waren in alle möglichen Ecken geworfen worden. Gut, um letzteres war es weniger schade, aber Zelos konnte nicht zulassen, dass dieser kleine Rotzbengel ihm auf der Nase herumtanzte.
Allerdings brauchte er Hilfe… Er konnte unmöglich alleine mit den beiden Kindern fertig werden und Sebastian konnte ihm auch nicht wirklich helfen. Seinen anderen Bediensteten hatte er frei gegeben und er wollte ihnen auch nicht den wohl verdienten Urlaub nehmen, also musste er jemand anderen wohl um Hilfe bitten.
„Sebastian! Könntest du ganz kurz auf die Kinder aufpassen?! Ich bin gleich wieder da!“, rief Zelos und als der verdatterte Butler kam, drückte er ihm die kreischende Lilly in die Hand und verschwand so schnell es ging aus dem Haus und ließ den hilflosen Butler mit den beiden Kindern allein zurück.
°~°~°
„Tja… Und dann bin ich so schnell wie möglich zu dir geflogen, um dich um Hilfe zu bitten…“, erklärte Zelos.
Sheena beobachtete den kleinen Jungen, der auf Sebastians Rücken saß und an seinen Haaren zog und das Baby, das inzwischen friedlich auf Zelos’ Bett schlief.
„Und warum fragst du gerade mich? Warum nicht… Raine? Die dürfte Erfahrung mit kleinen Kindern haben, immerhin hat sie Genis alleine groß gezogen“, wandte Sheena ein.
„Raine und Genis sind gerade was weiß ich wo! Das Gleiche gilt für Lloyd und Colette und Regal und Presea sind mit dem Aufbau von Ozette genug beschäftigt… Also bliebst nur noch du übrig…“
Sheena verschränkte die Arme vor der Brust. „Ach, und ich habe nichts Wichtiges zu tun, oder wie? Ich bin ja nur das Oberhaupt von Mizuho, das nichts weiter zu tun hat, außer sich zu langweilen… Richtig?“
„Nein, du hast mit Sicherheit auch viel zu tun, aber… Bitte, Sheena! Ich brauche deine Hilfe!“, flehte Zelos.
„Warum fragst du nicht einen deiner Groupies?“, fragte Sheena kaltherzig.
„Die haben doch noch weniger Ahnung von Kindern als wir beide zusammen! Die wissen doch nicht einmal, wie man Kinder bekommt!“, meinte Zelos.
„Weißt du, Zelos, das glaube ich dir sogar. Aber ich sehe trotzdem nicht ein, warum ich dir helfen sollte.“
„Bitte, Sheena! Ich mache auch alles, was du von mir verlangst!“ Zelos sah sie mit Hundeblick an. „Wenn du es schon nicht für mich tust, dann für Sebastian oder die Kinder oder für wen auch immer!“
Sheena sah Zelos, Sebastian, Ashton und Lilly an und seufzte dann. „Also gut.“
„Danke, Sheena!“ Zelos wollte Sheena schon umarmen, aber diese hielt ihn auf Abstand.
„Unter einer Bedingung! Nach dieser Woche lässt du mich in Ruhe und… verschwindest aus meinem Leben.“
°~°~°~°~°
Also, wie findet ihr die Geschichte bis jetzt?
Es wird übrigens ne reine Sheelos-FF, kein bisschen Kraine (was mir im Übrigen schwer fällt... Obwohl... Solange weder Kratos noch Raine vorkommen geht es vielleicht) und auch keine anderen Pairings... denke ich...
Ist meine erste Sheelos-FF...
Hinterlasst bitte Reviews! ^^
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