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von LadyAurora
erstellt: 06.04.2008
letztes Update: 09.04.2009
Geschichte, Romanze, Familie / P18
(fertiggestellt)
Aus und Vorbei!
Kimi:
Ich war nervös. Was kam da auf mich zu? Ich wusste nicht wirklich wie ich Jenni gegenüber treten sollte. Sie hatte mich zutiefst verletzt und ich war mir über unsere Ehe nicht mehr sicher, ich glaubte es wäre jedem anderen auch so gegangen.
Die ganzen letzten Monate waren nicht gut gelaufen, wir sahen uns selten und meine Gefühle für sie - ich weiß nicht was es für Gefühle waren – sie waren nicht mehr. Weg, als wären sie niemals da gewesen.
Vielleicht hatte ich auch einfach nur nach einem Grund gesucht um sie von mir zu stoßen, denn ob ich sie noch liebte wusste ich nicht wirklich, aber ich würde es heraus finden.
Seufzend stand ich am Kofferband und wartete auf meine Koffer. Ich war bereits vor einer halben Stunde in Vantaa gelandet.
Wenn ich ehrlich war, dann hatte ich Angst vor dem was da auf mich zu kam. Aber zeigen wollte ich das niemandem, das würde mich angreifbar machen.
Marc war direkt zu sich nach Hause geflogen, wir trafen uns am Freitag wieder, bis dahin hatte ich etwas Zeit für mich und die brauchte ich auch.
Na endlich, dachte ich als der Letzte meiner Koffer über das Band rollte.
Immer noch in meine Gedanken vertieft marschierte ich durch den Flughafen.
Mein schwarzes Kap hatte ich soweit wie möglich ins Gesicht gezogen. Auf lästige Fotografen oder Paparazzi hatte ich nun wirklich keine Lust.
Mit zitternden Händen drehte ich den Schlüssel zu meinem Haus in Espoo um. Es lag an einem See. Ein kleines Häuschen, im Gegensatz zu dem in Wollerau.
„Hallo?“, rief ich in die Leere vor mir. Sofort kam mein Schäferhund Ajax um die Ecke geflitzt und besprang mich fröhlich.
„Hey mein Großer.“, liebevoll wuschelte ich ihm durchs Fell und schlug ihm auf die Flanke. „Hast du mich vermisst?“
„Hallo.“, hörte ich dann eine mir sehr gut bekannte Stimme.
Ich sah auf. Jenni.
Ich spürte wie Wut und Enttäuschung erneut in mir aufstieg. Wut auf den Kerl der mit ihr im Bett war. Enttäuschung weil Jenni auf unsere Ehe gespuckt hatte und sich auf ihn eingelassen hatte.
„Hey.“, meinte ich kühl und ging an ihr vorbei ins Wohnzimmer. Schweigend folgte sie mir und setzte sich mir gegenüber auf den Sessel.
„Kimi…“, sie suchte nach Worten. „Es tut mir Leid.“, presste sie dann hervor und sah betreten zu Boden.
„Das macht es auch nicht besser.“, stellte ich nüchtern fest und strich Ajax über den Kopf, den er auf mein Knie gebettet hatte.
„Sag bitte was. Schrei mich an, irgendwas… bitte.“, flehte sie mich an.
Ich sah sie an, in ihren Augen standen Tränen. „Was soll ich sagen? Du hast mich verdammt noch mal betrogen und dass auch bestimmt nicht zum ersten Mal.“, ich schrie sie wirklich an.
Jetzt rannen ihr die Tränen über die Wangen, doch es berührte mich nicht wirklich. „Wie lange schon Jenni?“, fragte ich in einem ruhigeren Tonfall. Ich bekam keine Antwort. „Wie lange?“, schrie ich und ich spürte, dass auch meine Augen zu brennen begannen.
„Seit vier Monaten.“, flüsterte sie.
Ich war sprachlos. Vier verdammte Monate, während ich nicht da war, stieg sie mit diesem Kerl ins Bett. Das konnte nicht wahr sein.
„Sag was Kimi.“
„Was willst du hören? Ich verzeihe dir? Es ist in Ordnung?“, ich schüttelte den Kopf und eine Träne bahnte sich den Weg über meine Wange. „So einfach ist das nicht. Wie soll ich dir jemals wieder vertrauen können? Sag mir wie!“, ich sah sie fragend an.
„Ich verspreche es dir.“
„Das reicht nicht Jenni.“, ich strich mir durch die Haare. „Ich werde immer wieder diese Hintergedanken haben, wenn ich zu einem Rennen fahre. Was macht sie? Betrügt sie mich?“
Jenni sah mich flehend an. „Und jetzt?“, mehr brachte sie nicht raus.
„Ganz ehrlich?“, ich sah sie durchdringend an. „Ich sehe keine Zukunft für diese Ehe. Wenn wir ehrlich sind ist diese Ehe schon viel länger kaputt.“, stellte ich dann fest. „Ich glaube es ist besser wenn wir uns trennen.“
Jenni weinte mittlerweile haltlos. „Du hast Recht.“, sie schluchzte. „Was machst du jetzt?“, wollte sie dann wissen.
