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von Twentyone    erstellt: 25.03.2008    letztes Update: 07.07.2008    Geschichte, Drama / P18    (fertiggestellt)
Uii meine zweite Bushido Story schon, schön das ihr den Weg her gefunden habt... Viel Spaß^^ ich hoffe es gefällt euch...

~*~

…denn sie hat alles verloren….
Kannst du die Tränen sehn, kannst du sie sehn?
Sie würde nur zu gern den Alltag entkomm,
sie wartet auf ihre Chance….


Marisa horchte auf. Seine Stimme würde sie unter tausenden wieder erkennen. Eine Gänsehaut zog sich über ihre Arme. Es lief ihr eiskalt den Rücken hinunter. Solange hatte sie es schon geschafft seiner Stimme aus den Weg zu gehen. Zwar besaß sie jede CD, die er jemals raus gebracht hatte, aber die junge Frau hörte sie nie an.

Sie ertrug es einfach nicht. Marisa wollte sich nicht daran erinnern, was sie erst besessen und dann durch ihre eigene Schuld verloren hatte. Der Schmerz wäre zu groß.

Die Frau mit den langen dunkel braunen Haaren ließ die Spaghetti vor sich hinkochen. Was zählten die jetzt schon? Marisa ging vor dem Fernseher in die Knie. Da war sein Gesicht, seine sanften braunen Augen. Seine Haut war immer so weich gewesen. Sie strich über das Fernsehbild. Tränen sammelten sich in ihren Augen, tropften langsam hinunter.

Wer auch immer gesagt hat, die Zeit heilte alle Wunden, hatte gelogen. Sie schloss die Augen, und trotz all den Jahren die vergangen waren, sah sie ihn wieder genau vor sich.

Ihr Anis. Wie er sie immer angesehen und sie geküsst hatte. Sie spürte seine Lippen überall auf ihrer Haut, wie ein zarter Windhauch. Wie oft sie Nachts wach in seinen Armen gelegen hatte, ihr Glück nicht fassen konnte. Seine ruhige Stimme, wenn er ihr immer wieder gesagt hatte wie sehr er sie liebte. Seine laute Stimme, wenn sie mal wieder gestritten hatten, meist über irgend eine Schwachsinn.

Sie hatte ihn geliebt, wie sehr hatte sie erst gemerkt, als sie ihn verloren hatte. “Durch deine eigene Schuld du dummes Mädchen.” ,flüsterte sie sich zu. Sie hasste sich mindestens genauso für ihren Verrat, wie er es tat.


Flashback:
Steven war über ihr, zog sie aus. Sie lehnte sich dagegen. Er grinste sie an: “Ich weis das du es willst…“
Sie schloss ihre Augen, nein sie wollte ihn nicht, aber sie wollte geliebt werden. Die junge Frau vermisste zärtliche Berührungen, liebe Worte… Ihr Freund hatte keine Zeit mehr in den letzten Wochen für sie.

Alles war wichtiger, als ihre Beziehung. Die Aufnahmen zu seinem Album, natürlich verstand sie das, aber er musste doch auch mal an sie denken. Wann hatte er ihr das letzte Mal gesagt, das er sie liebte?

Ihre Beziehung war doch immer so schön gewesen und jetzt hinterging sie  ihn? Marisa öffnete ihre türkis färbenden Augen wieder. “Ich habe auch Bedürfnisse.” dachte sie. Ihre Lippen verfingen sich mit denen ihres Schulkameraden.

Plötzlich ging die Tür auf. Sie schreckte hoch, wollte mit der Bettdecke ihren Körper bedecken. Steven wollte aufstehen, im nächsten Moment wurde er schon hochgerissen.

Anis! Er war da, nach zwei Wochen in denen er fast nie Zeit gehabt hatte, kam er ausgerechnet jetzt. Mit Blumen, ihr Herz schmerzte… Hatte er sich bei ihr entschuldigen wollen.

“Du verdammter Wichser!?” Er schlug den blonden Gymnasiast mitten ins Gesicht. Blut spritze auf den blauen Teppich, er hatte ihm die Nase gebrochen. Steven rappelte sich hoch, er zitterte wollte weg laufen. Anis viel stärker, als der neunzehn Jährige, schubste ihn zu Boden trat ihn in die Rippen. Er sagte nichts, eine gefährliche Aura von Wut umgab ihn.

Marisa war starr vor Schock, das wollte sie doch nicht. Tränen sammelten sich in ihren Augen. Der Rapper hatte von dem Jungen abgelassen, der rannte so schnell er konnte aus ihrer ersten eigenen Wohnung. Vor lauter Angst nur in Shorts.

