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Geschichte: Fanfiktion
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von audi
erstellt: 23.03.2008
letztes Update: 17.04.2008
Geschichte, Romanze / P18 Slash
(fertiggestellt)
Am nächsten Morgen wachte ich übermüdet vom Klingeln meines Weckers auf. Gähnend rieb ich mir meine Augen und stand auf, obwohl ich lieber noch weiterschlafen würde, doch Melissa musste zur Schule und allein konnte sie sich noch kein vernünftiges Frühstück machen. Sie würden sich dann sowieso nur wieder ein Nutella-Toast machen und das war nicht gerade gesund. Ich achtete schon darauf, dass sie etwas Anständiges mitbekam. Außerdem musste ich später auch zur Arbeit. Also blieb gar keine Zeit weiter zu schlafen.
Ich kletterte aus meinem warmen Bett und stolperte über meine Lieblingsjeanshose, die ich gestern Nacht unachtsam dahin geworfen hatte. Leise fluchend öffnete ich die Tür und ging in die Küche, stellte meine Senseo an und ging weiter zu Melissas Schlafzimmer, klopfte laut an die Tür und öffnete diese dann.
„Aufstehen, Kleines“, sagte ich laut in den Raum und machte das Jalousie hoch.
„Man, Papa“, knurrte sie schläfrig.
„Schule, komm – auf mit dir!“, ich ging an ihr Bett und gab ihr ein Kuss auf die Stirn, zog ihr die Decke weg und versuchte meine schlechte Laune zu überspielen.
„Oh man“, gähnte sie und streckte sich in alle Richtungen.
Dann stand sie auf und drückte mir ein Kuss auf, lächelte mich wie immer zuckersüß an und verließ das Zimmer. Ich folgte ihr ins Badezimmer und achtete darauf, dass sie sich die Zähne putzte und sich auch die Haare kämmte.
Nebenbei wusch ich mich auch und begann mir meine Haare zukämmen. Ich stylte mich schon lange nicht mehr ganz so verrückt, wie damals. Meist zog ich mir nur noch ein Kajalstrich und zupfte meine Haare zu Recht. Ich war erwachsen geworden.
Dann endlich war Melissa fertig und wir gingen in die Küche.
„Na was magst du heute frühstücken?“, fragte ich sie und deckte schnell den Tisch.
„Cornflakes“, sagte Melissa und schaukelte mit ihren Beinen herum.
„Okay, kommt sofort“, sagte ich und holte die Cornflakes, Milch, eine Schüssel und ein Löffel aus dem Schrank.
Sie machte sich ihre Schüssel selbst fertig und begann zu essen, während ich ihr ein paar Brote mit Käse belegte und diese dann in ihre Brotdose steckte.
„Hast du deine Tasche gestern Abend ordentlich zusammen gepackt?“, fragte ich sie nebenbei, wie es eigentlich jeder Vater tat.
„Ja“, sagte sie knapp.
„Wirklich?“, ich drehte mich um und blickte sie misstrauisch an, doch sie aß seelenruhig weiter.
Ich seufzte auf und ging in ihr Zimmer um nachzuschauen, ob ihre Tasche wirklich vernünftig gepackt war und zu Freude meinerseits, war sie das wirklich. Ich steckte das Frühstück in die Tasche und schloss diese dann, brachte sie in die Küche und trank einen Schluck meines Senseo.
„Hast du auch alle Hausaufgaben gemacht?“, fragte ich weiter und schmierte mir auch noch schnell eine Scheibe Brot.
„Ja, Papa“, sagte sie und löffelte den Rest ihrer Cornflakes.
Ich nickte und schob mir den Rest des Brotes hinein.
„So ich geh mich schnell anziehen“, sagte ich kauend und ging in mein Schlafzimmer.
Ich weiß, dass man nicht mit vollem Mund spricht, allerdings ließ sich das jetzt nicht verhindern. Es war schon wieder viertel nach sieben und ich bin nicht mal angezogen. Um halb acht mussten wir los.
Zehn Minuten später stand ich fertig angezogen in der Küche und trank den Rest meines Senseo.
„Musst du noch mal auf die Toilette?“, fragte ich sie, als ich meine Tasse in die Spülmaschine stellte.
„Ja“, sagte sie und verließ schnell die Küche.
„Nicht in der Wohnung rennen“, rief ich ihr nach und räumte den Rest vom Küchentisch.
Wenige Minuten später war sie auch schon wieder da und setzte ihre Tasche auf.
„Wir können los“, sagte sie grinsend.
Melissa ging eigentlich ganz gern zur Schule. Allerdings mag sie das frühe Aufstehen genauso wenig, wie es mir früher ging.
Grinsend strich ich ihr über den Kopf und holte meine Autoschlüssel, den Geldbeutel und mein Arbeitskittel. Jetzt konnte es losgehen.