„Ich packe mir ein paar frische Sachen ein und fliege eine Woche nach Rom.“, seufzend stand ich auf und strich mir durch den Nacken. „Ich brauche etwas Ablenkung.“
Jenni nickte und blieb wie paralysiert auf dem Hocker sitzen.
Ich drehte mich noch einmal um und fragte. „Warum?“
„Ich… ich weiß es nicht. Kimi da ist noch etwas das du wissen solltest.“
„Was kommt denn jetzt noch?“, ich war überrascht.
Sie sah erneut zu Boden, ihre Tränen waren versiegt, aber sie zitterte am ganzen Leib, das sah ich. Ajax saß neben ihr und leckte ihr über die Hand.
„Ich bin schwanger.“, platze sie dann heraus.
Mir fiel buchstäblich die Kinnlade nach unten. „Von mir?“, war das Einzige was ich in diesem Moment noch wissen wollte.
Ihre Stimme war so leise, dass ich mich anstrengen musste um sie zu verstehen. „Nein.“
Diese Antwort hallte durch meinen Kopf wie durch eine Tropfsteinhöhle. Sie betrog mich und verhütete dann noch nicht einmal, das hätte ich ihr bei weitem nicht zugetraut.
Schnaubend ging ich in den Flur, schnappte mir meine Koffer und stapfte in unser Schlafzimmer, bevor ich noch irgendetwas sagte oder tat, dass mir hinterher leid tun würde.
Ich musste hier weg, so schnell wie möglich. Das war eine Demütigung. Ich glaube das war der Alptraum eines jeden Mannes. Seine Frau betrog ihn und wurde von dem Mistkerl schwanger.
Selene würde mich ablenken und auf andere Gedanken bringen, denn das hatte ich bitter nötig. Immerhin war meine Ehe nur noch ein einziger Scherbenhaufen, den man nicht mehr reparieren konnte.
Ich hatte mich am Flughafen informiert, der nächste Flug ging um acht in Vantaa, mittlerweile war es halb sechs. Eine Karte für die Business Class hatte ich mir in weiser Vorrausicht schon reservieren lassen
Während ich mir ein paar frische Sachen einpackte griff ich zu meinem Handy und wählte Selenes Nummer.
„Hallo?“ Es tat wirklich gut ihre Stimme zu hören.
„Hey Selene. Ich bin’s, Kimi.“, meldete ich mich während einige Shits in meinen Koffer wanderten.
„Und? Wie ist es gelaufen?“, wollte sie wissen.
„Wir haben uns getrennt.“, antwortete ich kurz angebunden. Es tat weh die Wahrheit so unverblümt auszusprechen, immerhin war ich lange mit Jenni zusammen gewesen. „Genaueres erzähle ich dir wenn ich bei dir bin.“
„Das tut mir Leid.“, dieses Mitleid kam von Herzen, das hörte ich ihrer Stimme an.
Eigentlich war es komisch. Ich kannte meine beste Freundin besser als meine Ehefrau. Das irritierte mich einen Moment lang, bevor sie mich wieder aus diesen Gedanken riss. „Bist du noch da?“
„Ja klar.“, ich schüttelte die Gedanken ab. „Mein Flug geht um acht in Vantaa. Ich werde voraussichtlich morgen früh um fünf Uhr in Rom sein.“
„Du kommst jetzt schon?“, sie klang überrascht.
Ich packte einige Shorts und Hosen ein. „Ja, ich muss hier weg.“, gab ich von mir und packte noch ein paar Schuhe in den Koffer.
„Das kann ich verstehen.“
„Holst du mich ab?“, fragte ich und versuchte den Koffer zu schließen, was mit einer Hand ziemlich problematisch war.
„Ja klar. Um fünf?“, wollte sie wissen.
„Ja.“, die erste Schnalle des Koffers hatte ich geschlossen. „Danke Selene.“
„Ach Quatsch. Du bist mein Freund und Freunde helfen sich gegenseitig, außerdem hast du mich noch nie besucht. Es wird also mal Zeit.“, sie grinste, dass hörte ich ihrer Stimme an und auch mir stahl sich ein Lächeln auf die Lippen, dass wirklich gut tat. „Du hast recht. Wir sehen uns später.“, verabschiedete ich mich.
„Ja bis später.“, echote sie und legte auf.
Ich steckte das Handy im meine Hosentasche und stemmte mich mit meinem ganzen Gewicht auf den Koffer, um auch die zweite Schnalle zu schließen.
Zum Teufel, ich wollte keine zwei Koffer mit nehmen, dann würde Selene mich nur wieder aufziehen, dass ich mehr Gepäck brauchte als eine ganze Fußballmannschaft.
„Na also.“ Der Koffer war geschlossen und ich griff erneut zu meinem Handy um mir ein Taxi zu bestellen.
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