Anis drehte sich um. In seinen Augen schimmerten Wut und Mordlust, und noch etwas anderes. Er hob seine Hand. Würde er sie schlagen? Er wollte nie Mädchen schlagen, aber im Moment fühlte er sich so verarscht.

Er blickte in ihre Augen, die Augen die er so liebte. Seine Hand sank Richtung Boden, ganz kraftlos. Alle Wut war wie weg geblasen, er fühlte nur noch Schmerz. Ein Teil seines Herz war heraus gerissen wurden.

“Anis… das ist… alles nur ein Missverständnis.” Sie weinte, sie stand auf nur in Unterwäsche. Bitterkeit stieg in ihm auf, er sollte ihr einziger sein. “Anis..” Sie kam auf ihn zu, Tränen verwischten ihre Schminke. Er schüttelte seinen Kopf, drehte sich um. Er wollte nur noch hier heraus, sie wie wieder sehen.

“ANIS… ANIS, warte ich… ICH LIEBE DICH!” Sie schrie ihm unter Tränen hinterher. Er ballte seine Hände zu Fäusten. Sie liebte ihn, da konnte er ja nur lachen… Eiskalt hatte sie ihn hintergangen. Das würde er der Schlampe niemals verzeihen. “Verdammte Nutte…” Er stieg in sein Auto, machte sich auf den Weg zu Patrick, seinem besten Kumpel.



In den letzten Wochen, vor diesem Vorfall, war sie sooft wütend auf ihn gewesen, das sie ihre Gefühle für ihn unterschätzt hatte. Jetzt kamen sie zurück zu ihr, mit aller Intensität. Sie liebte ihn, nur ihn wollte sie.
Was hatte sie nur getan?

In Marisa ist etwas zerbrochen, als er sich umgedreht hatte um zu gehen, und sie konnte nicht einmal jemand anderes die Schuld dafür geben.

Drei Monate hatte sie versucht ihn zu erreichen. Immer und immer wieder hat sie ihm auf die Mailbox gesprochen, wie sehr sie ihn liebt und vermisst. Die junge Frau wollte ihm erklären, wie Leid es ihr tat. Es war doch nur ein riesig großer Fehler gewesen. Wie hatte sie das bloß tun können? Aber sie liebten einander, sie mussten das doch irgendwie klären können.

Er antwortete ihr nicht, drei Monate lang nicht. Es war der Tag an dem sein Album erschien, sie fand es am Morgen in ihrem Briefkasten, Track 16 umkreist. Nichts weiter, aber als sie den Song hörte, war jede Frage beantwortet.

Wenn es das ist, was Du die ganze Zeit wolltest,
hast Du es heute bekommen, indem Du Schlampe meinen Stolz fickst.
Ich verachte Dich und alles wofür Du jetzt stehst.
Alles was Du bist ist 'ne Lüge in der Du Nutte lebst.
Du wirst nie wieder sagen, dass Du bei Verwandten bist,
ab jetzt ist es egal, wenn Du mit mir nicht einverstanden bist.

Sie hörte seine Stimme in ihren Kopf. Sie war an diesem Tag wahnsinnig vor Verzweifelung geworden. Marisa sah auf die Narbe an ihrem Handgelenk. Es hatte nicht geklappt, an machen Tagen war sie froh darüber an anderen nicht.

Sie schluchzte auf. Wie konnte es nach all der Zeit immer noch so weh tun?

“Hey Süße… was ist denn los?” Ihre Freundin und Mitbewohnerin, Stella, kam herein. Besorgt sah sie zu ihrer besten Freundin, die auf dem Fußboden saß. “Ich weis die Klingeltonwerbung ist wirklich nicht mehr cool… aber darum musst du doch nicht heulen.”

Marisa lachte auf. “Nein, es war nicht wegen der Klingeltonwerbung…” Stella hockte sich zu ihr auf den Boden. Sie machte sich Sorgen um ihre Freundin, sie war viel zu oft traurig. Wann war sie das letzte glücklich gewesen?

“Was denn los…?”

Marisa schüttelte den Kopf. Sie redete nicht gerne darüber, das tat noch viel mehr weh. “Ich… ich hab Nudeln gekocht… und plötzlich kam da sein Lied…” Tränen liefen ihre Wangen hinunter, obwohl sie es nicht wollte. Sie versuchte zu lachen. “Ich weis es ist lächerlich…” Aus ihren Lachversuch wurde ein weinen.