Nachdem ich Melissa an der Schule abgesetzt hatte, fuhr ich weiter zum Supermarkt. Genauso wenig wie sonst hatte ich Lust auf diese Arbeit. Die Kunden waren unfreundlich und die Zeit verging einfach nicht, obwohl meist sehr viel zu tun war. Aber ich konnte es mir ja auch nicht aussuchen. Wir brauchten das Geld und es war schwer ein Job zu finden, den ich so gut mit der Schule abstimmen konnte.
An einer Ampel blieb ich stehen, schaute herum und tippte mit meinem Zeigefinger auf dem Lenkrad herum. Da sah ich ein Werbeschild nicht weit von mir. Tom Kaulitz war drauf abgebildet und mein Magen zog sich zusammen. Ich hatte so viel Abstand zu der Modebranche genommen und vor allem zu Toms Modefirma. Immer hatte ich versucht den Bildern aus dem Weg zu gehen und ausgerechnet heute musste ich ja wieder eins von diesen Werbeschildern sehen. Das war ja zum Mäuse melken. Hinter mir hupte jemand und ich verdrehte die Augen.
„Jaja“, knurrte ich und drückte auf Gaspedal, um endlich bei meinem Arbeitsplatz anzukommen.
T O M
In der Firma angekommen, fuhr ich mit dem Fahrstuhl direkt hinauf in mein Atelier.
„Ich will nicht gestört werden“, sagte ich zu meiner Vorzimmerdame ohne einen Gruß und verschwand Türen knallend in mein Atelier. Ich legte mein Mantel auf meine Couch und schmiss mein Cap auf den Tisch. Dann trat ich zum Fenster und ließ mein Blick über Hamburg schweifen. Irgendwo da unten waren sie. Meine Tochter und er, Bill.
Ich fuhr mit meiner Hand durch mein Gesicht und wendete mich ab. Was war jetzt zu tun? Ich sah ein Stapel Dokumente auf dem Tisch liegen, die ich noch durchsehen und unterschreiben musste, doch ich hatte dazu jetzt keinen Nerv. Es klopfte an der Tür.
„WAS VERDAMMT?!“, schrie ich und die Tür ging auf.
Es war meine Vorzimmerdame, Theresa.
„Ein wichtiger Anruf auf Tokio ist auf Leitung drei“, sagte sie und blickte mich eindringlich an.
„Hab ich nicht gesagt, dass ich nicht gestört werden will?“, fuhr ich sie an und blickte sie hart an.
„Ja...“, sagte sie kleinlaut.
„Und was machen Sie dann hier bei mir im Atelier?“, fragte ich und stemmte meine Fäuste in meine Hüften.
„Aber ich…“, stotterte sie. „Der Anruf ist doch wichtig“.
„Na und? Sagen Sie, ich sei nicht im Haus. Ich ruf zurück“.
Ich drehte mich um und hörte, wie die Tür ins Schloss klickte. Ich atmete tief durch. Das war nicht in Ordnung von mir. Ich musste meine Stimmung zügeln. Ich hatte Mary heute Morgen schon so angesaugt. Das musste aufhören. Sie konnten doch nichts für meine Laune. Aber ich hatte Theresa doch gerade gesagt, dass ich nicht gestört werden sollte. Also war sie doch selbst schuld, dass ich sie so angefahren hatte, verteidigte ich mich selbst. Aber wem wollte ich schon was vor machen? Ich war schlecht drauf. Schön und gut. Und woran es lag wusste ich auch. Es war Bill. Naja eher die Tatsache, dass er und ich ein Kind haben, dass ich nicht kannte und von dem ich nur aus diesem Zufall erfahren hatte.
Ich ließ mich auf die Couch sinken und atmete erneut tief durch. Warum hatte er mir nicht einfach gesagt, dass er schwanger war? Ich mein, er brauchte doch Unterstützung. Man konnte doch kein Kind allein erziehen. Selbst er würde das nicht können.
Ich griff nach meinem Handy und ging mein Telefonregister durch. Irgendwo musste ich doch Bills Handynummer haben. Wenn es denn noch dieselbe Nummer war. Bei sechs Jahren konnte man sich da ja nicht so sicher sein.
Wieder klopfte es an der Tür und ich stöhnte genervt auf. Hatte man hier nicht mal fünf Minuten Ruhe?
„Was?“, fragte ich laut, jedoch bemüht meine Stimme ruhig klingen zu lassen.
„Ein Anruf für Sie“, sagte Theresa im Türrahmen stehend.
„Wer?“, fragte ich genervt.
„Ein gewisser Herr Lambrecht für Sie“.
„Och nö. Den ruf ich zurück“, sagte ich und stand auf.
„Aber es ist dringend“.
„Ja und? Ich bin nicht da und fertig“.
Sie verließ das Atelier und ich war wieder allein. Was war heute eigentlich für ein Tag, dass die mich alle so unbedingt sprechen wollten?
Ich griff nach meinem Handy und suchte weiter im Telefonregister nach Bills Nummer, jedoch war sie nicht darin. Genervt schmiss ich es auf die Couch. Das war doch zum Verrücktwerden. Ich ging zum Nebenzimmer und blickte Theresa an, die mich überrascht musterte.
„Rufen Sie bitte Herrn Miller an. Ich brauche noch heute ein Termin mit ihm“, sagte ich ihr und nahm mir die Teekanne und eine Tasse von der Küchenzeile.
„Okay“, sagte sie und griff zum Telefon.
Dann ging ich wieder ins Atelier und füllte meine Tasse mit Tee. Ich musste Miller an den Fall ransetzen. Er musste Bill finden. Allein würde ich es ja doch nicht schaffen. Dafür war Hamburg zu groß und wer sagte denn, dass Bill noch in Hamburg wohnte? Es gab hier ja genügend Dörfer drum herum.
B I L L
Es war Mittag und ich hatte endlich Schluss. Jetzt musste ich Melissa von der Schule abholen. Sie würde bestimmt schon auf mich warten. Aber ich hatte es nicht eher geschafft. Hoffentlich war sie an der Schule geblieben.
Nervös stand ich an der Ampel und tippte mit meinem Finger auf dem Lenkrad herum. Musste die Ampel jetzt so lange rot bleiben? Immer wenn man es eilig hatte, spielten die Ampeln nicht so mit, wie man es brauchte.
Wieder sah ich das Werbeschild und ein Klumpen bildete sich in meinen Hals. Ich versuchte ihn hinunter zu schlucken, doch er begann nur schmerzhaft zu pulsieren.
Endlich sprang die Ampel auf grün und ich fuhr schnell weiter zur Schule und zum Glück stand Melissa noch auf dem Schulhof und redete mit ein paar ihrer Freundinnen. Erleichtert verließ ich das Auto und ging auf die Drei zu.
„Na“, sagte ich und lächelte sie an.
„Papa“, quietschte sie fröhlich und nahm mich fröhlich in den Arm.
„Tschuldige, das du so lange warten musstest.“
„Schon okay, Papa“, sagte sie und ich bekam ein kleines Küsschen von ihr.
„Wollen wir dann mal nach Hause?“, fragte ich sie und nahm ihr die Tasche ab.
Sie nickte, verabschiedete sich von ihren kleinen Freundinnen und wir gingen zum Auto.
„Papa, ich kann jetzt schon die Geschichte aus dem Lesebuch lesen ohne ständig anhalten zu müssen“, sagte sie strahlend.
„Oh das ist schön. Wenn du magst, kannst du sie mir nachher vorlesen“.
„Oh ja“, grinste sie und ich schnallte sie auf ihren Kindersitz.
Dann stieg ich auch in das Auto und die Fahrt ging los.
Fünfzehn Minuten später kamen wir zu Hause an und Melissa ging in ihr Zimmer an den Schreibtisch, um ihre Hausaufgaben auszupacken. Währenddessen fing ich schon mit dem Mittagessen an.
Ich hörte Melissa durch den Flur rennen und legte den Topf beiseite, trat aus der Küchentür und konnte gerade noch sehen, wie Melissa über die Teppichkante stolperte und hinfiel.
„Oh Melissa“, keuchte ich auf und ging schnell zur ihr hinunter.
„Alles okay bei dir?“, fragte ich sie und nahm sie in den Arm.
Sie weinte und drückte sich fest an mir.
„Papa, mein Fuß“, sagte sie und noch mehr Tränen verließen ihre Augen.
Ich hob sie hoch und trug sie in ihr Zimmer. Dort zog ich ihr den Schuh aus und schaute mir den Knöchel genauer an. Er war etwas dick.
„Tut es doll weh?“, fragte ich und sie nickte.
Es tat weh sie weinen zu sehen. Ich konnte das überhaupt nicht haben. Ich liebe sie doch so sehr.
„Warte kurz, ich hol eben etwas Eis.“
Mit dem Eis zurück im Zimmer, legte ich es auf ihren Knöchel und gab ihr ein Kuss auf die Stirn.
„Was lernen wir daraus?“, fragte ich sie mit einem strengen Blick.
Sie zuckte mit den Schultern.
„In der Wohnung wird nicht gerannt. Das hab ich dir aber auch schon häufiger gesagt!“, ich blickte sie streng an.
„Ja“, sagte sie kleinlaut und blickte traurig zu Boden.
„So ich geh jetzt weiter kochen. Willst du Bibi Blocksberg hören?“.
Sie nickte und ich legte die Kassette in den Recorder, dann drückte ich auf Play und lehnte die Tür hinter mir an. Dann würde ich sie jedenfalls hören, wenn sie nach mir rief.
Zurück in der Küche machte ich mich wieder ans Kochen. Es würde heute Kartoffelbrei mit Fischstäbchen, Spinat und Spiegelei geben. Das war Melissa und mein Lieblingsessen.
Zwanzig Minuten später saßen wir dann auch endlich gemeinsam am Tisch und aßen. Melissa erzählte mehr als das sie aß, daher musste ich sie ein paar Mal ermahnen zu essen und weniger zu reden. Um ehrlich zu sein, wollte ich auch einen Augenblick meine Ruhe haben. Der Morgen war schon anstrengend gewesen. Sie konnte zwar nichts dafür, aber ich war eben auch nur ein Mensch mit Nerven.
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