“Aber es tut immer noch weh, hmmm Süße?” Stella strich ihr über den Kopf. Das hatte Marisa nicht verdient. Wieso hatte sie Anis damals auch bloß hintergangen? Die beiden waren doch glücklich gewesen. Aber auch wenn Marisa einen Fehler begangen hatte, das sie so dafür litt hatte sie nicht verdient.

Marisa schluchzte und ließ sich von Stella umarmen. Es tat gut eine Freundin zu haben. Die Blonde war die einzigste Freundin die ihr geblieben war. Ein paar hatten sich schon von ihr abgewendet, nachdem bekannt geworden war, das sie Anis betrogen hatte. Sie hatten sie einfach links liegen gelassen, und sich an ihn rangemacht. Eine von denen hatte ihr sogar noch erzählt, wie gut sie den Sex miteinander fanden.

Die anderen Freunde hatte sie nach ihren missglückten Selbstmordversuch verloren. Sie hielten sie für verrückt und durchgedreht. Marisa hatte es nicht einmal mehr getroffen, es war egal. Ihr Leben nach ihrer Ansicht, sowieso völlig vorbei… Was machten die paar Freunde mehr oder weniger da?

Stella war nicht gegangen. Egal wie wütend oder verzweifelt Marisa gewesen war, sie hatte sich nicht vertreiben lassen. Heute war sie dankbar dafür. Manchmal dachte sie noch an die Freunde von früher, aber es war egal… Sie hatte Anis verloren, kein Verlust konnte schwerer wiegen und die alten Zeiten waren sowieso längst vorbei.

“Und wenn du mal wieder zu deinem Psychologen gehst?”

Marisa schnaubte, schüttelte den Kopf. “Der sagt eh nur ich soll lernen ihn loszulassen. Aber ich kann einfach nicht aufhören ihn zu lieben.” Marisa sah sie aus ihren dunkelblauen Augen an. Stella wollte sie umarmen, ihr versprechen, das alles in Ordnung kommen würde. Aber wie sollte sie das tun?

Marisa schreckte plötzlich auf. In der kleinen Wohnung roch es angebrannt. “Scheiße die Spaghetti.” Sie hechtete in die Küche, stellte schnell den Herd aus. Stella lachte. Marisa rührte in dem großen Nudeltopf.

“Ich glaube da ist gar nichts mehr zu retten, tut mir Leid…”

Stella zuckte mit den Schultern. “Ist doch nicht schlimm, Süße… Bestellen wir uns halt ne Pizza.”

Die beiden saßen sich gegenüber an dem kleinen Tisch. Stella beobachte Marisa. Sie war blass und dünn. Ihre langen Haare waren dunkel braun und wellig. Sie war ein hübsches Mädchen, oft sprachen sie Männer an, aber ihre Freundin würdigte keinen einen zweiten Blickes. So konnte es einfach nicht mehr weiter gehen.

“Wenn du noch mal versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen?”

Marisa ließ vor Schock ihr Pizzastück fallen. Das konnte Stella nicht Ernst meinen. Er hasste sie, er wünschte sie sich sicher in die Hölle. Natürlich wollte sie nichts mehr, wie ihn wieder sehen. Aber es würde nur noch mehr weh tun. Es würde nichts bringen, außer Schmerz.

“Es ist immerhin schon fast fünf Jahre her… Vielleicht ist er…”

Marisa sprang auf. “WAS? Nicht mehr sauer, vielleicht hasst er mich nicht mehr? Ich hab ihn betrogen, ihn hintergangen… Ich habe nichts anderes verdient, als das was ich bekommen hab.” Sie lief aus den Zimmern. Tränen liefen ihre Wangen hinunter.

Stella schüttelte den Kopf. Sie musste sich etwas überlegen. So ging es nicht mehr weiter. Auch wenn Marisa der Meinung war, sie hätte es verdient. Stella teilte diese Ansicht nicht.

Ihre Freundin hatte einen Fehler begangen, für diesen sollte sie nicht ihr Leben lang leiden. Sie würde eine Möglichkeit finden, sicher… Sie musste nur erst einmal an Anis heran kommen. Er war Deutschlands bekanntester Rapper, das würde vielleicht ein paar Hindernisse geben, aber nichts unmöglich machen für Stella.

~*~
Anmerkung: Dir zwei Textausschnitte stammen aus Alles verloren und Dreckstück, gehören selbstverständlich nich mir, sondern sind von Bushido....

Und wie fandet ihrs?
Reviews?^^
 
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